6 Zusammenfassung: Infektion und Autoimmunität

In der vorliegenden Arbeit wurde die Rolle von Bakterien für das Entstehen von Autoimmunität untersucht. Insbesondere wurde untersucht, inwieweit Bakterien entweder spezifisch (über „Kreuzreaktivität“) oder antigenunabhängig (über „Bystander-Aktivierung“) eine Aktivierung von autoreaktiven CD4+- T-Zellen induzieren können.


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Es konnte gezeigt werden, dass es bei dem untersuchten, MBP-spezifischen T-Zellrezeptor multiple, natürlich vorkommende, kreuzreaktive Peptide mikrobiellen Ursprungs gibt, die eine Aktivierung der T-Zellen hervorrufen und in vivo EAE induzieren können.

Weiterhin wurde untersucht, inwieweit LPS als unspezifischer Aktivator des Immunsystems eine Aktivierung der autoreaktiven T-Zellen in vitro hervorrufen kann und inwieweit in vivo EAE durch LPS hervorgerufen werden kann.

Es wurde gezeigt, dass LPS in vitro einen kleinen Anteilder CD4+ - T-Zellen aktiviert.

Wurden den transgenen T+α- -Mäusen LPS appliziert, erkrankten diese an EAE.

Somit gibt es sowohl in vitro als auch in vivo in den T+α- -Mäusen Hinweise für eine Relevanz von „Bystander-Aktivierung“.

Abschließend wurde diskutiert, inwieweit entweder „Kreuzreaktivität“ oder „Bystander-Aktivierung“ als Auslöser für Autoimmunität unter physiologischen Bedingungen in Frage kommt. Aufgrund der in dieser Arbeit gezeigten Ergebnisse wurde postuliert, dass keine der beiden Mechanismen alleiniger Auslöser sei, da es aufgrund der Häufigkeit von Infektionen, kreuzreaktiven Peptiden und des Vorkommens von autoreaktiven T-Zellen auch in gesunden Individuen ansonsten sehr viel häufiger zu Autoimmunität kommen müsste.


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05.01.2005