V.  Zusammenfassung

Die Untersuchung eines rekombinanten Impfstoffes aus S. typhi Ty21a als Vektor und Urease von H. pylori als Fremdantigen an 12 gesunden Probanden konnte folgendes nachweisen.

Die genetische Modifikation von S. typhi Ty21a durch die Einschleusung eines Plasmids hat im Vergleich zum Nebenwirkungsprofil des Vektors weder zu qualitativ noch zu quantitativ veränderten Nebenwirkungen geführt. Eine Erprobung des Impfstoffes in einer Phase zwei Studie wäre damit vertretbar.

Der eingesetzte Impfstoff als Kombination aus Vektor und Fremdantigen war ausreichend immunogen. Sowohl zelluläre und humorale Immunantwort gegen Vektor Antigene als auch eine zelluläre Immunreaktion gegen das Fremdantigen Urease von H. pylori ließen sich nachweisen.

Durch die Integration eines Plasmids in das Genom von Salmonella typhi wurde die Immunität nicht geschwächt.

Aus dem Vergleich unserer Untersuchungen mit den Angaben in der Literatur ergaben sich Hinweise darauf, daß eine stärkere Immunantwort –eventuell durch eine höhere Impfdosis- erzeugt werden kann. Ob die Immunantwort gegen Vektor und das Fremdantigen durch die Verabreichung einer höheren Impfdosis gesteigert werden kann, wäre also eine interessante Fragestellung für zukünftige Studien.

Durch dieses System aus Vektor und Fremdantigen konnte bei der Untersuchung an 12 gesunden Probanden erstmals eine zelluläre Immunreaktion auf das eingeschleuste Fremdantigen Urease von H. pylori nachgewiesen werden. Wie oben detailliert beschrieben, ist die zelluläre Immunantwort für eine Elimination einer H. pylori Infektion von tragender Bedeutung. Diese Untersuchung ergab damit Hinweise darauf, daß durch den von uns entwickelten und verwendeten Impfstoff eine Protektion und/oder Elimination einer H. pylori Infektion erreicht werden kann.


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Beide Probanden mit einer deutlichen zellulären Reaktion gegen Urease von H. pylori hatten zuvor eine Impfung mit Typhoral® erhalten. Eine bereits bestehende Immunität gegen den Vektor könnte also die Immunreaktion gegen ein eingeschleustes Fremdantigen verstärken. Eine interessante Fragestellung für zukünftige Studien wäre also auch, ob sich durch eine Booster-Impfung die Immunreaktion gegen Urease von H. pylori verstärken läßt.

Diese Untersuchung hat also gezeigt, daß ein Impfstoff aus S. typhi Ty21a als Vektor und Urease von H. pylori als Fremdantigen eine Alternative zur herkömmlichen H. pylori-Therapie darstellen kann. Als nächster Schritt sollte nun die Optimierung des Impfmodus im Sinne der Maximierung der Immunantwort folgen, um danach direkt die Fähigkeit dieses Impfstoffes zur Protektion bzw. Elimination zu erproben.


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07.01.2005