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2  Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit

Durch die Rekonstruktion des VKB sollte die Kniegelenkfunktion wiederhergestellt werden. Dabei kommen körpereigene Sehnentransplantate zum Einsatz. Die primär gefäßlos transplantierte Sehne unterliegt beim Einheilen beachtlichen Umbauvorgängen, die mit einer Schwächung des Transplantates im frühen Stadium einhergehen. Die frühe und aggressive Nachbehandlung oder der Wiederbeginn sportlicher Aktivität können nun die Langzeitprognose erheblich beeinträchtigen. Zur Einschätzung der regelhaften Umbauvorgänge und damit zur Belastbarkeit und zur Kontrolle von Komplikationen im postoperativen Verlauf könnte die MRT als nicht-invasives, bildgebendes Verfahren wertvolle Informationen liefern. Während die MRT in der Diagnostik frischer VKB-Rupturen etabliert ist, wird der Einsatz zur Verlaufskontrolle kontrovers diskutiert. Durch Unterschiede in der Operationstechnik, die Art der Ersatzplastik, den Zeitpunkt der Datenerfassung und den oft fehlenden Vergleich mit anderen Untersuchungsmethoden sind zuverlässige Aussagen nur begrenzt möglich. Im Rahmen einer Langzeitstudie am Schafsmodell mit einer Standzeit von zwei Jahren können nun erstmals verschiedene Aspekte des Transplantatremodeling gleichzeitig betrachtet und miteinander verglichen werden.

In der vorliegenden Arbeit werden qualitative und quantifizierbare Veränderungen in der MRT im postoperativen Verlauf erfasst und versucht, mit biomechanischen Daten in Beziehung zu setzen. Hierzu ergeben sich folgende Fragestellungen:

  1. Steht eine Änderung des MR-Signalverhaltens im Zusammenhang mit dem Transplantatremodeling, insbesondere mit biomechanischen Parametern ?
  2. Kann das quantitative MR-Signal die mechanischen Eigenschaften des VKB-Ersatzes vorhersagen ?
  3. Kann die Kontrastmittel-Applikation Zusatzinformationen über die Transplantat-integrität oder Revaskularisierungsvorgänge liefern ?


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04.08.2004