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6  Zusammenfassung

Die Magnetresonanztomografie ist zur nicht invasiven Einschätzung der Transplantat-integrität einer vorderen Kreuzbandersatzplastik in der postoperativen Phase hilfreich.

Bei klinischen Studien wurde die MRT zur Beobachtung des Transplantatremodelings eingesetzt, jedoch in keinem Fall die auf Normbedingungen gebrachte Signalintensität mit biomechanischen Befunden korreliert. In der vorliegenden Studie wurde erstmals das quantitative MR-Signal in Form eines Signal-/Noise-Quotienten mit biomechanischen Parametern über zwei Jahre am Tiermodell verglichen und miteinander korreliert.

Die Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes wurde an 29 Schafen mit ipsilateral entnommener Achillessehne in offener Technik durchgeführt. Nach 6, 12, 24, 52 und 104 Wochen Standzeit wurden die Kniegelenke von je 6 Tieren (52 Wochen n = 5) pro Zeitpunkt sowohl nativ, als auch mit Gadolinium-Diethylentriaminpentaessigsäure als Kontrastmittel MR-tomografisch in sagitaler Orientierung und T1-Wichtung verfolgt und nach anschließender Explantation biomechanisch untersucht.

In der frühen Phase des Transplantatremodelings konnte ein Anstieg der Signalintensität bei gleichzeitiger Abnahme der biomechanischen Eigenschaften beobachtet werden. Im weiteren Verlauf nahm die Signalintensität wieder ab und respektive die biomechanischen Kenndaten zu. In der Korrelationsanalyse zeigte sich ein signifikanter negativ linearer Zusammenhang zwischen den biomechanischen Parametern Versagenslast, Reißfestigkeit und Steifigkeit und dem dazugehörigen Signal-/Noise-Quotienten. Die Korrelationen mit Kontrastmittel-unterstützung waren im Allgemeinen grösser.

Schlussfolgernd kann gesagt werden, dass das quantitative MR-Signal ein nützliches Hilfsmittel ist, den Prozess des Transplantatremodelings nicht-invasiv zu verfolgen.

Die Ergebnisse sind für das Verständnis der beeinflussenden Faktoren des Transplantat-remodelings auch für den Menschen ausgesprochen nutzbringend. In Hinblick auf mögliche Unterschiede zwischen dem Tiermodell und dem Menschen stellen die hier präsentierten Daten eine wissenschaftliche Grundlage dar, das Remodeling beim Menschen weiter nicht invasiv zu untersuchen.


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04.08.2004