Pfeiler, Ute: Ergebnisse von Untersuchungen zur Bodenbelastung bei der Freilandhaltung von Schweinen

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Kapitel 1. Einleitung und Zielstellung

In den letzten Jahren geriet die intensive landwirtschaftliche Tierhaltung, speziell auch die Schweinehaltung, auf Grund der mangelnden Tiergerechtheit und der verursachten Umweltschäden bei gleichzeitig nachlassender Produktqualität zunehmend in die Kritik der Verbraucher.

Unter diesem Druck kam es zu (dringend notwendigen) Auflagen für eine tiergerechtere Stallgestaltung, die Verminderung von Schadgasemmissionen, längere Güllelagerung und schonendere Gülleausbringung, was die ohnehin im Vergleich zu den Preisen für tierische Produkte unverhältnismäßig hohen Kosten der Stallhaltung in den letzten Jahren immer weiter steigen ließ.

So war es nur eine Frage der Zeit, bis die ersten deutschen Schweinehalter nach englischem Vorbild die ganzjährige Freilandhaltung erprobten.

Diese Haltungsvariante, welche bei guten Ergebnissen sowohl tiergerecht als auch billig war, und außerdem so gut wie keiner gesetzlichen Reglementierung unterlag, bot besonders für Neueinsteiger und bei Bestandserweiterungen eine ökonomisch lohnende Alternative.

Neben allen Vorteilen kristallisierten sich im Verlaufe der Diskussionen um diese Haltungsform zwei Hauptkritikpunkte heraus. Das war zum einen die mangelhafte Abschottung der Schweine von der Außenwelt, weshalb ein erhöhtes Seuchenrisiko angenommen wurde, und zum anderen die Gefahr des überhöhten Nährstoffeintrages in den Boden und damit ihre Umweltverträglichkeit.

In Untersuchungen zur Freilandhaltung wurden bis Anfang der 90-er Jahre Fragen des Bodens meist nur aus Sicht der Bewirtschaftung und der Tiergesundheit betrachtet, Fragen des Nährstoffeintrages wurden sehr pauschal abgehandelt und auf Grund unzureichender Untersuchung z.T. recht subjektiv beurteilt.

Sollte die Freilandhaltung also weitere Verbreitung erfahren, was aus Sicht des Tierschutzes und des wirtschaftlichen Überlebens auch kleinerer Schweinehaltungsbetriebe auf jeden Fall wünschenswert erscheint, mußte untersucht werden, ob tatsächlich eine Gefährdung von Boden- und Grundwasserqualität besteht, und wenn ja, wie diese zu vermeiden ist.

Bei einer zunehmenden Anzahl von Freilandhaltungen ergab sich die Notwendigkeit, auf der Grundlage von umfassenden Untersuchungen für Halter und Umwelt akzeptable Richtlinien für die Gestaltung des Verfahrens zu finden.

Ziel der Arbeit war es daher:

  1. Eine für die Fragestellungen aus Sicht der Tierhalter ausreichend aussagekräftige Sammlung von Daten über Stickstoffakkumulation und -verlagerung im Boden und deren Beeinflussung durch die Bewirtschaftungsweise zu erstellen. D.h., es sollte die Quantität einer möglichen Boden- und Grundwasserbelastung abgeschätzt und deren wahrscheinliche Ursachen aufgezeigt werden.
  2. An Hand der gewonnenen Ergebnisse Lösungsmöglichkeiten zur Vermeidung einer Umweltbelastung durch Freilandschweine aufzufinden.
    Es sollte aufgezeigt werden, welche verfahrenstechnischen Möglichkeiten es gibt, um:
    - überhöhte und extrem ungleichmäßige Nährstoffeinträge zu vermeiden
    - die Gefahr einer Nährstoffauswaschung und damit einer Grundwasserverunreinigung zu vermindern.
  3. Außerdem mußte überprüft werden, welche dieser Vorschläge unter welchen Bedingungen durchführbar sind und die Praktizierbarkeit des Verfahrens an sich nicht in Frage stellen.


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Für diese Zielstellungen war es erforderlich:

Auf Grundlage des bisherigen Erkenntnisstandes über die Freilandhaltung sowie das Verhalten von Schweinen und die Zusammenhänge zwischen Düngung und Umweltbelastung wurden folgende Arbeitshypothesen aufgestellt:


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Fri Jun 9 13:39:29 2000