Pfeiler, Ute: Ergebnisse von Untersuchungen zur Bodenbelastung bei der Freilandhaltung von Schweinen

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Kapitel 5. Ergebnisse

5.1. Ergebnisse zum N-Eintrag

Da die Höhe der Nährstoffausscheidungen eines Schweines in Abhängigkeit von Alters- und Leistungsstufe stark variiert, wurden die Ergebnisse entsprechend der verschiedenen Haltungsstufen getrennt ausgewertet. Es erfolgte entsprechend der in der Praxis vorgefundenen Flächennutzungsvarianten eine Einteilung in ausschließlich mit tragenden Sauen oder mit laktierenden Sauen mit Ferkeln oder mit Läufern belegte Flächen sowie Flächen, welche von Sauen sowohl während der Trage- als auch der Laktationszeit belegt waren (Dauergehege).

Außerdem wurde innerhalb der Leistungsstufen nach verschiedenen Haltungs- und Managementsystemen und Gehegegestaltung unterschieden, da von diesen ein wesentlicher Einfluß auf Dungeintragshöhe und -verteilung erwartet wurde.

Eine detaillierte Übersicht über die einzelnen entnommenen Bodenproben, sowie eine Zusammenstellung der Untersuchungsergebnisse in Tabellenform befinden sich im Anhang.

5.1.1. Flächen mit tragenden Sauen

5.1.1.1. Dezentralgehege

5.1.1.1.1. Fütterung in Freßgitterständen

Es wurden zwei von Gestaltung und Belegungsdichte her vergleichbare Gehege über den Zeitraum von einem Jahr während 4 bzw. 5 Entnahmeterminen beprobt.

Zum Zeitpunkt des Untersuchungsbeginns waren die Flächen seit ca. drei Monaten belegt.

Um den Verlauf der N-Verlagerung bis zum Vegetationsbeginn bzw. zum Beginn eines nennenswerten Nährstoffentzuges beobachten zu können, wurden die Flächen im Anschluß an die Belegung noch im Herbst und Frühjahr beprobt.

Da das Gehege II im Anschluß an die Belegung mit tragenden Sauen für die Läuferhaltung genutzt wurde, ist es nur teilweise in die Auswertung einbezogen worden.

Belegungsdichte und -dauer:

Die Gehegeflächen betrugen ca. 2500 m2 und waren mit durchschnittlich 7 - 10 Sauen belegt.

Die Auslauffläche pro Sau betrug also ca. 300 m2, das entspricht einer Belegungsdichte von ca. 33 tragenden Sauen je Hektar.

Gehege I war 8 Monate lang, von Dezember 1993 bis Juli 1994, mit tragenden Sauen belegt.

Erfolgt der Flächenwechsel regelmäßig nach 8 Monaten ergibt sich eine durchschnittliche Besatzdichte von ca. 22 Sauen je Hektar und Jahr.

Gehege II war 4 Monate lang, von Dezember 1993 bis März 1994, mit tragenden Sauen belegt, wurde anschließend gegrubbert und ab Mai z.T. zur Läuferhaltung genutzt.

Flächenbeschreibung - Beobachtungen zur Flächennutzung:

Die Flächen waren zuvor mit Roggen und Hafer bestellt. Es wurde direkt auf die Stoppeln aufgetrieben, zwischen denen im Verlauf des Herbstes eine Selbstbegrünung mit Gräsern und Kräutern stattgefunden hatte.

Tränkstelle und Freßfanggitter befanden sich auf beiden Gehegen an der vorderen Schmalseite, die Hütten etwas zurückgesetzt, aber noch im vorderen Fünftel des Geheges.


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Daher wurde in der Hauptsache dieses von den Sauen genutzt. Hier war einige Meter vom Freßplatz entfernt eine Kotstelle vorhanden, die Stellen direkt am Betreuungsgang und um die Freßgitterstände herum waren stark zertreten, z.T. auch verschlammt.

Dieser sehr intensiv genutzte Teil der Flächen hatte einen Anteil von ca. 10 % am Gesamtgehege (siehe auch Abb. 17).

Besonders ausgeprägt war die bevorzugte Nutzung des vorderen Gehegeteils im Winter, wenn die Sauen die Hütte hauptsächlich nur zum Fressen, Koten und Harnen verlassen. Bei Schnee wurde der eingeschränkte Aktionsradius durch die unberührt weißen Flächen hinter den Hütte deutlich sichtbar.

Im Gehege I lag der weniger intensiv frequentierte Flächenbereich in einer Senke.

Auf Grund der relativ geringen Gehegegröße waren auch die normal frequentierten 90 % der Fläche stark umgewühlt und im Prinzip vegetationsfrei. Im Anschluß an die Belegung wurden die Flächen gegrubbert. Anfang Oktober erfolgte die Aussaat von Winterroggen. Ende November stand der Roggen ca. 10 cm hoch, bis Ende Februar war kein weiteres Wachstum zu beobachten.

Durchschnittlicher Nmin-Eintrag und -Verlagerung:

Anfang März 1994, nach knapp dreimonatiger Belegung der Gehege, lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt der normal frequentierten Gehegebereiche bei 140 kg/ ha (G. I) bzw. 134 kg/ ha (G.II). Der Nitratanteil lag zwischen 20 und 35 %.

Zwischen 25 und 35 % des Nitrats und des Ammoniums, waren in der Bodenschicht zwischen 60 und 90 cm zu finden. Der durchschnittliche Nmin-Gehalt lag an den Kotstellen bei 635 kg/ ha (G.I) bzw. 479 kg/ ha (G.II) und an den Futterstellen bei 685 kg/ ha (G.I) bzw. 310 kg/ ha (G.II).

Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Nmin-Gehalt für den intensiv genutzten Gehegebereich von 660 kg/ ha (G.I) bzw. 395 kg/ ha (G.II). Ca. 15 % davon (durchschnittlich 88 kg Nmin/ ha) befanden sich in beiden Gehegen in der Bodenschicht zwischen 60 und 90 cm.

Der Nitratanteil in diesem Bereich lag in beiden Gehegen zwischen 6 und 12 %.

Ende Mai lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt der normal frequentierten Gehegebereiche bei 158 kg/ ha (G.I) bzw. 103 kg/ ha (G.II), bei einem durchschnittlichen Nitratanteil von 78 % in beiden Gehegen.

In der unteren Bodenschicht von 60-90 cm befanden sich 20-25 % dieses Nmin, Nitrat und Ammonium in etwa zu gleichen Teilen .

Der durchschnittliche Nmin-Gehalt der intensiv genutzten Gehegebereiche lag bei 720 kg/ ha mit einem Nitratanteil von durchschnittlich 53 % (G.I) bzw. 623 kg/ ha mit einem Nitratanteil von durchschnittlich 80 % (G.II).

Zu diesem Zeitpunkt war das Gehege II seit eineinhalb Monaten ohne Besatz.

Im August waren beide Gehege ohne Besatz, auf dem ehemals normal frequentierten Bereich des Geheges II wurden seit Mai Läufer gehalten.

Im Gehege I war der durchschnittliche Nmin-Gehalt des normal frequentierten Bereiches auf 237 kg/ ha angestiegen. Im intensiv genutzten Gehegebereich lag der Nmin-Gehalt bei 698 kg/ ha (G.I) bzw. 668 kg/ ha (G. II). Trotzdem im Gehege II seit Ende März kein N-Eintrag mehr erfolgte, befanden sich zu diesem Zeitpunkt ebenso wie im Mai ca. 90 % des Nmin in den oberen Bodenschichten bis zu 60 cm Tiefe.

Der Nitratanteil lag in dem bereits länger ungenutzten Gehege II wie schon im Mai mit nun durchschnittlich 90 % deutlich höher als im Gehege I, wo durchschnittlich 55 % Nitratanteil festgestellt wurden.


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Abb. 17: Darstellung der Dezentralgehege für tragende Sauen mit Freßgitterstand


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Abb. 18: Tragende Sauen im Dezentralgehege mit Freßgitterstand


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Bis zum November war der Nmin-Gehalt des normal frequentierten Gehegebereiches (G.I) auf durchschnittlich 109 kg/ ha gesunken, wovon ca. die Hälfte in der unteren Bodenschicht zwischen 60 und 90 cm gefunden wurde.

Im intensiv frequentierten Gehegebereich des Geheges I lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt bei 701 kg/ ha, wogegen der Nmin-Gehalt des Geheges II nun mit durchschnittlich 62 kg/ ha deutlich niedriger lag. In beiden Gehegen befand sich gut ein

Drittel des Nmin in der unteren Bodenschicht von 60-90 cm.

Der Nitratgehalt dieser Gehegebereiche lag mit durchschnittlich 39 % wieder in beiden Gehegen auf demselben Niveau.

Zum selben Zeitpunkt neben den Gehegen gezogene Vergleichsproben wiesen einen durchschnittlichen Nmin-Gehalt von 52 kg/ ha auf.

Im Februar wurden auf der gesamten Fläche, in allen Gehegebereichen nur noch durchschnittlich 16 kg Nmin/ ha festgestellt, wovon sich ca. die Hälfte in der Krume bis 30 cm Tiefe befand. Auch der Nitratgehalt lag mit durchschnittlich 39 % überall auf dem gleichen Niveau. (siehe auch Darstellung in Abb. 18)

5.1.1.1.2. Großflächige Bodenfütterung

Diese Variante der Gehegegestaltung mit wechselseitiger Bodenfütterung wurde vom Betriebsleiter erst in den letzten Monaten der Bodenuntersuchungen erprobt.

Daher konnte nur eine einmalige Testbeprobung eines Geheges nach ca. 10-monatiger Belegung durchgeführt werden. Auf Grund der sehr geringen Probenzahl sind die gemessenen Nmin-Mengen nur bedingt auswertbar und daher nur zur tendenziellen Abschätzung der Nmin-Verteilung im Gehege im Vergleich zu anderen Gehegegestaltungs- und Bewirtschaftungsvarianten verwendet worden.

Belegungsdichte und -dauer:

Die Gehegegröße betrug ca. 6000 m2 und war mit durchschnittlich 10 Sauen belegt.

Geplant war eine Belegungsdauer von einem Jahr.

Das entspricht einer Belegungsdichte von ca. 16 tragenden Sauen je ha und Jahr.

Flächenbeschreibung - Beobachtungen zur Flächennutzung:

Das Gehege wurde von August 1995 bis August 1996 für tragende Sauen genutzt.

Zu Beginn der Belegung erfolgte die Bodenfütterung nur von einer Seite, seit Anfang 1996 wurde sie abwechselnd von beiden Schmalseiten des Geheges aus durchgeführt (Abb. 19).

Die Hütten befanden sich in der Mitte der Fläche und waren nach halbjähriger Nutzung um einige Meter versetzt worden.

Die Tränke befand sich auf einer Schmalseite des Geheges, hier standen auch Freßfanggitter, welche aber nur für Tierbehandlungen genutzt wurden.

Die Verteilung der Futterpellets durch das Gebläse des Verteilwagens erfolgte über fast die gesamte Breite der Schmalseiten des Geheges und zwischen 5 - 30 m tief in die Gehege hinein.

Die wechselseitig erfolgende Bodenfütterung führte deutlich sichtbar zu einer relativ ausgeglichenen Gehegenutzung, da sich die Sauen nach der Fütterung z.T. länger als zwei Stunden mit der Nachsuche nach verstreuten Pellets und Wühlen im Bereich der Futterstellen, welche etwa 40 % des Geheges ausmachten, beschäftigen.

Zum Probenentnahmezeitpunkt nach 10-monatiger Belegung war das gesamte Gehege nahezu vegetationsfrei.


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Abb. 19: Darstellung eines Dezentralgeheges mit beidseitiger Bodenfütterung


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Abb. 20: Tragende Sauen im Dezentralgehege mit wechselseitiger Bodenfütterung

52Durchschnittlicher Nmin-Eintrag:

(Darstellung im Diagramm Abb. 20)

Auf den unbelegten Flächen desselben Feldes wurden bei Vergleichsproben im Februar 1996 durchschnittlich 50 kg Nmin/ ha und im Mai 49 kg Nmin/ ha bei einem relativ gleichbleibenden Nitratanteil von ca. 80 % festgestellt.

Zum Beprobungszeitpunkt im Mai lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt im Umkreis des ersten Hüttenstandortes bei 175 kg/ ha, wovon sich durchschnittlich 44 % bereits in der unteren Bodenschicht zwischen 60-90 cm Tiefe befanden. Der Nitratanteil lag bei 66 %.

Im übrigen Gehegebereich zwischen Tränke und Hütten einschließlich des Freßplatzes lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt bei 249 kg/ ha, wobei sich hier mit durchschnittlich über 80 % der

größte Teil des Nmin in den oberen Bodenschichten bis 60 cm Tiefe befand. Der Nitratanteil lag bei durchschnittlich 94 %. Überschlägig ergibt sich für das Gehege ein durchschnittlicher Nmin-Gehalt von ca. 235 kg/ ha.

5.1.1.2. Radialsystem

In einem Radialsystem (I) wurden zwei Gehege über einen Zeitraum von einem Jahr beprobt. Die fünf Entnahmetermine deckten den Zeitraum von vor Belegungsbeginn bis nach Belegungsende ab.

Nach dem Umzug auf ein neues Feld wurden nochmals zwei identisch gestaltete Gehege (Radialsystem II) über einen Zeitraum von einem halben Jahr beprobt. Auf diesen Probeflächen mußten die Untersuchungen aus seuchenhygienischen Gründen nach Ausbruch der Schweinepest abgebrochen werden.

Belegungsdichte und -dauer:

Die Gehege des Radialsystems waren ca. 1 ha groß und wurden nach Angaben der Betreuer mit durchschnittlich 15 tragenden Sauen belegt. Die aktuellen Belegungsdichten schwankten allerdings von Monat zu Monat sehr stark, eigene Beobachtungen ergaben zwischen 7 und 30 Sauen je Gehege, so daß die Feststellung der Belegungsdichte relativ unsicher war.

Im Durchschnitt dürfte die Belegungsdichte mit ca. 15-18 tragenden Sauen je Hektar und Jahr veranschlagt werden. Geplant war eine Belegungsdauer von ein bzw. zwei (Radialsystem I) Jahren.

Dauer der tatsächliche Belegung:

Radialsystem I - von Ende April 1994 bis August 1994 (4 Monate);

Radialsystem II - von Dezember 1994 (Fläche 1) bzw. März 1995 (Fläche 2) bis August 1995 (9/6Monate).

Flächenbeschreibung - Beobachtungen zur Flächennutzung:

In den ersten Probegehegen (R I) war der anfänglich vorhandene vereinzelte Wildaufwuchs von Roggen (aus der vorangegangenen Nutzung) und später Kamille nach Abtrieb der Sauen völlig verschwunden. Die später genutzten Gehege (R II) waren schon vor der Belegung vegetationsfrei, hier waren zuvor Kartoffeln und Luzerne angebaut und die Flächen anschließend geglättet worden. Die Wühltätigkeit erstreckte sich sichtbar über die gesamten Gehegeflächen.

Die Hütten befanden sich etwa in der Mitte der Gehege, die Tränkstelle am Außenring, an welchem auch die großflächige Bodenfütterung erfolgte. Erkennbar war in allen Gehegen eine starke Nutzung der Gehegespitzen, wo eine Konzentration von Kothaufen sichtbar war (vergleiche Abb. 21).


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Die Flächen im Bereich der Bodenfütterung besonders in der Nähe der Tränken waren ebenfalls stark zertreten und z.T. verschlammt.

Auf Basis der Gehegeabmessungen ergeben sich für Futterplatz und Tränkstelle ein Gehegeanteil von ca. 20 %, und für die stark frequentierte Spitze ca. 5 -10 %. Die restlichen 70-75 % der Fläche wurden als durchschnittlich bzw. normal häufig frequentiert eingestuft.

Durchschnittlicher Nmin-Eintrag und -Verlagerung:

(siehe auch Abb. 22 und 23)

Radialsystem I:

Aus den Anfang März und Ende Mai entnommenen Vergleichsbodenproben auf unbelegten Flächen, ergab sich zu beiden Zeitpunkten ein Nmin-Gehalt von durchschnittlich 63 kg/ ha, wovon sich ein Drittel bis knapp die Hälfte in der unteren Bodenschicht von 60-90 cm befand. Die Flächen waren zuvor z.T. zur Klärschlammausbringung (Grünland) und z.T. zum Roggenanbau genutzt worden.

Im Mai 1994, ca. vier Wochen nach Beginn der Belegung, wurde auf den normal frequentierten Bereichen beider Gehege ein durchschnittlicher Nmin-Gehalt von 129 kg/ ha festgestellt.

An der stark frequentierten Gehegespitze lag der Nmin-Gehalt bei durchschnittlich 164 kg/ ha und im Bereich der Futterstelle bei 134 kg/ ha. Zu diesem Zeitpunkt befand sich in allen Gehegebereichen der überwiegende Teil des Nmin in der oberen Bodenschicht bis 30 cm Tiefe.

Im August lag der Nmin-Gehalt in den normal frequentierten Gehegebereichen in beiden Gehegen bei durchschnittlich 238 kg/ ha, wobei der Anstieg praktisch ausschließlich in der Krume bis 30 cm Tiefe festzustellen war, wo sich über 70 % des Nmin befanden.

Dies war auch in den stärker frequentierten Bereichen der Fall, wo ein durchschnittlicher Nmin-Gehalt von 246 kg/ ha an der Futterstelle und von 223 kg/ ha an der Spitze festgestellt wurden. Der Nmin-Gehalt in der unteren Bodenschicht zwischen 60 und 90 cm hat in allen Gehegebereichen abgenommen, die hier im Mai gemessenen Werte resultierten wahrscheinlich noch aus der vorherigen Flächennutzung.

Der Nitratanteil lag in allen Gehegebereichen durchschnittlich bei 94 %.

Seit Anfang September standen keine Tiere mehr auf der Fläche, welche inzwischen gegrubbert wurde. Im ehemals normal frequentierten mittleren Gehegebereich wurde im November noch ein Nmin-Gehalt von durchschnittlich 70 kg/ ha festgestellt, wovon sich inzwischen etwa die Hälfte zwischen 60 und 90 cm Bodentiefe befand.

Im Bereich der stark frequentierten Gehegespitzen wurde noch ein Nmin-Gehalt von durchschnittlich 280 kg/ ha festgestellt, im Bereich des Futterringes waren es durchschnittlich 180 kg/ ha. An diesen Stellen wurden 70- 80 % des Nmin in den Bodenschichten bis 60 cm Tiefe gefunden. Der Nitratanteil lag auch zu diesem Zeitpunkt in allen Gehegebereichen auf einem ähnlichen Niveau zwischen ca. 70-90 %.

Im Februar sind im mittleren Bereich der ehemaligen Gehege durchschnittlich 45 kg Nmin/ ha festgestellt worden, bei einem Nitratanteil von 68 %.

Im Bereich der Gehegespitzen wurde ein durchschnittlicher Nmin-Gehalt von 67 kg/ ha gemessen, bei einem Nitratanteil von durchschnittlich 83 %. Mit über 60-75 % befand sich größte Teil des Nmin in den Bodenschichten bis 60 cm Tiefe.

Damit lagen die Werte wieder etwa auf dem Niveau wie vor der Belegung, allerdings hatte in der Zwischenzeit kein nennenswerter N-Entzug stattgefunden, der Aufwuchs, welcher sich nach Ende der Belegung auf der Fläche etabliert hatte, war nur geringfügig.


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Abb. 21: Darstellung eines Ausschnittes des Radialsystems für tragende Sauen


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Abb. 22: Tragende Sauen im Radialsystem (1)


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Abb. 23: Tragende Sauen im Radialsystem (2)


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Radialsystem II:

Ende November 1995 war auf einer neuen Fläche ein Radialsystem aufgebaut worden, ein Teil der Gehege wurde im Dezember belegt.

Im Februar 1996 wurde auf der noch unbelegten, nach Ernte und Grubbern vegetationsfreien Fläche des Geheges II, ein durchschnittlicher Nmin-Gehalt von 23 kg/ ha gemessen, wovon 57 % in der oberen Bodenschicht bis 30 cm Tiefe gefunden wurden.

In dem seit zweieinhalb Monaten belegten Gehege I wurde im normal frequentierten Gehegebereich ein durchschnittlicher Nmin-Gehalt von 64 kg/ ha festgestellt.

An den stark frequentierten Stellen des Geheges an der Spitze und direkt neben den Hütten lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt bei 159 kg/ ha und im Bereich der Futter- und Tränkstelle bei 101 kg/ ha. Über 75 % davon befanden sich in der Krume bis 30 cm Tiefe.

Auffallend ist der niedrige Nitratanteil von durchschnittlich nur 3 % an der Gehegespitze und in Hüttennähe bzw. 19 % an der Tränke, diese Bereiche waren erheblich verschlammt.

Im Gegensatz dazu lag er an den normal frequentierten Gehegebereichen ebenso wie auf der unbelegten Fläche bei ca. 51 %.

Im Mai 1996 war das Gehege II ebenfalls zweieinhalb Monate lang belegt.

Im normal frequentierten Gehegebereich lag der Nmin-Gehalt bei durchschnittlich 51 kg/ ha.

An der stark frequentierten Spitze lag er bei 171 kg/ ha und an der Futterstelle bei 89 kg/ ha, durchschnittlich 149 kg/ ha bzw. 59 kg/ ha davon befanden sich in der obersten Bodenschicht bis 30 cm Tiefe.

Damit lagen die Werte in ähnlicher Höhe wie im Gehege I nach gleicher Belegungszeit. In diesem Gehege gibt es kaum wesentliche Differenzen im Nitratanteil, jahreszeitbedingt sind aber auch keine so stark verschlammten Stellen entstanden.

Im Gehege I lag zu diesem Zeitpunkt der durchschnittliche Nmin-Gehalt der normal frequentierten Gehegebereiche bei 112 kg/ ha, davon 63 % in der Krume bis 30 cm Tiefe. An der Futterstelle wurden im Durchschnitt 140 kg Nmin/ ha festgestellt und an der Gehegespitze 893 kg Nmin/ ha. Immer noch befanden sich an diesen Stellen durchschnittlich 80-85 % des Nmin in der oberen Bodenschicht bis 30 cm Tiefe, aber an der Spitze ist bereits eine beginnende Verlagerung in die Schicht zwischen 30 und 60 cm festzustellen.

In diesem Gehege waren noch immer erhebliche Differenzen beim Nitratanteil festzustellen, so besteht der sehr hohe Nmin-Gehalt an der noch immer verschlammten Gehegespitze zu 99 % aus Ammonium.

5.1.1.3. Rasterbeprobung

Die Rasterbeprobung einer Testfläche mit tragenden Sauen wurde in der Versuchsstation direkt im Anschluß an die Belegung über zwei Entnahmetermine hinweg durchgeführt. Parallel dazu wurden auf der angrenzenden ungenutzten Fläche vor und nach der Belegung Vergleichsproben gezogen. Die üblicherweise Ende Februar stattfindende Probennahme mußte auf Grund des langanhaltenden Bodenfrostes auf Ende März verschoben werden.

Belegungsdichte und -dauer:

Die Größe des Geheges betrug 37,2 m x 18,6 m (692 m2) und war in 72 Raster von 3,10 x 3,10 m eingeteilt.

Die Fläche war über einen Zeitraum von zwei Monaten mit 5 tragenden Jungsauen belegt. Das entspricht einer Belegungsdichte von ca. 72 tragenden Sauen je Hektar. Hochgerechnet würde das theoretisch einer Belegungsdichte von 12 Sauen je Hektar und Jahr entsprechen.

58Flächenbeschreibung - Beobachtungen zur Flächennutzung:

Die Hütte befand sich auf der einen, Futter- und Tränkstelle auf der gegenüberliegenden Schmalseite des Geheges. Die Steinfuttertröge befanden sich immer innerhalb der ersten vier am Betreuungsgang liegenden Rasterfelder (siehe auch Abb. 24 und 25). Während der Belegung im Januar und Februar 1996 wurden auf der Testfläche Verhaltensbeobachtungen zur Verteilung des Kot- und Harnabsatzes durchgeführt.

Trotz der geringen Flächengröße und der Verteilung der Tagesaktivitäten über die gesamte Fläche war eine Bevorzugung bestimmter Plätze zum Kot- und Harnabsetzen festzustellen. Die Wühltätigkeit war auf Grund des gefrorenen Bodens erheblich eingeschränkt. Trotzdem war das Gehege zum Ende der Belegung nahezu vegetationsfrei.

Durchschnittlicher Nmin-Eintrag und -verlagerung:

Die durchschnittlichen Nmin-Werte der unbelegten und ungenutzten Grünlandflächen direkt neben den Gehegen lagen im März 1996 bei 47 kg/ ha mit einem Nitratanteil von 93 %.

Mit ca. 60 % war der größte Teil des Nmin in der Krume bis 30 cm Tiefe konzentriert. Auch auf der langjährig nur als gelegentliche Schafweide genutzten Grünfläche konnte Ammonium in geringen Mengen bis 90 cm Tiefe nachgewiesen werden. In der unteren Bodenschicht zwischen 60 und 90 cm lag der Nitratanteil aber bei 80-90 %. Vier Wochen nach Ende der Belegung lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt auf der Testfläche bei 178 kg / ha, wovon sich im Durchschnitt 65 % in der obersten Bodenschicht befanden.

Trotz der relativ kleinen Fläche bestanden zwischen den einzelnen Probenstellen erhebliche Differenzen. So waren 11 % der Fläche mit durchschnittlich 817 kg Nmin/ ha besonders intensiv belastet. Auf diesen Stellen befanden sich mit durchschnittlich 505 kg/ ha noch 62 % des Nmin in der oberen Bodenschicht, aber durchschnittlich 114 kg/ ha in der Schicht von 60-90 cm weisen auf eine schon erhebliche Verlagerung hin. Der Nitratanteil lag hier bei nur 4,5 %.

Auf ca. 60 % der Fläche lag der Nmin-Gehalt unter 100 kg/ ha, im Durchschnitt bei 61 kg/ ha .

Mit durchschnittlich 41 kg/ ha befanden sich davon 67 % in der Krume bis 30 cm Tiefe und 12 % mit durchschnittlich 7 kg/ ha in der Bodenschicht zwischen 60 und 90 cm Tiefe. Der Nitratanteil lag hier bei 46 %. Auf den restlichen 29 % der Fläche wurde ein durchschnittlicher Nmin-Gehalt von 171 kg/ ha festgestellt, bei einem Nitratanteil von durchschnittlich 31 %. Auf dem weniger intensiv belasteten größten Teil der Fläche hatte noch keine sichtbare Verlagerung stattgefunden, die Werte unterhalb von 30 cm lagen auf ähnlichem Niveau wie auf den Vergleichsflächen.

Im Mai 1996 lag der Nmin-Gehalt auf den ungenutzten Grünflächen durchschnittlich bei 36 kg, davon durchschnittlich 21 kg in der Krume, mit einem Nitratanteil von 63 %.

Drei Monate nach der Belegung war der durchschnittliche Nmin-Gehalt der gesamten Testfläche auf 257 kg /ha angestiegen. Zwischenzeitlich war keine Flächenbearbeitung erfolgt. Jetzt waren 14 % der Fläche mit durchschnittlich 714 kg Nmin/ ha sehr hoch belastet. Der Nitratanteil dieser Stellen lag mit 57 % jedoch nicht mehr so niedrig wie im März. Inzwischen befanden sich mit durchschnittlich 162 kg/ ha 23 % des Nmin in der Bodenschicht zwischen 60-90 cm und noch 49 % des Nmin in der Krume bis 30 cm Tiefe.

Nur noch auf 10 % der Fläche wurde ein Nmin-Gehalt von unter 100 kg/ ha gemessen, er lag im Durchschnitt bei 76 kg/ ha mit einem Nitratanteil von 89 %. An diesen Stellen befanden sich noch 71 % des Nmin in der Krume bis 30 cm Tiefe, während in den unteren Bodenschichten der Nmin-Gehalt mit durchschnittlich 14 kg/ ha zwischen 30 und 60 cm und 8 kg/ ha zwischen 60 und 90 cm immer noch etwa auf dem Niveau der ungenutzten Flächen lag. Auf dem restlichen, größten Teil der Fläche lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt bei 197 kg/ ha, wovon sich 65 % noch in der Krume befanden. Der Nitratanteil lag bei 87 %.


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Abb. 24: Verteilung des N-Eintrages im Testgehege (März '96)


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Abb. 25: Verteilung des N-Eintrages im Testgehege (Mai '96)


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5.1.1.4. Diskussion der Ergebnisse

Die Flächen mit tragenden Sauen, welche in den Praxisbetrieben beprobt wurden, sind hinsichtlich ihrer Gestaltung, der Besatzdichte und der Belegungsdauer typisch für die zu diesem Zeitpunkt üblichen Bewirtschaftungsweisen.

Die Gehege wurden durchschnittlich ein Jahr lang, z.T. auch länger genutzt und mit 15 bis 25 tragenden Sauen je Hektar und Jahr belegt.

Wie sich zeigte, war bei diesen Besatzdichten spätestens nach fünf bis sechs Monaten ein so erheblicher Anstieg des Nmin-Gehaltes festzustellen, daß fast in allen Gehegebereichen die laut Düngeverordnung zulässigen Höchsteintragsmengen an Stickstoff nahezu erreicht, an einigen Stellen sogar bereits nach drei Monaten erheblich überschritten waren. So wurden selbst auf den offensichtlich etwas geringer frequentierten Stellen der Gehege bei ca. 33 Sauen je Hektar nach knapp drei Monaten Belegung durchschnittlich 140 kg/ ha, nach sechs Monaten durchschnittlich 158 kg/ ha gemessen, bei ca. 15-18 Sauen je Hektar nach vier Monaten sogar 238 kg/ ha. Auf ehemaligen Grünland bzw. dicht bewachsenen Flächen sollte allerdings einberechnet werden, daß ein Teil des gemessenen mineralischen Stickstoffs auch aus der umbruchbedingten Freisetzung des Stickstoffs aus der Grasnarbe herrührt.

Wenn der durchschnittliche Nmin-Gehalt der Testfläche, deren Besatzdichte von 72 Sauen je Hektar bei zweimonatigem Flächenwechsel im Jahresdurchschnitt etwa 12 Sauen je Hektar entspricht, kurz nach Ende der Belegung bei 178 kg/ ha liegt, scheint hier die maximal empfehlenswerte Besatzdichte erreicht zu sein. Dabei ist zu beachten, daß nach Abtrieb der Schweine auf Grund der allmählichen Mineralisierung des eingetragenen Stickstoffes die Nmin-Werte noch erheblich ansteigen.

Nach dem raschen Anstieg des Nmin-Gehaltes innerhalb der ersten Belegungsmonate stiegen die Werte später z.T. wesentlich langsamer an, so lag z.B. der Nmin-Gehalt der stark frequentierten Futter-und Kotstellen im Dezentralgehege nach sechs Monaten mit 719 kg/ ha im Durchschnitt nur um knapp 70 kg/ ha höher als nach drei Monaten Belegung.

Da in keinem der Gehege ein Nährstoffentzug erfolgte, deutet dies darauf hin, daß bereits im Verlauf der Belegung eine Verlagerung des Stickstoffes in Bodentiefen unter 90 cm einsetzte.

Deutlich sichtbar ist die beginnende Verlagerung am Beispiel des Dezentralgeheges mit Freßfanggitterfütterung. Bereits zu Beginn der Messungen wurde besonders an den stark belasteten Stellen schon ein vergleichsweise hoher Anteil, ca. 30-40 % des Nmin, in den Bodenschichten unter 30 cm Tiefe gefunden. Dieser Fakt führt ebenso wie der relativ geringe Anstieg des Nmin-Gehaltes im vierten bis sechsten Monat der Belegung zu der Annahme, daß auf Grund des sehr milden Dezembers 1993 und Januar 1994 und reichlicher Niederschläge im Januar, die Verlagerung bereits drei Monate nach Beginn der Belegung begann.

Im Gegensatz dazu fand in den Gehegen des Radialsystems der Nmin-Anstieg innerhalb der ersten vier bis fünf Monate fast ausschließlich in der oberen Bodenschicht statt. Im Radialsystem II ist selbst nach über fünf Monaten Belegung nur an den besonders belasteten Stellen eine langsam beginnende Verlagerung des Nmin festzustellen.

Das dürfte darauf zurückzuführen sein, daß die Flächen des Radialsystems im Gegensatz zum Dezentralgehege hauptsächlich zwischen Frühling und Herbst, also während der trockeneren Sommermonate belegt waren. Sowohl 1994 als auch 1995 fiel die klimatische Wasserbilanz der Frühjahrs- und Sommermonate negativ aus.

Sowohl im Dezentralgehege als auch im Radialsystem I, deren Flächen nach Belegungsende im Spätsommer'94 bis zum Februar '95 beprobt wurden, konnte dann zwischen August und November 1994 eine erhebliche Verlagerung des Nmin beobachtet werden. Ab Mitte August setzten auch stärkere Niederschläge ein und mit Ausnahme des Oktobers lag die Wasserbilanz während des ganzen Winters im positiven Bereich.


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Die wesentlich schnellere Abnahme des Nmin-Gehaltes im Bereich der normal frequentierten Gehegestellen in beiden untersuchten Systemen könnte z.T. dadurch zu erklären sein, daß die Verlagerung hier noch schneller stattfand, da der Boden nicht so stark verdichtet war, wie an den stark frequentierten Plätzen. Die besonders intensiv frequentierten Stellen waren neben einer Oberflächenverdichtung z.T. auch verschlammt, was zu anaeroben Bedingungen führte, welche die Bildung des leicht auswaschbaren Nitrates hemmten (z.B. im Bereich der Gehegespitze des Radialsystems II). Daher sind an solchen Stellen besonders hohe Ammoniumwerte festzustellen, was auch schon andere Autoren (DAUB/ ROSS, 1994) speziell für den Suhlenbereich feststellten.

Durch die neben den häufigen Niederschlägen auch fast durchgängig milden Temperaturen kam es nur gelegentlich zum Gefrieren des Bodens, wodurch nahezu während des gesamten Winters '94/'95 Nährstoffverlagerungen stattfanden. In beiden Systemen waren die Nmin-Werte bis zum Februar wieder auf das ursprüngliche Ausgangsniveau gesunken.

In Anbetracht der Tatsache, daß auch der im ehemaligen Dezentralgehege im Oktober angebaute Roggen nur eine unerhebliche Menge des eingetragenen Stickstoffes (maximal 20 kg/ ha) verwerten konnte, muß davon ausgegangen werden, daß fast der gesamte eingetragene Stickstoff tiefer als 90 cm verlagert wurde und damit kaum noch pflanzenverfügbar war.

Hinsichtlich der Verteilung des Dungeintrages lassen sich zwischen den Gehegevarianten deutliche Unterschiede feststellen.

Im Dezentralgehege mit stationärer Bodenfütterung spiegelt sich die sehr ungleichmäßige Ausnutzung der Fläche in den Nmin-Gehaltswerten klar wieder, und dies obwohl der weniger frequentierte Teil der Fläche I in einer Senke lag, und daher anzunehmen ist, daß ein Teil des Stickstoffes durch Regen und Erosion dorthin verfrachtet wurde.

Dagegen bestätigten die Ergebnisse der ersten Probeflächen (R I) die Vermutung, daß die Flächenaufteilung des Radialsystems besser geeignet ist, um einen relativ gleichmäßigen Stickstoffeintrag zu erreichen. Im zweiten Untersuchungsdurchgang konnte dies jedoch nicht bestätigt werden. Hier war eine erhebliche Stickstoffkonzentration an der Gehegespitze, rings um das Rondell meßbar, obwohl auch in der Umgebung der Tränkstelle deutliche Kotstellen zu sehen waren. Daß es sich hierbei nicht nur um eine kurzzeitig verstärkte Frequentierung dieser Teilfläche handelte, zeigen die ebenfalls erhöhten Nmin-Werte in der Schicht 30-60 cm.

Eine mögliche Erklärung wäre die Tatsache, daß bei den ersten Untersuchungsflächen nur ein halbiertes Radialsystem aufgebaut worden war. Evtl. fanden dort wesentlich weniger Maßnahmen im Rondell statt, welche die Sauen zu einem verstärkten Aufenthalt in der Spitze animiert haben. In dem Moment, wo der Innenring für die Sauen auf Dauer ein interessanter Aufenthaltsort wird, wirkt sich die räumliche Enge dieses Gehegeteils zwangsläufig ungünstig aus (Verdichtung, Verschlammung, Dungkonzentration).

Vergleichsweise günstig stellte sich die Stickstoffverteilung im Dezentralgehege mit abwechselnd beidseitiger großflächiger Bodenfütterung dar. Hier wurden an keiner Stelle extrem hohe Nmin-Werte gefunden, der Maximalwert lag hier bei 330 kg Nmin/ ha.

Wie stark das arteigene Verhalten die Anlage von bevorzugten Kot- und Harnstellen bedingt, konnte auf der Testfläche nachgewiesen werden. Trotz der relativ geringen Flächengröße und dem Versuch einer möglichst günstigen Gehegegestaltung waren bestimmte Stellen (ca. 12 % des Geheges) mit über 400 kg Nmin/ ha erheblich höher belastet als die restliche Gehegefläche.

Dies waren zum einen die schon bei den Verhaltensbeobachtungen festgestellten Hauptkotplätze zwischen Futter- und Tränkstelle, von beiden einige Meter entfernt, welche sich bis an die Gehegegrenze hinzogen, an welcher Kontakt zu einer anderen Sauengruppe bestand. Eine andere, visuell nicht erkennbare Stelle mit sehr hohen Nmin-Gehalt befand sich direkt neben dem Hütteneingang, dort wo nachts und nach Ruhepausen der erste Urin abgesetzt wurde.


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Abb. 26: Stoppelfeld mit tragenden Sauen (hier Radialsystem) zu Beginn der Belegung. Die Wühltätigkeit beginnt meist im Bereich der Futterstellen oder an Vegetationslücken, erstreckt sich aber später über das gesamte Gehege.

Abb. 27: Gegen Ende der Belegung sind die Flächen (hier tragende Sauen im Dezentralgehege) im ungünstigeren Fall dann vegetationsfrei und bei entsprechender Witterung verschlammt.


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Abb. 28: Die Umgebung der Futterstelle (hier Freßfanggitter) und die Grenze zum Betreuungsgang sind allgemein bevorzugte Aufenthaltsplätze. Im Hintergrund sind die in einigen Metern Entfernung zum Freßplatz angelegten Kotstellen erkennbar.

Abb. 29: Ein dichter hoher Bewuchs (hier Einzelgehege für laktierende Sauen) bietet viel Beschäftigung und bleibt daher zumindest auf den normal frequentierten Stellen länger erhalten.


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5.1.2. Flächen mit laktierenden Sauen

Die Abferkelgehege werden üblicherweise ca. 1 Woche vor dem voraussichtlichen Abferkeltermin mit den Sauen belegt. Ein bis zwei Wochen nach der Geburt verlassen die Ferkel die Hütten. Nach dem Absetzen mit 3 bzw. 4 Wochen werden die Hütten gereinigt, wobei das Stroh auf der Fläche verbleibt, und meist auf einen neuen Stellplatz verschoben.

Zwischen zwei Durchgängen sind die Flächen manchmal einige Tage unbelegt.

5.1.2.1. Einzelhaltung

Die Beprobung von zwei mit laktierenden Sauen belegten Einzelgehegen fand über einen Zeitraum von einem Jahr, während fünf Entnahmeterminen statt. Da die Fläche bereits vor Untersuchungsbeginn genutzt wurde begann die Beprobung drei Monate nach Beginn der Belegung und wurde zur Beobachtung der N-Verlagerung noch ein Jahr fortgeführt.

Belegungsdichte und -dauer:

Die Einzelgehege hatten eine Größe von 10 x 20 m (200m2) und wurden über einen Zeitraum von 4 Monaten von Anfang Dezember 1993 bis Ende März 1994 genutzt.

Das entpricht einer Belegungsdichte von 50 säugenden Sauen je Hektar.

Hochgerechnet auf ein Jahr würde dies theoretisch einer durchschnittlichen Belegungsdichte von ca.16,6 Sauen mit Ferkeln je Hektar und Jahr entsprechen.

Flächenbeschreibung - Beobachtungen zur Flächennutzung:

Im Jahr vor der Belegung war auf der Fläche Roggen angebaut worden, bis zum Nutzungsbeginn hatte eine gewisse Selbstbegrünung mit Roggen und vereinzelten Gräsern und Kräutern stattgefunden.

Die Hütte befand sich in der Mitte, Futter- und Tränkstelle an der vorderen (dem Betreuungsgang zugewandten, siehe Abb. 30) Schmalseite der Gehege.

Aus der geringen Größe der Gehege und der Tatsache, daß sich an den drei Seiten, die nicht an den Betreuungsgang angrenzten, Nachbargehege anschlossen, resultierte trotz einer gewissen Bevorzugung der vorderen Gehegehälfte, offensichtlich eine relativ intensive Nutzung der gesamten Fläche. Dies konnte sowohl durch Beobachtungen als auch durch das Aussehen der Gehege bestätigt werden. Die gesamte Fläche war vegetationsfrei.

Durchschnittlicher Nmin-Eintrag und -Verlagerung:

(siehe Abb. 31)

Anfang März, nach ca. drei Monaten Belegung lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt in den Gehegen bei ca. 315 kg/ ha. Mit durchschnittlich 174 kg/ ha befand sich über die Hälfte davon in der Krume bis 30 cm Tiefe. Doch auch in den tieferen Bodenschichten bis 90 cm fanden sich bereits erhebliche Anteile von Nitrat und auch Ammonium. Die ausgesprochen milden und regenreichen Monate Dezember 1993 und Januar 1994 könnten dazu beigetragen haben, daß eine verhältnismäßig rasche Mineralisierung und Verlagerung des eingetragenen Stickstoffes stattfand.

Der Anteil an Nitrat lag im Durchschnitt der Fläche bei 31 %.

Ende Mai, ca. zwei Monate nach Ende der Sauenhaltung, wies die seitdem unbearbeitete Fläche einen durchschnittlichen Nmin-Gehalt von ca. 378 kg/ ha auf.


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Abb. 30: Darstellung der Einzelgehege für laktierende Sauen


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Abb. 31: Laktierende Sauen in Einzelgehegen


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Im Gegensatz zur Frühjahrsmessung sind die Differenzen zwischen dem vorderen und hinteren Gehegebereich zu diesem Zeitpunkt kaum vorhanden. Der Anteil des Nitrats betrug durchschnittlich 84 %.

Im August, fünf Monate nach Ende der Belegung, lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt der Fläche bei ca. 396 kg/ ha. Mehr als die Hälfte davon befand sich jetzt in den unteren Bodenschichten von 30-90 cm. Der Nitratanteil lag bei 87 %.

Die Fläche zeigte einen lückigen Wildaufwuchs mit Gräsern und Roggen, durch welchen allerdings nur ein unwesentlicher Stickstoffentzug erfolgt sein dürfte.

Im Oktober erfolgte die Ansaat von Winterroggen. Es wurde kein Stickstoffdünger ausgebracht.

Ende November wurde in den ehemaligen Gehegen ein durchschnittlicher Nmin-Gehalt von ca. 61 kg/ ha bei einem Nitratanteil von durchschnittlich 74 % gemessen. Über zwei Drittel desselben befanden sich unterhalb von 30 cm Bodentiefe.

Der Roggenaufwuchs hatte eine Höhe von knapp 10 cm.

Im Vergleich dazu wurden auf ungenutzten Randflächen neben den Gehegen durchschnittlich 52 kg Nmin/ ha festgestellt, wovon sich zwei Drittel in der Krume bis 30 cm Tiefe befanden. Der Nitratanteil lag hier bei durchschnittlich 33 %.

Ende Februar 1995 wurden im Durchschnitt nur noch ca. 23 kg Nmin/ ha mit einem Nitratanteil von 27 % gemessen.

5.1.2.2. Gruppenhaltung

Es wurden nacheinander zwei Gehege auf verschiedenen Feldern über zwei Entnahmetermine hinweg beprobt. Die Probenentnahmen erfolgten jeweils vor Belegungsbeginn und ein zweites Mal nach unterschiedlich langer Belegung.

Belegungsdichte und -dauer:

Die Gehege hatten eine Größe von ca. 130 x 70 m (knapp 10000 m2) und wurden mit 12 Sauen belegt.

Bei der geplanten Nutzung über ein Jahr entspricht das einer Belegungsdichte von ca. 12 Sauen mit Ferkeln je Hektar und Jahr.

Flächenbeschreibung - Beobachtungen zur Flächennutzung:

Die Gestaltung der Gehege war nahezu gleich (siehe Abb. 32).

Die 12 mit Fendern versehenen Abferkelhütten werden in zwei Reihen aufgestellt und nach jedem Abferkeldurchgang verschoben.

Futterautomat und Tränke befinden sich immer ungefähr auf Höhe der Hütten.

Der vegetationsfreie, durchwühlte und z.T. festgetretene Boden der Fläche rings um die Hütten sowie die Futter- und Tränkeinrichtungen und die praktisch intakte Grasnarbe des restlichen Geheges belegten deutlich, daß fast ausschließlich nur der erstgenannte Bereich frequentiert wurde. Dieser erstreckte sich über die gesamte Breite von 70 m und eine Tiefe von ca. 15 - 20 m pro Durchgang, und nahm dementsprechend ca. 1000 - 1400 m2, also ca. 10 - 14 % des Geheges ein.


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Abb. 32: Darstellung eines Gruppengeheges für laktierende Sauen


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Abb. 33: Laktierende Sauen im Gruppengehege

71Durchschnittlicher Nmin-Eintrag und -Verlagerung:

Gehege I:

Die Beprobung der noch unbelegten, im letzten Jahr mit Feldgras bestellten und zuvor z.T. zur Klärschlammverteilung genutzten Fläche ergab Ende Februar 1994 einen durchschnittlichen Nmin-Gehalt von ca. 57 kg/ ha und Ende Mai einen durchschnittlichen Nmin-Gehalt von ca. 63 kg/ ha, bei einem Nitratanteil von durchschnittlich 73 %.

Ende August, nach einem Monat Belegung der Fläche wurde ein durchschnittlicher Nmin-Gehalt des kaum frequentierten größeren Gehegebereiches von ca. 87 kg/ ha mit einem Nitratanteil von durchschnittlich 77 % festgestellt. Über 70 % davon wurde aber im Gegensatz zu den Vergleichsproben vom Mai in den unteren Bodenschichten zwischen 30 und 90 cm gefunden, stammen also in Anbetracht der erst kurzen Belegungszeit wahrscheinlich noch von der vorangegangenen Flächennutzung.

Die Hütten waren noch nicht versetzt worden, der Anteil des fast ausschließlich genutzten Gehegebereiches an der Gesamtfläche lag bei ca. 10 %. Hier wurde ein durchschnittlicher Nmin-Gehalt von ca. 151 kg/ ha bei einem Nitratanteil von durchschnittlich 57 % festgestellt.

Gehege II:

Die 1994 als Mähgrünland genutzte und entsprechend gedüngte Fläche wies Ende November einen durchschnittlichen Nmin-Gehalt von 96 kg/ ha bei einem Nitratanteil von durchschnittlich 71 % auf. Der Hauptanteil des Nmin mit durchschnittlich 72 kg/ ha befand sich in etwa zu gleichen Teilen in den oberen Bodenschichten zwischen 0-30 und 30-60 cm Tiefe.

Ende Mai 1995 wies der bis dahin kaum bzw. garnicht frequentierte und mit dichter Grasnarbe bewachsene Teil des Geheges einen durchschnittlichen Nmin-Gehalt von 38 kg/ ha bei einem durchschnittlichen Nitratanteil von 60 % auf.

Die Hütten waren bereits einmal versetzt worden. Die zwischen März bis Anfang Mai, also über zweieinhalb Monate genutzten Hüttenstandorte machten ca. 15 - 20 % der Gesamtfläche aus. Hier war ein durchschnittlicher Nmin-Gehalt von ca. 419 kg/ ha festzustellen. Der größte Teil davon, durchschnittlich 396 kg/ ha, befand sich im Bereich der Krume bis 30 cm Tiefe (siehe auch Abb. 33). Der Anteil an Nitrat lag bei durchschnittlich 66 %.

5.1.2.3. Diskussion der Ergebnisse

Wie auch bei den tragenden Sauen stellten sich bei den laktierenden Sauen die praxisüblichen Besatzdichten von im Jahresdurchschnitt 12 bis 17 Sauen je Hektar hinsichtlich des Nährstoffeintrages als zu hoch dar. In den mit 50 Sauen je Hektar belegten Einzelgehegen war schon nach knapp drei Monaten, also dreiviertel der Belegungszeit, selbst in den etwas schwächer frequentierten Gehegehälften mit durchschnittlich 158 kg Nmin/ ha nahezu die Grenze des zulässigen Dungeintrages erreicht und in den vorderen Gehegehälften längst um mehr als das Doppelte überschritten.

Auch in den mit 12 Sauen je Hektar etwas weniger dicht belegten Gruppengehegen ist auf den tatsächlich von den Sauen genutzten Flächen des Geheges die maximale Dungeintragsgrenze spätestens nach zwei Monaten überschritten. Wie deutlich feststellbar ist, fällt bei den säugenden Sauen der Dungeintrag besonders auf größeren Flächen noch wesentlich unausgeglichener aus, als bei tragenden Sauen.

Die säugenden Sauen halten sich meist in unmittelbarer Hüttennähe auf, sofern sie in diesem Umkreis alle ihre Bedürfnisse befriedigen können, was durch die Gestaltung der Gehege gewährleistet ist. So erstreckt sich der Aktionsradius der Sauen in den 10 x 20 m großen Einzelgehegen noch über das gesamte Gehege, aber in den einen Hektar großen Gruppengehegen werden fast 90 % der Fläche so gut wie gar nicht genutzt. Über das Jahr


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hinweg gesehen wird zwar durch den Umzug der Hütten das ganze Gehege gleichmäßig ausgelastet, aber praktisch besteht die Gefahr, daß die Nährstoffe, welche auf den ersten Hüttenstellplätzen eingetragen wurden, nach einem Jahr, zum Zeitpunkt des anschließenden Fruchtanbaus schon zu tief verlagert wurden, um noch pflanzenverfügbar zu sein.

Gerade bei säugenden Sauen ist daher ein mehrmaliger Flächenwechsel pro Jahr bei Nutzung kleinerer Flächen noch wichtiger als lediglich eine Verminderung der Besatzdichte. Da die Hüttenstandorte aus hygienischen Gründen ohnehin spätestens nach zwei Abferkelungen gewechselt werden, könnte bei entsprechender Flächengestaltung diesem Wechsel gleich eine ackerbauliche Bestellung der verlassenen Standorte folgen, ohne daß sich der Arbeitsaufwand unverhältnismäßig erhöht.

In dem Betrieb, in welchem die Einzelgehege beprobt wurden, war ebenso wie auch bei den tragenden Sauen auf Grund des viel zu langen Abstandes zwischen Belegung und Anbau der zudem im Herbst offensichtlich ungeeigneten Folgefrucht (hier 7 Monate!) nahezu der gesamte eingetragene Stickstoff zu Vegetationsbeginn bereits unter 90 cm tief verlagert worden.


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5.1.3. Dauergehege

Als Dauergehege wurden hier Flächen eingeordnet, welche von einer festen Sauengruppe über einen längeren Zeitraum hinweg sowohl während der Trage-, als auch während der Säugezeit genutzt wurden.

5.1.3.1. Ökologisch wirtschaftender Betrieb

In Betrieb C wurde eine fest eingezäunte Fläche dauerhaft von einer Sauengruppen genutzt. Die Fläche wurde über einen Zeitraum von einem Jahr während fünf Entnahmeterminen beprobt. Drei Probennahmen fanden nach Ende der Belegung statt, um die Verlagerung des Stickstoffes beobachten zu können.

Belegungsdichte und -dauer:

Die Flächengröße betrug ca. 3,5 ha. Diese Fläche wurde knapp zwei Jahre lang, von Ende 1992 bis Juli 1994 von einer Gruppe von 20 Sauen genutzt. Während ca. 4 Monaten des Jahres waren auch die Ferkel mit auf der Fläche.

Dies entspricht einer Belegungsdichte von ca. 6 Sauen je Hektar und Jahr.

Flächenbeschreibung - Beobachtungen zur Flächennutzung:

Auf der Fläche befand sich sowohl eine größere Schutzhütte, als auch drei kleinere Hütten, in welche sich die Sauen zum Abferkeln zurückziehen konnten (siehe Abb. 34).

Futterstelle, Tränke und große Schutzhütte befanden sich während des Untersuchungszeitraumes relativ nah nebeneinander in einer Senke. Die Futterstelle wurde erst einen Monat vor Beginn der Untersuchungen an diese Stelle verlegt. Diese Teilfläche war auch außerhalb der Freßzeiten der hauptsächliche Aufenthaltsort der Tiere. Auch in Ruhephasen und beim Säugen blieben sie im näheren Umkreis dieses Areals. Zwischen Futterstelle und Schutzhütte war eine sichtbar häufig genutzte Dungstelle angelegt.

Außerdem hielten die Schweine sich noch häufig im Bereich des Eingangstores auf, neben welchem sich auch ein offenstehendes Holzabtrenngitter zum Einfangen oder Behandeln der Tiere befand.

Demzufolge, und auch durch das Befahren mit schweren Traktoren zur Fütterung und Tränkwasserversorgung, war die Senke einschließlich des Weges vom Eingangstor bis zur Futterstelle von Beginn der Untersuchungen an nahezu frei von Bewuchs, relativ stark verdichtet und teilweise verschlammt.

Die Senke mit den am intensivsten frequentierten Gehegebereichen hatte einen Flächenanteil von ca. 3500-4000 m2 , also ca. 10 % des Geheges.

Der restliche, größere Teil der Fläche, ca. 90 %, war dünn mit Gräsern und Kräutern (besonders Kamille und Disteln) bewachsen. Nur gelegentlich verteilten sich die Sauen zum Grasen und Wühlen auf diesen Flächen.

Nach Ende der Belegung war eine allmähliche Selbstbegrünung mit Gräsern in der Senke zu beobachten.

Die Fläche wurde nicht bearbeitet, sondern nur gelegentlich über Nacht zur Schafeinkoppelung genutzt.

(zu Eintragsmengen siehe Abb. 35)


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Abb. 34: Darstellung eines großen Dauergeheges


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Abb. 35: Dauergehege für eine Sauengruppe im ökologisch wirtschaftlichen Betrieb

76Durchschnittlicher Nmin-Eintrag und -Verlagerung:

Im Februar 1994 lag der Nmin-Gehalt rings um die neu eingerichtete Futterstelle bei durchschnittlich 55 kg/ ha und im übrigen Gehege bei durchschnittlich ca. 27 kg/ ha. Der Nitratanteil lag im Bereich der Senke bei durchschnittlich 5 %, in tieferen Bodenschichten und im Rest des Geheges konnte gar kein Nitrat nachgewiesen werden.

Im Mai war dann eine deutliche Differenz zwischen den Werten in der Senke (Futter- und Kotstelle, näherer Umkreis davon, Trenngitter) von durchschnittlich 186 kg Nmin/ ha und denen des restlichen Geheges von durchschnittlich 50 kg Nmin/ ha zu erkennen. Der Nmin-Gehalt der Bodenschicht unter 60 cm hatte sich nicht verändert, im Bereich der Senke war aber in der Schicht 30-60 cm ein Anstieg auf über 50 kg / ha festzustellen.

Der Nitratanteil lag in der Senke bei durchschnittlich 50 %, im übrigen Gehege bei durchschnittlich 87 %.

Im August, ungefähr vier Wochen nach Ende der Belegung, lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt des wenig frequentierten Gehegebereiches ähnlich wie im Mai bei 47 kg/ ha. Auch der in den verschiedenen Bodentiefen gemessene Nmin-Gehalt zeigte noch die gleiche Verteilung, wobei mehr als die Hälfte des Nmin in der Schicht bis 30 cm enthalten war.

Der Nitratanteil war mit durchschnittlich 84 % ebenfalls auf dem selben Niveau geblieben.

Dagegen wurden in der Senke durchschnittlich 359 kg Nmin/ ha gemessen, wobei der erhebliche Anstieg im Vergleich zum Mai in der Bodenschicht bis 30 cm festgestellt wurde.

Der Anteil von Nitrat variiert mit Werten zwischen 1 und 99 % sehr stark zwischen den einzelnen Probenstellen, von denen einige besonders stark verschlammt waren.

In der gesamten Senke konnte bei der Beprobung eine starke Verdichtung des Bodens bis unter 60 cm Tiefe festgestellt werden.

Im November lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt auf den wenig frequentierten Flächen bei durchschnittlich 35 kg/ ha, mit einem Nitratanteil von durchschnittlich 53 %.

In der Senke wurde ein durchschnittlicher Nmin-Gehalt von 232 kg/ ha festgestellt, mit sehr starken Variationen sowohl im gesamten Nmin-Gehalt als auch in den Anteilen in den Bodentiefen. Bei einigen Bohrlöchern befand sich bereits ein erheblicher Teil des Nmin in den Schichten zwischen 30-60 cm und 60-90 cm. Ebenso große Differenzen zeigten sich bei dem Anteil an Nitrat, welcher zwischen 4 und 96 % variierte.

Im Februar, sechs Monate nach Ende der Belegung, wiesen die wenig frequentierten Hangflächen einen durchschnittlichen Nmin-Gehalt von 22 kg/ ha bei einem Nitratanteil von durchschnittlich 33 % auf.

In der Senke war immer noch ein Nmin-Gehalt von durchschnittlich 159 kg/ ha bei sehr großen Differenzen zwischen den einzelnen Entnahmestellen festzustellen. In der oberen Bodenschicht von 0 bis 30 cm Tiefe lag der Nmin-Gehalt mit durchschnittlich 118 kg/ ha noch ähnlich hoch wie vor dem Winter.

5.1.3.2. Versuchsstation

Da die Herde der Versuchsstation am Anfang nur aus drei Sauen bestand, wurden diese über den Zeitraum von jeweils etwa einem halben bis dreiviertel Jahr auf einer Fläche gehalten, ohne sie zum Abferkeln umzutreiben.

Beide Flächen wurden bereits vor Belegungsbeginn bis nach Belegungsende beprobt, parallel dazu wurden ständig Vergleichsproben von den angrenzenden unbelegten und unbewirtschafteten Grünflächen gezogen.

Belegungsdichte und -dauer:


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Fläche I

Eine Fläche von ca. 27,5 m x 45 m (1238m2 ) wurde mit 3 Sauen belegt. Das entspricht einer Belegungsdichte von 24 Sauen je Hektar.

Bei einer Nutzungsdauer von 8 Monaten würde dies hochgerechnet einer durchschnittlichen Belegungsdichte von ca. 16 Sauen je Hektar und Jahr entsprechen.

Während der Belegungszeit von Ende März '94 bis Ende November '94 haben die Sauen zweimal abgeferkelt, so daß für ca. 3 Monate auch Ferkel mit auf der Fläche waren.

Fläche II

Die anschließend genutzte Fläche war mit 31 x 40 m (1240 m2) von ähnlichen Ausmaßen. Ebenso wie auf Fläche 1 lag damit die Belegungsdichte bei 24 Sauen je Hektar.

Auf dieser Fläche wurden die Sauen aber nur sechs Monate lang, von Ende November '94 bis Ende Mai '95 gehalten, davon 2 Monate mit Ferkeln.

Bei dieser Belegungsdauer würde sich im Durchschnitt eine Belegungsdichte von ca. 12 Sauen je Hektar und Jahr ergeben.

Flächenbeschreibung - Beobachtungen zur Flächennutzung:

Fläche I

Das Gehege war in drei Einzelgehege aufgeteilt, welche jeweils 27,5 x 15 m groß waren. Die Hütten standen zu Beginn der Belegung in der Mitte der Fläche, wurden aber aus arbeitswirtschaftlichen Gründen (Ferkelbehandlungen) nach der ersten Abferkelung direkt an die hintere Gehegegrenze versetzt.

Die Tränken befanden sich an der vorderen Schmalseite dieser Einzelgehege. Gefüttert wurde auf der Seite der Tränken aus Steintrogschalen.

Fläche II

Die Anordnung der Hütten, Tränken und Futterstellen war ähnlich wie auf Fläche 1, allerdings war das Gehege nicht unterteilt. Auf Grund der relativ geringen Gehegegröße umfaßte der Aktionsradius von Sauen und Ferkeln die gesamte Fläche verhältnismäßig gleichmäßig.

Auf beiden Flächen war die dichte Grasnarbe innerhalb weniger Wochen vollständig umgepflügt und anschließend kein Aufwuchs mehr zu verzeichnen.

Der vordere, dem Betreuungsgang zugewandte Teil der Flächen war z.T. erheblich verdichtet, da die Sauen sich hier nicht nur während der Fütterungszeiten sondern auch vorher und nachher länger aufhielten. In den Nischen neben den Abferkelhütten und an den Gehegegrenzen waren besonders häufig genutzte Kotstellen sichtbar (siehe Abb. 36).

Durchschnittlicher Nmin-Eintrag und -Verlagerung:

(siehe Abb. 37 und 38)

Fläche I

Ende Februar 1994, vor Belegungsbeginn wies die gelegentlich extensiv als Schafweide genutzte Grünfläche einen durchschnittlichen Nmin-Gehalt von 26 kg/ ha auf, welches fast ausschließlich in Form von Ammonium vorlag und sich zu ca. 70 % kurz unterhalb der Grasnarbe bis 30 cm Tiefe befand.

Ende Mai, zwei Monate nach Beginn der Belegung und einen Monat nach der Abferkelung, lag der Nmin-Gehalt im vorderen Gehegebereich, wo sich Futterstelle und Suhle befanden, bei durchschnittlich 146 kg/ ha.


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Im mittleren Gehegeabschnitt, wo zu diesem Zeitpunkt noch die Hütten standen, lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt bei 133 kg/ ha.

Messungen an den bevorzugten visuell erkennbaren Hauptkotplätzen ergaben einen durchschnittlichen Nmin-Gehalt dieser Stellen von 212 kg/ ha.

Der Nitratanteil lag in allen Gehegebereichen bei Werten zwischen 28 und 85 %, wobei die Schwankungen innerhalb der Bereiche ebensogroß waren, wie zwischen den Bereichen, auch rings um die Suhle waren keine auffälligen Abweichungen erkennbar.

Für eine beginnende Verlagerung des Stickstoffes gab es noch keine Anzeichen.

Ende August, nach fünf Monaten Belegung, davon knapp zwei Monate mit Ferkeln, lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt im vorderen Gehegebereich bei 204 kg/ ha, davon durchschnittlich 48 kg/ ha in der Schicht zwischen 30 - 60 cm und durchschnittlich 22 kg/ ha in der Schicht zwischen 60 - 90 cm, womit in diesen beiden Schichten ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen ist.

Ähnlich verteilte sich der Nmin in den anderen Gehegebereichen, wobei er in der Mitte der Gehege bei durchschnittlich 307 kg/ ha und an den Kotstellen bei durchschnittlich 378 kg/ ha lag.

Mit 73 - 95 % lag der Nitratanteil in allen Gehegebereichen auf ähnlichem Niveau.

Ende November, zum Belegungsende, welches zeitgleich mit dem Absetzen des zweiten Durchgangs von Ferkeln stattfand, lag der Nmin-Gehalt an den Futterstellen im vorderen Gehegebereich bei durchschnittlich 72 kg/ ha, relativ gleichmäßig in den drei untersuchten Bodenschichten verteilt.

Zu diesem Zeitpunkt war im Gegensatz zu den vorangegangenen Messungen an der Suhle mit 238 kg/ ha ein wesentlich höherer Nmin-Gehalt feststellbar, welcher zudem zu 87 % in Form von Ammonium vorlag und sich zu 86 % in der oberen Bodenschicht bis 30 cm Tiefe befand.

An allen anderen Probestellen lag der Nitratanteil zwischen 74 und 96 %.

An den Kotstellen lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt bei 365 kg/ ha, davon mit durchschnittlich 157 kg/ ha bzw. 105 kg/ ha ein erheblicher Teil in den Bodenschichten von 30-60 cm und 60-90 cm.

Der durchschnittliche Nmin-Gehalt der mittleren Gehegebereiche, wo zu Beginn der Belegung zwei Monate lang die Hütten standen, lag bei 213 kg/ ha und war in der unteren Bodenschicht zwischen 60 und 90 cm mit durchschnittlich 78 kg/ ha am höchsten.

Anfang März 1995, gut drei Monate nach dem Ende der Belegung, lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt an den ehemaligen Futterstellen mit 58 kg/ ha, an den Kotstellen mit 84 kg/ ha und in der Gehegemitte mit 179 kg/ ha noch immer relativ hoch.

Eine Bearbeitung der Fläche hatte nicht stattgefunden, die Fläche war immer noch vegetationsfrei. Der durchschnittliche Nmin-Gehalt des benachbarten ungenutzten Grünlandes lag bei 28 kg/ ha.

Der Nitratanteil war auf den unbelegten Flächen mit 25 % deutlich geringer, als im Gehegedurchschnitt, wo er bei 62 % lag.

Fläche II

Ebenfalls Anfang März 1995 war dieses Gehege bereits seit drei Monaten belegt.

Der durchschnittliche Nmin-Gehalt des mittleren Gehegebereiches lag hier bei 60 kg/ ha bei einem Nitratanteil von durchschnittlich 28 %.

An den stärker frequentierten Futter- und Kotstellen lag er bei 65 kg/ ha mit 14 % Nitratanteil.


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Abb. 36: Darstellung der Dauergehege in der Versuchsstation


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Abb. 37: Dauergehege Fläche I in der Versuchsstation


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Abb. 38: Dauergehege Fläche I in der Versuchsstation


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Der Anstieg im Vergleich zu den unbelegten Flächen ist ausschließlich in der oberen Bodenschicht bis 30 cm Tiefe zu verzeichnen.

Ende Mai 1995 lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt des normal frequentierten mittleren Gehegebereiches bei 141 kg/ ha, wovon sich mit durchschnittlich 111 kg/ ha noch der Hauptanteil in der oberen Bodenschicht bis 30 cm Tiefe befand.

An den Futter- und Kotstellen lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt bei 228 kg/ ha, auch hier war in den unteren Bodenschichten kaum ein Anstieg im Vergleich zur unbelegten Fläche feststellbar, auf der insgesamt ein durchschnittlicher Nmin-Gehalt von 19 kg/ ha gemessen wurde.

Inzwischen war auch in diesem Gehege der Nitratanteil mit durchschnittlich 74 % auf den stärker frequentierten Flächen und 58 % in der Gehegemitte deutlich höher als auf der Vergleichsfläche, wo er bei 24 % lag.

Im August, drei Monate nach Ende der Belegung, lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt der Fläche bei 407 kg/ ha mit einem Nitratanteil von 94 %, wobei zu diesem Zeitpunkt auch ein deutlicher Anstieg der Werte in den unteren Bodenschichten feststellbar ist.

Auf den ungenutzten Grünflächen lag der Wert bei durchschnittlich 46 kg/ ha bei einem Nitratanteil von durchschnittlich 33 %.

5.1.3.3. Diskussion der Ergebnisse

Diese Art der Nutzung eines Geheges für Güst-, Trage- und Laktationsperiode ohne zwischenzeitlichen Umtrieb ist im allgemeinen nur auf kleineren Betrieben zu finden.

Interessant ist hier vor allem der Vergleich zwischen sehr großzügig angelegten Gehegen, welche bei niedriger Besatzdichte über einen langen Zeitraum genutzt werden und kleinen, kurzzeitig aber intensiv genutzten Gehegen.

Mit 24, z.T. ferkelführenden Sauen je Hektar war in den Kleingehegen nach einem halben Jahr Belegung im Durchschnitt bereits der nach Düngeverordnung maximal zulässige Dungeintrag erreicht, an den Hauptdungeintragsstellen z.T. schon nach zwei bis drei Monaten Belegung überschritten.

Im mit nur 6 Sauen je Hektar und Jahr belegten Gehege des ökologisch wirtschaftenden Betriebes lag der Nmin-Gehalt auf ca. 90 % der Gehegefläche während der gesamten Belegungszeit nur an vereinzelten Probestellen über 50 kg/ ha und blieb unterhalb von 30 cm auf konstant niedrigem Niveau. Da auf diesem von den Sauen nur gering genutztem Großteil der Fläche ständig ein gewisser Aufwuchs bestehen blieb, kann angenommen werden, daß zumindest ein Teil der hier nur vereinzelt eingetragenen Nährstoffe von den Pflanzen verwertet wurde.

Ein nennenswerter N-Eintrag fand im Großgehege praktisch fast nur in der Senke statt, wo alles konzentriert war, was die Sauen zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse benötigten.

Nach nur vier Monaten Nutzung war auf diesem Teil des Geheges bereits ungefähr die Grenze eines verwertbaren Dungeintrages erreicht und nach sieben Monaten erheblich überschritten.

Trotz der extrem niedrigen Besatzdichte kam es also auf einem Teil der Großfläche mit durchschnittlich 360 kg Nmin/ ha zu ähnlich hohen Stickstoffeinträgen, wie auf der viermal so dicht

belegten Kleinfläche. Die Ursache hierfür ist eindeutig in der extrem ungleichmäßigen Flächenausnutzung im mit 3,5 ha sehr großen Gehege zu suchen.

Im Gegensatz dazu erstreckte sich in den wesentlich kleineren Gehegen nicht nur der Aktionsradius sondern auch der Dungeintrag praktisch über die gesamte Gehegefläche. Selbstverständlich war auch hier die verhaltensbedingte Bevorzugung bestimmter Kot- und Urinabsetzplätze zu beobachten, dies führte jedoch nicht zu derart ausgeprägten Differenzen.


83

Häufig wiesen die Nmin-Werte innerhalb der untersuchten Gehegebereiche größere Spannungsbreiten auf, als zwischen den verschiedenen Bereichen.

Bei der Nutzung von Großgehegen sollten zumindest Maßnahmen ergriffen werden, um besonders beanspruchte Stellen zwischenzeitlich zu schonen.

Spätestens im Mai hätte hier wiederum ein Wechsel von Futter- und Tränkstelle erfolgen müssen. Das wäre auf dieser Fläche umso wichtiger gewesen, da kein anschließender Fruchtanbau geplant war, sondern der Dungeintrag nur durch das Nachwachsen von Gräsern ausgenutzt werden konnte. Eine Vermeidung oder zumindest Verminderung der Auswaschung wäre im Prinzip nur durch die vorübergehende Absperrung dieses Gehegebereiches bei gleichzeitiger Einsaat einer geeigneten Kultur möglich.

Beobachtungen auf verschiedenen Flächen, welche nach der Belegung mehrere Monate ohne Bodenbearbeitung liegengelassen wurden, zeigten, daß eine natürliche Wiederbegrünung besonders an solchen stark verdichteten und verschlammten Flächen je nach Jahreszeit mehrere Wochen oder sogar Monate dauert, so daß hierdurch kaum ein rechtzeitiger Nährstoffentzug in auch nur annähernd ausreichender Höhe stattfinden kann.

Nach dem relativ milden und feuchten Winter '94/'95, welcher auf anderen Untersuchungsflächen zu erheblicher Nmin-Verlagerung führte, war hier im Februar immer noch ein sehr hoher durchschnittlicher Nmin- Gehalt in der Senke zu finden. Obwohl dies z.T. an dem etwas lehmhaltigeren Boden und der starken Verdichtung liegen könnte, muß aber beachtet werden, daß durch die gelegentliche Einkoppelung von Schafen auch ein nicht zu vernachlässigender zusätzlicher N-Eintrag erfolgte.

Erkennbar wird auch auf diesen Flächen, daß spätestens nach fünf bis sechs Monaten Belegung auch im Sommer eine deutliche Verlagerung des Stickstoffes beginnt.


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5.1.4. Läufergehege

5.1.4.1. Feste Ausläufe bei konventioneller Bewirtschaftung

Die übliche Variante der Läuferhaltung bestand darin, die mit Ausläufen versehenen Hütten ein- bis zweimal wöchentlich einige Meter vorwärts auf eine frische Fläche zu ziehen, und den mit etwas Stroh gemischten Dung bis zur Bearbeitung der gesamten Fläche liegen zu lassen.

Diese Variante wurde während 7 Entnahmeterminen auf zwei verschiedenen Flächen beprobt. Auf der ersten Fläche erfolgte die Beprobung noch mehrere Monate nach Belegungsende, um die Verlagerung des eingetragenen Stickstoffs beobachten zu können.

Belegungsdichte:

Die Ausläufe haben eine Größe von 4 x 2,40 m (9,6 m2).

Die mit Fußböden versehenen Hütten sind im Schnitt mit 30 zwischen 6 - 25 kg schweren Läufern belegt.

Flächenbeschreibung - Beobachtungen zur Flächennutzung:

Unabhängig vom vorherigen Zustand der Flächen sind diese innerhalb einiger Stunden komplett durchwühlt. Kot wird je nach Standort der Tränken und des Hütteneinganges bevorzugt in den Gehegeecken abgesetzt, ist aber praktisch auch im ganzen Gehege zu finden. Spätestens durch die Bewegungen und die Wühltätigkeit wird der Dung auf dieser kleinen Fläche relativ gleichmäßig verteilt. Besonders bei größeren Läufern sind die Ausläufe nach wenigen Tagen oberflächig verdichtet und z.T. verschlammt.

Durchschnittlicher Nmin-Eintrag und -Verlagerung:

Ende Februar 1994 wurden die Proben von verschiedenen, eine Woche zuvor genutzten, Ausläufen genommen. Die Bodenoberfläche bestand aus einer verschlammten Schicht aus Dung und Strohresten.

Der Nmin-Gehalt lag zwischen 400 und 2132 kg/ ha, auch in den unteren Bodenschichten waren mit zwischen 88 und 474 kg/ ha schon erhebliche Werte erreicht, was bei der kurzen Belegungszeit von nur einer Woche aber wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, daß sich der beprobte Stellplatz in einer leichten Senke am unteren Ende der seit drei Monaten genutzten Stellflächen befand.

Mit durchschnittlich 18 % lag der Nitratanteil relativ niedrig.

Ende Mai wurden dieselben nun seit drei Monaten ungenutzten Stellplätze beprobt. Eine Bodenbearbeitung hatte nicht stattgefunden.

Der durchschnittliche Nmin-Gehalt lag bei 310 kg/ ha, wovon sich der Hauptanteil mit durchschnittlich 272 kg/ ha in der Schicht bis 30 cm Tiefe befand. Der Anteil an Nitrat war auf durchschnittlich 74 % gestiegen.

Vor der Probenentnahme im August waren auf der Fläche kurzzeitig tragende Sauen gehalten worden, wodurch die Nmin-Werte auf durchschnittlich 422 kg/ ha angestiegen waren.

Im November befand sich mit durchschnittlich 185 von 222 kg/ ha der größte Teil des Nmin in den unteren Bodenschichten von 30 bis 90 cm. Der Nitratanteil lag bei 97 %.

Im Oktober war die Fläche mit Winterroggen bestellt worden.

Im Februar 1995 lag der Nmin-Gehalt nur noch bei 23 kg/ ha, bei einem Nitratanteil von 39 %.

Ende Mai 1995 wurden auf einer anderen Fläche nochmals Proben von seit knapp zwei Monaten unbelegten und zuvor eine Woche lang genutzten Ausläufen entnommen.


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Der durchschnittliche Nmin-Gehalt der Stellen lag bei 483 kg/ ha wies allerdings zwischen den einzelnen Ausläufen mit zwischen 193 und 1057 kg/ ha erhebliche Differenzen auf.

Der größte Teil des Nmin befand sich in allen Ausläufen noch in der oberen Bodenschicht bis 30 cm Tiefe.

Ende August wurden an derselben Stelle nochmals einige Ausläufe beprobt.

Der Nmin-Gehalt lag im Durchschnitt bei 540 kg/ ha und schwankte zwischen 391 und 787 kg/ ha. Mit durchschnittlich 360 kg/ ha befand sich immer noch ein bedeutender Anteil des Nmin in der obersten Bodenschicht.

5.1.4.2. Feste Ausläufe mit Tiefstreu

In dieser Haltungsvariante wurden während drei Entnahmeterminen jeweils von unterschiedlich lange verlassenen Stellflächen Proben gezogen.

Bei diesem, im zweiten Jahr der Untersuchungen auf Betrieb A erprobten Verfahren, werden die festen Ausläufe der Hütten dick mit Stroh eingestreut, um den anfallenden Dung zu binden. Die Hütten bleiben für ca. 3 Wochen auf demselben Standort und werden je nach Bedarf jeden oder alle zwei Tage nachgestreut. Nachdem die Hütte weiterversetzt wurde wird die entstandene Mistmatratze weggeschoben. Nach Zwischenlagerung des Mistes am Feldrand wird er auf anderen Flächen verteilt.

Belegungsdichte:

Auslaufgröße und Belegungsdichte sind ebenso wie bei konventioneller Bewirtschaftung.

Flächenbeschreibung - Beobachtungen zur Flächennutzung:

Trotz der vor Belegungsbeginn eingestreuten Ausläufe werden diese sehr schnell vollständig umgewühlt, so daß nicht nur der Kot- und Harnabsatz sondern auch die vom Boden kommende Feuchtigkeit je nach Wetter ein tägliches Einstreuen erforderlich macht.

Bis zum Ende der Belegungszeit bildet sich daher eine mindestens 30 bis 60 cm dicke Mistmatratze.

Durchschnittlicher Nmin-Eintrag und -Verlagerung:

Die noch unbelegte Fläche, welche nach der Ernte mit Gras bewachsen war, wies im August 1995 einen durchschnittlichen Nmin-Gehalt von 61 kg/ ha auf.

Ende November lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt der noch unbelegten Flächen bei 43 kg/ ha, wovon sich im Gegensatz zum August die Hälfte in der unteren Bodenschicht zwischen 60-90 cm befand.

Der Nitratanteil lag zu beiden Terminen im Bereich zwischen 75 und 90 %.

Der Mist der verlassenen Auslaufflächen war bereits von der Fläche weggeschoben worden.

Es wurden mehrere Proben von den frisch verlassenen Stellplätzen sowie von den jeweils ca. drei Wochen vorher genutzten Stellen entnommen.

Es zeigten sich allerdings keine wesentlichen Differenzen zwischen den zu verschiedenen Zeitpunkten genutzten Stellplätzen, die Nmin-Gehaltswerte lagen zwischen 56 und 88 kg/ ha und damit im Durchschnitt bei 70 kg/ ha mit einem Nitratanteil von durchschnittlich 85 %.

Auch die Verteilung in den Bodenschichten war an allen Probestellen ähnlich, der Nmin-Gehalt lag in allen drei beprobten Schichten mit jeweils ca. einem Drittel relativ gleichmäßig verteilt vor.


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Abb. 39: Läuferhütten - Ausläufe


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Nach den langen Frostperioden zu Beginn des Jahres 1996 konnten die Bodenproben erst Ende März entnommen werden.

Der Nmin-Gehalt der unbelegten Flächen lag zu diesem Zeitpunkt bei durchschnittlich 50 kg/ ha mit einem Nitratanteil von 79 %.

Ebenfalls auf Grund des Frostes waren auch die Läuferhütten mit den Ausläufen über ca. sechs Wochen genutzt und der Mist der letzten drei Durchgänge erst eine Woche zuvor zusammengeschoben worden. Daher waren die ehemaligen Auslaufflächen noch sehr gut erkennbar.

Auf den bis Anfang Januar genutzten Plätzen lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt bei 738 kg/ ha und auf den anschließend bis Mitte Februar genutzten Plätzen bei 1479 kg/ ha. An beiden Stellen befand sich mit durchschnittlich 76 kg/ ha schon ein Teil des Nmin in der Bodenschicht zwischen 60 und 90 cm.

Auf den bis vor einer Woche genutzten Stellplätzen lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt bei 708 kg/ ha, hier befanden sich im Durchschnitt 39 kg/ ha in der unteren Bodenschicht.

Der Nitratanteil bewegte sich an allen Probestellen zwischen 1 und maximal 25 %.

Ende Mai waren auf den beräumten Flächen die ehemaligen Stellplätze der Ausläufe nicht mehr erkennbar, so daß hier keine Probennahme erfolgte.

Unter der dicken Mistmatzratze der zuletzt genutzten Ausläufe hatte sich Jauche angesammelt, welche eine korrekte Probenentnahme schwierig machte. Daher wurde nur eine Probe gezogen, welche einen Nmin-Gehalt von 103 kg/ ha aufwies, welcher gleichmäßig verteilt über alle drei Bodenschichten vorlag, mit einem Nitratanteil von 62 %.

Der Nmin-Gehalt der ungenutzten Flächen lag zum selben Zeitpunkt bei durchschnittlich 49 kg/ ha mit einem Nitratanteil von 81 %.

(zu den in 5.1.4.1. und 5.1.4.2. beschriebenen Varianten siehe auch Abb. 39)

5.1.4.3. Großausläufe mit Elektrozaun

Bei der Suche nach Möglichkeiten für die Läuferaufzucht wurde in Betrieb A die Haltung der Läufer in größeren, mit Knotengittern eingezäunten Gehegen erprobt.

Diese Haltungsvariante wurde von April bis Juli 1995 genutzt und über zwei Entnahmetermine hinweg beobachtet und beprobt.

Belegungsdichte und -dauer:

Die 50 x 50 m (ca. 2500m2) großen Gehege wurden mit ca. 130 Läufern zwischen 6 und 25 kg belegt.

Flächenbeschreibung - Beobachtungen zur Flächennutzung:

Fünf übliche Läuferhütten befanden sich in der Mitte des Geheges, nach vier Tagen Eingewöhnung konnten die Tiere den gesamten Auslauf nutzen. Die Gitter der an den Läuferhütten befestigten Ausläufe standen dann ständig offen, die etwas geschützten Plätze direkt neben den Hütten wurden aber noch intensiv genutzt.

Tränktonnen und Futterautomaten befanden sich auf der dem Betreuungsweg zugewandten Gehegeseite.

Genutzt wurde hauptsächlich diese vordere Gehegehälfte zwischen Hütten und Futterstelle, hier war deutlich eine Bodenverdichtung und vermehrter Kotabsatz erkennbar. Dieser Gehegebereich war einige Wochen nach Belegungsbeginn vegetationsfrei, während hinter den Hütten fast bis zum Ende der Belegung noch Aufwuchs erhalten war.


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Durchschnittlicher Nmin-Eintrag und -Verlagerung:

Ende Mai 1995 war das Läufergehege seit zwei Monaten belegt.

In den an die Hütte angrenzenden Kleinausläufen wurde zu diesem Zeitpunkt ein durchschnittlicher Nmin-Gehalt von 283 kg/ ha festgestellt, durchschnittlich 240 kg/ ha davon befanden sich in der Bodenschicht bis 30 cm Tiefe. Der Anteil an Nitrat lag hier bei durchschnittlich 47 %.

Im stark frequentierten vorderen Gehegebereich lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt bei 92 kg/ ha und im weniger frequentierten hinteren Bereich bei durchschnittlich 58 kg/ ha. An beiden Stellen lag der Nmin-Gehalt unterhalb von 30 cm Tiefe auf ähnlicher Höhe wie auf den noch ungenutzten Vergleichsflächen, wo ein durchschnittlicher Nmin-Gehalt von 25 kg/ ha gemessen wurde. Der Nitratanteil war allerdings mit durchschnittlich 65 % statt 35 % im Gehege höher als auf den Vergleichsflächen.

Im August lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt der inzwischen unbelegten und gegrubberten Flächen direkt neben den ehemaligen Hüttenstellplätzen bei 540 kg/ ha, im vorderen Gehegebereich bei 716 kg/ ha und im hinteren Gehegebereich bei 329 kg/ ha.

In allen Bereichen hatte bereits eine deutliche Verlagerung in die tieferen Bodenschichten eingesetzt.

Der Anteil an Nitrat lag relativ übereinstimmend bei durchschnittlich 88 %.

5.1.4.4. Diskussion der Ergebnisse

Auf Grund der erheblichen Nmin-Gehaltswerte, welche in den ersten, nach der damals üblichen Methode bewirtschafteten Ausläufen gefunden wurden, erprobte der Bertriebsleiter verschiedene Varianten, die Läuferhaltung günstiger zu gestalten.

Zunächst wurde der Versuch unternommen, das Problem durch ein größeres Flächenangebot zu lösen. Der in den Großausläufen festgestellte Nmin-Gehalt war zwar nun im Durchschnitt geringer als in der alten Variante, aber durch die langen Belegungszeiten von über drei Monaten immer noch zu hoch. Außerdem ergab sich jetzt eine ähnlich ungleichmäßige Flächenauslastung wie bei der Sauenhaltung.

Da es besonders bei großer Trockenheit im Sommer durch die ungenügende Festigkeit der Elektrozäune immer wieder zu Ausbrüchen kam, und das System auch sonst keine arbeitswirtschaftlichen oder sonstigen Vorteile gegenüber der üblichen Haltungsvariante aufwies, wurde es nur wenige Monate angewendet.

Die Läufer wurden daher wieder in den Kleinausläufen gehalten, nur mit dem Unterschied, daß diese nun in einer Art Tiefstreuverfahren bewirtschaftet wurden.

Die ersten Untersuchungsergebnisse vom November 1995 zeigten, daß diese Variante offensichtlich geeignet ist, überhöhte N-Einträge zu vermeiden. Der Schwachpunkt stellte sich aber im extrem strengen Winter von 1996/ 97 heraus, als es über Wochen hinweg unmöglich war die Hütten weiterzuziehen und den Mist wegzuschieben. Durch die unter der ca. 60 cm hohen Mistmatratze herrschenden höheren Temperaturen konnte der Stickstoff mineralisiert und verlagert werden. Beim Einsatz entsprechender Technik könnte dies jedoch verhindert werden, zumal derartig strenge und langanhaltende Frostperioden eher die Ausnahme sind.

Inzwischen wird diese Variante in vielen Freilandhaltungsbetrieben genutzt.


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Abb. 40: Im großen Dauergehege des ökologisch wirtschaftenden Betriebes ist an Vegetation und Bodenzustand deutlich die unterschiedliche Intensität der Flächennutzung abzulesen.

Abb. 41: Im Herbst, ein Vierteljahr nach Ende der Belegung, konnte sich in der Senke wieder eine dünne Grasdecke etablieren.


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Abb. 42: Läuferhütten aus Holz mit Kunststoffbeschichtung und Metallrahmen. Diese Hütten sind z.T. mit Holzfußböden versehen - hier mit konventionell bewirtschafteten Ausläufen.

Abb. 43: "Tiefstreuvariante" - bei den hier verwendeten, relativ niedrigen Gitterzäunen besteht allerdings die Gefahr, daß die Ferkel zum Ende der Haltungsperiode herausspringen.


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5.1.5. Aufzuchtgehege

5.1.5.1. Jungsauenaufzuchtgehege

In der Versuchsstation wurden auf dem zur Jungsauenaufzucht angelegten Gehege Bodenproben entnommen.

Belegungsdichte und -dauer:

Das 30 x 90 m (2700m2) große Gehege wurde ca. sechs Monate lang mit 10 Jungsauen belegt.

Hier erfolgte deren Aufzucht von ca. 40 kg bis ca. 130 kg LM.

Das entspricht einer Belegungsdichte von ca. 37 Jungsauen (oder vergleichbar derselben Anzahl Mastschweine) je Hektar.

In Anbetracht der nur halbjährigen Flächennutzung ergibt sich im Durchschnitt eine Belegungsdichte von ca. 18,5 Jungschweinen je Hektar und Jahr.

Flächenbeschreibung - Beobachtungen zur Flächennutzung:

Die Jungsauen wurden Anfang Juni '95 auf die mit ca. 80 cm hohem Gras bewachsene langjährigen Grünfläche aufgetrieben, welche dann bis Ende November von ihnen genutzt wurde.

Nach drei Monaten war die Fläche abgegrast und bereits zu zwei Dritteln umgewühlt. Restgrünflächen blieben nur in der Mitte des Geheges, entfernt von allen häufig frequentierten Plätzen bestehen.

Die Hütten befanden sich in etwa in der Mitte des Geheges, Futter- und Tränkstelle an der vorderen Schmalseite (Abb. 44).

An dieser vorderen Gehegeecke stand auch die Futtertonne und wurde im Sommer eine Suhle angelegt, weshalb die Sauen sich besonders häufig hier aufhielten. Außerdem sehr intensiv genutzt und daher als erstes vegetationsfrei und stärker verdichtet waren die Stellen rings um die Hütten und die Randstreifen zum Betreuungsweg bzw. zum Ebergehege an der hinteren Schmalseite des Geheges.

Durchschnittlicher Nmin-Eintrag und -Verlagerung:

Die unbelegten Vergleichsflächen wiesen im August '95 einen durchschnittlichen Nmin-Gehalt von 46 kg/ ha, davon 34 kg/ ha in 0-30 cm Tiefe, mit einem Nitratanteil von 33 % auf.

Die noch begrünten aber abgeweideten, weniger frequentierten Stellen des Geheges wiesen zu diesem Zeitpunkt einen durchschnittlichen Nmin-Gehalt von 15 kg/ ha auf, der Nitratanteil lag auch hier bei 30 %.

Rings um die Hütten wurde ein durchschnittlicher Nmin-Gehalt von 169 kg/ ha und um die Futterstelle von 147 kg/ ha festgestellt (siehe auch Abb. 45). An beiden Stellen befand sich der Hauptteil des Nmin noch in der Schicht bis 30 cm Tiefe, der Anteil an Nitrat war mit durchschnittlich 55 % etwas höher als auf den kaum genutzten Flächen.

Im November lag der durchschnittliche Nmin-Gehalt der weniger frequentierten Flächen des seit knapp sechs Monaten genutzten Aufzuchtgeheges bei 71 kg/ ha, im Umkreis der Hütten waren es durchschnittlich 221 kg/ ha, ebensoviel wie am hauptsächlich frequentierten Platz in der Nähe der Futterstelle. An der Futterstelle befand sich allerdings mit durchschnittlich 145 kg/ ha noch der größte Teil des Nmin in der obersten Bodenschicht, während rings um die Hütten mit insgesamt durchschnittlich 136 kg/ ha schon ein erheblicher Teil unter 30 cm tief verlagert worden war. Der Nitratgehalt der Probestellen im Umkreis der Futterstelle war sehr unterschiedlich, und lag z.T. bei nur 6 %, z.T. bei 94 %.


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Abb. 44: Darstellung des Jungsauenaufzuchtgeheges in der Versuchsstation


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Abb. 45: Jungsauenaufzuchtgehege


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5.1.5.2. Diskussion der Ergebnisse

In Anbetracht der Tatsache, daß selbst an den am intensivsten frequentierten Stellen des Aufzuchtgeheges, welche ca. 20-30 % der Gehegefläche ausmachten, die höchsten Nmin-Werte bei etwa 300 kg/ ha lagen, und der größte Teil der Fläche einen Nmin-Gehalt von unter 100 kg/ ha aufwies, kann davon ausgegangen werden, daß Besatzdichten von bis zu 20 Jungschweinen je Hektar im Jahresdurchschnitt durchaus vertretbar sind.

Um den N-Eintrag gleichmäßiger zu gestalten, sollte den Tieren jedoch nicht sofort die Gesamtfläche zur Verfügung stehen, welche von den Läufern ohnehin noch nicht ausgenutzt wird. Günstiger wäre es, ihnen einen kleinen Gehegebereich abzutrennen und einige Wochen später mit Hütten und sonstigen Einrichtungen auf die Großfläche umzuziehen. Die anfänglich genutzte Teilflächen sollte dann einige Zeit abgesperrt werden.

Sowohl bei der Aufzucht und vor allem auch bei der Mast wird die Freilandhaltung immer nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Die eigene Nachzucht von Sauen ist für die meisten Betriebe zu aufwendig, es gibt inzwischen mehrere Züchter in Deutschland, welche spezielle Mutterlinien für die Freilandhaltung anbieten.

Bei der Mast ist die Differenz zu den Investitionskosten für einen Stallplatz bei normaler Vermarktung nicht hoch genug, um trotz des erheblich höheren Futter- und Strohverbrauches, den durch größere Rückenspeckdicken z.T. verursachten Abschlägen und des großen zusätzlichen Flächenbedarfes noch lohnend zu sein.


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5.2. Untersuchungen zur Beeinflußbarkeit des N-Eintrages

5.2.1. Arbeitszeitbedarf

Nahezu jede Möglichkeit die Freilandhaltung bodenschonend zu gestalten, zieht, abgesehen von einem erhöhten Flächenbedarf, auch einen höheren Arbeitsaufwand nach sich. Da in der Freilandhaltung die zur Verfügung stehende Arbeitszeit besonders im Winter noch durch die Tageslichtdauer begrenzt wird, war es wichtig, zunächst zu untersuchen, inwiefern noch Zeit für zusätzliche Arbeiten zur Verfügung steht, bzw. welche verfahrenstechnischen Möglichkeiten sich durch eine Umorganisation des Arbeitsablaufes realisieren lassen.

Die Ergebnisse zur Arbeitszeitermittlung wurden in der Diplomarbeit von Frau Deuter (DEUTER, 1997) umfassend dargestellt.

Der Betrieb hielt im Untersuchungszeitraum durchschnittlich 260 Sauen mit Nachzucht bis zu einer Lebendmasse von 25 kg. Diese wurden von zwei Arbeitskräften sowie gelegentlichen Hilfskräften bewirtschaftet. Ein genereller Flächenwechsel erfolgte einmal im Jahr, einzelne Gehege wurden zwischen vier und acht Monate lang belegt.

Die Haltung erfolgte in dezentralen Gehegen, welche auf verschiedene Felder verteilt waren, wodurch sich erhebliche Wegezeiten (ca. 1,5-2 Stunden je Tag) ergaben.

Die ferkelführenden Sauen werden in Einzelgehegen gehalten und individuell per Hand gefüttert, die tragenden Sauen werden in Gruppen gehalten und mit einem Futterwagen gefüttert , wobei die Pellets über ein Gebläse großflächig im Gehege verteilt werden.

Je nach Witterung muß damit gerechnet werden, daß das oberirdisch verlegte Schlauchsystem, welches die Tränken mit Wasser versorgt, für 3-4 Monate im Jahr zufriert und dann das Tränken manuell mit Hilfe eines isolierten Tankwagens erfolgen muß.

Das Einstreuen kann in der Freilandhaltung nur bedingt zu den Routinearbeiten gezählt werden, da es nur nach Bedarf in größeren Abständen, also nicht regelmäßig anfällt. Je nach Bedarf wird es meist im Zuge anderer Kontrollarbeiten durchgeführt, wodurch der genaue Arbeitszeitaufwand dafür stark schwankt und dementsprechend schwer ermittelbar ist.

Tab. 9: Arbeitszeitbedarf für wichtigste Sonderarbeiten (DEUTER, 1997)

Arbeitsart

Arbeitszeitbedarf

Akmin/ Sau und Jahr

Arbeitszeitbedarf

Akmin/ Wurf bzw. Vorgang

Sauen

Überwachen des Abferkelns

238,00

 

Impfen

7,00

1,60

Umsetzung

11,00

 

Rauschekontrolle, KB

32,50

6,50

Trächtigkeitskontrolle

 

0,50

Saugferkel

Kastrieren,Schwänze kupieren, Eiseninjektion

14,50

6,60

Impfung

3,00

1,40

Absetzer

Absetzen

8,40

3,80

Ohrmarken einziehen

6,00

 

Läufer verladen

3,00

 


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Aus den Messungen ergab sich, daß für die Routinearbeiten ca. 8 Akh je Sau und Jahr zu veranschlagen sind, unter anderen Bedingungen, z.B. wenn im Winter statt an 120 Tagen nur an 30 Tagen per Tränkwagen getränkt werden muß, verringert sich die Arbeitszeit um ca. 1 h je Sau und Jahr. Kürzere Wegezeiten (nur 0,5 h / Tag) verkürzen den Arbeitszeitbedarf je Sau und Jahr um ca. 2 Akh.

Der größte Teil des Arbeitszeitbedarfes in Sauenhaltung und Ferkelaufzucht ergibt sich, wie auch im Stall, aus den Sonder- und Kontrollarbeiten.

Die Bedeckung erfolgte bei einigen Gruppen durch künstliche Besamung in einem Deckzentrum auf dem Hof, ansonsten durch natürlichen Deckakt auf der Weide.

Kastration und Impfungen der Ferkel finden in den ersten sechs Lebenstagen statt, wenn die Ferkel noch durch eine Schwelle am Verlassen der Hütte gehindert werden.

Zuzüglich zu den in der Tabelle angeführten Arbeiten kommen als Sonderarbeiten in der Freilandhaltung noch Wartungs- und Reparaturarbeiten an Fahrzeugen, Hütten und Zäunen, der jährliche Umzug auf eine andere Fläche, die Strohbergung, die Büroarbeiten und der Tierverkauf hinzu. Diese Arbeiten sind in der berechneten Gesamtarbeitszeit enthalten, wurden aber im Einzelnen nicht gemessen.

Die tägliche Gesamtarbeitszeit pro Arbeitskraft schwankt zwischen 12-14 Stunden in Spitzen-

belastungszeiten und 3-5 Stunden an ruhigen Wochenenden.

Unter Berücksichtigung aller genannten Faktoren werden maximal ca. 26 AKh , minimal 23 AKh je Sau und Jahr benötigt .

Unter diesen Bedingungen können pro Vollarbeitskraft ca.110 bis 120 Sauen betreut werden.

5.2.2. Beobachtungen zum Abkotverhalten in der Freilandhaltung

Die Ergebnisse der in der Versuchsstation durchgeführten Beobachtungen zum Abkot- und Harnabsatzverhalten bei tragenden Sauen wurden von Frau Deuter (1997) in ihrer Diplomarbeit dargestellt.

Auf der Beobachtungsfläche der Sauengruppe 2 wurden im Anschluß an die Belegung Bodenproben entnommen.

Die Beobachtungen bestätigten die bereits vorher getroffene Feststellung, daß in der Hütte weder Kot noch Harn abgesetzt werden. Außerhalb der Testphase aufgetretene Ausnahmen ergaben sich in Einzelfällen bei kranken Tieren, oder bei zu großem Platzangebot in den Hütten.

In der unmittelbaren Umgebung der Hütte wurde kaum Kot abgesetzt, dies gilt besonders für den Frontbereich, an welchem sich der Eingang befindet. Auf dem Drittel der Versuchsfläche, auf welchem sich die Hütte befand, wurden in beiden Beobachtungsdurchgängen weniger als 10 % der Gesamtkotmenge abgesetzt.

Andere Beobachtungen auf den Flächen von ferkelführenden Sauen zeigten, daß diese häufiger eine Kotstelle nahe der Hütte, meist an der Gehegegrenze anlegten.

Insgesamt konnte festgestellt werden, das die Sauen überall außerhalb des Nestes Kot und Harn absetzten, wobei sich der Harnabsatz noch gleichmäßiger auf der Fläche verteilte, als der Kotabsatz. Bestimmte Stellen wurden allerdings besonders häufig hierzu aufgesucht. Die Hauptplätze zum Koten und Harnen befanden sich nicht direkt an, aber im Abstand von wenigen Metern rings um die Futter- und Tränkstelle. Diese Stellen waren gleichzeitig die Plätze, an welchen sich die Tiere besonders häufig aufhielten. Hier warteten sie auf den Betreuer und waren nach der Fütterung noch einige Zeit intensiv mit der Nachsuche nach verstreuten Pellets, welche häufig in Wühlen überging, beschäftigt.

Ein zusätzlicher Grund für den häufigen Aufenthalt zwischen Futterstelle und Tränke ergab sich daraus, daß an dieser Gehegeseite ein zweites Sauengehege angrenzte.


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Abb. 46: Verteilung des Kot- und Harnabsetzens auf der Testfläche


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5.2.3. Diskussion der Ergebnisse

Die Problematik der umweltgerechten Gestaltung der Freilandhaltung von Schweinen besteht darin, daß es trotz günstig gewählter Besatzdichte und Belegungsdauer durch den verhaltensbedingt an einigen Gehegestellen konzentrierten Dungabsatz zu punktueller Auswaschung von Nährstoffen kommen kann.

Aus den Ergebnissen der Arbeitszeitmessungen ergibt sich im Hinblick auf die umweltverträgliche Gestaltung des Haltungungsverfahrens vor allem eine wesentliche Schlußfolgerung: es gibt wenig, im Winter so gut wie keinen Spielraum für aufwendige Zusatzarbeiten, sofern die Anzahl der betreuten Tiere pro Arbeitskraft nicht erheblich gesenkt wird, was aus Gründen der Wirtschaftlichkeit des Verfahrens nur in extrem begrenztem Maße möglich wäre.

Das bedeutet, wirklich praktikable und damit durchsetzbare Maßnahmen zur Verhinderung von grundwasserbeeinträchtigenden Nährstoffauswaschungen dürfen nur begrenzt zusätzlichen Arbeitsaufwand bedeuten. Aufwendige nachträgliche Sanierungsmaßnahmen der Flächen, wie z.B. Abtragen der oberen Bodenschichten o.ä. kommen daher nicht in Frage. Auch eine Befestigung bzw. Folienunterlage an besonders frequentierten Plätzen wie Futterstelle oder Suhle wäre in den größeren Betrieben mit Fruchtfolgeintegration kaum sinnvoll.

Es geht also darum, durch durchdachte Organisation und gezielte Veränderungen bei der Verfahrensgestaltung vorbeugend die Entstehung extremer punktueller Nährstoffanreicherungen zu vermeiden.

So ist z.B. eine günstigere Gehegegestaltung beim ohnehin erfolgenden Umzug nicht mit erhöhtem Zeitaufwand verbunden, sondern erfordert nur eine durchdachtere Planung unter Ausnutzung der Erkenntnisse zum Abkotverhalten.

Ausgehend von den Ergebnissen einer Reihe von Untersuchungen, welche sich mit den auslösenden Reize für das Koten und Harnen in Stallabteilen beschäftigten, galt es zu überprüfen, welche dieser Mechanismen auch auf der Freifläche wirksam werden.

Es wurde beobachtet, an welchen Stellen des Geheges bevorzugt Kot und Harn abgesetzt wurden und die Ergebnisse anschließend mit der durch die Bodenproben festgestellten Verteilung des Nmin-Gehaltes verglichen.

Bestätigt werden konnten die u.a. schon von MOLLET und WECHSLER (1991) aufgestellten Hypothesen, daß grundsätzlich kein Dung im Nest (hier in der Hütte) abgesetzt wurde, der Sichtkontakt zu den Tieren einer anderen Gruppe zu verstärktem Dungabsatz an dieser Gehegegrenze führte, und daß das Koten und Harnen sozial erleichtert ist. Letzteres bedeutet, daß gern gleichzeitig mit anderen Gruppenmitgliedern Dung abgesetzt wird, bzw. an Stellen gekotet und geharnt wird, an welchen dies auch vorher schon geschehen ist, was von MEYNHARDT (1982) auch bei Wildschweinen beobachtet wurde. Wurde das Nest aus irgendwelchen Gründen an ein andere Stelle verlegt, verlagerte sich auch die bevorzugte Kot- und Harnstelle.

Beim Vergleich von Beobachtungsergebnissen und Nmin-Verteilung auf der Testfläche ergaben sich an zwei Stellen markante Differenzen:

Die Erklärung hierfür ist wahrscheinlich in der Versuchsdurchführung zu suchen.

Zum einen wurde mit der Beobachtungszeit nur die Hauptaktivitätszeit der Sauen abgedeckt, welche auf Grund der kurzen Wintertage erst um 9.00 Uhr, kurz vor der Morgenfütterung begann. So wurde das bei anderen Gelegenheiten oft beobachtete und von anderen


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Beobachtern schon beschriebene erste Harnabsetzen nach der Nachtruhe, welches meist direkt neben der Hütte oder dem Nest erfolgt, in diesen Beobachtungen nicht erfaßt. Bei dem zum Beobachtungszeitraum herrschenden Frost begaben sich die Sauen im Anschluß daran sofort wieder in die Hütte und kamen dann erst zur Fütterung wieder heraus.

Zum anderen ließ es sich nicht vermeiden, daß bei einer durchgängigen 10-stündigen Beobachtung auf freiem Feld (mit einer leeren Hütte als Beobachtungsposten) die Sauen die Beobachter ab und zu bemerkten und sich demzufolge etwas haüfiger dort aufhielten, wo sie evtl. Futter erwarten konnten, was natürlich auch verstärkten Kot- und Harnabsatz an diesen Stellen an den Beobachtungstagen zur Folge hatte.

Diese zufällige Beeinflussung lieferte aber auch gleichzeitig den Beweis, daß Schweine in ihrem Abkotverhalten durch Anreize, welche den häufigeren Aufenthalt an einer Gehegestelle zur Folge haben, durchaus mit einfachsten, für eine Weile ihr Interesse erregenden Mitteln in ihrem Abkotverhalten zu beeinflussen sind.

Außerdem spielt der Standort der Gehegeeinrichtungen eine entscheidende Rolle dabei, an welchen Stellen bevorzugt Kot und Harn abgesetzt wird.

Sowohl durch das Angebot interessanter Beschäftigungs- bzw. Erkundungsobjekte, als auch durch die Veränderung der Lage von z.B. Futterstelle oder Hütte ist es möglich, diese Stellen während der Belegungszeit zu verlagern.


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