Pfeiler, Ute: Ergebnisse von Untersuchungen zur Bodenbelastung bei der Freilandhaltung von Schweinen

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Kapitel 7. Zusammenfassung

In Hinsicht auf Wirtschaftlichkeit und Tiergerechtheit erfüllt die Freilandhaltung von Schweinen am passenden Standort im Prinzip alle Forderungen, die an eine zukünftig vertretbare Schweinehaltung zu stellen sind und bietet damit eine der wenigen Möglichkeiten, artgerechte Schweinehaltung wirtschaftlich konkurrenzfähig zu betreiben.

Problematisch erschien bei dieser Haltungsvariante ihre Umweltverträglichkeit, speziell die vermutlich zu hohen N-Eintragsmengen mit der Gefahr der Stickstoffauswaschung.

Ziel dieser Arbeit war es daher, den N-Eintrag zu untersuchen und Möglichkeiten zu finden, ihn zu beeinflussen.

Dazu waren zwei Fragekomplexe zu beantworten:

  1. Unter welchen Bedingungen kommt es zu überhöhten Stickstoffeinträgen? Dafür wurden unter verschiedenen Bedingungen in mehreren ausgewählten Betrieben umfangreiche Bodenproben entnommen und ausgewertet.
  2. Wodurch können diese überhöhten Einträge vermieden werden? Hierfür wurde untersucht, welche Einflußmöglichkeiten für den Betreuer durch geeignete Maßnahmen bestehen und inwiefern das Verhalten der Tiere selbst ausgenutzt werden kann.

Folgende Feststellungen konnten im Ergebnis der Arbeit getroffen werden:


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Abgesehen von einem nicht praktikablem erhöhten Material- und Maschineneinsatz wurde deutlich, daß auch die begrenzt verfügbare Arbeitszeit aufwendige nachträgliche Sanier ungsarbeiten auf den Flächen nicht ermöglicht. Dem mußte bei der Auswahl der daher vor allem auf vorbeugende Vermeidung von Bodenschäden zielenden Lösungsmöglichkeiten Rechnung getragen werden.

Nach Auswertung der vorliegenden Untersuchungsergebnisse erscheint es aus Sicht des Bodenschutzes keinesfalls notwendig, die Besatzdichten aus Vorsichtsgründen auf prinzipiell unter 6 Sauen je Hektar zu beschränken, abgesehen davon, daß dies auch die Wirtschaftlichkeit der Haltungsform in Frage stellen würde. Eine durchdachte Gehegegestaltung und kürzere Belegungszeiten mit schnellem Folgefruchtanbau sind entschieden wirksamer als nur sehr niedrige Besatzdichten. Ein Teil der aufgezeigten verfahrenstechnischen Möglichkeiten zur Vermeidung von Nährstoffauswaschungen wurde bereits während der Untersuchungen erfolgreich in der Praxis erprobt.

Letztendlich kann gesagt werden, daß die Freilandhaltung von Schweinen unter den in der abschließenden Diskussion aufgeführten Bedingungen durchaus ein auch ökologisch vertretbares Haltungsverfahren darstellt.

Fakt ist aber, daß, obwohl die Freilandhaltung unter den Bedingungen Mitteleuropas fast in allen Gebieten möglich ist und auch durchgeführt wurde und wird, da viele Standortnachteile durch entsprechendes Management ausgeglichen werden können, sie immer nur einen geringen Anteil haben wird.

Wäre es nicht paradoxerweise so, daß ein niedriger Flächen- und Arbeitsbedarf für die Wirtschaftlichkeit eines Verfahrens ausschlaggebend ist, obwohl andererseits viel Geld bezahlt wird, um beides brachliegen zu lassen, hätte die Freilandhaltung größere Chancen eine weitere Verbreitung zu erfahren.


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Fri Jun 9 13:39:29 2000