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13  Formalerschließungsausbildung in verschiedenen Ländern

Um die in den vorhergehenden Kapiteln erarbeiteten didaktischen Grundlagen und Forderungen auf die Formalerschließungsausbildung übertragen zu können, ist es notwendig, zunächst die bestehenden Formalerschließungsausbildungen zu untersuchen. Es werden Lehrinhalte, Lernziele und die Stellung im Gesamtcurriculum in verschiedenen Ländern erhoben. In den USA wurden die meisten pädagogischen und gestalterischen Überlegungen zur Formalerschließungsausbildung angestellt. Die Literatur zu diesem Thema wird ausgewertet. In der Folge werden die deutsche und die österreichische Formalerschließungsausbildung beschrieben. Eine kurze Erwähnung findet die Formalerschließungsausbildung in weiteren Ländern. Weil sich die Dissertation mit der didaktischen Gestaltung von Fernunterricht in Formalerschließung beschäftigt, werden danach bibliothekarische Fernstudien weltweit auf ihre Formalerschließungsinhalte, Methoden der Vermittlung und Stellung im Gesamtcurriculum untersucht.

13.1 Formalerschließungsausbildung in den USA und in Kanada

13.1.1 Die Organisation der bibliothekarischen Ausbildung

In den USA wird Katalogisierung hauptsächlich auf Universitäten im Rahmen eines Studiums für Bibliothekswissenschaft unterrichtet. Formalerschließung wird zusammen mit Sacherschließung von Akademikerinnen ausgeführt. Die ALA (American Library Association) akkreditiert die Master-Programme der Bibliotheksschulen in den USA und in Kanada, derzeit nach den Akkreditierungsrichtlinien von 1992.1 Überprüft werden Studienziele, Lehrpläne, die Fakultät, deren Verwaltung und die den Studentinnen zur Verfügung stehenden Einrichtungen. Dabei gibt es oft große Unterschiede, auch im angebotenen Programm und in den Unterrichtszielen. Es gibt ein- und zweijährige Kurse, die Semesterstundenanzahl variiert von 28-63. Voraussetzung für das Studium ist in der Mehrzahl das Bakkalaureat. Die Aufnahme in die einzelnen Studiengänge hängt noch von weiteren Faktoren ab wie Aufnahmegespräch, Aufnahmeprüfung etc. Das Abschlussdiplom ist meist der „Master of Library Science“, in manchen Universitäten auch „Master of Arts“, „Master of Science“ oder „Master of Library and Information Science“. Das Diplom der akkreditierten Ausbildungen ist ein in den USA und Kanada anerkanntes professionelles Eingangsdiplom für die meisten Arbeitsplätze in Bibliotheken, Archiven und Dokumentationsstellen.2 Die Akkreditierung muss in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Derzeit gibt es 56 akkreditierte Programme in den USA und in Kanada. Daneben existieren auch nicht akkreditierte Bibliotheksschulen mit lokaler Bedeutung und andere Abschlüsse, z.B. Doktorat oder auch Bakkalaureatsausbildungen.

Das Studium der meisten Bibliotheksschulen gliedert sich in zwei Teile. Die Lehrveranstaltungen im „Core Curriculum“ (Grundkurse) müssen alle Studenten absolvieren, im zweiten Teil findet eine Spezialisierung statt. Im „Core Curriculum“ gibt es normalerweise zumindest eine Einheit für Formalerschließung, meist verbunden mit einer Praktikumskomponente, in der die Grundlagen der Katalogisierung, die Möglichkeiten der Fremddatenübernahme, die Standards und Richtlinien und die Katalogisierung von Monografien gelehrt wird. Spezialisiert man sich auf Katalogisierung, gibt es 1-2 Fortgeschrittenenkurse, die sich mit der Katalogisierung von Nichtbuchmaterialien, von Serien und anderen Spezialgebieten befassen. Verbunden damit ist meist eine ausgedehntere Praxis.

13.1.2 Die Geschichte der Katalogisierungsausbildung


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Die Art und die Inhalte der Lehre haben sich im Lauf der Zeit geändert. Man kann die Geschichte der Katalogisierungsausbildung in drei Perioden einteilen (Miksa in3):

1887 bis Mitte 1920:

Mitte 1920 bis Mitte 1960:

Mitte 1960 bis zur Gegenwart:

Die Geschichte der amerikanischen Katalogisierungsausbildung wird oft als Vorbild für die bibliothekarischen Ausbildungen in Europa und der ganzen Welt herangezogen. Dewey versuchte, die bis dahin jeder Einzelnen überlassenen Erwerbung bibliothekarischer Kenntnisse und Fertigkeiten in ein formales Ausbildungsschema zu bringen. Dieses orientierte sich an den damaligen Gegebenheiten. Der Katalog stand im Mittelpunkt der bibliothekarischen Arbeit, die hauptsächlich aus Praxis bestand. Theoretische Überlegungen gab es noch nicht in großem Ausmaß. Dieses Stadium findet man auch heute in Ländern, in denen begonnen wird, der bibliothekarischen Arbeit eine eigenständige Bedeutung zu geben. Ausgelöst durch den Williamson Report wurde die wissenschaftliche Eigenständigkeit des Gebiets "Bibliothekswissenschaft“ erkannt. Das brachte den Vorteil, dass Bibliothekswesen zumindest in den USA als eigener Wissenschaftsbereich anerkannt wurde. Der Nachteil war, dass bei den vielen Bemühungen der Erfassung der Theorie die Praxis aus dem Blick geriet, vielleicht deshalb, weil manchen Universitätslehrerinnen die Praxis zu wenig wissenschaftlich war. Diese Gefahr sollte vor allem in Europa im Auge behalten werden, wenn, wie die Verfasserin meint, zurecht, Bibliothekswesen als Wissenschaft auf den Universitäten positioniert wird. Wie bei allen angewandten Wissenschaften muss auf das Gleichgewicht zwischen Theorie und Praxis geachtet werden.

Eine weitere Entwicklung betrifft sowohl die USA als auch, oft zeitverzögert, alle anderen Staaten: In die Ausbildung werden immer mehr Inhalte hineingezwängt, gleichzeitig soll sie kürzer und billiger werden. Diesen sogenannten „Rationalisierungsmaßnahmen“ fiel in den USA vor allem die Katalogisierung zum Opfer. Vom anfänglich fast ausschließlichen Unterrichtsgegenstand wurde immer mehr weggenommen, bis - zumindest im Grundstudium - in kürzester Zeit Inhalte gebracht werden, von denen man einige genaugenommen nicht mehr zur Katalogisierung zählt (z.B. die Suche in Datenbanken). Um dieser Gefahr zu begegnen, ist es wichtig, die Formalerschließungsausbildung effizient didaktisch zu planen um dann gegenüber den Verantwortlichen für die Gesamtplanung von Ausbildungsgängen Argumentationshilfen zur Verfügung zu haben, damit die Formalerschließung den Umfang bekommt, den sie benötigt.

13.1.3 Inhalte und Ziele der Ausbildung in Formalerschließung

Die Literatur über Formalerschließung in den USA wurde in Hinblick darauf untersucht, welche Entwicklung die Ausbildung in den letzten 20 Jahren genommen hat und welche Probleme dabei aufgetaucht sind. Dabei wurde angenommen, dass in der Hauptsache die Themen angesprochen werden, die Lernende, Lehrende und Arbeitgebende beschäftigen und daher für die Ausbildung in den USA und Kanada relevant sind.

13.1.3.1 Inhalte

Ein Teil der Literatur beschäftigt sich mit dem Problem der Verteilung der Lerngebiete in Grundkurs und Fortgeschrittenenkurse. Der Grundkurs muss von allen Studentinnen absolviert werden, die Fortgeschrittenenkurse sind Wahlfächer. Nachdem Katalogisierung meist nicht als Wahlfach ausgesucht wird, müssen die Absolventinnen oft nur mit dem Wissen des Grundkurses in Katalogisierungsabteilungen arbeiten können. Die zukünftigen Interessen des Publikums in den Grundkursen sind sehr unterschiedlich.

Saye teilt die Studentinnen des Grundkurses in 4 Gruppen ein:

Meistens wissen die Studentinnen am Beginn des Studiums nicht, zu welcher Gruppe sie gehören. Beim Studium kann zumeist die spätere Berufskarriere nicht abgeschätzt werden. Deshalb ist es besonders wichtig, im Grundkurs sowohl die Kenntnisse zu vermitteln, die jede Bibliothekarin braucht als auch zumindest die Fertigkeiten, einfache Werke zu katalogisieren.

In 29 Artikeln von 1980 bis 2000 (12,13,14,15,16,17,18,19,20,21,22, Eaton in23, Frost in24, Robins in25,26,27, Hayes in28, Preschel in29,30,31,32,33,34,35, Thomas in36, Velucci in37,38,39,40,41) wurden die Inhalte der Ausbildung in Formalerschließung angesprochen.


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Bei der Nennung von in der Formalerschließung zu behandelnden Themen gingen die Autorinnen der untersuchten Artikel von der gängigen Unterrichtspraxis aus. Trotzdem kann man die Schwerpunktsetzung als repräsentativ betrachten. Der „eigentlichen“ Formalerschließung würde man die in Tabelle 2 enthaltenen Themen zuordnen.

Wie Tabelle 2 zeigt, hat die „Geschichte des Katalogs“ in den letzten 10 Jahren fast vollständig an Bedeutung verloren. Die Abnahme an Nennungen der kooperativen Katalogisierung und OCLC kann man vermutlich dahingehend erklären, dass die Übernahme von Fremddaten bereits zur Selbstverständlichkeit geworden ist und den ungelernten Katalogisiererinnen übertragen wurde. Obwohl einige Autorinnen die Wichtigkeit betonten, auch internationale Codes und Standards kennenzulernen, ist die Ausrichtung in vielen Fällen auf die nationale Katalogisierungspraxis beschränkt (MARC 8 Nennungen = 27%). Das hat sich in den letzten 20 Jahren kaum geändert, eher verstärkt (1980-1989 3 Nennungen = 19%, 1990-2000 5 Nennungen = 36%). Insgesamt nahm die Nennung von Formalerschließungs-Kernthemen leicht ab.


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Tabelle 2 : Gewünschte Themen der Kerninhalte in Formalerschließung

Themen:

Nennungen
Gesamt
(von 30 Artikeln)

%

Nennungen
1980-1989
(von 16 Artikeln)

%

Nennungen
1990-2000
(von 14 Artikeln)

%

Geschichte des Katalogs

4

13

3

19

1

7

Funktion von Katalogen

5

17

3

19

2

14

Suche in Katalogen

10

33

4

25

6

43

Bibliografische Kontrolle

13

43

8

50

5

36

Werkzeuge

8

27

4

25

4

29

Normdaten

3

10

1

6

2

14

Standards, Codes / MARC

18 / 8

60 / 27

8 / 3

50 / 19

10 / 5

71 / 36

Nichtbuchmaterial, verschiedene Materialtypen

9

30

4

25

5

36

Kooperative Katalogisierung, OCLC

9

30

6

38

3

21

An Bedeutung gewonnen haben organisatorische Themen (siehe Tabelle 3):

Tabelle 3 : Gewünschte Themen der Organisation

Themen:

Nennungen
Gesamt
(von 29 Artikeln)

%

Nennungen
1980-1989
(von 16 Artikeln)

%

Nennungen
1990-2000
(von 14 Artikeln)

%

Management

9

30

3

19

6

43

Gesamtsicht der Bibliothek

7

23

3

19

4

29

Handhabung von Finanziellem

4

14

1

6

3

21

Abhalten von Schulungen

4

14

2

13

2

14

Benutzerverhalten

6

20

1

6

5

36

Das Kennen der anderen Abteilungen der Bibliothek und des Geschäftsgangs sowie das Abhalten von Schulungen ist ungefähr gleich geblieben, das Interesse an Vorbereitung auf Leitungsaufgaben und am Benutzerverhalten hat zugenommen.

Die Zunahme der Bedeutung von EDV-Themen ist nicht überraschend (siehe Tabelle 4). Vor 10 Jahren war die Notwendigkeit von allgemeinen EDV-Kenntnissen vorherrschend. In den letzten 10 Jahren dominierte die Bedeutung von internationalen Datenbanken und von Bibliotheksanwendungen. Aus Tabelle 4 kann man auch erkennen, dass sich die für Bibliotheken ganz wesentliche Bedeutung des Internets erst in den letzten Jahren deutlich gezeigt hat.


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Tabelle 4 : Gewünschte Themen der Datenverarbeitung

Themen:

Nennungen
Gesamt
(von 29 Artikeln)

%

Nennungen
1980-1989
(von 16 Artikeln)

%

Nennungen
1990-2000
(von 14 Artikeln)

%

Computerkenntnisse

9

30

5

31

4

29

Datenbanken, Bibliothekssysteme

12

40

4

25

8

57

Internet, Onlineumgebung

9

30

3

19

6

43

Das Interesse am „Blick nach außen“ ist in den letzten 20 Jahren, im Ganzen betrachtet, ungefähr gleich geblieben (siehe Tabelle 5).

Tabelle 5 : Gewünschte weiterführende Themen

Themen:

Nennungen
Gesamt
(von 29 Artikeln)

%

Nennungen
1980-1989
(von 16 Artikeln)

%

Nennungen
1990-2000
(von 14 Artikeln)

%

Fremdsprachen

8

27

5

31

3

21

Internationale Zusammenarbeit

2

7

1

6

1

8

Verschiedene Bibliothekstypen

1

3

1

6

0

0

Forschungsmethoden

5

17

2

13

3

21

Die meisten Autorinnen fordern Fremdsprachenkenntnisse. Von manchen Autorinnen werden diese als Bestandteil der Ausbildung betrachtet, von anderen als Voraussetzung. In den letzten 10 Jahren haben die Nennungen abgenommen, was darauf hindeutet, dass die Fremdsprachenkenntnisse der Anfänger zugenommen haben, da der Bedarf eher zu- als abgenommen hat. Die Fähigkeit, Forschung zu betreiben, rückt zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses, eine Entwicklung, die in Deutschland und Österreich noch nicht zu beobachten ist.

Zusammenfassend kann man erkennen, dass der eindeutige Schwerpunkt der inhaltlichen Erwartungen an eine Katalogisierungsausbildung in der Kenntnis der Standards und Regelwerke liegt. Das wird nach wie vor sowohl von Lehrenden als auch von Bibliothekarinnen als das Wichtigste bezeichnet. Dazu gehört auch die bibliografische Kontrolle. Man könnte dies als die klassischen Inhalte der Formalerschließung bezeichnen, die auf keinen Fall fehlen dürfen.

Es zeigt sich ebenfalls, dass die sich verändernde berufliche Praxis deutlichen Einfluss auf die geforderten Ausbildungsinhalte nimmt. Der verstärkte Anfall an verschiedenen Materialtypen, der Umgang mit Datenbanken, dem Internet und vor allem mit Bibliothekssystemen, die Notwendigkeit, kosteneffizient zu arbeiten und intensiv auf die Benutzerinnenwünsche einzugehen, verlangt entsprechende Schulung. Stark zunehmend ist auch der Wunsch nach Kenntnissen der Suche in Katalogen. Das sollte nach Meinung der Verfasserin Voraussetzung für den Formalerschließungsunterricht sein, bzw. sich aus der Kenntnis der Regelwerke ergeben.

Die Summe der Erwartungen an den Formalerschließungsunterricht zeigt, dass er mit immer mehr Lehrinhalten angereichert werden muss. In den USA geht das offenbar zu Lasten der praktischen Katalogisierungsfertigkeiten.


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13.1.3.2  Lernziele persönlicher Kompetenzen

Einige der Autorinnen beschreiben Lernziele persönlicher Kompetenzen, d.h. das persönliche Verhalten, zu dem die Ausbildung die Studentinnen führen soll (siehe Tabelle 6). Bei der Erstellung von Katalogisaten sind die Fähigkeit zu kritischem Denken (13%) und zum Lösen von Problemen (17%), sowie Entscheidungsfreudigkeit (7%) wichtig. Als bedeutend gesehen wird aber auch das Bewusstsein, dass Katalogisierung kein Selbstzweck, sondern Hilfsmittel für die Benutzerinnen ist (23%). Ebenfalls wichtig sind Kommunikationsfertigkeiten um das eigene Wissen weitergeben zu können (13%).

In den meisten Artikeln wird die ungewisse Zukunft der Katalogisierung angesprochen. Eine angehende Katalogisiererin muß damit rechnen, im Lauf ihres Berufslebens mit großen Umwälzungen konfrontiert zu werden (42,43,44, Vellucci in45, 46). Als Lernziele gelten daher auch Flexibilität (23%) und die Fähigkeit zur Weiterbildung (20%). An Weiterbildungsmöglichkeiten werden die Teilnahme an Kongressen, die Mitgliedschaft bei Vereinen, Kurzkurse an Bibliotheksschulen, die Lektüre wissenschaftlicher Zeitschriften und elektronische Diskussionsgruppen genannt. Für die Schulungen in der Bibliothek können auch Handbücher, Arbeitsanleitungen, computerunterstützte Lernprogramme und Übungsdatenbanken dienen (47,48, Bellardo in49,50). Auch die eigene Forschung und das Publizieren wird in den USA als Möglichkeit der Fortbildung gesehen.51,52

Affektive Lernziele sind bibliothekarische Werte (7%) und die positive Einstellung zum Beruf (17%). Die positive Einstellung zum Beruf als Lernziel hat zugenommen, vermutlich, weil Katalogisiererinnen unter den Bibliothekarinnen in den USA immer weniger Ansehen genießen.


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Tabelle 6 : Gewünschte Lernziele persönlicher Kompetenzen

Verhalten:

Nennungen
Gesamt
(von 29 Artikeln)

%

Nennungen
1980-1989
(von 16 Artikeln)

%

Nennungen
1990-2000
(von 14 Artikeln)

%

Kritisches Denken

4

13

2

13

2

14

Entscheidungen fällen

2

7

1

6

1

7

Problemlösen

5

17

3

19

2

15

Kommunikations-fertigkeiten

4

13

1

6

3

21

Ausrichtung auf Service

7

23

3

19

4

29

Flexibilität

7

23

5

31

2

14

Wissen um Weiterbildung und Wunsch dazu

6

20

4

25

2

14

Werte

2

7

1

6

1

7

Positive Einstellung

5

17

2

13

3

21

Zum Teil ist Formalerschließung Lösen von Aufgaben. Anfangszustand, Endzustand und Methode (Verwendung der RAK, Kategorien, Benutzung des Bibliothekssystems) sind bekannt. Die einzelnen Elemente einer Einheitsaufnahme sind leicht zu identifizieren. Doch in vielen Fällen ist gerade die Identifizierung und Zuordnung schwierig, zwischen Anfangs- und Endzustand liegt eine Barriere. Das nennt man Problemlösen. Diese Problematik wird von guten Lehrerinnen im Unterricht behandelt. Lernprogramme, auch tutorielle Programme dienen meist zur Vermittlung von Grundkenntnissen. Trotzdem darf ein Lernprogramm für Formalerschließung sich nicht in der Präsentation der Regeln erschöpfen. Die Entscheidungen, die zu treffen sind, müssen aufgezeigt und Wege der Problemlösung angeboten werden. Die zu treffenden Entscheidungen (z.B. bei Übungen) schulen auch das kritische Denken.

Die Ausrichtung auf die Benutzerinnen sollte Inhalt der Katalogkunde sein. In Präsenzveranstaltungen können Aufgabenstellungen zur Beobachtung des Benutzerinnenverhaltens bei der Suche in Katalogen gestellt und der Kontext zum Regelwerk hergestellt werden. Durch „Feldversuche“ wird auch die Kommunikationsfähigkeit geschult.

Flexibilität betrifft sowohl das Lernprogramm als auch die Studentinnen. Nicht nur die Arbeitsweise, auch die Regelwerke unterliegen ständigen Änderungen. Das Lernprogramm muss daher so gestaltet sein, dass es leicht umgestaltet werden kann. Man kann diese Änderungen unter Umständen Studentinnen in Fortgeschrittenenkursen übertragen. Diese lernen damit zugleich Grundbegriffe in HTML und werden mit der Forderung nach Flexibilität im Lauf des Berufslebens konfrontiert.

Der gesamte Unterricht – Lernprogramm, Präsenzveranstaltungen und weiteres Selbststudium – sollte anregend gestaltet werden. Dadurch wird die positive Einstellung gefördert.

13.1.3.3 Tatsächliche Ausbildungsinhalte

Die tatsächlichen Ausbildungsinhalte spiegeln das Dilemma wider, in dem die Formalerschließungsausbildung steckt.

Es wird versucht, möglichst viel in den „Core“-Bereich zu bringen. In den 1-2 Grundkursen werden die Grundprinzipien der Katalogisierung, Katalogkunde, Suche in diversen Katalogen und Datenbanken und die Erstellung einfacher Katalogisate von Büchern gelehrt. Manche Schulen lehren schon die Erschließung von Nichtbuchmaterial im Grundkurs. Bereits 1980 boten 94% der Schulen Kurse in computerunterstützter Katalogisierung.53 Peters untersuchte [Seite 128↓]1983 die Lehrinhalte der ALA akkreditierten Bibliotheksschulen, McAllister-Harper 1988-1989 einige Postmasters-Programme und Velluci 1997 wiederum die ALA akkreditierten Programme (54,55, Velluci in56). Grundkurse in Katalogisierung gab es in fast allen Bibliotheksschulen (1997 92%), Fortgeschrittenenkurse 1997 nur in 73%. Peters beobachtete 1983, dass sich die Inhalte über die Jahre kaum geändert hatten. 100% lehrten bibliografische Kontrolle, 90% MARC bzw. OCLC. Velluci beobachtete 1997 noch immer keine wesentliche Änderung der Inhalte. Callahan stelle dagegen 1996 fest, dass 57% der Schulen ihre Inhalte in Richtung neue Technologien und Nichtbuchmaterial geändert hatten. Management wurde als unwichtig betrachtet.57

Die Betrachtung einzelner Bibliotheksschulen58,59,60 ergibt ein ähnliches Bild der Lehrinhalte. Bibliografische Kontrolle, Standards und Informationssuche werden in allen Schulen gelehrt, Geschichte, Werkzeuge und Benutzerbedürfnisse sind ebenfalls wichtige Lehrinhalte. Daneben bildet sich der Schwerpunkt Informationsmanagement und neue Medien (61, Anderson in62, Hurd in63, Settel in64). Computerkenntnisse, Informationsorganisationsfertigkeiten und Wissen um die Bedürfnisse der Informationssuchenden werden zu einem neuen Ganzen integriert.

Die Inhalte der Fortgeschrittenenkurse differieren stark. Meist werden einige Kurse für diverses Nichtbuchmaterial angeboten (Karten, CD-ROM, Noten, Archivmaterial etc.) Manche Schulen bieten Fachinformation (Medizin, Recht, Theologie etc.) Auch Serienkatalogisierung ist ein wichtiges Thema der Fortgeschrittenenkurse (1985 36%, 52% behandelten das Thema in anderen Kursen65).

Henderson nennt die wichtigsten Lernziele in der Serienkatalogisierung:

  1. Begriffe der Serienkatalogisierung definieren können
  2. Internationale Seriendaten identifizieren können (ISDS, ISBD, ISSN etc.)
  3. Sagen können, wie diese mit Serienkatalogisierung zusammenhängen
  4. Monografiekatalogisierung mit Serienkatalogisierung vergleichen
  5. Serien mittleren Grades katalogisieren
  6. Verschiedene Methoden und ihre Vor- und Nachteile charakterisieren
  7. Zusammenhang zwischen Serienkatalogisierung und bibliografischer Kontrolle
  8. Die wichtigen Quellen in der Literatur identifizieren66


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Die Fortgeschrittenenkurse behandeln meist ein Thema, die praktische Komponente mit Übungen steht im Mittelpunkt. Im Gegensatz dazu wird in die Grundkurse, die Pflicht sind, möglichst viel des notwendigen Lehrstoffs aufgenommen, wobei dann die Zeit für praktische Übungen fehlt. Die in der Literatur beklagten Schwächen werden also auch durch Betrachtung der tatsächlichen Lehre deutlich. Da das Prinzip Pflicht- und Wahlfächer auch in Deutschland übernommen wird, muss man sich Gedanken darüber machen, wie die Verteilung zwischen Pflicht- und Wahlkursen optimiert und wie die kurze Zeit der Pflichtkurse besser genutzt werden kann.

13.1.3.4 Verhältnis Theorie zu Praxis

Aus dem Gesagten ist nicht verwunderlich, dass ein weiteres Schwerpunktthema die Verteilung von theoretischen Grundlagen und praktischen Übungen in den Ausbildungsinhalten war, ein Problem, das sich aus der geschichtlichen Entwicklung der Katalogisierungsausbildung in den USA und in Kanada ergab.

Angehende Katalogisiererinnen bedauerten, dass sie für die ihnen gestellten Aufgaben zu wenig praktische Erfahrung hatten, Bibliotheksdirektoren beklagten sich, dass zuviel Ausbildungsarbeit für das On-the-job-Training bleibt.67,68,69,70,71,72,73,74,75 Eine Studie von Romero über Eintrittsstufen-Katalogisierungsfehler scheint ihnen recht zu geben. Studenten mussten nach der Absolvierung von Anfängerkursen, teilweise auch von Fortgeschrittenenkursen unter realen Bedingungen Katalogisate erstellen. Die Fehler waren teilweise gravierend.76

Die Ausbilder betonten die Wichtigkeit der Grundlagen, die ermöglichten, sich auf jede lokale Praxis einstellen zu können.77,78,79,80,81

1980 sandte Ryans einen Fragebogen an die Fakultätsmitglieder der von der ALA akkreditierten Bibliotheksschulen. 91% der Befragten fanden, Katalogisierung muss ein Grundkurs für alle angehenden Bibliothekarinnen sein. 54% meinten, der Grundkurs ist ausreichend für die Berufsausbildung, 46%, also fast die Hälfte bezeichneten ihn als nicht ausreichend. Es sahen zwar 97% der Ausbilder die Theorie als wichtig an, aber 53% empfahlen die Einbindung von mehr Praxis.82


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In 19 untersuchten Artikeln wurde das Problem theoretische gegen praktische Ausbildung thematisiert (83,84,85,86,87,88,89,90, Hayes in91, Lytle in92,93,94,95,96,97, Thomas in98, Velucci in99,100,101) (Tabelle 7). 7 Autorinnen (= 37 %) betrachten die Theorie der Formalerschließung als wichtiger als die Praxis, 3 (= 16%) verlangen ein Mehr an Praxis. Die Mehrheit der Autoren, die dieses Thema behandelten (9 = 47 %) betonten die Wichtigkeit, in der Ausbildung Theorie und Praxis zu verbinden.

In den Jahren 1980-1989 hielten sich die Befürworter von mehr Theorie und diejenigen, die beides verbinden wollten, die Waage. Allein mehr Praxis wurde nicht gefordert. 1990-2000 verschob sich dieses Bild. Verstärkte Praxis wurde von 33 % gefordert, demgegenüber betonten nur 22% die Theorie. Trotz Ausdehnung der Praxiskomponenten in den einzelnen Lehrplänen wurde das Problem der fehlenden Katalogisierungsfertigkeiten offenbar in den letzten 10 Jahren noch deutlicher. Das ist vermutlich eine Folge der starken Kürzung der Katalogisierung im Lehrplan, ein Problem, das in Österreich und Deutschland im Kommen ist.

Tabelle 7 : Verhältnis theoretische : praktische Ausbildung

Ausrichtung:

Nennungen
Gesamt
(von 19 Artikeln)

%

Nennungen
1980-1989
(von 9 Artikeln)

%

Nennungen
1990-2000
(von 10 Artikeln)

%

Mehr Theorie

7

37

5

50

2

22

Mehr Praxis

3

16

0

0

3

33

Beides

9

47

5

50

4

44

Praxis wird meist verstanden als das selbstständige Üben mit zu katalogisierendem Material. Vor allem in den Wahlkursen sollen die Studentinnen selbstständig Katalogisate erstellen und die Probleme diskutieren. Theorie wird in Vorlesungen gelehrt. Obwohl die Forderung nach [Seite 131↓]mehr Praxis vor allem von den Praktikern immer wieder erhoben wird, sind sie sich bei der Bewertung der Wichtigkeit von Themen uneins.

Inter untersuchte, wie Ausbilder und Praktiker einzelne Ausbildungsthemen in die Kategorien „Theorie“ oder „Praxis“ einordneten. Die Praktiker bezeichneten dreimal mehr Themen als Theorie. Trotzdem gaben sie den Theoriethemen öfter als die Ausbilder erste Priorität, weil sie darin eine Grundlage für das rasche Verstehen der Regeln sahen, ganz im Gegensatz zu den oft polemisch geschriebenen Publikationen. Die Mehrheit der Themen wurde von beiden Gruppen als hybrid, d.h. als Mischung zwischen Theorie und Praxis gesehen.102

Die Frage, ob in der Formalerschließungsausbildung besser die praktische Arbeit, das heißt die Anwendung der Regelwerke an konkreten Beispielen, geübt werden soll oder das Kennen der Grundlagen qualifiziertere Arbeit bewirkt, ist das beherrschende Thema der meisten Publikationen über Formalerschließungsausbildung in den USA. Ausgelöst wurde die Diskussion, darin sind sich die meisten einig, durch die Verlagerung der bibliothekarischen Ausbildung an Universitäten. Unter Dewey war bibliothekarische Ausbildung nicht viel mehr als das Erlernen konkreter Fertigkeiten für die Praxis. Ähnlich einem Handwerk erlernte man, was in einer Bibliothek zu tun ist. Nach Meinung der Verfasserin war es ein sinnvoller Schritt, den Williamson vollzog, als er forderte, Bibliothekswesen als Wissenschaft zu behandeln. Diese Anerkennung wurde inzwischen in vielen Ländern vollzogen. In Deutschland wird die Wissenschaftlichkeit des Bibliothekswesens von Kritikern immer wieder angezweifelt, in Österreich ist die Verlagerung auf Universitäten noch in den Anfängen. Wissenschaftlichkeit bedeutet die Erarbeitung von theoretischen Grundlagen, die unter anderem den zukünftigen Bibliothekarinnen durch besseres Verständnis bei ihrer Arbeit helfen sollen. Bibliothekswissenschaft ist eine angewandte Wissenschaft. Das muss beim Studium deutlich werden. In anderen angewandten Studien, z.B. dem Studium der Landwirtschaft, wird auch nicht angezweifelt, dass theoretische Grundlagen dem Praktiker helfen. Wenn in den USA die Praxis von der Theorie, zumindest im Core-Studium, zu weit verdrängt wurde, zeigt das Gefahren auf, die bei der Planung von Studieninhalten auftreten. Es bedeutet nicht, dass das zwangsläufig mit der Verlagerung auf Universitäten geschieht. Gerade bei der Planung von Fernstudien muss man sich bewusst sein, dass Praxiskomponenten schwerer einzubinden sind als Vorlesungen über theoretische Inhalte. Es ist ebenfalls nicht einfach, praktische Fertigkeiten durch das Studium von Lehrbüchern zu erlernen. Gerade in diesem Bereich sind Lernprogramme mit Übungen eine sehr sinnvolle Ergänzung.

13.1.3.5 Beruf der Lehrkräfte

Verbunden mit der Schwerpunktsetzung in Richtung Theorie oder Praxis ist die Frage, ob die Ausbilderinnen Universitätsangehörige oder Bibliothekarinnen sein sollen.103,104,105,106,107,108,109 Für Bibliothekarinnen spricht, dass sie unmittelbare Erfahrung mit den Anforderungen haben, die an Katalogisiererinnen gestellt werden und dass sie die aktuellen Probleme und deren Lösungen an die Studentinnen weitergeben können. Gegen den Einsatz von Bibliothekarinnen spricht, dass sie oft nur die lokale Praxis einer Bibliothek kennen und unterrichten. Wie man aus Tabelle 8 erkennt, wurde 1980-1989, offenbar um das Übergewicht der Theorie einzuschränken, in allen Artikeln der Einsatz von Bibliothekarinnen gefordert. In den letzten 10 [Seite 132↓]Jahren tauchte die Idee auf, ein Team aus erfahrenen Lehrern und erfahrenen Praktikern einzusetzen.

Tabelle 8 : Beruf der Formalerschließungslehrkräfte

Beruf der Lehrkraft:

Nennungen
Gesamt
(von 7 Artikeln)

%

Nennungen
1980-1989
(von 4 Artikeln)

%

Nennungen
1990-2000
(von 3 Artikeln)

%

Bibliothekarin

4

57

4

100

0

0

Team aus Dozentin und Bibliothekarin

3

43

0

0

3

100

In manchen Bibliotheksschulen haben Fakultätsangehörige auch Erfahrung als Bibliothekarinnen. Biggs sieht die Aufgabe der Ausbildnerin dreigeteilt: Als Bibliothekarin nimmt sie aktiv am bibliothekarischen Geschehen teil, als Lehrerin gibt sie ihre Erfahrungen weiter und als Forscherin erzeugt und publiziert sie neues Wissen.110 Auf der anderen Seite profitieren auch Bibliothekarinnen, wenn sie unterrichten. 1993 untersuchte Martin die Lehraktivitäten der in der Stahl University of New York beschäftigten Katalogisiererinnen. Ältere in höheren Positionen unterrichteten in größerem Ausmaß. Sie lehrten nicht nur bibliothekarische Fächer, sondern auch andere Themen. Mit dem Dienstalter verhielt es sich umgekehrt. Die meisten lehrenden Bibliothekarinnen waren 1-7 Jahre an der Bibliothek beschäftigt, die Dienstältesten (mehr als 27 Jahre) unterrichteten nicht. Diejenigen Bibliothekarinnen, die unterrichteten, gaben an, dass ihre Katalogisierungsarbeit dadurch positiv beeinflusst wird. Die anderen meinten, ihnen fehle zum Lehren die Zeit, manche bezweifelten den Sinn.111

Die Formalerschließungsausbildung wird besonders durch die jeweilige Lehrkraft bestimmt. Wenn sie Erfahrung als Bibliothekarin hat, wird die praktische Komponente hervortreten. Das ist z.B. in der österreichischen Ausbildung zu beobachten. Wissenschaftlerinnen betonen mehr die zugrundeliegende Theorie. Deshalb ist es sicherlich eine ideale Lösung, wenn Hochschuldozentinnen unterrichten, die in Bibliotheken gearbeitet haben. In Ländern, in denen es kein bibliothekswissenschaftliches Studium gibt, ist das schwer zu realisieren. Dann ist die Praktikerin in jedem Fall einer in einem anderen Fach Ausgebildeten vorzuziehen.

13.1.3.6 Ausbildungs- und Berufsprobleme der Formalerschließung

1985 wurde von der CCS Task Force eine Untersuchung über Stellenanzeigen mit Katalogisierungskomponenten vorgenommen. 56% der Posten waren nach sieben oder mehr Monaten noch immer unbesetzt, 64% mussten noch einmal ausgeschrieben werden. Bei 41% meldeten sich weniger als elf Bewerber. Die wenigsten Bewerber waren wirklich geeignet.112 Dem gegenüber steht, dass auch noch 1998 von den Arbeitgebern die Bedeutung der Katalogisierung betont wurde.113

Weitere 18 Artikel (114,115,116,117,118,119,120,121,122, Robbins in 123,124,125,126,127,128,129, 130,131) behandelten die Gründe für die Schwierigkeiten, gut ausgebildete Katalogisiererinnen zu finden [Seite 133↓](siehe Tabelle 9). Einerseits werden die Probleme in der Ausbildung gesucht. 50% bedauern, dass für Katalogisierung zu wenig Zeit in der Ausbildung zur Verfügung steht. Die meisten empfehlen, zumindest die einjährigen Bibliotheksprogramme auf zwei Jahre auszudehnen. 33 % meinen, dass gerade für Katalogisierung zu wenig gute Lehrerinnen zur Verfügung stehen. Deshalb werden oft junge Lehrerinnen eingesetzt, die lieber andere Fächer unterrichten wollten und dies auch an die Studentinnen weitergeben. Manche Autorinnen vermuten, die Lehrerinnen hätten weder von der Theorie noch von der Praxis viel Ahnung. Als weiteres Problem werden die fehlenden finanziellen Mittel genannt (11 %). Dadurch ist es nicht möglich, verschiedene Bibliothekssysteme anzuschaffen oder immer die neuesten Auflagen der Werkzeuge zur Verfügung zu stellen.

Die Gründe liegen aber auch in den Bibliotheken. Die Arbeitgeber stellen lieber nicht‑ausgebildete Katalogisiererinnen ein und schrecken dadurch zukünftige Bibliothekarinnen ab, Katalogisiererinnen zu werden. Die angestellten Katalogisiererinnen erfahren zu wenig Förderung (11%). In den Katalogisierungsabteilungen gibt es zu wenig Personal. Das fordert von ausgebildeten Katalogisiererinnen nicht qualifizierte, langweilige Arbeit (17 %). Die größten Probleme sind das schlechte Image, das die Katalogisierung genießt (28 %) und die geringen Chancen, Karriere zu machen und Geld zu verdienen (50%).


[Seite 134↓]

Tabelle 9 : Probleme in Ausbildung und Beruf

Problem:

Nennungen
Gesamt
(von 18 Artikeln)

%

Nennungen
1980-1989
(von 9 Artikeln)

%

Nennungen
1990-2000
(von 9 Artikeln)

%

Zu wenig Zeit

9

50

4

44

5

56

Schlechte Lehrer

6

33

3

33

3

33

Zu wenig Geld für aktuelles Material

2

11

2

22

0

0

Arbeitgeber

2

11

1

11

1

11

Schlechtes Image

5

28

3

33

2

22

Zu wenig Verdienst, Karriere

9

50

5

56

4

44

Zu wenig Personal in Katalogisierungs-abteilungen

3

17

2

22

1

11

Die in den USA beobachtete Problematik kann in vielen Fällen als Vorausschau dafür dienen, wie sich die Situation in Deutschland und Österreich entwickeln wird, wenn das amerikanische System unkritisch übernommen wird. Um dem Negativen entgegenzuwirken, muss zunächst das bei manchen Verantwortlichen und Studentinnen herrschende Bild der Formalerschließung als „altmodisch und unwichtig“ geändert werden. Ein Beitrag dazu ist eine Modernisierung der Ausbildung, etwa durch den sinnvollen Einsatz der neuen Medien und die didaktische Gestaltung. Durch bessere Ausbildung können Formalerschließerinnen in zwar fachspezifischen, aber anspruchsvollen Tätigkeiten eingesetzt werden. Das erhöht die Karrierechancen. Unter Ausnutzung ihrer Fähigkeiten ist es für sie auch möglich, zumindest in der Privatwirtschaft ein besseres Einkommen zu erzielen.

Verantwortliche für die Ausbildung werden, wenn sie den Sinn sehen, der Formalerschließung wieder mehr Zeit in der Ausbildung zur Verfügung stellen. Die vorhandene Zeit muss optimal genutzt werden – etwa dadurch, dass Einschulung in die Regelwerke und praktische Übungen in Selbstlernphasen verlegt werden, die Studentinnen dabei trotzdem nicht ohne didaktische Führung bleiben.

Lernprogramme können schlechte Lehrerinnen teilweise kompensieren. Das enthebt aber nicht der Aufgabe, Dozentinnen nicht nur fachlich, sondern auch pädagogisch zu schulen.

13.1.4 Ausbildung von Ungelernten

Die zweite Gruppe der in Bibliotheken der USA Beschäftigten sind Bibliothekarinnen, die keine der Bibliotheksschulen besucht haben. Sie erledigen meist einfachere Arbeiten. In der Katalogisierung ist das die Übernahme von Fremddaten und die Ergänzung der bibliotheksrelevanten Daten. Obwohl es auch Kurse für technische Bibliothekarinnen gibt (z.B132,133), hat die Mehrzahl von ihnen keinerlei Ausbildung erhalten.

In der entsprechenden Literatur wird dargelegt, dass die auftretenden Probleme in den USA und in Deutschland bzw. Österreich dieselben sind, wenn Nichtausgebildete qualifizierte Arbeit leisten sollen. Sie werden ohne Vorbereitung direkt eingesetzt oder von Kollegen eingeschult, die selbst zu wenig Ahnung haben. Die Arbeitgeber wollen Leistung sehen, sind aber nicht [Seite 135↓]bereit, in Schulungen zu investieren. Die meisten Autorinnen sprechen sich daher für ein geplantes On-the-Job-Training aus.134,135,136

Ausbilderinnen sollten gelernte und erfahrene Bibliothekarinnen sein. Sie müssen für die Zeit der Schulungen frei gestellt werden und die Schulungsaufgaben auch in ihrer Arbeitsplatzbeschreibung festgeschrieben haben.

Der Unterricht sollte formal ablaufen und nach didaktischen Grundsätzen gestaltet sein. Die Lernziele sind am Anfang zu klären und müssen das geforderte Wissen, das geforderte Verhalten und die geforderten Fertigkeiten enthalten. Die Gliederung richtet sich nach den Aufgaben, für die die jeweilige Angestellte eingesetzt wird. Genaue Aufgabenbeschreibungen und Arbeitsanleitungen ermöglichen den Paraprofessionellen, das noch nicht Gelernte oder nicht Verstandene nachzulesen. Häufige Wiederholungen helfen beim Einüben.

Die Inhalte richten sich ebenfalls nach den Aufgaben. In der Katalogisierung ist es nicht notwendig, extensives Wissen in der Titelaufnahme zu vermitteln, aber alle müssen wissen, wie man einen Katalog benutzt und dies den Benutzerinnen auch erklären können. Auch Grundkenntnisse in Standards gehören zum Kernwissen. Bei der Übernahme von Fremddaten ist der Umgang mit OCLC und den Daten der LoC Grundbedingung.

Am Ende der Schulung ist eine Evaluierung wichtig. Das kann durch Fragebogen an die Lernenden geschehen oder durch Beobachtung der Leistung. Bei der Abhaltung von Tests ist zu beachten, dass klar wird, dass die Schulung und nicht die Teilnehmerinnen benotet werden sollen.

Die Arbeitgeber müssen erkennen, dass auch sie von einer guten Ausbildung der Hilfskräfte profitieren. Ausgebildete, und daher teurere Angestellte können sich auf ihren Bereich beschränken und müssen nicht Aufgaben übernehmen, die auch Paraprofessionelle leisten können. Besser geleistete Arbeit hebt die Produktivität und bietet ein besseres Bild nach außen. Schulungen brauchen Zeit. Die investierte Zeit wird aber durch die qualitativ und quantitativ höherer Leistung um ein Vielfaches hereingebracht.

13.1.5 Zusammenfassung

In den USA und Kanada läßt sich, vermutlich durch die Lokalisierung der Ausbildung an den Universitäten, ein sehr starker Trend weg von den Katalogisierungsfertigkeiten und hin zu einem theoretischen Verständnis erkennen. Dieser Trend wurde durch den Williamson Report ausgelöst und hält, trotz der Kritik vieler in den 50er Jahren und den darauffolgenden Änderungen, bis heute an.

Daran ändern auch die in den Wahlpflichtfächern verstärkt angebotenen Praxiselemente kaum etwas. Die Grundbegriffe der Formalerschließung werden zwar in den meisten Bibliotheksschulen im Grundkurs gelehrt, die zur Verfügung stehende Zeit reicht aber kaum aus, sie einzuüben. Der Lehrplan der Katalogisierungsgrundausbildung ist so sehr mit verschiedenen Aspekten überfrachtet, dass die in Formalerschließung erworbenen Kenntnisse meist nur ausreichen um in einem Katalog suchen zu können. Die seit dem Williamson Report anhaltende Theoretisierung der Ausbildung hat die praktische Komponente zu sehr in den Hintergrund rücken lassen. Noch ist die Situation in Deutschland und Österreich eher umgekehrt. Regelwerke und deren praktische Einübung stehen im Mittelpunkt, die in den USA geforderten und auch in Mitteleuropa notwendigen Themen wie Management, Computerfertigkeiten und Ausrichtung auf den Service wurden auf andere Fächer verlagert. Das hat in gewissem Maß seine Berechtigung, jedoch sollte in der Formalerschließungsausbildung zumindest die Anwendung im Bereich Formalerschließung unterrichtet werden. Um das zu [Seite 136↓]erreichen, muss die zur Verfügung stehende Zeit optimal eingeteilt werden und Teile, die Einübung von Fertigkeiten darstellen, auf Alleinlernphasen, z.B. Lernprogramme, verlagert werden.

Die Möglichkeit zur Auswahl von Schwerpunkten in den Fortgeschrittenenkursen hat Vor- und Nachteile. Vorteile bieten sie für diejenigen, die mit Sicherheit wissen, welche Laufbahn sie einschlagen wollen oder die bereits eine Anstellung in Aussicht haben. Die Möglichkeit, gerade Katalogisierung entweder sehr intensiv (für manche vielleicht zu intensiv) zu betreiben oder ganz abzuwählen, hält die Verfasserin für problematisch. Lieber werden anscheinend attraktivere Themen wie Datenverarbeitung oder Benutzerbetreuung gewählt. In diesen Fächern fehlt aber meist die Anwendung auf die Formalerschließung. Die unter Dewey erfolgte Überbetonung der Katalogisierung hat sich in das Gegenteil verkehrt. Diese Problematik importieren wir auch nach Deutschland, wenn wir das international verbreitete System der Modularisierung mit Wahlfächern übernehmen und die Themenbereiche in gleicher oder ähnlicher Weise einteilen wie in den USA.

Katalogisierung ist in den USA und Kanada Sache von Akademikerinnen, auch die Formalerschließung. Nach der Erfahrung der Verfasserin möchten Akademikerinnen organisieren, forschen, koordinieren und ähnliches. Sie überblicken leicht den Sinn von Regeln, das Anwenden der Regeln ist ihnen - vor allem in Routinefällen - bald zu langweilig. Die anderen Mitarbeiterinnen in der Katalogisierungsabteilung sind nicht oder nur wenig, meist On-the-Job ausgebildet. Ihnen kann man zwar die Übernahme von Fremddaten und die Ergänzung der Signaturen überlassen, eigene Titelaufnahmen aber nicht. Das Fehlen einer methodisch-technischen Mittelschicht, wie es sie in deutschen und österreichischen Bibliotheken gibt, ist ein Grund für die Krise der Katalogisierung in den USA.

Ein weiterer Grund ist die schlechte Reputation, die mit Formalerschließung Beschäftigte haben. Durch die Trennung technischer Dienst und Publikumsdienst sind die Katalogisiererinnen für die Benutzerinnen unsichtbar (und daher für diese automatisch unnötig), die Benutzerinnenbedürfnisse sind für die Katalogisiererinnen eine Geschichte, die sie von anderen hören. Der Zwang, wirtschaftlich zu arbeiten, bringt die Bibliotheksdirektorinnen dazu Personal einzusparen. Katalogisiererinnen werden zunächst für Akademikerinnen äußerst schlecht bezahlt und später ganz ersetzt. Es ist schwierig, einen gut geführten Katalog in Geld zu bewerten. Direkte Einnahmen bringt er nicht.

Die Gefahr, „unsichtbar“ zu bleiben besteht in deutschen und österreichischen Bibliotheken kaum. Durch Personalmangel war es immer schon üblich, Katalogisiererinnen (gehobener und höherer Dienst) als Auskunftsbeamte einzusetzen. In der Privatwirtschaft leistet man sich meist ein „Allroundgenie“ für Auskunftsdienste, das Sammeln, Ordnen und Verfügbarmachen hat nebenbei zu geschehen.

Durch die bevorstehende Privatisierung der Universitäten in Österreich wird auch in diesen das Problem der Einsparung von Dienstposten und damit die Verschlechterung der Katalogisierungsqualität akut werden. Für Wissenschaftlerinnen ist Literatursuche erst die Vorstufe zur Forschung. Damit die Literatur auf dem Schreibtisch der Wissenschaftlerin landet, ist viel Vorarbeit notwendig, die oft nicht wahrgenommen wird. Daher geben die Rektorinnen den Bibliotheken meist eine sehr untergeordnete Priorität. Dadurch besteht die Gefahr, dass durch den mangelnden Weitblick der Politiker und anderer maßgeblicher Kreise jene Nachteile importiert werden, die die Amerikaner selbst an ihrem eigenen System kritisieren.

13.2 Formalerschließungsausbildung in Deutschland

Die bibliothekarische Ausbildung in Deutschland ist, wie Ausbildung überhaupt, Sache der Länder. Das bewirkt, dass sowohl in den Inhalten als auch in den formalen Kriterien zwischen den Lehrinstitutionen Unterschiede auftreten. Manche Länder verfügen über keine eigenen Ausbildungsstätten und arbeiten daher entweder mit anderen Ländern zusammen oder haben ihre Ausbildungsgänge in andere Einheiten integriert. Es gibt sowohl verwaltungsinterne als auch verwaltungsexterne bibliothekarische Ausbildungen.137 Zielgruppe war dabei bis vor [Seite 137↓]kurzem hauptsächlich der öffentliche Dienst, es werden aber immer mehr private Organisationen, die qualifizierte Mitarbeiter wollen, angesprochen.

Die zukünftige Gestaltung der Ausbildung ist immer wieder Schwerpunkt von Diskussionen (z.B138,139,140,141). Chmielus betrachtet die verwaltungsinterne Ausbildung kritisch, weil verwaltungsexterne Ausbildungen flexibler sein können.142 Die Kommission für Ausbildungsfragen erstellte ein Positionspapier, in dem Forderungen für die verwaltungsexterne Ausbildung zusammengefasst wurden.143

Vorwiegend im universitären Bereich, aber auch auf Fachhochschulen entwickelten sich verschiedene informationswissenschaftliche Lehrgänge, die die traditionellen bibliothekarischen Themen in den Hintergrund rückten und neue Schwerpunkte setzten. Deshalb ist es problematisch, die Aufteilung des öffentlichen Dienstes in mittlerer – gehobener – höherer Dienst als Einteilung zu benutzen. Da es sich aber um allgemein übliche Begriffe handelt, werden sie in dieser Arbeit verwendet.

Es wurde eine Untersuchung der Internetseiten der entsprechenden Ausbildungsstätten bezüglich des Anteils der Formalerschließung am Gesamtangebot an Lehrveranstaltungen, der Lehrinhalte und der verwendeten Methoden vorgenommen. Ergänzt wurde die Untersuchung durch persönliche Auskünfte der das Fach unterrichtenden Dozenten.

13.2.1 Mittlerer Dienst

Für den mittleren Dienst war bisher die Ausbildung für öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken unterschiedlich. Seit 1998 gibt es eine Lehrausbildung „Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste“.144 Diese Ausbildung ersetzt die frühere Ausbildung „Assistentin an Bibliotheken“ für öffentliche Bibliotheken, hat aber durch den breiteren Ausbildungsrahmen ein wesentlich größeres Spektrum an Berufsaussichten. Absolventinnen werden zunehmend auch in wissenschaftlichen Bibliotheken eingesetzt. Die Ausbildung dauert drei Jahre und verläuft dual, d.h. Beschäftigung an einem Lernort in Kombination mit Berufsschule. Die Lernernenden können (seit 2000) unter fünf Fachrichtungen wählen: Archiv, Bibliothek, Information und Dokumentation, Bildagentur oder medizinische Dokumentation. 2/3 der Ausbildung erfolgen gemeinsam, der Rest fachspezifisch.

Daneben gibt es noch die verwaltungsinterne Ausbildung für Bibliotheksassistentinnen an der „Niedersächsischen Bibliotheksschule und Ausbildungsbehörde“ in Hannover, der „Badischen Landesbibliothek“ in Karlsruhe und der „Bayerischen Bibliotheksschule“ in München. Die Ausbildung dauert von 1 ½ bis 2 Jahren, die theoretische Ausbildung 2-7 Monate.


[Seite 138↓]

Ausbildungsziele sind sowohl bei der Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste als auch bei der Bibliotheksassistentin vor allem Einweisungen in praktische Tätigkeiten. Die Lehrveranstaltungen in Formalerschließung sind in Tabelle 10 angeführt.

Tabelle 10 : Lehrveranstaltungen in Formalerschließung beim mittleren Dienst

FAMI

Formale und inhaltliche Erschließung

Hannover

Überblick über die Kataloge in wissenschaftlichen. Bibliotheken und Probleme der Katalogführung

Einfache Titelaufnahme

Karlsruhe

Katalogaufnahme

Kataloge und Benutzung

Erwerbung

München

Katalogisierung

Den Anteil der Formalerschließung an der gesamten theoretischen Ausbildung beschreibt Tabelle 11.

Tabelle 11 : Anteil der Formalerschließung an der theoretischen Ausbildung des mittleren Dienstes

Ort

Ausbildungsstätte bzw. Ausbildung

Anteil

 

Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste

26%*

Hannover

 

Niedersächsische Bibliotheksschule und Ausbildungsbehörde

18%

Karlsruhe

Badische Landesbibliothek

15%

München

Bayerische Bibliotheksschule

17%

*inkl. Grundlagen der Sacherschließung

Die Formalerschließungsanteile an der gesamten theoretischen Ausbildung sind relativ hoch. Dies wird verständlich, wenn man bedenkt, dass ein großer Teil der Aufgaben des mittleren Dienstes die Übernahme von Fremddaten und die Erstellung einfacher Titelaufnahmen ist, vor allem in Verbindung mit den Bestellungen.

Bei der Ausbildung für den mittleren Dienst steht die Einübung von praktischen Fertigkeiten im Mittelpunkt. Mit einem Anteil von 13-18% an der Gesamtausbildung steht der Formalerschließung ein relativ breiter Raum für Übungen zur Verfügung. Die praktische Arbeit in den Ausbildungsbibliotheken ist der Anwendung des im Theoriekurs Gelernten gewidmet. Aufgrund ihres Alters brauchen die Schülerinnen gute Führung, am besten persönliche Betreuung. Auch der Umgang mit Computern muss in vielen Fällen erst gelernt werden. Aus dem oben Gesagten ergibt sich, dass die Ausbildung für den mittleren Dienst nicht oder nur mit sehr großen Einschränkungen für den Fernunterricht geeignet ist. Trotzdem können Lernprogramme eingesetzt werden. Voraussetzungen dafür sind zusätzliche Erklärungen und eine einfache Gestaltung des Programms.

13.2.2 Gehobener Dienst, Diplombibliothekar/-in

Die Ausbildung der Diplombibliothekarinnen (gehobener Dienst) erfolgt in einigen Fällen verwaltungsintern, in den meisten Fällen ist es ein 3-4 jähriges Studium an einer Fachhochschule. Seit kurzem gibt es auch Bakkalaureats-Abschlüsse.


[Seite 139↓]

Tabelle 12 : Anteil der Formalerschließung an der theoretischen Ausbildung des gehobenen Dienstes

Ort

Ausbildungsstätte

Kursname

Anteil

Bonn

Fachhochschule für das öffentliche Bibliothekswesen

Dipl.-Bibl. (FH) ÖB

Pflicht:7%
Wahlpflicht:
0-11%
Gesamt: 5-8%

Hamburg

Fachhochschule Fachbereich Bibliothek und Information

Bibliotheks- und Informationsmanagement

GS: 6%
HS: 9%
Gesamt: 8%

Hannover

Fachhochschule, Fachbereich Informations- und Kommunikationswesen

Studiengang Bibliothekswesen

GS: 10%
HS: 10-13%
Gesamt:10-11%

Köln

Fachhochschule FB Bibliotheks- und Informationswesen

Studiengang Bibliothekswesen

GS: 7%
HS: 3-19%
Gesamt: 5-13%

Leipzig

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur

Bibliotheks- und Informationswissenschaft

GS: 7%
HS ÖB: 5%
HS WB: 10%
Gesamt
ÖB: 6%
WB: 8%

München

Bayerische Beamtenfachhochschule

Ausbildung zum/zur Diplombibliothekar/in

15%

Potsdam

Fachhochschule, Fachbereich 5, Archiv – Bibliothek – Dokumentation

Diplombibliothekar/in (FH)

GS: 7%
HS: 11%
Gesamt: 9%

Stuttgart

Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen

Bachelor-/Diplomstudiengang Bibliotheks- und Medienmanagement

GS: 4%
HS: 2-7%
Gesamt: 3-6%

GS Grundstudium
HS Hauptstudium
ÖB öffentliche Bibliothek
WB wissenschaftliche Bibliothek

Diplombibliothekarinnen werden in acht Fachhochschulen in Deutschland ausgebildet. Meist wird das Studium in ein Grundstudium mit 2-3 Semestern und ein Hauptstudium mit 5 Semestern eingeteilt, wobei das 5. Semester ein Praxissemester ist. In München dauert die Theorie 23 Monate.Der Anteil der Formalerschließung in den verschiedenen Diplomstudiengängen ist in Tabelle 12 verzeichnet.

Der Anteil der Formalerschließung an der Gesamtausbildung beträgt daher 5-15%, im Mittel ca. 9%. Das ist deutlich weniger als bei der Ausbildung für den mittleren Dienst. Einerseits ist das erstaunlich, weil die Hauptaufgabe für Diplombibliothekarinnen traditionellerweise das Anfertigen von Titelaufnahmen ist. Andererseits wird es erklärlich, wenn man bedenkt, dass Diplombibliothekarinnen wesentlich komplexere Aufgaben als Bibliotheksassistentinnen haben. Sie müssen fähig sein, kleinere Bibliotheken oder Abteilungen zu leiten und Datenverarbeitungssysteme zumindest zu planen und anzupassen. Durch die Vielzahl an Ausbildungsinhalten sinkt naturgemäß der Prozentanteil der Formalerschließung. In München wird für den öffentlichen Dienst ausgebildet.145,146 Der Anteil der Formalerschließung an der Ausbildung ist dort am höchsten, was darauf hinweist, dass die althergebrachten Wertigkeiten [Seite 140↓]gesetzt werden. Der Studiengang in Stuttgart, der auch mit dem Bakkalaureat abgeschlossen werden kann, ist erst vor kurzer Zeit begonnen worden. Die Ausbildungsinhalte sind entsprechend den neuen Trends gestaltet worden. Der Anteil der Formalerschließung ist am geringsten von allen Diplombibliothekarinnenausbildungen.

Vergleichbare Studiengänge sind dieAusbildung von Aufstiegsbeamtinnen und –beamten vom mittleren in den gehobenen Bibliotheksdienst in Hannover und das Bachelor-Fernstudium Bibliothekswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin in Verbindung mit der Universität Koblenz-Landau. Die theoretische Ausbildung an der Niedersächsischen Bibliotheksschule und Ausbildungsbehörde in Hannover dauert 12 Monate. Es besteht aus einem Einführungskurs (2 Monate) und einem Abschlusskurs (10 Monate). Das Berliner Studium dauert 6 Semester, 4 Semester Grundstudium und 2 Semester Hauptstudium. Den Anteil der Formalerschließung an diesen Ausbildungen gibt Tabelle 13 wieder.

Tabelle 13 : Anteil der Formalerschließung an Ausbildungen, die der des gehobenen Dienstes ähnlich sind

Ort

Ausbildungsstätte

Kursname

Anteil

Berlin

Institut für Bibliothekswissenschaft der Humboldt-Universität

Fernstudium Bibliothekswissenschaft

BA

GS: 3-13%
HS: 0-27%
Gesamt: 2-18%

Hannover

Niedersächsische Bibliotheksschule und Ausbildungsbehörde

Theoretische Ausbildung von Aufstiegsbeamtinnen und –beamten

EK: 8%
AK: 25%
Gesamt: 22%

GS Grundstudium
HS Hauptstudium
EK Einführungskurs
AK Abschlusskurs

Die großen Unterschiede im möglichen Anteil der Formalerschließung an der Gesamtausbildung in Berlin lassen sich durch die Modularisierung des Unterrichts mit Wahlfächern erklären. Das Thema kann als Schwerpunkt gewählt oder ganz abgewählt werden. Die Aufstiegsbeamtinnen in Hannover werden, wenn man den großen Anteil der Formalerschließung betrachtet, offenbar hauptsächlich für den Einsatz bei der Erstellung von Titelaufnahmen geschult.

Von 9 der 10 Kurse waren Unterlagen mit Angaben über Ausbildungsinhalte vorhanden. Soweit es aus diesen Unterlagen ersichtlich war, sind die Inhalte folgendermaßen verteilt (Tabelle 14):

Tabelle 14 : Inhalte der Formalerschließungsausbildung

Inhalt

Anzahl der Kurse
(von 10)

%

RAK

10

100

Nichtbuchmaterialien

5

50

PI

6

60

Andere Regelwerke

5

50

Katalogkunde

4

40

Retrospektive Katalogisierung

1

10

Online-Katalogisierung

5

50

Verbundkatalogisierung

2

20

Datenformate

3

30

Normdateien

3

30

Im Mittelpunkt der Ausbildungsinhalte stehen die „Regeln für die alphabetische Katalogisierung“ in ihrer praktischen Anwendung. Gelehrt werden Titelaufnahmen, Ansetzungsregeln und Ordnung. Meist wird von der RAK-WB ausgegangen, für Nichtbuchmaterial werden die anderen Ausgaben der RAK verwendet. An anderen Regelwerken werden die Grundzüge der „Preußischen Instruktionen“ behandelt, an manchen Ausbildungsstätten auch ausländische Regelwerke. Die Katalogkunde dient als Voraussetzung. An einer Schule wird retrospektive [Seite 141↓]Katalogisierung gelehrt. Online-Katalogisierung bildet in 5 Kursen einen weiteren Schwerpunkt, Datenbanken und Bibliothekssysteme werden betrachtet, in zwei Kursen werden Titelaufnahmen in konkreten Bibliothekssystemen unterrichtet (PICA, ALLEGRO-C). Die Kenntnis von Normdateien und Datenformaten wurden bei jeweils drei Ausbildungen erwähnt.

Im Gegensatz zur Ausbildung in den USA stehen bei der Formalerschließungsausbildung in Deutschland die Regelwerke und ihre Anwendung im Vordergrund. Die Umsetzung in Bibliothekssysteme wird nur in der Hälfte der Kurse gelehrt, Management und Ausrichtung auf die Benutzerinnen fehlen ganz. Sie werden meist auf andere Fächer verlagert. Gerade die Umsetzung der Erschließung in Bibliothekssystemen darf bei der Diplombibliothekarinnenausbildung aber auf keinen Fall vernachlässigt werden, weil zu erwarten ist, dass dies die Hauptaufgabe im späteren Berufsleben sein wird.

Einige Ausbildungen in verwandten Berufen enthalten ebenfalls Elemente der Formalerschließung. An der Fachhochschule Darmstadt gibt es ein achtsemestriges Studium „Informations- und Wissensmanagement“ mit dem Abschluss Dipl-Informationswirt/-wirtin (FH). Eine Vorlesung des Grundstudiums ist „Datenstrukturierung I“. Sie macht etwa 3% des Gesamtstudiums aus. In ihr werden unter anderem bibliothekarische Regelwerke für die formale Erfassung und der Aufbau bibliografischer Datenbanken behandelt. 1997 wurde eine Bedarfsanalyse für eine IuD-Ausbildung über das Internet erstellt.147 Nur 17% der Befragten wollten eine derartige Ausbildung, das meiste Interesse bestand für „Informationsmanagement“.

In der Archivschule Marburg werden Diplom-Archivare /-innen für den gehobenen Dienst ausgebildet. Die Ausbildung dauert 3 Jahre. In einer Veranstaltung „Ordnung- und Verzeichnungslehre“ (1. und 2. Trimester, insgesamt 104h) werden archivarische Erschließungsmethoden gelehrt. Daneben gibt es eine Veranstaltung „Einführung in das Bibliothekswesen“ (64h), die unter anderem bibliothekarische Erschließungsmethoden enthält. In der Fachhochschule Potsdam, Fachbereich 5, Archiv – Bibliothek – Dokumentation werden nicht nur Diplombibliothekare/-innen, sondern auch Diplomdokumentare/-innen und Diplomarchivare/-innen ausgebildet. Der Leitgedanke ist fächerübergreifendes Lernen.148 Deshalb kann Bibliothekswesen auch als Nebenfach gewählt werden. Davon sind ca. 6% Formalerschließung.

Die Ausbildung zur Diplombibliothekarin bzw. das Bakkalaureatsstudium kann trotz der großen Anteile an Praxis als Fernstudium abgehalten werden. Das beweist das Fernstudium der Humboldt-Universität zu Berlin in Verbindung mit der Universität Koblenz-Landau. Fernstudien sollten aufgrund der besseren Möglichkeiten zur didaktischen Gestaltung mit Hilfe der Informationstechnologien umgesetzt werden. Büttner bezeichnet dies als Telelernen.149 Von Studentinnen kann man erwarten, dass sie den notwendigen Umgang mit Computern entweder beherrschen oder in einführenden Lehrveranstaltungen erlernen. Allerdings kann man nicht erwarten, dass ihnen die notwendige Infrastruktur zu Hause zur Verfügung steht. Deshalb ist die Lösung, die das Institut für Bibliothekswissenschaft in Berlin gefunden hat – die Nutzung der Möglichkeiten einer Institution vor Ort mit dem Angebot persönlicher Kontakte – optimal.

An allen Ausbildungsstätten werden Informationstechnologien meist in denjenigen Fächern in die didaktische Gestaltung des Unterrichts einbezogen, die Aspekte der Computerbenutzung lehren. In der Formalerschließung werden oft die „altbewährten“ Methoden angewandt. In der Folge wird Formalerschließung als „unwichtiges Fach“ gekürzt. Beim Fernstudium können und müssen, zumindest teilweise, andere didaktische Grundsätze angewandt werden als beim Direktstudium. Das bietet einen Anreiz, sowohl die Inhalte als auch die Methoden zu [Seite 142↓]überdenken. Dabei darf man nicht den Fehler begehen, die anwendungsbezogenen Inhalte durch theoretische Überlegungen zu ersetzen oder das, was geübt werden muss, nur mehr theoretisch abzuhandeln. Praxiskomponenten in ein Fernstudium einzubauen ist schwierig, aber möglich. Lernprogramme, Übungen in Testsystemen und Gruppenarbeiten leisten gerade bei der Diplombibliothekarinnenausbildung gute Hilfe. Die dahinter liegende Theorie kann in Diskussionsgruppen gemeinsam erarbeitet und in den Präsenzveranstaltungen weiter ausgeführt werden.

13.2.3 Höherer Dienst

Die Voraussetzung für den höheren bibliothekarischen Dienst ist ein abgeschlossenes Universitätsstudium. Die bibliothekarische Ausbildung dauert 1 ½ -2 ½ Jahre und war in den alten Bundesländern zunächst verwaltungsintern. Im Moment ist die gesamte bibliothekarische Ausbildung in Deutschland im Umbruch. Von der verwaltungsinternen Ausbildung wird auch beim höheren Dienst, trotz mehrfacher Kritik, immer mehr abgegangen. Zur Zeit gibt es sie in München und, auslaufend, in Frankfurt am Main. Die theoretische Ausbildung dauert jeweils 12 Monate. In München wird verwaltungsintern für den höheren Bibliotheksdienst in Bayern ausgebildet. Auch dieser Kurs wurde reformiert.150 Waren in der früheren Ausbildung allein für die Formalerschließung ca. 11% der Unterrichtszeit vorgesehen, stehen jetzt für den gesamten Bereich „Medien- und Informationserschließung“ 13% zur Verfügung.

Die Bibliotheksschule in Frankfurt am Main, die bis jetzt auch überregionale Ausbildungsaufgaben übernommen hatte, wird 2003 geschlossen. 2001 wurde der letzte Jahrgang der verwaltungsinternen Ausbildung für den höheren Dienst aufgenommen. Danach soll diese Aufgabe die Fachhochschule Darmstadt übernehmen.151 „Normen für Erschließung (RAK / RSWK)“ soll eines der sechs Fächer des Einführungskurses sein.

Neben der verwaltungsinternen Ausbildung gibt es die Möglichkeit von Zusatzstudien mit Bibliothekswissenschaft als Haupt- oder Nebenfach oder von postgradualen Studien.

An der Humboldt-Universität zu Berlin gibt es vier akademische Ausbildungsgänge für Bibliothekswissenschaft. Das Direktstudium kann in Kombination mit einem zweiten Fach als Hauptfach oder als Nebenfach absolviert werden. Es dauert 9 Semester und schließt mit dem Magister Artium ab. Das Studium gliedert sich in ein Grundstudium mit der Dauer von 4 Semestern und ein Hauptstudium von 5 Semestern. In Zusammenarbeit mit der Universität Koblenz-Landau gibt es für den höheren Dienst ein Magisterfernstudium mit einer Dauer von 9 Semestern (4 Semester Grundstudium, 5 Semester Hauptstudium) und ein auf das Bakkalaureat aufbauendes Studium, das weitere 3 Semester dauert. Analog der verwaltungsinternen Ausbildung sind Personen mit abgeschlossener Hochschulausbildung die Zielgruppe für das postgraduale Fernstudium. Die meisten haben Berufserfahrung, bzw. betreiben das Studium zusätzlich zu ihrer Beschäftigung in einer Bibliothek. Das postgraduale Fernstudium dauert 4 Semester.152,153,154 In der 6. Änderungsverordnung zur Bundeslaufbahnverordnung wurde eine [Seite 143↓]„Laufbahn besonderer Ordnung“ geschaffen. Dadurch ist das postgraduale Studium gleichberechtigt mit der Ausbildung zum höheren Dienst.155

Die verwaltungsinterne Ausbildung für den höheren Dienst an der Fachhochschule Köln wurde mit Zulassung 2000 durch einen Master-Zusatzstudiengang „Bibliotheks- und Informationswissenschaft“ abgelöst, der drei Semester dauert. Abgeschlossen wird das Studium mit dem Titel „Master of Library and Information Science“. Die Aufnahme der ersten Studentinnen ist 2002 möglich. Damit auch das Studium in Köln als Ausbildung für Fachreferentinnen gilt, wurde zusätzlich die Laufbahnverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen geändert. Für die Gleichberechtigung der Ausbildung sind nach Beendigung des Studiums zwei Jahre im Angestelltenverhältnis zu arbeiten.156,157 Die Studieninhalte werden jedoch in anderen Bundesländern kritisch betrachtet.158

An der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig ist ein postgradualer Magister-Zusatzstudiengang „Bibliotheks- und Informationswissenschaft“ geplant.159 Er soll vier Semester dauern und wird modular aufgebaut sein. Bewertet wird mit dem ECTS-System. Die ersten Studentinnen sollen im Wintersemester 2002 aufgenommen werden.

Die Anteile der Formalerschließung an den Ausbildungen sind Tabelle 15 zu entnehmen.


[Seite 144↓]

Tabelle 15 : Anteil der Formalerschließung an der theoretischen Ausbildung des höheren Dienstes

Ort

Ausbildungsstätte

Kursname

Anteil

Berlin

Institut für Bibliothekswissenschaft der Humboldt-Universität

Magisterstudium Bibliothekswissenschaft

(Direktstudium)

Haupfach:
GS: 10%
HS: 5%
Gesamt: 8%
Nebenfach:
GS: 20%
HS: 10%
Gesamt: 15%

Berlin

Institut für Bibliothekswissenschaft der Humboldt-Universität

Magisterfernstudium Bibliothekswissenschaft

GS: 3-13%
HS: 0-13%
Gesamt: 2-13%

Berlin

Institut für Bibliothekswissenschaft der Humboldt-Universität

Fernstudium Bibliothekswissenschaft

MA

MA-Studium:
0-27%
Gesamt: 1-16%

Berlin

Institut für Bibliothekswissenschaft der Humboldt-Universität

Postgraduales Fernstudium Bibliothekswissenschaft

6%

Köln

Fachhochschule FB Bibliotheks- und Informationswesen

Master-Zusatzstudiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft

3%*

München

Bayerische Bibliotheksschule

Ausbildung höherer Bibliotheksdienst

7%

GS Grundstudium
HS Hauptstudium
*“Medien- und Informationserschließung“

Die Inhalte der meisten Kurse sind ähnlich den Lehrinhalten beim gehobenen Dienst, der Schwerpunkt liegt aber mehr beim grundsätzlichen Verständnis. Dieses Grundverständnis und das kritische Denken wurde schon von Wille 1979 betont.160

Voraussetzung bei den gegenwärtigen Ausbildungsinhalten ist die allgemeine Katalogkunde. Die RAK, vor allem die RAK-WB bilden den größten Teil der Ausbildung. Daneben werden auch ausländische Regelwerke betrachtet und zumeist die allgemeinen Probleme der Regelwerke sowie die Beurteilung der Qualität von Katalogisaten behandelt. In zwei Ausbildungskursen üben die Studentinnen die Katalogisierung spezieller Materialien. Bei den Datenformaten liegt das Hauptaugenmerk auf MAB2, daneben lernen die Studentinnen auch andere Datenformate kennen, in zwei Kursen auch Metadaten. Weitere Inhalte sind Online- und Verbundkatalogisierung allgemein, Normdaten und Fremddatenübernahme, in einem Kurs auch spezielle Bibliothekssysteme (PICA, ALEPH500). Im neuen Ausbildungskurs in München werden die „Functional Requirements“ gelehrt.

Im Zuge der Änderung der Ausbildungen werden auch die Inhalte grundlegend verändert. Im Mittelpunkt stehen – nach Meinung der Verfasserin berechtigt – Management und Informationstechnik (161, Arbeitskreis 4 in162). Gerade für den höheren Dienst sind diese Bereiche von fundamentaler Bedeutung. Soweit es die Forderung betrifft, bei der Formalerschließung Kürzungen vorzunehmen163,164, kann sich die Verfasserin aber nur bedingt [Seite 145↓]anschließen. Für zukünftige Fachreferentinnen, Abteilungsleiterinnen und Bibliotheksleiterinnen ist eine profunde Kenntnis der RAK inklusive der Erstellung von Titelaufnahmen nicht notwendig. Um die Arbeit der Mitarbeiterinnen richtig beurteilen zu können, ist es jedoch wichtig, Einblicke in die Komplexität der Tätigkeit zu haben. Außerdem darf man Management und Informationstechnologie nicht isoliert betrachten. Die Anwendung in einzelnen Bereichen, so auch im Bereich der Formalerschließung, muss gelehrt werden. Insofern bietet sich die Vermittlung der Regelwerke mit Hilfe eines Lernprogramms und die Betrachtung und Erarbeitung des Kontexts in anschließenden Veranstaltungen an.

Auffällig ist, dass beim neu gegründeten Zusatzstudium an der Fachhochschule Köln Formalerschließung nur noch im Rahmen von „Medien- und Informationserschließung“ gelehrt werden soll. Der Anteil am Gesamtunterricht wird daher voraussichtlich eher den der bibliothekarischen Ausbildung verwandten Studiengängen entsprechen. Nach Meinung der Verfasserin ist es daher problematisch, das Zusatzstudium als bibliothekarische Ausbildung zu betrachten.

An mehreren Universitäten werden verwandte Studiengänge angeboten, in denen auch Inhalte der Formalerschließung gelehrt werden. In der Folge sollen einige Beispiele angeführt werden:

In einem neunsemestrigen Magisterstudium „Informationswissenschaft“ im Nebenfach in Düsseldorf werden in einer Vorlesung und einem Seminar, zumindest kurz, Themen der Formalerschließung behandelt. An der Universität Konstanz gibt es ein Studium „Information Science“, das mit dem Bakkalaureat oder dem Master of Science abgeschlossen wird. Das Fach „Datenmodellierung“ enthält unter anderem Auszeichnungssprachen und Dublin Core. In der Archivschule in Marburg werden Archivassessoren/innen ausgebildet. Im zweiten Trimester gibt es eine Vorlesung „Arbeitsmethoden und fachliche Grundlagen in Bibliothek und Dokumentation“ , in der Standards, Normen und praktische Verfahren der Erfassung, Aufbereitung und Präsentation gelehrt werden.165 Im Studium „Informationswissenschaft“ an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken werden sowohl in der Vorlesung „Information und Dokumentation“ als auch in den zugehörigen Übungen Inhalte der Formalerschließung kurz, meist in Form eines Referats, behandelt. Das zeigt, dass auch in nichtbibliothekarischen Studiengängen Themen der Formalerschließung, wenn auch in sehr geringem Ausmaß, behandelt werden.

An der Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen in Stuttgart werden Master-Studiengänge „Bibliotheks- und Medienmanagement“ als fünfsemestriger Teilzeitstudiengang abgehalten.166 Im Abschnitt „Digitale Bibliothek“ werden Metadaten gelehrt. Dieser Studiengang versteht sich auch als bibliothekarische Ausbildung, ist aber für Personen vorgesehen, die bereits einen Abschluss im Informations- und Medienbereich haben. Die Inhalte dieses Aufbaustudiengangs entsprechen eher den verwandten Studiengängen.

Für die Ausbildung des Höheren Dienstes in Formalerschließung gelten weitestgehend die didaktischen Empfehlungen für den Gehobenen Dienst. Gerade für Berufstätige ist ein Fernstudium ideal. Aufgrund der oft fehlenden computertechnischen Infrastruktur in den Privathaushalten und der meist ablehnenden Haltung von Vorgesetzen gegenüber Ausbildungen während der Dienstzeit ist es notwendig, entweder Telelernen an einer anderen Institution anzubieten (siehe Magisterfernstudium Berlin – Koblenz-Landau) oder das Fernstudium mit vielen traditionellen Elementen durchzuführen (siehe Fernstudium Berlin). Die Inhalte für die Formalerschließung können theoretischer sein als bei der Ausbildung für Diplombibliothekarinnen, die Praxis darf aber nicht fehlen. Die für die Praxis erforderliche Übung kann durch Lernprogramme erworben werden.


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13.2.4  Zusammenfassung

Formalerschließung wird in Deutschland in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden gelehrt, entsprechend den Aufgaben, die auf die Absolventinnen in der Praxis warten. Der mittlere Dienst ist für die Erledigung praktischer, einfacher Aufgaben zuständig. Dementsprechend praxisorientiert ist daher auch die Ausbildung. Die Formalerschließung nimmt dabei einen auffällig großen Raum ein.

Die intensivste Ausbildung in Formalerschließung hat der gehobene Dienst. Von jeher ist das Katalogmanagement, besonders das Management des Alphabetischen Katalogs, Sache des gehobenen Dienstes. Durch die relativ lange Dauer der Ausbildung ist die absolute für die Formalerschließung aufgewandte Zeit höher als es der gegenüber dem mittleren Dienst deutlich niedrigere Prozentanteil vermuten ließe. Außerdem blieb im berechneten Prozentanteil die Zeit des meist angebotenen Praxissemesters unberücksichtigt. Man kann davon ausgehen, dass in der Regel ein wesentlicher Teil des Praxissemesters Katalogmanagement umfasst. Aufgrund der langen Studiendauer ist es möglich, die Studentinnen in allen methodisch-technischen Bereichen des Bibliothekswesens zu schulen. Umso unverständlicher ist es, dass Absolventinnen im Gegensatz zu anderen Fachhochschulabsolventinnen nur im gehobenen Dienst eingestuft werden. In den Bibliotheken werden Diplombibliothekarinnen oft, vermutlich aufgrund der geringeren Kosten, in Bereichen eingesetzt, die nur der Ausbildung der Fachreferentinnen entsprechen.

Die Ausbildung in Formalerschließung für den höheren Dienst liegt noch immer prozentmäßig ungefähr im Bereich des gehobenen Dienstes, durch die kürzere Dauer der gesamten bibliothekarischen Ausbildung ist der absolute Zeitaufwand geringer. Die Auswahl der Lehrinhalte ist besonders schwierig. Fachreferentinnen sollen fähig sein, alle Abteilungen einer Bibliothek, damit auch die Formalerschließungsabteilung, zu managen. Sie müssen Regelwerke mit Benutzerinnenbedürfnissen abstimmen können und Bibliothekssysteme an die Bedürfnisse der Formalerschließung anpassen können. Dazu müssen sie die wesentlichen Probleme und Schwerpunkte der Formalerschließung verstehen. Detaillierte Kenntnisse der Regelwerke sind nicht erforderlich. Um aber zumindest die Schwierigkeiten einer komplizierten Titelaufnahme abschätzen zu können, brauchen sie auch Einblicke in die komplexen Vorgänge und die dahinter liegende Theorie.

Mit der Änderung der Lehrinhalte und Lernziele für den höheren Dienst bricht auch in Deutschland die Diskussion über den Anteil von Theorie und Praxis am Unterricht bzw. über das Thema wissenschaftliche - verwaltungsinterne Ausbildung auf (Arbeitskreis 1-3 in167,168). Die große Skepsis gegenüber der bibliothekswissenschaftlichen Ausbildung mag bewirken, dass nicht die Fehler begangen werden, die in den USA nach dem Williamson Report gemacht wurden. Die Ansiedlung der neuen Ausbildungsgänge erfolgt überwiegend auf Fachhochschulen. Vermutlich ist das auch ein Ausdruck dafür, dass das Studium eher im praktischen Bereich angesiedelt sein soll. Nach Meinung der Verfasserin geht die Diskussion jedoch vielfach am Wesentlichen vorbei. Wissenschaftlichkeit und Praxisnähe ist kein Widerspruch, sondern eine Frage des Curriculums und der didaktischen Gestaltung. Ob die Studentinnen fähig sind, ihr erworbenes Wissen in der Praxis anzuwenden, wird nicht unbedingt durch die Länge der Praxisphasen während des Studiums bestimmt, sondern, ob ihnen der Zusammenhang von zugrundeliegender Theorie und praktischer Anwendung vermittelt wurde. Auch das ist eine Frage der Lehrinhalte und ihrer Präsentation. Es sind Unterschiede zwischen Studentinnen zu machen, die bereits praktische bibliothekarische Erfahrung besitzen und die theoretischen Zusammenhänge erlernen wollen und solchen, denen die bibliothekarische Welt neu ist. Die Gefahr, die sich in Deutschland abzeichnet, ist nicht, dass die „altbewährten“ Rahmenbedingungen durch Abstimmung auf internationale Gepflogenheiten geändert werden müssen. Das größte Problem liegt nach der Meinung der Verfasserin darin, dass durch die „Anreicherung“ der Lehrpläne mit Informationstechnologie und Management vergessen wird, dass die klassischen bibliothekarischen Bereiche keine Zugabe sind, sondern der Kern. Dieser [Seite 147↓]Kern hat sich durch die neuen Gegebenheiten gewandelt, Informationstechnologie und Management sind darauf bezogen. Das sollte der eigentliche Inhalt der Ausbildung sein.

Wenn vom Überflüssigwerden der Bibliotheken die Rede ist, denken viele an mit Informationen überladene Katalogzettel, in der Regel das Werk der Formalerschließer. Dementsprechend hat die Formalerschließung in verwandten, auf die Zukunft ausgerichteten Studienzweigen einen geringen Stellenwert. Das hat seine Berechtigung, wenn unter Formalerschließung das Festhalten an nicht mehr zeitgemäßen Regeln und Vorgängen verstanden wird. Da der IuD-Bereich immer seine eigenen Regelungen hatte, ist es auch verständlich, wenn in entsprechenden Ausbildungen die bibliothekarischen Regelwerke nur kurz erwähnt werden. Das systematische und nach bestimmten Regeln durchzuführende Erfassen auch formaler Daten von Informationen zum leichteren Wiederauffinden und zur Bewertung der Information wird bei exponentiell zunehmender Informationsflut aber eher wichtiger als überflüssig. Nach Meinung der Verfasserin wird das in der Ausbildung zu wenig berücksichtigt.

Um eine internationale Abstimmung der Ausbildung zu erreichen, wird sich die Modularisierung der Inhalte und der Aufbau nach dem ECTS-System immer mehr durchsetzen. Bei Kursen, die bereits nach diesem System aufgebaut sind, fällt auf, dass der Anteil der Formalerschließung im Pflichtteil den geringsten Prozentanteil hat. Das birgt die Gefahr in sich, dass, ähnlich wie in den USA, Formalerschließung von vielen als unnötig betrachtet wird. Die Folge könnten Absolventinnen sein, die zwar eine abgeschlossene Ausbildung haben, aber große Defizite in ihren Kenntnissen aufweisen. Das muss bei der Aufteilung in Pflicht- und Wahlfächer berücksichtigt werden.

In Deutschland ist die bibliothekarische Ausbildung stark im Umbau begriffen. Oft überwiegen bei den Überlegungen finanzielle oder populistische Aspekte. Das kann der Ausrichtung auf zukünftige Entwicklungen nur schaden. Die Stärken des deutschen Systems liegen in der klaren Aufgabenverteilung. Diese Aufgabenteilung sollte beibehalten werden und die Ausbildung weiterhin dementsprechend erfolgen. Neue Berufsbezeichnungen können zwar interessant klingen, sind aber nach Meinung der Verfasserin nicht notwendig. Gleichzeitig wäre es wichtig, die Entlohnung entsprechend der Bedeutung des Berufsstandes in der heutigen Zeit zu gestalten.

Der wissenschaftliche Blickpunkt sollte mehr Beachtung finden. Sowohl Bibliothekswissenschaftlerinnen als auch Bibliothekarinnen müssen die Anforderungen der Informationsaufbereitung in der Zukunft erforschen. Aus dieser Kenntnis können sie Entscheidungsträgern geeignete Maßnahmen so rechtzeitig vorschlagen, dass die Erfordernisse die Bibliotheken nicht unvorbereitet treffen.

Die didaktische Gestaltung der Ausbildung, vor allem der Formalerschließungsausbildung, kann helfen, vom Image wegzukommen, das Bibliothek mit Formalerschließung gleichsetzt und Formalerschließung mit dem Auswendiglernen von Regeln und daher langweilig und verstaubt. Nicht nur die Inhalte müssen reformiert werden, auch die Präsentation derselben. Den vielen guten Ansätzen, die die Formalererschließungsausbilderinnen oft als Einzelkämpferinnen entworfen haben, sollte mehr Beachtung geschenkt werden, statt sie durch ständige Kürzung der Unterrichtszeit am Curriculum zu hindern.

13.3 Formalerschließungsausbildung in Österreich

Der Schwerpunkt der bibliothekarischen Ausbildung für wissenschaftliche Bibliotheken in Österreich liegt noch immer bei der verwaltungsinternen. Daneben gibt es den Fachhochschul-Studiengang für Informationsberufe in Eisenstadt und den Lehrgang Bibliotheks- und Informationsmanagement an der Donau-Universität in Krems. Verwandte Themen werden auch in anderen Fachhochschul-Studiengängen behandelt, z.B. Informationsmanagement in Graz, Informationswirtschaft und Management in Salzburg, Medizinische Informationstechnik in Klagenfurt und Telekommunikation und Medien in St. Pölten.

Die Ausbildung für öffentliche Bibliotheken ist Gemeindesache, sie erfolgt getrennt von der Ausbildung der wissenschaftlichen Bibliothekarinnen, ist nicht institutionalisiert und verläuft nach anderen Kriterien. Gerade in Büchereien sind viele Nichtausgebildete beschäftigt.


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13.3.1  Geschichte der bibliothekarischen Ausbildung

Dr. Josef Bick, der 1923-1938 und 1945-1949 Generaldirektor der Österreichischen Nationalbibliothek war, setzte sich für eine fundierte bibliothekarische Ausbildung des wissenschaftlichen (höheren) und mittleren (jetzt gehobenen) Dienstes ein. Als Konsulent des Bundesministeriums für Unterricht erstellte er einen Entwurf für eine Prüfungsordnung, die 1929 erlassen wurde. Ausgebildet wurden bereits an den Bibliotheken Beschäftigte. Die allgemeinen Grundlagen sollten vermittelt werden, die Spezialkenntnisse wurden an der jeweiligen Bibliothek erworben. Dieses Konzept wurde im Lauf der Jahre beibehalten.

Gemäß der Verordnung vom 12. 12. 1978 über die „Grundausbildung für die Verwendungsgruppen A und B – Bibliotheks-, Dokumentations- und Informationsdienst“ bestand die Ausbildung aus zwei Teilen und einer Praxisphase. Der erste Teil, der ab 1996 in mehreren Ausbildungsblöcken abgehalten wurde, fand in fünf großen wissenschaftlichen Bibliotheken in Wien und den anderen Bundesländern statt und dauerte für A (Höherer Dienst) 16 Wochen und für B (gehobener Dienst) 7 Wochen. Die Praxis (A insgesamt 12 Wochen, B insgesamt 7 Wochen) musste in verschiedenen Institutionen des Bibliotheks- und Dokumentationswesens abgelegt werden. Daran schloss sich ein zweiter Teil, der zentral an der Österreichischen Nationalbibliothek abgehalten wurde und wieder für A 12 Wochen und für B 7 Wochen dauerte. Der zweite Teil diente der Vertiefung, Exkursionen, der Abwicklung von Projekten und, für A, der Anfertigung einer Hausarbeit. Die Ausbildung wurde mit einer Dienstprüfung abgeschlossen.

Die Grundausbildung der Verwendungsgruppe C (Fachdienst) wurde mit der Verordnung vom 25.6.1985 geregelt. Der Ausbildungslehrgang dauerte 7 Wochen und umfasste das österreichische Verfassungs-, Verwaltungs- und Bibliotheksrecht, bibliothekarische Betriebslehre, einfache formale Erfassung und die Kenntnis der wichtigsten Nachschlagewerke. Verbunden damit war eine praktische Verwendung. Den Abschluss bildete die Dienstprüfung.169

Die Vereinigung österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare ist durch die Erstellung von Grundlagenpapieren maßgeblich an der Weiterentwicklung der bibliothekarischen Ausbildung in Österreich beteiligt.170,171,172,173,174,175,176

13.3.2 Verwaltungsinterne Ausbildung

Seit dem 13.8.1999 existiert eine neue Verordnung über die „Grundausbildung für die Verwendungsgruppen A1 und A2 - Bibliotheks-, Dokumentations- und Informationsdienst“. Innerhalb des öffentlichen Dienstes ist die Ausbildung nicht mehr nur als Voraussetzung für die [Seite 149↓]Pragmatisierung vorgesehen. Neu eintretende Bibliothekarinnen müssen sie innerhalb einer gewissen Zeitspanne absolvieren. Sie gliedert sich in Vorlesungen, Praxisphasen, Training- und Spezialisierungsphasen sowie Selbststudium. Ausbildungsbibliotheken sind gleichberechtigt die „Österreichische Nationalbibliothek“, die UB Wien, Salzburg, Innsbruck und Graz oder andere wissenschaftliche Bibliotheken, wenn sie fachlich in Betracht kommen. Die Vorlesungszeit ist 27 Wochen für A, A1 und v1 (höherer Dienst), 20 Wochen für B, A2 und v2 (gehobener Dienst). Die Praxis dauert 5 Wochen für den höheren und 4 Wochen für den gehobenen Dienst, die Spezialisierung 40 Wochen. Davon sind 3 Wochen für eine Projektarbeit vorgesehen. Die Dienstprüfung wurde auf Einzelprüfungen aufgeteilt und setzt sich aus schriftlichen oder mündlichen Prüfungen, der Projektarbeit, den Praxisberichten, einer begleitenden Leistungsfeststellung und den Sprachprüfungen zusammen.177 Die Lehrerinnen sind Personen, die in der Praxis mit dem jeweiligen Unterrichtsgegenstand befasst sind.

Seit dem 12.9.2000 ist die Ausbildung für den Fachdienst (A3, C, v3) (entspricht dem mittleren Dienst in Deutschland) ebenfalls neu geregelt. Im selben Bundesgesetzblatt wurde auch eine Ausbildung für den „mittleren Dienst“(A4, D, v4) (umfasst einfache administrative Tätigkeiten, eine Stufe unter dem Fachdienst) vorgesehen. Die theoretische Ausbildung dauert für den Fachdienst nach wie vor 7 Wochen, für den „mittleren Dienst“ 4 Wochen und vermittelt Grundkenntnisse in Rechtskunde, BID-Management, Öffentlichkeitsarbeit, Medienerschließung und Informationsvermittlung. Daneben gibt es eine Praxisphase von einer Woche und Trainingsphasen (A3 20 Wochen, A4 10 Wochen). Die Ausbildung beider Besoldungsgruppen schließt mit der Dienstprüfung ab, der Fachdienst muss Englischkenntnisse nachweisen.178

13.3.3 Fachhochschul-Studiengang in Eisenstadt

Der Fachhochschul-Studiengang „Informationsberufe“ in Eisenstadt wurde gegründet um eine anderen Ländern vergleichbare Ausbildung zu schaffen. 1997 wurden die ersten Studentinnen aufgenommen. Der Träger ist ein Verein, an dem das Land Burgenland, die Stadt Eisenstadt, die Arbeiterkammer und die Wirtschaftskammer beteiligt sind.

Der Studiengang dauert 4 Jahre, davon sind zwei Jahre Grundstudium und zwei Jahre vertiefendes Studium. Das vertiefende Studium ist möglich in den Bereichen

Am Ende des ersten Semesters absolvieren die Studentinnen ein einmonatiges Berufsorientierungspraktikum, im 7. Semester ein 18monatiges Berufspraktikum. Das 8. Semester dient zum Verfassen der Diplomarbeit und zum Ablegen der Diplomprüfung. Mehrere Praxisprojekte werden ausgeführt. Durch das Studium erwirbt man den Grad Magister/Magistra für Informationsberufe (FH).

Zielgruppe der Ausbildung sind angehende Bibliothekarinnen für den Bereich des öffentlichen Bibliothekswesens und für die Privatwirtschaft. Die Anerkennung des Studiums für die staatliche Dienstprüfung wird im Einzelfall geprüft.

Unterrichtet wird sowohl von an der Fachhochschule angestellten Lehrerinnen als auch, in der Mehrzahl, von externen Lehrbeauftragten (179,180,181, Internetseiten).


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13.3.4 Postgradualer Studiengang in Krems

Seit Oktober 1999 gibt es an der Donau-Universität in Krems einen postgradualen Studiengang „Bibliotheks- und Informationsmanagement“. Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Studium oder eine gleichartige berufliche Qualifikation. Das Studium dauert 4 Semester, mit geblockten Lehrveranstaltungen und Praxiseinheiten. Am Ende ist eine wissenschaftliche Arbeit zu verfassen. Durch das Studium erwirbt man den akademischen Grad „Master of Advanced Studies (Library and Information Science)“. Zielgruppe sind gehobene Positionen in der Privatwirtschaft oder in Non-Profit-Organisationen. Die Anerkennung des Studiums für die Grundausbildung im öffentlichen Dienst erfolgt individuell (182, Internetseiten).

13.3.5 Formalerschließungsausbildung

In der verwaltungsinternen Ausbildung liegt der inhaltliche Schwerpunkt auf der Einführung in die RAK-WB. Die anderen Teile der RAK (z.B. RAK-Karten, RAK-NBM, RAK-Musik) werden meist in Fortbildungskursen behandelt. Von der RAK-WB werden in der Regel aufgrund der kurzen Zeit, die für die Formalerschließung zur Verfügung steht, nur Verfasserwerke, Sammelwerke und die Ansetzungen von Personennamen gelehrt. In Graz, Salzburg und an der Fachhochschule Eisenstadt wird zunächst eine kurze Einführung in die Katalogkunde gegeben. In Salzburg werden in geringem Ausmaß auch die PI und das „altösterreichische Regelwerk“ präsentiert, damit die Studentinnen sich in Zettelkatalogen zurechtfinden. An der Österreichischen Nationalbibliothek stehen in den ersten Stunden die Regelwerke im Vordergrund. Auch eine Einführung in MAB wird gegeben. An der Donau-Universität in Krems wird vorwiegend Formalerschließung in Bibliothekssystemen, vor allem in ALEPH500 unterrichtet.

Tabelle 16 : Anteil der Formalerschließung an der bibliothekarischen Ausbildung in Österreich

Ausbildungsstätte

Kursname

Anteil

Verwaltungsinterne Ausbildung

Ausbildung A1

4-10%

Verwaltungsinterne Ausbildung

Ausbildung A2

14%

FH Eisenstadt

Informationsberufe

2%

Donau-Universität in Krems

Bibliotheks- und Informationsmanagement

Ca. 2%

Der methodische Schwerpunkt der Ausbildung liegt auf Übungen. Entweder wird die Theorie direkt anhand von Beispielen erläutert oder das Lösen von Beispielen erfolgt im Anschluss an den theoretischen Unterricht. Die Terminologie wird laufend wiederholt. An der Universitätsbibliothek Innsbruck wurden die Teilnehmer angeregt, sich eine Kartei der verschiedenen Möglichkeiten der Eintragungen zu jeder Gruppe der bibliografischen Beschreibungen anzulegen, damit sie ein Hilfsmittel für die Berufspraxis besitzen.

Übungen werden nicht nur in der RAK-gemäßen Gestaltung von Katalogkarten abgehalten, sondern auch in der Anwendung des jeweiligen Verbund-Bibliothekssystems. Derzeit ist das ALEPH500. Dabei wird darauf Wert gelegt, dass besonders die Teilnehmerinnen, die im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, eine genaue Einführung in dieses Bibliothekssystem [Seite 151↓]bekommen. An der Österreichischen Nationalbibliothek wird ein Großteil der Katalogisierungsübungen direkt im Bibliothekssystem (Schulungssystem) durchgeführt. An den verwaltungsinternen Kursen nehmen auch Beschäftigte aus anderen Bibliotheken teil, die nicht an das Verbundsystem angeschlossen sind. Diese bekommen einen Überblick über die Suchmöglichkeiten im Bibliothekssystem. In anderen Ausbildungskursen wird zumindest ein geringer Teil der Zeit am Ende verwendet, Eintragungen in ALEPH500 zu üben.

13.3.6 Zusammenfassung

Der Anteil der Formalerschließung an der Gesamtausbildung ist vergleichbar den Anteilen in Deutschland (siehe Tabelle 16). Die Inhalte sind noch mehr praxisbezogen und richten sich direkt nach den beruflichen Anforderungen der Teilnehmerinnen aus. Die Unterrichtenden kommen aus der Praxis. Im Allgemeinen geben sie ihre Berufserfahrung und die dazu notwendigen Grundlagen weiter. Die RAK-WB steht im Mittelpunkt, weil die Ausbildung für wissenschaftliche Bibliotheken erfolgt. Zu bedauern ist, dass für die Umsetzung in Bibliothekssysteme nicht mehr Zeit bleibt. Es wäre darauf zu achten, dass die grundsätzliche Umsetzung im Unterricht gebracht wird, die Schulung für ALEPH500 kann durch ein Lernprogramm erfolgen.

Gerade in der Formalerschließungsausbildung sind die Vortragenden sehr um eine gute didaktische Gestaltung bemüht. Sie verwenden nicht nur neue Medien im Unterricht, sondern fördern auch die aktive Teilnahme der Studentinnen. Das Zu-Kurz-Kommen der Theorie ist bedingt durch die Platzierung der bibliothekarischen Ausbildung in der Ausbildungslandschaft. Die Ansiedlung im Fachhochschul- bzw. Universitätsbereich ist relativ neu. An öffentlichen Universitäten kann Bibliothekswissenschaft nicht studiert werden. Deshalb sind die Unterrichtenden Bibliothekarinnen, keine Dozentinnen. Die bibliothekswissenschaftliche Forschung erfolgt, wenn überhaupt, nur nebenbei. Das macht sich auch in der Lehre bemerkbar. Es wäre zu begrüßen, wenn auch in Österreich Bibliothekswissenschaft als Studienzweig an öffentlichen Universitäten eingeführt würde.

13.4 Formalerschließungsausbildung in weiteren Ländern

Auch in anderen Ländern soll die bibliothekarische Ausbildung, besonders die Formalerschließungsausbildung, deren Anteil an der Gesamtausbildung und deren Inhalt betrachtet werden. Ziel ist es, Trends und Entwicklungen aufzuzeigen. Die Trends in anderen Ländern haben meist Einfluss auf die Zukunft in Deutschland und Österreich, ganz besonders durch die Auswirkung der zunehmenden Globalisierung. Um die Ausbildung zu planen und didaktisch zu gestalten, ist es wichtig, diese Entwicklungen und ihre Folgen in anderen Ländern – unter Umständen kritisch - zu betrachten.

Die Daten wurden aus der Literatur, aus den Internetseiten der betreffenden Institutionen und aus Umfragen erhoben. Dabei wurde der Schwerpunkt, dem Thema entsprechend, auf Fernstudien gelegt.

13.4.1 Formalerschließungsausbildung in der Schweiz

Durch die stark föderalistische Struktur der Schweiz war die bibliothekarische Ausbildung bis vor einigen Jahren sehr uneinheitlich. Ursprünglich wurde sie vom „Verband der Bibliotheken und der Bibliothekare/Bibliothekarinnen der Schweiz“ (BBS) organisiert. Für Diplombibliothekarinnen gab es 2 ½ jährige Kurse in Bern, Zürich, Lausanne und im Tessin. Die theoretische Ausbildung umfasste ca. 400 bis 440 Unterrichtsstunden und wurde mit einer Abschlussarbeit beendet. Gleichgestellt war das Diplom der Ecole súperieur d’information documentaire (ESID) vom Genfer Institut d’etudes sociales. Dieses Studium dauerte drei Jahre und endete mit einer Diplomarbeit. Seit 1982 gab es eine Ausbildung für wissenschaftliche Bibliothekarinnen an der Zentralbibliothek Zürich („Zürcher Kurs“). Voraussetzung war ein Hochschulabschluss, die theoretische Ausbildung umfasste 400 Lektionen und schloss mit einer Prüfung. Normalerweise mussten Angestellte im höheren Dienst gar keine bibliothekarische Ausbildung absolvieren, die Teilnahme war freiwillig. Einige Kurse wie das CESID (Certificat de formation continue en information documentaire), der Kaderkurs in Luzern (640 Lektionen, [Seite 152↓]Projektarbeit) und das Nachdiplomstudium an der HTL Chur dienen der Weiterbildung der Diplombibliothekarinnen. Für Schul- und Gemeindebibliothekarinnen im deutschen Teil der Schweiz gab es eine Fülle von regionalen Kursen.

Jetzt ist die bibliothekarische Ausbildung in der Schweiz dreistufig.183,184 Die Berufe Bibliothekarin, Archivarin und Dokumentarin wurden zu einer einheitlichen Ausbildung zusammengefasst.

Nach Abschluss der Sekundarschule kann man eine dreijährige Berufslehre zur „Informations- und Dokumentationsassistentin“ absolvieren. Im Vordergrund steht die praktische Ausbildung, die an 1 ½ Tagen pro Woche durch theoretische Teile ergänzt wird und mit der Berufsmatura abgeschlossen werden kann.

Informations- und Dokumentationsspezialistin mit staatlich anerkanntem Diplom wird man an einer Fachhochschule. Der Status der Fachhochschulen wird 2003 endgültig geregelt werden. Voraussetzung für das Studium ist die Matura und ein Jahr Praxis in einer Informations- und Dokumentationsanstalt. Bei der Ausbildung überwiegt die Theorie. Die ESID bekam den Status einer Fachhochschule, in der Fachhochschule Chur wurde ein neuer Lehrgang eingerichtet.

Die Nachdiplomstudiumangebote dienen der Weiterbildung der Diplombibliothekarinnen und der Ausbildung des akademischen Personals und dauern in der Regel 2 Jahre. Der „Zürcher Kurs“ an der Zentralbibliothek Zürich, der BBS-Kurs für wissenschaftliche Bibliothekarinnen wurde fortgesetzt. Voraussetzung ist ein Hochschulabschluss und eine Praktikumsstelle an einer Ausbildungsbibliothek. Auch das CESID dient weiterhin zur Ausbildung von wissenschaftlichen Bibliothekarinnen. Es umfasst 505 Unterrichtsstunden. Die theoretische Ausbildung wird an 2 Tagen in der Woche abgehalten. An der Hochschule für Technik und Architektur in Chur wird ebenfalls ein Nachdiplomstudium für wissenschaftliche Bibliothekarinnen angeboten.

Formal- und Sacherschließung werden meist zusammen unterrichtet. Tabelle 17 zeigt den Anteil der Unterrichtsstunden, in denen diese Fächer unterrichtet werden:

Tabelle 17 : Anteil der Formal- und Sacherschließung zusammen an der bibliothekarischen Ausbildung in der Schweiz

Diplomstudium

Ort

Ausbildungsstätte

Kursname

Anteil

Chur

Hochschule für Technik und Architektur

FH-Diplomstudium Information und Dokumentation

4%

Genf

Haute Ecole de Gestion

ESID

7%

Nachdiplomstudium

Ort

Ausbildungsstätte

Kursname

Anteil

Chur

Hochschule für Technik und Architektur

Nachdiplomstudium Information und Dokumentation

10%

Genf

Universität Genf

CESID

4%

An der Hochschule für Technik und Architektur in Chur werden zwei Ausbildungen in Information und Dokumentation angeboten. Das Diplomstudium dauert 6 Semester und besteht aus insgesamt 180 Lektionen. Davon beschäftigen sich 8 Lektionen mit Formal- und Sacherschließung. Der Anteil an Formalerschließung ist daher im Vergleich zu Deutschland und Österreich sehr gering. Auch am ESID bilden die 7%, die im Mittelfeld der deutschen [Seite 153↓]Ausbildung lägen, die Summe von Formal- und Sacherschließung. Daher ist der Anteil der Formalerschließung ebenfalls geringer.

Bei den Erschließungskursen der Nachdiplomstudien überwiegt ebenfalls die Sacherschließung. Die Prozentsätze sind daher nicht mit den Ergebnissen von Deutschland und Österreich direkt vergleichbar. Aber auch in der Schweiz zeigt sich, dass bei einer Neuordnung der bibliothekarischen Ausbildung die Formalerschließung zurückgedrängt wird.

13.4.2 Formalerschließungsausbildung in Europa

In den verschiedenen europäischen Staaten ist die bibliothekarische Ausbildung sehr unterschiedlich. Teilweise ist sie an den Universitäten angesiedelt, teilweise an anderen Institutionen wie den Pädagogischen Akademien, z.B. in Osteuropa, oder den Hogeschools in den Niederlanden. Vor allem die universitäre Ausbildung steht immer wieder unter dem Zwang, ihre Existenz rechtfertigen zu müssen, weil „Bibliothekswissenschaft“ keinen so bekannten Begriffsinhalt hat wie etwa „Medizin“ oder „Rechtswissenschaften“. Dadurch wird das Studium oft als Exotenstudium betrachtet. Die meisten Institutionen haben daher ihre Lehrpläne im letzten Jahrzehnt weitgehend überarbeitet und die Schwerpunkte auf die neuen Technologien, vor allem auf die Datenverarbeitung gelegt. Statt Bibliothekarinnen sollen Informationsmanagerinnen herangebildet werden, die die Ansprüche erfüllen, die zukünftige Arbeitgeber an sie stellen. Die Studien sind weitgehend modular aufgebaut, meist gibt es Pflicht- und Wahlveranstaltungen. Von der IFLA werden Richtlinien zum weltweiten Vergleich von bibliothekarischen Ausbildungen erstellt.185

In Großbritannien wird derzeit an 17 Institutionen Bibliotheks- bzw. Informationsmanagement gelehrt. Als Abschlüsse gibt es das Diplom, den Master, und das Doktorat. Einige rein bibliothekarische Undergraduate-Ausbildungen wurden wegen Studentinnenmangel geschlossen. Deshalb werden nach den neuen Lehrplänen vor allem in andere Berufe übertragbare Fähigkeiten gelehrt wie Management, soziale Kompetenz und Computerkompetenz186,187,188, was ein Zurückdrängen der „klassischen“ Inhalte zur Folge hat. Die Neuerungen drücken sich auch in der Namensgebung aus. Von den 28 Undergraduate-Ausbildungen haben nur noch 8 das Wort „Library“ in der Bezeichnung des Studiengangs, von 31 Postgraduate-Ausbildungen 13. Die Ausbildung wurde weitestgehend modularisiert, die Module sind leicht zu wechseln um den Bedürfnissen der Studierenden entgegenzukommen. Die meisten Studiengänge werden im Teilzeitstudium genützt, das Angebot an Fernlehrgängen ist steigend, ebenso die Teilnahme an Fernlernkursen in anderen Ländern.

Die Ausbildung in den skandinavischen Ländern ist ähnlich organisiert wie die amerikanische Ausbildung.189,190,191 Bibliotheks- und Informationswissenschaften sind als wissenschaftliche Disziplin anerkannt. Bibliothekarinnen werden insgesamt an elf Hochschulen verschiedener Größe ausgebildet. Es bestehen Undergraduate-Studien zum Bakkalaureat (3 bis 3 ½ Jahre) [Seite 154↓]und Master-Ausbildungen (1-2 Jahre, teilweise aufbauend auf das Bakkalaureat, teilweise auf ein anderes Studium folgend). Daneben existiert in manchen Ländern noch die Ausbildung zum „Bibliothekar“. In Oulu (Finnland) gibt es zusätzlich eine Lizenz in Philosophie und Informationsstudien. In einigen Einrichtungen, z.B. an der „Königlichen Bibliotheksschule“ in Dänemark, ist die Möglichkeit zur Promotion gegeben. Die Programme bestehen meist aus einzelnen Modulen und werden in lokalen Credits angerechnet. Besonders in Dänemark liegt der Schwerpunkt der Ausbildung auf der Theorie, konkrete Praxis wird fast nicht mehr gelehrt.

Für Flandern (Belgien) gibt es nur eine bibliothekarische Ausbildung. In Antwerpen kann man in zwei einjährigen Kursen das „Special Degree in Information and Library Science“ erwerben. Jeder dieser Kurse schließt mit einem eigenen Diplom ab, der erste Kurs ist Voraussetzung für den zweiten. Im ersten Kurs werden 13 Fächer gelehrt, eines davon beschäftigt sich mit Dokumentensystemen, Standards (z.B. MARC, SGML) und dem Management von Dokumentensystemen.

In Italien gibt es keine gesetzliche Regelung für die bibliothekarische Ausbildung.192 „Bibliotheksassistentinnen“ entsprechen den Diplombibliothekarinnen und werden meist in regionalen Schulen ausgebildet, für Bibliotheksleiterinnen in Südtirol findet die theoretische Ausbildung in einem dreiwöchigen Kurs an der FH Stuttgart statt. Zur Ausübung des Berufs im höheren Dienst ist ein Diplom eines beliebigen Faches erforderlich. Daneben gibt es ein dreijähriges Studium zum „Kulturgüteroperator“. An der katholischen Universität Mailand werden drei Studienrichtungen zu je 15 Kursen angeboten. In der Fachrichtung „Dokumentation“ wird im zweiten und dritten Jahr je ein Kurs „Theorie und Technik von Katalogisierung und Klassifikation“ gelehrt.

In Spanien wurde die erste Bibliotheksschule 1915 gegründet. Sie war nur für die Ausbildung von Frauen. 1978 wurde die „Diplomatura en Biblioteconomia y Documentación“ als erster universitärer Abschluss eingeführt. Inzwischen gibt es bibliothekarische Ausbildungen an 15 öffentlichen und zwei privaten Universitäten. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Im Anschluss kann man mit einem weiteren, zweijährigen Aufbaustudium die „Licenciatura en Documentación“ erwerben. Studentinnen mit dem Abschluss in einem anderen Fach brauchen dafür 45 Credits Zusatzausbildung.193 Auch das Doktoratsstudium ist an einigen Universitäten möglich. Der Anteil der Formalerschließung an den Lehrplänen ist verschieden. An der Universität Barcelona beträgt er z.B. 3 % für die Diplomatura.

In Coimbra (Portugal) gibt es ein postgraduales Studium für Dokumentation und Bibliothek oder Archivwesen. Im ersten Jahr werden in Formalerschließung Katalogkunde, Ansetzungsformen, ISBD und Einheitsaufnahmen gelehrt, für das Dokumentations- und Bibliotheksstudium gibt es im zweiten Jahr ein Fach Katalogkunde mit den Inhalten AACR2, UNIMARC, sowie die Katalogisierung von Monografien und Reihen. Der Anteil der Formalerschließung am Gesamtstudium beträgt für Archivwesen 8% für Dokumentation und Bibliothek 14%.

In den osteuropäischen Ländern hat sich durch die politischen Umwälzungen im letzten Jahrzehnt auch die bibliothekarische Ausbildung wesentlich geändert. In den neuen Studienplänen wurde das amerikanische System mit Bakkalaureat, Masterstudium und Doktorat weitgehend übernommen (siehe z.B.194). Die Ausstattung der Bibliotheken mit Computern schreitet voran, deshalb ist die Vermittlung von Computerfertigkeiten sowohl für ausgebildete Bibliothekarinnen als auch in den neuen Schulungskursen vordringlich. Ein weiterer Punkt der Ausbildung ist das Projektmanagement, weil viele Neuerungen in Bibliotheken durch Projekte eingeführt werden, die mit Geld aus dem Ausland finanziert sind. Einige Institutionen, vor allem [Seite 155↓]Universitäten, versuchen, die in Osteuropa gesammelte Erfahrung an Fernstudien auch für die neuen bibliothekarischen Ausbildungen zu nutzen

In Slowenien bestand die erste bibliothekarische Ausbildung aus zwei fünfmonatigen Kursen in den Jahren 1947 und 1949, später wurde eine staatliche Fachprüfung eingeführt (195, Nidorfer in196). 1964 wurde ein Studium an der pädagogischen Akademie in Ljubljana gegründet, das 4 Semester dauerte, ein Zweitfach verlangte und mit der staatlichen Fachprüfung abschloss. 1975 wurden die Fachtitel neu geordnet und 1987 wurde das Studium an die philosophische Fakultät der Universität Ljubljana angegliedert. Seit 1996 kann man dort auch Bibliothekswesen ohne Zweitfach studieren oder einen Postdiplomstudiengang absolvieren.

In Kroatien wurde 1971 die bibliothekarische Ausbildung gesetzlich geregelt (Zivkovic in197). Es gibt zwei Grundberufe, Bibliothekarin und Bibliothekshelferin. Bibliothekshelferinnen müssen das Abitur haben, die Ausbildung entspricht ungefähr den Diplombibliothekarinnen. Besonderer Wert wird auf Fremdsprachen gelegt. Die Ausbildung zur Bibliothekarin ist auf Hochschulniveau und wird z.B. an der naturwissenschaftlich-mathematischen Fakultät der Universität Zagreb abgehalten. Dort gibt es auch Bibliothekswesen als postgraduale Studien. Es muss eine allgemeine und eine spezielle Fachprüfung abgelegt werden.

In Tschechien kann man Bibliothekswesen an drei Universitäten studieren: an der Karlsuniversität in Prag, der Masaryk-Universität in Brünn und der schlesischen Universität in Opava. Das Studium an der Masaryk-Universität dauert 5 Jahre und führt zum Master in bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Studien. Der Anteil der Formalerschließung beträgt ca. 3%. Inhalte der Formalerschließung werden auch in anderen Fächern, z.B. in Informatik oder Museumskunde gelehrt. In Opava kann man das Bakkalaureat in öffentlichem Bibliothekswesen, Informationsspeicherung und Speicherung historischer Bestände erwerben. An der Karlsuniversität gibt es auch ein viersemestriges Fernstudium.

Die höhere bibliothekarische Ausbildung in Ungarn wird an drei Universitäten (Szeged, Budapest und Debrecen) und vier pädagogischen Fachhochschulen (Szombathely, Nyínegyháza, Budapest, Szeged) abgehalten. In Szeged werden für die Fachhochschul- und Universitätsausbildung die ersten drei Jahre gemeinsam absolviert.198 Das Fach „Katalogisierung / Sacherschließung“ nimmt 8%, das Fach „EDV / Katalogisierung“ 10% des Gesamtunterrichts ein. Die Ausbildung an der Fachhochschule dauert ein weiteres Jahr, an der Universität zwei Jahre. An der Universität sind zwei Spezialisierungen möglich: EDV oder historische Buchkunde. Am Berzsenyi College in Szombathely beschäftigen sich 8% der Ausbildung mit Katalogisierung.199 Der Schwerpunkt der Ausbildung an der Universität Debrecen liegt im Bereich Informatik, an der Universität Budapest dominieren die traditionellen Fächer. Ende der 50er Jahre gab es in Ungarn Fernstudien mit Lehrbriefen, sie wurden jedoch eingestellt.

An der Universität in Bratislava (Slowakei) besteht der bibliothekarische Studiengang aus 17 Pflichtkursen, Formalerschließung wird in „Bibliografie und bibliografische Kontrolle“ gelehrt.


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In Estland gibt es bibliothekarische Ausbildungen seit 70 Jahren, an der pädagogischen Universität in Tallin seit 1965.200,201 Das Bakkalaureat an der „Talliner Pädagogischen Universität“ dauert 4 Jahre. Es sind 105 Credits in bibliothekarischen Fächern und weitere 55 Credits in anderen Fächern notwendig. Teile des Studiums werden im Fernstudium angeboten.

Die Grundausbildung für Bibliothekarinnen wird in Weißrussland meistens an den großen Bibliotheken abgehalten.202 Daneben gibt es Fachschulen, z.B. die Mogiljower Fachschule für Bibliothekswesen A.S. Puschkin und das Lingo-Humanistische College. Die bibliothekarische Hochschulbildung erfolgte zunächst an der Nationalbibliothek, später an der pädagogischen Hochschule und seit 1993 an der belorussischen Universität für Kultur. Seit 1995 gibt es ein fünfjähriges Bakkalaureatsstudium und ein darauf folgendes einjähriges Masterstudium. Das Bakkalaureatsstudium kann auch in einem vierjährigen Fernstudium absolviert werden.

13.4.3 Zusammenfassung

Die verschiedenen Länder und Regionen Europas haben zum Teil unterschiedliche Traditionen der bibliothekarischen Ausbildung, welche aber schrittweise aneinander angepasst werden. Die Situation in England und den skandinavischen Ländern ist vergleichbar mit der in den USA. Die Ansiedlung ist vorwiegend auf (größeren und kleineren) Hochschulen und Universitäten, der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung der Theorie. Meist werden sowohl Undergraduate- als auch Postgraduate-Studien angeboten. In Spanien hat die bibliothekarische Ausbildung eine vergleichsweise lange eigenständige Tradition mit eigenen Abschlüssen. Sie ist zwar auch auf Hochschulen beheimatet, enthält aber mehr traditionelle und praktische Komponenten. Die schweizerische bibliothekarische Ausbildungslandschaft war früher vor allem mit der österreichischen vergleichbar. Durch die Zusammenfassung von Bibliothek, Dokumentation und Archiv und der zunehmenden Institutionalisierung sollte sie an die internationale Entwicklung angepasst werden. In Osteuropa war die bibliothekarische Ausbildung ursprünglich ein Teil der Lehrpersonenausbildung und auf Schulbibliotheken ausgerichtet. Das kann man auch in anderen Ländern der Welt beobachten. Gleichzeitig ist Projektmanagement ein wichtiger Teil der Ausbildung, was sich durch die wirtschaftliche Situation in Osteuropa erklären lässt. Auch hier geht der Trend zur Lokalisierung der Ausbildung auf Hochschulen.

Außer in Österreich und Deutschland wird in Europa die Beheimatung von Bibliothekswissenschaft als Wissenschaftsdisziplin an Universitäten zwar skeptisch betrachtet, ist aber unbestritten. Das kann eine Theoretisierung der Ausbildung zur Folge haben, wie die Beispiele zeigen, muss es das aber nicht. Der Unterricht wird teilweise von fachfremden Dozenten durchgeführt, das ist aber eher rückläufig. Gleichbleibend werden Fachleute aus der Praxis als „Gastdozenten“ eingeladen. Viele Institute haben nur wenig eigenes Personal, der Unterricht wird hauptsächlich von Außenstehenden gehalten. Das gilt in besonderem Maß für die Formalerschließung, die als Prototyp der praktischen Anwendung gilt.

Auffallend ist das weitgehende Zurückdrängen oder Verschwinden der Formalerschließung in den „erneuerten“ europäischen Ausbildungskursen. Betrachtet man die Lehrpläne, sieht es so aus, als ob Formalerschließung primär mit Bibliothek zu tun hat und im Informationsmanagement nicht mehr nötig ist. Nach Meinung der Verfasserin ist das ein Fehler. Die Ausrichtung auf die Zukunft kann nicht bedeuten auf Formalerschließung zu verzichten, sondern sie sollte an die neuen Notwendigkeiten angepasst werden.

Die Vereinheitlichung der Formalerschließungsausbildung in Europa sollte zunächst zu einer Abstimmung der Regelwerke führen. Das kann der Inhalt von bibliothekswissenschaftlicher Forschung sein. Durch Richtlinien könnte der Anteil von Theorie und Praxis an der Ausbildung [Seite 157↓]empfohlen werden. Eine fixe Regelung würde die flexible Anpassung an die Gegebenheiten verhindern.

Die länderübergreifende Abstimmung der bibliothekarischen Ausbildung an die Bedürfnisse der Berufslandschaft darf nicht bedeuten, dass in ganz Europa nur noch das Management von Informationstechnologien gelehrt wird. Die Ausbildung muss langfristig die klassischen bibliothekarischen Fächer, wie z.B. Formalerschließung, beinhalten, wobei für eine gegenseitige Anerkennung ein Mindeststandard von sowohl praktischen Fertigkeiten mit zeitgemäßen Ausrüstungen (z.B. Computerkatalogisierung statt Zettelkatalogen) als auch das für das Umdenken in andere Systeme notwendige Hintergrundwissen verlangt werden kann und sollte.

13.4.4 Formalerschließungsausbildung in der Welt

Die bibliothekarische Ausbildung in Afrika hat teilweise noch einen großen Aufholbedarf. Früher wurden Bibliotheken von den Afrikanern als Teil der Kolonialmächte gesehen. Jetzt wird die Entwicklung teilweise durch Bürgerkriege, teilweise durch Katastrophen wie Hungerepidemien und Probleme wie AIDS gebremst. Auch die islamische Gesetzgebung wirkt hemmend, weil die getrennte Ausbildung von Männern und Frauen Geld kostet, das nicht vorhanden ist. Am weitesten fortgeschritten ist die Entwicklung in Botswana und Südafrika. Dort gibt es nicht nur eine größere Anzahl von Universitäten, an denen bibliothekarische Ausbildung angeboten wird, sondern auch die notwendige technische Ausstattung.203 Die Mehrzahl der Staaten haben in ihrer universitären Ausbildung die Einteilung in Undergraduate und Postgraduate, wobei die meisten bibliothekarischen Programme nur als Undergraduate-Ausbildung angeboten werden.204,205 Die Lehrpläne sind eher traditionell. Mit der langsam fortschreitenden Ausstattung der Bibliotheken mit Computern steigt aber auch in Afrika das Bedürfnis, die Bibliothekarinnen im Gebrauch dieser Technik zu schulen.

Die Bibliotheksausbildung in Israel ist ein zweijähriges Aufbaustudium, nachdem man vorher ein anderes Studium zumindest mit dem Bakkalaureat abgeschlossen hat. Ausbildungsstätten sind die Universitäten in Haifa, Jerusalem und Bar Ilan.206 In Jordanien gibt es bibliothekarische Ausbildungen auf zwei Ebenen. In den Community Colleges werden zukünftige Bibliothekarinnen in 4-9 semestrigen Kursen geschult, meist in Verbindung mit einem zweiten Fach. An der Universität von Jordanien in Amman kann man ein postgraduales Zusatzstudium absolvieren, das zwei Jahre dauert. Formalerschließung wird in einem von 11 Pflichtkursen gelehrt.207

In Mexiko gibt es sowohl Undergraduate- (Licenciatura) als auch Masterstudiengänge in Bibliothekswissenschaft. Die Ausbildung versucht, traditionelle Elemente mit den neuen Gegebenheiten zu verknüpfen. An der Universidad Nacional Autónoma de Méxiko wurde ein neuer Studiengang „Master in Library Science and Information Studies“ eingeführt.208 Voraussetzung ist ein vierjähriges Grundstudium und Bibliothekserfahrung. Formalerschließung wird in einem der vier Pflichtkurse des ersten Semesters gelehrt und nimmt 10% des Gesamtstudiums ein.

Durch den Zusammenbruch des Kommunismus und die Auflösung der UdSSR hat das Bibliothekswesen in Kuba massive finanzielle Probleme. An der Universität Havanna existiert [Seite 158↓]ein Studiengang „Wissenschaftlich-technische Information und Bibliothekstechnologie“, der ungefähr der Diplombibliothekarinnen-Ausbildung entspricht. Die Lehrpläne sollen in Zukunft der technischen Entwicklung angepasst werden, die aber aufgrund des Geldmangels nur langsam voranschreitet.209

In Asien wurden aufgrund der großen Distanzen, die zu überwinden sind um auch in kleinere Dörfer zu gelangen, schon sehr früh Fernstudien eingesetzt. Sacchanand zählte 1998 in Asien und dem pazifischen Raum 31 Institutionen in neun Ländern, die bibliothekarische Fernausbildungen anboten.210 Sie werden bis heute hauptsächlich mit Lehrbriefen, teilweise mit Radio- und Fernsehsendungen durchgeführt. Oft werden die Einrichtungen anderer Universitäten genützt, Berater vor Ort eingesetzt und Studiengruppen gebildet. Die erste bibliothekarische Ausbildung in Thailand wurde 1951 an der Chulalongkorn Universität durchgeführt. Jetzt bieten mehr als 10 Universitäten Bakkalaureats- und Masterstudiengänge an.211 In Indien begannen bibliothekarische Ausbildungen 1911, 1915 der universitäre Lehrgang an der Universität von Punjab. Ranganathan gründete 1929 eine Sommerschule in Madras.212 Heute gibt es 108 Institutionen, die bibliothekarische Ausbildungsgänge durchführen, davon 66 Universitäten. 21 Kurse sind Fernlehrgänge mit Lehrbriefen.213 Auch Pakistan reklamiert die erste bibliothekarische Ausbildung in Asien für sich, denn die Universität Punjab liegt auf dem Gebiet von Pakistan, das 1947 gegründet wurde.214 Heute gibt es in Pakistan Bibliothekarsausbildungen an sechs Universitäten, Lehrinhalte der Formalerschließung sind UNIMARC, AACR2 und ISBD. Durch eine landesweite Erneuerung der Curricula 1995 liegt der Schwerpunkt der Ausbildung jetzt auf der Verwendung von Informationstechnologien. Fernkurse werden an der Allama Iqbal Open University of Pakistan angeboten.

In Bangladesh gibt es an der Dhaka Universität Diplom-, Bakkalaureats- bzw. Master- und Doktoratskurse.215 Das Diplom dauert ein Jahr, der Bakkalaureatskurs drei und der Masterkurs zwei Jahre. In allen Studiengängen hat die Katalogisierung einen wichtigen Platz, sie wird theoretisch und praktisch gelehrt. In China wird wie in den ehemaligen kommunistischen Staaten die mangelnde Ausbildung an Computerfertigkeiten bedauert.216,217 Deshalb werden Computerfertigkeiten in zunehmendem Maß in die bibliothekarische Aus- und auch Weiterbildung integriert. An 55 Universitäten werden bibliothekarische Ausbildungen angeboten.218 Die Kurse sind in Pflicht- und Wahlfächer aufgeteilt, wobei Katalogisierung zu den Pflichtfächern zählt. Die bibliothekarische Ausbildung in Japan ist ähnlich organisiert wie in den USA. Das Bakkalaureat dauert in der Regel 4 Jahre, der Master 2 Jahre.

Die erste bibliothekarische Ausbildung in Australien war die von der Australian Library and Information Association durchgeführte „Registration Examination“. Sie diente zur Schulung von [Seite 159↓]in Bibliotheken beschäftigten Bibliothekarinnen, ähnlich der österreichischen Beamtenausbildung. Inzwischen gibt es bibliothekarische Ausbildungen an neun verschiedenen Universitäten. Der Schwerpunkt liegt am Informationsmanagement. Dementsprechend kann man auch in Australien die allgemeine Entwicklung weg von der Formalerschließung beobachten. Clayden untersuchte 1995 die Lehrpläne der Katalogisierungsausbildung der Registration Examination und von zwei Universitäten (Curtin University of Technology, School of Media and Information ; University of Technology Sydney, Department of Information Studies). Bei der Registration Examination stand die Praxis im Vordergrund, die Theorie war Ergänzung. Bei den universitären Lehrgängen dominierte die Theorie, die allerdings an der Curtin University durch praktische Übungen ergänzt wurde. Die Dozenten empfanden diese Lehrpläne als positiv, die praktischen Fertigkeiten sollten sich die Studierenden in den Bibliotheken aneignen. Studenten und Arbeitgeber konnten sich mit diesem Gedanken nicht anfreunden.219 1980 wurde Registration Examination für Bibliothekarinnen abgeschafft. Durch die Modernisierung der bibliothekarischen Ausbildung trat die Formalerschließungsausbildung, besonders die Praxis darin, in den Hintergrund.

In Neuseeland war seit 1942 das „Library Certificate“, ein dreijähriger Kurs mit Lehrbriefen, die erste bibliothekarische Ausbildung. Die universitäre Ausbildung war ursprünglich der englischen sehr ähnlich. Die Universitäten boten akademische Grade, die Polytechnika Diplome und Zertifikate an. 1984 trat eine gesetzliche Neuregelung in Kraft, die es auch den Polytechnikas ermöglichte, akademische Grade anzubieten. Sie gestand auch den Maori mehr Rechte zu. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und auch am asiatischen Markt Erfolg zu haben, bietet die Victoria University in Wellington den „Master of Library and Information Studies“ im Fernstudium an.220Das „Library Certificate“ mit geändertem Lehrplan kann am Wellington College of Education, School of Library Studies erworben werden. Es dient als Ausbildung für in Bibliotheken Beschäftigte und dauert 3 mal 6 Wochen.221

13.4.5 Zusammenfassung

Weltweit lässt sich beobachten, dass die Formalerschließung mit der zunehmenden Entwicklung eines Landes einen immer geringeren Stellenwert in der bibliothekarischen Ausbildung hat. In manchen Entwicklungsländern wird oft beinahe nur Katalogisierung gelehrt. Die Ausbildungsinhalte sind denen in den USA zur Jahrhundertwende ähnlich. Gleichzeitig werden Abschlüsse erreicht, die zwar oft die gleichen Bezeichnungen haben wie in den Industriestaaten, mit ihnen aber schwer vergleichbar sind. Von vielen Autorinnen in Entwicklungsländern wird über Geldmangel geklagt, der nicht erlaubt, teure Computer anzuschaffen. Die Verfasserin hält es für problematisch, wenn klassische bibliothekarische Inhalte wie Katalogisierung quasi Indikatoren für Defizite in der Entwicklung eines Landes sind und sehr eingeschränkt werden, wenn technischer Fortschritt vorhanden ist. Hier müsste rechtzeitig ein Gegenkonzept greifen.

In vielen Ländern gibt es zuerst kurze, meist von Bibliotheksorganisationen oder staatlichen Stellen organisierte Seminare, die die grundsätzlichen Fertigkeiten vermitteln sollen und in vielen Fällen mit einem Zertifikat oder Ähnlichem abschließen. Später werden dann Undergraduate-Studien eingeführt, bei denen der praktische Anteil noch relativ hoch ist. Postgraduate-Studien sind die nächste Stufe der bibliothekarischen Ausbildungsentwicklung. Bei letzteren wird in besonderer Weise auf die internationale Abstimmung geachtet. In der Regel orientieren sich die Postgraduate-Studien an den Vorgaben der ALA für Master-Studien. Für die Katalogisierung bedeutet dies meist, dass der Anteil am Gesamtcurriculum stark zurückgeht und die Inhalte theoretischer werden. Zweites muss nicht unbedingt ein Nachteil sein, wenn in der Gestaltung des Unterrichts auf eine Ausgewogenheit von Theorie und Praxis [Seite 160↓]geachtet wird. Durch das Erkennen der theoretischen Anteile wird der Entwicklung entgegengewirkt, Katalogisierung als eine (durch Computerisierung unnötige) rein praktische Fertigkeit zu betrachten.

In den meisten Ländern wird Formal- und Sacherschließung als eine Einheit gesehen, die zusammen unterrichtet wird und von denselben Personen durchgeführt wird. Thematisch begründet ist das durch die gleiche Arbeitsweise in der Verwendung von Regelwerken, vom Katalogsaufbau und dem Anspruch der Benutzerinnen daran, sowie oftmals Verwendung der gleichen Technologie. Dabei wird in Kursen, die kein vorhergehendes Studium eines anderen Fachs verlangen, zumeist der Schwerpunkt auf Formalerschließung gelegt, in Aufbaustudien fast ausschließlich auf Sacherschließung. Das kann unter Umständen zu Problemen führen, wenn an Leute mit verschiedenartiger Ausbildung im Berufsleben die gleichen Anforderungen gestellt werden. Die Arbeitsteilung, wie sie in Deutschland und Österreich üblich ist, ist vorzuziehen.

13.5 Formalerschließungsausbildung in einigen Fernstudien

In vielen Ländern war die bibliothekarische Ausbildung unter den ersten Studiengängen, die im Fernunterricht angeboten wurden. Nach Meinung der Verfasserin hat das zwei Hauptgründe. Auf der einen Seite eignen sich die Inhalte gut für ein Fernstudium. In vielen Fällen ist die Ausbildung die theoretische Ergänzung der praktischen Arbeit. Auch praktische Übungen können leicht per Distanz absolviert werden, weil sie entweder schriftlich durchzuführen sind oder in Bibliotheken absolviert werden können, die dem Aufenthaltsort der Studentinnen näher liegen als die Universitäten, an denen die Studien angeboten werden. Auf der anderen Seite wird die bibliothekarische Ausbildung im Vergleich zu anderen Fächern sehr oft von bereits im Beruf Stehenden absolviert, die an regulären Studien nicht teilnehmen können, die Praxis aber aus ihrer Tätigkeit kennen. Neben der beruflichen Gebundenheit und der geografischen Entfernung zur Universität spielen auch physische oder familiäre Bindungen (z.B. Gehbehinderung oder kleine Kinder) eine Rolle bei der Entscheidung für ein Fernstudium. In Nordamerika werden bibliothekarische Fernstudien auch gezielt eingesetzt um Minderheiten wie z.B. Ureinwohnern berufliches Fortkommen zu ermöglichen.

Sheldon definiert folgende Notwendigkeiten, die ein Fernstudium besitzen muss:

In der Praxis werden Studien, bei denen nur einige Kurse in der Distanz abgehalten werden, ebenfalls als Fernstudien bezeichnet. Auch die Zwei-Wege-Kommunikation ist oft nur mit großen Schwierigkeiten möglich. Gerade in den Entwicklungsländern werden Fernstudien in einigen Fällen mit Lehrbriefen oder durch die Ausstrahlung von Radio- bzw. Fernsehsendungen durchgeführt. Meist wird durch die Einführung der neuen Technologien in die Bibliotheken die Notwendigkeit der Ausbildung der Bibliothekarinnen in diesem Gebiet erkannt. 1999 machte Varlejs eine Untersuchung über Bibliothekarinnen, die Fernkurse absolviert hatten. 82% der befragten Akademiker gaben an, dass sie an Selbstlernprojekten teilgenommen hätten, davon 65% über die neuen Technologien (Varlejs in223).


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In einigen Fällen erfolgt die bibliothekarische Ausbildung gleich mit Hilfe dieser neuen Medien um die zukünftigen Bibliothekarinnen darin zu schulen. Gerade in den ehemaligen Oststaaten werden schon vorhandene Fernstudien darauf umgestellt.

13.5.1 Großbritannien

Die Open learning University in Aberystwyth bietet die größte Auswahl an bibliothekarischer Fernausbildung in Großbritannien. Die Universität wurde 1993 gegründet. Das bibliothekarische Fernstudium wurde bereits 1985, also noch vor der Gründung der Universität, eingeführt.224 Heute gibt es folgende Kurse:

Für das Bakkalaureat sind 240 Credits notwendig, davon 150 Credits Pflicht- und 90 Credits Wahlfächer. Der Modul „Information Retrieval“ beinhaltet Informationssuche, Katalogisierung und Klassifikation. Ca. 23% des Moduls beschäftigen sich mit Formalerschließung, Inhalte sind AARC2, MARC, Normdaten, Metadaten und Online-Katalogisierung.

13.5.2 Schweden

An der Högskolan i Boras kann man mittels Fernstudium Bibliotheks- und Informationswissenschaften sowohl im Haupt- als auch im Nebenfach studieren und mit dem Bakkalaureat oder dem Master abschließen. Die meisten Studentinnen wählen die Master-Ausbildung, weil sie Voraussetzung für eine Anstellung als Bibliothekarin ist. Die gesamte Ausbildung ist in vier Blöcke geteilt, wobei die Planung jedes Blocks von einem eigenen akademischen Komitee vorgenommen wird. Einer der Blöcke ist „Informationsorganisation und –suche“ und befasst sich mit Klassifikation, Katalogisierung, Bibliografie, Datenbankverwendung, Multimedia und Informationsstrategien. Für das Bakkalaureat sind 60 Credits und 60 Credits in einem anderen Fach notwendig, für den Master 80 + 80 Credits. Einer der Pflichtkurse, „Wissensorganisation“, zählt 14 Credits. In Katalogisierung werden die Grundlagen von AACR2 und MARC21, einer schwedischen Version des MARC-Formats unterrichtet. Im derzeitigen Curriculum ist Formalerschließung nur noch ein Wahlfach. Für das Studium wird eine Informationsplattform eingesetzt. In Zukunft soll auch die Katalogisierung darin aufgenommen werden.

13.5.3 Tschechien

An der Karlsuniversität in Prag wird ein viersemestriges Fernstudium „Einführung in das Bibliothekswesen“ angeboten. Es werden monatlich eintägige Konsultationen abgehalten, daneben ist Selbststudium mit Studienunterlagen erforderlich. Die Formalerschließung nimmt ca. 12% ein und wird im ersten Semester gelehrt.

13.5.4 Slowakei

Auch in der Slowakei ist die Einrichtung von bibliothekarischen Fernstudien geplant. Dazu dient das PROLIB-Projekt, das an der „Technischen Universität Kosice“ durchgeführt wird. 1999 fand dazu ein Einführungskurs zur Erstellung von Lernmaterialien in Aberystwyth statt, an der auch [Seite 162↓]andere Teilnehmer des PROLIB-Projekts (z.B. Universität von Torun, Universität von Lund) teilnahmen.225

13.5.5 Polen

Die bibliothekarischen Fernstudien in Polen bestehen meist aus (monatlichen) Präsenzveranstaltungen und dem Selbststudium von gedrucktem Material. Erworben werden kann die Lizenz oder der Magister in „Bibliothek und wissenschaftlicher (oder wissenschaftlich-technischer) Information“. An der Universität Warschau und der Jagiellowa Universität in Krakau kann auch das Bakkalaureat erworben werden. Die Lizenz bzw. der BA dauert in der Regel drei Jahre, das Magisterstudium darauf aufbauend zwei Jahre. Beim Magisterstudium in Wroclaw wird Formalerschließung im ersten und zweiten Semester gelehrt und nimmt 2% des gesamten Studiums ein. Inhalte sind das Erstellen von Katalogen und Bibliografien, Normdaten und Katalogkunde. Für das Bakkalaureat an der Jagiellowa Universität gibt es die Veranstaltung „Dokumentenbeschreibung“. Sie findet im ersten und zweiten Semester statt, entspricht ca. 4-5% des Gesamtstudiums und beinhaltet die formale Beschreibung von Dokumenten in traditionellen und automatisierten Systemen, Ansetzungsregeln und Standards, vor allem USMARC und ISBD. An der Nikolaus Kopernikus Universität in Torun machen Übungen in Formalerschließung ca. 2% des Studiums zur Lizenz aus. Behandelt werden traditionelle Dokumenttypen und Technologie. Das Magister-Fernstudium an der Pädagogischen Universität in Krakau dauert 4 Jahre, die Übungen in Formalerschließung nehmen 20h Unterricht von 787h Übungen und 436h Vorlesungen ein. Beim Bakkalaureatsstudium an der Universität Warschau wird Formalerschließung im 2. Semester im Fach „Informationsverarbeitung I“ gelehrt, das ca. 3% des Studiums ausmacht. Inhalte sind die ISBD und die polnische Norm PN-N-01157, die Erstellung von Zettel- und Computerkatalogen, Ansetzungsregeln, Datenformate (USMARC, MARC-PN) und auch Nichtbuchmaterial. Das Fernstudium ist modular aufgebaut, 7 Module müssen absolviert werden.

13.5.6 Kanada

An der University of Alberta gibt es Fernstudien für Schulbibliothekarinnen. Hier wurde auch das erste Fernlehrprogramm für die bibliothekarische Ausbildung in Kanada angeboten.226 Die Ausbildung ist eine Kombination von Lehrerausbildung für die Grund- und/oder Sekundarstufe und bibliothekarischer Ausbildung. Das „Diplom in Education“ kann ganz im Fernunterricht absolviert werden. Beim „Master of Education“ und beim „Master of Library and Information Studies“ werden Teile im Fernunterricht angeboten. Formalerschließung wird neben Akquisition, Bestandsaufbau, Sacherschließung und Klassifikation im Fach „Organisation von Schulbibliotheksmaterial“ gelehrt. Das Kurspaket muss gekauft werden.

Am Southern Alberta Institute of Technology gibt es Fernausbildungen für Bibliotheksassistentinnen und Leiterinnen von kleinen Bibliotheken. Das Diplom in „Library and Information Technology“ beinhaltet 11 Pflicht- und drei Wahlkurse, 1/3 davon im Fernunterricht. Drei der Pflichtkurse sind „Katalogisierung und Klassifikation“, einer davon wird im Selbststudium mit Telefon- und eMailkontakt zu einer Tutorin gelernt.

13.5.7 USA

Bibliothekarische Fernlernkurse in den USA haben eine lange Tradition. Schon 1888 startete Meville Dewey einen Kurs mit Lehrbriefen am Columbia College. Diese Fernkurse wurden 1903 von der ALA anerkannt. Williamson schlug vor, eine große Bibliotheksschule in New York zu gründen, die ausschließlich Fernlernkurse mit Lehrbriefen durchführt. 1923 wurde die American [Seite 163↓]Correspondence School of Librarianship in Syracuse gegründet. Ab den 20er Jahren wurde das Radio, ab den 30er Jahren das Fernsehen für Fernkurse eingesetzt.227 Die erste Videokonferenz wurde 1975 von der ALA für einen Weiterbildungskurs über das “Copyright” verwendet, der erste Formalerschließungskurs mit Videokonferenz fand, von der ALA organisiert, 1983 statt. Trotz der ständig fortschreitenden Entwicklung stellten Haythornthwaite und White noch 1991 fest, dass bibliothekarische Fernkurse in den Vereinigten Staaten und Kanada auf wenig Interesse stoßen.228 Zu einem ähnlichen Ergebnis kam Barron, nachdem er eine Umfrage bei allen 1989 ALA-akkreditierten Bibliotheksschulen durchführte. Sowohl Lehrende in Fernlernkursen als auch Absolventinnen dieser Kurse beurteilten aber Fernstudien positiver als Fernstehende.229

In den USA ist der Zugang zum Internet am weitesten fortgeschritten, wenn auch nicht für alle Bevölkerungsschichten. Deshalb ist es möglich, eine große Zahl von Fernlehrprogrammen anzubieten, die entweder nur über das Internet absolviert werden können oder in die das Internet wesentlich eingebunden ist. Im statistischen Report der ALISE von 2000 werden 44 Bibliotheksschulen genannt, die Fernlernen anbieten, 28 Schulen benützen dazu Telekommunikation.230

An der University of Texas in Austin wurde erstmals 1998 ein Fernstudium Master of Library and Information Studies angeboten. Der erste Kurs war speziell auf die Bedürfnisse der amerikanischen Ureinwohner ausgerichtet.231,232 Der Unterricht wird jetzt sowohl über das WWW als auch über interaktives TV durchgeführt. Die Vorlesungen mittels interaktivem TV und einige Veranstaltungen im Direktunterricht finden in einzelnen Zentren wie San Antonio und El Paso statt. Die Dozenten reisen auch zu den einzelnen Zentren und halten dort Direktunterricht ab. Einer der Kurse, „Organization of Materials“, beschäftigt sich mit Katalogkunde, sowie Formal- und Sacherschließung, wobei die Formalerschließung ca. die Hälfte der Zeit ausmacht. Inhalte sind AACR2 und verschiedene andere Normen, bibliografische Kontrolle und Normdaten.

Die University of Wisconsin-Madison war führend in der Einführung von bibliothekarischen Fernstudien mit Audiografie.233,234 Jetzt werden nur noch Weiterbildungskurse im Fernstudium angeboten.

An der University of Wisconsion-Milwaukee trafen sich früher die Fernstudentinnen in verschiedenen Zentren der Universität im Nordwesten von Wisconsin.235 Gegenwärtig werden alle Pflichtkurse und einige Wahlkurse des Studiums „Master of Library and Information Science“ im technologievermittelten Fernstudium angeboten. Die Angebote im WWW laufen mit der Software WebCT, die alle notwendigen Funktionen anbietet. Vorlesungen werden aufzeichnet und mittels Videokassetten versandt. Die Fernstudien laufen alle asynchron ab, [Seite 164↓]Direktunterricht wird noch immer in verschiedenen Zentren abgehalten. Im Kurs „Introduction to Bibliographic Control of Library Materials“ (8% der Ausbildung) werden Katalogisierung, Klassifikation und Bibliografieren gelehrt. Die Teilnahme an Klassendiskussionen ist Pflicht.

Die Fernstudien in Library and Information Science an der University of San José wurden 1989 mit der Eröffnung eines Zentrums in Fullerton gestartet. Dowlin betont die Bedeutung der „virtuellen“ Ausbildung für die zukünftige Arbeit der Bibliothekarinnen.236 Inzwischen existiert in Kalifornien eine „Virtual school of Library and Information Science” mit dem Zentrum in San José und interaktiven Videoverbindungen über Telefonleitungen sowohl an die California State University als auch in verschiedene Lernzentren in ganz Kalifornien. Alle weiteren Lernangebote sind im Internet zugänglich. Für den „Master of Library and Information Science“ benötigt man 42 Einheiten. Formalerschließung wird (neben Sacherschließung) in den Fächern „Beginning Cataloging and Classification” und “Advanced Cataloging and Organization of Information” gelehrt. Die Kurse werden nicht durch Telelernen, sondern im Direktunterricht in den einzelnen Zentren unterrichtet. Der erste Kurs beinhaltet bibliografische Kontrolle und die Anwendung von AACR2, MARC und anderen Standards, der zweite die Anwendung des Gelernten auf Nichtbuchmaterial, speziell elektronische Dokumente. Jeder Kurs zählt 3 Einheiten.

Das Fernstudium an der Bibliotheksschule der Universität in Arizona wurde ursprünglich mittels im TV ausgestrahlten Videoaufzeichnungen und später mit Hilfe von Videokassetten, die mit der Post versandt wurden, abgehalten.237 Heute gibt es „virtuelle“ Kurse im WWW, die durch eine eigene Software gemanagt werden. Für den „Master in Information Ressources and Library Science“ benötigt man 32 SWS. Drei Pflichtkurse sind erforderlich, einer davon beschäftigt sich mit Katalogisierung. Zur Auswahl stehen reine Sacherschließung oder Sacherschließung kombiniert mit Formalerschließung. Im kombinierten Kurs stehen 17 Unterrichtsstunden zur Verfügung, Formalerschließung wird nur in einer der Lektionen behandelt, die Kurse werden mit WebCT abgehalten.

An der Universität Hawaii kann man den Master of Library and Information Science im Fernstudium erwerben. Das Kernstück der Übertragung zu den einzelnen Inseln ist das Hawaii Interactive Television System, das eine Zweiweg-Audio- und Videoübertragung der Vorlesungen möglich macht. Die Übertragung erfolgt in einzelne Studienzentren, die Lehrveranstaltungen finden in der Regel am Abend statt. Auf diese Weise kann man 18-21 der 42 notwendigen Credits absolvieren. Für einige Kurse muss man am Campus anwesend sein. Katalogisierung und Klassifikation ist einer der 5 Pflichtkurse und nimmt 7% der Ausbildung ein. In Formalerschließung werden die AACR2, Normdaten und auch Nichtbuchmaterial gelehrt.

An der Universität Illinois in Urbana-Champaign wurde ein Versuchsprogramm für das Fernstudium in Bibliothekswesen „LEEP“ (Library Education Experimental Program) gestartet, das mittlerweile in den Routinebetrieb übergegangen ist. Inzwischen wird das gesamte Masterprogramm im Fernstudium angeboten. Die Studenten lernen mit gedrucktem Material und Material im Internet, der direkte Kontakt besteht in einer kombinierten Audio- und Computerkonferenz. Daneben gibt es elektronische Bulletin Boards und Gruppenarbeiten im Internet. 18 Einheiten müssen absolviert werden, 2 davon sind Pflichtfächer. Eines der Pflichtfächer, “Information Organization and Access“, beschäftigt sich mit Formalerschließung.

An der Drexel University in Pennsylvannia sind alle Kurse für den Master of Science in Library and Information Science online verfügbar. Der Hauptteil des Kurses verläuft asynchron, man arbeitet offline am eigenen PC und übersendet die Daten. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt im Management digitaler Information. Formalerschließungsinhalte sind das MARC-Format und die Katalogisierung von Nichtbuchmaterial.


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Die Syracuse University in New York bietet ein gemischtes Fernstudium mit Anwesenheitsphasen und Kursen an, die in der Gesamtheit im Internet abgewickelt werden. Formalerschließung wird neben Sacherschließung, Suche und Katalogkunde in einem der sieben Pflichtkurse “Information ressources: Organization and Access“ gelehrt. Die Wahlkurse sind in Schwerpunktthemen zusammengefasst. Im Schwerpunkt „Organisation von Suche und Zugang“ befindet sich der Kurs „Cataloging of Information Ressources“.

Ein Pflichtkurs an der University of Alabama ist “Bibliographic Organization and Control”. Er nimmt ca. 17% der Pflichtkurse ein und beschäftigt sich mit Katalogkunde, Bibliografie, Normdaten, Formal- und Sacherschließung, OCLC-Suche, sowie computerisierter Katalogisierung. An Wahlkursen gibt es “Cataloging and Classification” (Formal- und Sacherschließung von Print- und AV-Medien) und “Descriptive Bibliography” (bibliografische Beschreibung von alten Büchern). Der Unterricht erfolgt mit Hilfe eines “Intercampus Interactive Telecommunication Systems“ zu 10 verschiedenen Orten in Alabama. Die Kurse werden am Abend und an Wochenenden abgehalten.

Einer der sieben Theoriekurse an der Emporia State University in Colorado „Theorie der Organisation von Information“ beschäftigt sich mit dem Thema, wie man Benutzern zur richtigen Zeit die richtige Information gibt. Der Kurs „Organizing Information“ beschreibt die „Organisationswerkzeuge“ DDC, LoCSH, AACR2, MARC und OCLC/PRISM. Diese Kurse nehmen ca. 10% der Ausbildung in Anspruch.

An der University of South Carolina wurden Fernstudien 1976 eingeführt. Seit 1982 laufen sie über ein interaktives Satelliten-TV-System.238Zu erwerbende Abschlüsse sind der „Master of Library and Information Science“, das „Certificate of advanced graduate study in Library and Information Science“ und der „Specialist in Library and Information Science“. Die Absolvierung dieses Fernstudiums ist auch in anderen Bundesstaaten möglich. Formalerschließung wird im Master-Studium in einem Pflichtkurs „Introduction to the Organization of Information and Materials“ neben technischem Service, Bestandsaufbau und Sacherschließung sowie in einem Wahlkurs „Cataloging Information Materials“ gelehrt. Die Inhalte des Wahlkurses sind AACR2, Nichtbuchmaterial, Suche in bibliografischen Datenbanken, und Computerkatalogisierung. Insgesamt umfassen die Kurse mit Formalerschließung 8‑17% des Gesamtcurriculums.

Das von der Southern Conneticut State University angebotene „Virtuelle Klassenzimmer“, das vier Universitäten in Conneticut verbindet, besteht seit 1998. Der Master of Library Science wird zur Gänze online angeboten, einige Kursteile werden aber als Präsenzveranstaltung abgehalten. Einer der fünf Pflichtkurse „Information Analysis and Organization“ nimmt 8% des Gesamtstudiums ein und beschäftigt sich mit Formal- und Sacherschließung, sowie nationalen und internationalen Standards.

An der University of South Florida hat das Fernstudium zum Master in Library and Information Science sowohl synchrone als auch asynchrone Elemente. Einer der vier Pflichtkurse ist „Wissensorganisation I“. Unterrichtet werden Formalerschließung, das MARC-Format, die LoC Subject Headings und die Suche in OCLC. Weitere Kurse, in denen auch Formalerschließung unterrichtet wird, sind „Classification and Cataloging of Non-Book Materials“, „Technical Services in Small Libraries“ und „Organization of knowledge II“. Jeder dieser Kurse zählt für 3 Credits, insgesamt werden 87 Credits verlangt.

Das Fernstudium an der Florida State University besteht aus Samstagskursen (dreimal pro Semester einen Tag lang) und Kursen über das Internet. Einer der Pflichtkurse mit Anwesenheit ist „Informationsorganisation“. Gelehrt werden Katalogkunde, Bibliografie, Katalogisierung und Klassifikation. Ein weiterer Kurs „Katalogisierung und Klassifikation“ wird vorwiegend über das Internet, meist durch Diskussionen mittels LISTSERV, abgehalten. Dabei wird darauf geachtet, eine möglichst authentische Katalogisierungsatmosphäre zu schaffen. Der Inhalt dieses Kurses ist Formal- und Sacherschließung, sowie das Management einer Katalogisierungsabteilung.


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Der „Master of Library and Information Science“ an der University of Southern Mississippi wird zur Gänze online mittels WebCT (Web Course Tools) angeboten. „Cataloging and Classification“ ist einer der Pflichtkurse und macht ca. 8% des Studiums aus.

Das Graduate Diplom in Library and Information Studies an der Queensland University of Technology dauert 1 Jahr. Teile davon werden im Fernunterricht angeboten. Das Fach “Information Organization” nimmt 12,5% der Ausbildung ein. Gelehrt wird es im Direktunterricht, das Material steht aber online zur Verfügung. Inhalte der Formalerschließung sind ISBD, HTML, AACR2 und das MARC-Format.

Am Sheridon College gibt es seit 1998 eine bibliothekarische Fernausbildung für das technische Personal. Ca. 8% des Kurses beschäftigen sich mit Formalerschließung.

13.5.8 Mexiko

An der Escuela Nacional de Biblioteconomía y Archivonomía in Mexiko kann die Licenciatura en Biblioteconomia auch im Fernstudium erlangt werden. Das Studium dauert 8 Semester, Formalerschließung wird in 2 Kursen (einer im 3. und einer im 4. Semester) gelehrt.

13.5.9 Brasilien

In Brasilien wurde eine Studie durchgeführt, ob das Internet zum Fernstudium für Bibliothekarinnen und Informationsspezialistinnen geeignet ist.239 Es wurde ein Kurs für Serienkatalogisierung erstellt und durchgeführt. Der Lehrstoff wurde in Internetseiten präsentiert, daneben gab es Diskussionslisten und Kontakt mit den Ausbildnerinnen über eMail. Übungen wurden von den Lehrerinnen benotet und verbessert. Von den 20 Teilnehmerinnen erreichten 18 das Lernziel. Die Studentinnen gaben an, vom Kurs profitiert zu haben.

13.5.10 Indien

Der erste bibliothekarische Fernlernkurs wurde 1962 von der Delhi School of Correspondence angeboten. Auch heute werden die meisten Fernlernkurse mit Lehrbriefen, einige mit Radio- und Fernsehsendungen sowie mit über die Post versandte Audio- und Videokassetten durchgeführt. Beispiele dafür sind Kurse an der Universität von Kalkutta, der offenen Universität Ambedkar und der Kakatiya Universität. Die einzige Schule, die Fernstudien mit Hilfe des Internets anbietet, ist die Indira Gandhi National Open University. Seit 1989 gibt es das Bakkalaureats-Studium in Library and Information Science, seit 1992 das Master-Studium in diesem Fach.240 Für den Bachelor of Library and Information Service sind neun Kurse notwendig, einer davon beschäftigt sich mit der Katalogisierungstheorie, ein zweiter mit Katalogisierungspraxis. Das Studium dauert ein Jahr. Für den Master of Library and Information Service, der ebenfalls ein Jahr dauert, benötigt man 6 Pflicht- und zwei Wahlkurse. “Information Processing and Retrieval” ist ein Pflichtkurs. Gelehrt werden die Erstellung von Literaturdatenbanken, besonders mit ISIS, und Online-Suchstrategien. Weitere Inhalte sind neben Katalogkunde vor allem die AARC2 und das MARC-Format. Die neuen Technologien werden in eigenen Lernzentren angeboten, wobei es Schwierigkeiten mit den Landesteilen gibt, zu denen noch keine funktionsfähigen Leitungen existieren. Partnerschaften mit der Regierung und verschiedenen NGOs wurden eingegangen.

In Madras kann sowohl das Bakkalaureat als auch der Master in Library and Information Science im Fernstudium erworben werden. Die Verbreitung geschieht mittels Postaussendung von gedrucktem Material, Radiosendungen, Audio- und Videokassetten und Sommerschulen mit Anwesenheitspflicht.


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Das größte Problem bei der Einführung von computerunterstützten Fernstudien ist die mangelnde Infrastruktur und die mangelnde Ausbildung der Dozentinnen in den neuen Technologien. Die Lehrpläne sind noch konventionell. Auch in Indien werden Stimmen laut, die den Anteil der Katalogisierung am Unterricht einschränken wollen.

13.5.11 Pakistan

An der Allama Iqbal Open University kann man ein Zertifikat in Bibliothekswissenschaft und das Bakkalaureat erwerben.241 Für das Zertifikat benötigt man 4 Kurse, in „Organizing Library Ressources“ wird auch Formalerschließung gelehrt. Die Ausbildung zum BA in Library and Information Science in Pakistan dauert zwei Jahre. Es sind zwei weitere Kurse notwendig, einer davon ist „Classification and Cataloging“. Die Ausbildung zum Master of Science in Bibliothekswissenschaft ist in Planung. Das Fernstudium ist konventionell, hauptsächlich mit Briefkursen und aufbereiteten Lehrbüchern.

13.5.12 Thailand

In Thailand ist ein bibliothekarisches Fernstudium an drei Universitäten möglich.242 An der Offenen Universität Sukkothai Thammathirat kann man das Bakkalaureat in „General Information Science“ oder „Office Information Science“ erwerben. Im 4-Jahres-Programm benötigt man 132 Credits, die sich auf 22 Kurse aufteilen. Formalerschließung wird im Fach „Information Analysis“ gelehrt. Katalogisierung und Klassifikation nehmen ca. 4,5% der gesamten Ausbildung ein, wobei der Anteil der Formalerschließung etwa 1/3 davon ist. Das Fernlehrprogramm wird mittels Lehrbriefen und fakultativen Treffen durchgeführt. Inhaltlich beschäftigt sich die Formalerschließungsausbildung hauptsächlich mit den AACR2.

An der Ramkamhaeng Universität kann man das Bakkalaureat Bibliothekswissenschaft im Haupt- und als Nebenfach studieren. Für das Hauptfach benötigt man 144 Credits. Für den Master in Library and Information Science müssen 192 Credits erworben werden. Die Suranaree University of Technology ist eine vollrechtsfähige Universität. Das Bakkalaureat in Information Science dauert 3 Trimester zu je 13 Wochen.

13.5.13 Südafrika

1988 wurde an der UNISA in Südafrika Katalogisierung mit Lehrbriefen unterrichtet.243 In der Formalerschließung wurden die AARC2 gelehrt. Titelaufnahmen wurden anhand von Beispielen geübt, die dem Tutor zugesandt wurden. Inzwischen wird auch diese Ausbildung mit Hilfe des Internets abgehalten. Das Studienmaterial wird im WWW angeboten, Kommunikation ist mit eMail oder in Diskussionsgruppen möglich. Für das BBibl Degree sind 12 Kurse notwendig, einer davon „Descriptive Cataloging and Subject Organisation“.

13.5.14 Australien

An der Charles Sturt University wird seit ca. 20 Jahren bibliothekarische Ausbildung im Fernunterricht abgehalten. Katalogisierung wird im Rahmen der Veranstaltung „Informationsorganisation“ gelehrt, eine Veranstaltung, die 12% eines einjährigen bzw. 8% eines 1,5jährigen Kurses ausmacht.


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An der Queensland University of Technology kann man ein „Graduate Diplom in Library and Information Studies“ erwerben. Das Studium dauert ein Jahr, das Fach „Information Organization“, in dem Formal- und Sacherschließung gelehrt werden, entspricht 12% des Studiums. Inhalte der Formalerschließung sind neben AACR2, MARC und Normdaten auch die ISBD und HTML. Das Fach wird nicht im Fernunterricht unterrichtet, aber alle Materialien sind im Internet verfügbar.

Der BA (Librarianship and Corporate Information Management) an der Curtin University of Technology umfasst 24 Kurse, davon 14 in Informationsstudien und 6 in Kommunikationsstudien. Im Fach „Organising Access to Information I“ werden Informationssuche, Metadaten, HTML und AACR2 gelehrt.

Auch das Studium „Bachelor of Science (Library Technology)“ an der Edith Cowan University kann im Fernstudium absolviert werden. Es besteht aus 22 Kursen. Kurse für Paraprofessionelle werden ebenfalls im Fernstudium abgehalten. Katalogisierung wird in 15 SWS unterrichtet, davon beschäftigen sich 5 SWS mit Formalerschließung. Im Grundkurs wird eine Einführung in die AACR2 und USMARC, Haupt- und Nebeneintragungen und die Titelaufnahme von Monografien gelehrt, im Fortgeschrittenenkurs die Katalogisierung von Nichtbuchmaterial und Details des USMARC.

An der Monash University of Technology wird die Ausbildung “Master of Information Management and Systems (library and information service and record keeping specialisation)” im Fernstudium angeboten. Ein Fach der Grundausbildung ist „Information Organization“. Lehrinhalte sind Informationssuche, AACR2, MARC, Dublin Core und Bibliografie.

Am Institut of TAFE in Adelaide kann man im Fernunterricht eine Ausbildung zur Bibliotheksassistentin oder zu technischem Personal absolvieren. Die Ausbildung dauert 1‑2 Jahre, einer der angebotenen Kurse ist „Cataloguing Procedures“.

13.5.15 Neuseeland

Die Victoria University in Wellington bietet den „Master of Library and Information Studies“ im Fernstudium an. Für den Abschluss benötigt man 180 credits. „Bibliografische Organisation“ ist ein Wahlfach, das in die Ausbildung für öffentliche Bibliotheken hineinfällt. Diese Richtung wird von beinahe der Hälfte der Studenten gewählt. Es umfasst ca. 8% der Ausbildung und behandelt neben Katalogkunde und Bibliografie Formal- und Sacherschließung. Die Formalerschließung nimmt ca. 67% des Faches und damit ungefähr 5% der gesamten Ausbildung ein. Unterrichtet werden Direkt- und Fernstudentinnen gleichzeitig.

13.5.16 Zusammenfassung

Für die bibliothekarischen Fernstudien werden weltweit jeweils die technologischen Möglichkeiten angewandt, die zur Verfügung stehen. Bei weniger entwickelten Ländern sind dies zumeist Briefkurse bzw. Ausstrahlungen von Lehrsendungen in Radio und TV, in den Industriestaaten Internet und Audio-/Videokonferenz. In den meisten Studiengängen werden synchrone und asynchrone Elemente verbunden. Auch diejenigen Kurse, die ganz asynchron ablaufen, haben größtenteils zumindest kurze Anwesenheitsphasen – entweder am Campus der Universität oder in außenliegenden Zentren.

Dabei fällt auf, dass gerade bei der Formalerschließungsausbildung die Informationstechnologie sehr zurückhaltend gehandhabt wird. Wenn es Präsenzveranstaltungen gibt, ist die Formalerschließung meist unter diesen zu finden. Es gibt aber auch Beispiele dafür, dass Formalerschließungskurse nur mittels Internetseiten, Diskussionslisten und eMail abgehalten werden. Nach Meinung der Verfasserin ist dies die bessere Methode, weil dadurch die klassische didaktische Konstellation Vorlesung und Übungen zwangsläufig aufgebrochen werden muss. Über Diskussionslisten können die Teilnehmerinnen über die Lösung von Übungsbeispielen kommunizieren, die Dozentin kann beratend eingreifen. Dadurch werden Grundprinzipien leichter verständlich, das eigenständige Denken angeregt und zugleich gemeinschaftliches Arbeiten mit Hilfe der neuen Technologien geübt.


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Bei der Bezeichnung der Lehrveranstaltungen in Katalogisierung ist auffällig, dass das Wort „Katalogisierung“ immer mehr verschwindet (siehe Anhang Tabelle 20). Dieser Trend ist sowohl bei den Fernstudien weniger entwickelter Länder als auch in den Industriestaaten zu beobachten. Am weitesten verbreitet ist die Bezeichnungen „Informationsorganisation“. Da die Lehrinhalte weitestgehend Dokumentenbeschreibung sind, sind die gewählten Kurstitel nach Meinung der Verfasserin nicht zutreffend. Offenbar klingt „Katalogisierung und Klassifikation“ für manche Organisatoren zu altmodisch und soll durch moderne Worte wie Information, Wissen bzw. Organisation ersetzt werden.

Formalerschließung wird meist zusammen mit Sacherschließung gelehrt, oft auch mit Katalogkunde, Bibliografie bzw. (Online-)Suche. In der vorwiegenden Anzahl der Ausbildungen werden die im jeweiligen Land geltenden Regelwerke (meist AACR2) und Datenformate (meist MARC in der nationalen Form) gelehrt. Weitere Inhalte sind Normdaten und die Katalogisierung von Nichtbuchmaterial, manchmal auch internationale Standards (z.B. die ISBD in Polen und Australien). Vor allem in Großbritannien und Australien werden Metadaten, z.T. auch HTML unterrichtet.

Die Inhalte entsprechen im Wesentlichen den in Deutschland gelehrten. Nur in einer Lehrveranstaltung ist expressis verbis das Management von Katalogisierungsabteilungen angegeben, in einer anderen das Benutzerinnenverhalten. Auch wenn diese Inhalte in den übrigen Ausbildungen in anderen Kursen gebracht werden, fehlt dann der Bezug zur Katalogisierung.

Das Erreichen einiger persönlicher Kompetenzen wie Flexibilität, kritisches Denken, die Fähigkeit zum Problemlösen und Entscheidungen Fällen wird durch die Anwendung von Fernunterricht gefördert. Durch die zwangsläufig größeren Anteile an Selbststudium und die verstärkten Anforderungen durch Technologie, Zeiteinteilung etc. werden die Studentinnen mehr gefordert. Andere Ziele wie Kommunikationsfertigkeiten werden sowohl in den Präsenzphasen als auch durch Kommunikation über die neuen Technologien geübt.

Der Anteil der Katalogisierung am Gesamtstudium ist in Polen und Thailand relativ gering (2% bzw. 4,5%), in den anderen Ländern 8-12%. Dabei darf man nicht vergessen, dass in diesen Lehrveranstaltungen auch andere Inhalte gebracht werden, sodass gerade bei Fernstudien der Anteil an Formalerschließung besonders klein ist. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass bei Fernstudien die Studienpläne immer wieder neu überarbeitet werden und daher als erste dem Trend zur Verringerung der Formalerschließung entsprechen. Gerade unter diesen Bedingungen ist es verwunderlich, dass zur Vermittlung der Regelwerke nur selten Lernprogramme eingesetzt werden.

13.6 Empfehlungen

Der Anteil an Formalerschließung bei bibliothekarischen Fernstudien hängt vom Anteil der bibliothekarischen Ausrichtung dieser Fernstudien ab. Es ist möglich, den Schwerpunkt eines Studiums auf Informationstechnologien zu setzen und bibliothekarisches bzw. dokumentarisches Wissen als Nebengebiet einfließen zu lassen. In Zukunft werden auch Computerspezialistinnen gebraucht, die zusätzlich Informationsmanagement beherrschen. Dabei ist Informationstechnologie nicht das einzige Fach, das mit der „Organisation von Wissen“ verflochten werden kann und sollte. Die diversen, sich unterscheidenden Inhalte verschiedenartiger Ausbildungen dürfen aber nicht dazu führen, alles als gleichwertige „bibliothekarische Ausbildung“ zu betrachten. Zu einer weiteren Verwirrung führt die Trennung in Bibliothekarin, Dokumentarin und Archivarin. Statt des Hineinpressens von immer mehr und mehr Inhalten in eine verschwommen definierte Ausbildung und einer nachfolgenden, für die Benutzerin künstlichen, Auftrennung in Berufsbezeichnungen wäre es wesentlich, klar zu definieren, was denn nun die wichtigen Bestandteile einer bibliothekarischen Ausbildung (oder wie immer man sie bezeichnet) sind. Die Verfasserin beschränkt sich in dieser Arbeit auf Empfehlungen für die Formalerschließung. Die anderen Inhalte einer bibliothekarischen Ausbildung festzulegen, sind die entsprechenden Fachleute aufgerufen.

Formalerschließung stellt eine Kernkompetenz dar. Deshalb sollte der Anteil am Gesamtcurriculum einer Ausbildung, die als „bibliothekarisch“ bezeichnet wird, für den mittleren [Seite 170↓]Dienst nicht unter 12% und für den gehobenen Dienst nicht unter 9% liegen. Das ergibt sich aus den betrachteten Lehrgängen und den zu fordernden Inhalten.

Die bereits mehrfach geschilderte Gestaltung von Studien für den höheren Dienst durch Angebot von Pflicht- und Wahlfächern mit verschiedenen Schwerpunkten ist eine Möglichkeit. Das Pflichtfach „Formalerschließung“ sollte aber zumindest 6% des Gesamtstudiums umfassen, damit die für den höheren Dienst notwendigen Grundlagen in geeigneter Weise erarbeitet werden können. Das schließt nicht aus, dass in den Wahlfächern weiterführende Lehrinhalte für Formalerschließung angeboten werden können.


Fußnoten und Endnoten

1  American Library Association: Accreditation under the 1992 standards for accreditation of master´s programs in library and information studies : an overview. 2000. – URL: http://www.ala.org/alaorg/oa/overview.html (31.1.2001)

2 American Library Association: Guidelines for choosing a master´s program in library & information studies. 2000. – URL:http://www.ala.org/alaorg/oa/guide.html (31.1.2001)

3  Inter, Sheila S. (Hrsg.) ; Hill, Janet Swan (Hrsg.): Recruiting, educating and training cataloging librarians : solving the problems (Simmons College Symposium Boston, Mass. 1989). ‑ New York, Greenwood Press, 1989 (New directions on information management 19). ‑ ISBN 031326693X

4  Maxwell, Margaret F.: A most necessary discipline : the education of technical services librarians. In: Library Resources and Technical Services 29 (1985) S. 239‑247

5  Sellberg, Roxane: The teaching of cataloging in U.S. library schools. In: Library Resources and Technical Services 32 (1988) Nr. 1, S. 30‑42

6  Biggs, Mary: Who/what/why should a library educator be? In: Journal of education for library and information science 25 (1985) S. 262‑278

7  Sellberg 1988, siehe Fußnote 314

8  Williamson, Charles C.: Training for library service : a report prepared for the Carnegie Corporation of New York. Boston, Mass.: Updike, 1923

9  Hill, Janet Swan ; Inter, Sheila S.: Preparing a cataloging career : from cataloging to knowledge management. In: Congress on professional education : focus on education for the first professional degree (1999). – 2000. – URL: http://www.ala.org/congress/hill‑intner.html (2.3.2001)

10  Clack 1993, siehe Fußnote 307

11  Saye, Jerry D.: The cataloging experience in library and information science education : an educator´s perspective. In: Cataloging and Classification Quaterly 7 (1987) Nr.4, S. 27‑45

12  Beheshti, Jamshid: Ein systematisches Trainingsprogramm für den Umgang mit den neuen Technologien in den Informationsberufen. In: Bibliothek, Forschung und Praxis 20 (1996) Nr. 1, S. 40‑49

13  Bernal, Emilia: Cataloging and classification courses. In: Harvey, John Frederick (Hrsg.) ; Caroll, Laverne Frances (Hrsg.): Internationalizing library and information science education : a handbook of policies and procedures in administration and curriculum. New York, NY : Greenwood Press, 1987. – ISBN 0‑313‑23728‑X, S. 229‑243

14  Brunt, Rodney M.: Some problems in teaching cataloguing in a time of recession. In: Catalogue and Index 74 (1984) S. 1‑5

15  Callahan, Daren J. ; MacLeod, Judy: Management issues and the challenge for cataloging education. In: Technical Services Quaterly 13 (1996) Nr. 2, S. 15‑24

16  Clack 1993, siehe Fußnote 307

17  Connaway 1997, siehe Fußnote 308

18  Evans, Anaclare F.: The education of catalogers : the view of the practioner / educator. In: Cataloging and Classification Quaterly 16 (1993) Nr. 3, S. 49‑57

19  Fisher, William: Terminator 2 : library education ; the issue that wouldn't die. In: Library Acquisitions, Practice and Theory 22 (1998) Nr. 1, S. 31‑34

20  Gorman, Michael: How cataloging and classification should be taught. In: American Libraries 23 (1992) S 694‑697

21  Hill 2000, siehe Fußnote 318

22  Hopkins, Judith: Classification and cataloging education. In: The Bookmark 47 (1989) Nr. 3, S. 179‑182

23  Inter 1989, siehe Fußnote 312

24  Inter 1989, siehe Fußnote 312

25  Inter 1989, siehe Fußnote 312

26  Jensen, Patricia E.: Problems in cataloging : can the library schools help? In: Catholic Library World 56 (1985) S. 438‑440

27  Kovacs, Beatrice: An educational challenge : teaching cataloging and classification. In: Library Resources and Technical Services 33 (1989) Nr. 4, S. 375‑381

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29  Lunin 1988, siehe Fußnote 337

30  McAllister‑Harper, Desretta V.: An analysis of courses in cataloging and classification and related areas offered in sixteen graduate library school and their relationship to present and future trends in cataloging and classification and to cognitive needs of professional academic catalogers. In: Cataloging and Classification Quaterly 16 (1993) S. 99‑123

31  Pausch, Lois M.: The making of the adaptable cataloger . In: Ilinois Libraries 67 (1985) S. 440‑442

32  Riemer, John J.: A practioner's view of the education of catalogers. In: Cataloging and Classification Quaterly 16 (1993) Nr.3, S. 39‑47

33  Ryans, Cynthia C.: Academicians views on the role of theory in the cataloging curriculum. In: Catholic Library World 51 (1980) Nr. 9, S. 395‑401

34  Saye 1987, siehe Fußnote 320

35  Sellberg 1988, siehe Fußnote 314

36  Shearer 1997, siehe Fußnote 309

37  Shearer 1997, siehe Fußnote 309

38  Soper, Mary Ellen: Descriptive cataloging education in library schools, using the University of Washington as a specific example. In: Cataloging and Classification Quaterly 7 (1987) Nr. 4, S. 47‑56

39  Speller, Benjamin F.: Putting theory into practice : an overview of the symposium. In: Cataloging and Classification Quaterly 16 (1993) Nr. 3, S. 1‑6

40  Taylor, Arlene G.: A quater century of cataloging education. In: Smith, Linda C. (ed.): Technical services management, 1965‑1990 : a quater of a century of change and a look into the future. New York: Haworth Press, 1996 (Haworth cataloging & classification). – ISBN 1‑56024‑960‑9, S. 299‑306

41  Young, J. Bradford: The Teaching of cataloging : education or training. In: Cataloging and Classification Quaterly 7 (1987) Nr. 4, S. 149‑163

42  Clack 1993, siehe Fußnote 307

43  Lighthall, Lynne Isberg: Library education : cataloguing ; the instuctor's perspective. In: PNLA Quaterly 54 (1990) S. 26‑28

44  McAllister‑Harper 1993, siehe Fußnote 339

45  Shearer 1997, siehe Fußnote 309

46  Young 1987, siehe Fußnote 350

47  Callahan 1996, siehe Fußnote 324

48  Jensen 1985, siehe Fußnote 335

49  Lunin 1988, siehe Fußnote 337

50  Williams, James W.: Current awareness for catalogers : sources for informal continuing education. In: Ilinois Libraries 67 (1985) S. 444‑448

51  Henderson, Kathryn Luther: Some persistent issues in the education of catalogers and classifiers. In: Cataloging and Classification Quaterly 7 (1987) Nr. 4, S. 5‑26

52  Wilke, Tricia: Publish! : Information, networking and motivation for cataloging and classification research. In: Library Collections, Acquisitions, and Technical Services 24 (2000) Nr. 2, S. 347‑349

53  Ryans 1980, siehe Fußnote 342

54  McAllister‑Harper 1993, siehe Fußnote 339

55  Peters, Stephen H.: Time devoted to topics in cataloging courses. In: Journal of education for library and information science 29 (1989) S. 209‑219

56  Shearer 1997, siehe Fußnote 309

57  Callahan 1996, siehe Fußnote 324

58  Connaway 1997,siehe Fußnote 308

59  Lighthall 1990, siehe Fußnote 352

60  Soper 1987, siehe Fußnote 347

61  Hsieh‑Yee, Ingrid: Organizing internet resources : teaching cataloging standards and beyond. In: OCLC Systems and Services 16 (2000) Nr. 3, S. 130‑143

62  Lunin 1988, siehe Fußnote 337

63  Lunin 1988, siehe Fußnote 337

64  Lunin 1988, siehe Fußnote 337

65  Stine, Diane: The adequacy of library school education for serials librarianship : a survey. In: Ilinois Libraries 67 (1985) S. 448‑449

66  Henderson, Kathryn Luther: Personalities of their own : some informal thoughts on serials and teaching about how to catalog them. In: The Serials Librarian 22 (1992) Nr. 1‑2, S. 3‑16

67  Brunt 1984, siehe Fußnote 323

68  Callahan 1996, siehe Fußnote 324

69  Clack 1993, siehe Fußnote 307

70  Connaway 1997,siehe Fußnote 308

71  Evans 1993, siehe Fußnote 327

72  Hill 2000, siehe Fußnote 318

73  Hill, Janet Swan: Wanted, good catalogers. In: American Libraries 10 (1985) Nr. 11, S. 728‑730

74  Jensen 1985, siehe Fußnote 335

75  Meyer 1997, siehe Fußnote 297

76  Romero, Lisa: An analysis of entry‑level cataloging errors : implications for instruction and training. In: Journal of education for library and information science 35 (1994) S. 210‑226

77  Callahan 1996, siehe Fußnote 324

78  Henderson 1987, siehe Fußnote 360

79  Inter, Sheila S.: Cataloging practice and theory : what to teach and why? In: Journal of education for library and information science 30 (1990) Nr. 4, S. 333‑336

80  Riemer 1993, siehe Fußnote 341

81  Young 1987, siehe Fußnote 350

82  Ryans 1980, siehe Fußnote 342

83  Bernal 1987, siehe Fußnote 322

84  Brunt 1984, siehe Fußnote 323

85  Callahan 1996, siehe Fußnote 324

86  Clack 1993, siehe Fußnote 307

87  Evans 1993, siehe Fußnote 327

88  Gorman 1992, siehe Fußnote 329

89  Hill 2000, siehe Fußnote 318

90  Kovacs 1989, siehe Fußnote 336

91  Lunin 1988, siehe Fußnote 337

92  Lunin 1988, siehe Fußnote 337

93  McAllister‑Harper 1993, siehe Fußnote 339

94  Pausch 1985, siehe Fußnote 340

95  Riemer 1993, siehe Fußnote 341

96  Ryans 1980, siehe Fußnote 342

97  Sellberg 1988, siehe Fußnote 314

98  Shearer 1997, siehe Fußnote 309

99  Shearer 1997, siehe Fußnote 309

100  Soper 1987, siehe Fußnote 347

101  Young 1987, siehe Fußnote 350

102  Inter 1990, siehe Fußnote 388

103  Connaway 1997, siehe Fußnote 308

104  Evans 1993, siehe Fußnote 327

105  Henderson 1987, siehe Fußnote 360

106  Pausch 1985, siehe Fußnote 340

107  Riemer 1993, siehe Fußnote 341

108  Sellberg 1988, siehe Fußnote 314

109  Young 1987, siehe Fußnote 350

110  Biggs 1985, siehe Fußnote 315

111  Martin, Lynne M.: Breaking out of the basement : a survey of catalogers who teach in State University of New York (SUNNY) Libraries. In: Reference Librarian (1995) Nr. 51‑52, S. 209‑230

112  CCS Task Force: Education and recruitment for cataloging report : June 1986. In: RTSD‑Newsletter 11 (1986) Nr. 7, S. 71‑78

113  Bates, Marcia J. ; American Library Association: Statement from the UCLA department of information studies on LIS curricula for the ALA congress on professional education. 1999. – URL: http://www.ala.org/congress/ucla_print.html (3.8.2001)

114  Brunt 1984, siehe Fußnote 323

115  Callahan 1996, siehe Fußnote 324

116  Clack 1993, siehe Fußnote 307

117  Evans 1993, siehe Fußnote 327

118  Fisher 1998, siehe Fußnote 328

119  Henderson 1987, siehe Fußnote 360

120  Hill 2000, siehe Fußnote 318

121  Hill 1985, siehe Fußnote 382

122  Hopkins 1989, siehe Fußnote 331

123  Inter 1989, siehe Fußnote 312

124  Jensen 1985, siehe Fußnote 335

125  Kovacs 1989, siehe Fußnote 336

126  Meyer 1997, siehe Fußnote 297

127  Riemer 1993, siehe Fußnote 341

128  Saye 1987, siehe Fußnote 320

129  Sellberg 1988, siehe Fußnote 314

130  Speller 1993, siehe Fußnote 348

131  Taylor 1996, siehe Fußnote 349

132  Atkins, Leonie: The new training packages for Library Technicians : what it all means. In: School Library Bulletin 6 (2000) Nr. 6. – URL: http://www.doe.tased.edu.au/0278/issue/006/libtech.htm (3.8.2001)

133  Glogoff, Louise Garraux: Computer based program for cataloging department staff. In: Journal of Academic Librarianship 10 (1984) Nr. 1, S. 23‑28

134  Ford, Barbara J.: Training non‑cataloguers about cataloguing. In: International Cataloging and Bibliographic Control 22 (1993) S. 26‑28

135  Inter, Sheila S.: The education of copy catalogers. In: Technicalities 11 (1991) S. 4‑7

136  Kathman, Jane M. ; Kathman, Michael D.: Training student employees for quality service. In: The Journal of Academic Librarianship 26 (2000) Nr. 3, S. 176‑182

137  Gaus, Wilhelm: Berufe im Archiv‑, Bibliotheks‑, Informations‑ und Dokumentationswesen : ein Wegweiser zur Ausbildung. 4. Aufl. Berlin: Springer, 1998. – ISBN 3‑540‑64313‑3

138  Leonhard 2001, siehe Fußnote 296

139 Positionspapier der Ausbildungseinrichtungen zu ausgewählten Kernpunkten der künftigen Ausbildung des höheren Dienstes an wissenschaftlichen Bibliotheken. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliografie 48 (2001) Nr. 2, S. 87‑90

140  Rath‑Beckmann, Annette: Positionspapier des VdB zu den Kernpunkten der künftigen Ausbildung des höheren Dienstes. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliografie 48 (2001) Nr. 2, S. 85‑86

141  Roth‑Plettenberg, Volker ; Blechschmidt, Romana: Qualifiziert für das nächste Jahrtausend ‑ Forderungen an die Aus‑, Fort‑ und Weiterbildung : Bericht über eine Podiumsdikussion auf dem Leipziger Kongress. In: Bibliotheksdienst 34 (2000) Nr. 7/8, S. 1163‑1167

142  Chmielus, Claudia: Perspektiven der Ausbildung in den Informationsberufen. In: Bibliotheksdienst 30 (1996) Nr. 11, S 1877‑1887

143  Kommission für Ausbildungsfragen des Vereins Deutscher Bibliothekare: Positionspapier zu einer verwaltungsexternen Ausbildung Wissenschaftlicher Bibliothekare. In: Bibliotheksdienst 33 (1999) Nr. 5, S. 761‑770

144  Holste‑Flinspach, Karin: Fachangestellte für Medien‑ und Informationsdienste. In: Bibliothek, Forschung und Praxis 22 (1998) Nr. 3, S. 313‑323

145  Hacker, Rupert: Die Ausbildung des gehobenen Bibliotheksdienstes. In: Bibliotheksforum Bayern 23 (1995) Nr. 2, S 143‑152

146  Popst, Hans: Ausbildung im Fach Alphabetische Katalogisierung im Fachbereich Archiv‑ und Bibliothekswesen der Bayerischen Beamtenfachhochschule. In : Bibliotheksforum Bayern 23 (1995) Nr. 2, S. 185‑195

147  Bechtold, Yvonne ; GauSSmann, Birgit ; Lutz, Anja: Distance Learning ‑ Ein neues Schlagwort im Informations‑ und Dokumentationssektor. In: Nachrichten für Dokumentation 48 (1997) S. 281‑287

148  Jank, Dagmar: Der Fachbereich Archiv‑Bibliothek‑Dokumentation der Fachhochschule Potsdam. In: Weitblick. Mitteilungsblatt der Bibliotheken in Berlin und Brandenburg (1996) Nr. 2, S. 22‑25

149  Büttner, Stephan: Telelernen : Illusion oder Revolution. In: Ruppelt, Georg (Hrsg.) ; NeiSSer, Horst (Hrsg.): Information und Öffentlichkeit : 1. Gemeinsamer Kongreß der Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände e. V. (BDB) und der Deutschen Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis e.V. (DGI) (Leipzig 2000). Wiesbaden : Dinges & Frick, 2000 (Tagung der Deutschen Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis 3). – ISBN 3‑934997‑03‑1 S. 363‑368

150  Leiss, Johann: Die künftige Ausbildung des höheren Bibliotheksdienstes an der Bayerischen Bibliotheksschule in München. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliografie 48 (2001) Nr. 2, S. 118‑123

151  Buck, Herbert: Das hessische Modell für die künftige Ausbildung des höheren Bibliotheksdienstes. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliografie 48 (2001) Nr. 2, S. 111‑114

152  Büttner, Stephan ; Günther, K. ; Jänsch, Wolfgang ; Loeper, J.: Bibliothekswissenschaft als 2. Hauptfach im Magisterstudiengang : Sachbericht/Zwischenbericht über das erste Projektjahr 1998 des Modellversuchs im Hochschulbereich "Bibliothekswissenschaft als zweites Hauptfach im grundständigen Magisterstudiengang als Fernstudium" an der Universität Koblenz‑Landau ; ZFUW in Kooperation mit der Humboldt‑Universität zu Berlin, Institut für Bibliothekswissenschaft. Koblenz – Berlin, 2000

153  Büttner, Stephan: Mediengestützte Fernstudiengänge Bibliotheks‑ und Informationswissenschaften an der HU Berlin. In: Nachrichten für Dokumentation 51 (2000) S. 373‑378

154 Humboldt‑Universität zu Berlin : Postgraduales Fernstudium "Bibliothekswissenschaft". In: Bibliotheksdienst 34 (2000) Nr. 3, S. 459‑460

155  Jänsch, Wolfgang ; Kamke, Ulrich: Aktueller Stand bei der Ausbildung von wissenschaftlichen Bibliothekaren am Institut für Bibliothekswissenschaft der Humboldt‑Universität zu Berlin. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliografie 48 (2001) Nr. 2, S. 106‑110

156 Positionspapier 2001, siehe Fußnote 448

157  Oswald, Achim: Das Zusatzstudium "Bibliotheks‑ und Informationswissenschaft / Library and Information Science" an der FH Köln. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliografie 48 (2001) Nr. 2, S. 115‑117

158  Heeg, Jürgen: Die Ausbildung für den höheren Bibliotheksdienst in Deutschland : aktuelle Situation und künftige Perspektiven. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliografie 48 (2001) Nr. 2, S. 70‑76

159  Nikolaizig, Andrea: Der Leipziger Magisterstudiengang (Planungspapier). In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliografie 48 (2001) Nr. 2, S. 130‑131

160  Wille, Margit: Stellung und Bedeutung des Lehrgebietes "Alphabetische Katalogisierung im Direktstudium der bibliothekarischen Fachschulausbildung. In: Zentralblatt für Bibliothekswesen 93 (1979) Nr. 6, S. 257‑261

161  Heeg 2001, siehe Fußnote 467

162 Der höhere Dienst an deutschen Bibliotheken : Modelle für eine künftige Ausbildung im europäischen Kontext (Leipzig 2000). In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliografie 48 (2001) Nr. 2, S. 68‑141

163  Leonhard 2001, siehe Fußnote 296

164  Rath‑Beckmann 2001, siehe Fußnote 449

165  Menne‑Haritz, Angelika: Archivausbildung für das 21. Jahrhundert : das neue Kurrikulum für die Ausbildung der Archivreferendarinnen und Archivreferendare in der Archivschule Marburg. In: Archivar 53 (2000) Nr. 2

166  Vodosek, Peter: HBI Stuttgart. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliografie 48 (2001) Nr. 2, S. 125‑129

167 Der höhere Dienst 2001, siehe Fußnote 471

168  Dugall, Berndt: Die Ausbildung für den höheren Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken : einige provokante Thesen. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliografie 48 (2001) Nr. 2, S. 132‑133

169 Verordnung der Bundesregierung über die Grundausbildung für die Verwendungsgruppen C ‑ Bibliotheks‑, Dokumentations‑, und Informationsdienst. (AT) (BGBl. Nr. 284 v. 25.6.1985)

170  Mayerhöfer, Josef: Menschen mögen Meilensteine : Vorbericht 1996 zur Geschichte der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare im Rahmen der österreichischen Bibliotheksgeschichte. In: Mitteilungen der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare 49 (1996) Nr. 2, S. 66‑73

171  Pum, Gabriele: Ausbildung ‑ Meilensteine in der beruflichen Karriere. In: Vorträge des 25. Österreichischen Bibliothekartags (St. Pölten 1998). – 1998. – URL: http://www.uibk.ac.at/sci‑org/voeb/btsp2.html#gp (3.7.2001)

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173  Reinitzer, Sigrid: Aufgaben und Ziele von Bibliotheksvereinigungen im allgemeinen und der VÖB im besonderen für den Beginn des 3. Jahrtausends. In: Mitteilungen der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare 52 (1999) Nr. 2, S. 74‑86

174  Stumpf‑Fischer, Edith: Überlegungen und Vorschläge zur Zukunft der Aus‑ und Weiterbildung im österreichischen Bibliothekswesen. In: Vorträge des 25. Österreichischen Bibliothekartags (St. Pölten 1998). – 1998. – URL: http://www.uibk.ac.at/sci‑org/voeb/btsp2.html#esf (6.7.2001)

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176  Wehrmann, Gertraud: Dankesrede nach der Verleihung der Dr.‑Josef‑Bick‑Ehrenmedaillen am 18.9.1998. In: Mitteilungen der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare 51 (1998) Nr. 3/4, S. 33‑35

177 Verordnung der Bundesregierung über die Grundausbildung für die Verwendungsgruppen A 1 und A2 – Bibliotheks‑, Informations‑, und Dokumentationsdienst. (AT) (BGBl. Nr. 295 v. 31.8.1999)

178 Grundausbildung für die Verwendungsgruppen A3 und A4 ‑ Bibliotheks‑, Dokumentations‑, und Informationsdienst (AT) (BGBl. Nr. 296 v. 12.9.2000)

179  Ellerich, Linda: Das erste Semester eines neuen Fachhochschul‑Studiengangs ist geschafft! In: Mitteilungen der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare. 51 (1998) S. 72‑73

180  Schlögl, Christian ; Zotter, Heidi ; Jobst, Herwig ; Taudes, Alfred: Eine neue Ausbildung für das Informationswesen : der Fachhochschul‑Studiengang Informationsberufe. In: Vorträge des 25. Österreichischen Bibliothekartages (St. Pölten 1998). – 1998. – URL: http://www.uibk.ac.at/sci‑org/voeb/btsp3.html#div (5.7.2001)

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182 Lehrgang Bibliotheks‑ und Informationsmanagement : Postgradualer Universitätslehrgang. In: Mitteilungen der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare 52 (1999) S. 109‑110

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12.08.2004