Die Studie geht der Frage nach, inwieweit Bildungssysteme von Gesellschaften die vorfindlichen Muster intragenerationaler Mobilität prägen und diese sich wiederum auf die Strukturierung sozialen Handelns auswirken.
Je nach Grad der Standardisierung, Stratifizierung und horizontaler wie vertikaler Differenzierung von Bildungssystemen werden "credentialistische" und "nichtcredentialistische" Gesellschaften unterschieden. Es wird vermutet, daß in credentialistischen Gesellschaften Bildungstitel die berufliche Allokation wesentlich prägen, was in einem niedrigen Ausmaß intragenerationaler sozialer Mobilität resultiert. Da Bildungstitel in nichtcredentialistischen Ländern nur in geringem Maße als "Screening-Devices" verwendet werden können, ist in solchen Gesellschaften ein höheres Ausmaß intragenerationaler Mobilität zu erwarten.
Das Ausmaß intragenerationaler Mobilität in einer Gesellschaft wiederum kann als Indikator des Schließungsgrades beruflicher Positionen aufgefaßt werden. "Geschlossene Positionen" ermöglichen die Generierung "positionaler Renditen", so daß in credentialistischen Gesellschaften stärker als in nichtcredentialistischen Privilegierungen beziehungsweise Benachteiligungen an die Besetzung beruflicher Positionen geknüpft sind. Dementsprechend sind in credentialistischen Gesellschaften ausgeprägtere Formen kollektiven Handeln zu erwarten, die auf die Verteidigung von Privilegien beziehungsweise deren Abbau zielen.
Diese Thesen werden an Mobilitäts- und Einstellungsdaten aus sechs Ländern, die auf den Erhebungen des "International Social Justice Project" (1991) basieren, getestet. Es läßt sich zeigen, daß in Westdeutschland und Polen als credentialistischen Ländern sowohl intragenerationale Stabilität wie auch die Strukturierung von Einstellungen stärker ausgeprägt sind als in den weniger credentialistischen Gesellschaften USA und Rußland. Ostdeutschland und Großbritannien nehmen Mittelpositionen ein.
The study investigates how educational systems determine the patterns of intragenerational mobility in different societies as well as the patterns of social action.
"Credentialist" and "noncredentialist" societies are distinguished according to the degree of standardization, stratification, vertical and horizontal differentiation of their educational systems. It is assumed that educational titles have a strong impact on occupational allocation in credentialist societies, leading to a low degree of intragenerational social mobility. Since educational titles cannot be used as "screening devices" in noncredentialist countries, intragenerational mobility is expected to be higher in these countries.
The extent of intragenerational mobility can be viewed as an indicator of the degree of closure of occupational positions in a given society. In "closed positions", "positional rents" can be generated, thus privileges and disadvantages are more strongly connected with occupational positions in credentialist countries than in noncredentialist. Therefore, collective actions to challenge or to defend privileges are more likely in credentialist societies.
These hypotheses are tested for six countries using data of the "International Social Justice Project" (1991). It can be shown that intragenerational mobility as well as the structuration of attitudes are more pronounced in the credentialist countries Poland and West Germany than in the noncredentialist countries USA and Russia. East Germany and the United Kingdom are located between these two groups of societies.
Traditionelle Klassen- oder Schichtungstheorien unterstreichen die Bedeutung sozialer Ungleichheit für das Erleben und Handeln der Menschen. Sei es, daß die ökonomische Situation im Wesentlichen als Rahmenbedingung gesehen wird, die Entscheidungsoptionen begrenzen, oder daß darüber hinaus auch Handlungsintentionen aus der sozialen Lage abgeleitet werden: Klassen- und Schichtkonzepte beschreiben einerseits die Struktur der sozialen Ungleichheit als eine diskontinuierliche, in kollektive Lagen einteilbare und nehmen darüber hinaus an, daß sich diese kollektive soziale Lagen in kollektiven Formen des Erlebens und sozialen Handelns widerspiegeln. Die klassentheoretische Strukturierungsperspektive wurde von Marx dezidiert vertreten, vgl. Kapitel 1. Eine frühe auf dem Schichtkonzept basierende Analyse subjektiver "Mentalitäten" liefert Geiger (1932).
Doch diese Annahme war nie unbestritten, und die Zweifel an der Vorstellung, daß eine ähnliche soziale Lage zu ähnlichen Formen des Handelns führen müsse, haben sich in den letzten Jahren im Rahmen der Diskussion um die "Individualisierungsthese" (Beck 1983, 1994, Beck und Beck-Gernsheim 1994) verstärkt. Dieser These zufolge habe der Anstieg des materiellen Wohlstandes bei sinkender Erwerbsarbeitszeit und vielfältige Veränderungen sozialer Institutionen zu zunehmenden "Entfaltungs- und Gestaltungschancen in der Privatsphäre" (Beck 1983:40) geführt.
Damit ging, so Beck, eine Entkopplung zwischen objektiven Bedingungen und subjektiven Erfahrungen einher, insoweit sich durch höheren Wohlstand und gestiegene soziale Sicherheit Entscheidungsoptionen öffnen, die durch die vorher gegebene materielle Situation für die unteren Gruppen der sozialen Stufenleiter verschlossen war.
Klassen- und Schichtmodelle verlieren ihre Funktion als lebensweltliche Deutungsmuster der sozialen Ungleichheit: Während früher diese Konzepte noch eine große Bedeutung als Interpretationsschema der Individuen für ihre Situation, die Bestimmung ihrer Position im Gefüge der sozialen Ungleichheit und in der politischen Arena hatten, so sind sie heute aus diesen lebensweltlichen Zusammenhängen fast völlig verschwunden: "...mit zunehmender Individualisierung schwinden die Voraussetzungen, das Hierarchiemodell sozialer Ungleichheit lebensweltlich zu interpretieren" (Beck 1983: 53). Soziale Ungleichheit wird zunehmend als individuelles Problem wahrgenommen: "Arbeitslosigkeit, Verschleiß der Arbeitskraft, Dequalifizierung usw. treten daher unmittelbar als individuelles Problem in Erscheinung, und man muß vielleicht erst aus der Zeitung, von Medizinern, Gewerkschaftlern und Soziologen, in jedem Fall sekundär und aus zweiter Hand erfahren, daß das, was man als persönliches Leid empfindet, erduldet und bekämpft, hinter den vier Wänden der Millionen anderen Privatsphären nach demselben Schema sich entfaltet" (Beck 1983: 57).
Empirisch wird die "Entstrukturierung sozialen Handelns" durch die nachlassende Prägewirkung demographischer Merkmale, vor allem von nach Meinung traditionaler Ungleichheitskonzepte wichtige Charakteristiken, wie Bildung und Beruf, auf Einstellungen und Verhaltensweisen unterschiedlichster Art zu zeigen versucht. Zum Beispiel wird die Abhängigkeit des Wahlverhaltens von der Klassenlage im Rahmen der Diskussion der Individualisierungsthese als abhängige Variable benutzt, vgl. Clark und Lipset (1991), Clark, Lipset und Rempel (1993), Schnell und Kohler (1995, 1997). Zum Begriff des Lebensstils und zum Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und Lebenstile vgl. Bourdieu (1988), Blasius und Winkler (1989), Lüdtke (1989), Müller (1986, 1989), Sobel (1981). Daraus wird die Forderung abgeleitet, neue Konzepte zur Beschreibung sozialer Ungleichheit wie "soziale Lagen" und "Milieus" zu entwickeln, um erstens feinere Differenzierungen bei der Charakterisierung individueller sozialer Lagen zu ermöglichen und zweitens subjektive Interpretationen dieser Lagen mit zu berücksichtigen. Vgl. Bolte (1990), Bögenhold (1994), Hradil (1983, 1987, 1990, 1995), Klocke (1993), Schulze (1990), Vester (1995). Bertram (1992b) reklamiert die Berücksichtigung regionaler Disparitäten bei der Erfassung sozialer Ungleichheit.
Die Individualisierungsthese wird keineswegs allgemein akzeptiert. Vielfach wurde darauf hingewiesen, daß traditionale Ungleichheitskonzepte durchaus noch ihre Berechtigung haben und können auch empirische Nachweise dafür aufbringen, daß Einstellungen, Verhaltensweisen und Lebenstile durch Muster der sozialen Ungleichheit strukturiert werden. Zur Diskussion der Relevanz traditionaler Ungleichheitskonzepte vgl. Brock (1994), Fantasia (1995), Geißler (1990, 1996), Kreckel (1990), Manza, Hout und Brooks (1995), Marshall, Roberts und Bourgoyne (1996), Müller (1997), Jagodzinski und Quandt (1997), Strasser (1988), Thomas (1990).
Die Debatte um die Individualisierung wird im Wesentlichen in einer zeitlichen Perspektive geführt: Behauptet beziehungsweise bestritten wird, daß vor allem in der Nachkriegszeit ein stetig zunehmender Trend zur Individualisierung festzustellen sei. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Rolle von Institutionen in diesem Prozeß gerichtet. Viele "Individualisierungsargumente" implizieren, daß erst der Wandel sozialer Institutionen Individualisierungsprozesse ermöglicht hat. Merkmale der Familienstruktur (vgl. Bertram und Borrmann-Müller 1988, Bertram (1991, 1992a), Charakteristiken des Wohlfahrtsstaates (Beck- und Beck-Gernsheim 1994) und typische Arbeitsbiographien (Osterland 1990, Berger und Sopp 1992, Kohli 1994b) werden als ungleichheitsrelevante Institutionen betrachtet. Vor allem aber die Veränderung des Bildungssystems in Form der Bildungsexpansion leiste den Individualisierungsprozessen Vorschub (Beck 1983: 45).
Erst diese Änderung in den institutionellen Rahmenbedingungen eröffnen neue Handlungsoptionen und befördern damit die Entstrukturierung sozialen Handelns. Der institutionelle Wandel wirkt sich auf die Lebensgestaltung vor allem dadurch aus, daß er eine Zunahme sozialer Mobilität bewirkt. "... Mobilität in all ihren Erscheinungsformen (Berufs- Orts- Betriebs- und Arbeitsplatzmobilität, Auf- und Abstiege etc.) [
erweist sich] als ein Motor von Individualisierung von Lebensläufen", da diese Mobilitätsprozesse "die Lebensläufe der Menschen aus traditionalen
Die Auswirkung von Institutionen auf soziale Mobilität und die Strukturierung sozialen Handelns ist Thema dieser Studie. Statt einer zeitlich vergleichenden Perspektive wird hier aber eine interkulturell vergleichende eingenommen. Untersucht werden einerseits Muster sozialer Mobilität, andererseits die Prägewirkung demographischer Merkmale auf Wahrnehmung und Bewertung sozialer Ungleichheit Ich spreche von "kollektivem Handeln", wenn Gruppenunterschiede in Einstellungswerten zu finden sind. Unter kollektivem Handeln wird nicht verstanden, daß Gruppenmitglieder interagieren und/ oder sich auf ein zu gemeinsam verfolgendes Ziel einigen. Für den Bezug eines theoretisch anspruchsvolleren Konzepts sozialen Handelns zur (Klassen-) Struktur vgl. Eder (1993). Diese These wendet sich explizit gegen den universalistischen Anspruch, der mit den meisten Ungleichheitskonzepten einhergeht. In Absehung von institutionellen Unterschieden zwischen Gesellschaften suchen Klassen- und Schichtkonzepte zentrale Funktionsprinzipien "industrieller Gesellschaften" aufzudecken. Vertreter der Individualisierungsthese glauben, daß Lagen, Milieu- oder Lebensstilkonzepte zur Analyse der "postindustriellen Gesellschaft" besser geeignet seien, und zwar für alle postindustriellen Gesellschaften gleichermaßen. Demgegenüber möchte die vorliegende Studie zeigen, daß die Anwendungsbedingungen dieser Konzepte zwischen Gesellschaften variieren.
Diese Fragestellung bedarf einiger Präzisierungen.
(i) Die Strukturierung sozialen Handelns wird sicher von vielen Faktoren beeinflußt. In dieser Studie steht aber Bildung im Vordergrund. Im Zuge der Industrialisierung hat Bildung als Kriterium sozialer Ungleichheit immer mehr an Bedeutung gewonnen, und es zeichnet sich ab, daß sich dieser Trend in der postindustriellen Gesellschaft fortsetzt (Bell 1985). Die Untersuchung wird sich daher besonders der Frage widmen, inwieweit Bildung für die Erklärung sozialen Handelns ausschlaggebend ist. Insofern Bildung für die Allokation von Individuen auf berufliche Positionen verantwortlich ist, beinhaltet dies auch die Frage, ob soziales Handelns durch Berufspositionen erklärt werden kann.
(ii) Die Betonung der Bildung als Element sozialer Ungleichheit impliziert eine Verengung des Blicks auf das institutionelle Umfeld einer Gesellschaft: Bildungssysteme und ihre Auswirkung auf die Funktion der Bildung im Ungleichheitsprozeß rücken in den Vordergrund. Gleichzeitig schränkt sie den betrachteten Personenkreis ein: Bildung ist vor allem für die Allokation von Arbeitnehmern auf dem Arbeitsmarkt wichtig. Die empirischen Analysen beschränken sich daher weitgehend auf diesen Personenkreis.
(iii) Damit rückt auch die Betrachtung intragenerationaler Mobilität in den Mittelpunkt des Interesses. Während Theorien sozialer Ungleichheit, die sich mit der Strukturierung kollektiven Handelns befassen, vor allem Prozesse intergenerationaler Mobilität betrachten, verfolgt diese Studie die Frage, wie sich einerseits Unterschiede in den Bildungssystemen in Mustern in-
Die Bearbeitung der Fragestellung gliedert sich in folgende Schritte.
(1) Im ersten Kapitel wird die Frage diskutiert, wie soziales Handeln durch die Verortung von Individuen in der Struktur der sozialen Ungleichheit erklärt werden kann. Es wird eine "Brückenthese" benötigt, mit deren Hilfe die Auswirkungen makrostruktureller Gegebenheiten auf individuelle Einstellungen und Handlungen plausibel gemacht werden können. Eine erste Formulierung einer solchen Brückenthese findet sich in der Marxschen Ausbeutungstheorie. Die Marxsche Fassung dieser Brückenthese impliziert, daß die Verortung der Individuen kollektive Handlungsstrategien zur Beibehaltung oder Verbesserung der eigenen sozialen Position wählen: Die durch Ausbeutung privilegierte Klasse ist an der Verteidigung ihrer Privilegien interessiert, die benachteiligte, ausgebeutete Klasse an der Änderung der ökonomischen Verteilungsregeln. Zwar ist die Marxsche Ausbeutungstheorie für die Analyse sozialer Ungleichheit moderner Gesellschaften nicht sehr fruchtbar, doch lassen sich an diesem Konzept die grundlegende Idee einer Brückenthese illustrieren.
Weber erweiterte die Marxsche Klassentheorie um einige wichtige Elemente: So ist nicht nur der Besitz beziehungsweise Nichtbesitz von ökonomischem Kapital für die soziale Lage der Individuen entscheidend, sondern auch andere Merkmale treten in den Blickpunkt der Ungleichheitsforschung. Vor allem Bildung wird als ungleichheitsgenerierender Faktor hervorgehoben.
Die weitaus höhere Differenzierungsfähigkeit des Weberschen Klassenkonzepts wird aber mit einer theoretischen Unschärfe erkauft: Es kann im Rahmen der Weberschen Ungleichheitstheorie nicht mehr klar vorhergesagt werden, wie die Verortung von Individuen im System der sozialen Ungleichheit soziales Handeln strukturiert. Die Webersche Klassentheorie schließt kollektive Handlungsstrategien nicht aus, läßt aber auch individualistische Handlungsstrategien zu.
(2) Im zweiten Kapitel wird gezeigt, daß diese Ambivalenz der Weberschen Ungleichheitskonzepte im Rahmen der modernen Ungleichheitstheorie in zwei Richtungen aufgelöst wird. Auf der einen Seite betonen funktionalistische Schichtungstheorie, der Statusattainment-Ansatz und verwandte Konzepte die individuelle Seite sozialer Ungleichheit. Der Funktionalismus sieht deren Struktur als ein Kontinuum individueller Merkmale, das Klasseneinteilungen oder andere Gruppenzugehörigkeiten nur als willkürliche Kategorisierung zuläßt. Der Statusattainment-Ansatz faßt die Allokation von Individuen in dieses Kontinuum als Ergebnis individueller Bemühungen. Diese Ungleichheitstheorien implizieren daher auch nur individualistische Handlungsstrategien zur Realisierung ökonomischer Interessen. In beiden Theorien kommt der Bildung eine besondere Rolle bei der Strukturierung sozialer Ungleichheit zu. Die hohe Bedeutung der Qualifikation für die Positionierung von Individuen zeige, daß moderne Gesellschaften nach meritokratischen Prinzipien funktionieren: Individuelle Qualifikationen und Leistungen seien für den Erhalt von Belohnungen ausschlaggebend.
Auf der anderen Seite betonen moderne Klassentheorien die Bedeutung der Zugehörigkeit zu Kollektiven für die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums und für die Prozesse sozialer Mobilität. Das Konzept "sozialer Schließung" wird an Stelle des Ausbeutungsbegriffs gesetzt. Bildungstitel haben im Rahmen dieser Theorieansätze eine ganz andere Funktion im Ungleich-
(3) Beide Theorierichtungen beanspruchen universelle Gültigkeit: Alle moderne, industrielle oder auch "postindustrielle" Gesellschaften werden als entweder individualistisch oder als kollektivistisch ausgewiesen. Das paradoxe Nebeneinander zweier gegensätzlicher Paradigmen läßt sich auflösen, wenn zusätzlich die Mesoebene sozialer Ungleichheit berücksichtigt wird, nämlich die Strukturen des Arbeitsmarktes, mit denen sich das dritte Kapitel befaßt.
Allokation von Personen auf Positionen und Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums spielen sich in betrieblichen Organisationen ab. Bildungstitel werden erst auf dem Arbeitsmarkt als ungleichheitsstrukturierende Faktoren wirksam, und die Arbeitsmarktforschung zeigt, daß die Funktion von Bildungstiteln - als Qualifikationsnachweis oder als Credential - von Arbeitsmarktstrukturen abhängt. Damit müssen inner- und zwischengesellschaftliche Variationen der Arbeitsmarktstrukturen bei der Diskussion der ungleichheitsgenerierenden Rolle der Bildung berücksichtigt werden. Zudem geraten intragenerationale Mobilitätsmuster, die von Ungleichheitstheorien in der Regel vernachlässigt werden, verstärkt in den Blickpunkt des Interesses.
(4) Arbeitsmärkte reagieren auf die Strukturen von Bildungssystemen, die im vierten Kapitel näher besprochen werden. Die Verwertbarkeit von Bildungstiteln als Qualifikationsnachweis oder als Ausschließungskriterium hängt von der Gestalt der Bildungssysteme ab, die diese Bildungstitel produzieren. Daraus folgt, daß Bildung eine je nach Bildungssystem sehr unterschiedliche Rolle für die Allokation und die Verteilung spielt. Diese Unterschiede werden in den intragenerationalen Mobilitätsmustern einer Gesellschaft sichtbar. Unterschiedliche Allokations- und Verteilungsregimes aber haben Unterschiede in der Strukturierung des Handelns zur Folge. Das vierte Kapitel schließt mit Hypothesen über die Auswirkungen von Bildungssystemen auf den Prozeß intragenerationaler Mobilität und auf hieraus zu erwartende Unterschiede in der Strukturierung von Einstellungen durch die Verortung von Individuen im System der sozialen Ungleichheit.
(5) Im fünften Kapitel werden diese Hypothesen für die hier betrachteten Länder - Rußland, Polen, die DDR, die BRD, Großbritannien und die USA - spezifiziert. Dazu sind aber zunächst zwei weitere Schritte nötig: Im ersten Teil des fünften Kapitels werden zunächst die Bildungssysteme dieser Länder kurz beschrieben. Im zweiten Teil werden die verwendeten Daten und die Variablen vorgestellt. Erst dann können im dritten Teil spezifische Hypothesen aufgestellt werden.
(6) Im sechsten Kapitel werden diese Hypothesen anhand der Muster der intragenerationalen Mobilität geprüft. Dabei werden eine Reihe unterschiedlicher Verfahren angewendet, um verschiedene Aspekte des Mobilitätsprozesses möglichst detailliert betrachten zu können. In der Tat zeigen die Ergebnisse deutlich, daß die Bildungssysteme der Länder eine nicht unbeachtliche Rolle für die Strukturierung der intragenerationaler Mobilität spielen.
(7) Doch hat diese Auswirkung der Bildungssysteme auf die Prozesse intragenerationaler Mobilität und damit auf den Wert von Bildungstitel für die Allokation von Individuen in die Struktur sozialer Ungleichheit auch Konsequenzen für Fragen sozialen Handelns? Hypothesen zu dieser Frage werden im siebten Kapitel getestet. Zwar sind die Evidenzen diesbezüglich nicht ganz so deutlich, doch können die vorgestellten Thesen zumindest teilweise belegt werden. Die Erklärung sozialen Handelns durch die Verortung von Individuen in die Struktur sozialer Ungleichheit muß die institutionellen Grundlagen der Ungleichheitssysteme mit berücksichtigen.
Die zentrale These dieser Studie lautet, daß die Strukturierung sozialen Handelns durch das System sozialer Ungleichheit durch institutionelle Rahmenbedingungen einer Gesellschaft geprägt wird und damit zwischen Gesellschaften variiert. Das Argument läßt sich wie folgt zusammenfassen:
(i) Die These, daß soziales Handelns durch die Struktur sozialer Ungleichheit beeinflußt werde, wird in dieser Studie grundsätzlich auf einen bestimmten Handlungstyp begrenzt. Es werden nur solche Handlungen betrachtet, die sich auf die Realisierung rationaler, ökonomischer Interessen beziehen. Für diesen Handlungstyp wurde eine Theorie sozialen Handelns gesucht, die die Abhängigkeit solcher Handlungen von der Struktur sozialer Ungleichheit begründen kann. Eine solche Handlungstheorie ist explizit oder implizit in den Theorien sozialer Ungleichheit zu finden. Formal haben sie den Status von "Brückenhypothesen", die Annahmen über den Einfluß makrosozialer Strukturen auf situative Bedingungen und motivationale Faktoren individuellen Handelns auf der Mikroebene formulieren.
Theorien sozialer Ungleichheit lassen sich jeweils zwei verschiedenen Paaren von Brückenannahmen zuordnen. Man kann von "Paaren von Brückenanahmen" reden, insoweit erstens solche Annahmen für die in einer Gesellschaft dominanten Verteilungsprinzipien einerseits und für die Allokationsprinzipien andererseits getroffen werden und zweitens spezifische Verteilungs- und Allokationsprinzipien miteinander korrespondieren. Die Annahme, daß die Verteilungsordnung sich als "Austausch" äquivalenter Güter und Leistungen darstelle, geht Hand in Hand mit der Annahme, daß der Allokationsprozeß durch das Achievementprinzip regiert werde. Achievement beinhaltet, daß die Allokation von Personen auf Positionen sich nach solchen Kriterien richtet, die subjektive Talente, Qualifikationen, Motivationen und Leistungsbereitschaft eines Individuums indizieren. Auf der anderen Seite entsprechen sich Alimentierungsprinzip und Ascription-Prinzip. Alimentierung bedeutet, daß einige Individuen mehr erhalten, als ihnen nach in verschiedener Weise konkretisierbaren Standards zusteht, während andere in gleichem Maße benachteiligt werden. Ascription beinhaltet, daß sich die Allokation von Individuen auf Positionen im Wesentlichen nach äußeren, objektiven Merkmalen richtet, die Gruppenzugehörigkeiten definieren und prinzipiell von subjektiven Talenten, Qualifikationen, Leistungen und Motivationen unabhängig sind. Die Korrespondenz der Prinzipien ist leicht einzusehen: Alimentierung ist nicht kompatibel mit Achievement. Wenn einerseits alimentierte Positionen existieren, der Zugang zu diesen Positionen aber allen Individuen prinzipiell offen steht, würden verstärkte Zuströme zu privilegierten Positionen diese Privilegien zunichte machen. Umgekehrt macht die Idee einer Statuszuschreibung keinen Sinn, wenn Entlohnungen von Positionen sich grundsätzlich nach individuellen Leistungen richten.
(ii) Die beiden Paare von Brückenannahmen kommen zu sehr unterschiedlichen Vorhersagen rational motivierten sozialen Handelns von Individuen aufgrund deren Verortung im System sozialer Ungleichheit.
Im Rahmen von Verteilungsordnungen, die Austausch- und Achievementprinzip implementieren, ist die Erreichung von sozialen Positionen und deren Entlohnungen durch individuelle Karrierebemühungen leicht möglich. Qualifizierung und Leistungsbereitschaft führen zu sozialem Aufstieg mit entsprechenden Belohnungen. Da Gruppenzugehörigkeiten für die Allokation keine
Wenn hingegen Alimentierung und Ascription dominieren, haben Individuen keine Möglichkeit, soziale Positionen aus eigener Kraft zu verlassen, der soziale Status wird durch äußere, nicht veränderliche Merkmale festgelegt. Die jeweilige Entlohnung in einer bestimmten Position stimmt nicht mit individuellen Leistungen überein. Eine Verminderung von Benachteiligungen ist nur auf zwei Wegen zu erreichen: Entweder werden die Entlohnungen der benachteiligten sozialen Positionen vergrößert, oder das ganze Positionengefüge wird insgesamt modifiziert. Beide Alternativen erfordern kollektive Handlungsstrategien. Diese werden umso wahrscheinlicher, je stärker die Legitimation der Alimentierungsbeziehungen in Frage gestellt wird. Umgekehrt sind auch kollektive Handlungsstrategien zur Verteidigung von Privilegien zu erwarten.
(iii) In Marx' Klassentheorie findet sich das Alimentierungsprinzip in Form des auf der Arbeitswertlehre gründenden Ausbeutungsbegriffs. Ökonomisches Kapital ist aber nicht nur Grundlage der Alimentierung, sondern auch der Statuszuschreibung: Kapital wird im Generationenverlauf vererbt und kann auch intragenerational nicht erworben werden, da Proletarier als Lohn nur das zur Subsistenz Nötige erhalten. Die rigide Fassung des Alimentierungs- und Ascription-Prinzips führt konsequenterweise zur Prognose sehr weitreichenden kollektiven Handelns: Eine Veränderung der Verteilungsrelationen ist nur in Form der revolutionären Umgestaltung der Verteilungsordnung möglich.
Webers Ungleichheitstheorie ist hingegen dadurch gekennzeichnet, daß er gleichzeitig beide Paare der Verteilungs- und Allokationsprinzipien betrachtet. Dadurch kann Weber empirischen Gegebenheiten besser Rechnung tragen, geht aber einer Erklärung sozialen Handelns durch die Ungleichheitsstruktur verlustig: Weber lehnt es explizit ab, ungleichheitsbasierte Handlungsprognosen zu treffen.
Ungleichheitstheorien jüngeren Datums tendieren wieder dazu, jeweils ein Paar der Allokations- und Verteilungsprinzipien als dominant zu kennzeichnen. Der Industrialisierungsthese nahestehende Theorien wie funktionalistische Schichtungstheorie oder Statusattainment-Ansatz behaupten die Geltung von Austausch- und Achievementprinzipien, die sie durch eine im "freien Markt" gründende Verteilungsordnung moderner Industriegesellschaften gewahrt sehen. Sie prognostizieren auch individualistische Handlungsstrategien und unterstellen, daß Ungleichheitsrelationen legitim seien. Letzteres durchzieht insbesondere Parsons' Schichtungsanalyse. Andererseits weisen Klassentheorien auf Alimentierungs- und Ascription-Prozesse hin, die sie in der Regel als illegitim kritisieren. Auch die Erklärung kollektiven Handelns spielt im Rahmen dieser Ansätze eine bedeutende Rolle. Der auf Weber zurückgehende Schließungsbegriff löst das Marxsche Ausbeutungskonzept als Konzept der Alimentierung ab. Besonders Parkin macht den Schließungsbegriff zur Grundlage seiner Klassentheorie. Alimentierung findet nach Parkin insoweit statt, als der Verteilung und Allokation regelnde Markt durch Ascription-Prozesse eingeschränkt wird, indem Konkurrenten vom Zugang zu Ressourcen und Belohnungen ausgeschlossen werden.
Erstens führt die Auflösung der empirisch vorfindbaren Ambivalenz zwischen Austausch und Alimentierung, zwischen Achievement und Ascription in jeweils eine Richtung zu einem impliziten Universalismus spezifischer Allokations- und Verteilungsmechanismen. Funktionalismus und Statusattainment-Ansatz nehmen die Dominanz von Austausch und Achievement an. Real vorfindliche Alimentierungs- und Ascription-Prozesse werden als modellexterne Störungen betrachtet und nicht systematisch in die Ungleichheitstheorie aufgenommen. Das gleiche gilt mit umgekehrten Vorzeichen für Klassentheorien: Sie unterstreichen die Bedeutung von Alimentierung und Ascription in modernen Gesellschaften und befassen sich nicht systematisch mit Austausch- und Achievementprozessen.
Zweitens verwenden beide Theoriefamilien vor allem Studien intergenerationaler Mobilität, um entweder Achievement oder Ascription im Allokationsprozeß zu demonstrieren. Beides gelingt, da beide Prinzipien real vorfindbar sind, was eine paradox anmutende Koexistenz zweier gegensätzlicher Ungleichheitsparadigmen in der neueren Ungleichheitsforschung zur Folge hat. Andererseits unterscheiden sich intergenerationale Mobilitätsmuster nur wenig zwischen Gesellschaften, so daß sich dieses Forschungsfeld kaum zum Nachweis unterschiedlicher Gewichtungen von Achievement versus Ascription in verschiedenen Gesellschaften eignet.
(iv) Intragenerationale Mobilitätsmuster hingegen unterscheiden sich zwischen Gesellschaften weitaus stärker. Abgesehen von diesen empirischen Rahmenbedingungen sind sie auch theoretisch für die Kontrastierung der beiden Prinzipienpaare geeigneter als intergenerationale Mobilitätsverläufe. Denn die prinzipielle Korrespondenz zwischen Austausch und Achievement, Alimentierung und Ascription gilt vor allem für Allokations- und Verteilungsprozesse im intragenerationalen Karriereverlauf. Allokation und Verteilung spielen sich im Arbeitsmarkt ab. Hier gilt, daß Alimentierung nicht unter Achievementbedingungen aufrecht erhalten werden kann und daß Austausch nicht mit Ascription einhergehen kann. Im intergenerationalen Mobilitätsverlauf sind solche Kombinationen durchaus möglich: Auch in offenen Gesellschaften können günstige Startpositionen vererbt werden. Credentials können intergenerational erreicht werden, aber dann den Weg zu alimentierten Positionen öffnen.
Die Diskussion der Arbeitsmarktkonzepte verdeutlichte diese Zusammenhänge. Im Bereich der Arbeitsmarktforschung finden sich zu den Paradigmen der Ungleichheitstheorie korrespondierende Theoriefamilien. Die Annahmen neoklassischer Arbeitsmarktkonzepte hinsichtlich Allokation und Verteilung entsprechen denen der funktionalistischen Schichtungstheorie und des Statusattainment-Ansatzes, Segmentationsansätze zeigen Verwandtschaft zu den Klassentheorien. Neoklassische Arbeitsmarktkonzepte zeigen, daß der freie Markt, in dem Achievement die Allokation regiert, zu Austauschprozessen führt. Segmentationsansätze machen aber deutlich, wie durch sich an askriptiven Merkmalen orientierende Schließungsprozesse, die sich in Barrieren der intragenerationalen Mobilität manifestieren, Alimentierungen erst konstituiert werden. Insoweit Marktprozesse durch Mobilitätsbarrieren im Arbeitsmarkt behindert werden, kommt es
(v) Ein Problem der unterschiedlichen Arbeitsmarktansätze liegt in ihrer konzeptionellen Vielfalt. Meist auf eng begrenzte Organisationsstudien zugeschnitten und damit der mesosoziologischen Ebene zugeordnet, zeigen sie wenig Ansatzpunkte, die ihre Rückbindung an makrosoziologische Theorien der sozialen Ungleichheit bruchlos zuließen.
Eine Lösung dieses Problems liegt in Sørensens (1983a) Theorie der geschlossenen Positionen. Diese vermag die Bedingungen, unter denen die verschiedenen Verteilungs- und Allokationsprinzipien zur Geltung kommen, präzise zu beschreiben: In Systemen offener Positionen, in denen die Terminierung von Positionsbesetzungen in den Händen der Arbeitgeber liegt, kommen Achievement- und Austauschprinzipien zum Tragen, während Alimentierung und Ascription nur in Systemen geschlossener Positionen möglich sind, in denen die Besetzungsdauer von Positionen im Ermessen der Arbeitnehmer liegt. So verschieden Arbeitsmarktkonzepte auch sind, so beziehen sich doch alle zumindest implizit auf den Grad der Schließung von Positionen. Während neoklassische Arbeitsmarkttheorien Systeme offener Positionen im Auge haben, grenzen Segmentationsansätze Areale geschlossener Positionen ab.
Der an Arbeitsstellen gebundene Schließungsbegriff Sørensens bietet eine weitere Formulierung des Alimentierungsprinzips: Alimentierung kann als "positionale Rendite" definiert werden. Gleichzeitig kann dieser Schließungsbegriff als mesosoziologisches Pendant des makrosoziologischen Schließungsbegriff Parkins gedeutet werden, was eine Anbindung der Arbeitsmarkttheorie an die Theorien der sozialen Ungleichheit ermöglicht. Insofern die Schließung von Positionen kontinuierlich variiert, können Systeme als mehr oder wenig geschlossen charakterisiert werden, was eine vergleichende Perspektive eröffnet. Darüber hinaus wird die Schließung von Positionen auf institutionalisierte Regelungen der Allokation und Verteilung bezogen, so daß die Rolle sozialer Institutionen für den Grad der Schließung eines Systems und damit für die Implementierung spezifischer Verteilungs- und Allokationsprinzipien betrachtet werden kann.
Die Theorie der geschlossenen Positionen bietet damit den theoretischen Rahmen, der den Vergleich von Gesellschaften hinsichtlich ihres Ausmaßes der Strukturierung sozialen Handelns ermöglicht. Allerdings ist zuvor noch eine Schwierigkeit zu bedenken. Die Theorie der geschlossenen Positionen stammt aus dem Bereich der Arbeitsmarktforschung. Diese zeigt aber gerade, daß sich der Arbeitsmarkt einer Gesellschaft in unterschiedliche Bereiche offener und geschlossener Positionen gliedert. Mithin ist zu erwarten, daß Verteilungs- und Allokationsprinzipien in einer Gesellschaft nicht einheitlich implementiert sind. In gewisser Weise setzen die Arbeitsmarktkonzepte an die Stelle des impliziten Universalismus von Allokations- und Verteilungsprinzipien in den Ungleichheitstheorien eine implizite Fragmentierung. Unter diesen Bedingungen aber stellt sich die Frage, ob eine makrosoziologisch angesiedelte Handlungstheorie sinnvoll erscheint.
(vi) Die Frage kann vermutlich positiv beschieden werden, und die Begründung hierfür liegt letztlich wiederum in der Theorie der geschlossenen Positionen. Wenn es richtig ist, daß die Schließung von Positionen durch institutionelle Regelungen begründet wird, dann kann erwartet werden, daß zumindest in manchen Gesellschaften das institutionelle Umfeld für eine Homogenisierung des Arbeitsmarktes sorgt, was eine generelle Schließung desselben nach sich ziehen kann.
Nun machen aber die Ergebnisse der Arbeitsmarktforschung deutlich, daß die Funktionsweise der Bildungstitel im Prozeß der Ungleichheit von der Form des Bildungssystems, das diese Titel vermittelt, abhängt. Damit sind Bildungssysteme zu einem beträchtlichen Ausmaß auch für Unterschiede der Strukturierung sozialen Handelns zwischen Gesellschaften verantwortlich. Der Gedankengang ist folgender:
Für die ehemals sozialistischen Länder wurde die Hypothese aufgestellt, daß in Rußland, dessen Bildungssystem nur gering stratifiziert und differenziert ist, das Niveau des Credentialismus wesentlich niedriger ist als in Polen und in der DDR, deren Bildungssysteme nicht nur hochgradig standardisiert, sondern auch in hohem Maße vertikal differenziert (besonders in Polen), horizontal differenziert (besonders in der DDR) und stratifiziert (in beiden Länder) sind. Innerhalb der kapitalistischen Ländern wurde erwartet, daß die BRD sich als besonders credentialistisch erweisen würde, da ihr Bildungssystem auf allen Dimensionen die höchsten Ausprägungen hat (nur der Stratifizierungsgrad ist ähnlich dem des britischen Bildungssystems), während die USA von allen Ländern das am wenigsten standardisierte, stratifizierte und differenzierte Bildungssystem aufweist und damit am wenigsten credentialistisch erscheinen sollte. Großbritannien nimmt auf allen Dimensionen (außer der Stratifizierung) eine Mittelposition zwischen den USA einerseits und der BRD andererseits ein, was sich in einem mittleren Credentialismusniveau niederschlagen sollte.
Ein im Vergleich zu den anderen Ländern prognostiziertes hohes Maß an Credentialismus in Polen, der DDR und der BRD bedeutet, daß hier ein niedriges Niveau intragenerationaler Mobilität erwartet wurde, daß Bildung einen außerordentlich starken Einfluß auf die berufliche Plazierung ausüben sollte und daß auch die Strukturierung des sozialen Handelns stark sein sollte. Letzteres bedeutet im Kontext der hier verfügbaren Informationen, daß Bildung einerseits, Klassenlage andererseits einen vergleichsweise starken Einfluß auf drei Variablen ausüben, die unterschiedliche subjektive Einstellungen erfassen, nämlich auf die subjektive Schichteinstufung, auf etatistische Gerechtigkeitsvorstellungen und auf Zufriedenheitsäußerungen. In Rußland und den USA sollte hingegen ein vergleichsweise hohes Maß an intragenerationaler Mobilität, eine geringere Bedeutung der Bildung im Mobilitätsprozeß und eine schwächere Strukturierung der Eintellungen gefunden werden. Großbritannien sollte diesbezüglich eine Mittelstellung zwischen der BRD und den USA einnehmen.
Darüber hinaus wurden auch einige Hypothesen über in den Ländern besonders bedeutsame Klassenbarrieren aufgestellt, die durch die Besonderheiten der Bildungssysteme konstituiert werden, indem diese spezifische "Ties" zwischen Bildungs- und Beschäftigungssystem etablieren. So ist aufgrund der hohen Stratifizierung einerseits und der starken vertikalen Differenzierung des Bildungssystem andererseits in Polen eine ausgeprägte Barriere zwischen Arbeitern und Angestellten sowie eine Tendenz zur "Elitenbildung" zu erwarten, während aufgrund der geringen horizontalen Differenzierung die Barriere zwischen qualifizierten und unqualifizierten Arbeitern weniger deutlich ausgeprägt sein sollte. Gerade diese Barriere sollte in der DDR und der BRD besonders stark hervortreten, da die extreme horizontale Differenzierung des Bildungs-
Zur Überprüfung dieser Hypothesen wurden insbesondere für die Untersuchung der Mobilitätsmuster eine Reihe verschiedener Verfahren eingesetzt, um unterschiedliche Aspekte des Mobilitätsprozesses möglichst differenziert erfassen zu können. Die Hypothesen konnten zumindest teilweise bestätigt werden. In der Tat weisen Polen einerseits, die BRD andererseits ein deutlich geringeres Niveau intragenerationaler Mobilität, einen höheren Einfluß der Bildung auf die berufliche Plazierung und eine stärkere Strukturierung der Einstellungen durch Bildung und Klassenlage als Rußland respektive die USA auf. In Polen zeigten sich in den Mobilitätsmustern wie in der Einstellungsstrukturierung die erwarteten Barrieren zwischen oberen und unteren Angestellten und zwischen Arbeitern und Angestellten, während in der BRD die prekäre Situation der unqualifizierten Arbeiter deutlich wurde.
Großbritannien aber wies ein geringeres Niveau des Credentialismus auf, als es angenommen wurde. Zwar konnte die "Mittelage" zwischen BRD und USA hinsichtlich der Einstellungsstrukturierung gezeigt werden, ebenso befindet sich das Ausmaß der intragenerationalen Mobilität auf einem mittleren Niveau. Aber nicht alle der auf die Untersuchung der Mobilitätsmuster angewandten Analyseverfahren wiesen auf engere Zusammenhänge zwischen Bildungs- und Beschäftigungssystem als in den USA hin; nur die Statusattainment-Modelle zeigen in diese Richtung. Der unerwartet schwache Zusammenhang zwischen Bildung und Klassenlage könnte aber durchaus Eigenheiten des britischen Bildungssystems widerspiegeln, insofern die Diversifizierung der "Further Education" nicht adäquat in den verwendeten Variablen aufgefangen wird.
Die DDR paßt ebenfalls nicht ganz in das aufgrund der Hypothesen erwartete Bild. Zwar zeigen sich hier im großen und ganzen die erwarteten, der Bundesrepublik sehr ähnlichen Mobilitätsmuster. Aber das Niveau der Mobilität ist geringer als in Polen, so daß die DDR eine Mittelposition zwischen Rußland einerseits und Polen andererseits einnimmt, und das Ausmaß der Einstellungsstrukturierung deutlich geringer ausfällt als erwartet.
Trotz einiger Abweichungen der Ergebnisse von den Prognosen, die aufgrund des hohen Abstraktions- und Aggregationsniveaus der Analyse nicht allzusehr überraschen können, kann damit insgesamt von einer recht guten Bestätigung der aufgestellten Hypothesen ausgegangen werden: Das institutionelle Umfeld einer Gesellschaft, insbesondere die Bildungssysteme, scheinen einen beträchtlichen Einfluß auf Allokations- und Verteilungsprinzipien und damit auf die Strukturierung sozialen Handelns auszuüben. An dieser Stelle sollte angemerkt werden, daß hier keineswegs eine simple Kausalität behauptet wird, dergestalt, daß Bildungssysteme die Ursache spezifischer Mobilitätsmuster und Handlungsstrukturierungen seien, auch wenn das aufgrund der gewählten sprachlichen Formulierungen gelegentlich den Anschein gehabt haben mag. Aber erstens sind Bildungssysteme nur eine Institution neben anderen, die auch einen Einfluß auf Mobilitätsmuster und Handlungsstrukturierungen nehmen können, wie zum Beispiel wohlfahrtsstaatliche Regelungen. Zweitens ist es sicher nicht möglich, einfache Kausalitäten zu behaupten. Vielmehr wird vermutet, daß eine Interdependenz zwischen intragenerationalen Mobilitätsmustern und Handlungsstrukturierung einerseits und dem institutionellen Arrangement einer Gesellschaft andererseits besteht, welches viele Aspekte umfaßt. Allerdings kann auch vermutet werden, daß die verschiedenen Aspekte institutioneller Arrangements zueinander korrespondieren, etwa daß spezifische Bildungssysteme mit spezifischen Typen von Wohlfahrtsstaaten einhergehen.
Angesichts der in dieser Studie vorgetragenen Argumente und empirischen Ergebnisse ergeben sich einige Anmerkungen für die in der Einleitung kurz skizzierte "Individualisierungsdebatte", die das Ausmaß der Strukturierung sozialen Handels durch soziale Ungleichheit und die Adäquatheit verschiedener konzeptioneller Analyseinstrumente zum Gegenstand hat.
(i) Die vorliegende Studie hat sich von Anfang an auf die Untersuchung von Einstellungen beschränkt, die sich zumindest indirekt auf rational motivierte, auf die Maximierung ökonomischen Nutzens gerichteter Handlungen beziehen. Gerechtigkeitsurteile, Zufriedenheitsäußerungen und subjektive Schichteinstufung weisen eine gewisse Nähe zu den in Ungleichheitskonzepten erfaßten ökonomischen Grundlagen sozialen Handelns auf. Aber selbst für diesen recht eingeschränkten Untersuchungsbereich wurde gezeigt, daß verschiedene Einstellungen unterschiedlich "sensitiv" für die Abbildung individueller Reaktionen auf die Verortung im System sozialer Ungleichheit sind.
Daraus ergeben sich zwei Konsequenzen für empirische Überprüfungen der Individualisierungsthese. Erstens ist es kaum anzunehmen, daß sich die Strukturierung des Handelns durch soziale Ungleichheit auf alle Bereiche sozialen Handelns in gleicher Weise bezieht. Vielmehr ist zu erwarten, daß in Bereichen sozialen Handelns, die nicht auf die Realisierung ökonomischer Interessen ausgerichtet sind, eine noch weniger konsistente Handlungsstrukturierung zu finden ist. In im hohen Maße wertrational motivierten Handlungsbereichen, zu denen auch verschiedene Aspekte des Lebensstils gehören, dürften Individualisierungstendenzen eher auf Säkularisierungstendenzen als auf eine generelle "Entstrukturierung sozialen Handelns" zurückzuführen sein. Individualisierungs- oder Strukturierungsbehauptungen müssen daher eine Handlungstheorie explizieren, die den Bereich sozialen Handelns spezifizieren, auf den sie sich beziehen.
Zweitens genügt es nicht, Strukturierung oder Destrukturierung mit nur einem Indikator zu demonstrieren. Umfassende Individualisierungs- oder Strukturierungsthesen müssen zeigen, daß die Beeinflussung beziehungsweise Nichtbeeinflussung sozialen Handelns konsistent für verschiedene Aspekte des spezifizierten Handlungsbereichs nachzuweisen sind.
(ii) Die Individualisierungsdebatte bezieht sich im Wesentlichen auf die Bundesrepublik Deutschland und nimmt eine genuin zeitlich vergleichende Perspektive ein. Diskutiert wird, ob hier Individualisierungserscheinungen insbesondere in der Nachkriegszeit zunehmen oder ob im Wesentlichen von einer konstanten Strukturierung des sozialen Handelns auszugehen ist. Insofern stellt die vorliegende Studie eine Ergänzung dar, indem eine interkulturell vergleichende Perspektive eingenommen wird. Auffällig ist das Ergebnis, daß die Strukturierung sozialen Handelns in der Bundesrepublik unbeschadet aller Individualisierungstendenzen in dieser Hinsicht im interkulturellen Vergleich relativ hoch ausfällt.
Dieser Kritik ist unbedingt zuzustimmen. In der Tat können selbst differenzierte Klassenkonzepte die vielfältigen Elemente, die die subjektiv wichtigen Lebensbedingungen ausmachen, nicht hinreichend genau beschreiben. Andererseits sind diese "groben" Konzepte für andere Fragestellungen durchaus ausreichend oder gar besser geeignet als "feinkörnige" Lagen- oder Milieukonzepte. Wenn es richtig ist, daß eine der Haupttrennlinien zwischen verschiedenen Theorien der sozialen Ungleichheit die lebensweltlich relevante Frage der dominierenden Verteilungs- und Allokationsprinzipien ist, dann gewinnt der Nachweis der Geltung spezifischer Verteilungs- und Allokationsmechanismen hohe Bedeutung. Die Attraktivität der Klassenkonzepte ist vor allem durch ihren kritischen Impetus begründet, den sie ihrem Nachweis von Alimentierungs- und Ascription-Bestrebungen verdanken. Für diesen Nachweis genügen aber grobe Klassenkonzepte durchaus. Wenn sich selbst auf hohem Aggregationsniveau privilegierte oder benachteiligte Gruppierungen ausmachen lassen, was im Lichte faktisch akzeptierter Gerechtigkeitsprinzipien als untragbar gelten kann, dann ist der Skandal ungerechter Verteilung schon festgestellt. Feinkörnigere Betrachtungen können dann nur noch dazu dienen, das Ausmaß ungerechter Verteilung noch deutlicher zu machen. Das mag eine sinnvolle, aber nicht für jede Fragestellung notwendige Aufgabe sein. Andererseits kann die Verwendung zu feinkörniger Analyseinstrumente eher kontraproduktiv sein, da die Datenlage oft die Anwendung solcher Instrumente nicht erlaubt und Darstellungen schnell unübersichtlich werden.
(iv) Die Erörterung institutioneller Rahmenbedingungen, die die Individualisierungstendenzen befördern, nimmt in der Individualisierungsdebatte breiten Raum ein. Die Theorie der geschlossenen Positionen erlaubt eine Integration der unterschiedlichen, zum Teil recht divergenten Gesichtspunkte sozialer Institutionen, und ermöglicht den Anschluß an Ungleichheitstheorien. Die vorliegende Studie zielt auf eine Anwendung auf der Ebene makrosoziologischer Handlungstheorien. Es sind jedoch beliebig feine Abstufungen der Analyse möglich, die sich unter Umständen mit sehr spezifischen sozialen Gruppen befassen können. Die Mobilisierungsfähigkeit der aufgrund institutioneller Rahmenbedingungen hoch alimentierten Landwirtschaft zur Verteidigung eben dieser Rahmenbedingungen lassen sich ebenso in das allgemeine Schema der "Schließung von Positionen" einreihen wie die hier vorgestellten Vergleiche ganzer Gesellschaften. Insofern bietet die Theorie der geschlossenen Positionen einen idealen Analyserahmen, um die institutionell vermittelten Bedingungen von Individualisierung oder Strukturierung zu spezifizieren.
Im Zentrum der jüngeren Diskussion der Arbeitsmarktforschung stehen Bestrebungen, Arbeitsmärkte zu "deregulieren". Zur "Deregulierung" vgl. Bode, Brose und Voswinkel (1991), Lecher (1987), Immerfall (1997), Traxler (1994).
Die Theorie der geschlossenen Positionen bietet auch hier einen Ansatzpunkt. "Flexibilisierung" von Arbeitsbeziehungen bedeutet nichts anderes als die Öffnung sozialer Positionen. Wenn die hier vorgestellten Argumente und empirischen Resultate valide sind, dann sind die Konsequenzen der Deregulierung zumindest teilweise abzusehen: Die Allokation von Personen auf Positionen vollzieht sich weniger in institutionalisierten Mobilitätskanälen, Entlohnungen orientieren sich weniger an Schemata, die Lohnhöhen unabhängig von individuellen Performanzen festlegen. Das Ausmaß intragenerationaler Mobilität steigt, Bildungszertifikate verlieren ihre überragende Allokationsfunktion. Allokation wie Verteilung spiegeln verstärkt individuelle Unterschiede wider, während strukturelle Gegebenheiten an prägender Kraft einbüßen. An dieser Stelle bietet es sich an, ein begriffliches Problem zu klären, um Mißverständnissen vorzubeugen. Es wurde wiederholt darauf hingewiesen, daß Achievement- und Austauschprinzipien leicht zu legitimieren seien, während Alimentierung und Ascription zu Legitimationsproblemen führen. Die Öffnung von Positionen bedeutet, daß Achievement und Austausch verstärkt zum Zuge kommen, während Alimentierung und Ascription erschwert werden. Ist also eine Deregulierung der Arbeitsmärkte gleichbedeutend mit der Implementierung gerechterer Verteilungs- und Allokationsprinzipien? Diese Frage muß aus mehreren Gründen verneint werden. Erstens ist die Frage, welche Gerechtigkeitsprinzipien zur Legitimierung von Verteilung und Allokation herangezogen werden, immer eine empirische Frage. Das Equity-Prinzip, das Austausch und Achievement legitimiert, ist zwar weithin verbreitet, gleichzeitig aber auch Bedarfs- und Gleichheitsprinzipien, die die Einschränkung des Achievement- und Austausch-Prinzips rechtfertigen können. Der uneingeschränkte Markt hat unter Umständen sehr starke Spreizungen der Ungleichheitsskala zur Folge, die als ungerecht empfunden werden können. In diesem Falle wären Alimentierungsprozesse gerechtfertigt, die allzu groß erscheinende soziale Unterschiede einebnen. Insbesondere erscheint es auch gerechtfertigt, diejenigen zu alimentieren, die aufgrund gesundheitlicher Defizite nicht an Austausch- und Achievementprozessen teilnehmen können. Zweitens erscheint es fraglich, ob Deregulierung von Arbeitsbeziehungen die Implementierung der Idee des "freien Marktes" befördert, jedenfalls dann nicht, wenn der "freie Markt" als Instanz verstanden wird, die dafür sorgt, daß alle Individuen diejenigen sozialen Positionen erreichen können, die ihren Talenten, Motivationen, Qualifikationen und Leistungen entsprechen. Denn einige Schließungskriterien behalten beziehungsweise gewinnen möglicherweise gerade unter den Bedingungen deregulierter Märkte ihre ausschließende Wirkung. Ökonomisches Kapital, so könnte man vermuten, ist besonders dann wirkungsvoll als Ausschließungskriterium, wenn Regulierungen des Marktes eingeschränkt werden. Die beobachtete Steigerung der Unternehmensgewinne zu Lasten der Arbeitseinkommen könnte als Indiz für diese These gedeutet werden. Ein ähnliches Argument gilt auch für Bildungstitel: Bestimmte Arten von Qualifikationen beinhalten auch ohne institutionalisierte credentialistische Praktiken Schließungspotentiale. Immer dann, wenn Ergebniskontrollen qualifizierter Tätigkeiten nicht oder nur unzureichend durchgeführt werden können, werden Abweichungen vom marktgerechten Lohn möglich. Aus dieser Perspektive wären Regulierungen des Arbeitsmarktes in Form institutionalisierter Mobilitätsregimes und Entlohnungsschemata zwar Mittel von unter Umständen problematisch erscheinenden Ascription- und Alimentierungsprozessen, die aber auch als Schutz vor anderen Alimentierungs- und Ascription-Bestrebungen aufzufassen sind. Diese Überlegung findet sich auch in Parkins Gegenüberstellung von Ausschließung und Usurpation und im Begriff der dualen Schließung (Parkin 1979). Es existierte dann, ganz im Sinne einer Konflikttheorie der Gesellschaft, kein Zustand einer aufgrund allgemein akzeptierter Standards auszuzeichnenden "gerechten" Gesellschaft, sondern es wäre allenfalls ein Kompromißzustand möglich, der nichtlegitimierte Alimentierungen zuläßt, solange sichergestellt ist, daß keine Gruppe dauerhaft völlig vom Zugang zum gesellschaftlichen Reichtum ausgeschlossen ist.
Es deutet einiges darauf hin, daß Deregulierungsmaßnahmen erstens das Ausmaß sozialer Ungleichheit vergrößern, zweitens Konsequenzen für Fragen der Gerechtigkeit haben und nicht auf Effizienzüberlegungen beschränkt werden können, und drittens die Basis sozialen Handelns untergraben. Vor allem letzteres hätte eine nicht unbedeutende Konsequenz: Wenn Deregulierungsbestrebungen sich in großem Maße durchsetzen, dann ist ein tiefgreifender, weil strukturbildender Individualisierungsschub zu erwarten.
mit Bernd Wegener: Class, Life-Style and Party Vote. Paper presented at the meeting of the Research Group on Consequences and Correlates of Social Stratification. Praha, 11-13 December 1989.
Educational systems, intragenerational mobility regimes and class formation. Paper presented at the Conference on "Dynamics of Social Stratification: Macro and Micro Approaches". University of Zurich, Switzerland, May 1995.
Meritocracy vs. Credentialism: Status Attainment Pattern in Comparative Perspective Paper presented at the Conference on "Intersecting Domains of Stratification: Individuals, Families and Institutions (In Honor of Otis Dudley Duncan)". University of Michigan, Ann Arbor, USA, August 1996.
Educational Systems and Occupational Attainment Paper presented at the ILM Conference 1997: Understanding the School-to-Work-Transition, 16-17 June 1997, Aberdeen, Scotland
Intragenerational mobility regimes and perceived social inequality in comparative perspective. Vortrag am 2.4.1998 am sozialwissenschaftlichen Institut der Universität Budapest, Ungarn.
The education-based allocation to class – a comparison of six countries. Paper presented at the 14th World Congreß of Sociolgy, July 25th – August 1st,1998, Montral, Canada
Die Folgen prekärer Arbeitsverhältnisse für das Ausmaß sozialer Ungleichheit: Einkommensbenachteiligung befristeter Arbeitsverträge. Vortrag auf der Konferenz "Forschung mit dem Mikrozensus: Analysen zur Sozialstruktur und Arbeitsmarkt", 8.-9. Oktober 1998, ZUMA, Mannheim
Deregulierung und soziale Ungleichheit: Die Konsequenzen der Befristung von Arbeitsverhältnissen für die Arbeitseinkommen. Vortrag auf der Sitzung der Sektion Soziale Ungleichheit und Sozialstrukturanalyse in der DGS zum Thema "Wandel des Arbeitsmarktes-Wandel von Ungleichheit? 10-21.11.1998, Rostock.
Buchbesprechungen
Andreas Diekmann: Empirische Sozialforschung. Politische Vierteljahresschrift 38 (1997) 402-403.
Karl-Dieter Opp: Methodologie der Sozialwissenschaften. Politische Vierteljahresschrift 38 (1997) 875-876.