Lehmann, Heiko: Verordneter Ruhestand Untersuchung zum Transfer sozialstaatlicher Institutionen im deutschen Vereinigungsprozeß am Beispiel des Vorruhestands.

Verordneter Ruhestand Untersuchung zum Transfer sozialstaatlicher Institutionen im deutschen Vereinigungsprozeß am Beispiel des Vorruhestands.

D i s s e r t a t i o n

zur Erlangung des akademischen Grades doctor rerum socialium (Dr. rer. soc.)

eingereicht an der Fakultät Philosophie III der Humboldt-Universität zu Berlin

von Dipl.-Soziologe Heiko Lehmann ,
geboren am 16. August 1961 in Lübtheen

Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin

Prof. Dr. Dr. Hans Meyer

Dekanin der Philosophischen Fakultät III Prof. Dr. Christina von Braun

Gutachter:
1. Prof. Dr. Hildegard-Maria Nickel
2. Prof. Dr. Jürgen Rosenow

Tag der mündlichen Prüfung: 14. Februar 1997

Zusammenfassung

Im Mittelpunkt steht die Frage, was der Vorruhestand für die Ostdeutschen lebensbiographisch bedeutet und welche Funktion und Effekte dieser Aspekt des Institutionentransfers arbeitsmarkt- und sozialpolitisch hatte. Der Autor entwickelt zur Charakterisierung dieses Vorgangs den Begriff des ”Verordneten Ruhestands“.

Eine theoretisch modellierte umfangreiche Empirie zeigt die subjektiv biographischen Erfahrung und Verarbeitung des ”Verordneten Ruhestands“ im Kontext der umfassenden Probleme der deutschen Einigung. Die Darstellung macht deutlich, daß der Institutionentransfer im Zuge der Einigung zwar eine Einheit institutioneller Regeln, zugleich aber auch eine Differenz der Mentalitäten erzeugt und verstärkt hat.

Im Ergebnis entwirft der Autor eine theoretisch begründete und empirisch differenzierte Typologie kultureller Handlungs- und Rückzugsmuster. Die Darstellung zeigt, wie differenziert Lebens- und Systemgeschichte zusammengehören.

Unübersehbar, daß Probleme des Wohlfahrsstaates im Zuge fortschreitender Modernisierung von den Menschen Anstrengungen, Neuarrangements und Verantwortung verlangen.


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Inhaltsverzeichnis

TitelseiteVerordneter Ruhestand Untersuchung zum Transfer sozialstaatlicher Institutionen im deutschen Vereinigungsprozeß am Beispiel des Vorruhestands.
Danksagung
0 Einführung
0.1.Herausforderungen und Widersprüche des Umbruchs
0.2.Aufbau der Arbeit
1 Angestrebt oder aufgenötigt? Untersuchungen zum Vorruhestand in den neuen Ländern
1.1.Forschungszusammenhänge
1.2.Politikwissenschaftlich - betriebsstrukturelle Perspektive
1.3.Die subjektive Seite: Lagen und Erfahrungen
1.4.Bilanz
2 Sozialstaatliche Institutionen und lebensweltliche Realität.
2.1.Sozialstaatliche Eingriffe und ihre Institutionen
2.1.1.Der Institutionenbegriff
2.1.2.Ziele und Funktionen sozialstaatlichen Handelns
2.1.3.Grenzen sozialstaatlicher Eingriffe<19>
2.1.4.Fazit
2.2.Exkurs I: ”Reiter ohne Pferde“: Institutionengefüge und lebensweltliche Realität
2.3.Institutionen als Schema für die Auseinandersetzung mit Gegenwart und Wandel. Überlegungen zum Institutionenbegriff
2.4.Exkurs II: Grenzen institutioneller Regeln
3 Integration der DDR in die Bundesrepublik Deutschland als Implementationspolitik am Beispiel des sozialen Sicherungssystem
3.1.Verlauf und Steuerung des Institutionentransfers: Probleme des ”fertigen“ Modells
3.2.Übernahme des westdeutschen Systems und Erwartungen an das System sozialer Sicherung am Beispiel des Ruhestands
3.2.1.Phasen und Beschränkungen der Übernahme des Systems sozialer Sicherung
3.2.2.Ruhestand - wohlfahrtsstaatliche Institution und Lebensphase
3.2.3.Abweichungen in den sozialpolitische Ausrichtungen beider deutscher Staaten am Beispiel des Ruhestands
3.2.3.1.Im Westen: Risikoabsicherung und ”Wiedergutmachung“ durch Lohnersatz - Betriebliche Interessen, staatliche Politik und biographische Perspektiven als umfassender Rationalisierungszusammenhang
3.2.3.2.... und im Osten: die DDR als das ”Werk mehrerer Generationen“. Vorsorgende, produktionsfördernde, integrative Sozialpolitik und Absicherung auf niedrigem Niveau
3.2.4.Geschichte des Vorruhestands in den neuen Ländern und die Lage am Arbeitsmarkt
3.2.4.1.Rahmenbedingungen
3.2.4.2.Auf schmalem Grat: Ältere Beschäftigte am Arbeitsmarkt
3.2.4.3.Einige Tendenzen in den alten Bundesländern
3.2.4.4.Ohne Netz und doppelten Boden: Tendenzen in den neuen Bundesländern
3.2.5.Institutionentransfer und Frühverrentung: Regelwerk für einheitliches Wirken von Staat und Betrieben
3.2.6.Fazit
4 Die politische Gestaltbarkeit von Lebensläufen.
4.1.Die politische Determination von Lebensläufen in Wohlfahrtsstaaten
4.2.Integration - Segmentation - Ausschluß: Zur Dynamik wohlfahrtsstaatlicher Eingriffe in Lebensläufe im Zuge der Moderne - Entwicklung
4.3.Sozialstaatliche Instrumente und die ”Einzigartigkeit“ ihrer Wirkungen auf die Lebensläufe
4.4.Was bleibt? Zum Stellenwert biographischer Aspekte beim erzwungenen Übergang in den Ruhestand
4.5.Die Konfiguration des verordneten Ruhestands - Fazit
5 Der umgang mit Dem Vorruhestand im Kontext der lebensgeschichten
5.1.Methodisches Vorgehen und Darstellungsweise der Ergebnisse
5.1.1.Biographische Interviews und das Konzept der Biographie
5.1.2.Typenbildung
5.1.3.Auswahl und Zusammensetzung der Gesprächspartner
5.2.Übergang in den Vorruhestand und die Relevanz verschiedener Lebensbereiche
5.2.1.Der Übergangsprozeß - zwischen Gegenwehr und Resignation: ”Im Mai sagen sie mir noch, dich brauchen wir, du bist potentieller Erfahrungsträger, du mußt jetzt ackern wie ein Pferd und im Juni ist alles vorbei.“
5.2.2.Einkommen und materieller Spielraum: ”Wir haben eigentlich nie solche großen Ansprüche gehabt, wir waren immer bescheiden und deswegen fällt es uns nicht ganz so schwer.“
5.2.3.Familienbeziehungen: ”Man kann das eigentlich alles nur ertragen in einer guten Familie.“
5.2.4.Freundes- und Bekanntenkreise
5.2.5.Zeitbudget und Zeitstrukturen: ”Es liegt jetzt praktisch an uns, was wir aus unserer freien Zeit und unserem Leben machen.“
5.2.6.”Über“-Aktivitäten: ”Man muß eben was tun, man kann eben nicht zu Hause rumsitzen und warten, daß jemand kommt, da passiert nichts.“
5.2.7.Gesundheitszustand
5.2.8.Zukunftsperspektiven: ”Die betrogene Generation ist unsere Generation, na ja, wir können ja nichts mehr bewegen.“
5.2.9.Fazit
5.3.Übergänge in den Ruhestand: Falldarstellungen und eine Typologie von Übergangsmustern
5.3.1.Typ Umwege
5.3.1.1.Typ Verzögerung: Falldarstellung Werner Leitz
5.3.1.2.Typ Temporäre Aktivität
5.3.1.3.Typ Einkehr: Falldarstellung Renate Kasberg
5.3.1.4.Typ Umwege: Zusammenfassung
5.3.2.Typ Stetigkeit
5.3.2.1.Typ Übertragung: Falldarstellung Anton Pries: ”Ich war heilfroh, daß ich dort weg war.“
5.3.2.2.Typ: Rückzug
5.3.2.3.Typ Gelegenheit - Fallbeispiel Herr Land
5.3.2.4.Typ Stetigkeit: Zusammenfassung
5.3.3.Typ Abbruch
5.3.3.1.Typ Externer Abbruch
5.3.3.2.Typ Hinnahme: Fallbeispiel Frau Schreiber
5.3.3.3.Typ Verlust
5.3.3.4.Typ Abbruch: Zusammenfassung
6 Verordneter Ruhestand: Zusammenführung und Schluß
Bibliographie Literatur
Anhang A Anhang
Selbständigkeitserklärung

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Inanspruchnahme arbeitsmarktpolitischer Regelungen
Tabelle 2: Probanden der Untersuchung
Tabelle 3: Übergangsmuster in den Vorruhestand

[Titelseite] [Danksagung] [0] [1] [2] [3] [4] [5] [6] [Bibliographie] [Anhang] [Selbständigkeitserklärung]

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Wed Dec 8 18:23:15 1999