Batteux, Martina: Die französische Synonymie im Spannungsfeld zwischen Paradigmatik und Syntagmatik

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Kapitel 2. Die Synonymiediskussion in Frankreich - ein historischer Abriss

2.1. Einführung

Im 17. Jahrhundert beginnt die Diskussion um die Synonymie und ihre Einflussgrößen. Bereits in dieser Epoche formulieren zahlreiche Sprach-theoretiker erste theoretische Ansätze, die zu späteren Zeitpunkten wiederholt aufgegriffen, weiterentwickelt und modifiziert wurden.

Das 17. Jahrhundert zeichnet sich in Frankreich durch eine lebhafte und kontroverse Debatte um auf usage bzw. raison basierenden Sprachauffassungen aus, die die Synonymiediskussion nicht unberührt lässt.

Vaugelas’ empirischer Sprachauffassung liegt der Sprachgebrauch ,,de la plus saine partie de la Cour“ zugrunde. Vaugelas (1585-1650), der bereits die Sprachschichtung und den differenzierten Sprachgebrauch innerhalb Frankreichs in Ansätzen erkannte, schuf so erste theoretische Grundlagen für soziolinguistische Untersuchungen. Er legitimiert den bon usage dadurch, dass jener die Norm der Herrschenden darstellt. Dem bon usage steht der mauvais usage, die Sprache des gemeinen Volkes, gegenüber. ,,Über die Rolle der Vernunft oder der Logik in der Sprache gibt sich Vaugelas keinen Illusionen hin. Ausgehend von seiner Feststellung: ,l’usage fait beaucoup de choses par raison, beaucoup sans raison, et beaucoup contre raison‘, ist es ein hoffnungsloses Unterfangen, jeden Aspekt der Sprache rational erfassen zu wollen.“ (Rickard, 1977, 119) Vaugelas pflegt als Zeitzeuge im Gegensatz zu Malherbe, der die Literatursprache in seinen Ausführungen in den Vordergrund stellt, die Mündlichkeit; er nimmt dabei jedoch keine Kodifizierung vor. Bouhours steht in Vaugelas’ Tradition.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, ausgehend von dem von René Descartes entwickelten Rationalismus (Discours de la méthode, 1637) bestimmen dann stärkere rationalistische Auffassungen die Sprachdiskussionen. Bouhours geht über seinen Lehrer Vaugelas hinaus. Indem er den usage-Begriff einschränkt und pureté, netteté, précision und clarté als Ziele des Sprachgebrauchs definiert, findet er eine Kompromisslösung zwischen rationalistischer Auffassung und jener, die dem usage zugrunde liegt. Dabei tendiert er mehr zu Vaugelas.

Vaugelas und Bouhours grenzen sich von den rationalistischen Grammatikern ihres Jahrhunderts ab. Besonders die Vertreter von Port-Royal - Jansenisten, die wichtige Oppositionelle des Absolutismus darstellten - unterstreichen die Notwendigkeit formalen Denkens für den Sprachgebrauch. Die Grammatik wird als ein Mittel der Filterung von Sprache und Denken charakterisiert. Unlogische sprachliche Konstruktionen gilt es auszumerzen. Claude Lancelot und Antoine Arnauld, Anhänger von Port-Royal, verfassten eine der wichtigsten der im 17. Jahrhundert erscheinenden Grammatiken: Grammaire


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générale et raisonnée (1660). ,,Interessant daran ist...daß es trotz seiner logischen Ausrichtung [Grammaire générale et raisonnée] viele Punkte bestätigt, die Vaugelas nicht auf die Autorität der Logik, sondern des Sprachgebrauchs gegründet hatte.“ (ebd., 120)

Die im 17. Jahrhundert dominierende, recht feindlich gesinnte Haltung gegenüber überflüssigen Wörtern der französischen Sprache vermochte es nicht, ersten theoretischen Überlegungen zur Synonymie Einhalt zu gebieten.

Die französischen Sprachtheoretiker des 18. Jahrhunderts gehen von der These der Nichtexistenz totaler Synonymie aus, die mit der These vom Reichtum der französischen Sprache in Einklang steht. Eine Sprache kann nur dann als lexikalisch reich charakterisiert werden, wenn sie keine totalen Synonyme besitzt. Distinktivität ist zu diesem Zeitpunkt primär in der Arbeit der Lexikographen. ,,Der Synonymik des 17. und 18. Jahrhunderts ging es im Unterschied zu ihren Vorgängern weniger um die Möglichkeit gleichwertiger, nur äußerlich variierender Verwendung von Synonymen, sondern um ihre Differenzierung und die präzise Bestimmung der Bedeutung jedes einzelnen Wortes als Voraussetzung für seinen richtigen Gebrauch.“ (Haßler, 1985, 316) Das wurde nicht nur schwerpunktmäßig diskutiert; in den Salons war eine genaue Bestimmung von Wortinhalten ein beliebtes Gesellschaftsspiel.

2.2. François de Malherbe

Enfin Malherbe vient - so begrüßt Boileau in seiner Art poétique von 1674 jenen poète-grammairien, der für den Paradigmenwechsel in der französischen Literatursprache verantwortlich war. Malherbe (1555-1628) bewirkt eine Revision der poetischen Diktion, indem er strenge Regeln für die klassische Literatur aufstellte: So wurden u.a. enjambements verboten, die Zäsur der Alexandriner musste auf der sechsten Silbe erfolgen, auch der Wortschatz wurde Reglementierungen unterworfen. Die Notwendigkeit von Neologismen, Lehnwörtern, Dialektal- und fachspezifischem Wortschatz wurde von Malherbe in Frage gestellt (Rickard, 1977, 118). Diese Regularisierungsbestrebungen sollten der Freizügigkeit und dem enrichissement der französischen Literatursprache des 16. Jahrhunderts Einhalt gebieten. ,,Sprachlicher Individualismus und Partikularismus sind nicht mehr auf der Höhe der Anforderungen.“ (Klare, 1998a, 118)

Malherbes Reglementierungsversuche betrafen auch die Lexik. Im Sinne der clarté kritisierte er ,,Treffunsicherheit“, d.h. die ,,irrtümliche Wahl eines dem treffenden Ausdruck nur benachbarten, somit....falschen Wortes im Wortfeld...“ (Lausberg, 1950, 184) ,,Gegen diesen Fehler hat die antike Rhetorik - seit dem Sophisten Prodikos - den Lehrgegenstand der differentiae, der Bedeutungs-unterschiede synonymer Wörter, die Synonymik entwickelt. Hier liegt das Muster für die scharfe Unterscheidung der Synonyme bei Malherbe und seinen


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Nachfolgern im 17. und 18. Jahrhundert: sie ist seitdem der franz. Sprache nie mehr verlorengegangen und zu einem Ruhmestitel ihrer clarté geworden.“ (ebd.)

Malherbes Ausführungen zur Synonymie basieren nicht auf einer Definition, sondern beziehen sich auf die Kategorien der clarté und pureté, die es keinesfalls gestatten, mehrere bedeutungsähnliche Wörter in einem Satz zu verwenden. In diesem Zusammenhang gewann die Bedeutungsdifferenzierung mehr und mehr an Bedeutung. Ein Beispiel Malherbes unterstreicht diese Aussage:

,,impropre ’saccager la vie’. Je dirois: ’saccager une place’, ou quelque chose qui peut être pris pour une place, comme ’c_ur, âme’ etc.“ (zitiert nach Lausberg, 1950, 184)

2.3. Claude Favre de Vaugelas

Claude Favre, sieur de Vaugelas, der als Akademiemitglied eine wichtige Rolle bei der Ausarbeitung des Dictionnaire de l’Académie française spielt, eröffnet innerhalb seiner von den zeitgenössischen Autoren sehr ernst genommenen und in den Salons diskutierten Remarques sur la langue françoise, utiles à ceux qui veulent bien parler et bien escrire von 1647 die Diskussion der Synonymieproblematik. Dabei geht es ihm weniger um eine genaue Definition dessen, was er unter Synonymie versteht. Catherine Fuchs nimmt an, dass Vaugelas eher von einer semantischen Quasi-Identität ausgeht (Fuchs, 1979, 287). In der Remarque zur Regelfindung der Präpositionsbenutzung bzw. -wiederholung gibt er, von einem Beispiel ausgehend, seine allgemeine Vorstellung von Synonymie kund: ,,Il n’y a rien qui porte tant les hommes à aimer et cherir, la vertu. Ie dis qu’à cause qu’aimer et cherir, sont synonimes, c’est à dire, ne signifient qu’vne mesme chose , il ne faut point repeter l’article1, à aimer et à cherir la vertu, mais à aimer et cherir la vertu. Voilà vn exemple pour les synonimes, donnons-en vn autre pour les approchans. Il n’y a rien qui porte tant les hommes à aimer et reuerer la vertu. Ces mots aimer et reuerer, ne sont pas synonimes, mais ils sont approchans, c’est à dire, qu’ils tendent à mesme fin, qui est de faire estat de la vertu,...“ (Vaugelas, 1647b, 215f.; die Unterstreichung erfolgte durch mich). Primär ist in Vaugelas’ theoretischem Exkurs die Frage nach der Verwendung von Synonymen, die mit den Regeln des bon usage harmonieren muss.

In den Remarques sur la langue françoise widmet Vaugelas eine ganze Remarque den Synonimes. Diese Remarque ist in den Nouvelles Remarques sur la langue françoise, die posthum 1690 erschienen sind, bezeichnenderweise nicht mehr enthalten. Folgende Aussage leitet seinen Exkurs zur Synonymie ein:

1 Vaugelas’ grammatische Terminologie ist nicht immer eindeutig. Gemeint sind hier Präpositionen; er benutzt weiter unten auch diesen Terminus (siehe Zitat S. 6)


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,,Je ne puis assez m’estonner de l’opinion nouuelle qui condamne les synonimes & aux noms & aux verbes.“ (Vaugelas, 1647b, 493f.) Ausgehend von einem Vergleich mit der Malerei, wo jeder Pinselstrich als zusätzliche Ausdrucksmarkierung zu interpretieren sei, ist der Gebrauch von Synonymen in der Sprache ähnlich zu werten:

,,Ainsi en est-il des synonimes. Il est question de peindre vne pensée, & de l’exposer aux yeux...de l’esprit. La premiere parole a desja esbauché ou tracé la ressemblance de ce qu’elle represente, mais le synonime qui fuit est comme vn second coup de pinceau qui acheue l’image.“ (ebd., 494)

Synonyme tragen demzufolge zur clarté des Ausdrucks bei; aus diesem Grund sind sie mit Vorsicht zu verwenden. Ihr exzessiver Gebrauch ist zu vermeiden (ebd., 495), obwohl Vaugelas selbst zugibt, dass hier der Reichtum einer Sprache u.a. seinen Ursprung findet (ebd., 496). Es wird weiter ersichtlich, dass er Synonymie nicht nur an Lexeme sondern auch an ganze Sätze bindet: ,,Et c’est le defaut...d’estre trop copieux en synonimes, mais nous deuons à ce defaut l’abondance de tant de beaux mots & de belles phrases, qui font les richesses de nostre langue.“ (ebd., 495f.) Vaugelas differenziert demzufolge zwischen Synonymie einzelner lexikalischer Einheiten (synonimes de mots, ebd. 498) - wovon die Linguisten des 20. Jahrhunderts ausgehen - und Paraphrase (synonime des phrase [sic], ebd.): ,,Si le bon usage accepte l’itération de ‘synonymes de mots‘ (synonymie lexicale), en revanche il condamne l’itération des ‘synonymes de phrases‘ (paraphrase)...“ (Fuchs, 1979, 288). Die Angaben in Klammern stammen von Catherine Fuchs, Vaugelas operierte noch nicht mit diesen Termini.

Vaugelas betont jedoch, dass überflüssig gebrauchte Wörter den Stil keineswegs verbessern. Es ist ersichtlich, dass bereits Vaugelas einen Zusammenhang zwischen dem Gebrauch von Synonymen und Stil sah. Dabei ist er sich des Widerspruchs in den Anforderungen an die Verwendung von Synonymen und dem gleichzeitigen Anspruch, eine reichhaltige Sprache zu benutzen, bewusst: ,,...comme c’est vne erreur de bannir les synonimes, c’en est vne autre d’en remplir les periodes. Il faut que le jugement...en soit le dispensateur & l’_conome, sans que l’on puisse donner vne reigle certaine pour sçauoir quand il en faut mettre, ou n’en mettre pas. Seulement est-il tres-certain qu’il est mieux de n’en vser pas fort souuent,...“ (Vaugelas, 1647b, 496)

Dennoch formuliert Vaugelas Grundsätze, die den Gebrauch von Synonymen im 17. Jahrhundert durchaus beeinflusst haben:

  1. Um dem Anspruch des Reichtums einer Sprache gerecht zu werden, ist der wohlüberlegte Gebrauch von Synonymen zu beachten. ,,...l’esprit du Lecteur ou de l’Auditeur...reçoit volontiers le synonime, ou comme vne plus forte expression, ou comme vn ornement...En fin ce n’est pas de cette façon que la langue Françoise doit faire parade de ses richesses, en entassant synonimes sur synonimes, mais en se seruant tantost des vns & tantost des autres selon les occasions qu’il y a de les employer & de reuestir en diuers lieux vne mesme chose de paroles differentes.“ (ebd., 497)

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  2. Eine moderate Verwendung von Synonymen wird empfohlen: ,,...les synonimes des mots...sont fort bons, pourueu qu’ils ne soient pas trop frequens,...“ (ebd.)
  3. Paraphrasen gilt es zu vermeiden: ,,...les synonimes des phrases pour l’ordinaire ne valent rien, & dans les meilleurs Autheurs Grecs & Latins si l’on y prend garde, on n’en trouuera que tres-rarement, & encore ne sera-ce pas peut-estre vne phrase synonime mais qui dira quelque chose de plus que la premiere, au lieu qu’ils sont pleins de synonimes de mots.“ (ebd.)

,,...c’est toujours le bon usage contemporain qui l’emporte pour Vaugelas, à l’exclusion du mauvais usage et des archaïsmes, et quitte à aller éventuellement à l’encontre des indications de la raison.“ (Fuchs,1979, 291) Vaugelas geht also nicht, so wie die moderne Linguistik, von Sememen einzelner Wörter aus, um Synonymie zu präzisieren. Er konzentriert sich auf den Gebrauch von Synonymen unter Berücksichtigung der durch usage, clarté und raison bedingten Restriktionen im Sprachgebrauch des 17. Jahrhunderts.

Seine Vorgehensweise soll an einem Beispiel exemplifiziert werden:

,,Repetition des Prepositions aux noms.

La repetition des Prepositions n’est necessaire aux noms, que quand les deux substantifs ne sont pas synonimes, ou equipollens. Exemple; par les ruses et les artifices de mes ennemis. Ruses, et artifices, sont synonimes, c’est pourquoy il ne faut point repeter la preposition par; Mais si au lieu d’artifices, il y auoit armes, alors il faudroit dire, par les ruses et par les armes de mes ennemis, parce que ruses, & armes, ne sont ny synonimes, ny equipollens, ou approchans. Voicy vn exemple des equipollens, pour le bien et l’honneur de son Maistre. Bien & honneur, ne sont pas synonimes, mais ils sont equipollens, à cause que bien, est le genre qui comprend sous soy honneur, comme son espece. Que si au lieu d’honneur, il y auoit, mal, alors il faudroit repeter la prepositions, pour, & dire, pour le bien et pour le mal de son Maistre. Il en est ainsi de plusieurs autres prepositions, comme par, contre, auec, sur, sous, & leurs semblables.“ (Vaugelas, 1647b, 50f.)

Ein weiteres Beispiel, in dem die Synonymie von Vaugelas erwähnt wird, ist unter Autre usage de cette mesme Reigle, au regime des deux substantifs et du verbe (ebd., 219) zu finden.

Polyseme Wörter entsprechen nicht dem Anspruch der clarté, so dass Vaugelas für ihre Ausmerzung plädiert. Ähnlich verhält es sich mit der Synonymie. Synonyme Lexeme sind, so argumentiert er, unter der Berücksichtigung der oben getroffenen Aussagen, aus der Sprache des honnête homme zu eliminieren. Eine Anhäufung von Synonymen ist demnach zu vermeiden. Werner Thielemann konstatiert bei Vaugelas das Fehlen des Prinzips der Synonymendifferenzierung: ,,Zwar stehen Ansätze zur Klärung von Bedeutungsunterschieden zwischen ähnlichen Wörtern und Verwendungen (acceptions), d.h., Sememen von Wörtern, schon im Raum,...aber Vaugelas selbst bleibt die Handhabung des Differenzierungsprinzips versagt.“ (Thieleman, 1997,


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184) Vaugelas lässt das in seinen Ausführungen zur Regelformulierung des Artikelgebrauchs selbst anklingen: ,,Mais cette Reigle, que j’appelle nouuelle, à cause qu’en cette matiere on n’a point encore fait de distinction des synonimes, ou approchans d’auec les contraires, ou les differens tout à fait,...“ (Vaugelas, 1647b, 215)

Interessant ist weiter, dass Vaugelas bereits im Vorwort zu seinen Remarques sur la langue françoise auf Aspekte eingeht, die noch heute in der Synonymiediskussion von Relevanz sind. Kritisch steht er dem Gebrauch der provencialismes gegenüber: ,,Un honnête homme doit...se surveiller constamment pour éviter le mauvais usage, qui comprend toutes les variantes rejetées par la norme. En premier lieu les variantes provinciales.“ (Marzys zu: Vaugelas, 1647a, 20) Ebenso verhält es sich mit der Umgangssprache der niederen Pariser Bevölkerungsschichten. Vaugelas geht in der Préface auch auf die Fachsprachen und deren spezifischen Wortschatz ein. Es gilt für den honnête homme auch diesen zu vermeiden. Marzys kritisiert Vaugelas’ fehlende Differenzierung von terminologie technique und style professionnel (ebd., 23) und macht auf die in die langue commune integrierten Fachtermini aufmerksam. Vaugelas gebietet auch dem Gebrauch von Archaismen Einhalt, wenn er sich gegen die Verwendung von Wörtern ausspricht, die er als bas charakterisiert. Ausgehend von der näheren Beschreibung von bas konstatiert Marzys: ,,Deux autres sortes d’éléments entrent en particulier dans cette catégorie. D’une part les mots triviaux, obscènes ou simplement réalistes, d’autre part les archaïsmes.“ (ebd., 24) Vaugelas markiert in seinen Remarques ca. 50 Wörter bzw. Wortverbindungen mit vieux oder bas.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Vaugelas, ohne genauere Definitionen des Synonymiebegriffs zu liefern, Aspekte im Zusammenhang mit der Synonymie tangiert, die auch die heutige Diskussion um den Synonymiebegriff bestimmen: So unterstreicht er die zwischen Stil und dem Gebrauch von Synonymen existierende Relation. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen steht die Verwendung von Synonymen unter Berücksichtigung des bon usage. Vaugelas erwähnt sowohl Archaismen, provencialismes als auch Fachtermini, gibt Hinweise zu deren Benutzung, sieht jedoch keinen direkten Bezug zu den Synonymen.

Es kommt in seinen Remarques zu teilweise widersprüchlichen Aussagen, da er einerseits Synonyme aus dem Wortschatz des honnête homme eliminieren möchte, jedoch auf der anderen Seite den moderaten Gebrauch von Synonymen zur Verbesserung der clarté preist.

2.4. François de La Mothe Le Vayer

Nicht alle Sprachtheoretiker des 17. Jahrhunderts vertraten so absolute Auffassungen wie Vaugelas. François de la Mothe Le Vayer (1588-id.1674), Vaugelas’ Widersacher, trat für die Erhaltung der Synonyme ein und störte sich auch nicht an der Existenz polysemer Lexeme. ,,Das Vorhandensein von Synonymen führt...zu unterschiedlichen Frequenzen im Gebrauch, nicht aber zum


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Ausschluß aus dem usage.“ (Thielemann, 1997, 184f.) Die Ausdrucksleistung eines Wortes ist für La Mothe primär: ,,Si le mot accoustumance exprime mieux et uniquement...ce qu’il signifie, pourquoi le condamne-t-il en disant qu’il commence à vieillir,[...]“ (1669, T.X: 509; zitiert nach Thielemann, 1997, 184) La Mothes Haltung gegenüber dem Gebrauch von Archaismen wird durch dieses Zitat ebenfalls deutlich; sie unterscheidet sich von der Auffassung Vaugelas’. ,,Für den Pragmatiker La Mothe zählt in der Dimension vieilli (veraltet)/ reçu (dem zeitgenössischen Gebrauch entsprechend) die Leistung des Wortes, nicht die Bewertung des usage.“ (ebd., 188) So verhält es sich auch beim Gebrauch von Regionalismen und fachspezifischem Vokabular, welches La Mothe, im Gegensatz zu Vaugelas, akzeptiert.

Es wird ersichtlich, dass die Auffassungen zur Eliminierung bzw. Integration von Synonymen, Regionalismen, fachspezifischem Vokabular und Archaismen in den Sprachgebrauch des honnête homme im 17. Jahrhundert keineswegs einheitlich waren. Letztgenannte Elemente werden von La Mothe nicht in den Synonymiebegriff integriert, sondern separat, als gleichberechtigte Komponenten zu Synonymen verstanden. Definitionsversuche zur Synonymie blieben aus. Ich stimme Catherine Fuchs zu, wenn sie annimmt, dass Vaugelas und sicherlich auch La Mothe und andere eher von ,,einer semantischen Quasi-Identität“ ausgingen.

2.5. Père Dominique Bouhours

Der umstrittene, aber einflussreiche Père Dominique Bouhours (1628-1702), ein Schüler Vaugelas’, gewann nicht nur durch seine aktive Mitwirkung an der Auseinandersetzung zwischen Jansenismus und Jesuitentum an Ansehen, sondern auch durch sein Bestreben, die französische Sprache zu perfektionieren. Neben dem bon usage forderte er Einfachheit und Reinheit im Gebrauch der französischen Sprache, plädierte für die Eliminierung überflüssiger Wörter und sprach sich gegen maßlose Wortzusammensetzungen aus.

In seinem 1674 veröffentlichten Werk Doutes sur la langue française, welches als Folgewerk zu Vaugelas’ Remarques sur la langue françoise angesehen werden kann, beschrieb der Jesuitenpater seine Auffassungen zum bon usage und präzisierte den Synonymiebegriff. ,,Bouhours est bien plus rigoureux que Vaugelas à l’égard des termes synonymes. La Mothe le Vayer avait déjà fait remarquer que si les termes étaient synonymes, l’un d’eux seul était nécessaire, les autres étaient inutiles; s’ils n’étaient pas synonymes, toutes les règles d’exception de Vaugelas n’avaient plus de lieu.“ (Rosset, 1968, 232) Bouhours vertrat ebenfalls diese Ansicht. Während Vaugelas argumentierte, dass oftmals zwei Wörter zur Beschreibung eines Gedankens notwendig wären, um den Gedanken vollständig auszuführen, vertrat Bouhours diese Meinung nicht: ,,...Bouhours déclarait que si le premier [terme] exprime bien ce qu’on veut dire, le second est inutile; si au contraire le premier a besoin d’être précisé, c’est un terme vague, donc impropre...“ (ebd.)


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Anhand einiger Beispiele verdeutlichte Bouhours sein Anliegen. Unnötige Synonyme sind für ihn jene, die weder zur Reinheit des Ausdrucks noch zum ,,ornement du discours“ beitragen:

,, ,La nature aime à tenter et à éprouver ce qui se peut connaître par les sens.’ Tenter n’est pas là assez bon pour en faire un synonyme superflu...,Elle aime à être, à vivre, à demeurer sous l’empire de Dieu.’ Le français n’aime pas ces synonymes inutiles...,Un bien sensible, matériel et particulier.’ Sensible dit tout le reste qui est superflu...“ (zitiert nach Rosset, 1968, 233)

Bouhours führte diesbezüglich die Untersuchungen Vaugelas’ weiter, indem er Wortpaare gegenüberstellte und Bedeutungsdifferenzierungen erklärte. Ohne den Synonymiebegriff zu definieren, werden in Bouhours’ Ausführungen verschiedene Differenzierungskriterien zum Gebrauch der entsprechenden Wörter deutlich:

,,ANTIQUITÉ, ANCIENNETÉ. - Antiquité signifie les siècles passés, les personnes de siècles passés. Ancienneté exprime le temps qu’il y a qu’une personne est reçue en une charge ou en une société: c’est son ancienneté qui lui donne crédit. Il se dit aussi des maisons et des familles; mais antiquité se dit aussi et serait peut-être plus beau. Quand il s’agit d’un peuple, d’une ville, on dit antiquité; les antiquités signifient les anciens monuments. On dit de toute anciennté et de toute antiquité; ce dernier est plus noble et plus élevé...“ (ebd., 235)

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass Synonyme in bestimmten Kontexten spezifische Bedeutungsbestandteile aktivieren, die den Gebrauch nur dieses Worts rechtfertigen. Sowohl der Kontext als auch stilistische Aspekte beeinflussen für Bouhours die Wahl der Synonyme. Auch das folgende Beispiel unterstreicht die Relevanz des Kontexts bei der Wortwahl:

,,CADAVRES, CORPS MORTS, MORTS. - Il faut les distinguer; cadavre signifie un corps mort qui tourne à la pourriture et commence à sentir mauvais; en parlant d’une bataille on dira: toute la plaine était couverte de corps morts et non de cadavres; on dit aussi couverte de morts...“ (ebd., 237)

Bouhours erklärt bzgl. des folgenden Wortpaars, dass scheinbare Synonymie aufgrund des unterschiedlichen Gebrauchs der Wörter relativiert werden kann. Letzterer kann durch semantische Differenzen begründet sein, die existierende identische bzw. ähnliche Sememe überschatten:

,,ÉCOUTER, ENTENDRE. - Ces deux verbes, quelque synonymes qu’ils paraissent, ont quelquefois des usages différents: deux personnes qui s’entretiennent d’une affaire secrète peuvent dire: on nous écoute, mais des gens qui parlent sans nulle précaution et qui font du bruit diraient: on nous entend, nous parlons trop haut...“ (ebd., 238)

Das nächste Beispiel verdeutlicht, dass Bouhours bereits einen Zusammenhang zwischen Syntax und möglichen semantischen Restriktionen bei der Wahl von Synonymen sah:


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,,HABILE, SAVANT. - Quand on les oppose, habile va seulement aux affaires et à la conduite, savant ne va qu’aux simples connaissances de l’esprit et à ce qui s’appelle la littérature. Il faut ajouter que habile dans sa fine signification n’emporte qu’adresse, industrie, manège, surtout quand on le met après le substantif: un homme habile; il ne laisse pas d’avoir la signification commune de savant: un habile homme. Cela tient beaucoup au substantif qui accompagne habile...“ (ebd., 240)

Die angeführten Beispiele Bouhours unterstreichen die eingangs von Haßler getroffene Feststellung, dass im 16. und 17. Jahrhundert Distinktivität in der Untersuchung von Synonymen primär war. Bouhours versucht, Bedeutungsdifferenzen scheinbar synonymer Wörter herauszufiltern und bedient sich dabei verschiedener Kriterien, die auch in der heutigen Synonymiediskussion relevant sind: Syntaktische als auch semantische Komponenten beeinflussen die Wortwahl der Kommunikationsteilnehmer. Der Kontext und der Gebrauch von Wörtern ist ebenfalls in diesem Zusammenhang von Bedeutung.

2.6. Pierre Nicole und Antoine Arnauld

1662 wird diese Thematik auch von Pierre Nicole (1625-1695) und Antoine Arnauld (1612-1694), den Verfassern des Werkes L’art de penser. La Logique de Port-Royal, aufgegriffen. Es erfolgt auch hier keine eindeutige Definition des Synonymiebegriffs. Es wird davon ausgegangen, dass das Wort eine idée principale und mindestens eine idée accessoire enthält. ,,Die ’idée accessoires’ - was man wohl im Gegensatz zu den denotativen semantischen Komponenten eines Zeichens (= idée principale) als konnotative Komponenten verstehen darf - lassen sich nach A.-N. [Arnauld-Nicole] in solche subjektiver, individueller und objektiver, sozialer Geltung unterteilen.“ (Brekle, 1964, 119)

Mögliche Bedeutungsähnlichkeiten werden im Chapitre XII. D’une autre sorte de définitions de noms, par lesquels on marque ce qu’ils signifient dans l’usage folgendermaßen erklärt: ,,Mais quelquefois ces idées accessoires sont attachées aux mots mesmes; parce qu’elles s’excitent ordinairement par tous ceux qui les prononcent. Et c’est ce qui fait que des expressions qui semblent signifier la mesme chose, les vnes sont injurieuses, les autres douces; les vnes modestes, les autres impudentes; les vnes honnestes, & les autres deshonnestes: parce qu’outre cette idée prinicipale en quoy elles conviennent, les hommes y ont attaché d’autres idées qui sont cause de cette diversité.“ (Brekle, Löringhoff: La Logique de Port Royal, 1965, 94) Ohne explizit Synonymie zu erwähnen, wird in La Logique de Port-Royal deutlich, dass Differenzen zwischen bedeutungsähnlich scheinenden Wörtern (qui semblent signifier la mesme chose) existent sind, was totale Synonymie ausschließt. Auch hier wird von idée accessoire gesprochen.

In La Logique de Port-Royal wird die Frage der grammatischen Kategorie diskutiert. Es wird dargestellt, dass Bedeutungsunterschiede zwischen


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Substantiven und Adjektiven mit gleichem Radikal existieren und keineswegs Bedeutungsidentität vorliegen kann. Gezeigt wird das anhand der Beispiele ignorance - ignorant und imposture - imposteur.

Im gleichen Kapitel wird ein Zusammenhang zwischen Bedeutungs-ähnlichkeit und Stil hergestellt. Es wird vermutet, dass unterschiedlicher Stilgebrauch zu ähnlich scheinenden Redewendungen führen kann: ,,C’est encore par là qu’on peut reconnoître la difference qu’il y a du stile simple & du stile figuré, & pourquoy les mesmes pensées nous paroissent beaucoup plus vives quand elles sont exprimées par vne figure, que si elles estoient renfermées dans des expressions toutes simples. Cela vient de ce que les expressions figurées signifient outre la chose principale le mouvement & la passion de celuy qui parle, & impriment ainsi l’vne & l’autre idée dans l’esprit;...“ (ebd., 95)

Arnauld und Nicole entwickeln ihr Konzept in La Logique ou L’Art de penser [11662, 61685] weiter. Sie gehen von der oben erwähnten universellen, allgemeinen Idee aus, die unter den zwei Aspekten Inhalt und Umfang zu betrachten ist. Sie argumentieren im Chapitre VI. Des idées considerées selon leur generalité, particularité, & singularité, dass mehrere Wörter die universelle Idee gemein haben können.

Im gleichen Kapitel beschreiben Arnauld und Nicole das Phänomen der Polysemie, ohne jedoch diesen Terminus zu gebrauchen.

Im Chapitre XI. D’une autre cause qui met de la confusion dans nos pensées & dans nos discours, qui est que nous les attachons à des mots greifen Arnauld und Nicole zahlreiche Aspekte auf, die in der heutigen Synonymiediskussion von Bedeutung sind. Die aktuelle Notwendigkeit des Gebrauchs äußerer Zeichen führt zur primären Konzentration auf die Wörter als auf den bezeichneten Sachverhalt selbst. ,,Car il faut remarquer que quoique les hommes ayant souvent de differentes idées des mêmes choses, ils se servent neanmoins des mêmes mots pour les exprimer, comme l’idée qu’un philosophe payen a de la vertu, n’est pas la même que celle qu’en a un Theologien, & neanmoins chacun exprime son idée par le même mot de vertu.“ (Arnauld, Nicole, 1981, 83) Die Bedeutung der Definition eines Sachverhalts bzw. Worts in verschiedenen Fachbereichen wird ersichtlich. Im Chapitre XII. Du remede à la confusion qui naît dans nos pensées & dans nos discours de la confusion des mots; où il est parlé de la nécessité & de l’utilité de définir les noms dont on se sert, & de la difference de la définition des choses avec la définition des noms greifen Arnauld und Nicole diese Problematik nochmals auf und gehen hier speziell auf den Fachwortschatz ein: ,,...la grande utilité de la définition des noms, de faire comprendre nettement de quoi il s’agit...outre cette utilité, il y en a encore une autre. C’est qu’on ne peut souvent avoir une idée distincte d’une chose, qu’en y employant beaucoup de mots pour la désigner. Or il seroit importun, sur-tout dans les livres de science, de repeter toûjours cette grande suite de mots. C’est pourquoi ayant fait comprendre la chose par tous ces mots, on attache à un seul mot l’idée qu’on a conçûe, qui par ce moyen tient lieu de toutes les autres.“ (ebd., 88f.)


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Im gleichen Kapitel tangieren Arnauld und Nicole die Frage der Archaismen, die entsprechend ihrer Argumentation, nicht als synonym anzusehen sind, da sie einem Bedeutungswandel unterliegen: ,,...les mêmes hommes en differents âges ont consideré les mêmes choses en des manieres très differentes, & neanmoins ils ont toûjours rassemblé toutes ces idées sous un même nom; ce qui fait que prononçant ce mot, ou l’entendant prononcer, on se brouille facilement, le prenant tantôt selon une idée, & tantôt selon l’autre.“ (ebd., 83)

Die rationalistischen Auffassungen, die bereits im ausgehenden 17. Jahrhundert die Grammaire générale et raisonnée (Grammaire de Port-Royal) von Lancelot und Arnauld bestimmen, leiten das 18. Jahrhundert ein. ,,Dieses Werk, das auf logischen, um nicht zu sagen cartesianischen Prinzipien aufgebaut ist, nimmt einen Großteil der Grammatiktheorie des 18. Jahrhunderts vorweg.“ (Ricken, 1977, 120)

Der Vergleich zum 16. Jahrhundert verdeutlicht, das gegen Ende des 17. Jahrhunderts Kodifizierungstendenzen und das Bestreben, den französischen Wortschatz zu fixieren und hierarchisch zu ordnen der ,,grundlegenden Mobilität und Flexibilität des vorhergehenden Jahrhunders“ Einhalt geboten haben (ebd., 121).

Der qualitative Umschwung vom 17. zum 18. Jahrhundert geht mit einer modifizierten Einstellung zur Sprache einher. Der Sprachgebrauch wird nicht mehr als Diskussionsgrundlage für Grammatik angesehen, sondern das Prinzip der Logik gewinnt zunehmend an Dominanz. Nicht selten widersprachen Unregelmäßigkeiten der französischen Sprache der logischen Sprachauffassung: Es trat ,,eine deutliche Akzentverschiebung vom usage weg“ ein (ebd., 122). Den puristischen Bestrebungen des 17. Jahrhunderts, den französischen Wortschatz zu reglementieren wurde entgegengesetzt, dass ,,eine Beschränkung des Wortschatzes auch eine Beschränkung des Denkens selbst bedeutet hätte - und dies zu einer Zeit, in der sich der geistige Horizont immer mehr weitete.“ (ebd., 122f.) So ist besonders in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine bemerkenswerte Wortschatzerweiterung zu konstatieren.

Auf dem Gebiet der Synonymie konnten die im 17. Jahrhundert zahlreich gewonnen Erkenntnisse im folgenden Jahrhundert erfolgreich aufgegriffen bzw. modifiziert werden: ,,Im 18. Jahrhundert nun wurde erkannt, dass Synonyme keinesfalls sprachlichen Luxus darstellen, die die notwendige Klarheit und die Ökonomie der Sprache beeinträchtigen. Synonyme sind kommunikativ wichtig, da es total synonymische Wörter in einer kultivierten Sprache eigentlich gar nicht gibt. Es galt gerade die subtilen Bedeutungsnuancen herauszuarbeiten.“ (Klare, 1998a, 145f.)


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2.7. Abbé de Pons und Abbé Gabriel Girard

1716, zwei Jahre vor dem Erscheinen des ersten französischen Synonymwörterbuchs, befasste sich Abbé de Pons in seiner Dissertation sur les langues en général et sur la langue française en particulier gezielt in dem Artikel ,,De la richesse des langues“ das erste Mal mit der Frage der Bedeutung und Funktion von Synonymen. Hierin geht er von der Abhängigkeit des Reichtums einer Sprache von dem Wissens- und Kenntnisstand der Sprachbenutzer aus. Er unterstreicht die Bedeutung stilistischer Differenzen von Wörtern, die zwar den gleichen Gedanken ausdrücken können, jedoch stets eine unterschiedliche ,,Schattierung“ aufweisen, was bei de Pons noch zu der Behauptung führt, dass die französische Sprache keine Synonyme aufweist (Gauger, 1973, 8).

Das von Abbé Girard (1671-1747) 1718 veröffentlichte Synonymwörterbuch La justesse de la langue françoise, ou les différentes significations des mots qui passent pour synonymes gilt als lexikographischer Ausgangspunkt der Synonymiediskussion. Berlan-Lancourt bezeichnet daher Girard zu Recht als ,,premier synonymiste“ (Berlan-Lacourt, 1981, 304). Der Titel der neuen Auflage (1736) wurde von Girard leicht modifiziert und erschien unter Synonymes françois, leurs significations et le choix qu’il en faut faire pour parler avec justesse.

Die Konzipierung dieses Wörterbuchs stand unter dem Einfluss des Perfektionsgedankens der französischen Sprache zu diesem Zeitpunkt. Es war somit Girards Anliegen, Synonyme voneinander abzugrenzen, um den eindeutigen Wortgebrauch zu garantieren und dem Anspruch von clarté, pureté und finesse gerecht zu werden. Es ging ihm weniger um die Problematisierung der Ähnlichkeit von Wortbedeutungen. ,,Cette justesse, devenue plus nécessaire que jamais depuis que l’esprit philosophique a fait plus de progrès, dépend surtout de la connoissance exacte de toutes les idées comprises dans la signification de chaque mot. Il y a dans chacun une complexité d’idées, qui est la source de tous les malentendus dans les arts, dans les sciences...c’est l’obstacle le plus grand dans la recherche de la vérité, & l’instrument le plus dangereux dans les mains de la mauvaise foi. Ainsi il est la plus grande conséquence d’aprendre à discerner les différentes idées partielles qui peuvent entrer dans la signification d’un même mot, & d’y distinguer surtout l’idée principale & les idées accessoires.“ (Beauzée in: Girard, o.J., IVf.) Es wird hier bereits deutlich, dass im 18. Jahrhundert, ausgehend vom 17., Fortschritte in der Definition der Wortbedeutung erzielt wurden, was die Synonymiediskussion beeinflusste und zur Auffassung der partiellen Synonymie, die auch heute von der Linguistik anerkannt wird, führte.

In Girards Vorwort zur dritten Auflage dieses Wörterbuchs, welches in der von 1769 von Beauzée überarbeiteten Fassung veröffentlicht wurde (Nouvelle Edition, considérablement augmentée, mise dans un nouvel ordre, & enrichie de notes; par M. Beauzée, de l’Académie della Crusca, des académies royales de Rouen & de Metz, des sociétés littéraires d’Arras & d’Auxerre, Professeur de Grammaire à l’école Royale Militaire), kommt zum Ausdruck, dass er absolute Synonymie verwirft und somit von Bedeutungsähnlichkeit ausgeht, die sich


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wiederum nur auf Sememebene - so wie die Linguistik sie heute bezeichnet - manifestieren kann: ,,...en les [les synonymes] considérant de près, on verra que cette ressemblance n’embrasse pas toute l’étendu & la force de la signification; qu’elle ne consiste que dans une idée principale; que tous énoncent, mais que chacun diversifie à sa manière par une idée accessoire qui lui constitue un caractère propre & singulier. La ressemblance que produit l’idée générale fait donc les mots synonymes; & la différence qui vient de l’idée particulière qui accompagne la générale, fait qu’ils ne le sont pas parfaitement; & qu’on les distingue comme les diverses nuances d’une même couleur.“ (Girard, 1769, viij ff.) Die idées accessoires stellen, wie bereits bei den Vertretern von Port-Royal, das Differenzierungskriterium der Wörter mit der gleichen idée principale dar. Erstere gilt es eindeutig zu beschreiben (siehe auch Zitate bei Mercier, 1992, 153; Fuchs, 1980, 11). ,,Nicht die rein quantitative Vielzahl der Wörter ist daher ein Kennzeichen des Reichtums einer Sprache, wirklicher Wortreichtum zeigt sich vielmehr darin, inwieweit Unterschiede im Bedeutungsumfang, der Präzision, Zusammensetzung und Einfachheit der Ideen ausgedrückt werden können.“ (Haßler, 1985, 317)

Die fehlende Systematisierung in Girards Wörterbuch, welche u.a. in der wilkürlichen Aufeinanderfolge der Lemmata zum Ausdruck kommt, wurde von zahlreichen Sprachwissenschaftlern kritisiert. Eine einheitliche Methode liegt nicht vor. Girards großes Verdienst kann dadurch jedoch nicht in Frage gestellt werden. Sein Werk besteht aus einer Vielzahl unabhängiger und voneinander abgregrenzter Lemmata: ,,...le second volume, comme le premier, peut être ouvert au hasard, & lu sans aucune préparation.“ (Beauzée in: Girard, o.J., XXXVIII) Querverweise wurden trotz bestehender Analogien einzelner Lemmata nicht angegeben. Beauzée hat Girards Synonymwörterbuch überarbeitet und unter Wahrung der von Girards vorgeschlagenen Ordnung 75 neue, jeweils mit (B.) für Beauzée gekennzeichnete Artikel aufgenommen und minimale Ergänzungen vorgenommen: ,,...j’ai mis à plusieurs articles des renvois d’un volume à l’autre, ou quelquefois même sans sortir du volume: j’ai raproché par là des articles, qui étoient corrélatifs,...“ (ebd., XXXIX) Außerdem numerierte Beauzée die Lemmata. Beauzées Bemühungen um eine stärkere Systematisierung der Wörterbucheinträge fiel auch Lafaye auf, der ebenfalls die Zusammenstellung der ,,articles liés par la communauté de leur idée générale“ in Beauzées Überarbeitung von Girards Synonymwörterbuch konstatierte (Lafaye, 1858, XV). Girard verzichtete in seinem Synonymwörterbuch auf grammatische Analysen und führte ad-hoc-Belege an.

Zwei Beispiele mögen den Aufbau der Lemmata veranschaulichen:

,,70. Éclipser. Obscurcir

Ces deux mots ne sont synonymes qu’au sens figuré: ils diffèrent alors en ce que le premier dit plus que le second. Le faux mérite est obscurci par le mérite réel, & éclipsé par le mérite éminent.

On doit encore observer que le mot Éclipse signifie un obscurcissement passager, ou bien que le mot Éclipser , qui en est dérivé, désigne un obscurcissement , totale & durable, comme dans ce vers: Tel brille au second rang, qui s’éclipse au premier. (Encycl. V. 298.)“ (Girard, o.J., 101f.)


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,,52. Convention. consentement. accord

Diese Beispiele verdeutlichen bereits, dass Girard (1718) oftmals Sacherklärungen gegeben hat. Jene ,,fallen eindeutig aus dem Rahmen eines Synonymwörterbuchs heraus.“ (Gauger, 1973, 24ff.)

Gauger stellt fest, dass Girard in seiner Arbeit dem Ideal der honnêteté eindeutig Rechnung getragen hat. Dem Prinzip der Synchronie folgend, lässt er veraltete, nicht mehr gebräuchliche Wörter außer Acht, berücksichtigt jedoch jene, die im zeitgenössischen Sprachgebrauch Anwendung fanden. Kopräsenz war die Folge dieses Vorgehens. Niederer Wortschatz und Fachwortschatz werden von Girard nicht in das Wörterbuch aufgenommen. Sein Werk ist insofern normativ, ,,als das Girard die Idealsprache des honnête homme zu Grunde legt.“ Seine Intention ist diesbezüglich rein deskriptiv.“ (ebd., 30ff.)

Dass noch im 18. Jahrhundert Plagiate eine Rolle spielten, zeigt F. Berlan-Lancourt in seinen Untersuchungen. Étienne Bonnot de Condillac verfasste - zeitgleich mit Beauzée - ein Dictionnaire des synonymes de la langue française, welcher jedoch bis Lafaye, d.h. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, unveröffentlich blieb. Seine Arbeitsgrundlage bildeten Girards Ausführungen zur Synonymie. ,,Son travail n’est que partiellement original puisque Girard lui sert de canevas et que, pressé par le temps semble-t-il, il va jusqu’à recopier des articles complets à la fin de son dictionnaire. Ainsi, on en compte une demi-douzaine pour les lettres A à M; il y en a autant de P à S, et le double de T à V.“ (Berlan-Lancourt, 1981, 300) Schwierigkeiten in der Methodenwahl sind ebenfalls zu konstatieren, zahlreiche Lemmata bestehen nur aus einem Wort, Klassifizierungsprobleme sind offensichtlich (ebd., 300f.).

2.8. Denis Diderot

Die von Denis Diderot und D’Alembert zwischen 1751 und 1772 geleitete Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers, par une société de gens de lettres wird zu Recht als Jahrhundertwerk gepriesen. Diderot, der gleichzeitig als Herausgeber, Organisator und Autor wirkte - er selbst verfasste zahlreiche Artikel der Enzyklopädie - ist für den Grundtenor dieses


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Werks verantwortlich. Als Organ der Aufklärung sollte der Stand des menschlichen Wissens kritisch zusammengefasst werden. ,,...un tableau général des efforts de l’esprit humain dans tous les genres & dans tous les siècles; de présenter ces objets avec clarté; de donner à chacun d’eux l’étendue convenable...“ - so gestaltete sich das Anliegen der Enzyklopädie (Proust, 1976, Bd.V, 87). Die Idee vom Fortschritt der Wissenschaften und die weltanschaulichen Auseinandersetzungen Frankreichs an der Schwelle zur Revolution sind diesem Monumentalwerk immanent. Diderots Eigenbeiträge konzentrieren sich besonders auf philosophische, moralische, literarische, sprachliche und geschichtliche Themen; das wird an den von ihm verfassten Artikeln deutlich. Hier nur einige Beispiele: Er arbeitete u.a. die Artikel autorité politique, Babel, bienséance, corruption politique, convenance, hobbisme, jésus-christ, juifs, la philosophie de Locke, Leibnitzianisme, platonisme, stoicisme u.v.a. aus. Diderot verfasste jedoch auch Einträge, wie z.B. abricots, accouchement, bête-animal-brute etc (ebd., Bd.V-VIII).

Namenhafte Enzyklopädisten wirkten bei der Erstellung der Enzyklopädie mit und verhalfen ihr dank fundierter Kenntnisse in den jeweiligen Wissenschaftsdisziplinen zu ihrem Ruf: D’Alembert unterstützte die Arbeiten der Enzyklopädie im Bereich der Mathemaik, Rousseau im Bereich der Musik und bei der Erarbeitung des Artikels ,,économie politique“; Voltaire erstellte die Themenbereiche ,,esprit“ und ,,histoire“, wohingegen sich Condillac der Philosophie widmete. Montesquieu und viele andere von insgesamt über 180 namentlich bekannten Mitarbeitern lieferten wertvolle Arbeiten zum erfolgreichen Erstellen der Enzyklopädie.

,,Il [Diderot] reviendra, dans l’article Encyclopédie (1755), sur l’importance des définitions bien faites. La définition n’est pas autre chose qu’une analyse particulière de l’objet. Elle suppose sa connaissance théorique et pratique. C’est pourquoi...le mot conjugaison ne peut être défini que par le grammairien, l’azimuth que par l’astronome, le change que par le commerçant, la gouge que par ,un homme versé dans les arts‘, et ainsi de suite. Les termes les plus familiers, comme l’arbre, la plante,...ne peuvent être définis rigoureusement sans l’aide du philosophe, de l’historien, du naturaliste...“ (Proust, 1972, 283)

Gemeinsame Grundlage für die Kooperation der Enzyklopädisten bildete das Gedankengut der Aufklärung: ,,C’est de nos facultés que nous avons déduit nos connaissances; l’histoire nous est venue de la mémoire; la philosophie, de la raison; & la poésie, de l’imagination; distribution féconde à laquelle la théologie même se prête: car dans cette science, les faits sont de l’histoire & se rapportent à la mémoire, sans même en excepter les prophéties qui ne sont qu’une espèce d’histoire où le récit a précédé l’événement: les mystères, les dogmes & les préceptes sont de philosophie éternelle & de raison divine; & les paraboles...sont d’imagination inspirée. Aussitôt nous avons vu nos connaissances découler les unes des autres; l’histoire s’est distribuée en écclésiastique, civile, naturelle, littéraire, &c. La philosophie, en science de Dieu, de l’homme, de la nature, &c. De là, théologie, histoire naturelle, physique, métaphysique, mathématiques, &c. météorologie, hydrologie, &c. mécanique, astronomie, optique, &c en un mot, une multitude inombrable de rameaux & de branches dont la science des axiomes, ou des propositions évidentes par elles-mêmes, doit être regardée dans l’ordre


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synthétique comme le tronc commun.“ (ebd., 1976, Bd.V, 92)

Im Gegensatz zu Diderots Schrift Lettres sur les sourds et les muets von 1754, die keine für die Thematik der vorliegenden Arbeit relevanten Informationen enthält, führte die Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers, par une société de gens de lettres zur erneuten Thematisierung der Synonymieproblematik im Zusammenhang mit der Abgrenzung von Wortbedeutungen. Girards Einfluss auf Diderots theoretische und praktische Arbeit ist eindeutig belegbar.

Diderot, der Girard aufgrund seines Synonymwörterbuchs als ,,ingénieux écrivain“ preist (Diderot, 1751, Bd. 15, 757) zitiert unter dem Stichwort synonyme dessen theoretische Positionen: ,, ,Pour acquérir la justesse, dit-il [M. l’abbé Girard],...il faut se rendre un peu difficile sur les mots, ne point s’imaginer que ceux qu’on nomme synonymes, le soient dans toute la rigueur d’une ressemblance parfaite...on verra que cette ressemblance n’embrasse pas toute l’étendue & la force de la signification, qu’elle ne consiste que dans une idée principale, que tous énoncent, mais que chacun diversifie à sa manière par une idée accessoire qui lui constitue un caractère propre & singulier. La ressemblance que produit l’idée générale, fait donc les mots synonymes; et la difference qui vient de l’idée particuliere qui accompagne la générale, fait qu’ils ne le sont pas parfaitement, & qu’on les distingue comme les diverses nuances d’une même couleur.’ “ (zitiert nach Diderot, 1751, Bd. 15, 757; vgl. Girard, 1769, viij ff., siehe S.14) Diderot, der ebenfalls die totale / absolute Synoynmie ablehnt, übernimmt diese Argumentation und führt weiter aus, dass, würde jene bestehen, ein Widerspruch zur justesse de la langue bestünde. Unter dem Stichwort mot erklärt er Folgendes: ,,Quand on ne considere dans les mots de la même espece, qui désignant une même idée objective principale, que cette seule idée principale, ils sont synonymes: mais ils cessent de l’être quand on fait attention aux idées accesssoires qui les différencient...mais s’il y avoit dans la langue un mot qui signifiât l’idée principale seule & abstraite de toute autre idée accessoire, ce seroit en cette occasion une faute contre la justesse, de ne pas s’en servir plutôt que d’un autre auquel l’usage auroit attaché la signification de la même idée modifée par d’autres idées accessoires.“ (ebd., Bd. 10, 752ff.)

Diderot charakterisiert Girards Synonymwörterbuch als Grundstein für zukünftige lexikographische Arbeiten auf diesem Gebiet: ,,...il en résulteroit quelque jour un excellent dictionnaire, ouvrage d’autant plus important, que l’on doit regarder la justesse du langage non-seulement comme une source d’agréments, mais encore comme l’un des moyens les plus propres à faciliter l’intelligence & la communication de la vérité“ (ebd., Bd. 15, 757) Diderot übernahm unter Berufung auf Girard zahlreiche Einträge aus dessen Synonymenwörterbuch in seine Encyclopédie auf (ebd., Bd. 10, 752ff.), wobei er teilweise Modifizierungen in der Definition vornahm. Zwei Beispiele mögen Diderots Bezug auf Girard verdeutlichen:


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  1. ,,AGREABLE, GRACIEUX...l’air & manieres, dit M. l’abbé Girard, rendent gracieux. L’esprit & l’humeur rendent agréable. On aime la rencontre d’un homme gracieux; il plaît. On recherche la compagnie d’un homme agréable, il amuse...Le gracieux & l’agréable ne signifient pas toujours des qualités personnelles. Le gracieux se dit quelquefois de ce qui flatte les sens & l’amour propre; & l’agréable, de ce qui convient au goût & à l’esprit...“ (ebd., Bd. 1, 182)
  2. ,,PRECIS, adj. PRECISION, f.f. (Gram.) la précision est une briéveté convenable...& qui consiste à ne rien dire de superflu; & à ne rien omettre de nécessaire. La précision a deux oposés...une abondance de paroles vagues, & l’extrème concision qui fait qu’on tombe souvent dans l’obscurité,...Il y a de la différence entre justesse & précision. La justesse empêche de donner dans le faux; et la précision écarte l’inutile. Le discours précis est une marque ordinaire de la justesse d’esprit. Synonym. françois de l’abbé Girard, pag.233.“ (ebd., Bd. 13, 273)

Diderot definiert Synonyme auf der Grundlage der ,,identité du sens principal, malgré les différences matérielles“ (ebd., Bd. 10, 752ff.) Seine Ausführungen zur Synonymenproblematik im Artikel Encyclopédie lassen eine Weiterentwicklung Girards Ansatz’ erkennen; so ist Diderot nicht nur an der Synonymendifferenzierung interessiert, sondern er plädiert auch für die Herausfiltrierung der semantischen Gemeinsamkeiten. Gleichzeitig sei es notwendig, den Gebrauch von Synonymen zu präzisieren: ,,Je voudrois qu’on eût deux autres attentions dans la distinction des mots synonymes. L’une de ne pas marquer seulement les idées qui différentient, mais celles encore qui font communes. M. l’abbé Girard ne s’est asservi qu’à la premiere partie de cette loi; cependant celle qu’il a négligée n’est ni moins essentielle, ni moins difficile à remplir. L’autre, de choisir ses exemples de maniere qu’en expliquant la diversité des acceptions, on exposât en même tems les usages de la nation, ses coûtumes, son caractere, ses vices, ses vertus...“ (ebd., Bd.5, 640)

Die eigentliche Wortbedeutung ist nur durch die Erkenntnistätigkeit des Menschen erschließbar, welche durch entsprechende Wörterbucheinträge erleichtert werden kann. Problematisch erweist sich in diesem Kontext die Abgrenzung der primären Wortbedeutung von zusätzlichen Bedeutungsnuancen. Auch hier wird deutlich, dass bereits zu diesem Zeitpunkt Polysemie vorausgesetzt wird. ,,Die Erfassung und Beschreibung dieser Nuancen erkennt Diderot als eine Aufgabe, die durch die Wechselbeziehungen zwischen den isolierten Wortbedeutungen und der Funktion der Wörter in der Sprachverwendung kompliziert wird.“ (Haßler, 1985, 320)

Girard, am Wortschatz des honnête homme festhaltend, berücksichtigte in seinem Synonymwörterbuch eine im 17. Jahrhundert geforderte ,,Idealsprache“. Diderot versuchte in seiner Encyclopédie die durch den Fortschritt von Wissenschaft und Kunst bedingten Veränderungen im Sprachgebrauch zu berücksichtigen, da diese Termini auch in die Allgemeinsprache integriert wurden. ,,Diderot ruft die Mitarbeiter der Enzyklopädie als Zeugen dieses Prozesses zu seiner bewußten Förderung und zur Mitgestaltung der Sprachentwicklung durch


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ihre Artikel auf.“ (ebd., 322)

Gerda Haßler erklärt zusammenfassend Diderots ,,modifizierte Anwendung von Girards Modell mit einer neuen ideologischen Aussage“ (ebd.).

2.9. Abbé Pierre Joseph Roubaud

Bereits der Untertitel des 1796 von Abbé P.J.A. Roubaud in zweiter Auflage veröffentlichten Synonymwörterbuchs Nouveaux Synonymes Français (11785, vier Bände) - Nouvelle Edition, par ordre alphabétique, soigneusement corrigée et augmentée d’un très grand nombre de synonymes lässt einen Fortschritt erkennen, der sich nicht nur auf die Klassifizierung der Lemmata bezieht.

Roubaud würdigt Girards Pionierarbeit auf dem Gebiet der Synonymie, kritisiert aber: ,,...tous nos Synonymistes...n’ont presque rien fait pour l’instruction du public et pour le progrès de la langue.“ (Roubaud, 1796, xiv) Die fehlenden Beweismittel und den nicht zufriedenstellenden, unpräzisen Rückgriff auf subjektives Empfinden zur Klärung der Wortbedeutung versucht Roubaud durch den Verweis auf ,,analoge Sprachen“ zu kompensieren: ,,L’idée commune à un mot, également françois, latin, allemand, grec, oriental, est sans doute son idée propre.“ (ebd.)

Roubaud geht vom etymologischen Prinzip der Synonymendifferenzierung aus. Obwohl er einräumt, dass Unklarheiten bei der Bestimmung der Etymologie zahlreicher Wörter existieren, hält er an der Etymologie als Differenzierungskriterium bedeutungsähnlicher Wörter fest. Er erhebt jedoch bzgl. der etymologischen Synonymendifferenzierung keinen Ausschließlichkeits-anspruch: ,,Enfin, il y a des étymologies certaines; celles-là donnent une grande force à mes conjectures: il y en a de très-probables; celles-là donnent encore du poids à mes opinions: il y en a qui n’ont que de la vraisemblance; et il vaut mieux avoir pour soi la vraisemblance que de ne pas même avoir une apparence de raison.“ (ebd., xix). Er verweist auf durch Sprachwandel bedingte Modifizierungen in jeder Sprache (ebd., xx). Roubauds Parteinahme für die Etymologie einerseits und ihre Relativierung andererseits erwähnt auch Figarol, der Verfasser des Vorworts zur 7. Auflage von Guizots Synonymwörterbuch (Guizot, 1864, XXXII).

Das ,,Ideal der Wissenschaftlichkeit“ liegt Roubauds methodischem Versuch, ,,die Wortbedeutung mit wissenschaftlicher Exaktheit zu beschreiben“ zugrunde (Gauger, 1973, 87). Dazu unterscheidet er Wortbedeutung (acception) und Wortverwendung (application). Roubauds Methode besteht nun darin, einerseits die Wortbedeutungen und -verwendungen zweier Wörter zu vergleichen, um die idée propre aufzudecken, und andererseits, die den beiden Wörtern jeweils eigenen Bedeutungen und Verwendungen zu präzisieren, um die idées différentielles darzulegen. ,,...l’idée commune à toutes les acceptions et applications d’un mot en détermine le sens essentiel et naturel...les idées particulières que chaque mot, synonyme d’un autre dans un sens, renferme dans


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ses autres acceptions à l’exclusion de son synonyme, indique les différences sensibles et distinctives des deux termes...“ (Roubaud, 1796, xxj)

Folgendes Beispiel Roubauds verdeutlicht, dass bereits im 18. Jahrhundert die Zugehörigkeit einer lexikalischen Einheit zu mehreren semantischen Feldern aufgrund von Polysemie in Betracht gezogen wurde:

,,...je veux expliquer la valeur du mot lever: dans un sens, il est synonyme de hausser; dans un autre, il l’est d’ôter: or ôter et hausser ne sont point synonymes: ce mot a donc une double énergie qui fait qu’on le confond tantôt avec l’un, tantôt avec l’autre...“ (ebd.)

Roubaud war keineswegs der einzige Sprachtheoretiker, der diese Annahme vertrat. Auch Guizot teilte diese Ansicht (Guizot, 1864, XX).

Dieses oft als philosophisches Werk bezeichnete Synonymwörterbuch Roubauds greift eindeutig Lemmata zuvor erschienener Synonymwörterbücher auf, um diese dann - laut Berlan-Lancourt - zu analysieren: ,,Roubaud rédigeant ses Synonymes français (1785) dispose des écrits antérieurs (Girard - compilation de Beauzée, notamment à partir de l’Encyclopédie - articles de Beauzée lui-même). Sa nomenclature en témoigne. Ainsi, parmi les entrées qu’il a classées à la lettre A, dix-neuf sont reprises de Girard et trois de l’Encyclopédie ou de Beauzée. Les vingt-huit autres sont partiellement nouvelles. Mais il fait _uvre original car, s’il reproduit scrupuleusement les développements de ses prédécesseurs, c’est pour les soumettre à la critique et les faire suivre d’analyses de son cru.“ (Berlan-Lancourt, 1981, 301)

2.10. François Guizot

Guizot greift die etymologische Tradition zur Synonymendifferenzierung in seinem Dictionnaire universel des synonymes de la langue française (11809, 71864) auf. Um jedoch dem Ziel der Synonymendifferenzierung und der exakteren Bedeutungsbestimmung näher zu kommen, gilt es, laut Guizot, zwei Aspekte zu berücksichtigen: Weder die etymologische, noch die grammatische Ebene, speziell die Wortendungen, sind zu vernachlässigen. Auf den Seiten XXXIV bis XXXVIII listet der Verfasser des Vorworts verbale, nominale und adjektivische Suffixe auf und erläutert deren Differenzierungsfunktion, die er mit Beispielen belegt:

,,Terminaisons substantives.

La terminaison


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Ex. Promenade. Promenoir. Synon. t. III, p.612.“ (Guizot, 1864, XXXV)

Die Kombination von Etymologie und Morphologie stellt für Guizot eine Lösung der Differenzierung bedeutungsähnlicher Wörter dar.

Einige von Guizots getroffenen Aussagen scheinen im Vergleich zu den Diskussionsschwerpunkten der heutigen Synonymiediskussion interessant: Auch er negiert die Existenz der absoluten Synonymie (ebd., XXIV). Weiterhin berücksichtigt er die Problematik des Fachwortschatzes: ,,Il est des mots qui, bien appartenant à une science, se reproduisent fréquemment hors de son domaine, et sont d’un grand usage, soit dans la prose, soit dans la poésie; sous ce dernier point de vue, on peut, je peux, les considérer comme synonymes,...“ (ebd., XXII) Guizots stellt fünf Thesen auf, die mögliche Ursachen für die Existenz von Synonymen betreffen:

  1. ,,La diversité des dialectes...
  2. La variété des sources étymologiques...
  3. La facilité que les savants avaient, dans l’origine, pour former de nouveaux mots par des alliances étymologiques souvent obscures et bizarres, fut une nouvelle source de synonymes...
  4. Le passage des mots de leur sens propre à un sens figuré n’a pas peu contribué à augmenter des synonymes...
  5. Les termes, en passant de l’une des parties du discours à une autre, n’ont pas toujours gardé le même sens...“ (ebd., XXV-XXVII).

2.11. M. Lafaye

Lafaye (Pierre Benjamin Lafaist, 1809-1867) wirft Guizot in dem Vorwort seines in der Mitte des 19. Jahrhunderts publizierten Synonymwörterbuchs Widersprüchlichkeit und Unordnung vor und kritisiert die geringe Praktikabilität seines Wörterbuchs (Lafaye, 21858, XXII).

Lafaye nimmt selbst folgende Dreiteilung zur Beschreibung von Synonymen vor:

Synonyme ohne identischen Radikal - Differenzierungskriterium: Radikal (abattre, renverser, ruiner, détruire...)

,,Les synonymes de la première classe ne sont soumis à aucun principe général de distinction. Comme les radicaux varient suivant les exemples particuliers la différence trouvée entre tels synonymes ne donne aucune lumière


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sur celle qui doit exister entre tels autres.“ (ebd., XXVI)

Synonyme mit identischem Radikal - Modifizierung aufgrund verschiedener grammatischer Einflussgrößen (commencer à / de; cher / cheri; cerveau / cervelle...)

,,Ceux-ci ayant le même radical ne peuvent différer qu’en raison des modifications que ce radical éprouve dans l’un d’eux ou dans tous, soit en vertu de la diversité des circonstances grammaticales où ils sont placés, soit en vertu de la diversité de leurs préfixes ou de leurs terminaisons.“ (ebd.)

Synonyme (ähneln jenen unter 1.) gehören unterschiedlichen Sprachregistern und Fachsprachen an (épithète et adjectif; hypothèse et supposition...)

,,...ne servent à distinguer qu’une petite quantité de synonymes. Ceux-ci,...ayant toujours des radicaux divers, il arrive rarement que toute leur différence tienne au plus ou moins de noblesse de leur origine.“ (ebd., XXVII)

Diese Beobachtung lässt Lafaye zu dem Schluss kommen, dass eigentlich nur zwei Arten von Synonymen zu differenzieren wären: grammatische und etymologische Synonyme. Erstere zeichnen sich durch identische Radikale bei gleichzeitigen grammatischen Differenzen aus, wohingegen die etymologischen Synonyme verschiedene Radikale aufweisen: ,,les secondes n’ayant rien de commun que le sens dans lequel ils se rencontrent...“ (ebd., XXVIIf.)

Lafayes theoretische Überlegungen beziehen die Frage nach der im Wörterbuch zu verwendenden Methode ein. Dabei unterscheidet er drei Aspekte:

  1. Méthode à suivre pour rendre leur valeur propre aux mots prétendus synonymes (ebd., XXVIII),
  2. Méthode à suivre pour la distinction des synonymes qui ont le même radical et qu’on peut appeler grammaticaux (ebd., XXXIff.),
  3. Méthode à suivre pour distinguer les synonymes à radicaux divers, ceux qui font la matière du Dictionnaire des synonymes proprement dit (ebd., XXXVIII).

Dabei ist Lafaye sich der Schwierigkeiten der Realisierung der ersten zwei Methoden durchaus bewusst; er empfiehlt die separate Behandlung grammatischer und etymologischer Synonyme, zählt aber zugleich Nachteile dieser Vorgehensweise auf: Lafaye hat die Vorstellung, dass die Trennung grammatischer und etymologischer Synonyme in Form von zwei Teilen innerhalb des Wörterbuchs vorgenommen werden kann. Das würde heißen, dass in einem Teil die Synonymenanordnung auf alphabetischer Ordnungsbasis von Familienzugehörigkeit erfolgt; die grammatischen Synonyme stellen jedoch bereits einen Teil dieser Familien dar. Wiederholungen sind auf diese Weise nicht zu vermeiden. Eine andere Hürde ist die von den Sprachbenutzern geforderte einfach nachzuvollziehende Synonymendifferenzierung.

Offensichtlich handelt es sich bei Lafayes Differenzierungskriterien grammatischer Synonyme um eine morphologische Beschreibung, wenn er innerhalb der grammatischen Synonyme wiederum drei Klassen unterscheidet:


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  1. ,,Synonymes dont les différences dépendent de certaines circonstances grammaticales;
  2. Synonymes dont les différences dépendent de la valeur des préfixes;
  3. Synonymes dont les différences dépendent de la valeur des terminaisons.“ (ebd., XXXV)

Lafaye teilt auch die Auffassung seiner Vorgänger, dass - die heutige Terminologie benutzend - Synonymie nur auf Sememebene angesiedelt werden kann. Die nicht identischen restlichen Sememe eines Wortes stellen somit das Differenzierungskriterium zu den anderen lexikalischen Einheiten dar. Er kommt auch zu der Schlussfolgerung, dass ein polysemes Wort bedeutungsähnliche Beziehungen zu Wörtern verschiedener semantischer Felder aufbauen kann (ebd., XXXIXff.).

Lafaye stellt sich als einer der ersten Linguisten die Frage: ,,Quand est-ce que la synonymie est très grande ou très petite entre les mots?“ (ebd., XL) Die Antwort spricht für die Differenzierung von enger und weiter Synonymie, die er auch graphisch veranschaulicht:

Abbildung 1: Synonymie nach Lafaye, 1858, XL

,,Elle [la synonymie] est très grande quand le genre exprimé en commun est prochain, et près de s’étendre à toute la compréhension; de telle sorte, qu’il faut une grande attention pour discerner dans chaque mot la partie de son domaine qui reste en dehors...Elle est très-petite dans le cas contraire.“ (ebd.)

Er betont, dass je allgemeiner die idée commune ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Wörter als synonym bezeichnet werden können. Ähnlich verhält es sich mit den idées élémentaires distinctives; je schwächer sie ausgeprägt sind, desto eher ist Synonymie zu verzeichnen. Dies verdeutlicht, dass auch Lafaye von Polysemie ausgeht, Synonymie auf die Sememebene verlagert und letztendlich partielle Synonymie meint (idée commune vs. idée distinctive). Die Terminologie variiert gegenüber jener des 20. Jahrhunderts.

Von hieraus ist sogar die Integration der Hyperonymie / Hyponymie und ihrer Problematik von Lafaye aufgeworfen worden: ,,...il arrive quelque fois à un ou plusieurs termes...d’être synonymes du terme exprimant le genre qu’ils impliquent. Ainsi, transfuge est synonyme de déserteur, à l’idée duquel il ajoute celle de passer au service des ennemis;...“ (ebd., XLf.) Folgende Abbildung verdeutlicht diese Aussage:


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Abbildung 2: déserteur & transfuge nach Lafaye, 1858, XLI

Abbildung 3: rosse & cheval & coursier nach Lafaye, 1858, XLI

,Ainsi, rosse et coursier sont synonymes de cheval...qui désigne sans accessoire leur idée générale commune.“ (ebd.)

Lafaye diskutiert die Problematik des Fachwortschatzes im Zusammenhang mit der Synonymie und kommt zu dem Ergebnis, dass Wörter, die einem bestimmten Fachwortschatz zugehörig sind, durchaus synonym zu den entsprechenden Äquivalenten in der Allgemeinsprache sein können (ebd., XLIV).

Erstaunlich ist, dass Lafaye bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts keimhaft die Integration von Phänomenen, die wir heute Kollokationen, Phraseolexeme und Proverbien nennen, bedenkt. Er argumentiert, dass sobald die Differenzierungskriterien der Synonyme transparent sind und deren eindeutige Anwendung garantiert ist, das Augenmerk auf oben genannte Phänomene gelenkt werden muss: ,,...il faut rechercher avec soin les idiotismes, les phrases faites et les locutions proverbiales dans lesquelles entre le mot donné...“ (ebd., LII) Ein Versuch der Abgrenzung von Kollokation - Phraseolexeme - Proverbien wird nicht unternommen, was durchaus nicht das Anliegen der theoretischen Ausführungen Lafayes war.


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Auch wenn das 17. Jahrhundert vorwiegend durch puristische Sprachtendenzen bestimmt und Synonymie nur okkasionell diskutiert wird, können die inhaltlichen Errungenschaften auf dem Gebiet der Synonymie nicht negiert werden. Es wird ersichtlich, dass - abgesehen von terminologischen Differenzen - bereits im 17., 18. und 19. Jahrhundert totale Synonymie in Zweifel gezogen und von partieller Synonymie ausgegangen wurde. Diese Auffassung teilt die Majorität der heutigen Linguisten. Synonymie wurde schon zu diesem Zeitpunkt als Bedeutungsähnlichkeit aufgefasst, die sich auf der Sememebene lokalisiert. Dabei ist es aufgrund von Polysemie nicht auszuschließen, dass ein Wort bedeutungsähnliche Beziehungen zu Wörtern verschiedener semantischer Felder gleichzeitig aufbauen kann.

Im 17. und 18. Jahrhundert stand die diachronische Synonymen-betrachtung im Vordergrund, was dazu führte, dass zahlreiche Lexikographen eine etymologische Synonymendifferenzierung praktizierten. Im 20. Jahrhundert hingegen liegt der Synonymendiskussion die synchrone Sprachbetrachtung zugrunde. Kontext und Textorientierung sind meist in der Untersuchung von Synonymen primär.

Signifikant ist, dass bereits vor zwei bis drei Jahrhunderten synonymenbezogene Probleme diskutiert wurden, die noch heute Aktualität besitzen. Dazu gehören u.a. die Integration des Fachwortschatzes bzw. der Hyponymie / Hyperonymie-Problematik in die Synonymiediskussion. Wegen der Berücksichtigung des jeweils aktuellen Sprachgebrauchs wurden auch die Archaismen debattiert, deren Verwendungsradius eingeschränkt ist, was die Integration der Archaismen in die Synonymiediskussion problematisch gestaltet. Archaismen werden registerspezifisch angewandt und sind demzufolge eher textsortenabhängig. Ein Archaismus kann unter bestimmten Umständen durchaus synonym mit den entsprechenden Wörtern der aktuellen Allgemeinsprache oder auch Fachsprache sein. Es ist jedoch nicht bei allen Archaismen gewährleistet, dass sie mindestens ein identisches Semem mit jenen teilen.

Die Sprachtheoretiker des 17. Jahrhunderts fokussierten die Differenzierung von Synonymen, was offensichtlich auch die zeitgenössische sprachpolitische Diskussion bewegte. Neben den etymologischen Synonymen wurden von einigen Linguisten auch die grammatischen Synonyme angeführt, wobei letztere teilweise nur die unterschiedliche Wortmorphologie thematisierten. Die aktuelle Synonymiediskussion schließt die Etymologie als Differenzierungs-kriterium weitgehend aus. Auch das Festhalten an grammatischen Komponenten zur Synonymenunterscheidung wird in Frage gestellt.

Bouhours u.a. betonen bereits den Stellenwert der Syntax im Zusammen-hang zur Synonymieproblematik.


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Thu Apr 6 18:12:57 2000