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Die vorliegende Untersuchung ist eine deskriptiv-explorative Querschnittsstudie mit verschiedenen Untersuchungsebenen, -phasen, methodischen Verfahren und Untersuchungsteilnehmern.
Die Untersuchungsebenen sind:
Die Methodenwahl entspricht den unterschiedlichen Untersuchungsebenen, der jeweiligen Untersuchungsphase und dem jeweiligen Forschungsgegenstand. Die methodische Triangulation ( Between-Method-Triangulation, vgl. Flick, 2000 S. 313ff.) ist notwendig, um der Komplexität des Themas, der Ausgangssituation und den benannten Problemfelder gerecht zu werden.
| Abb. 8: Überblick über die Methodik | ||
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Da bislang Erkenntnisse zur Lebens- und Versorgungssituation MS-Betroffener sowie dem ACT Programm aus medizin- und pflegepädagogischer Sicht fehlen, war die umfassende Exploration des Untersuchungsfeldes notwendig.
Die Ziele der Explorationsphase waren:
Die Ziele der Explorationsphase werden nur mit qualitativen Methoden erreicht, da wissenschaftliche Erkenntnisse und Instrumente auf der Basis eines umfassenden Konzeptes patientenorientierter Versorgung fehlen (vgl. Flick et al., 2000 S. 17ff.; Lamnek (1), 1995). Bei quantitativen Verfahren wäre die Sicht des Forschers statt des Untersuchungsgegenstandes handlungsleitend (vgl. Lamnek (2), 1995 S. 61) und Fehler bei der Datenerhebung und –interpretation möglich. Durch Einhalten der Prinzipien qualitativer Sozialforschung16 werden diese Fehler vermieden und gleichzeitig entsprechend der Anforderungen der Patientenorientierung subjektives Erleben erhoben.
Da sich die beiden Untersuchungsebenen im Untersuchungsgegenstand unterscheiden, sind verschiedene Methoden anzuwenden: Problemzentrierte Leitfadeninterviews mit MS-Betroffenen und Ärzten sind für beide Ebenen gut geeignet. Zusätzlich wird das ACT Programm einer theoriegeleiteten Analyse unterzogen. Ergänzt werden die Hauptmethoden durch Expertengespräche.
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Qualitative Interviews eröffnen den Zugang zu subjektiven Perspektiven und Erfahrungen der Untersuchungsteilnehmer. Zwar ist keine Generalisierung der Ergebnisse möglich, aber dafür werden Interviews den Zielen der Explorationsphase gerecht: Wechselbeziehungen zwischen den Untersuchungsschwerpunkten werden deutlich und gleichzeitig können die Untersuchungsteilnehmer diese Schwerpunkte individuell gewichten. Dies trägt zu einer Relativierung der gewählten Schwerpunkte und ihrer Differenzierung bei.
Als Interviewform wurden problemzentrierte Leitfadeninterviews ausgewählt, weil sie bei großer Offenheit trotzdem Vergleichbarkeit gewährleistet. Notwendig ist die Vergleichbarkeit wegen der vorgegebenen Untersuchungsschwerpunkte und der ausgewählten Untersuchungspopulationen. In der Explorationsphase wurden sowohl MS-Betroffene als behandelnde Ärzte zu allen Themen befragt. Geringere Standardisierung (z.B. narrative Interviews) wäre zu Lasten der Vergleichbarkeit (Abdecken aller Themen nicht gewährleistet) und stärkere Standardisierung zu Lasten der Offenheit gegangen.
Entscheidend bei der Durchführung von Interviews sind Gestaltung von Leitfaden, Gesprächssituation und Auswertung (vgl. Lamnek (2), 1995 S. 60ff.):
Leitfaden
Der Leitfaden wurde anhand der Problemstellungen konzipiert. Die Hauptfragestellungen bezogen sich auf:
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Je nach Untersuchungspopulation wurde das Selbstbild bzw. die Selbsteinschätzung (MS-Betroffene) oder das Fremdbild bzw. die Fremdeinschätzung (Ärzte) abgefragt.
Im Umgang mit dem Leitfaden wurden die methodologischen Kriterien für qualitative Interviews berücksichtigt (vgl. Lamnek (2), 1995 S. 64). So wurde der Leitfaden als flexibles Instrument verstanden und diente lediglich als Richtschnur. Sprachliche Gestaltung, Reihenfolge und Tiefe wurden vom jeweiligen Untersuchungsteilnehmer abhängig gemacht. Durch diese Verwendung des Leitfadens war es möglich, dem Prinzip der Offenheit treu zu bleiben und dennoch alle ausgewählten Themen anzusprechen. Im Interviewverlauf wurden mögliche Missverständnisse direkt geklärt, um Fehlinterpretationen bei der Analyse zu vermeiden. Vorab wurden in einer knappen Einführung Anonymität, Verwendung des Interviews, Möglichkeit zum Abbruch bzw. zur Unterbrechung und Aufzeichnung kurz erläutert und Rückfragen geklärt.
Gesprächssituation
Die Gesprächsatmosphäre soll der Alltagskommunikation angenähert sein (vgl. Lamnek (2), 1995 S. 65ff.). Neben der flexiblen Umsetzung des Gesprächsleitfadens tragen dazu die Vorbereitung des Interviews und die Fähigkeit des Interviewers bei, sich auf den Untersuchungsteilnehmer einzustellen. Folgende Aspekte wurden deswegen bei der Durchführung berücksichtigt:
[Seite 30↓]Bearbeitung und Auswertung der Interviews
Aus den Möglichkeiten zur Bearbeitung und Auswertung qualitativer Interviews wurde entsprechend der Zielsetzung das interpretativ-reduktive Verfahren ausgewählt (vgl. Lamnek (2), 1995 S. 98ff.). Das erhobene Datenmaterial wurde entsprechend schrittweise verarbeitet (ebd.):
Die Überprüfungsphase, die Lamnek abschließend fordert, wurde aufgrund der Komplexität der Interviews nach jedem Schritt durchgeführt. Das jeweilige Ergebnis wurde mit dem Interview verglichen, um Fehler auszuschließen. Für die Instrumententwicklung wurden die Ergebnisse der beiden Stichproben zusammengeführt und abgeglichen.
Beide Stichproben waren Gelegenheitsstichproben mit den Einschluss- bzw. Ausschlusskriterien, die in Tab. 11 aufgeführt sind. Zufallsstichproben waren nicht möglich, da entsprechende Grunddaten mit spezifizierenden Angaben fehlen. Bei der ersten Kontaktaufnahme bestand bei allen Untersuchungsteilnehmern trotz zeitintensiver Interviews die Bereitschaft zur Mitwirkung.
Tab. 11: Einschluss-/Ausschlusskriterien
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Kriterien |
MS-Betroffene |
Behandelnde Ärzte |
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Einschluss |
gesicherte MS (Selbstauskunft) 50% Anwender (User) von ACT 50% Nicht-Anwender (Non-User) von ACT17 Unterschiedliches Informationsverhalten |
Spezialisierung auf MS Kenntnis/erste Anwendung ACT 50% klinischer Bereich 50% niedergelassener Bereich |
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Ausschluss |
Sprachbarrieren |
Sprachbarrieren |
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Acht MS-Betroffene wurden befragt: Vier Betroffene wurden von Ärzten vermittelt (Kenntnis des ACT Programms). Zwei Betroffene, die private Homepages zum Thema MS betreiben, erklärten sich zur Teilnahme bereit (Zufallsziehung). Zwei weitere Betroffene (DMSG Mitglieder) meldeten sich auf einen Aufruf zur Mitwirkung an der Untersuchung. Durch die unterschiedlichen Zugangswege waren die Einschlusskriterien gewahrt.
Die behandelnden Ärzte waren an der Pilotphase des ACT Programms beteiligt bzw. kannten es seit der bundesweiten Einführung. Insgesamt wurden vier Ärzte an der Explorationsphase beteiligt.
Neben der Erhebung der subjektiven Sichtweise der Anwender zum ACT Programm wurde eine theoriegeleitete Analyse durchgeführt.
Begründung der theoriegeleiteten Analyse
Die theoriegeleitete Analyse des ACT Programms ist notwendig, weil die Interviews nur einen Ausschnitt der Einschätzung umfassen. Es werden Bedürfnisse der Untersuchungsteilnehmer erfasst, nicht aber die Gestaltung des Materials: Die theoriegeleitete Analyse bietet die notwendige Ergänzung.
Instrument zur theoriegeleiteten formalen Analyse
Zur Analyse schriftlicher Medien für Patienten existieren verschiedene Instrumente, die sich auf inhaltliche und formale Qualität beziehen18. Die Analyse der inhaltlichen Qualität wurde beim ACT Programm nicht durchgeführt: Der Informationsanteil ist sehr knapp gehalten und basiert auf der Therapieleitlinie der MSTKG. Ziel der Untersuchung ist die Überprüfung der Bedarfsgerechtigkeit. Diese Einschätzung ist durch die Bedarfserhebung bei MS-Betroffenen und Ärzten möglich. Wesentliche Ergänzung ist die Bewertung der formalen Qualität (Gestaltungsmerkmale, Textverständlichkeit).
Die formalen Kriterien des CHIQ Instrument zur Analyse von Patienteninformationsmaterial (vgl. CHIQ, 2002) wurden mit einem deutschsprachigen Instru[Seite 32↓]ment (vgl. Morch-Röder/ Wienert, 1999) kombiniert. Für die Kriterienauswahl wurden potenzielle Einschränkungen MS-Betroffener, die sich besonders auf die Nutzung schriftlicher Materialien auswirken können, berücksichtigt: Sehstörungen sowie Einschränkungen der Feinmotorik und der Sensibilitätsstörungen der Hände/Finger. Außerdem darf sich die Komplexität des Krankheitsbildes nicht auf die Darstellung niederschlagen. Folgendes Kriterienraster wurde abgeleitet:
Tab. 12: Kriterienraster zur formalen Analyse
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Kriterium/Indikatoren |
Quelle |
Begründung der Auswahl durch |
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Handhabung |
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|
Format/Heftung |
Morch-Röder/Wienert |
Feinmotorik/Sensibilitätsstörungen |
|
Äußere Gestaltung |
||
|
Konsistenz des Designs |
CHIQ |
Sehstörungen/Komplexität der MS |
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Buchstabengröße mind. 11pt. |
Morch-Röder/Wienert |
Sehstörungen |
|
Zeilenabstand mind. 2pt. |
Morch-Röder/Wienert |
Sehstörungen |
|
Starker Kontrast Schrift/Hintergrund kein unruhiger Hintergrund |
Morch-Röder/Wienert CHIQ |
Sehstörungen |
|
Hervorhebung fett/kursiv (nicht zu häufig), keine Unterstreichung |
Morch-Röder/Wienert CHIQ |
Sehstörungen |
|
Inhalts-/Stichwortverzeichnis, Seitenzahlen, Überschriften |
Morch-Röder/Wienert CHIQ |
Komplexität der MS |
|
Diagramme, Abbildungen mit Bezug zum Inhalt und beschriftet |
Morch-Röder/Wienert CHIQ |
Komplexität der MS |
|
Inhaltliche Gliederung |
||
|
Einleitung, logische Reihenfolge, Zusammenfassungen |
Morch-Röder/Wienert CHIQ |
Komplexität der MS |
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Sprachliche Gestaltung |
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Erläuterung von Fremd-/Fachwörtern, Akronymen, Abkürzungen |
Morch-Röder/Wienert CHIQ |
Komplexität der MS |
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Reading Ease Score über 6019 |
Morch-Röder/Wienert |
Komplexität der MS |
|
Verdeutlichungen |
Morch-Röder/Wienert |
Komplexität der MS |
Theoriegeleitete Inhaltsanalyse
Die Analyse des ACT Programms hinsichtlich der Kompatibilität mit den aktuellen theoretischen Anforderungen wurde in Form einer Inhaltsanalyse, orientiert an der inhaltlichen Strukturierung nach Lamnek und Mayring (vgl. Lamnek (2) 1995, S. 213ff.; Mayring, 1993 S. 76ff), durchgeführt. Aus dem Konzept der integrativen Patientenorientierung wurden zur Strukturierung thematische [Seite 33↓]Hauptkategorien untersetzt mit Unterkategorien gebildet. Als Unterkategorien von Patientenorientierung und Salutogenese wurden die Kernkomponenten herangezogen. Nachfolgend wurden sogenannte Analyseeinheiten festgelegt, die eine eindeutige Zuordnung gewährleisten. Als Analyseeinheiten mit eindeutigen Zuordnungsmöglichkeiten boten sich die Fragestellungen des Selbstbeobachtungsbogen an. Nach der Paraphrasierung (vgl. Mayring 1993, S. 83) wurden die Ergebnisse der Unter- und nachfolgend der Hauptkategorien zusammengefasst (vgl. Mayring 1993, S. 83) .
Expertengespräche ergänzten im gesamten Untersuchungsverlauf die Hauptmethoden. So wurden Wissen und Erfahrung von professionellen Akteuren aus der medizinischen Versorgung und der Forschung integriert. Aber auch das spezifische Wissen von MS-Betroffenen mit speziellem Erfahrungshorizont konnte so einbezogen werden. Befragt wurden:
Die Durchführung erfolgte mit einem Leitfaden. Die Gespräche wurden stichpunktartig protokolliert, die Aufzeichnung mit nachfolgender qualitativer Bearbeitung war wegen des begrenzten Einsatzes nicht notwendig. Die Ergebnisse wurden zur Erklärung und als Interpretationshilfe herangezogen.
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| [Seite 34↓] |
Aufgrund der Aussagen in den Interviews wurde der Bedarf an patientenorientierten, an Patientenbedürfnissen angepassten Angeboten deutlich. Die vorhandenen Angebote wurden differenziert, aber z.T. auch sehr negativ wegen mangelnder Bedürfnisorientierung eingeschätzt. Gleichzeitig zeigten sich Zusammenhänge zwischen den einzelnen Untersuchungsschwerpunkten. Das ACT Programm wurde von MS-Betroffenen und Ärzten nicht durchgängig entsprechend der Ziele und Hinweise zum Programm angewendet. Häufig war das Programm gänzlich unbekannt, dies bestätigten auch Expertengespräche. Eine bundesweite Erhebung zu den Themenfeldern Lebens- und Versorgungssituation sowie zum ACT Programm fehlt. Daher wurden folgende bundesweite repräsentative Untersuchungsanteile konzipiert:
Die Ergebnisse der Explorationsphase sind als exemplarische Aussagen zu interpretieren. Ein Transfer auf die gesamte Untersuchungspopulation (Generalisierung) ist nicht möglich (vgl. Bortz/Döring, 1995, S. 310ff.). Daher war eine standardisierte bundesweite Untersuchung mit quantitativen Verfahren notwendig. Zwischen der Erhebung subjektiver Bedürfnisse und hohem Standardisierungsgrad besteht ein Widerspruch, der bei Instrumententwicklung, Datenanalyse sowie Interpretation der Daten zu berücksichtigen ist. Subjektivität kann sich in standardisierten Fragestellungen und Antwortvorgaben nur bis zu einem gewissen Grad widerspiegeln, aber durch die gezielte Instrumententwicklung auf Basis der Ergebnisse der Explorationsphase sollte dies ausgeglichen und gleichzeitig die Generalisierbarkeit gewahrt werden.
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Die Entwicklung aller Erhebungsinstrumente auf der Basis von Explorationsphase (vgl. Kap. 4) und Ausgangssituation erfolgte nach folgendem Muster:
Jeweils nach Fertigstellung der Instrumente wurden diese mit den Ergebnissen der Explorationsphase verglichen, um inhaltliche Fehler zu vermeiden.
Nachfolgend sind die wesentlichen Schwerpunkte nach den Hauptthemenfeldern der Untersuchung zusammengefasst. Auf diesen Schwerpunkten basieren die Erhebungsinstrumente der 2. Untersuchungsphase. Handlungsleitend für die Auswahl waren die Interviewergebnisse als Indikatoren der subjektiven Bedürfnislage der Untersuchungspopulationen.
Tab. 13: Schwerpunkte für die allgemeine Erhebung bei MS-Betroffenen
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Hauptthema |
Schwerpunkte |
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Lebenssituation |
Auswirkungen der MS auf Alltag/Lebenssituation Veränderungen in Lebensqualität und Lebenszufriedenheit Unterstützung durch soziales Umfeld Umgang mit der MS |
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Versorgungssituation Einschätzung IST |
Arzt-Patient-Beziehung Therapieentscheidung Einschätzung Qualität/Bedeutung Informationen |
|
Versorgungssituation Bedürfnisse/ Erwartungen |
Informationsinteresse und –verhalten, Informationsinhalte Erwartungen an Arzt-Patient-Beziehung Therapieentscheidung (Selbstbestimmung, Expertenrolle) |
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Tab. 14: Schwerpunkte für die Erhebungen zum ACT Programm
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Hauptthema |
MS-Betroffene |
Ärzte |
|
Inhalte |
Informationsinhalte Bewältigung Beitrag Therapieentscheidung |
Informationsinhalte Bewältigung Beitrag Therapieentscheidung |
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Ziele |
Verdeutlichen der Ziele Erreichen der Ziele |
Erreichen der Ziele Bedeutung der Ziele |
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Gestaltung |
äußere Form und Sprache |
äußere Form |
|
Akzeptanz |
Abhängigkeiten |
Abhängigkeiten |
|
Einsatz/ Handhabung |
Einsatzmöglichkeiten Handhabung = Planung |
Einsatz unterschiedliche Gründe Handhabung = Planungen |
Folgende Fragebögen wurden entwickelt:
Beim Ableiten der Fragestellungen wurde die sprachliche Gestaltung besonders beachtet: Fach- und Fremdworte wurden ebenso vermieden, wie komplexe Satzstrukturen oder Suggestivfragen (vgl. u.a. Diekmann, 1996 S. 410ff.; Friedrichs, 1990 S. 194ff; Atteslander, 1995 S. 192ff.). Inhaltlich wurden die Instrumente nach Themenschwerpunkten gegliedert, um die Notwendigkeit zu Gedankensprüngen zu vermeiden. Als Einstieg wurden unverfängliche Fragen gewählt, um die Teilnehmer nicht abzuschrecken (vgl. Kromrey, 1998 S. 359ff.; Diekmann, 1996 S. 414ff.; Atteslander, 1995 S. 194ff.) . Zur Erleichterung der Auswertung wurden als Antwortvorgaben Likert Skalen verwendet.
Äußerlich wurde besonders die Lesbarkeit beachtet. Die Fragebögen für Betroffene wurden in Schriftgröße (12pt.) und äußerer Gliederung so gestaltet, dass von einer guten Lesbarkeit bei Sehstörungen ausgegangen werden konnte. Bei den Instrumenten für behandelnde Ärzte wurde dagegen besonderes Augenmerk auf den Umfang der Fragebögen gelegt, um nicht von vorneherein durch zu lange Fragebögen eine Blockadehaltung und Ablehnung der Mitwirkung hervorzurufen.
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Da alle Instrumente neu entwickelt wurden, waren Pretest und Validierung zwingend erforderlich (vgl. Diekmann, 1996 S. 415ff.; Atteslander, 1995 S. 342ff.). Das Vorgehen unterschied sich je nach Untersuchungspopulation:
Tab. 15: Ablauf und Vorgehen beim Pretest
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Aspekt |
Allgemeiner Fragebogen/ACT Fragebogen – MS-Betroffene |
Fragebögen Ärzte |
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Teilnehmerzahl |
20/4 |
10 |
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Durchführung |
Zusendung Fragebogen und Zusatz-Fragen zu Gestaltung/Inhalt Rücksprache zu Inhalten (durchschnittliche Dauer 1h) Schriftlich Rückmeldung äußere Form |
Abfragen der Fragebögen in persönlichem Gespräch durch die Autorin Rückfragen zu inhaltlicher Gestaltung |
|
Einschätzungshinweise Gestaltung |
Äußere Form allgemein Übersichtlichkeit |
Äußere Form allgemein Übersichtlichkeit |
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Einschätzungshinweise Sprache |
Verständlichkeit Erklärungen notwendig Unklarheiten/Doppeldeutigkeiten |
Verständlichkeit Erklärungen notwendig Unklarheiten/Doppeldeutigkeiten |
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Fragestellungen zur inhaltlichen Einschätzung |
Fragen, bei denen Verweigerung Beantwortung Entscheidungsprobleme bei der Antwortauswahl Überflüssige Fragestellungen Inhaltlich unverständlich Fehlen Fragen/Antworten |
Entscheidungsprobleme bei der Antwortauswahl Überflüssige Fragestellungen Inhaltlich unverständlich Fehlen Fragen(Antworten |
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Zeit f. Ausfüllen |
Zeitdauer akzeptabel? |
Zeitdauer akzeptabel? |
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Ergebnisse |
Zeitdauer adäquat Trennschärfe und Eindeutigkeit nicht immer gegeben Antwortvorgaben nicht immer passend Äußere Form ansprechend und übersichtlich Lesbarkeit gegeben |
Zeitdauer akzeptabel Fragestellungen/Antwortvorgaben eindeutig, trennscharf Antwortvorgaben passend |
Die Validierung wurde in Form einer Expertenvalidierung durchgeführt. Die Validität eines Instrumentes, die über unterschiedliche Aspekte bestimmt wird, muss mindestens in einem Aspekt (Inhalts-, Kriteriums- oder Konstruktvalidität) nachgewiesen werden (vgl. Diekmann, 1996, S. 227ff.) . Zur Erhebung der Inhaltsvalidität wurde daher ein Expertenrating durchgeführt (vgl. Diekmann, 1996 S. 225ff.) Weitere Validitätsüberprüfungen wurden vernachlässigt, da es sich nicht um psychometrische Instrumente handelt und durch Kontakte zu Mitgliedern der Untersuchungspopulationen und Experten die inhaltliche Qualität der Auswertung und Interpretation gesichert wurden.
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Tab. 16: Ablauf und Vorgehen bei der Expertenvalidierung
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Aspekt |
Allgemeiner Fragebogen/ACT Fragebogen – MS-Betroffene |
Fragebögen Ärzte |
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Teilnehmer |
Behandelnde Neurologen (3) Psychologe (1) Biometriker (1) Gesundheitswissenschaftler (1) Doktoranden Pflegepädagogik (3) Experte für medizinpädagogische Forschung (1) Experte für MS Forschung (1) Mitarbeiter NPOs (3) |
Behandelnde Neurologen (2) Psychologe (1) Biometriker (1) Gesundheitswissenschaftler (1) Doktoranden Pflegepädagogik (3) Experte für medizinpädagogische Forschung (1) Experte für MS Forschung (1) Marktforscher (1) |
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Durchführung |
Fragebogen und Einschätzungsbogen an Experten Expertenvalidierung parallel zum Pretest |
|
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Einschätzungsschwerpunkte |
Umfang und Übersichtlichkeit Fragestellungen zu den Schwerpunkten ausreichend, zutreffend Antwortvorgaben zu den Fragen zutreffend, eindeutig Änderungen notwendig/sinnvoll |
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Ergebnisse |
Fragebögen zu umfangreich Fragestellungen nicht immer zutreffend Antwortvorgaben nicht immer zutreffend und eindeutig |
Umfang akzeptabel Übersichtlichkeit gegeben Fragestellungen/Antwortvorgaben ausreichend/zutreffend/ eindeutig |
Die Ergebnisse der Expertenvalidierung und des Pretest bestätigten die Eignung der Instrumente für behandelnde Ärzte. Änderungen waren unnötig. Der Änderungsbedarf bei den Fragebögen für MS-Betroffene war dagegen groß: Fragestellungen und Antwortvorgaben mussten zu Gunsten der Validität inhaltlich, sprachlich und in der gedanklichen Logik geändert werden.
Die sprachliche Differenziertheit der Fragestellungen war zwar theoretisch nicht aber für die Befragten nachvollziehbar, daher schienen die angestrebten inhaltlichen Differenzierungen den Teilnehmern als unsinnige Wiederholungen. Diese Fragen wurden entweder ersetzt oder der entscheidende Aspekt ausgewählt. Die Reihenfolge wurde geändert, um die Untersuchungsteilnehmer gedanklich besser durch die Fragebögen zu führen, statt die Schwerpunkte als Gliederungshilfe zu verwenden.
Die Antwortvorgaben wurden zu Gunsten besserer Beantwortbarkeit stark abgeändert. Außer den Likert Skalen wurden dreistufige Ratingskalen und vorformulierte Aussagesätze als Antwortvorgaben eingeführt. Bei Fragen zu Einstellungen wurden auch offene Antworten zugelassen.
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Der Schwerpunkt Lebensqualität wurde grundlegend überarbeitet und mit dem SF-36 (vgl. Bullinger/Kirchberger, 1998) ein reliables, validiertes Instrument integriert. Da der SF-36 nur die gesundheitsbezogene Lebensqualität erfasst und dies aus patientenorientierter Sicht nicht ausreicht (vgl. Poschwatta, 2000) wurde die allgemeine Lebenszufriedenheit einbezogen. In Anlehnung an die MLDL21 (vgl. v.Steinbüchel et al., 1999) wurde die Zufriedenheit mit 20 verschiedenen Lebensdimensionen erfragt22.
Die geänderten Instrumente wurde ein weiteres Mal einer Expertenvalidierung und einem Pretest unterzogen. Einbezogen wurden 10 Betroffene und die bereits benannten Experten. Der Fragebogen zeigte in den bemängelten Bereichen keine Schwächen mehr.
Zeitraum der Erhebungen
Die verschiedenen Datenerhebungen wurden 2002 parallel durchgeführt:
Stichprobenziehung MS-Betroffene
In der Explorationsphase zeigten die Betroffenen sehr unterschiedliches Informationsverhalten. Gleichzeitig war das ACT Programm relativ unbekannt. Um trotz der Gelegenheitsstichprobe ein möglichst repräsentatives Abbild der Gesamtpopulation zu erreichen, wurden daher folgende Verteilungswege für die Fragebögen ausgewählt:
Stichprobenziehung Behandelnde Ärzte
Für die Einschätzung des ACT Programms ist Anwendungserfahrung erforderlich, daher wurde eine Gelegenheitsstichprobe gezogen. Potenzielle Teilnehmer wurden aus den Vertriebsdaten von ACT und bei den Außendienstmitarbeitern der Schering Deutschland GmbH ermittelt und dann persönlich oder telefonisch um ihre Mitarbeit gebeten.
Für die Akzeptanzprüfung wurde eine Zufallsstichprobe aus der Gesamtheit aller bekannten niedergelassenen Neurologen/Nervenärzte sowie im neurologischen klinischen Bereich tätigen Ärzte gezogen (mit SPSS 10.0). Ärzte, die bereits in die Untersuchung involviert waren, wurden ausgeschlossen.
[Seite 41↓]Rücklaufquoten
Um Unkosten für die Untersuchungsteilnehmer zu vermeiden, wurden die Fragebögen zusammen mit einem frankierten Rückumschlag zugeschickt oder abgegeben. Zur Berechnung der Rücklaufquote wurden von den beteiligten Ärzten, die verbliebenen Fragebögen im Januar 2003 zurückgefordert. Beim Rücklauf der Ärztebefragung zur Akzeptanz des ACT Programms wurden die Fragebögen herausgerechnet, die keinen Adressaten erreichten.
Tab. 17: Rücklauf bei den Erhebungen
|
Erhebung MS-Betroffene |
Ärztebefragung - Einschätzung ACT |
Ärztebefragung - Akzeptanz ACT |
|
|
Abgegeben/Angefragt |
1245 |
150 angefragt |
922 (1075 verschickt) |
|
Rücklauf (Post) |
729 |
25 |
212 |
|
Davon verwertbar |
726 |
25 |
195 |
|
Quote |
58,5% |
16,7% |
23,0% |
|
Internet |
493 |
entfällt |
Entfällt |
|
Gesamt verwertbar |
1219 (83 mit ACT) |
25 |
195 |
Verteilergruppen
Die Verteilungswege ermöglichen eine erste Differenzierung der Stichprobe:
Tab. 18: Verteilergruppen in der Stichprobe
|
Verteilergruppe |
Zugang |
n |
In % der Stichprobe |
|
DMSG Mitglieder |
Aufruf Landesverband, Artikel in Aktiv 3/01 |
197 |
16,7 |
|
Kontaktgruppen |
Persönlich/über Multiplikatoren aus den Gruppen |
280 |
23,0 |
|
Ärztegruppe |
Behandelnde Neurologen |
151 |
12,4 |
|
Alternativ interessiert |
Artikel: Forum Psychosomatik; Blickpunkt |
75 |
6,2 |
|
Internet |
Werbung/Fragebogen im Internet |
51624 |
42,3 |
Räumliche Verteilung
Die Stichprobe ist räumlich nicht homogen verteilt. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung zeigen sich in einzelnen Bundesländern deutliche Differenzen zwischen Einwohnerzahl und Beteiligung:
|
|
Tab. 19: Räumliche Verteilung in der Stichprobe nach Bundesländern
|
Bundesland |
Stichprobe in % (absolut)* |
Bevölkerung in % |
|
Baden-Württemberg |
14,6 (174) |
12,9 |
|
Bayern |
10,9 (129) |
15,0 |
|
Berlin |
7,0 (83) |
4,1 |
|
Brandenburg |
1,0 (12) |
3,2 |
|
Bremen |
2,7 (32) |
0,8 |
|
Hamburg |
4,3 (51) |
2,1 |
|
Hessen |
7,1 (84) |
7,4 |
|
Mecklenburg-Vorpommern |
3,1 (37) |
2,1 |
|
Niedersachsen |
20,9 (248) |
9,7 |
|
Nordrhein-Westfalen |
15,4 (183) |
21,9 |
|
Rheinland-Pfalz |
4,5 (54) |
4,9 |
|
Saarland |
0,4 (5) |
1,3 |
|
Sachsen |
1,4 (17) |
5,3 |
|
Sachsen-Anhalt |
1,6 (19) |
3,1 |
|
Schleswig-Holstein |
4,5 (54) |
3,4 |
|
Thüringen |
0,6 (7) |
2,9 |
Unterschiedliche Prävalenzen innerhalb Deutschlands (vgl. Hein, 1999 S. 23.; Flachenecker/Zettl (1), 2002 S.7; Warren/Warren, 2001 S. 22ff. 25 ) erklären die Abweichungen in der räumlichen Verteilung nicht. Vielmehr ist die mangelnde räumliche Repräsentativität auf die unterschiedlichen Verteilungswege des Fragebogens zurückzuführen. Die Unterstützung durch Organisationen (DMSG Landesverbände) und Einzelpersonen (Ärzte, Kontaktgruppenleiter) war in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich groß. Größere Unterstützung trug zur überproportionalen Beteiligung in Baden-Württemberg, den Stadtstaaten, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und auch Mecklenburg-Vorpommern bei. Die geringe Beteiligung in den ostdeutschen Bundesländern ist zusätzlich zu geringerer Unterstützung Folge des geringeren Organisationsgrades MS-Betroffener26. Auch die Internetgruppe als organisations- und unterstützungs-unabhängige Verteilergruppe ist räumlich nicht repräsentativ. Dies ist auf die unterschiedliche Internetnutzung in den einzelnen Bundesländern zurückzuführen (vgl. TNS EMNID, 2003).
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| [Seite 43↓] |
Geschlecht und Altersstruktur der Stichprobe
Die Geschlechterverteilung in der Stichprobe ist 71,5% Frauen (871) zu 28,2% Männer (344)27. Der Frauenanteil ist höher als epidemiologisch beschrieben, entspricht aber dem MS-Register als aktuellste deutsche Datenbasis (vgl. Flachenecker et al., 2003).
Der Altersdurchschnitt liegt zum Zeitpunkt der Befragung bei 41,46 Jahren (Std.abw. 10,99) mit einer Altersspanne von 17 bis 79 Jahre. Vergleichbarkeit zum MS-Register besteht (vgl. Flachenecker et al., 2003), aber zur Gesamtbevölkerung bestehen große Unterschiede: Die Stichprobe ist im Durchschnitt deutlich jünger als die bundesdeutsche Bevölkerung (Stand 31. 12. 2001) in der gleichen Altersspanne (Durchschnitt: 45 Jahre) (vgl. Stat. Bundesamt, 2003). Der Anteil der 30 – 49-jährigen ist deutlich größer, während die anderen Altersgruppen z.T. stark unterrepräsentiert sind.
| Abb. 9: Vergleich der Alterstruktur28 | ||
| Legende: n = 1184; Bevölkerung eigene Berechnung Datenbasis: Statistisches Bundesamt, 2003 |
Die Altersstruktur in den Verteilergruppen unterscheidet sich deutlich: Die Internetgruppe ist mit durchschnittlich 37,07 Jahren (Std.abw. 8,63) deutlich jünger und die organisierten Betroffenen sind deutlich älter (DMSG Mitglieder: 45,56 Jahre (Std.abw. 11,9) und Kontaktgruppenmitglieder: 46,71 (Std.abw. 11,82).
[Seite 44↓]Familiäre Struktur
Über die Hälfte der Befragten sind verheiratet. 13,9% leben in einer nichtehelichen Partnerschaft und 34,1% als Singles ohne Lebenspartner. Die familiäre Struktur der Befragten ist vergleichbar mit der Gesamtbevölkerung:
Tab. 20: Familienstand im Vergleich zur Gesamtbevölkerung29
|
Familienstand |
Stichprobe |
Gesamtbevölkerung bereinigt in % |
|
Ledig |
400 (32,9%) |
30,3 |
|
Verheiratet |
628 (51,7%) |
58,3 (inkl. verheiratet in Trennung) |
|
Verheiratet in Trennung |
41 (3,4%) |
|
|
Verwitwet |
26 (2,1%) |
2,9 |
|
Geschieden |
119 (9,8%) |
8,5 |
Bildung
Der Bildungsstand der Befragten wurde in einem vierstufigen Index aus Schul- und Ausbildung ermittelt30: Die Bildungsstufen sind weder homogen noch linear verteilt. Mit 46,7% der gültigen Antworten in den beiden unteren Stufen und 53,3% in den beiden oberen Stufen scheint das Bildungsniveau ausgeglichen, aber die einzelnen Stufen sind unterschiedlich stark besetzt.
Tab. 21: Bildungsgrad in der Stichprobe
|
Gültig |
Stufe 1 |
Stufe 2 |
Stufe 3 |
Stufe 4 |
|
|
Anzahl |
1184 |
33 |
520 |
269 |
362 |
|
In % der gültigen Antworten |
2,8 |
43,9 |
22,7 |
30,6 |
Berufstätigkeit
Vollzeitbeschäftigt sind 26,6% der Befragten, 12,6% sind teilzeitbeschäftigt (15 bis 34h/Woche) und 6,6% sind geringfügig beschäftigt (< 15h/Woche). 1,5% sind in einer Umschulung oder in der Ausbildung. Über die Hälfte (52,7%) sind nicht erwerbstätig. Hauptgrund für die fehlende Erwerbstätigkeit oder eine geringfügige Beschäftigung ist die Verrentung (überwiegend MS-bedingt), sie liegt in diesen Gruppen bei 68,5% (40,5% der Stichprobe). Zwi[Seite 45↓]schen Verrentung und Krankheitsdauer besteht ein enger Zusammenhang: Bei einer Krankheitsdauer über 5 Jahren nimmt die Verrentung signifikant zu.
In der Stichprobe ist die Zahl der vollzeitbeschäftigten Betroffenen geringer als in einem Zwischenbericht des MS-Registers und gleichzeitig die Zahl der Teilzeitbeschäftigten höher. Signifikant höher ist der Anteil der verrenteten Betroffenen (MS-Register: 32%) (vgl. Flachenecker et al., 2002).
Die folgenden Angaben beruhen generell auf Selbstauskunft der Befragten.
Krankheitsbeginn, Zeitraum bis zur Diagnosestellung, Krankheitsdauer
Im Durchschnitt waren die Befragten zum Zeitpunkt der Diagnose31 33,6 Jahre alt (Std.abw. 9,27; Spannweite 14 bis 63 Jahre. Das Hauptmanifestationsalter ist zwischen 20 und 40 Jahren und entspricht der Epidemiologie der MS. Die mittlere Erkrankungsdauer ist 7,9 Jahre (Std.abw. 7,35; Spannweite 1 Monat bis 44 Jahre).
Zwischen dem ersten Auftreten potenzieller MS-Symptome und der tatsächlichen Diagnose vergingen bei den Befragten durchschnittlich 46 Monate (Spannweite 1 Woche bis 37 Jahre).
| Abb. 10: Erkrankungsalter und Alter bei der Befragung | ||
| Legende: Diagnosezeitpunkt n = 1174; Alter bei Befragung n = 1184 |
[Seite 46↓]Verlaufsformen und Krankheitsaktivität
Von 1203 Befragten gaben 58,7% einen schubförmigen Verlauf an, 31,1% eine SPMS und 10,2% einen primär chronisch progredienten Verlauf. Im Zusammenhang mit der Krankheitsdauer (ab Diagnose) zeigt sich eine kontinuierliche Zunahme der SPMS, bei gleichzeitiger Abnahme des Anteils RRMS. Im Vergleich ist die kontinuierliche Zunahme der PPMS minimal.
| Abb. 11: Verlaufsformen in Bezug auf die Krankheitsdauer | ||
| Legende: Angaben in %; n= 1193 |
Der Anteil Befragter mit einem schubförmigen Verlauf entspricht annähernd den Daten des MS-Registers. Dagegen sind progrediente Verläufe in der Stichprobe häufiger als im MS-Register (vgl. Flachenecker et al., 2003). Die Zahl der Befragten mit PPMS entspricht dabei den Erkenntnissen zum natürlichen Krankheitsverlauf (vgl. Kap. 2.1; Flachenecker/Zettl (1), 2002; Gold/ Rieckmann, 2000). Aber der Anteil der Betroffenen mit SPMS weicht auch vom natürlichen Krankheitsverlauf ab (vgl. Gold/Rieckmann, 2000; Flachenecker/Hartung, 1996). Bei einer Krankheitsdauer zwischen 5 und 10 Jahren ist der Anteil bereits bei 39% (Gesamtstichprobe ohne PPMS), was nach der Datenlage frühestens nach 10-jähriger Krankheitsdauer zu erwarten ist.
Die Schubzahl des der Untersuchung vorangegangenen Jahres erlaubt zusätzliche Aussagen zur Krankheitsaktivität bei RRMS und SPMS: 57,8% der Befragten mit Schubrisiko hatten im Jahr 2001 mindestens einen Schub (Spannweite 1 bis 11; Durchschnitt 1,87; Std.abw. 1,19).
[Seite 47↓]Symptomatik und Behinderungsgrad
Symptomfrei sind nur 16 Befragte (1,4% von 1163 gültigen Antworten). Die häufigsten Symptome sind Ermüdung und Konzentrationsstörungen als kognitive Einschränkungen sowie Gangunsicherheit, Gleichgewichtsstörungen und die Verkürzung der Gehstrecke als Einschränkungen der Mobilität.
|
Symptom/Funktionssystem |
Vorhanden |
Gesamtzahl Antworten |
|
Kognitive Störungen |
1102(92,8%) |
1188 |
|
Ermüdung |
1076 (89,8%) |
1198 |
|
Konzentrationsstörungen |
880 (73,9%) |
1191 |
|
Mobilitätsstörungen |
1025 (88,4%) |
1160 |
|
Gangunsicherheit |
937 (79,1%) |
1185 |
|
Gleichgewichtsstörungen |
937 (78,3%) |
1201 |
|
Verkürzung der Gehstrecke |
887 (74,3%) |
1191 |
|
Spastik der Beine |
621 (52,0%) |
1194 |
|
Störungen der Arm-/Handfunktion |
908 (78,1%) |
1163 |
|
Gefühlsstörungen der Hände/Finger |
799 (67,3%) |
1187 |
|
Feinmotorik Arme/Hände |
742 (67,1%) |
1191 |
|
Spastik der Arme |
372 (31,6%) |
1179 |
|
Vegetative Störungen |
825 (70,9%) |
1164 |
|
Blasen-/Darmstörungen |
763 (63,9%) |
1195 |
|
Sexualitätsstörungen |
558 (47,7%) |
1169 |
|
Sehstörungen |
649 (54,8%) |
1184 |
|
Schmerzen |
560 (47,1%) |
1189 |
|
Sprachstörungen |
334 (28,3%) |
1179 |
Der Vergleich mit Ergebnissen anderer Untersuchungen ist nur bedingt möglich, weil die benannten Einschränkungen z.T. mehrere Einzelsymptome zusammenfassen (z.B. Sehstörungen). Vergleichbar sind Spastik, Sprachstörungen, Ermüdung und sexuellen Störungen. Das Fatigue Syndrom ist in der Stichprobe deutlich häufiger32. Spastik und Sprachstörungen werden dagegen seltener angegeben. Die Häufigkeit sexueller Störungen in der Stichprobe entspricht annähernd der allgemeinen Datenlage.
EDSS oder MSFC Werte zum Behinderungsgrad wurden nicht erfragt, aber im Krankheitsverlauf steigt der objektiv vorhandene Pflegebedarf signifikant (r = 0,441***).
|
| [Seite 48↓] |
Mit 1% der Gesamtpopulation genügt die Stichprobengröße der notwendigen Befragtenzahl für die Generalisierung. Verglichen mit der Grundgesamtheit sind Altersstruktur und Geschlechterverteilung repräsentativ. Annähernd repräsentativ sind Krankheitsmerkmale wie die Verteilung der Verlaufsformen, Krankheitsdauer und Diagnosezeitpunkt. Dagegen bestehen bei der räumlichen Verteilung deutliche Abweichungen von der Gesamtbevölkerung, die bei einer Generalisierung zu beachten sind. Außerdem müssen grundsätzlich folgende Interdependenzen berücksichtigt werden:
Einsatzbereich und Spezialisierungsgrad
An der Einschätzung des ACT Programms beteiligten sich ungefähr gleich viele niedergelassene und klinisch tätige Ärzte. Dagegen haben bei der Akzeptanzerhebung mehr niedergelassene Ärzte als Kliniker teilgenommen.
Tab. 23: Niederlassung vs. Kliniker - Spezialisierung
|
Akzeptanz ACT |
Einschätzung ACT |
|||||
|
Spezialisierungsgrad |
NGL |
Klinik |
Gesamt |
NGL |
Klinik |
Gesamt |
|
Allgemein |
35 (31,3) |
52 (62,7) |
87 (44,6) |
5 (38,5) |
2 (16,7) |
7 (28,0) |
|
Spezialisiert |
67 (59,8) |
19 (22,9) |
86 (44,1) |
7 (53,9) |
10 (83,3) |
17 (68,0) |
|
Keine Zuordnung mgl. |
7 (6,3%) |
12 (14,5) |
19 (9,7) |
1 (7,7) |
0 |
1 (4,0) |
|
Sonstige Spezial. |
3 (2,7%) |
0 |
3 (1,5) |
0 |
0 |
0 |
|
Gesamt |
112 |
83 |
195 |
13 |
12 |
25 |
Der Spezialisierungsgrad in den Stichproben unterscheidet sich deutlich: Die Mehrheit der Befragten zur Einschätzung von ACT ist auf MS spezialisiert. Bei der Akzeptanzerhebung ist der Spezialisierungsgrad in der Stichprobe gleichverteilt und differiert je nach Einsatzbereich: Die befragten niedergelassenen Ärzte sind überwiegend auf MS spezialisiert, während die befragten Kliniker überwiegend allgemein neurologisch tätig sind.
[Seite 49↓]Räumliche Verteilung
Die Ärztestichprobe zur Akzeptanz des ACT Programms umfasst bis auf das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern Ärzte aus dem gesamten Bundesgebiet. An der Einschätzung des ACT Programms beteiligten sich Ärzte33 aus Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Besonderheiten durch länderspezifische Rahmenbedingungen können bei der Einschätzung des Programms folglich nicht abgeleitet werden.
Tab. 24: Räumliche Verteilung der Ärztestichproben
|
Bundesland |
Akzeptanz ACT (i. %) |
Einschätzung ACT (i. %) |
Ärzte gesamt |
|
Baden-Württemberg |
25 (12,8) |
0 |
13,2 |
|
Bayern |
37 (19,0) |
5 (20,0) |
16,2 |
|
Berlin |
2 (1,0) |
3 (12,0) |
6,5 |
|
Brandenburg |
7 (3,6) |
2 (8,0) |
2,4 |
|
Bremen |
2 (1,0) |
0 |
1,0 |
|
Hamburg |
7 (3,6) |
1 (4,0) |
2,9 |
|
Hessen |
22 (11,3) |
1 (4,0) |
7,4 |
|
Mecklenburg-Vorpommern |
0 |
1 (4,0) |
2,0 |
|
Niedersachsen |
15 (7,7) |
2 (8,0) |
8,2 |
|
Nordrhein-Westfalen |
42 (21,5) |
9 (36,0) |
21,5 |
|
Rheinland-Pfalz |
5 (2,6) |
1 (4,0) |
4,4 |
|
Saarland |
2 (1,0) |
0 |
1,3 |
|
Sachsen |
7 (3,6) |
0 |
4,5 |
|
Sachsen-Anhalt |
10 (5,1) |
0 |
2,5 |
|
Schleswig-Holstein |
10 (5,1) |
0 |
3,5 |
|
Thüringen |
2 (1,0) |
0 |
2,4 |
|
Gesamt |
195 |
25 |
7465* |
Repräsentativität
Die Repräsentativität der Arztstichproben lässt sich nicht ausreichend ermitteln: Die Grundbedingung der Stichprobengröße von mindestens 1% der Gesamtpopulation ist bei beiden Befragungen mit jeweils 2% erfüllt. Aber Kenndaten der Stichproben können zur Ermittlung der Repräsentativität nur bedingt überprüft werden: Die räumliche Verteilung ist bezogen auf die allgemeine Ärzteverteilung bei der Stichprobe zur Akzeptanz des ACT Programms annähernd repräsentativ. Vergleichszahlen zur Verteilung neurolo[Seite 50↓]gisch tätiger Ärzte liegen nicht vor. Die räumliche Verteilung bei der Einschätzung des ACT Programms ist wegen der geringen Stichprobengröße nicht aussagekräftig. Daten zum Spezialisierungsgrad sind nicht allgemein zugänglich, die Repräsentativität ist folglich nicht zu ermitteln.
Dateneingabe und -auswertung erfolgte mit SPSS (Version 10.0). Die Antworten wurden nach statistischen Prinzipien codiert (vgl. Bühl/Zöfel, 2001 S. 31ff.; Benninghaus, 2001 S. 7ff.). Nach der Plausibilitätsprüfung wurden drei Fragebögen von MS-Betroffenen wegen eindeutig fehlerhaften Angaben bzw. mehrfachen Ausfüllens (Internet) ausgesondert. Bei der Befragung der Ärzte zur Akzeptanz von ACT waren 17 Fragebögen nicht verwertbar, da sie keine Angaben enthielten (nicht mehr tätig oder keine MS Patienten). Folgende Verfahren wurden bei der Auswertung angewendet:
Tab. 25: Statistische Verfahren und ihr Zweck
|
Verfahren |
Zweck und Anmerkung |
|
Arithmetisches Mittel |
Zentrale Tendenz metrische Daten |
|
Mediane (gruppierte Daten) |
Zentrale Tendenz ordinale Daten |
|
Chi² Test nach Pearson |
Kreuztabellen |
|
Spearmans Rho |
Korrelationen |
|
H-Test nach Kruskal-Wallis |
Medianvergleich bei mehr als zwei unabhängigen Stichproben |
|
Cronbach’s Alpha |
Reliabilität |
|
Wilcoxon Test |
Nichtparametrischer Vergleich abhängiger Stichproben |
Zur Überprüfung der Signifikanz wurden anerkannte statistischen Prinzipien und Kennwerte herangezogen (vgl. Bühl/Zöfel, 2001):
Tab. 26: Signifikanzniveaus und weitere Kennwerte
|
Aspekt |
Werte |
|
Signifikanzniveau |
p ≤ 0,05 signifikant* p ≤ 0,01 sehr signifikant ** p ≤ 0,001 höchst signifikant *** |
|
Standardisierte Residuen |
Signifikanz bei Werten > 2 |
|
Korrelationskoeffizient Spearmans Rho |
r ≤ 0,2 sehr geringe Korrelation 0,2 < |r| ≤ 0,5 geringe Korrelation 0,5 < |r| ≤ 0,7 mittlere Korrelation 0,7 < |r| ≤ 0,9 hohe Korrelation 0,9 < |r| ≤ 1 sehr hohe Korrelation |
16 Die Prinzipien begegnen der häufigen Kritik an Fehleranfälligkeit und Beliebigkeit qualitativer Methoden: Offenheit für Untersuchungsperson, -situation, –methoden; Forschung als Kommunikationsprozess; Prozesscharakter von Forschung und Gegenstand; Reflexivität von Seiten des Forschers; Explikation; Flexibilität (vgl. Lamnek1, 1995 S. 21ff.; Flick, 1995 S. 150; Flick et al., 2000 S. 22ff.)
17 Diese Aussage bezieht sich nur auf die Anwendung des Programms und nicht auf die Kenntnis. Wird im folgenden User/Non-User verwendet, bezieht sich dies grundsätzlich auf ACT.
18 Beispiele inhaltliche Qualität: Discern Instrument (vgl. ÄZQ, 2000), Kriterien des CHIQ (Centre for Health Information Quality) Instrument (vgl. CHIQ, 2002); Formale Qualität: s.u.
19 Der Reading Ease Score existiert in einer adaptierten Form für die deutsche Sprache (vgl. Flesch, 1948; Amstad 1978 (deutsche Adaption); Berechnung und Auswertung siehe Anhang 1
20 NPO = Non Profit Organisation
21 MLDL: Münchner Lebensqualitäts-Dimensionen Liste (vgl. v.Steinbüchel et al., 1999)
22 In der MLDL wird die Zufriedenheit mit den Dimensionen auf die letzte Woche bezogen, dies wurde auf die allgemeine Zufriedenheit mit den Dimensionen erweitert (vergleichbar beim Bundes-Gesundheitssurvey (vgl. RKI, 2000) mit einzelnen Dimensionen). Die Antwortvorgaben wurden enger (7 Möglichkeiten) begrenzt. Die Bedeutung der einzelnen Dimensionen (2. Teil der MLDL) wurde nicht erfragt.
23 Mit Ausnahme des SF-36 wurde der Fragebogen komplett eingestellt. Eine elektronische Veröffentlichung des SF-36 ist nicht gestattet (Copyright). Zur Sicherung der Anonymität wurden keine Daten auf einem Server gespeichert, sondern die Daten per mail direkt an die Untersucherin geschickt. Zusätzlich wurde die Internetbefragung auf mehreren anderen Homepages beworben und verlinkt, auch in der größten deutschsprachigen MS-Mailingliste wurde zur Teilnahme aufgerufen.
24 Die Differenz zur Rücklaufquote resultiert durch die Abgabe von 23 Fragebögen auf dem Postweg an Betroffene, die durch die Internetversion auf die Befragung aufmerksam wurden.
25 Jeweils Übersicht über die Ergebnisse dt. Prävalenzstudien, den breitesten Überblick bietet Hein.
26 Die notwendigen Umfeldbedingungen zur Entwicklung von Selbsthilfestrukturen nach westlicher Prägung fehlten in der ehemaligen DDR: Selbsthilfe nach westlicher Prägung war offiziell verboten, Gruppen engagierten sich unter dem Dach der Kirche bzw. ärztlich geführt (vgl. BMGS, 2004 S. 120; Thiel, 2000, Braun et al., 1997 S. 46). DMSG Landesverbände wurden in den neuen Ländern erst nach der Wende gegründet und haben im Vergleich weniger Mitglieder (vgl. Expertengespräche).
27 Fehlende zu 100% entspricht im Folgenden keine Angabe.
28 Die Stichprobe wurde nach inhaltlichen Gesichtspunkten in die Altersgruppen untergliedert, daher sind die Gruppen nicht gleichmäßig verteilt.
29 Die Daten der Gesamtbevölkerung wurden zum Ausgleich der Unterschiede in der Altersstruktur entsprechend der Altersstruktur der Stichprobe bereinigt.
30 Zuordnung zu einem 8-stufigen Index aus höchstem Schul- und Ausbildungsabschluss (nach dem ‚demographischen Standard’, vgl. Stat. Bundesamt, 1999). Die acht Stufen wurden für die weitere Auswertung zu einem vierstufigen Index zusammengefasst (Erläuterung siehe Anhang).
31 Die Angaben zum Krankheitsbeginn beziehen sich, wenn nichts anderes angegeben ist, generell auf den Zeitpunkt der Diagnose und nicht den Zeitpunkt des ersten Auftretens potenzieller MS-Symptome.
32 Die Divergenz von Fremd- und Selbsteinschätzung bei kognitiven Störungen ist bekannt (vgl. Rothwell et al., 1997). Kognitive Symptome wurden über lange Zeit geringer beachtet, wie z.B. die Kriterien des EDSS zeigen (vgl. Kurtzke, 1983).
33 Nachfolgend werden Neurologen, neurologisch tätige Ärzte und Ärzte der Nervenheilkunde unter behandelnde Ärzte bzw. Ärzte zusammengefasst.
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| DiML DTD Version 4.0 | Zertifizierter Dokumentenserver der Humboldt-Universität zu Berlin | HTML-Version erstellt am: 16.06.2005 |