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Aus der Explorationsphase können erste Zwischenergebnisse abgeleitet werden. Verallgemeinerungen sind aufgrund des exemplarischen Charakters nicht möglich. Die Ergebnisse sind daher als Hypothesen zu verstehen, die in der bundesweiten Erhebung zu überprüfen sind.
Die Dimensionen Alltagsbewältigung, Soziales Leben, Psyche, Lebensqualität und -zufriedenheit werden durch die MS z.T. stark beeinflusst.
Alltagsbewältigung und Lebenssituation
Die allgemeine Lebenssituation wird durch die MS bzw. MS-bedingte Faktoren beeinflusst und die Alltagsbewältigung durch die MS eingeschränkt. Ressourcen und Unterstützung im psychischen Bereich werden positiv empfunden, dagegen ist aktive Unterstützung eher negativ besetzt, weil Abhängigkeit als Eingriff in die Selbstbestimmung bewertet wird.
Psychische Auswirkungen
Die MS wird im Krankheitsverlauf unterschiedlich wahrgenommen: Die Reaktion auf die Diagnose wird durch das Unsicherheitspotenzial bestimmt, das die MS als unbekannte Größe erzeugt. Im Krankheitsverlauf kommt es zu einer psychischen Adaptation an die Erkrankung. Wesentlich ist das verbleibende Unsicherheitspotenzial, die Fähigkeit zur Integration der MS in den Alltag und die subjektiv empfundene Belastung durch die MS.
Lebensqualität und Lebenszufriedenheit
Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wird negativ von der MS beeinflusst, dagegen wird die Lebenszufriedenheit nur bedingt durch die MS eingeschränkt. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität fokussiert stark auf Einschränkungen durch die Erkrankung, ohne diese ausreichend im Kontext des allgemeinen Lebensgefühls zu werten.
[Seite 52↓]Bestimmende Faktoren
Das subjektive Erleben der Lebenssituation mit allen Dimensionen wird MS-bedingt von Krankheitsdauer, erlebter Symptombelastung und dem Abhängigkeitsgefühl (Fremdbestimmung) bestimmt. Gleichzeitig wirken sich Wahrnehmung der MS, Persönlichkeit und soziostrukturelle Merkmale aus.
Arzt-Patient-Beziehung
MS-Betroffene schätzen die Arzt-Patient-Beziehung überwiegend als nicht patientenorientiert ein: Entweder fehlt die Fachkompetenz oder die soziale Kompetenz entspricht nicht den Erwartungen der Betroffenen. Die Erwartungshaltung MS-Betroffener bezieht alle Bereiche ein und die Anforderungen an behandelnde Ärzte sind sehr hoch.
Therapieentscheidung
Die Therapieentscheidung ist für die Betroffenen ein wesentlicher Aspekt im Umgang mit der Erkrankung. Sie erwarten ein hohes Maß an Mitbestimmungsmöglichkeit, haben aber häufig den Eindruck, dies durchsetzen zu müssen bzw. nicht gleichberechtigt beteiligt zu sein.
Informationsverhalten
Aus Sicht der MS-Betroffenen sind die vorhandenen Informationsmöglichkeiten nicht ausreichend. Sie haben häufig nach der ersten Orientierung ein großes Informationsbedürfnis, das Sachinformationen nur bedingt abdecken.
Einflussfaktoren
Einschätzung der Versorgungssituation und Erwartungen werden von MS-spezifischen und individuellen Faktoren geprägt. Krankheitsdauer (Erfahrungen), Belastungserleben und Erwartungen an die medizinische Versorgung beeinflussen die Einschätzung der bestehenden Situation ebenso wie Alter, Bildungsgrad und Wahrnehmung der MS. Umgekehrt wirken sich Erfahrungen, psychisches Erleben und Persönlichkeit auf die Erwartungen aus.
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Ziele und Gestaltung des Programms
Die Ziele von ACT decken sich mit den Anforderungen der MS-Betroffenen, aber sie werden nicht immer erreicht. Die äußere Gestaltung ist aus Betroffenensicht grundsätzlich adäquat. Inhaltlich deckt das Programm vor allem den Bedarf Neubetroffener, während es für Betroffene mit längerer Krankheitsdauer nur bedingt bedarfsgerecht ist.
Handhabung und Einsatz des Programms
Das Programm ist in der vorliegenden Form nur bedingt im ärztlichen Alltag einsetzbar. Die Handhabung des Programms ist für MS-Betroffene und behandelnde Ärzte zu kompliziert und daher wird die Handhabung individuell abgeändert. Die bestehenden Rahmenbedingungen und die Komplexität des Programms erschweren den Einsatz für Ärzte.
Akzeptanz
Die Akzeptanz des Programms ist auf Seiten der Ärzte abhängig von den Erfahrungen im Umgang mit dem Programm, den Erwartungen an das Programm und dem empfundenen Nutzen. Auf Seiten der Betroffenen hängt die Akzeptanz vom erlebten Nutzen und der Offenheit für die entsprechende Form der Auseinandersetzung ab.
Einflussfaktoren
Als Einflussfaktoren wirken sich Krankheitsdauer (Erfahrungen und Kenntnisse über MS), Umgang mit der MS und Persönlichkeit auf Einschätzung und Nutzung aus. Auf Seiten der behandelnden Ärzte werden Erfahrungen, Rahmenbedingungen und der Anspruch an die eigene Tätigkeit wirksam.
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