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      <school>Aus der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde<br/>der Medizinischen Fakultät Charité<br/>der Humboldt-Universität zu Berlin</school>
      <submission>Dissertation</submission>
      <title>Experimentelle Melanin-induzierte Uveitis<br/>Modulation der Leukozyten-Endothelzell-Interaktion durch Makrophagendepletion <br/>- Intravitalmikroskopische Analysen -</title>
      <degree>Zur Erlangung des akademischen Grades<br/>doctor medicinae (Dr. med.)</degree>
      <major>vorgelegt der Medizinischen Fakultät Charité<br/>der Humboldt-Universität zu Berlin</major>
      <author>von<br/>
         <given>Joachim </given>
         <surname>Puchta
         </surname><br/>
         <suffix>aus Dresden</suffix>
      </author>
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      </p>
      <dean>Dekan: Prof. Dr. med. J. W. Dudenhausen</dean>
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         <name>Prof. Dr. med. <given>U</given>. <surname>Pleyer</surname>
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         <name>Prof. Dr. med. <given>J</given>. <surname>Wollensak</surname>
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         <name>Prof. Dr. med. <given>F</given>. <surname>Krombach</surname>
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      <date>Datum der Promotion: 23.11.2001</date><p><pagenumber id="N1005C" label="3" numbering="arabic" start="3"/></p>
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         <p>
            Meinen Eltern und Lehrern.</p>
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      <preface id="N1006B">
         <head>Fragestellung</head>
         <p>Die experimentelle Melaninprotein-induzierte Uveitis (EMIU) ist ein Modell für die nichtinfektiöse Uveitis anterior (Broekhuyse 1992, Broekhuyse 1993b). Zehn Tage nach der Immunisa­tion mit bovinem Melanin­protein werden die Iris und der Ziliarkör­per, seltener die Choroidea von Lewisratten zellulär infiltriert (McMenamin 1997b). Die okuläre Entzündung rezidiviert ohne erneute Antigenexposition (Broekhuyse 1995). Die EMIU eignet sich zur Untersuchung modu­lierender Faktoren intraokularer Entzündungsprozesse: wie der Zytokinfreisetzung, der humoralen und zellulären Immunant­wort sowie der Analyse der Leukozytenrekru­tierung in okuläres Gewebe. </p>
         <p>Eine Hauptfunktion von Makrophagen ist die Präsentation von prozessiertem Antigen gegenüber Lymphozyten (Dijkstra 1992, Unanue 1984). Weitere wichtige Funktionen sind die parakrine immunmodulierende Stimulation weiterer Zellen durch die Freisetzung von Zytokinen wie TNF-&#945;, IL-1, IL-2 und IL-6. Durch selektive Depletion von Makrophagen eines Organismus besteht die Möglichkeit, ihre Rolle innerhalb des Entzündungsprozesses zu untersuchen (Delemarre 1990, van Rooijen 1992).</p>
         <p>Eine Entzündungsreaktion ist unter anderem durch den Influx von Entzündungszellen in betroffene Gewebe gekennzeichnet. Der Akkumulation von Granulozyten, Lymphozyten und Makrophagen gehen differenziert regulierte Prozesse der Zellextravasation voran. Innerhalb des Gefäßbettes kommen Leuko­zyten zufällig in Kontakt mit aktivierten Endothelzellen. Diese exprimieren auf ihrer luminalen Oberfläche Adhäsionsmoleküle, die weitere Interaktionen zwischen Leukozyten und Endothelzellen erlauben. Im Verlauf der Entzündungsreaktion rollen Leukozyten an der Gefäßwand entlang und bleiben an dieser fest haften. Diesen Stadien folgt bei weiter bestehendem Stimulus die Extravasation der Leukozyten.</p>
         <p>Die vorliegende Arbeit hatte das Ziel, Auswirkungen einer Makrophagendepletion bei der autoim­munen anterioren Uveitis (EMIU) zu analysieren. Unter Nutzung der Intravitalmikroskopiewurdedie Leuko­zyten­re­krutierung bei der EMIU durch Quantifizierung der Zell-Zell-Interaktion zwischen vas­kulärem Endothel und Leukozyten untersucht. Zur Charakterisierung der frühen Entzündungs­reaktion wurden weitere Ent­zündungsparameter wie Zellzahl und Proteingehalt des Kammer-wassers sowie die Konzentration der Zytokine TNF-&#945; und IFN-&#947; im Plasma herangezogen.</p>
      </preface><chapter id="chapter1" label="1"><head>
         <pagenumber id="N1007F" label="8" numbering="arabic" start="8"/>Einleitung</head><section id="N10083" label="1.1"><head>Anatomie und Physiologie der Uvea</head>
      <p>Die Uvea (Tunica vasculosa) liegt als mittlere Augenhaut zwischen der Sklera (Tu­nica fibrosa) und Retina (Tunica nervosa oder interna). Anatomisch kann sie in Cho­roidea, Corpus ciliare und Iris eingeteilt werden. </p>
      <p>Die zweischichtigen Epithelien von Iris und Ziliarkörper sind ontogenetisch neuro-ektodermalen Ur­sprungs. Auch die Muskulatur der Iris und die Chromatophoren sind ektodermaler Herkunft, wobei sich letztere während der fetalen Entwicklung nach Einwanderung aus dem Neuralrohr ent­wickeln (Funk 1997). Indessen sind alle weiteren Anteile der Uvea mesodermalen Ursprungs.</p>
      <p>Am Menschen erfolgt die arterielle Versorgung der Uvea über die Aa. cilliares posteriores breves et posteriores longae und Aa. ciliares anteriores. Sie werden aus der A. ophthalmica gespeist. </p>
      <p>Der venöse Abfluss ist über zumeist 4 Vv. vorticosae gesichert. In der Nähe des Bul­busäquators durch­dringen sie die Sklera und münden in die Vv. ophthalmicae superiores et inferiores (Funk et al 1997). </p>
      <p>Die Innervation der Uvea erfolgt über die Nn. ciliares breves et longae. Die kurzen Ziliarnerven ent­springen dem Ganglion ciliare und führen sensible (aus dem N. naso­ciliaris), sympathische (aus dem Plexus caroticus) und parasympathische Fasern (aus dem N. oculomotorius) mit sich. Die langen Ziliar­nerven entspringen dem N. nasociliaris. Sie enthalten nur sensible Fasern (Funk et al 1997).</p>
      <p>Die Iris reguliert durch ihre Fähigkeit zur Dilatation und Konstriktion den Lichteinfall auf die Retina. </p>
      <p>Der Ziliarkörpermuskel dient der Akkomodation. Das nichtpigmentierte Epithel der Processus cilia­res sezerniert das Kammerwasser, das sowohl für die Ernährung der Horn­haut, des Glaskörpers und der Linse als auch zur Aufrechterhaltung des intra­okularen Drucks erforderlich ist. Durch die Pupille strömt es aus der Hinter- in die Vorderkam­mer und von dort fließt es über das Trabekelwerk und den Schlemm-Kanal in die venöse Blutbahn ab (Funk et al 1997). </p>
      <p>Die gefäßreiche Choroidea ist das Haupternährungsorgan des Bulbus. Allerdings ist der Blutfluss durch die Aderhaut um ein Vielfaches stärker ausgeprägt als in anderen Geweben des Körpers wie z.B. Herz oder Nierenrinde. Es ist wahrscheinlich, dass die Choroidea zusätzlich der Temperatur­regulation des Auges dient (Alm 1992, Rummelt und Naumann 1997). </p></section><section id="N1009E" label="1.2"><head>Entzündungen der Uvea &#8211; Epidemiologie und Ätiologie</head>
      <p>Mit dem Begriff der Uveitis wird die entzündliche Erkrankung der Uvea bezeichnet. Je nach be­troffe­nem anatomischen Korrelat wird sie in Iritis/Iridozyklitis (anteriore Uveitis), Zyklitis (interme­diäre Uveitis) und Choroiditis (posteriore Uveitis) eingeteilt. Außerdem ist es möglich, dass sich die Entzündung der Iris im weiteren Verlauf auf die Choroidea ausdehnt und umgekehrt. Bei dem Be­fall der gesamten Uvea spricht man von Pan­uveitis. Sekundär sind häufig Strukturen wie Netzhaut, Glaskörper, Nervus opticus und Sklera mitbetroffen (Bloch-Michel und Nussenblatt 1987, Küchle und Naumann 1997). </p>
      <p>Die Inzidenz der Uveitis beträgt etwa 10-20 / 100.000 Einwohner und Jahr, wobei 52-60% der Fälle einer akuten Uveitis anterior entsprechen (Darrell 1962, Smit 1993, Vadot 1992). In unge­fähr 30 % der Uveitisfälle sind die Ursachen nicht klar festzustellen. Entnimmt man diesem Prozent­satz die Fälle, die klinisch eingeordnet werden können, aber ebenfalls eine unbe­kannte Ätiologie aufweisen (z.B. Heterochromiezyklitis Fuchs), dann erhöht sich dieser Anteil auf nahezu 50 % (Suttorp und Rothova 1996).</p>
      <p>Je nach Lokalisation und Ätiologie der Entzündung sowie der immunologischen Situation der Erkrankten, kann die Entzündung der Uvea einen akuten, chroni­schen oder chronisch-rezidivieren­den klinischen Verlauf zeigen. </p>
      <p>Die Ursache für eine infektiöse Uveitis sind Bakterien (z.B. Propionibacterium acnes endophthal­mitis), Viren (z.B. Herpesviren), Pilze, Protozoen (z.B. Toxoplasma gondii) oder Parasiten (z.B. Toxocara canis). Nichtinfektiöse Ursachen sind z.B. traumatische Augen­verletzungen oder maligne Erkrankungen (Maske­rade-Syndrome). Gleichfalls zur Gruppe der nichtinfektiösen Uveitiden wird eine primär oder sekundär mit System­erkrankungen assoziierte Uveitis gezählt. Als Ursache ver­mutet man eine gleichermaßen gegen das Auge wie auch gegen weitere Organe und Gewebe gerichtete autoimmunologische Reaktion der Betroffenen. Bei einigen Uveitisformen ist die Assozi­ation mit speziellen Histo­kompatibilitätsantigenen, z.B. HLA B-27, auffällig. Experimentelle Ergeb­nisse sprechen für eine Kreuzreaktivität zwischen dem HLA-B27-Peptid und einem retinalen Peptid (Wildner und Thurau 1994).</p>
      <p>
         <pagenumber id="N100B0" label="9" numbering="arabic" start="9"/>Besonders bei chronisch-rezidivierenden Uveitisformen sind eine Reihe von Kompli­kationen be­kannt. In Betracht kommen vor allem die Cataracta complicata, das Sekundär­glaukom, eine band­förmige Horn­hautdegeneration, das zystoide Makula­ödem und eine exsudative Netzhautablösung. Diese Sekundär­erkrankungen erklären, warum Uveitiden die dritthäufigste Erblindungs­ursache dar­stellen (Suttorp und Rothova 1996). </p></section><section id="N100B4" label="1.3"><head>Tiermodelle der nichtinfektiösen Uveitis </head>
      <p>Bei nichtinfektiösen Uveitiden ist ein direkter Nachweis ätiopathogenetischer Zusammenhänge bis­her nicht möglich. Aus diesem Grund wurden in der Vergangenheit eine große An­zahl Tiermodelle für Uveitiden entwickelt. Sie sollen die Untersuchung der infektiösen (Martenet 1966, Pavan 1968), toxischen oder Mediator-induzierten Genese (Fleisher 1990, Rosenbaum 1980, Rosenbaum 1988, Samples 1993) erlauben. </p>
      <p>Eine Hypothese für die Entstehung autoimmuner okulärer Entzündungen geht davon aus, dass eine vorausgegangene Infektion mit Bakterien, Viren oder Parasiten stattge­funden hat. Diese Infektion soll autoimmunologische Prozesse in Gang setzen, die für die Uveitis-Genese verantwortlich sind (Hammer 1990, McMenamin 1993a). Die autoimmunologische Ätiopathogenese ver­sucht man an experimentellen Uveitiden nachzuvollziehen, die durch ver­schiedenste Immunogene indu­ziert werden können. Elschnig konnte schon 1910 den antigenen Effekt uvealen Pigments nach­weisen, indem er Versuchstiere mit uvealem Gewebe immunisierte (Elschnig 1910). 1949 wurde durch Collins ein weiteres Tiermodell vorgestellt, das histologisch vergleichbar mit der sym­pathi­schen Ophthalmie war und durch Immunisierung mit homologem uvealen Gewebe in Meer­schweinchen auslösbar war (Collins 1949). Im Laufe der Zeit kamen weitere Antigen-induzierte Uveitis-Tiermodelle hinzu, zum Bei­spiel die &#8222;experimentelle autoimmune Uveitis&#8220; (EAU) (Forrester 1990). Sie weist große Ähnlichkeit mit der Uveitis posterior auf. Die EAU kann durch Immunisa­tion verschiedener Tierspezies mit vielfältigen Antigenen der Retina zusammen mit ge­eigneten Adjuvantien induziert werden. Verwendete uveitogene Substanzen sind zum Beispiel das retinale S-Antigen (S &#8211; soluble; ein an der Phototransduktion beteiligtes intrazelluläres Antigen), IRBP (Inter­photo­receptor Retinoid Binding Protein; ein extrazelluläres Matrixprotein, das am Transport von Vitamin-A-Derivaten beteiligt ist), Rhodopsin, PEP-65 (ein aus RPE-Zellen auf­gerei­nigtes Peptid) und Phosducin (McMenamin 1993b). Eine vorwiegend posteriore Uveitis manifes­tiert sich bei allen EAU-Modellen innerhalb von 10&#8211;14 Tagen nach der Immunisation. Die okuläre Symptomatik und histopathologischen Merkmale variieren allerdings be­trächtlich, da der Typ der histopathologischen Antwort von einer Reihe von Faktoren ab­hängig ist: (a) von der Natur des Antigens, (b) von dessen Dosis, (c) vom Administra­tionsort des Antigens, (d) von der Verwen­dung spezieller Adjuvantien, (e) von der Tierspezies, (f) von genetisch prädisponierenden Faktoren innerhalb einer Spezies (Caspi 1999, McMenamin 1993a). Bei allen Modellen der EAU ist histo­logisch eine durch T-Lympho­zyten vermittelte Uveitis ähnlich der humanen Uveitis nachweis­bar (Forrester 1990).</p><subsection id="N100BD" label="1.3.1"><head>Experimentelle Melaninprotein-induzierte Uveitis (EMIU)</head>
      <p>Die experimentelle Melaninprotein-induzierte Uveitis (EMIU) zeigt durch die Beteiligung von Iris und Ziliarkörper, durch den akuten Verlauf und durch rezidivierende Ent­zündungsschübe Ähnlich­keiten mit der bei dem M. Beh&#962;et, M. Bechterew und dem Vogt-Koyanagi-Harada-Syndrom auftre­tenden anterioren Uveitis. Diese verhältnismäßig neue Form der experimentellen Uveitis wurde erstmals von Broekhuyse 1991 als &#8222;Experimentelle Anteriore Autoimmunuveitis&#8220; (EAAU) beschrie­ben (Broekhuyse 1991). Broekhuyse injizierte Lewis-Ratten eine Emulsion aus bovinem choro­idalem Melaninprotein (BMA), komplettem Freund-Adjuvans (CFA), Pertussistoxin (PTX) und PBS zu einem Teil in die Pfoten und zum anderen Teil intraperitoneal (Broekhuyse 1991, Broekhuyse und Kuhlmann 1993). Später konnte nachgewiesen werden, dass auch aus Rinderhaut gewonnenes Melaninprotein in veränderter Zusammen­setzung der Emulsion uveitogen wirkt (Broekhuyse 1993a). Charakteristisch ist das Eintreten ent­zünd­licher Veränderungen primär der Iris und des Ziliarkörpers in­folge einer fern vom Auge durchgeführten Immunisation. Selten ist eine inflammatorische Beteiligung der Choroidea zu beobachten. Demgegenüber konn­ten reti­nale Läsionen bei der EMIU bisher genauso wenig nach­gewiesen werden wie assoziierte Entzündungen von Zirbeldrüse, Meningen oder der Haut (Broekhuyse 1991, Broekhuyse 1992, Broekhuyse 1993b, Broekhuyse und Kuhlmann 1993). Die okuläre Manifestation der Entzün­dung lässt autoimmunologische Kreuzreaktivität mit dem subkutan oder intraperitoneal zuge­führten Immunogen ver­muten. </p>
      <p>Iris, Ziliarkörper und Choroidea sind melaninhaltige Gewebe. Bei Lewis-Ratten (Albinos) lässt sich kein Pigment (Melanin) in den Geweben der genannten Organe nachweisen, obwohl Melanozyten vorhanden sind. Da die experimentelle autoimmune Uveitis an diesem Stamm sehr gut auslösbar ist und deproteinisiertes Melanin nicht uveitogen wirkt, muss es sich um ein in der Melanozyten­<pagenumber id="N100C6" label="10" numbering="arabic" start="10"/>membran lokali­siertes Immunogen (Broekhuyse 1993b) handeln. Die Aufklärung des Antigens oder der antigenen Domäne des Melaninproteins steht unter anderem aus diesem Grunde im In­teresse weiterer Forschung. Bisher konnten mehrere Proteinfraktionen isoliert werden, die je nach Menge bzw. verwendeten Adjuvantien vergleichbare Merkmale mit der EMIU zeigen, jedoch im zeitlichen Verlauf und in der Inzidenz von Ent­zündungszeichen Unterschiede auf­weisen (Broekhuyse 1992, Broekhuyse 1996, Woon 1999). </p>
      <p>Die EMIU ist eine zellvermittelte okuläre Entzündung. Mittels Adoptivtransfer aktivierter CD4<sup>+</sup>-T-Lympho­zyten kann eine entsprechende Symptomatik in nichtimmunisierten Tieren erzielt werden (Broekhuyse 1992).</p></subsection></section><section id="N100D0" label="1.4"><head>Therapiemöglichkeiten der Uveitis</head>
      <p>Bei den infektiösen Uveitisformen kann eine spezifische medikamentöse Therapie gezielt einge­leitet werden. Zum Beispiel werden Ganciclovir und Foscarnet zur antiviralen Therapie der Zyto­megalie-Chorioretinitis angewandt. </p>
      <p>Die Ursachen der nichtinfektiösen Uveitis sind, wie oben erwähnt, in den meisten Fäl­len unbe­kannt. Um schwer­wiegende Entzündungsfolgen möglichst gering zu halten, muss mit einer unspezifi­schen anti­inflammatorischen Therapie begonnen werden. Im Allgemeinen wird lokal oder systemisch mit anti­entzündlichen und immunsupprimierenden Substanzen therapiert. Man mindert dadurch die akute Symptomatik und kann der fortschreitenden Visusminderung und anderen se­kundären Komplikationen Einhalt gebieten. </p>
      <p>Lokale und systemische Kortikosteroide sind bei den meisten nichtinfektiösen Uveitis­formen initial Mittel der Wahl. Bei längerer Anwendung von Kortikoiden ist allerdings mit einer großen Anzahl von Neben­wirkungen zu rechnen, wodurch die Applikation von &#8222;steroidsparenden&#8220; Substanzen an Bedeutung ge­winnt. Dazu gehören Alkylan­zien (Cyclophosphamid; Chlorambucil), Antimetabolite (Methotrexat) und Nukleosidana­loga (Azathioprin), wie auch die Substanzgruppe der Cyclophiline (Cyclosporin; FK506 &#8211; Takrolimus; Rapamycin - Sirolimus). Allerdings weisen auch diese Medika­mente eine nicht unerheb­liche Toxizität und entsprechende Nebenwirkungen auf (Van Geldern und Kaplan 1999). </p>
      <p>Es ist Aufgabe der Grundlagenforschung, die Ätiologie der verschiedenen Uveitis­formen zu er­gründen. Erst dann wird eine spezifische Therapie möglich. Durch das bisherige Verständnis der Pathogenese von Autoimmunerkrankungen ergeben sich verschiedene experimentelle Lösungsan­sätze, die es ermöglichen in einzelne Schritte des Krankheitsprozesses einzugreifen: </p>
      <p>-Die Induktion der oralen Toleranz zielt auf die Generation einer spezifisch supprimie­renden T-Helfer-Antwort (Nussenblatt 1990, Trentham 1993, Weiner 1993). </p>
      <p>-Die Blockade von Adhäsionsmolekülen auf Leukozyten und Endothel wird durch experimentelle Gabe von monoklonalen Antikörpern gegen Adhäsionsmoleküle erreicht. Damit wird die Migration und Trans­migration von Leukozyten in entsprechende Zielgewebe verhindert (Whitcup 1997).</p>
      <p>-Durch Blockade von Zytokinrezeptoren auf Leukozyten kann die direkt destruktive Wirkung der Entzün­dungszellen während einer Entzündungsreaktion verhindert werden (Dick 1996).</p>
      <p>-Die intravitreale Immunmodulation könnte eine weitere Möglichkeit sein. Jaffe et al. implantierten z.B. ein Cyclosporin-Pellet als Wirkstoffdepot in den Glaskörper von Kaninchen (Jaffe 1998). Nach Meinung der Autoren soll der Wirkstoff aus dem Implantat über nahezu 10 Jahre kontinuier­lich freigesetzt werden. Die Über­tragung dieser experimentellen Ergebnisse auf den klinischen Gebrauch steht bisher aus. </p>
      <p>-Mit dem Gentransfer durch geeignete Vektoren sind weitere zukunftsträchtige Therapien denkbar. Bisher werden virale und liposomale Vektoren geprüft. Virale Vektoren sind aufgrund der mögli­chen Induktion einer Immunantwort nicht unbe­denklich, obwohl sie bisher eine größere Transfek­tionsrate und Effizienz der Genex­pression zeigen als liposomale Vektoren (Chan 1998, Csaky und Nussenblatt 1999). Ausgereifte klinische Anwendungs­möglichkeiten des Gentransfers exis­tieren bisher noch nicht.</p></section><section id="N100EE" label="1.5"><head>
         <pagenumber id="N100F1" label="11" numbering="arabic" start="11"/>Antigenpräsentierende Zellen im Vorderabschnitt des Auges</head>
      <p>In Iris und Ziliarkörper existiert ein hochentwickeltes Netzwerk aus ortsständigen dendritischen Zellen und Makrophagen (Forrester 1993, McMenamin 1994, McMenamin 1999).</p>
      <p>Dendritische Zellen gelangen als un­differenzierte Vorstufen aus dem Knochenmark über die Blut­zirkula­tion in okuläres Gewebe. Dort entwickeln sich die Vorläufer­zellen über Zellreifungsprozesse zu einer eigenständigen ortsgebundenen Zellpopulation mit antigenpräsentierendem Charakter. Vorläuferzellen dendritischer Zellen besiedeln weitere nicht-lymphatische Gewebe, wie die Epi­dermis der Haut (Langer­hans-Zellen)(Breathnach 1988), die Lunge (Havenith 1992) und das Herz. Neben diesen nicht-lymphatischen Geweben ver­teilen sich die Vorstufen dendritischer Zellen in den für T-Lymphozyten spezifischen Arealen (T-Regionen) der lympha­tischen Organe Milz, Lymphknoten und Thymus. Ein anderer Teil verbleibt in der Blutzirkulation. </p>
      <p>In Iris und Ziliarkörper von Ratten konnten dendritische Zellen in einer hohen Dichte von 400 bis 600 Zellen pro mm2 nachgewiesen werden (McMenamin 1997a). Dendritische Zellen haben ent­weder die Möglichkeit Antigene lokal immunkompetenten T-Lymphozyten zu präsentieren oder sie migrieren nach Antigenkontakt über Blut und Lymphe zu den T-Regionen lymphatischer Organe. Das Potential eine Immunantwort zu induzieren, ist bei dendritischen Zellen um ein Vielfaches höher als das von Makrophagen, B-Lympho­zyten oder Endothelzellen (McMenamin 1992, Steptoe 1995): Ähnlich wie Makrophagen kön­nen sich dendritische Zellen aktiv bewegen. Zudem ermöglichen lange Zellfortsätze den Kontakt mit Zellen in einem größeren Umfeld. Dendriti­sche Zellen exprimieren außerdem konstitutionell eine Vielzahl verschiedener Moleküle und Re­zeptoren auf ihrer Zelloberfläche (MHC-I- und MHC-II-Moleküle; die Adhäsionsmoleküle LFA-1, LFA-3, ICAM-1/-2 und andere) (Hart und Prickett 1993a, Hart und Prickett 1993b). Diese Moleküle können einerseits einen stärkeren Kontakt zu T-Lymphozyten her­stellen, andererseits direkt als Signalmoleküle wirken. Auch Zytokine werden von dendritischen Zellen sezerniert (Avice 1999, Calder 1993, de-Saint 1998, Demeure 2000, Vezzio 1996, Yokota 1996). </p>
      <p>Makrophagen stellen eine morphologisch und funktionell heterogene Zellpopulation dar. Als Anti­gen­präsentierende Zellen, Regulator-Zellen oder Effektor-Zellen sind Makrophagen für die Immun­abwehr essentiell (Unanue und Allen 1987).</p>
      <p>Die hauptsächliche Aufgabe von Makrophagen ist die Phago- und Pinozytose von Zelltrümmern, Mikro­organismen, Tumorzellen und anderen als &#8222;fremd&#8220; erkannten Anti­genen. Nach Antigenpro­zessierung können Fragmente dieser Antigene gegenüber CD4+-T-Lymphozyten in Assoziation mit dem MHC-II-Peptid präsentiert und eine ent­sprechende Immun­antwort eingeleitet werden.</p>
      <p>Ferner synthetisieren Makrophagen Zytokine wie TNF-&#945;&#61484; IL-1, IL-6 sowie zytotoxische Substanzen wie Sauerstoffradikale und Nitritoxid wenn sie zuvor durch IFN-&#947;, IL-2, LPS oder MDP stimuliert wurden (van de Loosdrecht 1992). In diesem Zusammenhang wurde gezeigt, dass Makro­phagen selektiv Tumorzellen abtöten können (Keller 1990, van de Loosdrecht 1993). </p>
      <p>Makrophagen sind neben ihrer Effektor-Funktion im Rahmen der Immunabwehr in nahezu alle Entzün­dungsstadien eingebunden. Als Antwort auf eine Infektion produ­zieren Makrophagen Sub­stanzen wie IL-1 und TNF-&#945;, die proinflammatorisch wirken (Dinarello 1989b). Nach Abklin­gen der Entzündungsreaktion unterstützen Makrophagen Wund­heilungsprozesse, wie beispiels­weise durch die Sekretion von TGF-&#946; (Pierce 1989)&#61472;, das die Kollagen­synthese von Fibroblasten fördert.</p>
      <p>In okulärem Gewebe - insbesondere in Ziliarkörper und Iris - ist neben dendritischen Zellen das peri­vaskuläre Vorkommen ortsständiger Makrophagen in relativ gleich­mäßiger Dichte von ca. 600 &#8211; 800 Zellen pro mm2 auffällig (McMenamin 1997a). </p></section><section id="N1010D" label="1.6"><head>
         <pagenumber id="N10110" label="12" numbering="arabic" start="12"/>Leukozyten-Endothelzell-Interaktion</head>
      <p>Seit einigen Jahren ist bekannt, dass die Akkumulation von Leukozyten in entzünd­lichem Gewebe in einem speziellen Interaktionsmuster zwischen Leukozyten und Endothel erfolgt (Carlos und Harlan 1994, Harlan 1985, Springer 1994). Zirkulierende Leuko­zyten müssen die Blutgefäße verlas­sen, um zum Entzündungsort zu gelangen. Die trans­endotheliale Migration von Leukozyten läßt intravitalmikroskopisch mehrere, sich teils überschneidende Stadien der Adhäsion erkennen.</p>
      <p>
         <u>Intravitalmikroskopisch nachweisbare Adhärenzphänomene (Abb.1, A) </u>
      </p>
      <p>Als erster Schritt kann nach zufälligem Kontakt zwischen Leukozyten und Endothel ein &#8222;Rollen&#8220; der Leukozyten entlang der inneren Gefäßwand von Venolen beobachtet werden. Das Rollen von Leu­ko­zyten am Gefäßendothel setzt einen physiologischen Blutstrom voraus. Das Phänomen des Rollens ist das Resultat von auf Leukozyten wirkenden Scherkräften des Blut­stroms und der durch Adhäsionsmole­küle vermittelten Adhärenz zwischen Leuko­zyten und Endothel. Als passiver Vor­gang kann das Rollen entsprechend bei intravasaler Blutstase nicht beobachtet werden. Das Rollen von Leukozyten entlang der luminalen Gefäßwand kann sowohl als Reaktion auf Gewebs­traumata und Entzündungen als auch unter physiologischen Bedingungen beobachtet werden (Baatz 1995, Mayrovitz 1992). </p>
      <p>Als weitere Reaktion auf Traumata oder Entzündungsreize beginnt ein Teil der rollenden Leuko­zyten fest am Gefäßendothel zu adhärieren. Zusammen mit anderen Leuko­zyten können sich regelrechte Zellag­gregate ausbilden. Bei weiterbestehendem Reiz durchwandern Leukozyten das Gefäßendothel und migrieren aus dem subendothelialen Raum zum Entzündungsort. </p>
      <p>Die mikroskopisch sichtbaren Stadien der Leukozyten-Endothel-Interaktion werden auf molekularer Ebene durch verschiedene Adhäsionsmoleküle auf Endothelzellen und Leukozyten ver­mittelt. Ferner haben Zytokine, Chemokine etc. unterschiedlichen Ursprungs einen aktivierenden Einfluß.</p>
      <p>
         <u>Molekulare Mechanismen (Abb.1, B) </u>
      </p>
      <p>Das kurzzeitige Haften von Leukozyten (für Millisekunden) und das &#8222;Rollen&#8220; der Leuko­zyten an der inneren Gefäßwand wird durch Adhäsionsmoleküle der Selectin-Familie vermittelt (Konstantopoulos und McIntire 1997, Lawrence und Springer 1991, Ley 1991, Mayadas 1993, von Andrian 1993). L-Selectin ist auf fast allen zirkulierenden Leukozyten nach­weis­bar (Carlos und Harlan 1994). P-Selectin, das in Granula der Weibel-Palade-Körper von Endothelzel­len und in &#945;-Granula von Thrombozyten gespeichert wird, kann als Antwort auf inflam­matorische Stimuli (Thrombin, Histamin) rasch in die Zellmembran verlagert werden (Carlos und Harlan 1994). Die Expression von E-Selectin auf Endothelzellen wird durch die von Zytokinen (IL-1 oder TNF) induzierte de novo mRNA- und Protein-Synthese ermöglicht (Carlos und Harlan 1994). Selectine erkennen Karbohydrat­determinanten (Sialyl Lewis X; Sialyl Lewis A) und glykosylierte muzinähn­liche Moleküle (GlyCAM-1; CD34; ESL-1; PSGL-1; MAdCAM-1) (Baumheter 1993, Berg 1993, Lasky 1992, Moore 1992) als Komplementär­rezeptoren.</p>
      <p>In der zweiten Phase der Leukozytenrekrutierung (&#8222;sticking&#8220;) werden bei Überwiegen pro­adhäsiver Faktoren Leukozytenintegrine (z.B. LFA-1 und Mac-1) aktiviert und endotheliale Adhäsions­mole­küle der Immunglobulin-Superfamilie (z.B. ICAM´s) exprimiert. Integrine sind eine Klasse von Ad­häsions­molekülen auf Leukozyten, die in aktivierter Form die stabile Adhäsion an endo­the­lialen Adhäsionsmolekülen (z.B. ICAM-1 und VCAM-1) er­möglichen (Carlos und Harlan 1994). Die de novo Synthese endothelialer Adhäsionsmoleküle wird durch Zytokine wie z.B. TNF-&#945;, IL-1, IFN-&#947;, IL-4 induziert (Carlos und Harlan 1994). Es sind mehrere Mechanismen der Aktivierung von Leuko­zytenintegrinen bekannt. Sie haben Konformationsänderungen der Integrinstruktur zur Folge (Carlos und Harlan 1994), woraus eine gestei­gerte Affinität der Integrine zu den entsprechenden Liganden des Endothels resul­tiert: Die Bindung von Chemokinen (z.B. IL-8, MCP-1, MIP-1&#946;&#61481;, Zyto­kinen (z.B. GM-CSF, IL-5) oder Chemo­atractanten (z.B. C5a, FMLP) an Rezeptoren der Leu­ko­zyten ist ein die Adhäsion verstärkendes Signal. Diese aktivierenden Substanzen ent­stammen ent­weder dem entzündeten Gewebe oder werden von infil­trierenden Leuko­zyten, Mikro­organismen und dem Endothel selbst sezerniert. Darüber hinaus werden Leuko­zytenintegrine (z.B. LFA-1, MAC-1) durch Kontakt mit Komple­mentärstrukturen (z.B. CD2, CD3, CD43, CD44) auf der Ober­fläche anderer Leukozyten aktiviert. Weiterhin wirkt die Bindung von Leuko­zyten an endotheliale Adhäsionsmoleküle aktivitäts- und affinitätsfördernd. </p>
      <p>Im weiteren Verlauf der Leukozyten-Endothel-Interaktion verlassen Leukozyten durch Inter­zellular­spalten des vaskulären Endothels das Gefäßlumen und dringen in das subendotheliale Gewebe ein. Viele in vitro und in vivo durchgeführte Studien untersuchten das Phänomen der leuko­zytären Transmi­gration. Zur Anwendung kamen einzelne oder miteinander kombinierte monoklonale Anti­körper, um selektiv Ad­häsionsmoleküle auf Endothel und Leukozyten zu blockieren. Es zeigte sich, dass die selektive Blockade leukozytärer und/oder endothelialer Adhäsionsmoleküle eine Inhibition der Transmigration bzw. die Rek­rutierung leuko­zytärer Subpopulationen (Lymphozyten, Neutro­<pagenumber id="N10135" label="13" numbering="arabic" start="13"/>phile, Mono­zyten etc.) zur Folge hat. Da­neben wurde der Einfluss von Zytokinen, Chemokinen, Chemoatractanten etc. auf die Transmigration überprüft. Diese Substanzen haben, wie erwähnt, eine vielfältige Wirkung auf die Aktivierung bzw. Ex­pression von Ad­häsionsmolekülen auf Leuko­zyten und Endothel. Als Konsequenz ist eine selektive Rek­rutierung leukozytärer Subtypen möglich (Springer 1994).</p>
      <p>
         <mm entity="Grafik1" file="Puchta_html_m4744fdf6.jpg" id="N1013C" label="538#744">
            <caption>
               <strong>Abbildung 1:</strong> Schematische Darstellung der Leukozyten-Endothel-Interaktion. <strong>[A]</strong> Mit Intravitalmikrosko­pie nachweisbare Ad­härenzphänomene der Leukozyten am vaskulä­ren Endothel. <strong>[B]</strong> Molekulare Grundlagen der Adhäsion und Transmigration von Leukozyten in perivaskuläres Gewebe - Adhäsionsmoleküle und Chemokine.</caption>
            <legend>
               <u>Abkürzungen:</u>
               <em>MAdCAM</em> - mucosal addressin cell adhesion molecule; <em>ICAM</em> - intercellular adhesion molecule; <em>Mac-1</em> - macrophage-1-antigen; <em>LFA</em> - lymphocyte function-associated antigen; <em>VCAM</em> - vascular cell adhesion mole­cule; <em>PECAM</em> - platelet-endothelial cell adhe­sion molecule; <em>LTB4</em> - Leukotrien B4; <em>PAF</em> - platelet activating factor</legend>
         </mm>
      </p></section><section id="N1016B" label="1.7"><head>
         <pagenumber id="N1016E" label="14" numbering="arabic" start="14"/>Intravitalmikroskopie</head>
      <p>Eine der wichtigsten Untersuchungsmethoden zur Beobachtung physiologischer und pathophysio­logischer Vorgänge in der Endstrombahn stellt die Intravitalmikroskopie dar (Menger und Lehr 1993). Lange Zeit be­schränkten sich Untersuchungen der Mikrozirkulation auf das Mesenterium, die Hamsterbacken­tasche oder auf das Kaninchenohr (Illig und Conraths 1958). Morphologische Untersuchungen des Auges fanden nur mit Hilfe von Spaltlampe oder Ophthalmoskop statt. 1960 gelang es Bensley erstmalig vitalmikroskopische Beobachtungen speziell am albinotischen Mäuseauge mittels Quarzstabillumi­nator durchzuführen (Bensley 1960). Die von Bensley beschrie­bene Methode hatte allerdings eine Verlagerung des Mäuseauges in Exophthalmusstellung zur Voraussetzung, was un­physiologische Verände­rungen der Mikrozirkulation am Auge mit sich führt. Ende der sechziger Jahre führte Castenholz vitalmikroskopische Unter­suchungen am vorderen Bulbusabschnitt albinotischer Nager mit verbes­serter mikroskopischer Apparatur und im Auflicht durch (Castenholz 1966). Aufgrund der Pigmentlosigkeit der Augenhäute albinotischer Nager lie­gen günstige Voraussetzungen für mikros­kopische Unter­suchungen in vivo vor. Ein Vorteil der durch Castenholz etablierten Methode besteht darin, dass unter völlig physiologischen Voraus­setzungen durch das Hornhautfenster hindurch die Mikrostrom­bahn im vor­deren Augenabschnitt beobachtet werden kann. Traumatische Läsionen durch Präpa­ration, unphysio­logische kolloidos­motische Faktoren oder Temperaturverän­derungen werden vermieden. Ein weiterer Vorzug der erwähnten Methode ist durch die fast be­liebige Wiederholbar­keit gegeben. Somit können Lang­zeituntersuchungen an inter­essierenden Gefäßabschnitten durchgeführt werden. Mit dem Fort­schreiten technologischer Möglichkeiten, die eine Verbesserung der Bild­qualität, Bild­verarbei­tung und -analyse mit sich brachten, gewann diese Methode weiter an Be­deutung. Zusätzlich fanden Fluorochrome Anwendung, die spezifisch Leukozyten beziehungs­weise Erythrozyten anfärben, womit weiter differen­zierende Unter­suchungen der Mikrostrombahn mittels Fluoreszenzintravital­mikroskopie möglich wurden. Damit konnten bei experimenteller intra­okulärer Entzündung Adhä­renz­phänomene von Leukozyten am Gefäßendothel und die Transmi­gration von Leukozyten in peri­vaskuläres Gewebe beobachtet und quantifiziert werden (Baatz 1995).</p></section><section id="N10175" label="1.8"><head>Clodronat</head>
      <p>Clodronat (Ostac®, Bonefos®) gehört zu einer Medikamentengruppe, den Bisphosphonaten, die in den letzten 25 Jahren vorrangig für diagnostische und thera­peutische Zwecke bei verschiedenen Knochen- und Kalziumstoffwechselkrankheiten entwickelt wurden (Fleisch 1988, Fleisch 1997). Als erster Vertreter wurde die Etidronsäure hergestellt und mit Erfolg bei der Behandlung des M. Paget eingesetzt. Erst die Entwicklung neuerer, potenterer und vor allem intravenös applizierbarer Bisphosphonate ermög­lichte eine breite Anwendung dieser Substanzgruppe. Heute werden Biphosphonate thera­peu­tisch bei dem M. Paget des Knochens, bei Knochenmetastasen (Mamma-, Pros­tata­karzinom) und bei dem Multiplen Myelom eingesetzt (Bartl und Williams 1997, Hurst und Noble 1999, Pelger 1998).</p>
      <p>Für weitere Forschungsgebiete erscheint aus der Substanzgruppe der Biphosphonate insbeson­dere das Clodronat interessant. Zur Modulation der Immunantwort durch Makrophagendepletion wird Clodronat experimentell auf dem Gebiet der Herz-, Lungen- und Horn­haut­transplantation an­gewandt (Shane 1998, Torres 1999, van der Veen 1994, van Rooijen 1989a). In Lipo­somen verkapselt wird Clodronat von Makrophagen aufgenommen und dar­aufhin die Apoptose dieser Zellen eingeleitet. Die genauen Mechanismen sind derzeit noch unklar. Andere phagozytie­rende Zellen, wie T-Zellen, Neutrophile und Endothel­zellen, sind gegenüber dem zytotoxischen Effekt des Clodronats un­empfindlich (Schmidt-Weber 1996).</p></section></chapter><chapter id="chapter2" label="2"><head>
         <pagenumber id="N10181" label="15" numbering="arabic" start="15"/>Material und Methoden</head><section id="N10185" label="2.1"><head>Tiere</head>
      <p>In dieser Studie dienten weibliche Lewisratten (n=82) als Versuchstiere. Sie wurden von der Charles River Deutschland GmbH Sulzfeld bezogen. Bei Versuchsbeginn wogen die Ratten zwischen 180 und 210 g und wurden in einem 12-stündigen Hell-dunkel-Zyklus in Standardkäfigen des Typs III aus Makro­lon (Polycarbonat) zu maxi­mal 2 Tieren gehalten. Die Tiere erhielten Stan­dard­futter und Wasser ad libitum.</p>
      <p>Alle Experimente richteten sich nach den gesetzlichen Bestim­mungen des deutschen Tierschutzes und der ARVO (Association for Research in Vision and Ophthalmology) für das Verwenden von Tieren in der augenheil­kundlichen Forschung und der For­schung auf dem Gebiet des visuellen Systems. </p></section><section id="N1018E" label="2.2"><head>Antigenpräparation</head>
      <p>Melanin-assoziiertes Antigen wurde hergestellt wie erstmalig durch Broekhuyse et al. be­schrieben (Broekhuyse und Kuhlmann 1993). Für die Gewinnung des Melaninproteins wurden Rinderaugen aus einem Schlachthof verwendet. Den inner­halb von 5 Stunden gelie­ferten Rinder­augen wurde das vordere Segment entfernt, zusätzlich auch das Cor­pus vitreum und die Retina. Das hintere Segment wurde mit PBS (pH=7,4) gespült, um daraufhin die Choroidea mit anhängendem RPE vorsichtig mit Pinzetten zu entfernen. Die Cho­roidea wurde unter geringer Zugabe von destilliertem Wasser in einem Mörser zerrieben und die entstandene Suspension so oft durch Gaze filtriert, bis sich das choroidale Gewebe grau färbte. Bei 10.000 g und 4 °C wurde das Filtrat 10 Minuten zentrifugiert (Labofuge 400R, Heraeus Instruments GmbH, Hanau, Deutschland), das Sediment mit PBS gewaschen, in 2%ige SDS-Lösung (Sodeumdodecyl­sulfat) gegeben und für 10 Minu­ten im Wasserbad auf 75 °C erhitzt. Anschließend folgte ein weiterer Waschgang, um Reste des SDS zu entfernen. Das Pellet wurde getrocknet (Vaku­umzentrifuge Speed Vac<sup>®</sup> Plus SC 110A, Savant; Kältefalle Refrigerated Vapor Trap RVT400, Savant; Vakuumpumpe BZ43+, Pfeiffer-Balzers, Asslar, Deutschland) und bei -80 °C für weitere Verwendung gelagert.</p></section><section id="N10197" label="2.3"><head>Vorversuche</head><subsection id="N1019A" label="2.3.1"><head>Dosisfindung des uveitogenen Melaninproteins</head>
      <p>Um die zur Auslösung einer Uveitis nötige Menge an bovinem Melanin-assoziiertem Antigen (BMA) fest­zustellen, wurden 25 µg beziehungsweise 250 µg Melanin-asso­ziiertes Antigen in Emulsion jeweils 5 Tieren zweier Testgruppen intraperitoneal ver­abreicht. Die Emulsion mit einem Gesamt­volumen von 500 µl enthielt 250 µl komplettes Freund-Ad­juvans (CFA, Sigma, Deisenhofen, Deutschland) sowie zusätz­lich 1 µg Per­tussistoxin (PTX, Gibco Life Technologies&#8482;, U.S.A.). Unter­suchungen des Augenvorderab­schnittes wurden ab dem 7. Tag bis zum 21.Tag post immuni­sationem (p.i.) mittels Spaltlampe (Carl Zeiss, Jena, Deutschland) durchge­führt. An­schließend wurden die Tiere getötet.</p>
      <p>Alle Injektionen wurden unter Etheranästhesie (Asid Bonz GmbH, Böblingen, Deutschland) durch­geführt.</p></subsection><subsection id="N101A3" label="2.3.2"><head>Induktion der EMIU ohne Adjuvantien</head>
      <p>Komplettes Freund-Adjuvans (CFA, bestehend aus Mineralöl und abgetöteten Tuberkulose-Myco­bakterien) und Pertussistoxin (PTX) werden bei Entzündungs­modellen als Immunadjuvantien ver­wendet. Sie enthalten Substanzen, die die Immunantwort qualitativ und quantitativ modulieren. Kostimulatorische Signale werden durch CFA verstärkt, während PTX unspezifisch Lymphozyten stimuliert (McAllister 1986, Munoz 1988). </p>
      <p>Nach Bora ist die experimentelle Melanin-induzierte Uveitis auch ohne Ein­satz von kom­plettem Freund-Ad­juvans und Per­tussistoxin auslösbar. Variable systemische Effekte der Adjuvantien kön­nen dadurch aus­geschlossen werden (Bora 1997). </p>
      <p>An einer Gruppe von 6 Ratten wurde versucht, eine Uveitis ohne den Einsatz von CFA und PTX zu indu­zieren. Dazu wurden 250 µg Melanin-assoziiertes Antigen in 500 µl 0,9%iger Kochsalzlösung intraperito­neal injiziert und ab dem 8. Tag bis zum 21.Tag p.i. täglich mittels Spaltlampenmikro­skopie auf Hinweise einer sich entwickelnden Uveitis unter­sucht. Die Tiere wurden anschließend getötet.</p></subsection></section><section id="N101AF" label="2.4"><head>Induktion der EMIU</head>
      <p>
         <em>
            <u>Protokoll I:</u>
         </em> Den Tieren (n=24) wurde jeweils eine intraperitoneale Injektion von 250 µg bovinem Melanin-assoziierten Antigen in 500 µl einer Emulsion verabreicht, die im Mischungs­verhältnis von 1:1 PBS und komplettes Freund-Adjuvans enthielt, sowie zusätzlich 1 µg Pertussistoxin in 10 µl <pagenumber id="N101BB" label="16" numbering="arabic" start="16"/>0,9%iger Kochsalz­lösung. Hierzu wurden vier Gruppen jeweils am 4., 6., 8. bzw. 10. Tag intravital­mikro­skopisch untersucht [Abb. 3].</p></section><section id="N101BF" label="2.5"><head>Makrophagendepletion bei EMIU mit liposomal verkapseltem Clodronat</head>
      <p>
         <em>Protokoll III</em>
         <em>
            <u>:</u>
         </em> Zwei mit Melaninprotein immunisierte Tiergruppen (n=12) wurden mit liposomalem Clodronat (Clodronat-lip) be­handelt. Den Tieren der ersten Gruppe wurde an den Tagen -2; 1; 4; 6 je 2 ml Clodro­nat-lip intraperitoneal injiziert. Am 8. Tag folgte die intravitalmikroskopische Unter­suchung. Die Tiere der zweiten Gruppe wurden an den Tagen -2; 1; 4; 6; 8 mit je 2 ml Clodronat-lip behandelt. Am 10.Tag schloss sich die intravitalmikroskopische Unter­suchung an [Abb. 3].</p><subsection id="N101CE" label="2.5.1"><head>Liposomenherstellung</head>
      <p>Die Präparation multilamellarer Liposomen richtete sich nach der Beschreibung von van Rooijen et al. (van Rooijen und Sanders 1994). </p>
      <p>In einem Rundkolben wurden 75 mg Phosphatidylcholin (Lipoid E PC, Lipoid KG, Ludwigshafen, Deutschland) und 11 mg Cholesterol (Carl Roth GmbH + Co., Karls­ruhe, Deutschland) in 10 ml Chloro­form (Carl Roth GmbH + Co., Karlsruhe, Deutschland) gelöst und mittels eines Vakuum­evaporations­systems (Pumpeinheit PC510, Vacubrand GmbH + Co., Wertheim, Deutschland; Wasserbad B480 und Rotationsevaporator R-124, Büchi Labor­techik AG, Flavil, Schweiz) bei 37 °C ge­trocknet. Durch Rotation des Rundkolbens während des Trocknungsvorgangs bildet sich an der Innenwand des Kolbens eine dünne Lipid­schicht. Nach der Zugabe von 2,5 g Cl<sub>2</sub>MBP (Dichloro­methylendiphos­phonat, Clodronat, Boehringer, Mannheim, Deutschland) gelöst in 10 ml PBS wurde dieser Lipidfilm für 10 Minuten bei Raum­temperatur zu Liposomen dispergiert. Nach ein- bis zweistündiger Lagerung bei Raumtemperatur wurde die Dispersion in einem Soni­cator (Ultraschall-Desintegrator &#8222;Sonifier 250&#8220;, Branson Ultrasonics Corporation, U.S.A.) bei 50 Hz für 3 Minuten be­schallt und abermals für ein bis zwei Stunden ge­lagert. In der Suspension enthaltenes freies Clodronat wurde durch ein bis zwei Waschgänge entfernt. Die Sus­pension wurde dazu für 30 Minuten bei 100.000 g und +4 °C zentrifugiert (Sorvall<sup>®</sup> Combi Plus, Beckman­rotor 45 TI), der Über­stand abpipet­tiert und der Vorgang unter Zugabe von 10 ml PBS erneut durchgeführt. Im Anschluss an den letzten Zentrifugationsschritt und die Entfernung des Überstandes wurden die Liposomen in 4 ml PBS resuspendiert. Die fertige Suspension enthielt circa 10 mg/ml CL<sub>2</sub>MDP.</p>
      <p>
         <mm entity="Grafik2" file="Puchta_html_m68e46a48.jpg" id="N101E3" label="485#365">
            <caption>
               <strong>Abbildung 2:</strong> Fluoreszierende Liposomen. Fluoreszenzfarbstoff: Rhodamin 6G.</caption>
         </mm>
      </p>
      <p>Leerliposomen wurden nach gleicher Art und Weise ohne Clodronatzugabe und ohne anschlie­ßende Waschgänge hergestellt. Bis zur weiteren Verwendung der jeweiligen Suspension wurden die Liposomen für maximal 2 bis 3 Tage bei einer Tempe­ratur von +4 <sup>o</sup>C gelagert. Die Morphologie und Größe der Lipo­somen wurde stichprobenweise durch Elektronenmikroskopie oder Fluores­zenzmikroskopie nach Anfär­bung mit Rhodamin 6G kontrolliert [Abb. 2].</p></subsection></section><section id="N101F4" label="2.6"><head>
         <pagenumber id="N101F7" label="17" numbering="arabic" start="17"/>Kontrollen</head>
      <p>Fünf Tiergruppen dienten zur Kontrolle [Abb. 3], um mögliche Einflüsse der Adju­vantien Per­tussis­toxin, komplettes Freund-Ad­juvans oder der Liposomen­bestandteile auf die Entzündungs­reaktion auszuschließen:</p>
      <p>
         <em>Protokoll II:</em> Zwei Gruppen erhielten je Tier (n=12) eine Menge von 500 µl Emulsion aus PBS und CFA im Mischungsverhältnis von 1:1 zusammen mit 1 µg PTX in 10 µl 0,9%iger Kochsalzlösung ohne Melanin-assoziiertem Antigen. Am 8. Tag nach der Immunisation wurden die Tiere der ersten Gruppe intra­vital­mikroskopisch untersucht. Die Augenvorderabschnitte der zweiten Gruppe wurden am 10. Tag mittels Spalt­lampe begutachtet und die Augen nach Tötung der Tiere enukleiert.</p>
      <p>
         <em>Protokoll IV:</em> Weiteren zwei Gruppen wurden je Tier (n=12) 250 µg Melanin-assoziiertes Antigen in 500 µl einer Emulsion aus PBS und CFA (Mischungsverhältnis 1:1) sowie 1 µg PTX injiziert. An den Tagen -2, 1, 4, 6 wurden den Tieren der ersten Gruppe 2 ml Leer-Lipo­somen intraperitoneal appliziert. Am 8. Tag folgte bei dieser Kontrollgruppe die intravitalmikroskopische Untersuchung. Die Tiere der zweiten Gruppe wurden an den Tagen &#8211;2, 1, 4, 6, 8 mit je 2 ml Leer-Liposomen be­handelt. Die vitalmikroskopische Untersuchung schloß sich am 10. Tag an.</p>
      <p>Für Basalwerte der Leukozyten-Endothel-Interaktion wurde eine weiter Tiergruppe (n=6) im naiven Zustand intravital­mikro­skopisch untersucht. Entsprechend wurden diese Tiere weder immunisiert noch behandelt. </p>
      <p>
         <mm entity="Grafik3" file="Puchta_html_c7d429b.jpg" id="N10210" label="585#389">
            <caption>
               <strong>Abbildung 3:</strong> Schema für Immunisation und Behandlung der Tiere.</caption>
            <legend>Ag - Melanin-assoziiertes Antigen; Adj - Adjuvantien ohne Antigen; IVM &#8211; Intravitalfluoreszenzmikroskopie; Enu - Enukleation; Cl<sub>2</sub>MDP-lip - Dichlormethylendiphosphonat-Liposomen; Leer-lip - Leer-Liposomen</legend>
         </mm>
      </p></section><section id="N10221" label="2.7"><head>Intravital-Fluoreszenz-Mikroskopie</head>
      <p>Die Intravitalmikroskopie wurde durchgeführt, wie von Baatz et al. (Baatz 1995) beschrieben.</p>
      <p>Zuerst wurden die Tiere mit Nembutal (Pentobarbital 45 mg/kg Körpergewicht, Sanofi Ceva) anäs­thesiert und ein 0,28 x 0,61 mm Katheter (Portex&#8482;, Sims, Kent, U.K.) in die zuvor prä­parierte Schwanzarterie eingeführt, um eine kontinuierliche Blutdruckmessung sowie die Zuführung von Rhodamin 6G zu gewährleisten. Der gemessene Blutdruck wurde digital gespeichert (a/d i/o board AX 5411, Axiom Technology Co, Ltd, Taiwan) und anhand eines Computerprogramms für digitale Daten­analyse ausgewertet. Tiere mit einem arteriellen Mitteldruck über 120 mmHg beziehungs­weise unter 80 mmHg wurden nicht in die Studie eingeschlossen.</p>
      <p>Das linke Auge der Tiere wurde mit einem Lokalanästhetikum (Novesine&#8482;, Dispersa, Gemering, <pagenumber id="N1022D" label="18" numbering="arabic" start="18"/>Deutschland) behandelt. Durch die Applikation eines klaren Gels (Vidisic Gel&#8482;; Dr. Mann Pharma, Berlin, Deutschland) konnte der Austrocknung der Horn­haut während der Intravitalmikroskopie vorgebeugt und gleichzeitig guter Kontakt zwi­schen Kornea und Objektiv hergestellt werden. </p>
      <p>Die Tiere wurden zum Mikroskopieren der Irisgefäße mit dem linken Auge unter dem 20x-Objektiv (Achroplan&#8482; 20 X 0,5w, Zeiss) eines Mikroskops (Axiotech&#8482;, Zeiss, Oberkochen, Deutschland) positio­niert.</p>
      <p>
         <mm entity="Grafik4" file="Puchta_html_m2af2c093.jpg" id="N10237" label="585#471">
            <caption>
               <strong>Abbildung 4:</strong> Schematische Darstellung des Versuchsaufbaus zur intravitalmikroskopischen Darstellung der Leukozyten-Endothelzell-Interaktion am Auge: Die nakotisierten Tiere erhalten intravasal geeignete Fluo­reszenzfarbstoffe (z.B. Rhodamin 6G) zur selektiven Darstellung der Leukozyten. Nachdem die Tiere unter dem Objektiv des Mikro­skops positioniert wurden, können durch eine zusätzlich installierte CCD-Kamera Bildsequen­zen auf einem SVHS-Videorekorder gespeichert werden. Die Auswertung erfolgt über ein System zur digitalen Bildanalyse. Weitere Einzelheiten siehe Text.</caption>
         </mm>
      </p>
      <p>Für die Auflichtfluoreszenzmikroskopie wurde eine Quecksilberdampflampe (HBO 100/W2 AttoArc, Zeiss) und ein Zeiss-15-Filter­block (Anregung 534-558, Emission &gt;590nm) ver­wendet. Mit einer am Mik­ro­skop installierten Videokamera (Pieper FK 6990 IQ, Pieper GmbH, Schwerte, Deutsch­land) wurden Einzelbilder aufgenommen und zur weiteren Bearbeitung mit Hilfe eines Videorekor­ders (Sony SVO 9500MDP S-VHS, Sony, Tokyo, Japan) auf Band ge­speichert. Ein Zeitgeber (VTG-33, For-A-Company, Tokyo, Japan) blendete während der Aufnahmen ein Zeitsignal auf dem Bildschirm (PVM-2053MD, Sony, To­kyo, Japan) ein. Mit dieser technischen Ausrüstung betrug die Vergrößerung auf dem Monitor x850 [Abb. 4]. </p>
      <p>Die Leukozyten der Versuchstiere wurden <em>in vivo</em> durch intraarterielle Bolusgabe von Rhodamin 6G (0,018%, 1ml/kg Körpergewicht, Sigma, Deisenhofen, Deutschland) gefärbt. Mindestens 3 Iris­venolen aus jeweils allen vier Quadranten des linken Auges eines jeden Tieres wurden untersucht. Die Gefäß­durchmesser lagen dabei zwischen 20 und 60 µm. Videobilder von allen 12 Venolen wurden für 30 Se­kunden aufge­nommen, um off-line eine quantitative Analyse der Leukozyten-Endothelzell-Inter­aktion durchführen zu können. Entsprechend der Gruppengröße von n=6 Versuchstiere­n wurden insgesamt 72 Irisgefäße je Gruppe ausgewertet.</p></section><section id="N1024B" label="2.8"><head>
         <pagenumber id="N1024E" label="19" numbering="arabic" start="19"/>Videosequenzanalyse</head>
      <p>Die auf Video gespeicherten Bildsequenzen wurden digitalisiert und unter Verwen­dung eines Computer­systems zur digitalen Bildanalyse (Pentium&#8482; 90 MHz, frame grabber: ITEX IC-VL, Ima­ging Technology Inc., Bedford, MA, U.S.A) ausgewertet.</p>
      <p>Der Leukozytenflux je Gefäß wurde durch Zählung aller Leukozyten, die eine durch das Gefäß gesetzte Linie innerhalb von 20 s passierten, bestimmt.</p>
      <p>Leukozyten, die während des Zeitraumes von 20 s an der inneren Gefäßwand eines 200 µm mes­senden Gefäßabschnittes haf­teten und sich dabei nicht fortbewegten, wur­den als fest adhärente Zellen definiert und gezählt. Die Zahl der fest adhärenten Zellen wurde auf die jeweilige Endothel­fläche bezogen:</p>
      <p>
         <mm entity="Objekt1" file="Puchta_html_60a10fc1.gif" id="N1025E" label="333#45"/>
      </p>
      <p>Rollende Leukozyten stellten diejenigen Zellen dar, welche sich im Randstrom wesentlich lang­samer als Leukozyten im Mittelstrom des festgelegten Gefäß­segments bewegten und dabei kurz­zeitig mit der Gefäßwand interagierten. Rollende Leukozyten wurden im Verlauf von 20 s an einer durch den betreffen­den Gefäß­ab­schnitt gesetzten Linie gezählt. </p></section><section id="N10265" label="2.9"><head>Blut-/Plasmaanalyse</head>
      <p>Nach Ablauf der Intravitalmikroskopie wurden mittels Herzpunktion jedem Versuchstier zwei Blut­proben entnommen. Eine der Proben wurde einer automatischen Zell­analyse (Technicon H*1-System) unter­zogen, die andere bei 3.000 g zur Plasma­gewinnung zentrifugiert (Labofuge 400R, Heraeus Instruments GmbH, Hanau, Deutschland). Das Plasma wurde zu Proben a 120 µl aliquo­tiert und bei -20 °C gelagert, um zu einem späteren Zeitpunkt die Mes­sung der Zytokine IFN-&#947; (Cytoscreen&#8482; Immunoassay Kit, Rat IFN-&#947;, BioSource Inter­national, Camarillo, U.S.A.) und TNF-&#945; (Rat TNF-&#945;-ELISA-Kit, Diaclone, Besan&#962;on, Frankreich) durchführen zu können. </p></section><section id="N1026B" label="2.10"><head>Kammerwasseranalyse</head>
      <p>Die anästhesierten Tiere wurden durch Ausbluten getötet und beide Augen enukleiert. An­schlie­ßend wurde die Kornea mit einer 30 g Nadel vorsichtig punktiert, um jegliche Verletzung der Iris beziehungs­weise der Linsenkapsel zu ver­meiden und ca. 12 µl Kammerwasser aspiriert. Von jedem Auge wurde zweimal 1 µl des entnommenen Kammerwassers mit einer Pipette auf einen mit Poly-L-Lysin beschich­teten Objektträger aufgebracht, luftge­trocknet und 15 Sekunden mit Wright-Färbung (Sigma, Deisen­hofen, Deutschland) behandelt. Vor einem weiteren Trocknungsvorgang wurden Reste der Färbelösung vorsichtig mit destilliertem Wasser von dem Objektträger gespült. Die Zellen wurden unter einem Mikro­skop (Carl Zeiss, Jena, Deutschland) gezählt und aus beiden Zählungen der Mittelwert gebildet.</p>
      <p>Das restliche Material wurde bei -20 °C gelagert und zu einem späteren Zeitraum der Proteingehalt nach der Methode von Lowry (D<sub>C</sub> Protein Assay, Bio-Rad Labo­ratories GmbH, München, Deutschland) photo­metrisch im ELISA-Reader bestimmt (Microplate Rea­der Model 550, Bio-Rad Laboratories GmbH, München, Deutschland).</p></section><section id="N10277" label="2.11"><head>Immunohistologie der Milz</head>
      <p>Zum Nachweis der Makrophagendepletion wurde die Milz nach Tötung der Tiere entnommen, in gepuf­fertem 4%igen Paraformaldehyd fixiert und bei +4 °C gelagert. Das Auswaschen von Para­formaldehyd, die Ent­wässerung in Alkoholreihen aufsteigender Konzentration und die Einbettung der Organe in Paraffin erfolgte automatisch (Leica TP1020, Leica Instruments GmbH, Nussloch, Deutschland). Am Mikrotom (Jung HN40, Leica Instruments GmbH, Nussloch, Deutschland) wur­den Paraffinschnitte von 4 µm Stärke angefertigt und auf Objektträger aufgezogen. Die Präparate wurden anschließend in Xylol- und Alkohol­bädern abstei­gender Konzentration entparaffiniert und danach für kurze Zeit in TBS gebadet. Die indi­rekte Peroxidase-Methode (Biotin-Avidin) wurde zur immunhistochemischen Färbung der Paraffinschnitte angewandt. Zuvor wurde die starke endo­gene Peroxidaseaktivität der Milz mit zwei Verfahren blockiert, um die sonst sehr ausgeprägte Hintergrundfärbung der Präpa­rate zu vermeiden: Die Objektträger wurden in einer Lösung aus 100 % Ethanol und konzentrierter Salzsäure (500:1) und nachfolgend in einer Lösung aus Metha­nol und 3 % H<sub>2</sub>O<sub>2</sub> (4:1) für jeweils 20 Minuten gebadet und anschließend mit TBS gespült.</p>
      <p>Für die eigentliche Immunhistochemie wurde der Dako Ark&#8482;-Peroxidase-Kit (DAKO Corp., Car­pinteria, CA, U.S.A.) genutzt, der zur Identifikation primärer Maus-Anti­körper auf Rattengewebe geeignet ist. Für die Detektion der Makrophagen wurde der monoklonale Maus-Antikörper ED1 (Chemicon, Temecula, CA, U.S.A.)<sup/>verwendet. Dieser Anti­körper ist gegen ein 90-100 kD großes <pagenumber id="N10288" label="20" numbering="arabic" start="20"/>Glycoprotein gerichtet, das intra­zellulär überwiegend von Histiozyten exprimiert wird und daher als pan­spezifischer Marker für Mono­zyten, Makrophagen und dendritische Zellen dient (Dijkstra 1985). </p>
      <p>Zum Schluß wurden die Präparate mit Hematoxylin gegengefärbt und eingebettet.</p></section><section id="N1028F" label="2.12"><head>Software</head>
      <p>Die während der Experimente digital gespeicherten Blutdruckwerte wurden mit dem Programm Turbolab&#8482; (Bressner Technology, Gröbenzell, Deutschland) ausgewertet.</p>
      <p>Die digitale Bildanalyse der Videos erfolgte unter Verwendung der Software Optimas&#8482; (Version 5.2, Optimas Corporation, Bothell, WA, U.S.A.).</p>
      <p>Die statistische Prüfung der gewonnen Daten ermöglichte das Computerprogramm SigmaStat&#8482;. </p>
      <p>Zum Anfertigen dieses Dokuments wurde das Schreibprogramm Word&#8482; genutzt, alle erhobene Daten in Excel&#8482; (Microsoft Corporation,Redmond, WA, U.S.A.) verarbeitet und damit die hier ab­gebildeten Dia­gramme gestaltet.</p></section><section id="N1029E" label="2.13"><head>Statistik</head>
      <p>Alle angegebenen Werte bestehen aus Mittelwert und mittlerem Standardfehler (MW±SF). Zum statisti­schen Vergleich der Gruppen wurde eine Rangsummen-Varianzanalyse nach Kruskal und Wallis (1952) durchgeführt, wobei Unterschiede zwischen einzel­nen Gruppen mit dem Test nach Dunn berechnet wurden. Ergebnisse bei p&lt;0,05 wurden als signifikant angenommen.</p></section></chapter><chapter id="chapter3" label="3"><head>
         <pagenumber id="N102A7" label="21" numbering="arabic" start="21"/>Ergebnisse</head><section id="N102AB" label="3.1"><head>Vorversuche</head><subsection id="N102AE" label="3.1.1"><head>Dosisfindung des uveitogenen Melaninproteins</head>
      <p>Die Spaltlampenuntersuchung zeigte bei zwei von fünf Tieren der mit 25 µg Melanin­protein immu­nisierten Gruppe ab dem 15. Tag eine vermehrte Dilatation und korken­zieherartige Schlängelung der Irisgefäße. Zwischen dem 17. und 18. Tag kamen vereinzelt Hornhautpräzipitate, Fibrinexsu­date und hintere Syn­echien bis zur vollständigen Okklusion der Pupille hinzu.</p>
      <p>Die höhere Antigendosis von 250 µg Melaninprotein hatte bereits zwischen dem 10. und 16. Tag bei 4 von 5 Tieren die obengenannten Symptome einer Uveitis zur Folge. Auf­fallend war, dass sich Hornhaut­präzipitate [Abb. 5,7], Fibrinexsudate [Abb. 6,7] und hintere Synechien bis zur vollständi­gen Pupillen­okklusion [Abb. 6,9] innerhalb eines Tages außerordentlich schnell und teils auch ohne eine zuvor erkennbare Gefäßdilatation [Abb. 8] entwickelten.</p></subsection><subsection id="N102B7" label="3.1.2"><head>Induktion der EMIU ohne Adjuvantien</head>
      <p>Bei den Tieren der Versuchsgruppe, die keine Adjuvantien erhalten hatte (n=6), wurden innerhalb von 21 Tagen keine Veränderungen des Augenvorderabschnittes beobachtet.</p></subsection><subsection id="N102BD" label="3.1.3"><head>Intravital-Fluoreszenz-Mikroskopie</head>
      <p>Die Methode der Intravitalmikroskopie war bei dem Modell der Experimentellen Melanin-induzierten Uve­itis bis zum 10. Tag p.i. grundsätzlich anwendbar [Abb. 10]. Bei zwei der am 12. Tag unter­suchten Tiere wurde die Qualität der Videobilder sehr stark durch Protein- und Zellexsudate beeinflusst, so dass nicht ver­tretbar hohe Fehlerquoten bei der Auswertung der Videosequenzen entstan­den wären [Abb. 11]. Weiterhin konnte infolge der hohen Anzahl fluoreszierender Zellen nicht mehr genau zwischen intravasal und bereits interstitiell befindlichen Leukozyten unterschie­den werden. Aus diesem Grund wurden am 12. Tag keine weiteren intravitalmikro­skopischen Untersuchungen durchgeführt.</p>
      <p>
         <mm entity="Grafik5" file="Puchta_html_4822fcd7.jpg" id="N102C6" label="574#432">
            <caption>
               <strong>Abbildung 5:</strong> Hornhautpräzipitate einer Ratte mit EMIU (6 Tage p.i.).<br/>Fetter Pfeil &#8211; Iriskrause; dünner Pfeil &#8211; Präzipitate.</caption>
         </mm>
      </p>
      <p>
         <pagenumber id="N102D6" label="22" numbering="arabic" start="22"/>
         <mm entity="Grafik6" file="Puchta_html_6ba067c0.jpg" id="N102DA" label="574#423">
            <caption>
               <strong>Abbildung 6:</strong> EMIU am 10. Tag: stärkere Dilatation und korkenzieherartige Schlängelung der Irisgefäße, durch Fibrin bedingte Unschärfe einzelner Irisbezirke, beginnende Ausbildung hinterer Synechien.</caption>
         </mm>
      </p>
      <p>
         <mm entity="Grafik7" file="Puchta_html_7164ad0.jpg" id="N102E8" label="574#424">
            <caption>
               <strong>Abbildung 7:</strong> EMIU am 9. Tag: Irisgefäßdilatation, wenig Fibrin in der Vorderkammer und zusätzlich sicht­bare Hornhautendothelbeschläge</caption>
         </mm>
      </p>
      <p>
         <pagenumber id="N102F6" label="23" numbering="arabic" start="23"/>
         <mm entity="Grafik8" file="Puchta_html_4d43670.jpg" id="N102FA" label="575#426">
            <caption>
               <strong>Abbildung 8:</strong> EMIU am 8. Tag p.i. - Irisgefäßdilatation bei einer Lewisratte, im regredienten Licht durch dunklere Schattierung andeutungsweise erkennbare Infiltration ein­zelner Irisbereiche (Pfeile).</caption>
         </mm>
      </p>
      <p>
         <mm entity="Grafik9" file="Puchta_html_4ea93768.jpg" id="N10308" label="575#432">
            <caption>
               <strong>Abbildung 9:</strong> EMIU am 14. Tag p.i. - Ausbildung einer Iris bombata mit Seclusio pupillae. Die Infiltration des zentralen Irisstromas ist deutlich durch dunklere Schattierung (Pfeile) und Strukturunschärfe zu erkennen.</caption>
         </mm>
      </p>
      <p>
         <pagenumber id="N10316" label="24" numbering="arabic" start="24"/>
         <mm entity="Grafik10" file="Puchta_html_abee4d2.jpg" id="N1031A" label="575#393">
            <caption>
               <strong>Abbildung 10:</strong> Intravitalmikroskopisches Videostandbild von Irisvenolen einer Ratte mit EMIU (10. Tag). Helle Punkte entsprechen fest am Endothel haftenden Leukozyten, helle Streifen innerhalb des Gefäßlumens stellen im Fluss befindliche Leukozyten oder am Endothel entlang rollende Leukozyten dar.</caption>
         </mm>
      </p>
      <p>
         <mm entity="Grafik11" file="Puchta_html_m3373b890.jpg" id="N10328" label="575#395">
            <caption>
               <strong>Abbildung 11:</strong> Intravitalmikroskopisches Videostandbild von Irisvenolen einer Ratte mit EMIU (12. Tag). Auffallend ist eine durch Exsudate bedingte Bildunschärfe und die große Anzahl extravasal befindlicher sowie am Endothel haftender Leukozyten.</caption>
         </mm>
      </p></subsection></section><section id="N10333" label="3.2"><head>
         <pagenumber id="N10336" label="25" numbering="arabic" start="25"/>Experimentelle Melanin-induzierte Uveitis</head><subsection id="N1033A" label="3.2.1"><head>Intravital-Fluoreszenz-Mikroskopie/ Videosequenzanalyse </head><block id="N1033D" label="3.2.1.1"><head>Rollende Leukozyten bei unbehandelten Tieren (EMIU)</head>
      <p>Der Anteil der rollenden Leukozyten an der Gesamtzahl der einen definierten Gefäß­abschnitt durch­querenden Leukozyten stieg erstmals am 6. Tag signifikant auf 22,0±1,9 gegenüber 5,7±0,7 Zellen/min bei nicht immunisierten Tieren (naiv) an, um am 8. Tag ein Maximum von 40,8±4,2 Zellen/min zu errei­chen. Die vitalmikro­skopischen Analysen der nur mit Adjuvantien behandelten Kontroll­gruppe (Protokoll II) ergaben für rollende Leukozyten am 8. Tag keine signi­fikante Zu­nahme (10,3±1,2 Zellen/min) [Abb. 12].</p></block><block id="N10343" label="3.2.1.2"><head>Rollende Leukozyten (EMIU) nach Behandlung mit liposomalem Clodronat</head>
      <p>Die Behandlung von EMIU-Tieren mit liposomalem Clodronat (Protokoll III) bewirkte am 10. Tag einen Rückgang rollender Leukozyten (16,6±1,8 vs. 30,7±2,9 Zellen/min) gegenüber unbehan­delter EMIU, wo­gegen Leer-Liposomen die Zahl rollender Leukozyten bei EMIU (Protokoll IV, 10. Tag: 34,8±4,2 Zel­len/min) nicht beeinflussten [Abb. 12].</p></block><block id="N10349" label="3.2.1.3"><head>Fest haftende Leukozyten bei unbehandelten Tieren (EMIU)</head>
      <p>Nicht immunisierte Tiere (naiv) zeigten 59,67±7,09 pro mm<sup>2 </sup>fest am Endothel haften­de Leukozyten. Bei EMIU konnte eine Zunahme dieses Parameters auf 175,42±18,24 Zellen/mm<sup>2</sup> am 8. Tag ge­messen wer­den (p&lt;0,05). Eine weitere Steigerung fand bis zum 10. Tag statt (371,71±30,67 Zel­len/mm<sup>2</sup>) (p&lt;0,05). Die nur mit Adjuvantien behandelte Gruppe (Protokoll II) wies auch hier keine Veränderungen gegenüber nicht immunisierten Tieren auf (naiv) [Abb. 12]. </p></block><block id="N10358" label="3.2.1.4"><head>Fest haftende Leukozyten (EMIU) nach Behandlung mit liposomalem Clodronat</head>
      <p>Die Zahl der über einen Beobachtungszeitraum von 20 Sekunden an der Gefäßwand haftenden Leuko­zyten war bei mit liposomalem Clodronat behandelten Tieren am 8. Tag um die Hälfte ver­mindert (88,29±12,97 vs. 175,42±18,24 Zellen/mm<sup>2</sup>). Am 10. Tag lag dieser Wert mit 128,51±12,91 Zellen/mm<sup>2</sup> etwas höher als jener am 8. Tag, zeigte aber eine Reduktion auf ein Drittel der Werte fest haftender Leukozyten bei EMIU-Tieren (Protokoll I) (p&lt;0,05).</p>
      <p>Die mit Leer-Liposomen behandelten EMIU-Gruppen (Protokoll IV) wiesen bei der Zahl fest haf­tender Leukozyten keinen signifikanten Unterschied zu EMIU-Gruppen am 8. Tag und 10. Tag auf [Abb. 12]. </p></block><block id="N10367" label="3.2.1.5"><head>Leukozytenflux bei unbehandelten Tieren (EMIU)</head>
      <p>Im Verlauf der okulären Entzündung (EMIU) nahm der Leukozytenflux in Irisvenolen bis zum 6. Tag zu (567±19/ min). Danach fiel der Leukozytenflux bis zum 10. Tag auf 260±19 Zellen/min ab (p&lt;0,05). </p>
      <p>Ein signifikant höherer Leukozytenflux zeigte sich bei der nur mit Adjuvantien behan­delten Gruppe (Protokoll II) am 8. Tag gegenüber EMIU-Tieren (553±25 vs. 350±26 Zellen/min) (p&lt;0,05) [Abb. 12].</p></block><block id="N10370" label="3.2.1.6"><head>Leukozytenflux (EMIU) nach Behandlung mit liposomalem Clodronat</head>
      <p>Die Zahl der einen definierten Gefäßabschnitt innerhalb einer Minute durch­queren­den Leukozyten war bei mit liposomal verkapseltem Clodronat be­handelten Tieren zum 8. Tag auf Werte von 425±16 /min und am 10.Tag bis auf 685±24 Zellen/min (p&lt;0,05) gestiegen. Die mit Leer-Liposo­men behandelte EMIU-Gruppe (Protokoll IV) zeigte am 8. Tag im Vergleich zur EMIU-Gruppe unter Clodronat-Behandlung kei­nen signifi­kanten Unterschied im Leukozytenflux. Am 10. Tag war der Flux von Leuko­zyten bei mit Clodronat-Liposomen (685±24 /min) oder Leer-Liposomen (648±29 Zellen/min) behan­delten EMIU-Gruppen deutlich höher als bei nicht immuni­sierten Tieren (naiv: 421± 31 Zellen/min) oder bei Tieren mit EMIU zum entsprechendem Zeitpunkt (p&lt;0,05) [Abb. 12]. </p>
      <p>
         <pagenumber id="N10379" label="26" numbering="arabic" start="26"/>
         <mm entity="Grafik12" file="Puchta_html_m301c8e8a.gif" id="N1037D" label="585#680">
            <caption>
               <strong>Abbildung 12:</strong> Rollende und adhärente Leukozyten sowie Leukozytenflux in Irisvenolen bei EMIU. Als rol­lende Leukozyten wurden jene Zellen bezeichnet, die sich wesentlich langsamer als Zellen im Blutstrom direkt am Gefäßendothel entlang bewegen. Leukozyten, die sich während des Beobachtungszeitraumes von 20 Sekunden nicht fortbewegten, wurden als adhärente Zellen bezeichnet. Je Zeitpunkt und Gruppe wurden 6 Tiere untersucht. </caption>
            <legend>Bei einer Tiergesamtzahl von n=60 wurden rollende, adhärente und frei fließende Leukozyten in 720 Gefäß­segmenten quantifiziert; <em>naiv:</em> nicht immunisierte, unbehandelte Tiere; <em>Protokoll I:</em> EMIU (mit bovinem Mela­ninprotein und Adjuvantien immunisierte Tiere); <em>Protokoll II:</em> mit Adjuvantien behandelte Tiere; <em>Protokoll III:</em> mit liposomalem Clodronat behandelte EMIU-Tiere; <em>Protokoll IV:</em> mit Leer-Liposomen behandelte EMIU-Tiere. Mittelwert±Standardfehler; p&lt;0,05 im Vergleich einzelner Gruppen (Balken), im Vergleich zu naiv (Stern).</legend>
         </mm>
      </p></block></subsection><subsection id="N1039A" label="3.2.2"><head>
         <pagenumber id="N1039D" label="27" numbering="arabic" start="27"/>Kammerwasseranalyse</head><block id="N103A1" label="3.2.2.1"><head>Zellen bei unbehandelten Tieren (EMIU)</head>
      <p>Am 8. Tag wurde erstmalig ein Anstieg der ins Kammerwasser emigrierten Zellen (24±4 Zellen/µl) beob­achtet. Die Zellzahl des Kammerwassers bei EMIU-Tieren stieg bis zum 10. Tag auf 82±17 Zellen/µl gegenüber 7±1 Zellen/µl bei nicht immunisierten Tieren an (naiv) (p&lt;0,05). Die Tiere, denen nur Adjuvantien verabreicht wur­den (Protokoll II), wiesen eine mit nicht immunisierten Tieren vergleichbare Zellzahl des Kammer­wassers auf [Abb. 13]. </p></block><block id="N103A7" label="3.2.2.2"><head>Zellen (EMIU) nach Behandlung mit liposomalem Clodronat</head>
      <p>Am 8. Tag konnten keine signifikanten Unterschiede der Zellzahl im Kammerwasser zwischen der EMIU-Gruppe und denen mit liposomalem Clodronat bzw. mit Leer-Lipo­somen (Protokoll IV) be­handelten EMIU-Gruppen festgestellt werden.</p>
      <p>Unter Behandlung mit liposomalem Clodronat emigrierten bei EMIU-Tieren am 10. Tag mit 11±2 Zellen/µl deutlich weniger Zellen in das Kammerwasser als bei EMIU-Tieren (82±17 Zellen/µl) oder mit Leer-Lipo­somen behandelten EMIU-Tieren (Protokoll IV: 100±29 Zellen/µl).</p>
      <p>Keine signifikanten Unterschiede der Zellzahl im Kammerwasser war zwischen nur mit Adjuvantien be­handelten Tieren und mit Clodronat behandelten EMIU-Tieren feststellbar (Protokoll II vs. Proto­koll III) [Abb. 13]. </p>
      <p>
         <mm entity="Grafik13" file="Puchta_html_m3b8e535e.jpg" id="N103B6" label="586#253">
            <caption>
               <strong>Abbildung 13:</strong> Zellen im Kammerwasser bei EMIU. Bei allen Tieren (n=66) wurde Kammerwasser aus bei­den Augen entnommen. Bei jedem Auge wurde zweimal 1µl Kammerwasser analysiert und aus beiden Zählungen/Messungen der Mittelwert gebildet; <em>naiv:</em>nicht immunisierte, unbehandelte Tiere; <em>Protokoll I:</em> EMIU (mit bovinem Melaninprotein und Adjuvantien immunisierte Tiere); <em>Protokoll II:</em> nur mit Adjuvantien behandelte Tiere; <em>Protokoll III:</em> mit liposomalem Clodronat behandelte EMIU-Tiere; <em>Protokoll IV:</em> mit Leer-Liposomen be­handelte EMIU-Tiere. Mittelwert±Standardfehler; p&lt;0,05 im Vergleich einzelner Gruppen (Balken); im Ver­gleich zu naiv (Stern).</caption>
         </mm>
      </p></block><block id="N103D0" label="3.2.2.3"><head>
         <pagenumber id="N103D3" label="28" numbering="arabic" start="28"/>Protein bei unbehandelten Tieren (EMIU)</head>
      <p>Die Erhöhung der Proteinkonzentration bei EMIU auf 12,52±1,66 mg/ml am 10. Tag gegenüber Werten von 2,15±0,31 mg/ml nicht immunisierter Tiere (naiv) war signifikant [Abb. 14]. </p></block><block id="N103DA" label="3.2.2.4"><head>Protein (EMIU) nach Behandlung mit liposomalem Clodronat</head>
      <p>Bei der mit liposomalem Clodronat behandelten EMIU-Gruppe war die Proteinexsudation in das Kam­merwasser mit 2,7±0,25 mg/ml um ein Vielfaches geringer ausgeprägt als bei der mit Leer-Liposomen behandelten EMIU-Gruppe (Protokoll IV: 14,17±2,08 mg/ml) und der EMIU-Gruppe (p&lt;0,05). Es handelt sich dabei um eine mit nicht immunisierten Tieren vergleichbare Proteinkon­zentration (naiv) [Abb. 14]. </p>
      <p>
         <mm entity="Grafik14" file="Puchta_html_3422567a.jpg" id="N103E3" label="585#259">
            <caption>
               <strong>Abbildung 14:</strong> Protein im Kammerwasser bei EMIU. Bei allen Tieren (n=66) wurde Kammerwasser aus bei­den Augen entnommen. Bei jedem Auge wurde zweimal 1µl Kammerwasser analysiert und aus beiden Zählungen/Messungen der Mittelwert gebildet; <em>naiv:</em>nicht immunisierte, unbehandelte Tiere; <em>Protokoll I:</em> EMIU (mit bovinem Melaninprotein und Adjuvantien immunisierte Tiere); <em>Protokoll II:</em> mit Adjuvantien behandelte Tiere; <em>Protokoll III:</em> mit liposomalem Clodronat behandelte EMIU-Tiere; <em>Protokoll IV:</em> mit Leer-Liposomen be­handelte EMIU-Tiere. Mittelwert±Standardfehler; p&lt;0,05 im Vergleich einzelner Gruppen (Balken); im Ver­gleich zu naiv (Stern).</caption>
         </mm>
      </p></block></subsection><subsection id="N103FD" label="3.2.3"><head>
         <pagenumber id="N10400" label="29" numbering="arabic" start="29"/>Blutbild</head><block id="N10404" label="3.2.3.1"><head>Gesamtleukozytenzahl bei unbehandelten Tieren (EMIU)</head>
      <p>Als Zeichen einer frühen Entzündungsreaktion stieg die absolute Leukozytenzahl im peripheren Blut bis zum 6. Tag stetig an (8,9±1,9 x10<sup>9</sup>/l) und fiel bis zum 10. Tag auf 1,22±0,12 x10<sup>9</sup>/l ab (p&lt;0,05) [Abb. 15]. </p></block><block id="N10410" label="3.2.3.2"><head>Gesamtleukozytenzahl (EMIU) nach Behandlung mit liposomalem Clodronat</head>
      <p>Am 10. Tag wies die Leukozytenzahl im peripheren Blut von EMIU-Tieren (1,22±0,12 x10<sup>9</sup>/l) und mit lipo­somalem Clodronat behandelten EMIU-Tieren (7,90±1,37 x10<sup>9</sup>/l) einen signifikanten Unter­schied auf (p&lt;0,05) [Abb. 15]. </p></block><block id="N1041C" label="3.2.3.3"><head>Lymphozyten bei unbehandelten Tieren (EMIU)</head>
      <p>Das periphere Blutbild nicht immunisierter Tieren (naiv) hatte einen Lympho­zyten­anteil von 72,62±2,89 %. Bei EMIU-Tieren nahm der Lymphozytenanteil im Entzündungs­verlauf ständig ab. Am 8. Tag wurden die niedrigsten Werte gemessen (25,55±10,12 % Lymphozyten). Auffällig war am 8. Tag der noch nied­rigere Lympho­zytenanteil von 14,07±1,43 % bei nur mit Adjuvantien be­handelten Tieren im Ver­gleich zu nicht immunisierten Tieren (Protokoll II vs. naiv) (p&lt;0,05) [Abb. 15].</p></block><block id="N10422" label="3.2.3.4"><head>Lymphozyten (EMIU) nach Behandlung mit liposomalem Clodronat</head>
      <p>Der Anteil der Lymphozyten im Differentialblutbild bei mit liposomalem Clodronat be­handelten Tieren stieg tendenziell bis zum 10. Tag auf 49,20±11,51 % gegenüber 28,47±9,65 % bei mit Leer-Liposomen behandelten EMIU-Tieren an (Protokoll IV). Es zeigte sich allerdings keine Signifikanz [Abb. 15]. </p></block><block id="N10428" label="3.2.3.5"><head>Neutrophile bei unbehandelten Tieren (EMIU)</head>
      <p>Keinen signifikanten Unterschied zeigten die prozentualen Anteile Neutrophiler im peri­pheren Blut von EMIU-Tieren und nur mit Adjuvantien behandelten Tieren (Protokoll II). Der Neutrophilenwert dieser Tiere war allerdings am 10. Tag mit 73,98±0,60 % deutlich höher ausgeprägt als der Wert von 18,15±1,52 % bei nicht immunisierten Tieren (naiv) (p&lt;0,05) [Abb. 15]. </p></block><block id="N1042E" label="3.2.3.6"><head>Neutrophile (EMIU) nach Behandlung mit liposomalem Clodronat</head>
      <p>Am 8. und 10. Tag war im prozentualen Anteil Neutrophiler im peripheren Blut keine signifikante Differenz zwischen EMIU-Tieren und mit liposomalem Clodronat oder mit Leerliposomen behan­delten EMIU-Tieren (Protokoll IV) feststellbar. Jedoch war der Anteil Neutrophiler bei der mit Leer-Liposomen behandelten EMIU-Gruppe am 8. Tag deutlich höher als bei nicht immunisierten Tieren (67,00±9,10 % vs. 18,15±1,52 %; Protokoll IV vs. naiv) (p&lt;0,05) [Abb. 15]. </p>
      <p>
         <pagenumber id="N10437" label="30" numbering="arabic" start="30"/>
         <mm entity="Grafik15" file="Puchta_html_24f578a7.gif" id="N1043B" label="585#701">
            <caption>
               <strong>Abbildung 15:</strong> Gesamtleukozytenzahl, Neutrophile und Lymphozyten bei EMIU. Allen Tieren (n=66) wurde eine Blutprobe entnommen; <em>naiv:</em> nicht immunisierte, unbehandelte Tiere; <em>Proto­koll I:</em> EMIU (mit bovi­nem Melaninprotein und Adjuvantien immunisierte Tiere); <em>Protokoll II:</em> mit Adjuvantien behandelte Tiere; <em>Protokoll III:</em> mit liposomalem Clodronat behandelte EMIU-Tiere; <em>Protokoll IV:</em> mit Leer-Liposomen behandelte EMIU-Tiere. Mittelwert±Standardfehler; p&lt;0,05 im Vergleich einzelner Gruppen (Balken), im Vergleich zu naiv (Stern).</caption>
         </mm>
      </p></block></subsection><subsection id="N10455" label="3.2.4"><head>
         <pagenumber id="N10458" label="31" numbering="arabic" start="31"/>Blutplasmaanalyse</head><block id="N1045C" label="3.2.4.1"><head>TNF-&#945;&#61472; bei unbehandelten Tieren (EMIU)</head>
      <p>Das Serum TNF-&#945; zeigte einen biphasischen Verlauf mit einem ersten Anstieg am Tag 4 (191,7±68,3 vs. 51,7±16,1 pg/ml; Protokoll I vs. naiv). Zum 10. Tag stieg das TNF-&#945; im Serum auf extrem hohe Werte von 954,9±216,3 pg/ml (p&lt;0,05) [Abb. 16]. </p></block><block id="N10462" label="3.2.4.2"><head>TNF-&#945; (EMIU) nach Behandlung mit liposomalem Clodronat</head>
      <p>Am 8. Tag waren bei mit Clodronat-Liposomen behandelten Tieren nur sehr geringe Konzentra­tionen an Tumornekrosefaktor-&#945; nachweisbar. Sie zeigten keinen signifi­kanten Unterschied zu nicht immunisierten Tieren (Protokoll III vs. naiv). Verglichen mit dem Entzündungsmodell EMIU bewirkte die Behandlung mit Clodronat am 10. Tag eine signifikante Reduktion von TNF-&#945; im Plasma: 32,5±2,7 vs. 954,9±216,3 pg/ml (Protokoll III vs. Protokoll I) (p&lt;0,05) [Abb. 16]. </p></block><block id="N10468" label="3.2.4.3"><head>IFN-&#947;&#61472; bei unbehandelten Tieren (EMIU)</head>
      <p>Am 6. Tag war bei Tieren mit EMIU die höchste IFN-&#947;-Konzentration von 51,5±3,8 pg/ml nachweis­bar. Im weiteren Verlauf fielen die IFN-&#947;-Konzentrationen bis zum 8.Tag (37,7±16,2 pg/ml; Protokoll I) und zum 10. Tag ab (24,4±5,1 pg/ml) [Abb. 16].</p></block><block id="N1046E" label="3.2.4.4"><head>IFN-&#947; (EMIU) nach Behandlung mit liposomalem Clodronat</head>
      <p>Ein Nachweis von IFN-&#947; mit einer Konzentration von 28,4±6,3 pg/ml im Plasma gelang bei der mit Clo­dronat-Liposomen behandelten EMIU-Gruppe am 10. Tag. An­sonsten lagen die Werte für IFN-&#947; unter der Nachweisgrenze des ELISA-Kits von 13 pg/ml (p&lt;0,05) [Abb. 16].</p>
      <p>
         <mm entity="Grafik16" file="Puchta_html_5ff01e1a.jpg" id="N10477" label="571#340">
            <caption>
               <strong>Abbildung 16:</strong> TNF-&#945; und IFN-&#947; im Plasma bei EMIU. Protokoll I: EMIU (mit Melaninprotein und Adjuvan­tien immunisierte Tiere); Protokoll III: mit liposomalem Clodronat behandelte EMIU-Tiere. Nachweisgrenze des TNF-&#945;/IFN-&#947;-ELISA-Kits: 20 pg/ml bzw. 13 pg/ml. Mittelwert±Standardfehler; p&lt;0,05 im Vergleich zu naiv (Stern).</caption>
         </mm>
      </p></block></subsection><subsection id="N10482" label="3.2.5"><head>
         <pagenumber id="N10485" label="32" numbering="arabic" start="32"/>Immunohistologie der Milz</head>
      <p>Zur Verifizierung der Makrophagendepletion entsprechender Versuchstiere wurden immunhisto­chemische Untersuchungen der Milz durchgeführt. Es zeigte sich, dass immunisierte oder zusätz­lich mit Leerliposomen behandelte Tiere reichlich ED1+-Zellen in der Marginalzone der Milz aufwie­sen [Abb. 17]. Im Milz­gewebe der mit liposomalem Clodronat behandelten EMIU-Tiere waren diese Zellen nicht nachzuweisen [Abb. 17].</p>
      <p>
         <mm entity="Grafik17" file="Puchta_html_8644d09.gif" id="N1048F" label="585#719"/>
         <strong>Abbildung 17:</strong> Immunhistochemie der Milz. Zur Verifizierung der Clodronat-Liposomen-Behandlung wur­den immunhistochemische Untersuchungen an Milzgewebe durchgeführt. Das zur Markierung ED1+-Makrophagen verwendete Chromogen zeigte sich durch Braunfär­bung <strong>[A]</strong>. Nach anhaltender Clodronat-Liposomen-Behandlung lassen sich keine Makro­phagen darstellen <strong>[B]</strong>.</p></subsection></section></chapter><chapter id="chapter4" label="4"><head>
         <pagenumber id="N1049F" label="33" numbering="arabic" start="33"/>Diskussion</head>
      <p>Die Experimentelle Melaninprotein-induzierte Uveitis der Ratte ist ein Modell für die akute nicht­infektiöse intraokulare Entzündung mit autoimmuner Pathogenese. Die Symptomatik ist der bei M. Behçet, M. Bechterew oder dem Vogt-Koyanagi-Harada-Syndrom auftretenden anterioren Uveitis ähnlich. </p>
      <p>In dieser Studie wurden Ratten zur Induktion der EMIU mit 250 µg BMA immunisiert. Das Immuno­gen wurde in Kombination mit komplettem Freund-Adjuvans (CFA) und Pertussistoxin (PTX) inji­ziert, da die Immunisation unter Verzicht auf die genannten Immunstimulantien keine Symptome einer Uveitis hervor­rief. Möglicherweise hatte die aus boviner Choroidea aufgereinigte Substanz eine zu geringe Antigen­konzentration, so dass erst eine entsprechend höhere Dosis ausreichend uveitogen gewirkt hätte. Andererseits müsste die verwendete Menge im Vergleich zur Literatur aus­reichend hoch gewesen sein (Bora 1997).</p>
      <p>Bei der Manifestation der EMIU können hauptsächlich CD4+-T-Lymphozyten, Neutrophile Granulo­zyten und Monozyten im vorderen Segment des Auges nach­gewiesen werden (Kim 1995). Rekrutierte ED1+-Monozyten haben dabei in Iris und Ziliar­körper einen vielfach höheren Anteil als gewebeständige ED2+-Monozyten (Histiozyten) (Kim 1995, McMenamin 1997a). Auch die Zahl dendritischer Zellen nimmt bis auf das Dreifache der normalen Zelldichte zu (Kim 1995, McMenamin 1997a). Neben der stark ansteigenden Zahl dendritischer Zellen und monozytärer Zellen wandelt sich auch deren Morphologie von einem dendriformen bzw. pleomorphem Charak­ter zu einer regelmäßigen Zellform. McMenamin und Butler deuten die ersichtlichen Veränderun­gen der Zellmorphe sowohl als Zei­chen der verstärkten Aktivierung und erhöhten Mobilität als auch für gesteigerte phagozytotische Aktivität (Butler und McMenamin 1996, McMenamin 1997a). </p>
      <p>Makrophagen sind neben ihrer Fähigkeit zur Phagozytose und ihrer Funktion als antigenpräsen­tierende Zellen in die Regulation und die Effektorphase immunologischer Vorgänge involviert (Unanue 1984, Unanue und Allen 1987). Zur Untersu­chung funktioneller Aspekte kann in vivo die selektive Depletion von Makrophagen durch liposomal ver­kapseltes Clodronat angewandt werden (van Rooijen 1992). Clodronat-Liposomen werden von Makrophagen in Milz, Leber, Lunge und Lymphknoten (Delemarre 1990, van Rooijen 1989a) sowie durch Blutmonozyten phagozytiert (Thepen 1990, van Rooijen 1990). Nach Internalisation der Liposomen wird Clodronat aus Phagolysosomen freigesetzt und löst den apoptotischen Zelltod aus. Verschiedene Hypothe­sen für zugrunde-liegenden Mechanismen werden diskutiert: Es besteht die Mög­lichkeit, dass Clodronat mit Eisenionen Chelatkomplexe bildet und auf Grund dessen die intrazellulären Eisen­speicher erschöpft (Mönkkönen und Heath 1993, van Rooijen 1993). Clodronat könnte auch direkt auf den intrazellulären ATP-Metabolismus Einfluß haben (Pelorgeas 1992, Rogers 1992, van Rooijen 1993). Des weiteren gehört Clodronat zur Gruppe der Biphosphonate, die für ihre starke Affinität zu Kalzium-Ionen bekannt sind. Sonstige Biphosphonate und andere Substanzen mit starker Kalziumaffinität haben eine geringere makrophagentoxische Wirkung als Clodronat. Saito und Fidler stellten eine für Makrophagen toxische Wirkung chlorierter Substanzen fest (Fidler 1977, Saito und Yamaguchi 1985). Deswegen ist die Toxi­zität von Clodronat möglicherweise in der Kombination von hoher Kalziumaffinität der Biphosphonate und der strukturellen Chlorid-Gruppen begründet (van Rooijen 1989a, van Rooijen und Poppema 1992). Andere phagozytotisch wirkende Zellen, wie z.B. Neut­rophile Granulozyten und Endothelzellen, oder nicht-phagozytierende Zellen, wie z.B. T- und B-Lympho­zyten, bleiben durch Clodronat allerdings unbeeinflusst (Claassen 1990, Qian 1994, Schmidt-Weber 1996). Freies Clodronat durchdringt nur in extrem hohen Konzentrationen Zellmembranen. Darüber hinaus weist Clodronat im Blut und in anderen Körperflüssigkeiten eine extrem kurze Halbwertszeit von einigen Minuten auf (Fleisch 1988).</p>
      <p>Die selektive Makrophageneliminierung wirkte sich stark supprimierend auf die Entzündungs­reak­tion bei einer Reihe autoimmunologischer Tiermodelle aus, so z.B. bei der Experimentellen Aller­gischen Enze­phalomyelitis (EAE) (Huitinga 1995), bei der Experimentellen Autoimmunen Neuritis (EAN) (Jung 1993), bei der Experimentellen Arthritis (van Lent 1994) und bei der Experimentellen Pigmentepithelmembran-Protein induzierten Uveitis (EAPU) (Broekhuyse 1997). </p>
      <p>Morphologische Studien bei EMIU (McMenamin 1997b) lassen vermuten, dass Makrophagen gleichfalls in Prozesse einge­bunden sind, die die EMIU generieren und mediieren. </p>
      <p>Ziel der Clodronatgabe war es, über den gesamten Untersuchungszeitraum eine anhaltende Makro­phagendepletion zu erreichen. Deshalb wurde den Tieren bereits 2 Tage vor der Immunisa­tion Clodronat-Liposomen intraperitoneal appliziert. Die Behandlung wurde am 1. Tag nach Immu­ni­sation fortgesetzt, um einer durch komplettes Freund-Adjuvans hervorgerufenen vorzeitigen Repopulation von Peritoneal- und Omentalmakrophagen vorzubeugen (Biewenga 1995). Makro­phagen stellen etwa 70&#8211;90% der Peritonealzellen des menschlichen und tierischen Orga­nismus (Bos 1988, Plasman und Vray 1993) und sind nicht vollständig durch liposomales Clodro­nat zu <pagenumber id="N104B8" label="34" numbering="arabic" start="34"/>eliminieren (Soesatyo 1991). Zudem setzt die Repopulation von Peritoneal­makrophagen bereits nach 3&#8211;4 Tagen ein (Soesatyo 1991). Daher erfolgten weitere intraperitoneale Clodronat-Injektionen im Abstand von maximal 3 Tagen. Eine Ursache für diese relativ frühzeitige Repopulation können Makrophagen des Omentum majus sein (Shimotsuma 1991, Wijffels 1992). Für die Repopulation kommen gleichermaßen migrierende monozytäre Vorläufer­zellen des Knochen­marks in Frage, da die intra­venöse Applikation von liposomalem Clodronat zwar Blutmonozyten, aber nicht deren Vorläufer im Knochenmark eliminiert (Huitinga 1992). Neben der Peritonealhöhle und dem Omentum majus werden durch intra­peritoneale Clodronat-Injektionen auch Makrophagen in Milz, Leber und thymikolym­phatische Makrophagen eliminiert (van Rooijen 1989b, van Rooijen 1990). Daher vermuten van Rooijen et al. einen Übertritt von Liposomen in die Blutbahn über das Omentum und über drainierende Lymphgefäße.</p>
      <p>Im Beobachtungszeitraum der vorliegenden Studie lag die Manifestationsrate einer Uveitis anterior bei annähernd 80 %. Iridozyklitische Veränderungen des Augenvorder­abschnittes wie Irishyper­ämie, Vaskul­itis und Fibrin in der Vorderkammer waren bei spaltlampenmikroskopischen Untersu­chungen zwischen dem 8. und 10. Tag erkenn­bar. Bei fortgeschrittenem Verlauf kamen speckige Hornhautpräzipitate, Blu­tungen in die Vorderkammer, hintere Synechien bis zur totalen Okklusion mit Ausbildung einer Iris bombata hinzu. Entsprechende Beobachtungen wurden auch durch Chan und Broekhuyse beschrieben (Broekhuyse 1991, Chan 1994). </p>
      <p>Im klinischen Alltag ist der Nachweis von Zellen im Kammerwasser für eine Uveitis anterior patho­gnomo­nisch. Die Analyse der Zellzahl und Proteinkonzentration im Kammerwasser zeigte bei im­munisierten Ratten unter Behandlung mit Clodronat keinen Unterschied zu nicht immunisierten Tieren bzw. eine sig­nifikante Reduktion im Ver­gleich zu EMIU-Tieren. In spaltlampenmikrosko­pischen Untersuchungen waren ebenfalls keine der bei EMIU zu beobachtenden Symptome fest­stellbar. Die Be­handlung immunisierter Tiere mit Leer-Liposomen hatte demgegenüber keine sup­primierende Auswirkung auf den Entzündungs­verlauf. </p>
      <p>Schon 1998 hatte Broekhuyse am Modell der EMIU Makrophagendepletionsstudien durchge­führt (Broekhuyse 1997). Die Behandlung mit liposomalem Clodronat setzte relativ spät vor dem zu erwartenden Entzündungsbeginn und während der sich manifestierenden Entzündung ein. Die durch Broek­huyse vorgenommene Makro­phageneliminierung bewirkte keine Veränderung des Entzündungs­verlaufes bei EMIU. Broekhuyse nimmt daher an, dass Makrophagen als Effektorzellen für die EMIU unbedeutend sind. Statt dessen zieht er zytotoxische T-Lymphozyten als Effektorzel­len bei EMIU in Betracht (Broekhuyse 1997). Chan und McMenamin beschrei­ben das Vorherr­schen von T-Lymphozyten über Makrophagen während des gesamten EMIU-Verlaufs (Chan 1994, McMenamin 1997b). Diese Erkenntnisse und die in der vor­liegenden EMIU-Studie durch frühe Clodronat-Gabe bewirkte Suppression der Entzündung weisen auf die Entzündung generierende und mediierende Funk­tionen von Makrophagen bei der EMIU hin. Das könnte eine weitere Erklärung sein, warum eine Makro­phagendepletion zu späteren Zeit­punkten keinen anti-inflammatorischen Effekt zeigt (Broekhuyse 1997). Es ist bekannt, dass Makrophagen als anti­genpräsentierende Zellen eine zentrale Rolle in der zell­vermittelten Immunität einnehmen, indem sie Antigenpeptide durch Expression von MHC-II-Molekülen gegenüber T-Helferzellen (CD4+-T-Lymphozyten) präsentieren. Neben Makrophagen stimulieren daraufhin akti­vierte CD4+-T-Lym­phozyten durch Zell-Zell-Interaktionen und durch sezernierte Zytokine entsprechende Effektor­zellen, die für entzündliche Ver­änderungen an Zielstrukturen verantwortlich sind (D'Ambrosio 1999). </p>
      <p>Die Emigration von Leukozyten in entzündetes Gewebe wird durch Adhäsions­moleküle vermittelt, die auf der Oberfläche von Leukozyten und vaskulären Endo­thelzellen exprimiert werden. Diese Moleküle er­möglichen die kontrollierte Re­krutierung spezifischer Entzündungszellen aus der Blut­zirkulation in das Zielgewebe. </p>
      <p>Der Extravasation von Leukozyten gehen mehrere Stadien der Interaktion zwischen vaskulärem Endothel und Leukozyten voran. Zunächst besteht eine sehr geringe Affinität zwischen den Ad­häsionsmolekülen auf Leukozyten und denen auf Endothel­zellen (Selectine). Als Folge rollen Leu­kozyten an der inneren Gefäßwand entlang. Bei weiterer Aktivierung kommt es zu einer starken Haftung von Leukozyten am Gefäßendothel. Sie ist durch hochaffine Interaktion zwischen Inte­grinen und Adhäsionsmolekülen der Ig-Superfamilie bedingt (Carlos und Harlan 1994). Durch Anwen­dung der Intra­vital­mikroskopie können diese Phänomene am Auge in vivo beobachtet und quantifiziert werden, ohne dass Einflüsse durch invasive Präparationen zu erwarten sind (Baatz 1995). </p>
      <p>In der vorliegenden Studie konnten erstmalig Zell-Zell-Interaktionen in Irisvenolen bei der EMIU beob­achtet werden. Zur Analyse der frühen Entzündungsreaktion wurde die Methode der Intra­vital­mikroskopie gewählt und Untersuchungen bis zum 10. Tag nach Immunisation (p.i.) vor­ge­nommen. <pagenumber id="N104CE" label="35" numbering="arabic" start="35"/>Des weiteren zeigten die Vorversuche, dass die Videobildqualität während der inflammato­rischen Spätphase, das heißt bei Auftreten spaltlampenmikroskopischer Symptome, stark durch in das Kammer­wasser exsudiertes Protein beeinträchtigt wird. In diesen Fällen wären keine verläss­lichen Analysen der Leukozyten-Endothelzell-Interaktion unter Anwendung der Intra­vitalmikro­skopie möglich gewesen. Kim und Chan berichten von einer zunehmenden Expression der Ad­häsionsmoleküle ICAM-1 (CD54) und LFA-1 (CD11a/CD18) 5 bis 7 Tage nach der Immuni­sation mit Melanin-assoziiertem Protein (Chan 1994, Kim 1994). Tatsächlich wurde das durch Selectine hervor­gerufene Rollen von Leukozyten das erste Mal verstärkt am 6. Tag p.i. beobachtet. Hingegen nahm die durch Integrine vermittelte feste Haftung von Leukozyten am Endothel erst­mals am 8. Tag zu und steigerte sich weiterhin bis zum 10. Tag. Bisher fehlten direkte quantitative Analysen der Leukozyten-Endothelzell-Interaktion während früher Entzün­dungsstadien bei der EMIU.</p>
      <p>Wie anfänglich beschrieben, konnte die intraokulare Entzündungssymptomatik bei EMIU durch Makro­phageneliminierung supprimiert werden. Übereinstimmend zeigen die intravitalmikrosko­pischen Daten der vorliegenden Studie, dass die für eine Ent­zündung charakteristischen Ad­hä­sionsphänomene von Leukozyten am vaskulären Endothel durch Makrophagendepletion deutlich unterdrückt werden: die Zahl rollender Leukozyten war am 8. Tag um ein Drittel reduziert. Dieser Effekt war am letzten Unter­suchungszeitpunkt, dem 10.Tag, am stärksten ausgeprägt. Die hochaf­fine Interaktion zwischen Leuko­zyten und Endothel (fest am Endothel haftende Leuko­zyten) zeigte eine vergleichbare Reduktion. Die entzündungshemmende Wirkung von Clodronat-Lipo­somen wird nicht durch Bestandteile der lipo­somalen Membran verursacht, da Leer-Liposomen weder auf die intraokulare Entzündungssymptomatik noch auf die Zahl am Endothel entlang rollender bzw. fest haftender Leukozyten Einfluss hatten. Das zeigt, dass Liposomen nicht mit Ad­häsionsmolekülen interagieren, die das Rollen oder die feste Haftung von Leukozyten am Endothel vermitteln. Über­einstimmend berichtet Malhotra über eine fehlende Bindungskapazität von Phos­phatidylcholin an L- oder E-Selectin (Malhotra 1996).</p>
      <p>CD4+-Lymphozyten (TH: &#8222;T-Helfer&#8220;) stellen die Mehrzahl der Leukozyten während früher Stadien der okulären Entzündung bei EMIU (McMenamin 1997b). Diese Lymphozyten produzieren ein breites Spektrum an Zytokinen. CD4+-Lymphozyten werden in zwei Subtypen (TH-1 und TH-2) eingeteilt, je nachdem welches Zytokin­profil von ihnen freigesetzt wird (D'Ambrosio 1999, Mosmann und Coffman 1989): Aktivierte TH-1-Zellen mediieren Immun­reaktionen vom verzögerten Typ (zelluläre Immunantwort) und setzen IFN-&#947;&#61484; IL-2 und TNF-&#946; frei. TH-2-Zellen unter­stützen B-Lympho­zyten in der Antikörperproduktion (humorale Immunantwort) durch die Sekretion von IL-4, IL-5, IL-6 und IL-10. Beide T-Zelltypen sind zur Produktion von IL-3, TNF-&#945; und GM-CSF fähig. TH-1 und TH-2 Zytokine haben eine gegen­seitig inhibierende Wirkung. Beispielsweise verhindert IFN-&#947; die Proliferation von TH-2-Lymphozyten (Fernandez-Botran 1988) und umgekehrt IL-10 die klonale Expansion von TH-1-Lympho­zyten (de Waal 1991). Die wechsel­seitige Regulation durch TH-Typ-Lymphokine erlaubt nur einem T-Zell-Subtyp, die Immunantwort gegenüber einem Antigen zu beherrschen.</p>
      <p>Die Aktivierung von Makrophagen, zum Beispiel durch Antigenkontakt bzw. Antigen­phagozytose oder durch Lymphokine (IFN-&#947;), führt durch de novo Synthese von m-RNA zur Sekretion verschie­dener im­munregulierender Substanzen. Dazu gehören Zytokine wie IL-1, IL-6, IL-8, TNF-&#945;, GM-CSF, TGF-&#946;&#61484;&#61472;, IFN-&#947; &#61472;(Beutler und Cerami 1988, Dinarello 1989a, Fausto 1991, Geissler 1989, Gessani und Belardelli 1998, Larsen 1989, Le und Vilcek 1989, Yoshida 1994). Der biologische Effekt dieser Substanzen auf Entzündungs­reaktionen ist vielfältig und unter anderem davon ab­hängig, in welcher Kombination die entspre­chenden Substanzen vorliegen. Auf im­mun­kompetente Entzündungszellen wirken diese Effektorsubstanzen chemotaktisch und aktivi­tätsför­dernd. Des weiteren werden durch sie die Pro­liferation und Differenzierung immunkompe­tenter Zellen wie T-Lymphozyten, Makrophagen und Granulozyten unterstützt. </p>
      <p>Da besonders TNF-&#945; und IFN-&#947; Schlüsselrollen während der Immunantwort einnehmen, wurden deren Kinetik im Blutplasma im Rahmen der hier vorliegenden Studie untersucht. TNF-&#945;, ein über­wiegend durch aktivierte Makrophagen frei­gesetztes Zytokin, ist an der Pathogenese einer Vielzahl von Erkran­kungen des Menschen und entsprechender Tiermodelle beteiligt. Beispiele sind die rheumatoide Arthri­tis (Feldmann 1998), die Enzephalomyelitis (Issazadeh 1995) und verschiedene Formen der Uveitis (Dick 1996, Nakamura 1994, Planck 1994, Wakefield 1999, Woon 1998). TNF-&#945;&#61472; stimuliert Entzündungszellen und Zellen im Gewebsver­band zur Zytokinsekretion (z.B. IFN-&#947;, IL-8). Als Folge wird eine aktivitätsfördernde und chemotaktisch wirkende Zytokinkaskade in Gang gesetzt, die Leukozyten und Endothelzellen zur verstärkten Expression von Adhäsionsmole­küle anregt und somit deren Migration in entzündliche Gewebe fördert (Adams und Lloyd 1997, Carlos und Harlan 1994, Paliard 1988). </p>
      <p>
         <pagenumber id="N104E1" label="36" numbering="arabic" start="36"/>TNF-&#945; im Plasma von EMIU-Tieren ließ eine bi­phasische Kinetik innerhalb des Untersuchungszeit­raumes von zehn Tagen erkennen. Der erste Gipfel von TNF-&#945; am 4. Tag kann als Antwort akti­vierter Makro­phagen auf den Antigenkontakt angesehen werden. IFN-&#947; ist ein von aktivierten Lymphozyten sezernier­tes Lymphokin (Paliard 1988). Am 6. Tag stieg die IFN-&#947;-Konzentration rapide an. Im weiteren Verlauf bis zur Manifestation der EMIU fiel dieser Wert langsam ab. Da am 4. Tag der erste Anstieg des Plasma-TNF-&#945;-Spiegels zu verzeichnen war und in kurzer zeitlichen Folge Maximalwerte von IFN-&#947; gemessen wurden, liegt es nahe, dass zu diesem Zeitpunkt nach vorange­gangener Antigenprozessierung und -präsentation eine Aktivierung von CD4+T-Lympho­zyten durch TNF-&#945; stattgefunden hat. Auf Endothelzellen haben TNF-&#945; und IFN-&#947; insoweit Einfluss, als dass die Expression von MHC-Molekülen induziert wird und zusätz­liche, die Emigration för­dernde Ad­häsionsmoleküle auf der Zelloberfläche exprimiert oder neusynthetisiert werden (Batten 1996, Doukas und Pober 1990, Paleolog 1992). Die intra­vitalmikroskopischen Beobachtun­gen mit einer steigenden Zahl rollender Leuko­zyten zum 6. Tag zeigt die Wirkung dieser Vorgänge auf die Mikrozirkulation. IFN-&#947; wirkt synergistisch mit TNF-&#945; und IL-1. Als positi­ves Feedback-Signal verstärkt es gegen intrazelluläre Antigene gerichtete Ab­wehr­funktionen von Makrophagen (Nathan 1983). Daneben stellen IFN-&#947;, MCP und IL-8 einen proliferations­fördern­den und chemotaktischen Reiz für T-Lymphozyten, Granulozyten und Monozyten dar. Sie migrieren dem Konzen­tra­tionsgefälle folgend zum Entzündungsort, verlassen das Gefäßbett und infil­trieren die betreffenden Gewebe (Becker 2000, Weiss 1998). Daraus resultiert eine relative Verschiebung der zellulä­ren Blut­bestandteile nach extravasal. In histologischen Präparaten von mit Melaninprotein immuni­sierten Tieren überwiegen T-Lymphozyten gegenüber anderen Ent­zündungszellen (McMenamin 1997b), was die konsekutive Abnahme des relativen Anteils der Lymphozyten im peripheren Blutbild erklären könnte. </p>
      <p>Histologische Untersuchungen bei EMIU zeigen eine zunehmende Zahl mono­zytärer Zellen in Iris und Ziliarkörper während der Manifestation der EMIU (McMenamin 1997b). Die Proliferation und Rekrutierung von Lymphozyten, Granulozyten und besonders von Makrophagen in uveales Gewebe könnte zu dem zweiten, stärker aus­geprägten Anstieg des Plasma-TNF-&#945; am 10. Tag führen. Broekhuyse konnte durch späte Makro­phagen­depletion die gewebsdestruktiven Effektor­funktionen von Makrophagen ausschließen (Broekhuyse 1997). Möglicherweise haben rekru­tierte Makrophagen bei EMIU die Funktion, Zelltrüm­mer abzuräumen oder sie sind in Wundhei­lungsprozesse einbezogen. Bei einem anderen Modell der experimentellen Uveitis, der Endotoxin-induzierten Uveitis (EIU), sind verminderte entzündliche Veränderungen des Augenvorder­ab­schnittes nach Makrophagendepletion mit liposomalem Clo­dronat nachweisbar (Pouvreau 1998, Salkowski 1995). Dennoch wurde durch Makrophagendepletion bei EIU die Proteinexsu­dation und Zellinfiltration in das Kammerwasser weit weniger supprimiert als in der vorliegenden Arbeit. Die EIU wird durch proinflammatorische Zytokine mediiert, die nach Endo­toxinreiz neben Makrophagen auch durch T-Lymphozyten, Mastzellen, Endothel­zellen und Granu­lozyten freige­setzt werden. Im Fall der EIU zeigt eine Makrophagendepletion daher nur eine einge­schränkte antiinflammatorische Wirkung. Bei der EMIU hatte eine fortdauernde Behandlung mit liposomalem Clodronat weder am 8. noch am 10. Tag einen nennenswerten Anstieg von TNF-&#945; im Blut­plasma zur Folge, was die Depletion von Makrophagen widerspiegelt. Insofern wäre gleicher­maßen der Signalfluss zu weiteren Entzündungs­zellen unterbunden, die Initiierung von Proliferation und Rekru­tierung kann, wie in den vitalmikroskopischen Parametern und dem Differentialblutbild erkennbar, nicht statt­finden. Entsprechende Hinweise ergeben sich aus dem erst zum 10. Tag im Plasma nachweisbaren IFN-&#947; bei mit Clodronat-Lipo­somen behandelten Tieren. Hierbei könnte es sich um eine durch noch vorhandene Makrophagenpopulationen statt­gefundene Aktivierung von Entzün­dungszellen han­deln. Weitere Ursachen des IFN-&#947;-Anstiegs bestehen in der Präsentation des Anti­gens stellvertretend durch andere phago­zytierende Zellen, die durch Clodronat unbeeinflusst bleiben. </p>
      <p>Nach dem Zusam­menbruch der Blut-Kammerwasser-Schranke infolge entzündlicher Ver­änderun­gen und des Endothelschadens ist zu erwarten, dass die Zytokinkonzentrationen im Kam­mer­wasser ähnlich der im Blutplasma gemessenen sind. Ein paralleler Verlauf von TNF-&#945; in Serum und Liquor ist bei der Expe­rimentellen autoimmunen Enzephalomyelitis nachweisbar (Villaroya 1996). Bei EMIU wurden bisher keine direkten Untersuchungen von Zytokinen im Kammer­wasser vorgenom­men. Woon et al. stellten jedoch eine ge­steigerte TNF-&#945;-mRNA-Synthese in Iris und Ziliarkörper bei vollständiger Manifestation der EMIU fest (Woon 1998). Demgegenüber war die IFN-&#947;-mRNA-Synthese zu diesem Zeitpunkt in Iris und Ziliarkörper nur marginal erhöht, wogegen in peripheren Lymphknoten eine vielfach höhere Expression von IFN-&#947; nach­gewiesen werden konnte. Es ist denkbar, dass als Antwort auf die Antigenexposition eine Aktivierung von TH-Lym­phozyten peripher stattfindet. </p>
      <p>
         <pagenumber id="N104EE" label="37" numbering="arabic" start="37"/>In dieser Studie wurde erstmals die Methode der Intravitalmikroskopie an einem autoimmunolo­gischen Entzündungsmodell angewandt, um die Leukozyten-Endothel-Interaktion zu untersuchen. Pathophysiolo­gische Mechanismen der Zellrekrutierung zum Entzündungsort waren so direkt zu beobachten. Die ver­minderte Zahl rollender und fest haftender Leukozyten nach Makrophagen­depletion weist auf die entscheidende Rolle von Makrophagen während der Frühphase der EMIU hin. Die EMIU ist eine rekurrie­rende okuläre Entzündung. Weitere Studien werden zeigen, welche Bedeutung den Makrophagen im Rezidiv zukommt.</p></chapter><chapter id="chapter5" label="5"><head>
         <pagenumber id="N104F5" label="38" numbering="arabic" start="38"/>Zusammenfassung</head>
      <p>Die Experimentelle Melaninprotein induzierte Uveitis (EMIU) ist ein Modell für die akute Uveitis anterior mit nichtinfektiöser Genese. In den Krankheitsprozess sind die Iris und die Choroidea invol­viert, die Netz­haut wird primär ausgespart. Es ist bekannt, dass Makrophagen eine entscheidende Funktion in der Pathogenese autoimmuno­logischer Krankheitsprozesse ausüben.</p>
      <p>Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Leukozyten-Endothelzell-Interaktion bei der EMIU <em>in vivo</em> zu charakterisieren und zu quantifizieren. Die Studie sollte zusätzlich klären, inwieweit Makro­phagen bei der EMIU Einfluss auf die Entzündungsreaktion und die Leukozyten-Endothel-Inter­aktion haben. Zu diesem Zweck wurden schon vor einer Immunisation mit Melanin-assoziiertem Protein Makrophagen depletiert. Clodronat-Liposomen sind für ihre selektiv makrophagentoxische Wirkung bekannt. Nach Internalisation der Liposomen wird Clodronat frei­gesetzt und löst den apoptotischen Zelltod aus.</p>
      <p>Die EMIU wurde bei Lewisratten durch eine intraperitoneale Injektion einer Emulsion aus bovinem Mela­nin-assoziiertem Protein, komplettem Freund-Adjuvans und Pertussistoxin induziert. Die Intravital-Fluo­reszenz-Mikroskopie ist eine gut geeignete Methode, um die Entzündungs­reaktion auf mikrovaskulärer Ebene zu analysieren. Während der Frühphase der EMIU ermöglichte dieses Verfahren eine Analyse des Leukozytenverhaltens am vaskulären Endothel von postkapillären Iris­venolen am 4., 6., 8. und 10. Tagen nach Immunisation (p.i.). An den Tagen -2, 1, 4, 6 bzw. 8 p.i. wurden die Tiere mit lipo­somalem Clodronat behandelt. In Anschluss wurde am 8. und 10. Tag p.i. die vitalmikroskopische Quanti­fizierung der Leukozyten-Endothel-Interaktion durchgeführt. Der Zell- und Protein­gehalt des Kammerwassers, das Differentialblutbild und die Konzentrationen von TNF-&#945; und IFN-&#947; im Blutplasma wurden als zusätzliche Verlaufsparameter bestimmt. </p>
      <p>Die Methode der Intravitalmikroskopie ist bei der EMIU grundsätzlich bis zum 10.Tag p.i. anwend­bar. Zu späteren Zeitpunkten wird die Bildqualität extrem durch die Ex­sudation von Fibrin in die Vorderkammer beeinflusst. In Spaltlampenuntersuchungen konnten keine Entzündungszeichen des Vorderabschnittes bei mit liposomalem Clodronat behandelten Tieren beobachtet werden. Im Gegensatz dazu zeigte sich bei Tieren mit EMIU eine akute Entzündungssymptomatik mit Horn­hautpräzipitaten und hinteren Synechien bis hin zur Ausbildung einer Iris bombata. Intravitalmikro­skopisch war bei makro­phagendepletierten Tieren eine Suppression der Leukozyten-Endothelzell-Interaktion nachweisbar. Die Verlaufs­parameter Zellinfiltration und Proteinexsudation in das Kam­merwasser waren ebenfalls stark erniedrigt.</p>
      <p>Ver­änderungen der Leukozyten-Endothel-Interaktion können vor einem Anstieg von Zellen und Protein im Kammerwasser beobachtet werden. Das hier an der EMIU an­gewandte Behandlungs­chema mit liposo­malem Clodronat blockierte den Einfluss von Makrophagen auf die Entzündungs­reaktion sehr effizient. Die vor der Immunisation mit Melanin-assoziiertem Antigen beginnende und bis zum erwarteten Entzün­dungs­ausbruch fortgeführte Makrophageneliminierung verhindert offen­bar die Induktion der EMIU. Im Gegensatz dazu zeigte die in einer anderen EMIU-Studie zu einem späten Zeit­punkt und während der Manifestation der EMIU vorgenommene Makro­phagendeple­tion keine Auswirkung auf die Entwicklung der Entzündungs­symptomatik. Daher kann angenommen werden, dass Makrophagen die Initiatoren der intraokularen Ent­zündung bei EMIU sind. Die vor­genommene Makrophagen­eliminierung hatte einen supprimierenden Effekt auf die Leukozyten-Endothel-Interaktion und verhinderte damit die Leukozyten­rekrutierung in uveales Gewebe. Makrophagen präsentieren als &#8222;körperfremd&#8220; erkannte Antigene gegen­über Mediator- und Ef­fektorzellen und sezernieren proinflammatorische Zytokine. TNF-&#945; zeigte am 4. Tag bei unbehan­delten EMIU-Tieren vor allen anderen untersuchten Parametern ansteigende Werte. Es ist zu ver­muten, dass zu diesem frühen Zeitpunkt eine Aktivierung der Makrophagen statt­gefunden hat und dass Makrophagen Fragmente des Melanin-assoziierten Proteins gegenüber T-Lymphozyten prä­sentieren. Die ent­scheidende Rolle von Makrophagen in frühen Entzündungsstadien ist durch die periphere Aktivierung von T-Lymphozyten und anderen Effektorzellen sowie die Sekretion inflam­matorisch wirkender Zytokine bedingt.</p>
      <p>Die Ergebnisse dieser Studie unterstreichen die bedeutende Rolle von Makrophagen für die Initia­tion autoimmunologischer Entzündungsprozesse. </p></chapter></body>
   <back id="N1050F">
      <abbreviation id="N10511">
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            <pagenumber id="N10515" label="6" numbering="arabic" start="6"/>Abkürzungsverzeichnis</head>
         <p>
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                           <p>ARVO</p>
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                           <p>Association for Research in Vision and Ophthalmology</p>
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                           <p>BMA</p>
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                           <p>bovines Melanin-assoziiertes Antigen</p>
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                           <p>C5a</p>
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                           <p>aktivierter Komplementfaktor 5</p>
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                           <p>CD</p>
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                           <p>Cluster of Differentiation</p>
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                           <p>CFA</p>
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                           <p>Complete Freund´s Adjuvans</p>
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                           <p>CL<sub>2</sub>MBP</p>
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                           <p>Clodronat, Clodronsäure, Dichlormethylendiphosphonat (DMDP)</p>
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                           <p>EAAU</p>
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                           <p>Experimentelle autoimmune anteriore Uveitis (Synonym: EMIU)</p>
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                           <p>EAE</p>
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                           <p>Experimentelle autoimmune Enzephalitis</p>
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                           <p>EAN</p>
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                           <p>Experimentelle autoimmune Neuritis</p>
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                           <p>EAPU</p>
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                           <p>Experimentelle autoimmune Pigmentepithelmembran-Protein-induzierte Uveitis</p>
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                           <p>EAU</p>
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                           <p>Experimentelle autoimmune Uveitis</p>
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                           <p>EIU</p>
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                           <p>Endotoxin induzierte Uveitis</p>
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                           <p>ELAM</p>
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                           <p>endothelial-leucocyte adhesion molecule</p>
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                           <p>ELISA</p>
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                           <p>Enzyme-linked immunosorbent assay</p>
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                           <p>EMIU</p>
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                           <p>Experimentelle Melaninprotein-induzierte Uveitis</p>
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                           <p>ESL</p>
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                           <p>E-selectin ligand</p>
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                           <p>FMLP</p>
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                           <p>Formyl-Methionyl-Leucyl-Phenylalanin</p>
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                           <p>GlyCAM </p>
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                           <p>Glycosylation-dependent cell adhesion molecule</p>
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                           <p>GM-CSF</p>
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                           <p>Granulocyte/macrophage-colony stimulating factor</p>
                        </entry>
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                           <p>HLA</p>
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                           <p>human leucocyte antigen (Synonym: MHC)</p>
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                           <p>i.p.</p>
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                           <p>intraperitoneal</p>
                        </entry>
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                           <p>ICAM</p>
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                           <p>intercellular adhesion molecule</p>
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                           <p>IFN</p>
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                           <p>Interferon</p>
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                           <p>IL</p>
                        </entry>
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                           <p>Interleukin</p>
                        </entry>
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                           <p>LFA-1</p>
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                           <p>lymphocyte function-associated antigen 1; CD11a-CD18</p>
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                           <p>LPS</p>
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                           <p>Lipopolysaccharide (Zellwandbestandteile grammnegativer Bakterien)</p>
                        </entry>
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                           <p>LTB4</p>
                        </entry>
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                           <p>Leukotrien B4</p>
                        </entry>
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                           <p>Mac-1</p>
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                           <p>macrophage-1 antigen; CD11b-CD18</p>
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                           <p>MAdCAM</p>
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                           <p>mucosal addressin cell adhesion molecule</p>
                        </entry>
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                           <p>MCP</p>
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                           <p>monocyte chemotactic protein</p>
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                           <p>MHC</p>
                        </entry>
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                           <p>mean histocombatibility complex</p>
                        </entry>
                     </row>
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                           <p>MIP</p>
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                           <p>macrophage inflammatory protein</p>
                        </entry>
                     </row>
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                           <p>mRNA</p>
                        </entry>
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                           <p>messenger RNA</p>
                        </entry>
                     </row>
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                           <p>MW</p>
                        </entry>
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                           <p>Mittelwert</p>
                        </entry>
                     </row>
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                           <p>N.</p>
                        </entry>
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                           <p>Nervus (Nn. &#8211; Plural)</p>
                        </entry>
                     </row>
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                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>p.i.</p>
                        </entry>
                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>post immunisationem</p>
                        </entry>
                     </row>
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                           <p>PAF</p>
                        </entry>
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                           <p>platelet-activating factor</p>
                        </entry>
                     </row>
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                           <p>PBS</p>
                        </entry>
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                           <p>phosphate buffered saline</p>
                        </entry>
                     </row>
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                           <p>PECAM</p>
                        </entry>
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                           <p>platelet-endothelial cell adhesion molecule</p>
                        </entry>
                     </row>
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                           <p>PEP-65</p>
                        </entry>
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                           <p>ein aus retinalem Gewebe aufgereinigtes Peptid</p>
                        </entry>
                     </row>
                     <row>
                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>PSGL</p>
                        </entry>
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                           <p>P-selectin glycoprotein ligand</p>
                        </entry>
                     </row>
                     <row>
                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>PTX</p>
                        </entry>
                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>Pertussistoxin</p>
                        </entry>
                     </row>
                     <row>
                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>RPE</p>
                        </entry>
                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>Retinales Pigmentepithel</p>
                        </entry>
                     </row>
                     <row>
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                           <p>SDS</p>
                        </entry>
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                           <p>Sodeumdodecyl­sulfat</p>
                        </entry>
                     </row>
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                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>SF</p>
                        </entry>
                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>Standardfehler</p>
                        </entry>
                     </row>
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                           <p>SleA/X</p>
                        </entry>
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                           <p>sialyl-Lewis-a/x</p>
                        </entry>
                     </row>
                     <row>
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                           <p>TBS</p>
                        </entry>
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                           <p>TRIS buffered saline</p>
                        </entry>
                     </row>
                     <row>
                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>TGF</p>
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                           <p>transforming growth factor</p>
                        </entry>
                     </row>
                     <row>
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                           <p>TH</p>
                        </entry>
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                           <p>T-Helfer-Zelle</p>
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                           <p>TNF</p>
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                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
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                           <p>VCAM</p>
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                           <p>vascular cell adhesion molecule</p>
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                     </row>
                     <row>
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                           <p>Vv.</p>
                        </entry>
                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>Venae</p>
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                     </row>
                  </tbody>
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            <pagenumber id="N10D65" label="47" numbering="arabic" start="47"/>Danksagung</head>
         <p>An erster Stelle danke ich meinem Doktorvater, Herrn Oberarzt Prof. Dr. med. <strong>Uwe Pleyer</strong>, Universitäts-Augenklinik Charité, für die Unter­stützung und seine starkes Interesse an diesem Projekt. Sein außerordentliches Fachwissen war mir bei der Planung und Umsetzung der Experimente sehr hilfreich. </p>
         <p>Mein spezieller Dank geht an Herrn Oberarzt Dr. med. <strong>Holger Baatz</strong>, Universitäts-Augenklinik Frankfurt am Main, der mich<strong/>nicht nur für die wissenschaftliche Arbeit im Fachgebiet der Augenheilkunde be­geisterte, son­dern sie auch stets mit persönlichem Engagement und Kompetenz begleitete und förderte. Jederzeit stand seine Tür für anstehende Fragen und kritische Diskussionen offen. </p>
         <p>Frau Dr. <strong>Regina Reszka</strong>, Leiterin der Arbeitsgruppe &#8222;Drug targeting&#8220; am Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch gilt mein besonderer Dank für ihr Entgegenkommen bei der Bereit­stellung der für die Liposomenherstellung notwendigen Apparaturen. </p>
         <p>In diesem Zusammenhang möchte ich Frau <strong>Jana Richter</strong> (MTA) danken, die mich mit großer Ge­duld und Sorgfalt in die technischen Details der Herstellung von Liposomen einführte. Desgleichen gilt mein Dank der <strong>Firma Boehringer-Mannheim</strong> für das freundliche Überlassen der für diese Studie notwendigen Menge Clodronat.</p>
         <p>Im Besonderen danke ich Frau <strong>Beate Edelmann</strong> und allen Mitarbeitern des Forschungslabors der Augenklinik Charité (Ziegelstrasse 9) für die hilfreiche Unterstützung meiner Arbeit und die angenehme Zusammenarbeit. </p>
         <p>Herr Prof. Dr. Dr.(F) <strong>Christian Hartmann</strong> schließlich versteht es als Direktor der Klinik und Poli­klinik für Augenheilkunde der Charité, jene Möglichkeiten zu schaffen, die für wissenschaftliches Arbeiten unab­dingbar sind. Sein beständiges Interesse gilt dabei sowohl der wissenschaftlichen Diskussion als auch seinen Mitarbeitern. Ihm sei an dieser Stelle ebenfalls herzlich gedankt.</p>
      </acknowledgement>
      <vita id="N10D94">
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            <pagenumber id="N10D98" label="48" numbering="arabic" start="48"/>Lebenslauf</head>
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                           <p>Geburtsdatum/-ort:</p>
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                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>27. Juli 1972 in Dresden</p>
                        </entry>
                     </row>
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                           <p>Eltern:</p>
                        </entry>
                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>Dipl.- Ing. Hans-Peter Puchta, Architekt</p>
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                     </row>
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                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>Dr. med. Barbara Puchta, geb. Kessler, Fachärztin für Augenheilkunde</p>
                        </entry>
                     </row>
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                           <p>Geschwister:</p>
                        </entry>
                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>Dipl.- Ing. Ulrike Deckert, Architektin</p>
                        </entry>
                     </row>
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                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>Nationalität:</p>
                        </entry>
                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>deutsch</p>
                        </entry>
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                           <p>1979 &#8211; 1989</p>
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                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>Polytechnische Oberschule, Dresden</p>
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                           <p>1989 &#8211; 1991</p>
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                           <p>Evangelisches Kreuzgymnasium Dresden</p>
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                           <p>1991 &#8211; 1992</p>
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                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>Zivildienst an der Klinik für Chirurgie, <br/>Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus <br/>der Technischen Universität Dresden</p>
                        </entry>
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                           <p>1993</p>
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                           <p>Immatrikulation zum Humanmedizinstudium an der Charité, <br/>Medizinischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin</p>
                        </entry>
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                           <p>1995</p>
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                           <p>Ärztliche Vorprüfung</p>
                        </entry>
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                           <p>1996</p>
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                           <p>1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung</p>
                        </entry>
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                           <p>5/1999</p>
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                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung</p>
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                           <p>5/1999</p>
                        </entry>
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                           <p>Beginn des Praktischen Jahres (PJ):</p>
                           <p>
                              <em>Chirurgie:</em> Kreisspital Männedorf, Schweiz <br/>(Prof. Dr. Hollinger)</p>
                           <p>
                              <em>Augenheilkunde:</em> Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Charité,<br/> Humboldt-Universität zu Berlin <br/>(Prof. Dr. Dr. Hartmann)</p>
                           <p>
                              <em>Innere Medizin:</em> evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, Berlin <br/>(Prof. Dr. Schulte)</p>
                        </entry>
                     </row>
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                           <p>5/2000</p>
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                           <p>3. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung</p>
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                           <p>7/2000 &#8211;5/2001</p>
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                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>Arzt im Praktikum, Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Charité,<br/> Humboldt-Universität zu Berlin <br/>(Prof. Dr. Dr. Hartmann)</p>
                        </entry>
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                           <p>6/2001</p>
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                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>Arzt im Praktikum, Klinik für Augenheilkunde <br/>der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main<br/>(Prof. Dr. Ohrloff)</p>
                        </entry>
                     </row>
                     <row>
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                           <p>1/2002</p>
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                        <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                           <p>Arzt in Weiterbildung, Klinik für Augenheilkunde <br/>der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main<br/>(Prof. Dr. Ohrloff)</p>
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                     </row>
                  </tbody>
               </tgroup>
            </table>
         </p>
         <p>
            <pagenumber id="N10F58" label="49" numbering="arabic" start="49"/><strong>Vorabveröffentlichungen</strong></p>
         <p>J. Puchta, H. Baatz, U. Pleyer, Chr. Hartmann, Leukocyte-endothelium interaction in experimental melanin-induced uveitis. <em>Invest.Ophthalmol.Vis.Sci.</em> 1999;40(4): S142 </p>
         <p>H. Baatz, J. Puchta, U. Pleyer, Chr. Hartmann, Leukocyte-endothelium interaction in experimental melanin-induced uveitis. <em>Ophthalmic Res.</em> 1999;31 <em>(Suppl.1)</em>
         </p>
         <p>J. Puchta, U. Pleyer, R. Reszka, H. Baatz, Makrophagendepletion mit liposomalem Clodronat hemmt die Leukozyten-Endothel-Interaktion bei Experimenteller Melanininduzierter Uveitis (EMIU). <em>Ophthalmologe </em>2000;97: S96<em/>
         </p>
         <p>J. Puchta, U. Pleyer, R. Reszka, H. Baatz, Suppression of experimental melanin-induced uveitis (EMIU) after macrophage depletion with liposomal clodronate <em>Invest.Ophthalmol.Vis.Sci.</em> 2001;42(4): S914 </p>
         <p>H. Baatz, J. Puchta, R. Reszka, U. Pleyer, Macrophage depletion prevents leukocyte adhesion and disease induction in experimental melanin-protein-induced uveitis. <em>Exp. Eye Res. </em>2001; 73:101-109</p>
         <p>J. Puchta, U. Pleyer, R. Reszka, H. Baatz, Makrophagendepletion hemmt die Leukozytenrekrutierung bei Experimenteller Melanin-induzierter Uveitis (EMIU). <em>Ophthalmologe </em>(zur Publikation eingereicht)</p>
      </vita>
      <declaration id="N10F88">
         <head>
            <pagenumber id="N10F8C" label="50" numbering="arabic" start="50"/>Eidesstattliche Erklärung</head>
         <p>Ich erkläre an Eides Statt, dass die Dissertation von mir selbst und ohne die Hilfe Dritter verfasst wurde. Des Weiteren stellt die Schrift auch in Teilen keine Kopie anderer Arbeiten dar und die be­nutzten Hilfsmittel sowie die Literatur sind vollständig angegeben.</p>
         <date/><p/>
      </declaration>
   </back>
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