Anhang

Stadtvertreter/leitende Verwaltungsangestellte/ Bibliotheksmitarbeiter . Interviews

Übersicht über die Teilnehmerzahl und Teilnehmerstruktur

Samplezusammensetzung –

Stadtvertreter/leitende Verwaltungsangestellte/Bibliotheksmitarbeiter

Untersuchung 2002

Die Interviews sind mit folgender Teilnehmerzahl durchgeführt worden:

Stadtvertreter

Leitende

Verwaltungsang e stellte

Bibliotheksmitarbe i ter

Interviews

13 von 24

4 von 6

2 von 3

Die Interviews fanden im Zeitraum vom 29.04.02 bis 04.11.02 statt.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen wird in der publizierten Fassung die Zuordnung der Interviewpartner zu den drei Gruppen verdeckt. Ferner sind in den Interviewprotokollen Passagen, die einen unmittelbaren Rückschluss auf die Person erlauben, markiert.

******************** . Interviewtranskriptionen

Interviewtranskription: Montag, 29.07.2002

Teilnehmer: **** ****** 263

Kann die Bibliothek einen Beitrag zu den Zielen der Stadt leisten?

Teilnehmer 1: Ja, das ist gar nicht so einfach zu sagen. Aus meiner Sicht und nach diesem kurzen Run d gang [durch die Bibliothek] und von der inhaltlichen Ausgestaltung der Bibliothek und meinem Wissen leistet die Bibliothek einen guten Beitrag für die En t wicklung der Bürger in der Stadt, und damit natürlich auch für die Stadt. Und wir haben ja, zumindest meine Sicht von dem Abarbeiten der Blätter, die sie uns zur Verfügung gestellt haben, herausgearbeitet, dass die Bildungs- und Ausbildungserweiterung der Me n schen das Wichtigste sein muss, was eine Bibliothek zu leisten hat. Und die Wolgaster Bibliothek leistet diese Sache. Persönlich bin ich der Meinung, dass so wie das jetzt auch vorhanden ist, dass alle Säulen oder Rollen, wie Sie das nennen, in der Bibliothek erhalten bleiben müssen. Dass keine Rolle, sag’ ich mal, verschwindet aus dem Bestand der Bibliothek. Sicher nicht einfach zu machen, aber eben, um umfassende Gebiete abarbeiten zu können, ist das aus meiner Sicht sehr wichtig.

breites Angebot

Die Breite, dann erreicht man fast alle, sag’ ich mal. Oder fast alle Wissensgebiete. Und die Tiefe natürlich, in den Rollen oder Gebieten, die für die Entwicklung des Menschen wichtig sind. Sicher ist das schön, wenn Sie sagen, dass einer mit Hilfe der Bibliothek einen Arbeitsplatz findet, aber, ist ganz sicher die Ausnahme. Schön wäre, dass man natürlich erweitern könnte. Da glaube ich nicht so recht dran. Aber alleine schon, ich sag’ mal, im Bildungs- und Ausbildungsangebot den Menschen zu helfen, und über diesen Weg findet man ja auch Arbeit, ohne dass man das der Bibliothek nun zuschreiben kann. Aber es ist ein kleiner Beitrag, den die Bibliothek leisten kann, auch, um den Menschen zu helfen und damit der Entwicklung der Stadt. Jeder Mensch der Arbeit findet, hier findet, das ist ja das Entscheidende, der trägt auch einen Beitrag zu Stadt bei.

Kennen Sie Menschen, die erzählt haben, dass sie dank der Bibliothek etwas erreicht haben?

Eigentlich, konkret nicht. Ich kenn’ das nur aus der Familie. Meine Tochter, die in „Y“ 264 studiert, die sich viele Fachbücher auch hier ausleiht, in dieser Bibliothek, die eben helfen, das Studium besser zu verstehen und besser zu erarbeiten. Mit anderen Menschen hab’ ich in dieser Richtung noch keinen Kontakt aufgenommen. Ja, ich sag’ mal, das wird vielen anderen genauso ergehen.

Teilnehmer 2: Ja, was soll ich jetzt dazu sagen? Ja, viel anders geht mir das auch nicht. Ich war das letzte Mal hier selber, ja Gott, als ich noch selber zur Schule gegangen bin. Als man noch Schüler war, vor Vo r trägen, die man da ausarbeiten musste, war man regelmäßig hier. Um Gottes willen, also für die schul i sche Ausbildung muss ich sagen, denk’ ich mal, dass es hier jedem hilft bei dem Bestand an Fachliteratur. Und ich denke mal, dass auch viele Schüler die Bibliothek nutzen, in solche Richtung. Auch jetzt noch. Bloß, wie gesagt, danach liegen die Interessen auch woanders, zumindest was Jugendliche angeht. Ich denke mal, dass man viele Informationen, die man so über die normalen Schulbücher nicht gekriegt hätte, nicht anderweitig hätte organisiert können, als hier. Das steht fest. Das heißt, ich sag’ mal, die Fachbücher, gerade auch bei dem Preis, wenn man sich die gekauft hätte. Das geht gar nicht, weil, ich sage mal, so auch in den letzten Jahren so, 10. Klasse, 11. Klasse und dann zur Prüfung hin. So Fachbücher kann man sich selber gar nicht kaufen, auch unsere nicht, wäre auch unsinnig, weil man die sowieso nur ein- oder zweimal braucht. So als einzelne Person, meine ich. Die Schule an sich, da stehen wir vorm gleichen Problem, hat auch kein Geld, um sich alle Fachbücher zu kaufen, die man sich dann aber dort auch nicht ausleihen kann. Muss ich mir dann da durchlesen und jedem liegt das immer nicht so, sich in die Aula zu setzen und sich das Fachbuch zu nehmen und drei Stunden noch nach Schulende, ich sag’ mal, nach acht Stunden Schule auch noch drei Stunden für die nächste Arbeit in der Schule vorzubereiten.

Beitrag der Bibliothek zur Stadtentwicklung, Bezug nehmend auf eine Broschüre, die Ziele der Stadt beinhaltet

Teilnehmer 1: In der Vorbereitung unseres Gesprächs haben wir noch mal tief gelesen, sag’ ich mal. [die Broschüre]

Teilnehmer 2: Das Problem ist ganz einfach. Was wir vorhin schon gesagt haben, ich sag’ mal, wenn man dort in Richtung DVD oder CD-Rom oder auch CD weiter gehen will. Das ist so ein Spektrum, was relativ schnell veraltert, d.h. man braucht dort natürlich viel Geld. Das ist ganz klar. Und dann, ich les’ das hier mal als Überschrift: „Für alle Altersgruppen“. Dann hätte ich ja auch was für alle Altersgruppen. Dann kriegt man diese Jugendlichen, die aus der Schule raus sind, sicherlich hierher. Weil gerade diese DVD- Geschichte, ich sag’ mal so, weil eine DVD, die da mit 100 Mark oder 50 Euro dort ins Portmonee schlägt. Da überlegt sich sicherlich der eine oder andere, ob er nicht hier die 10 Euro ausgibt im Jahr, um sich hier mal eine DVD zu leihen. Weil, ich sag’ mal, selbst diese professionellen Anbieter, wie die Videotheken, die jetzt auf diese Schiene gehen-, das kostet auch alles richtig Geld. Ich sag’ mal, gerade die Jugend hat ja kaum Geld, zumindest alle, die aus der Schule kommen, die dort in Ausbildung sind usw. Ja, wie schon vorhin gesagt, wie mit dieser CD-Rom – Geschichte, wo ich nur so ein Skelett zu stehen habe – ist ja auch keinem geholfen. Wenn, dann muss jedes Jahr kontinuierlich dort Geld rein gesteckt werden, und das man dann auch auf den neuesten Stand bleibt. Ansonsten hat das alles keinen Sinn.

Wäre das möglich?

Teilnehmer 1: Man sollte es versuchen. Sicher sind die Finanzen schlecht bestellt, aber, ob es nun Ziel sein kann, so wie „X“265 eben sagt, mit aller Gewalt eine große Breite zu erreichen oder viele Bürger hier rein zu locken, glaub’ ich, kann es nicht sein. Ich glaub’, da gehen Sie den richtigen Weg, ob Sie sagen zielgerichtet, ich sag’ mal, auch Gebiete, wo der Bürger, Schüler, Jugendliche ihr Wissen vertiefen können und auch Randbereiche zu erreichen. Aber mit aller Gewalt etwas aufzubauen, um denn zu sagen, Menschenskind, ich hab’ jetzt 5000 Leser mehr, oder 5000 Nutzer der Bibliothek mehr – das kann’s ja auch nicht gewesen sein. Dann würde ich, sag’ jetzt mal, um nicht beim Geld zu bleiben, aber das Geld würde hinten und vorne nicht reichen. Dann verzetteln wir uns ganz schön viel und sagen: „Mensch, wir können uns da, wo wir eigentlich wollen und einen guten Ansatz haben auch nichts Neues mehr leisten“ und gehen so ein bisschen weg da. Wir sollten uns, meiner Meinung nach- ich bin nicht Leser der Bibliothek, oder nicht, indirekter Leser der Bibliothek, so muss ich das mal sagen- vielleicht mal genauer in so einer Broschüre sagen: was hat die Bibliothek eigentlich. Denn, wenn ich jetzt die Bundesgesetze gesehen habe, das geht mir so und sicherlich auch vielen anderen Menschen, die sagen: „Ich weiß damit nichts anzufangen und ich weiß gar nicht, wo ich das herkriege“. Ich hab’ bisher gar nicht gewusst, dass es so eine Sammlung gibt. [Gemeint ist die Loseblattsammlung „Bundesrecht“, die er gerade gesehen hat]. Nee, das muss schon richtig ausgebaut werden. Aber, ich sag’ mal, wie weit und wo, muss man eben zielgerichtet überlegen. Kann ich jetzt auch so nicht sagen.

Wobei man selbst weiß, wie das aussieht und Sie sagen das: „Bibliothek ist ja Treffpunkt“. Da haben wir davor darüber gesprochen, dass die Menschen auch regelmäßig, täglich hierher kommen und ausgehend von den Räumlichkeiten kann die Bibliothek das nicht umfassend erfüllen, muss ich mal sagen, aus meiner Sicht, ohne dass mir das einer gesagt hat, aber das sieht man hier. Wenn ich hier „Treffpunkt“ haben will, und das soll auch so sein, das muss noch ausgebaut werden, muss die Stadt oder wir als ************** unbedingt was tun, um die Räumlichkeiten der Bibliothek, oder den Ansprüchen, gerecht zu werden, sag’ ich mal. Das hat mit der inhaltlich guten Sache nichts zu tun. Da haben Sie auch keinen Einfluss drauf. Da muss die Stadt, und die Stadtvertreter müssen etwas tun.

Teilnehmer 2: Ja, sicher, ich sag’ mal, wenn man das als Schüler nicht gebraucht hätte, wäre man nicht hergekommen. Das ist einfach so. Zumindest in diesem Alter, muss ich sagen, habe ich mir auch schon Bücher mitbringen lassen von meiner Schwester, oder jetzt von der Mutter. Die Schwester ist ja mehr in „Y“, wo man ganz einfach sagt: „Mensch, wo find’ man so was dann? Du gehst doch heut’ wieder“, weil wir haben in der Küche einen großen Kalender zu hängen und dann steht darin: „Bücher wieder zur Bücherei zurückbringen“, oder wie auch immer, und sagt: „Du gehst doch heut’ sowieso. Guck’ doch mal.“ So, und dann bringt sie meistens auch was mit. Also, ich sag’ mal, selbst jetzt auch hilft es, ab und zu. Bloß, ich sag’ mal, wenn man das für die Schule nicht gebraucht hätte, dann gut, glaube ich nicht, das - . Zumindest nicht die Masse. Einige sicherlich trotzdem.

Ja gut, was stand heut’ in der Zeitung von Monats-: „Der Deutsche liebt das Buch doch eigentlich mehr als den Fernseher.“ Zumindest hat das so in der Umfrag ausgesehen. Ich muss von mir persönlich selber auch sagen, zumindest, ich hab’ auch wenig Zeit momentan. Ich les’ im Moment auch mehr, als ich Fernsehe gucke wie gesagt, von mir ausgegangen. Im Moment muss ich ganz ehrlich sagen, ist mir die Zeit zu schade, mich dort jeden Tag drei, vier, fünf Stunden vorm Fernseher zu setzen. D.h. ich lese jeden Morgen Zeitung, je nachdem wie interessant und spannend die Zeitung nun so aufgemacht ist, einmal, und kommt es darauf an, wie lange das dauert. Dann hab’ ich meine Zeitschriften, die ich regelmäßig zugesendet krieg’, wo ich auf jeden Fall vier, fünf Stunden in der Woche drin lese. Ja, und dann liest man noch ein Buch nebenbei, und mehr Zeit bleibt da auch schon gar nicht mehr. Dann ist da noch das Internet, wo man sich schnell mal eine Information holt. So, und wie gesagt, der Fernseher schaltet eigentlich ganz aus. Also, das Interessante, was für mich im Fernseher läuft, ist Fußball. Das läuft im Moment.

Teilnehmer 1: Wie gesagt, das ist irgendwo eine Zeitfrage. Persönlich geh’ ich von aus, mit Garten und so was - . So, dann fang’ ich an um 13.00 Uhr zu arbeiten bis 21.30 Uhr. Also, wenn ich jetzt sagen würde, ich les’ danach, das glaubt mir kein Mensch. Mach’ ich nämlich auch gar nicht. Dann bist du irgendwie zu Hause, dann trinkst’ noch ein Bier und gehst’ ins Bett. Duschst noch, und dann bist du verschwunden, sag’ ich mal. So, ich lese aber, wenn ich unterwegs bin. Ich bin ja viel unterwegs, in 10 Tagen immer mal. So, und wenn du dann abends alleine im Hotel sitzt, dann hab’ ich ein Buch in der Tasche, was auch nicht jeder von unsern Fahrern hat, muss ich sagen. Manche sagen auch: „Liest du noch? Bist du denn blöd?“ Aber woanders habe ich gar keine Zeit, ein Buch zu lesen. Sicher, Zeitung und sonst was, aber das ist ja beim Frühstück. Das ist ja was ganz Normales. Das macht man seit Jahrzehnten so. Das geht gar nicht anders. Wenn die Zeitung nicht da ist, dann bist du morgens schon sauer, wenn sie mal später kommt, was ja, Gott sei dank, selten ist.

Leseförderung

Das ist gut, dass das so ist. Die Medienvielfalt die da ist, ich sag’ mal, wird ja auch von jedem genutzt und das bequemste Medium ist der Computer und das Fernsehen. So, und da brauche ich auch nichts zu tun, da mach’ ich das nur an und lass’ mich berieseln oder ich spiele und mach’ sonst was am Computer. Und dann greift man nicht mehr zum Buch. Insofern ist der Weg schon mal gut, dass Kinder, Kindergarten und Unterstufe hierher kommen und Leser werden. Alleine kommen die Kinder nie. Oder Wenige kommen. Deswegen sag’ ich, wenn ich selbst durch kleinere Orte durchfahre und noch mal da bin. Überall, wo ich übernachte, wenn ich unterwegs bin, mach’ ich immer noch so einen Spaziergang und guck mir mal die Stadt an. Gut, nicht jede Stadt hat auch nicht eine schöne Bibliothek, aber es gibt welche, die von außen einfach einladen, rein zukommen. Das ist bei uns nicht so.

Eigentlich haben wir, oder ich zumindest, das abgesprochen, was ich sagen wollte. Wir gesagt, wichtig ist mir diese inhaltliche Breite mit verschiedenen Gebieten, die vertieft sind, die auch hier vertieft da sind. Wichtiger für mich, dass vielleicht im Zusammenhang mit der Stadt, mit der Öffentlichkeitsarbeit, noch mehr gemacht wird und das muss nicht unbedingt die Broschüre sein. Das kann ja dem Kulturamt oder sonst wem noch mal mit informiert werden über den Bestand der Bibliothek, nicht mal in der Breite, sondern in vielen vertieften Wissensgebieten. Dass die Bürger der Stadt einfach wissen, wo kann ich hier mein Wissen erweitern, wo kann ich nachlesen, was hat die Bibliothek überhaupt. Ich geh’ mal davon aus, jeder kommt nicht unbedingt hierher und Einiges hab’ ich bis heut’ auch nicht gewusst. Sonst müssen wir als ************** wirklich sehen, dass wir einen guten Platz für die neue Bibliothek finden, von der äußeren Hülle. Inhaltlich ist das schon abgeklärt.

Teilnehmer 2: Der Platz ist schon da, aber-.

Teilnehmer 1: Es ist ja, das wissen Sie genauso gut wie ich, andiskutiert worden, ausdiskutiert worden. Ich bin im *********der ***********. Wir haben dort mal gesprochen, nur um zu reden, aber das lässt das Staatliche wirklich nicht zu. Von dem Gewicht der Mieter schon gar nicht. Insofern muss man den einen Weg finden, um äußerlich etwas zu machen. Es muss unbedingt etwas gemacht werden. Das kann man auch nicht auf die lange Bank schieben. Und diesen Ausbau hinten usw., irgendwo wäre das auch Quatsch. Man muss so richtig was Schönes haben.

Teilnehmer 2: Ja, bloß diese Millionen kann man auch in einen Neubau stecken. Ich denke mal, so von der Finanzlage her. Ja gut, ich sitz’ ja auch im *************, da, im **********. Ich weiß, dass wir unsere Mittel, die wir haben wollten fürs *******, nicht mehr gekriegt haben, weil die seit Jahren zurückgestellt werden für die neue Bibliothek. Das ist ganz einfach so. Die Schule wurde ja nun abgerissen und jetzt haben wir ein Fleckchen, wo was entstehen soll. Na, wir wollen mal sehen. Wir lassen uns überraschen. Und ansonsten würde ich sagen, vielleicht sollte man noch versuchen, mit den Schulen und älteren Klassen mehr zusammen machen, weil, ich sag’ mal, die haben jedes Jahr so eine Projektwoche und ich meine, ja, ich war als Schüler ja auch nicht anders, aber die Schüler dürfen selber wählen aus speziellen Angeboten, die dort unterbreitet werden. Als Sportverein, weil ich auch ************* ******* im *********** bin, wir bieten auch immer an, um noch ein paar Mitglieder zu ziehen. Dieses Jahr haben wir, glaube ich, 25 Leute, die sich bei uns angemeldet haben. So eine Zahl hatten wir noch nie gehabt. Ganz einfach aus dem Grund, weil wir bloß mit zwei Mann dort die Kinder beschäftigen können, d.h. von 25 Mann muss ich erstmal 15 auf den Fußballplatz schicken, weil im **** kann ich erstmal nur einen beschäftigen, mit dem muss ich mich eine halbe Stunde lang beschäftigen. Und die anderen sagen sich: „Mensch, das war ja klasse. Wir haben überhaupt nichts gemacht.“ So ist das.

Vielleicht kann man mit den Schulen zusammen, das man, ich sag’ mal, Wandzeitung ist Quatsch, aber diese Informationen, was da ist mit der – nee, dass die Schüler für die Bibliothek vielleicht Dinge auch machen, um damit auch ganz einfach Geld zu sparen. Dass die Schüler mit in die Schule tragen, was die Bibliothek alles bietet oder helfen kann.

Paraphrasen:

*** *** **** ******* *** *** *********** ** ********* ****** *** *** ********** ***** ***** ************* ***** *** **** ***** *** ******* ***** ******** ******* 266

*** ***** *** ****** *** *** ********** ****** ***** ******* *** ******* ****** ******** 267

**** ********** ****** ********* ** **** ****** ****** *** ** ********** ******* **** ***** *** ************ ******* *** *** ********** ********** * 268

Interviewtranskription: Dienstag, 30.07.2002

Teilnehmer: *********

gegenwärtige Situation der Bibliothek

Wissen Sie, wir wollten uns vor einiger Zeit schon, hatten uns mal vorgenommen, als ********mal eine **************** in der Bibliothek zu machen, uns das mal anzusehen und uns mit dieser Problematik zu beschäftigen, aber es hat bisher noch nicht geklappt. Das liegt an uns, nicht an Ihnen, aber ich denke doch mal, dass wir da drauf zurückkommen. Ja, richtig. Aufgrund der Räumlichkeiten wahrscheinlich, aber ich denke, dass sich da in der Perspektive irgendwie eine Möglichkeit ergeben wird. Wir sind ja sicher bekannt. Wir wollen diese, na wie heißt sie denn nun, die ehemalige Lenin-Oberschule an der Hufelandstraße abreißen. Und dort soll so eine Art „Haus des Bürgers“ entstehen und da wäre sicher eine Möglichkeit, die Bibliothek dort irgendwie zweckmäßig unterzubringen, als das denn in dieser Baracke möglich ist. Allerdings, das steht jetzt noch in den Sternen. Der Abriss ist geplant, jawohl, aber für den Neubau gibt es zurzeit noch keinen Investor. Das ist ja immer das große Problem. Ob da irgendwie die **** [********-******] einsteigen kann, weiß ich noch nicht, aber wir werden auf jeden Fall dran bleiben, dass dort irgendwie auf dieser leeren Fläche irgendwann Neues entsteht, was dann auch im Interesse der Stadt ist, wo sicherlich die Bibliothek auch eine vernünftige Unterkunft finden kann. Aber mehr möchte ich dazu noch nicht sagen. Das ist Zukunftsmusik und es gibt noch wenige Beschlüsse darüber, aber es ist unsere Vorstellung.

Prioritäten

Sie haben uns ja damals diese Fragen geschickt. Ja. Na ja, ich hatte Ihnen angekreuzt, die Möglichkeit drei. Wobei das natürlich so eine Sache ist, es sind ja drei Vorgaben und mit den Prioritäten. Man sollte das nicht so absolut sehen.

Genau, wobei wir die Prozente nicht so verbissen sehen sollten. Na gut, ich möchte doch der Bildung und Ausbildung die Priorität geben. Das ist auch hier in allen drei Varianten dargestellt. Ich glaube, dass ist das Wesentlichste und trifft auch zu für alle Alter s schichten, nicht nur für Junge, nicht nur für Kinder, Jugendliche. Auch Senioren könnten sich auch dort noch weiterbilden. Sicherlich auf anderen Gebieten, als es die jungen Leute tun, aber immerhin der Bedarf, denke ich, ist da. In wieweit er genutzt wird, ist eine andere Frage. Ich muss zu meiner Schande gestehen, ich nutz’ sie selber auch nicht, aber meine Frau hat sich vor einigen Monaten - . Ich guck’ da auch mal rein.

Angebotszusammensetzung

Und die andere Frage: Was wird denn heute alles so an Videos angeboten? Wenn man so in die, wenn Sie so in die Videothek reingucken, ist es doch mehr oder weniger alles Rauferei und -. Also einige Vernünftige. Also, ich bin der Meinung, da muss man schon sehr differenzieren, was man wirklich bietet. Es gibt auch Schundliteratur. Das sollte man von der Bibliothek aber auch fernhalten. Klar. Na ja, gut, wie gesagt, der Bildung Priorität setzen, wobei natürlich, hier das „Tor zum Lernen für Schüler“, das ist auch eine Frage der Bildung. Bisschen spezialisiert nach Altersgruppen. Ja, das ist richtig.

Leseförderung

Also, da bin auch entsetzt darüber. Wie ist das möglich, dass die nicht lesen können? Die gehen doch alle in die Schule! Versteh’ ich nicht. Die Kinder müssen ja auch selbst dran interessiert sein, dass sie lesen können. Ja, das ist wahr natürlich. Also, was die PISA- Studie da aussagt, ich meine, das ist mir unverständlich. Und ich hab’ auch noch keinen kennen gelernt, der nicht irgendwie lesen kann. Nur, der eine kann es mehr, besser, oder nicht so gut, aber lesen können sie eigentlich alle, mit denen man so normalerweisen Umgang hat. Na gut, da gibt es ja nun Möglichkeiten, dass man dort schon, wie es die ************ im ******* vorgeschlagen hat, dass man doch schon beginnt, frühzeitig im Vorschulalter mit dem fünften Lebensjahr irgendwie doch in diese Richtung Einfluss zu nehmen. In der Zeitung steht natürlich: „Aber das kostet 20 Millionen.“ Na, dann müssen die 20 Millionen ja her. Letztens ist das unsere Zukunft. Dann muss man die 20 Millionen irgendwo abzwacken. Es wird so viel Geld rausgeschmissen, was könnte man-. Na ja, aber jetzt machen wir große Politik, und das wollen wir ja nicht.

Kennen Sie Menschen, in deren Leben sich durch die Bibliotheksbenutzung etwas ve r ändert hat?

Da muss ich Sie enttäuschen. Also, solche Gespräche haben wir eigentlich noch nicht geführt. Aber man kann sich ja mal in diese Richtung umfragen. Das wäre schon möglich. Auch später, noch mal in diese Richtung austauschen.

Freizeitbeschäftigung

Ja, natürlich. Auf jeden Fall. Momentan ist es ja so, dass die Entwicklung der Technik auch in dieser Frage ein bisschen einseitig geworden ist und vieles kaputt geht, was ja eigentlich schade ist. Denn früher wurde, denke ich mir, mehr gelesen als heutzutage.

Auswahlentscheidung

Also, sind die 30% grün, schon richtig. Das sollte man auf jeden Fall so lassen. Die Frage ist: wie bekommt man Kinder und Jugendliche an die Bibliothek ran, dass sie sich wirklich ernsthaft bemühen? Ich weiß nicht, das können Sie besser einschätzen.

bessere Bedingungen für Ältere

Na, doch. Sicher. Wie gesagt, das ist eine Frage der Räumlichkeiten. Die lassen sich dort unten wohl kaum verbessern. Wie gesagt, wenn wir hier was anderes finden, bauen wir wirklich da. Was Besseres bieten können, oder räumlich, vielleicht auch wo draußen ein bisschen Freiluftanlage, wo man sich auch draußen hinsetzen kann, und so. Vielleicht auch mit ein bisschen Bewirtschaftung. Soll ja kein Saufgelage werden, aber ein Erfrischungsgetränk - .

Umgang mit dem PC, Internet

Ja, klar! Internet und die neuen Medien darf man dabei nicht ausklammern, aber das muss ja nicht unbedingt der Schwerpunkt sein. Das ist eine Bibliothek und - . Auf jeden Fall sollte man es mitnutzen und in diese Richtung auch ein bisschen-, dem wird eine Zukunft gehören, irgendwie. Viele Leute haben schon einen Computer. Nutzen ihn auch. Wie sie ihn nutzen ist die Frage. Ob sie bloß Spielereien damit machen, oder auch etwas Vernünftiges, weiß man nicht. Wird unterschiedlich sein.

Veranstaltungen

Sie meinen also, dass man Veranstaltungen macht. Mit bestimmten Themen, mit einer bestimmen Thematik?

Richtig, sie hatten hier auch Lebensqualität als Frage; Kompetenzerweiterung, individuelle Lebensweise, irgendwie, man konnte es gar nicht so trennen. Das greift eigentlich alles ineinander, deswegen ist es schwer, zu einem dieser Themen etwas zu sagen. Man kann es eigentlich nur im Komplex sehen. Denn, muss ich gleich mal sagen: Kompetenzerweiterung, je mehr Kompetenzen ich habe, durch Bildung, desto eher Lebensqualität. Das ist doch eigentlich ganz logisch. Ich meine, gut, wir leben jetzt im Kapitalismus. Da ist Lebensqualität begrenzt auf Finanzen, aber das ist ja nicht nur letzten Endes das Kriterium. Ich kann da nicht mitgehen. Lebensqualität ist mehr als nur Geld. So, aber das ist bei vielen den Bach runter gegangen. Das, was eben kein Geld bringt, das ist eben nicht mehr, und von der Ideologie müssen wir langsam wieder abkommen. Da sollten wir doch die Werte, die wir mal hatten, auch wieder mehr in den Vordergrund bringen. Das wird natürlich schwer in dieser Gesellschaft, wenn wir von Lebensqualität reden.

Beitrag der Bibliothek zur Stadtentwicklung durch ihren Beitrag zur Bildung

Ja, unbedingt! Das haben wir im Grunde genommen auch dahin dokumentiert, dass im Grunde genommen, dass die Preise für die Bibliothek recht, ich möchte sagen, volkstümlich gehalten sind. Auf der Strecke haben Sie ja nun wenige Einnahmen, relativ wenig. Wir meinen, so lange das möglich ist, wollen wir dabei bleiben.

gesellschaftlicher Wert

Ja, das ist richtig. Dann muss auch ein gesellschaftlicher Nutzen dahinter stehen, und kein privater. Was nun die Entwicklung der Stadt betrifft, weiß ich nicht. Wir haben in der Stadt eine ganze Menge Vereine. Vielleicht ist es zweckmäßig, weiß nicht, ob das schon irgendwie gemacht wird, die Vereine von Seiten der Bücherei angesprochen werden und auf ihren speziellen Gebieten. Ich weiß nicht, wir haben ja nun auch das EGZ [Existenzgründerzentrum], das vielleicht auch dort irgendwie mal, ich will nicht sagen Angebote gemacht werden, aber überhaupt Hinweise auf die Bücherei gemacht werden. „X“, dass Sie vielleicht mal mit „X“ sprechen.

In der *************** ist beschlossen worden, jetzt vor noch gar nicht allzu langer Zeit, diese so genannte Agenda, lokale Agenda 21, auszubauen. Da hat es dann bis jetzt eine Sitzung gegeben für zentrale Gruppen. Da sind noch nicht allzu viele Leute drin, aber immerhin ein erster Anfang. Es wird wohl im September weitergehen. Auch das wäre sicherlich gerade in Fragen Umwelt und Naturschutz usw. ein dankbares Gebiet, wo sich die Bibliothek mit einschalten könnte. Auf dem Gebiet gibt es sicherlich auch eine ganze Menge Literatur, die man den einzelnen zu bildenden Arbeitsgruppen anbieten kann. Was das nun alles für Gruppen werden, weiß ich auch noch nicht. Ich war übrigens, das ist schon gut ein und ein halbes Jahr her, war ich mal in „Y“. Dort gibt es eine Umwelt-Bibliothek. Weiß nicht, ob Ihnen das bekannt ist. Ich hab’ mir da mal so ein Verzeichnis, was die da so anbieten -. Das ist nicht alles, was es da so gibt.Aber dasmusste man bezahlen. Ich hab’ mir einige gekauft, die mich gerade sehr interessieren. Ich kann Ihnen die mal überlassen, falls Sie das interessiert.

Paraphrase:

**** ********** ****** ********* ** **** ****** ****** *** ** ********** ******* **** ***** *** ************ ******* *** *** ********** ********* * 269

Interviewtranskription: Donnerstag, 08.08.2002

Teilnehmer: *********

Wichtigkeit der Gesprächsführung mit den ***************

Ja, das ist richtig. Deshalb hatten wir auch gesagt, weil ja auch das Gespräch war, um Verlagerung der Bibliothek, wohin mit der Bibliothek und da hatten wir auch gesagt, das günstigste wäre, wir machen nach der Sommerpause eine *************** auch mal hier, um mit denen zu sprechen, die hier arbeiten und die ihre Vorstellungen haben, ehe so eine Umverlagerung der Bibliothek erfolgt. Denn es gibt ja, in der Bevölkerung gibt es ja verschiedene Meinungen. Viele sagen: „In die Stadt“, um die Leute runter zu ziehen, aber auf der anderen Seite, die meisten wohnen ja doch in den Neubauten. Auch wenn sie schon sehr leer und bedürftig aussehen. Und ob die denn wieder runter gehen, ist die Frage.

Jetziger Standort der Bibliothek

Der ist eigentlich ideal, aber nun weiß ich nicht, in wie weit hier nun wirklich Baufälligkeit nun ist. In dem einen Raum sah es ja ziemlich schlimm aus.

Falsches Bild von der Bibliothek

Weil viel zu wenig die Bibliothek nutzen und besuchen.

Nein, hab’ ich noch nie einen gesehen [************]von der **********, muss ich sagen, so lange, wie ich ************bin.

Ja, wobei Hauptnutzer Schulen, das ist meine Überlegung auch. In der Stadt sind die Schulen alle geschlossen worden [gemeint ist die Innenstadt]. Ich mein, das einzige ist noch das Gebäude Lustwall 11., 12., 13. Klasse. Bis zur 10. sind sie hier oben in der Hufelandstraße. Für die Schule, wenn sie mal eine Freistunde haben, oder so, ist es bequemer hierher zu gehen, in diesen Bereich, als wenn das da unten in der Stadt liegt. Und die Großen gehen auch meist in die Richtung und kommen dann hier vorbei.

Bestandspolitik / Bildungs- und Ausbildungsunterstützung

Ist eigentlich auch [wichtig], weil die nächste größere Bibliothek ja Greifswald wäre. Das ist für manche ja doch auch schwierig hinzugelangen, weil ja doch ein Großteil der Schüler noch von der Insel kommt. Und dann bis Greifswald zu fahren, um sich Fachliteratur zu holen, ist zu umständlich. Die greifen gern auf diese Bibliothek zurück. Und wenn es was ganz besonders ist, besorgen Sie ja auch. So wie die Schüler mir das auch schon gesagt haben. Wenn’s zu schwierig war, dann haben Sie eben über Fernleihe-.

Was würde der Bevölkerung ohne Bibliothek fehlen?

Sich sowohl über aktuelle Dinge zu informieren, denn wir müssen dabei auch sehen, vielen fällt es schwer diese Zeitung zu halten und sie möchten doch mal eine Fachzeitschrift, „Wohnen und Garten“ oder so was, und die Renten geben es im Moment nicht her, dass sie sich das selbst halten können. Das kann ich auch selbst so beurteilen. Und zum anderen eben auch das Lesebedürfnis, das befriedigt werden will, denn die Bücher sind so teuer geworden, dass sich die auch keiner mehr so recht halten kann. Also höchstens diese Paperback, aber das ist ja auch schon ein ganz schöner Preis, muss ich mal sagen.

Einfluss der Bibliothek auf Veränderungen im Leben

Also, bei den Schülern, zu denen ich ja hauptsächlich Kontakt habe, da kann ich das schon sagen: Ich hätte meinen Vortrag nie so gut hingekriegt, wenn nicht die Bibliothek und also dass sie da speziell auch Fachwissen usw. dann einfließen lassen konnten ihre Kurzvorträge, was sie so an Aufgaben haben. Bei den älteren Menschen kann ich höchstens bei uns, ja ich hab’ ja noch einen Garten, in der Gartensparte - . Es wäre ganz schön, wenn hier praktisch noch eine Möglichkeit wäre-, ein Café, Lesecafé oder so was mit anzubringen, damit man noch untereinander sich unterhalten kann usw. und sofort. Ich hab’ in der ******** bei uns auch schon gesagt, vielleicht wäre es möglich, „X“ ist auch so engagiert, dass er die Bewirtschaftung übernimmt, oder Belieferung.

Ich hab’ hier grad welche sitzen sehen, hier in der Tür, Fahrtouristen oder so was, die saßen da. Ich dachte auch so, wenn jetzt hier ein Café wäre, würden die sich hier bestimmt hinsetzen und - .

Ja, und denn würde ich auch sagen, als Zielstellung: Förderung der Kommunikation der Leute unterei n ander und da hat, kann sie auch nicht genug bieten, weil das alles noch ein bisschen beengt ist.

Und bei den Älteren fehlt ja nachher auch der Kontakt, im Grunde genommen und da könnte die Bibliothek auch einen Beitrag leisten. Denn, na ja, viele schließen sich dann auch ab, wenn sie denn nicht so ein Anlaufpunkt haben, wo sie denn zu Zweit oder zu Dritt hingehen können und sich hinsetzen können.

Ist die Bibliothek wichtig für die Stadt?

Gerade für eine Stadt wie Wolgast halte ich die Bibliothek für sehr, sehr wichtig, als kulturellen Mitte l punkt auch, im Grunde genommen. Denn so viel, besonders zum Herbst, so viel Veranstaltungen oder in den Wintermonaten, kann die Stadt auch gar nicht organisieren und da ist auch ein ganz wichtiger A n laufpunkt, auch für die Me n schen.

Diese Wertschätzung wird in der Realität nicht erkennbar. Wir fühlen uns mehr als das fünfte Rad am Wagen.

Von den Finanzen der Stadt aus gesehen, ja, würde ich sagen. Denn an den freiwilligen Aufgaben wird ja immer wieder gekürzt, gekürzt, gekürzt. Es wird unterteilt in Pflichtaufgaben und in freiwillige Aufgaben bei der Finanzplanung auch immer und da kommen die freiwilligen Aufgaben immer zu kurz, leider. Und, ich weiß nicht, wenn diese Reform, die sie ja anstreben parallel auch zu hier- , Schweden, Dänenmark sind da ja wohl sehr stark dabei, größere Gemeinden usw.-, meinetwegen zu Wolgast noch Hohendorf und Groß-Ernshof oder so, dieses ganze Umliegende mit dazu. Dann ist dieses Ausstrahlen der Bibliothek noch größer.

Wirkungsfelder der Bibliothek

Ich würde sagen auch im Bereich der Berufsfindung. Da sie sich doch hier verschiedene Berufe ansehen, also Material über verschiedene Berufe und das sehen. Dann ihren Weg dementsprechend gehen können. Also, da unterstützt die Bibliothek sehr.

Haben Sie schon negative Meinungen über die Bibliothek gehört?

Noch nicht. Bloß „X“ hatte mal gesagt, dass sie wartet schon irgendwie eine Weile schon, ich weiß gar nicht mehr auf welches Buch. Ist klar, wenn man nicht so viel anschaffen kann, dauert es ein Weilchen bis man mal rankommt.

Ist die Bibliothek als freiwillige Aufgabe in ihrer Existenz grundsätzlich bedroht?

Nein, aber da glaube ich, sind sich auch alle ************ einig, durch alle ********* hindurch, dass die Bibliothek auf jeden Fall erhalten bleiben muss.

Paraphrasen:

******* ***** *** ******** **** *** ******* **** *** ***** *** ********** ***** ********** ***** *** ****** **** *** *** ********* ******* *** ********** *** **** ******* ** ******* *** ************* *** *********** **** *** ***** ******** 270

**** ********** ****** ********* ** **** ****** ****** *** ** ********** ******* **** ***** *** ************ ******* *** *** ********** ********* 271

Interviewtranskription: Donnerstag, 08.08.2002

Teilnehmer: *********

Die Verwaltungen sind gewöhnlich die, die näher dran sind an Institutionen. Und das ***, im Grunde genommen, wäre mitunter ganz gut, wenn man die Institutionen **** so gut kennen würde. Und dann, im Grunde genommen, ***** **** sich mehr oder weniger ********, ********* *****. Und die dann *******, mehr oder weniger, aus dem ******heraus, weil man die ************ auch mit unter ***** *****. So *****das ja *******. Das weiß ich auch von den Leuten drüben, in den alten Bundesländern, mit denen man gesprochen hat, weil *** ************ ******* *************, **** **** ****.

[*** ********** ist]********** und ************ *****. Während ***die *********akzeptieren oder nicht. Also, ist das ja das Problem. Für mich. Ich hab’ selber eine ziemlich große Bibliothek. Ich hab’ schon mal gesagt, die ist ein bisschen sehr spezifisch. Also, praktisch ich hab’ Dostojewski und Feuchtwanger und Thomas Mann viele dieser Autoren gelesen, früher als junger Mensch. Ich hab’ Storm, später nachher Hölderlin, hab’ ich auch viel übrig gehabt. Ich hab’ dann, im Grunde genommen daneben auch nun fachbedingt Biologie im Auge behaltend-. Und eigentlich dann nach der Wende, als die Möglichkeit dann bestand, also vor allen Dingen jetzt so philosophische Literatur zu lesen, meine Interessen völlig verlagert. Also, meine Bibliothek ausgeräumt, kann man sagen. Mein Sohn hat davon zwei Drittel und dann hab’ ich noch verschenkt jede Menge und hab’ jetzt eine völlig neue [Bibliothek], die nach der Wende entstanden ist. Wo dann 70-80% jetzt philosophische Literatur ist. Also, Staatsphilosophie, Rechtsphilosophie, Ethik und na ja, im Grunde genommen auch wissenschaftstheoretische Literatur. Wissenschaftsmethoden, auf der Strecke und so weiter, jetzt. Und dann natürlich, weil ich schon zu ********** auch in der ******************* also dort an der Uni im Sommer immer ein paar Stunden gegeben hab’ über ********und ****************. Das ist eben ein bisschen meine Liebhaberei gewesen und da versuche ich natürlich am Ball zu bleiben, weil ja nun, sag’ ich mal, durch die Genetik Gesichtspunkte reinkommen, die also wissenschaftlich hochinteressant sind, dass man, das die also, wie tief man in die Biologie schon eingedrungen ist. In viele Mechanismen, obwohl man vieles natürlich noch nicht kennt. Aber das man heute Poliovirus, der, sagen wir mal, in irgendeinem Labor in China existiert, dass man also praktisch jetzt über die Medien praktisch jetzt die Sequenzen dieses Poliovirus, nun die Information praktisch weitergibt, über alle x-beliebigen, denkbaren elektronischen Medien und dass die dann irgendwann an anderer Stelle zusammengesetzt werden können. Und praktisch dieser Poliovirus dieser Kinderlähmungsvirus, im Grunde genommen, dann tatsächlich alle Eigenschaften dieses Poliovirus hat, er ist also praktisch vermehrungsfähig, er ist in der Lage also sich evolutionär zu verändern, also er ist, im Grunde genommen, er hat keine echten Eltern. Seine echten Eltern existieren irgendwo in einem ganz anderen Land. Dazwischen sind bloß Informationen und dann sind in einem chemischen Labor praktisch diese Sequenzen aus reinen Bausteinen zusammengestellt und dieser Virus, der da zusammengesetzt ist, vermehrt sich. Wenn man sich das mal vorstellt, wie weit da schon die Erkenntnisse gehen. Und selbst wenn man so einen komplizierten Organismus wie den menschlichen, natürlich wahrscheinlich in den nächsten zwei-, dreihundert Jahren noch nicht völlig, also die ganzen mikrokybernetischen Regelkreise, die biochemischen und dieses abgestimmt sein und wenn die verschiedensten Stoffe im Körper zu bestimmten Zeiten oder in Abhängigkeit von bestimmten äußeren Gegebenheiten sich bilden oder eben praktisch dann diese Bildung blockiert wird, weil sie dann nicht mehr gebraucht werden und wie alles auch unheimlich ökonomisch abläuft. Diese Details. Damit habe ich mich nun auch noch befasst. Und dadurch ist meine Bibliothek so umfangreich, ich glaub’ ich hab’ so nach der Wende, ich glaub’ ich spinne nicht, wenn ich sage, dass ich da so 30.000 bis 40.000 Mark rein gesteckt habe. Und, ich hab’ ja natürlich nun auch Zeit, bin ja *** ** *********** gegangen und kann lesen. Mache ich auch. Also, es ist so, dass ich-.

Ist die Bibliothek für finanzschwache Menschen da?

Na ja, es ist aber natürlich auch noch so. Die, gut, also sagen wir mal, bestimmte Dinge, ich hab’ hier jetzt auch in der philosophischen Bibliothek [gemeint ist die Bestandsgruppe in der Stadtbibliothek] das eine oder andere gesehen, das ich nicht hatte, das mich auch interessieren würde, also das ich auch lesen würde, aber, sagen wir mal, wenn man dann so spezifische Interessen hat, dann kann so eine Stadtbibliothek das einfach nicht leisten. Also, dann muss schon, ich meine, man braucht dann, wenn überhaupt, eine Uni-Bibliothek oder man kauft sich die Dinger. Die haben ja auch, also, Halbwertzeit hätte ich bald gesagt, ist ja auch bei dieser vor allen Dingen der wissenschaftlichen Literatur, die ist ja sehr gering. Im Gegensatz, nehmen wir mal an, ein philosophisches Werk von Kant, das wird noch in 500 Jahren eine Bedeutung haben. Oder, sagen wir mal, bestimmte Religions- oder philosophische Schriften oder so, ich meine da, das könnte ich mir vorstellen, dass die nicht von heut’ auf morgen vergehen, aber solche Dinge, die-.

Also, ich hab’ hier zum Beispiel für meinen Sohn, der studiert Psychologie, auch schon zwei, drei Sachen ausgeliehen, die auch, ja, möchte mal sagen, eben auch für einen Studierenden, sie waren zwar ein bis s chen populärwissenschaftlich aufgebaut, aber auch sehr umfangreich und sicherlich auch mit einer Fülle von Information, das auch ein Studierender dabei noch mächtig profitiert. Also da, wo die, ich hab’ mir das hier noch a n gesehen, soweit, wie ich das überblicken konnte, auch die biologische Literatur, die sehr ins Detail geht, also wo bestimmt der Biologie-Lehrer eine ganze Menge neues - . Weil es ja dermaßen umfangreich, ein umfassendes Gebiet ist und ich möchte den sehen, ich meine, ich war damals ja auch spezialisiert auf einige wenige Gebiete und dann hat man außerdem seinen Stoff gehabt. Aber, wenn ich jetzt zum Beispiel denke, womit sich Biologie befasst, vom kleinsten Virus über die Bakterien und über die Moose und über die einzelligen Tiere und winzigen Algen und dann bis hoch zu den ganzen verschiedenen Tiergruppen, ob von den Würmern bis sonst wo, bis zum Menschen letzten Endes. Die Fülle und die Gesichtspunkte, aus denen man-, ob man die Systematik betrachtet oder Physiologie und da hab’ ich hier auch eine ganze Menge von Literatur, die-, auch jeder ****** wohl selber für seine eigene Weiterbildung eine Menge tun kann, wo er praktisch für Schüleraufträge eine Menge-, praktisch, die hier sich die Literatur holen könnten und dort profitieren, enorm. Also, die dann, sie sagten ja, die eine da, baut entsprechend dann die Aufgabenstellung so zusammen, dass die auch dann in der Lage sind, die Literatur hier vorzufinden. Das find’ ich gut. Das find’ ich sehr gut.

Und meine Frau, die liest ja nun auch, die liest ja die Bücher, ich weiß gar nicht mal, ich kenn’ gar nicht die Autoren, nicht. Mich interessieren sie auch nicht sonderlich. Und, na ja, die findet eben auch immer ihre, dort in, na ich möchte sagen: Unterhaltungsliteratur [gemeint ist: Sie findet ihre Bücher in der Belletristik-Abteilung der Stadtbibliothek]. Eigentlich immer. Damit, na ja, womit sie sich vorm schlafen gehen befasst.

Und ich finde eben, wie gesagt, dass [es]für die Schule eine sehr tolle, eine sehr gute Sache [ist]. Und meine Enkel, meine Frau nimmt dann für die Kassetten mit und solche Sachen, die ich nie-, [aber] die sich die Kinder selber raussuchen. Es sind auch sehr viele wunderschöne Kinderbücher da, die, also wo dann auch eine Menge da ist, und wo auch Lehrreiches-, und wo die Kinder denn praktisch spielerisch vieles erfassen. Auf der anderen Seite eben praktisch dann auch eine Menge lernen, neben der Freude.

Ja, ich selber hab’ auch wiederholt mir-, weil mir das ja auch ein bisschen zu viel wird, mir dann auch ein bisschen zu viel wird, mir hier manchmal Zeitungen ausgeliehen, wie zum Beispiel „Die Zeit“. Ich hab’ selber den „Spiegel“ abonniert und wir haben die „Ostsee-Zeitung“. Man kann ja nicht alles haben. Und „Die Zeit“ ist in meinen Augen, ist vielleicht die anspruchsvollste deutsche Zeitung. Und na ja, dann doch eine Menge Artikel, über, auch über Philosophie, auch über, über die neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse. Die Autoren selber sind eben praktisch Autoritäten. Man kennt sie, man hat von ihnen gehört, man hat zum Teil auch Bücher von ihnen gelesen. Und dann eben praktisch neue Artikel zu neuen Gesichtspunkten-, oder, sind irgendwie Rezensionen drin oder so, also wie gesagt, da hab’ ich mir auch schon wiederholt was geholt und teilweise, weil mir das zuviel wird, alles zu kaufen. Und ich weiß nicht, ob das zulässig ist, aber ich hab’ mir dann auch immer bestimmte Artikel kopiert, die für mich von Bedeutung sind, weil ich dann auch, bestimmte Themengebiete ein bisschen mich intensiver mit befasse, die ich so schnell wiederum aber auch nicht lesen kann. Kann mir die zwar ausleihen, aber ich komm’ dann häufig nicht dazu. Also, da sind eine ganze Menge[gemeint ist der Zeitschriftenbestand der Stadtbibliothek], die unterschiedlicher, auch wissenschaftlich interessante, ob das nun „Geo“ ist oder so, oder ob das nun dieser-. Also, eine Menge, die auch niveauvoll sind, sehr niveauvoll sind. Also, wo auch, möchte sagen, auch die zwar häufig, ein bisschen populärwissenschaftlichen Charakter haben, aber auf der anderen Seite doch zumindest die Problematik doch so tief behandeln, also, und-.

Aber da werden doch auch tatsächlich neuere Dinge, die werden eben doch auch, meines Erachtens, so überzeugend dargestellt, dass man dann weiß, worum es geht. Das man damit auch, dass zum Beispiel ein neuer Fund, irgendein Urmensch, irgendwelche Dinge, die dann, wo man die dann wieder anders datieren muss, den Ursprung und die Herkunft usw., wo man denn eben Bezug nimmt auf die Typen, die noch älter sind, noch primitiver und solche, die sich dann anschließen. Na ja, das sind doch eine ganze Menge von Dingen hier, die ja doch recht gut sind.

Wie wäre es, wenn es die Bibliothek nicht mehr geben würde?

Doch, ein enormer Verlust. Auf alle Fälle. Ich denke schon, ich meine, solche Institut i on, die ist ganz einfach wichtig. Die müsste schon sein.

Bürgerschaftliches Engagement

Na ja, ich kann nicht, die Frage, ich kann vielleicht weniger, meine ich, verglichen mit, wie es woanders ist. Jetzt mit der PISA- Studie ist manches ja auch, ich sag’ mal, ans Tageslicht gekommen. Dass auch die Leute zur Bildung ein anders Verhältnis haben, in anderen Ländern, teilweise. Also, ich meine, wenn dann gesagt wird, dass die deutschen Schüler also schlimmer als alle anderen gesagt haben, dass ihre Eltern interessieren sich nicht dafür oder weniger dafür. Sie möchten ihr Kind da abliefern und fertiges wiederbekommen. Also, das ist so extrem, also man hat ja nur Schüler befragt und in allen möglichen Ländern, und offensichtlich haben sich dort die Schüler völlig anders positioniert, wie hier bei uns. Die haben also praktisch von größerem Engagement der Eltern, der eigenen Eltern gesprochen für die Schule. Offensichtlich ist hier: „Staat, du mach’ mal! Und sieh’ zu. Und wir erwarten von dir, dass du das Kind so wieder, dann nachher letzten Endes zurücklieferst. Das es entsprechend brauchbar und tauglich ist, um den beruflichen Anforderungen gewachsen zu sein.“ Also, irgendwie insgesamt gesehen, ich weiß auch nicht, wie eine solche Entwicklung möglich war. Ich meine, Deutschland ist ja nun praktisch tatsächlich eine Kulturnation, auch noch heute: die bedeutenden Orchester, die bedeutenden Labors, die bedeutenden Theater. Also, es gibt ja noch eine ganze Menge und viele Autoren, die, auch deutsche Autoren, die Weltrang haben bis zum heutigen Tag. Und dann fragt man sich natürlich auf der anderen Seite, wie ist es beschämend?

Bildungs- und Ausbildungsunterstützung der Bibliothek

Na ja, also ich meine, wenn ich jetzt mal aus meiner Position, von meinen Erfahrungen ausgehe, als ******, hab’ ich immer den Eindruck gehabt, da muss ich eben sagen, hat mir dieses ********* Schulsystem in vieler Hinsicht gar nicht so schlecht gefallen. Ich meine, jetzt abgesehen davon, dass dort, ja gut-, also zum Beispiel die nordischen Länder ist der Stil ein völlig anderer und trotzdem sind die Ergebnisse noch besser. Ja, also teilweise gibt’s da ja, ich weiß nicht, ob das in Schweden ist, bis zur 8. Klasse nicht mal Zensuren und trotzdem klappt es. Muss man sich mal vorstellen. Nicht, auf der anderen Seite, sagen wir, Menschenskinder, wir können das nicht mal durchlaufen lassen, dass die Kinder noch in der zweiten Klasse oder so, oder in der ersten noch keine Zensuren bekommen, weil dann eben praktisch nicht der Leistungsdruck, der dann erforderlich wäre, dann gesetzt wird. Ich meine, man kann über Vieles streiten. Aber zurück zu der ********* ******. Was mir da gefällt, ich hab’ diese Pläne gesehen, das da doch eine ganze Menge, auch von erziehungswirksamer Bildung drin ist. Also, weil ich der Au f fassung bin, nun bloß in der Schule praktisch oder in der Bibliothek vielleicht nur so eine Institution zu sehen, die den Bürger fit machen soll für den Überlebenskampf, für den ökonomischen. Sondern, es darüber hinaus eigentlich noch Dinge gibt, die den Menschen eigentlich ausmachen. Ich meine, dies, wovon wir eben gesprochen haben, ist mehr oder weniger dieses maschinenhafte, das funktionierende Schreibkind im Getriebe. Aber das ist ja auch letzten Endes das, was mich stört an der Schule, sagen wir mal, an den Schulplänen und an dem, was mit Schülern angestellt wird. Dass da eben praktisch, eben solche Dinge, wie die in ****** eben mehr-, ich bin zwar religiös erzogen worden, aber ich bin kein religiöser Mensch. Aber, mir gefällt, sie haben auf der einen Seite also Religion, sie haben Ethik, sie haben Sozialkunde, aber der Umfang vor allen Dingen der Stunden, der ist erheblich größer als bei uns. Und, man fragt sich dann auf der anderen Seite, wie bewerkstelligen sie dann trotzdem, dass sie in den naturwissenschaftlichen Fächern so gut sind. Ich meine, gut, da muss man natürlich auch sagen, dass in Bayern, wenn da bloß 12% Abitur machen, ist das ein Unterschied. Und wenn hier 35% machen. Aber erstaunlich ist andererseits, dass in einigen Ländern 70-80% Abitur machen und besser sind. Also, sicherlich ist die Sache viel komplexer und so einfach nicht. Aber, worauf ich hinaus wollte, ist eigentlich der Gesichtspunkt, solche Institutionen wie Bibliotheken und wie Schulen-. Ich meine, die sollten eben nicht nur irgendwie Instr u mente sein, um jetzt im ökonomischen Überlebenskampf zu produzi e ren, sondern eben auch mal die Seite der Kultur, der na das mit -, Dinge, die sich mit dem Menschsein-, die mit dem Existenziellen zu tun haben. Aber nicht in dem Sinne, dass jeder nur ein Paragraphenhengst wird und weiß, wie er am besten über die Runden kommt. Sondern, dass man auch mal, sag’ mal, mit der Gerechtigkeit auseinandersetzt in den Schulen und nicht bloß mit: “Was hat denn nun der Plattwurm für einen Darm und wie funktioniert es nun mit der losen Rolle.“ Also: „Und kann der nun die Integralrechnung?“ Sondern, dass man vielleicht noch mal ein paar andere Gesichtspunkte mit reinbringt, die meines Erachtens vielleicht von tatsächlich existenzieller Bedeutung, nicht im Sinne von materieller Existenz, sondern von menschlicher.

Also, Persönlichkeitsentwicklung

Ja, das man also praktisch jetzt-. Und da, denke ich mir, sollte eine Bibliothek eine Funktion haben, in dieser Hinsicht vor allen Dingen. Und die Schule natürlich auch, die sie nicht hat im Augenblick. Nicht in dem Maße, wie sie haben sollte. Dass sie also praktisch-. Sie erzieht wieder. Ich meine, wenn ich mir jetzt zum Beispiel vorstelle, da unterrichtet ein Lehrer und soll zum Beispiel einen Schüler zu Demokratie und zu Toleranz oder, ja, ein Demokratieverständnis erzeugen, und ist selber ausgesprochen autoritär, ist nicht in der Lage, sagen wir mal, mit den Schülern demokratisch umzugehen, also im Diskurs, auf gleicher Augenhöhe in Beziehung auf bestimmte Dinge. Und wenn die Dinge natürlich nicht funktionieren, wenn er eine autoritäre Persönlichkeit ist, dann kann er auch nicht zur Demokratie erziehen. Und der Schüler kann das auch schön herbeten, aber er weiß schon, dass er, wenn er da nicht kuscht, denn bist du, usw. Also, wo dann diese Diskrepanzen sind. Auf der anderen Seite, alle haben Angst, also, dass das Chaos nun auf sie hereinbricht, und die Ahnung mag ja auch nicht unbegründet sein, und jeder versucht dann praktisch so in seiner Angst, die andern praktisch zu manipulieren, dass sie kuschen. Und dann kommt natürlich kein demokratischer Bürger raus, sondern ein Untertan. Und dann kommt das natürlich auch zu Entwicklungen, die letzten Endes alles Mögliche wieder zulassen. Und da denk’ ich mir mal, sind die Institutionen gefragt, ob das jetzt zum Beispiel Theater sind, oder ob das jetzt-, das kann man jetzt nicht kampagenmäßig machen, aber das müsste im Geist einer Kultur eines Landes liegen, dass man auch solche Gesichtspunkte mit drin hat. Denke ich mal.

Bibliothek als Treffpunkt, besonders für Ältere

Die Idee find’ ich ja gut. Also, es sind mir solche Leute noch nicht begegnet. Ich hab’ wahrscheinlich mit solchen noch nicht zu tun gehabt. Könnte ich mir aber vorstellen, dass zum Beispiel gerade auch, ich meine, ich könnte, mir vorstellen, eine Menge von Leuten, die bildungsinteressiert auf der einen Seite sind, und auf der anderen Seite sich vielleicht isoliert fühlen und sehr alleine fühlen-. Und die im Grunde genommen-, nur ein Buch vor der Nase ist ja auch nicht die Welt. Man möchte ja auch mal mit Gleichg e sinnten kommunizieren oder mal ein bestimmtes Problem angehen können. Da könnte ich mir das schon vorstellen. Funktion und auch-. Es ist, ich spreche jetzt auch ein bisschen auch manches aus dem Bauch heraus, ohne mich damit jetzt natürlich intensiv befasst zu haben. Es liegt ein bisschen zu weit weg-. Ich finde das wichtig. Also ohne Frage. Aber zu weit von meinem eigentlichen Lebenskreis, im Augenblick. Also, denn, aber ich halte das schon für auch nicht schlecht, diesen sozialen Aspekt der [Bibliothek].

Genau, häufig sind das ältere Damen, da ist der Mann schon verstorben, die Kinder weg. Das ist ja häufig. Das fällt ja einem immer wieder auf, wenn man zum Beispiel viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt. Ob man nun zum Friedhof fährt, sitzen denn also 15 Frauen drin, die Gräber ihrer Männer besuchen, die wo man weiß, die sind allein. Oder man fährt rüber zur Insel und dann sind ein paar Damen da, die irgendwie sich zusammengetan haben, oder so. Also, vor allen Dingen Frauen. Also, die, da könnte ich mir schon vorstellen, dass manche von denen, die interessiert sind, sich ein bisschen isoliert und einsam fühlen und, na ja, schon bisschen ausgegrenzt fast. Die auch gerne, ich sag’ das jetzt mal so, diesen Gesichtspunkt mit ins Spiel bringen. Haben Sie denn die Möglichkeit? Oder wird das realisiert?

Paraphrasen: *** **** *** ****** ***** *** ********* ****** ***** ******* ************ **** *** ************** *** *** *** ****** ****** ********** ********** 272

**** ********** ****** ********* ** **** ****** ****** *** ** ********** ******* **** ***** *** ************ ******* *** *** ********** ********** 273

Interviewtranskription: Montag, 12.08.2002

Teilnehmer: *********

Also, meine Meinung ist, eine Bibliothek gehört unbedingt zu einer Gemeinde oder zumindest zu einer Stadt. Und, wie gesagt, aus eigenem Erleben, ich komm’ aus „Y“ und da wurde auch recht früh eine Bibliothek eingerichtet und gebaut und da war ich sehr viel. Ich meine, es gab da damals diese modernen Medien noch nicht. Und, ich glaub’, da wurde mehr gelesen als heute. Und, wie gesagt, aus dem Erlebten und Erfa h renen muss ich sagen, dass die Bibliotheken nach wie vor ihre große Bedeutung haben sollten.

Es soll Schwerpunkt „Lesen“ sein und dann für alle Altersgruppen. Von dem, der a n fängt zu lesen, bis zu dem, der Rentner ist.

Soll der Sach- und Fachbuchbereich im Hintergrund stehen?

Nein, das würde ich nicht sagen. Das muss im gesunden Verhältnis zueinander stehen. Also, ich würde sagen: Halbe, Halbe. Belletristik auf der einen Seite, weiß nicht, ob das so viel genutzt wird, wie in der Vergangenheit, durch die modernen Medien, viel Fer n sehen, Filme usw. Aber Fachliteratur ist wichtig. Wir wissen ja auch, wie teuer Bücher sind, vor allem Fachbücher. Ich hatte ja selber mal das Problem, ich weiß nicht, ob Sie sich daran erinnern, als ich das Buch oder die Bücher über die Schornsteine, über den Schornsteinbau gesucht hatte. Und da hab’ ich ganz wenig drüber gefunden und es sind so manchmal spezielle Sachen, die man einfach braucht und dann besinnt man sich: „Aha, da war doch noch was.“ Und das ist die Bibliothek, da hab’ ich garantiert Erfolg. Und, wie gesagt, auch für Auszubildende, ob das jetzt ein Student ist, oder ein Lehrling. Bücher sind teuer und diese Leute können sich das wohl weniger leisten. Und die sinddann einfach angewiesen auf diese Leistung. Insofern, was jetzt die Ausbildung b e trifft, sollte der Anteil genau so groß sein. Und dann auch noch, wir waren ja zuerst im Lesesaal, mit den Zeitschriften. Das empfand ich damals in „Y“ zum Beispiel auch sehr schön. Ich mein, das waren andere Bedingungen da. Aber wie gesagt, eine große Auswahl von Zeitungen, Zeitschriften. Und es gibt ja doch spezielle Sachen, die man doch braucht und dann kann man da hingehen.

Fachliteratur über Fernleihe/ Bekanntheitsgrad der Dienstleistungen

Das wollt’ ich gerade fragen. Ist es denn auch bekannt, jedem Leser, so diese Sache mit der Fernleihe oder welches Dienstleistungsangebot die Bibliothek hat? Das würde ich befürworten, dass da etwas mehr Werbung gemacht wird. Und nicht nur von Seiten der Bibliothek, auch von Seiten der Stadt, oder alle, die da, die auch im Entferntesten damit zu tun haben. Das kann man ja machen. Denn da haben wir ja alle was von.

Stellenwert der Bibliothek im Wertesystem der Verwaltung und Stadtvertretung

Ja, diese Sache läuft ja so, dass das die Verwaltung vorschlägt. Und, was heißt lieb’ Kind’ machen bei der Verwaltung, aber man sollte auch mal mit der Verwaltung etwas mehr ins Geschirr gehen und diese Leute davon überzeugen, welche Bedeutung eine solche Bibliothek hat. Und, wie gesagt, **************** *************** ************************************** auch sehen, wie********** *************************************************** ***************. ********************************************************************************************* **********************************************************************.Da muss man sich mehr Gedanken darüber machen. Wie********** *********** ***************** ****************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************

Bedeutung der Bibliothek für die Stadt

Ich mein’, wir haben ja aus meiner Erfahrung, aus **********, die Bedeutung der Bibliotheken. Und das wurde gepflegt und das war in Ordnung. Und wir können das nicht von heut’ auf morgen einfach so wegwerfen, dass die Gemeinden oder die Städte sagen: “Ja, freiwillige Leistungen, wir haben soviel anderes zu leisten und irgendwo müssen wir Abstriche machen.“ Da müssen wir uns kein Beispiel am ****** nehmen, wenn da einige Orte das so gemacht haben, dass sie gesagt haben: „Wir machen das Schwimmbad zu. Oder die Bibliothek.“ Das muss für uns kein Maßstab sein. Wir müssen unseren eigenen Weg gehen.

Kennen Sie Wolgaster, die gesagt haben, durch die Bibliothek habe ich das und das e r reicht?

Nö, so konkret könnt’ ich jetzt keinen Namen nennen. Beim besten Willen nicht. Aber nun, was man allgemein hört, auf jeden Fall in der Schule. Dass sehr viele Schüler unterwegs sind zur Bibliothek, um sich da Hilfe zu holen, bei der Erledigung ihrer gestellten Aufgaben. Und das ist eine ganze Menge. Ansonsten, so aus dem Bekanntenkreis weniger, aber ich denk’ mal, das wird andern ab und an genau so gehen, wie es mir mit diesem Baubuch gegangen ist. Dass, wenn ich was Spezielles suche, ja. Ich mein’, da sollten wir wegkommen von, das nur die Bibliothek ein Notnagel ist und nicht nur ab und zu genutzt werden sollte, sondern eigentlich regelmäßig. Aber das hängt ja auch wieder mit der finanziellen Ausstattung zusammen, so das man dann mehr machen kann, denn wenn ich die Garantie habe, ich kann jederzeit, das, was ich für mein Fach brauche, hier holen oder abrufen, dann brauch’ ich mir weniger Spezial-Literatur selber kaufen. Wäre für mich insofern auch von Vorteil. Denn wir haben hier in Wolgastkeine langen Wege zurückzulegen. Und da braucht’ man sich nicht ins Auto zu setzen. Das kann man alles zu Fuß erreichen. Und insofern geht das schon. Und dann geht es natürlich weiter, wie gesagt, ich habe jetzt das Ding in „Y“ vor Augen. Wenn ich jetzt sehe, den kleinen runden Tisch und die Stühle da, ja, das ist ja auch nicht das Bequeme, das man sich da hinsetzt und dann eine Zeitschrift studiert.

Engagement der Bürger für ihre Bibliothek

Ja, Wolgast ist ein spezielles Nest, davon muss man ausgehen. Aber, wie gesagt, ja, die Wolgaster müssen sich für ihre Stadt und für ihre Sache mehr engagieren. Da haben wir nun das Problem nun mit der Durchfahrt, mit der Verkehrsführung in der Altstadt, gehabt, gerade. ************************ ******* ******** ******** ********* ********************************************************************** **********************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************

Mein Gott, es wird immer davon gesprochen: “Wir wollen unsere Stadt beleben“, aber doch nicht nur den eigenen Leuten, mit den eigenen Einwohnern. Wer hier zur Bibliothek kommt und sagt, er ist in Wolgast, wenn er aus Karlshagen kommt, ja: „Jetzt könnt’ ich doch mal gucken und da noch mal gucken.“ Also haben auch unsere Händler was davon.

Na ja, und wenn man so an die Sache rangeht, nur mit Zahlen jongliert, mit Zahlen, Einwohner oder Leser und dann die Finanzen dazu, dann landen wir genau da, wo wir bei der Schule gelandet sind. Man zählt nur Schüler und Schülerinnen und Kosten und dann geht die ganze Bildung den Bach runter. Das ist das, was wir jetzt unmittelbar erleben und das wird noch schlimmer werden, wenn-. Es müssen Leute was zu sagen haben, die Ahnung haben vom Fach. Ich hab’ gerade ein Buch über Frankreich gelesen, d.h. von einem sehr bekannten, von Wickert. Ganz interessant. So ein Einblick in die französische Wirklichkeit und, irgendwie habe ich so den Eindruck, als wenn *****„X“ jetzt auf die gleiche Art und Weise reisen will, wie die französischen Chefs. Von allem viel und mir das meiste, nach dem Motto. Demokratisches Mäntelchen, es gibt Parlamente, die haben aber nix zu sagen. Immer nur einer, der das große Wort führt, und der Rest ist dumm. Ja, aber wie gesagt, das ist ja mit unserer Bevölkerung nicht zu machen. Deutsche sind eben anders als Franzosen und die große Idee, wie er da schreibt, es steht, egal wer regiert oder was, es steht immer Frankreich als Land oder die eigene Region im Vordergrund und dann erst das andere.******** ******* **** **** **** ********************************************************************************************************* Und das ist ja nicht in Ordnung.

Aussagekraft der Zahlen

Ich wollt’ gerade sagen, das muss man doch nicht an Statistiken festmachen. Das ist jetzt wirklich die eigene Erfahrung, und ich hab’ ja nun schon einiges erlebt, nicht nur hier in Wolgast, in diesem Bereich. ******** ********** ********* ******************************************* Ich weiß, was da los ist. Was da läuft. Ich weiß, was in der Stadt ist. Ich weiß, was im Land ist. Ich war auch in „Y“. Also, da kann mir keiner was vormachen. Ich kann mir schon mein Urteil bilden. Bloß, es ist immer das, oder bei der Masse ist das Informationsdefizit, was dann damit, was dann dazu beiträgt, das da einiges so den Bach runter geht. Wenn die Leute besser informiert wären, hier über die Bedeutung der Bibliothek, egal wie auch immer, für welches Medium, dann könnten wir vieles besser machen. Auf der anderen Seite ist das natürlich auch Absicht der Politik, das gar nicht soweit kommen zu lassen, dass man sich als Politiker für den oder für die Größten hält. Wir wissen Bescheid und ihr macht das mal so, wie wir das wollen, dann geht das schon. Bloß, das ist nicht der Fall.

Also, ich mein, in den *********** auf jeden Fall, darüber gesprochen wird, wenn es um die Haushaltsplanung geht. Nee, dann sind wir bei Punkt so und so, und meinetwegen Bibliothek, und dann wird was dazu gesagt. Aber so aus der Reihe, wenn da keiner nachfragt. ******** ******* ******* ****** ***** ***** ***** *** ***** ** ** ********************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************

Die ***** sagt, wir wollen unsere, die **********sagt: “Wir wollen unsere, müssen unsere Stadt beleben“, und da muss man eben irgendwo Opfer bringen und mit irgendwelchen Attraktivitäten anfangen. Mit einer oder mit zweien und dann immer Stück für Stück die Sache aufbauen. Anders sehe ich da kein Vorwärtskommen. Ich kann nicht sagen: „Hier was, und da was“, und dann wird da nie was draus. Wenn ich tausend Sachen zur gleichen Zeit anfange, dann werde ich mit keiner richtig fertig und ich muss irgendwie Keimzellen setzen und die müssen wachsen und dann muss ich auch immer wieder, und dann hab’ ich auch Erfolg damit.

Paraphrase:

**** ********** ****** ********* ** **** ****** ****** *** ** ********** ******* **** ***** *** ************ ******* *** *** ********** ********* * 274

Interviewtranskription: Montag, 19.08.2002

Teilnehmer: *********

Würde die Bibliothek vielen Menschen fehlen, wenn es sie nicht mehr geben würde?

Ja, weil, eine Bibliothek gehört für mich und für meine Kinder, zum täglichen Leben dazu. Ich mein’, es gibt viele Sachen, wo man eben gerade eben, Wissensvermittlung, wo man denn mal sagt, da müsste man mal gucken und-. Klar, man kann heutzutage auch ins Internet gehen und da findet man auch, wenn man sich intensiv beschäftigt, alles, was man wissen will, aber es ist dann im Internet nicht so umfassend e r läutert, wie das doch ein Buch kann. 275Da muss man denn aus vielen verschiedenen Internetseiten sich die Sachen heraussuchen, die man braucht, und die man sucht, und dann ist es doch, für mich jedenfalls, immer noch einfacher, in die gute alte Bibliothek zu gehen und ein Buch rauszusuchen. Und dann steht alles in dem Buch.

Ist die Bildungs- und Ausbildungsunterstützung eine Hauptaufgabe der Bibliothek?

Das Hauptaufgabenfeld auf keinen Fall, oder, von der Sache her nicht nur, sondern ebenfalls auch Fre i zeitangebot, um wieder zu lesen. Weil es ist ja heutzutage auch so: Es wird immer weniger gelesen. Mach’ halt knips, Fernseher an, und dann kommt da halt alles was man da haben will- ein Film oder weiß der Fuchs was. Und ich denk’ mal, wenn es die Bibliothek nicht mehr geben würde, dann wäre es ein Stück Kultur weniger. Wer nicht lesen kann, der hat doch irgendwie ein großes Problem.

Freizeitaspekt

Es kommt auch darauf an, welches Freizeitbedürfnis. Wenn es jetzt darum geht, wie eine Bibliothek, das Wissen vermittelt, was auch ein Stück Kultur irgendwo rüber bringt, dann ist es legitim [Steuergelder zu verwenden]. Wenn es jetzt um irgendwelche Freizeit-, wie Videotheken oder Spieldinger geht, dann sollte doch die Steuer schön draußen gelassen werden. Also, es kommt immer bei den Freizeitangeboten auf die Zweckerfüllung an. Die Bibliothek ist ja eben nicht nur Freizeit, sondern auch Wissensvermit t lung.

Kennen Sie Menschen, in deren Leben sich durch die Bibliotheksbenutzung etwas ve r ändert hat?

Nö, da kenn’ ich eigentlich niemanden. Ich selbst, für mich persönlich, hab’ mir auch schon Bücher aus der Bibliothek hier geliehen, die mich dann, wo ich gehofft hatte, dass sie mich weiterbringen. Ob die Bücher denn dazu beigetragen haben, ist subjektiv zu sehen. Das kann man so nicht - . Die Einstellung hat sich durch die Bücher verändert, auf alle Fälle.

Hätten Sie diese Informationen auch ohne die Bibliothek, vielleicht aus anderen Que l len, haben können?

Ja, gut, denn hätte ich mir die Bücher kaufen müssen, denn hätte ich finanziell mich da ein bisschen aus dem Fenster lehnen müssen und hätte mir die Bücher gekauft. Aber dadurch, das es in der Bibliothek – das ist eben wieder die Sache, wo man eben sagt, das sind eben Bücher, die liest man einmal, dann hat man das Wissen aufgenommen, verwertet es erst einmal für den jetzigen Zeitpunkt, wo man das benötigt, und dann würden die Bücher dann im Regal stehen. Mehr oder weniger ungenutzt, bis in fünf oder zehn Jahren mal vielleicht wieder benötigt - . Und deswegen ist eine Bibliothek für so was gut.

Ich denke mal, gerade ältere Menschen, die heutzutage mit ihrer Rente sehr sorgsam umgehen müssen, und da die Preise für gute Bücher doch relativ hoch sind, für die ist das schon eine Alternative oder auch für kinderreiche Familien, wo eben vier Kinder in der Schule sind. Die können nicht ständig alle vier Kinder mit Büchern-. Da wird es eng am Monatsende.

Treffpunkt für ältere Menschen

Na gut, weiß ich jetzt nicht. Das kommt ganz auf den Menschen an. Es gibt bestimmt viele Ältere, die sagen: “Na gut, denn geh’ ich mal dahin. Dann kann ich mal einen Snack mit der Bibliothekarin machen.“ Um überhaupt eben den sozialen Kontakt nicht vollständig zu verlieren. Aber so direkt, um jetzt auf unsere Bibliothek noch mal zu kommen, dafür ist es wahrscheinlich nicht ganz so ausreichend. Dann müsste denn wahrscheinlich doch mehr getan werden, ausgebaut werden, um dann so einen Anlaufpunkt daraus machen zu können.

Erwartungshaltung an die Bibliothek als **************** und als *******

Dass ich das finde, was ich suche. Meine Kinder werden, durch die Bibliothek und durch die Mitglie d schaft in der Bibliothek, doch noch mehr an die Bücher rangeführt, wie ich das auch noch selbst mache. Der Große, der fährt doch mal her und sagt:“ Ich brauch’ mal dies, ich brauch’ mal jenes“. Und dann fährt er her und dann holt er sich das. Und ich selbst, persönlich, hab’ an die Bibliothek eigentlich wenige Erwartungshaltungen. Ich bin zwar Leser und ich hol’ mir auch regelmäßig Dinge, wie gesagt schon Bücher, wie ich sage, um die zu kaufen, wäre mir das Geld zu schade, weil es eben – einmal gelesen und dann – ne. So, das ich jetzt sagen würde, ich hätte jetzt die Erwartungshaltung, dass ich da ständig neue Belletristik finde, so ist es nicht. Da hab’ ich gar nicht die Zeit dazu, um ständig Romane oder so was zu lesen. Aber die Sachbücher oder Fachbücher, die ich mir bisher geholt habe, die hab’ ich bei uns immer gefunden. Von daher sind die Erwartungen, die ich hatte, auch immer erfüllt worden.

Für mich ist eine Bibliothek: Bücher ausleihen. Wo eventuell dann, Sie sagten, dass es ausläuft, das sind die CDs und Kassetten, also im Musikbereich, glaub’ ich mal, muss eine Bibliothek nicht mehr tun. Die jungen Leute, die sich dafür interessieren, heutzutage auch dann technisch auf dem Stand sind, dass die sich das aus dem Internet oder sonst wo herholen. Wo vielleicht noch mehr getan werden könnte, weiß ich jetzt auch nicht, wie der Stand jetzt so direkt ist, so direkt Fachwissen, über PC. CDs eben über spezielle Fachgebiete. CD-Rom, die dann direkt zum Ausleihen sind, die die Jugendlichen dann mit nach Hause nehmen können, und dann zu Hause am Computer, weil – es ist eben doch ein Medium, was von den Jugendlichen noch mehr genützt wird, wie ein Buch.

Raumsituation der Bibliothek

Also, es wurde ja schon mehrfach darüber diskutiert, was mit der Bibliothek passieren kann, was mit der Bibliothek passieren muss, weil es eben mit den Räumlichkeiten hier nicht mehr geht.

Es würde ein Stück verloren gehen, wenn es die Bibliothek nicht mehr gebe. Die Menschen, die eben finanziell schwach auf der Brust sind, für die ist es eben ganz, ganz doll notwendig, die Bibliothek zu haben, um sich da eben mit, sowohl freizeitmäßig, au s statten zu können, zum Lesen, Belletristik lesen, als auch Fachliteratur. Gerade auch wenn jemand jetzt eine Umschulung macht, oder Weiterbildung macht, der kann auch nicht die gesamten Bücher, die dafür notwendig sind, kaufen. Und dann ist es schon wic h tig, um nachschlagen zu können, dass man die Bibliothek hat.

Paraphrase:

**** ********** ****** ********* ** **** ****** ****** *** ** ********** ******* **** ***** *** ************ ******* *** *** ********** ********** 276

Interviewtranskription: Mittwoch, 21.08.2002

Teilnehmer: *********

Warum muss es Bibliotheken geben?

Volksbildung.

Wenn es sie nicht geben würde, würde vielen Menschen etwas fehlen? Ihnen persönlich?

Ich bin eine Ausnahme. Ich kann mir ein Buch kaufen. Ich lese wirklich gerne. Ich komm’ gar nicht zum Lesen. Das ist mein Problem. Das geht Ihrem Vater vielleicht ähnlich. Abends ist man ausgelutscht und schläft vor dem Fernseher ein. Ich glaub’ schon, dass ein Großteil der Bürger was abgeben [gemeint ist: die Bibliothek nutzen], weiß ich nicht, ich kenn’ die Statistik nicht. Aber einem Großteil würde was fe h len. Es gibt ja auch viele, die haben das Geld nicht so dicke, um sich das alles selber kaufen zu können. Ich bin nicht der Maßstab. Ich glaube, ein ************************hat abends nicht die Kraft und den Nerv’ noch viel zu lesen. Ich hab’ ein Buch auf der Kommode liegen. Ja, eine Seite, von 10.00-10.30 Uhr, da klappt das Auge ein.

Literaturbedarf in beruflicher Hinsicht

Die ********kaufen sich ihr Fachbuch. Mein Sohn hat gerade die ************* gemacht. Da hat er sich alles gekauft. Oftmals ist es auch so, gerade bei ***************, da möchte man das Buch auch zu Hause zu liegen haben. [Die Fachzeitschriften] gehen an den *******.

Veränderungen im Leben durch die Bibliotheksbenutzung

Bin ich der falsche Ansprechpartner. Ich kann mir vorstellen, dass auch der eine oder andere das für seine Weiterbildung nutzt. Aber in meinen Kreisen, in *****************,die haben ihre Bücher und der ***************, bei dem hört die Bildung aus der Zeitung wahrscheinlich auf. So, die sich weiterqualifizieren, ***********, ja, das sind denn auch-. Ich bin wirklich sehr geschichtsinteressiert. *******************************************. Aber wie gesagt, abends ist die Luft raus. Was ich da weiß, hab’ ich mir langfristig angeeignet. Aber ist schwer. Und dann kommt bei einem Kleinbürger noch Haus und Hof dazu und eigene Hobbys. Mein Bruder liest hier. Und die Enkel höchstens. Meine Kinder, meine Tochter ist nicht hier und mein Junge hat gerade die ************* gemacht und- aber Lesen? Na ja, das sind auch die Interessenverhältnisse. Die gucken zu Hause ein bisschen fernsehen, manch’ einer liest, ja, aber der große Leser ist das auch nicht, mein Bruder. [Die Enkelkinder] sind noch zu klein. Die eine macht’ jetzt die Vorbereitungsklasse fürs Abitur, und der andere ist in der sechsten. [??] Aber der geht zum Sport, und wissen Sie, Sportler sind dann auch wieder, die haben dann wirklich die Schiene wieder. Und, wenn ich an meine Schulzeit denke, ich sag’ mal, ein viertel haben vielleicht viel gelesen. Von den Klassenkameraden. Die meisten waren doch irgendwo in einer Nische. Und die Enkeltochter, die macht jetzt Pferdesport. Ja, die liest alles, was mit Pferdesport zu tun hat.

Paraphrase:

**** ********** ****** ********* ** **** ****** ****** *** ** ********** ******* **** ***** *** ************ ******* *** *** ********** ********* 277

Interviewtranskription: Mittwoch, 21.08.2002

Teilnehmer: *********

Wenn es die Bibliothek nicht geben würde, würde sie den Bürgern fehlen?

Ja, dann sag’ ich das gleich. Also, mir persönlich würde nichts fehlen. Weil ich selber, das was ich haben will, das besorg’ ich mir, entweder kauf’ ich es mir oder ich borg’ es mir. Und das hängt natürlich auch ab vom Gesamtinteressenkreis. Aber wenn ich Unterhaltungsliteratur haben will, dann borg’ ich auch. Da empfehlen wir gegenseitig. Der eine kauft dies, der andere das. Und da geht das ganz gut. Und das war früher auch schon so bei mir. Also, ich war mal, zwei oder drei Jahre, früher, als ich anfing als ******, da hab’ ich mir hier noch ausgeliehen. Aber sonst nicht, ABER, ich hab’ auch drüber nachgedacht, ich gla u be, auch wenn mir persönlich nichts fehlt, aber manche können sich sicher überhaupt kein Buch kaufen. Bei der Preislage, die ja da ist. Bücher sind ja sehr teuer. Nicht bloß Fachbücher, auch überhaupt. Wer kann sich so ein Grisham-Band hinstellen, der Mankell. Ich mein’, wenn er sich jetzt unterhalten will, oder zum Lesen, wo soll er das herkriegen? Das sind immerhin 30 Mark oder 17 Euro. Das ist ein Heidengeld. So, und für alle diese Leute, nun die auch, die das eben nicht können, und das sind sicherlich gar nicht wenige, ist eine Bibliothek unverzichtbar. Es ist, es hört sich komisch an, aber es ist ein Stück soziales Umfeld. Das würde ich auch sagen. So, und dann gibt’s ja viel, was man auch gerne mal liest, auch selber vielleicht – ich mein, ich kann auch immer wieder drüber nachdenken, aber noch ist es nicht soweit – und was man sich nicht unbedingt hinstellen will. Die Bücherschränke sind voll, die Regale, ich hab’ in der Garage jetzt schon was. Wegschmeißen will ich es nicht. Dann stehen sie denn unten und dann fragt man denn vielleicht später die Kinder. Aber ich würde sagen, es ist schon wichtig. Es ist sicherlich auch wichtig. Es hängt sicherlich auch davon ab, mit welchen Interessen man von klein auf auch gewachsen ist, so, und wenn man nun selber als jüngerer, ich würde immer sagen, für jüngere ist das vor allem wichtig, kann aber auch nachher sein für Rentner, weil ich kenn’ Ihre Klientel nicht. Nicht, die denn auch gerne kommen, und sich mal wieder ein paar mitnehmen und andere zurückbringen und die eben auch kein Platz haben und sich das auch nicht alles hinstellen wollen. Also, wenn ich mal so vom Prozentsatz ausgehen sollte, Sie können mich ja korrigieren, also ich würde sagen, 50% der Bevölkerung braucht das.

Interesse am Lesen

Darum hab’ ich ja auch die Spalte angestrichen bei Ihnen, wo es ein Kommunikationszentrum sein soll, wo man die ranführen muss. Und da ist eine Zusammenarbeit, nun bin ich ja leider ******,eine Zusammenarbeit sicherlich mit der Schule, nicht im Sinne von oder sagen wir, mehr am gleichen Strang ziehen und Ergänzungsangebote machen, sicherlich sehr gut. Denn, es ist wahr, von alleine liest keiner. Und man soll auch diese Hefte nicht unterbewerten, wie „Micky Maus“ und so. Ich sehe das jetzt an meinem Enkel. Vom Bild zum Text und den Text nachher ohne Bild. Und dann die Phantasie entfalten. Und das ist eben das Schöne. Und dass eine Leselust doch ganz schön da ist, das hat ja dieser Harry Potter gezeigt. Bei den Kindern. Den gibt’s jetzt übrigens in Plattdeutsch. Ja, meine Enkelin hat den meiner Tochter auf Plattdeutsch geschenkt. Den ersten Band wohl. Die andere Enkelin liest den auf Englisch. Ja, also, wollen mal sagen, die Lust am Lesen muss da sein. Und es ist eine Aufgabe mit der Bibliothek durch geeignete Ve r anstaltungen und vielleicht auch, na ja, man kann nicht den Kindergärten und den Schulen das abnehmen. Aber im Kindergarten kann man schon die Lust durch Vorlesen wecken und ihnen das Gefühl geben: „Mensch, das ist ja was.“ Mit solchen Augen sitzen sie doch da, wenn man vorliest, alle, ohne Ausnahme. Und dann haben sie ihre eigene Phantasie und ihre eigenen Vorstellungen, was denn daraus wird. Ist besser, als einen fertigen Film sehen. Viel besser, Lesen.

Veränderungen, Erfolg im Leben durch die Bibliothek

Wüsste ich nicht. Kann ich nicht sagen. Ich weiß bloß, dass es bestimmte Schüler gab, die regelmäßig gegangen sind. Wir haben das auch angestoßen und haben öfter gesagt: „Geht’ mal hin. Da ist eine Fundgrube.“ Und jede Schule hat ja normalerweise auch eine Bibliothek, aber in welchem Zustand die sind, wissen Sie ja selber, auch unsere. Und ja, das gibt, ich glaube die Hauptweichenstellung wird in der Familie gemacht und muss eigentlich recht früh gemacht werden. Entweder durch das Angebot, was zu Hause sowieso ist und dann auch durch den Umgang zu Hause mit, wie gesagt, wir kommen auf den gleichen Punkt zurück. Ich kann mir vorstellen, dass das Arbeiten mit Büchern, das Umgehen mit Büchern und das Schätzen von Büchern, jetzt mein’ ich Fachbücher inklusive, dass das natürlich auch direkt im Umgang mit einer Bibliothek funktioniert und, na ja, man soll ja die Grundlagen da ausbilden. Man kann ja nicht Experten jetzt bedienen. Ich weiß zum Beispiel von meinem Sohn, der jagt hinter alten Büchern her, um sie zu lesen und zu haben. Nicht von der Geschichte her, aber Naturwissenschaftliches: “Wie haben die das damals gesehen?“ Der läuft die Trödelmärkte ab und holt sich dies und das ran und denn strahlt er, wenn er wieder ein Buch hat. Ganz abgesehen davon, ein Buch ist an sich auch was Schönes. Es gibt sehr schöne Bücher. Aber davon abgesehen, gibt es auch Bücher, die man nur nutzt. Aber es gibt eben auch welche, die man in die Hand nimmt mit mehr Gedanken, als man sonst hat.

Nee, aber ich kenn’ keinen, der gesagt hat-, nee, da fällt mir keiner ein. Ja, sicherlich, man sollte das, glaube ich, auch nicht überbewerten. Das ist ja wie mit dem Lehrerberuf. Welcher Schüler kann sagen: „ Der Lehrer hat mich auf die Spur gesetzt.“ Wer denkt darüber nach? Also, pauschal, würde ich das schon noch mal sagen. Das würden sicher noch mehr sagen. Ich dachte jetzt mehr im speziellen Fall: der Lehrer. Das sind wenige. Und sicherlich hat man auch, so sichtbar, auf den Einzelnen wirkend, selten eine nachweisbare Wirkung. Es ist mehr eine Pauschalwirkung. Die man auch hat. Na, das wäre mit der Bibliothek ja auch. Ich selber, ich könnt’ zum Beispiel ganz genau sagen, dass es bestimmte Lehrer gegeben hat, bei mir, die die Weichen gestellt haben. Für mich, so eindeutig. Auch in politischen Grundansichten, aber vor allen Dingen diese ganze naturwissenschaftliche Richtung, die überhaupt nicht in unserer Familie steckte, die hab’ ich von einem einzigen Lehrer. Das war mein ********************, bei dem ich *************** hatte. Und so ist das gekommen.

Steuerfinanzierte Bibliothek und Freizeitbedarf

Ja, da müsste man mal überhaupt fragen, ich weiß jetzt nicht, eigentlich müsste ich es ja wissen, klar, grundsätzlich wird die Bibliothek von Steuergeldern bestritten. So, wie viel gibt die Stadt im Jahr aus dafür? Ich weiß es jetzt nicht. Das ist ja nicht nur ein Fre i zeitangebot, das ist ja nicht nur eine Erziehungs- und Bildungsaufgabe. Also, wenn das eine reine Freizeitgestaltung wäre, und da Steuergelder reingehen, da würde ich sagen: „Freizeitangebote sind genug.“ Ganz viele. Sondern es muss drüber hinweggehen, über den Rang einer Beschäftigung, ja sinnvolle Freizeitgestaltung, sicherlich, Sport ist auch eine, die auch auf die Persönlichkeit wirkt und auf Gewohnheiten wirkt und auf Charaktereigenschaften wirkt usw. Insofern würde ich sagen: „Ja“. Aber nicht hier einfach so, man muss hier machen und was anbieten. Nein, es muss ein nachweisbarer, nützlicher Sinn da sein und auch meinetwegen auch die Leute von der Straße kriegen? Die kriegst du sowieso nicht. Die auf der Straße sind und nicht wissen, was sie machen sollen, die lesen sowieso nicht. Sondern, das muss alles früher gelegt werden. Nein, aber als Unterstü t zung für den persönlichen Werdegang, als Angebot, als Nutzungsmöglichkeit, da würde ich sie doch u n verzichtbar halten. Ich mein’, und das wäre ja schon der Anfang. Bei dem einen ist das wichtiger, bei dem anderen ist das weniger wichtig, weil er von zu Hause aus so oder so die Möglichkeit hat. Aber für viele ist das schon-. Und das ist nicht bloß eine Freizeitgestaltung. Gut, wenn einer Rentner ist und älter ist, da ist für ihn das vielleicht auch ein wichtiges Angebot um seine Freizeit zu gestalten. Weil er auch vielfach die anderen gar nicht mehr in dem Maße nutzen kann. Man muss auch trennen. Jugend kann sich ganz anders bedienen, mit all’ den Angeboten, als ein Rentner.

Lernzentrum

Ja, für alle. Guck’, ich werde zum Beispiel Schwedisch lernen jetzt, Quatsch, Dänisch. Da hab’ ich überlegt: „Was hol’ ich mir? Was besorg’ ich mir? Was ist vielleicht vorhanden?“ - Habt ihr so was? Habt ihr?

Ja.

So, was braucht’ man dazu? Man braucht dazu eine CD, dass man überhaupt das Sprachgefühl kriegt. So, und dann brauchst du eine Grammatik und Vokabeln. Dann müsste das doch gehen. In einem Jahr will ich das können. [Volkshochschule] will ich nicht. In der Bibliothek schafft man sich seine eigenen Freiräume für das, was man will, in der Volkshochschule rackt man planmäßig und muss präsent sein. So kann’ man sich es einteilen.

**** ********** ****** ********* ** **** ****** ****** *** ** ********** ******* **** ***** *** ************ ******* *** *** ********** ********* 278

Interviewtranskription: Donnerstag, 22.08.2002

Teilnehmer: *********

Würden den Wolgastern ohne Bibliothek etwas fehlen?

Ja, meinem Vater zum Beispiel. Der leiht sich gern Belletristik aus. Mein Bruder ist da eher so ein Zeitschriften-. Also, das wäre-. Eine Bibliothek gehört nun mal zum Stad t bild. Ist ja auch ein Anlaufpunkt, einer der größten, find’ ich. Na ja, dadurch, das ich jetzt studier’ in „Y“ ist das schon sehr spezifisch, was ich für ****brauche. So bin ich halt auf „Y“ angewiesen. Also, in meiner Schülerzeit war ich auch sehr regelmäßig hier Besucher, gerade auch was Vorträge anging, was man sich hier alles geholt hat, Material und auch Belletristik, viel, oder englischsprachige Bücher.

Hatte die Bibliothek einen Einfluss auf den Erfolg?

Ja, das stimmt. Ich mein’, wenn ich jetzt die Bibliothek hier nicht gehabt hätte, und ich hätte jetzt einen Vortrag in Geo oder so gehabt, gerade zu einem bestimmten Thema, das ist ja doch auf dem Gymnasium schon recht anspruchsvoll, und: Woher soll man denn sein Material haben, wenn nicht aus der Bibliothek? Das ist das Nahe liegende übe r haupt. Man kann jetzt zwar sagen: „Das Internet ist jetzt da“ – aber, mein Gott-.

Also, wie gesagt, gerade das, was Vorträge angeht. Halt alles das, was so über das, was man im Alltag braucht’ hinausgeht. Da geht man in die Bibliothek und auch nicht jedes Buch, was man an Belletristik lesen will, das kauft man sich nicht selbst.

Ohne Bibliothek - , nee. Also, ich weiß nicht, dann würden sie wahrscheinlich in die nächste Stadt fahren, wo eine Bibliothek ist. Nach „Y“. Sicherlich ist es dann auch schwierig und mit Kosten verbunden.

Charakterisierung der Bibliothek im Zusammenhang mit Angeboten für Ältere

Was mir hier einfach noch ein bisschen fehlt, was aber an den Räumlichkeiten liegt, ist eine Polsterecke. Wo man sich verkriechen kann, und einfach so ein bisschen schmökern kann. Ich denk’ mal, viele haben das auch nicht zu Hause, das Umfeld so, dass sie sich einfach mal in Ruhe hinsetzen können und ungestört da mal ein paar Seiten- . Das find’ ich gut. Ansonsten, was natürlich auch an den Räumlichkeiten hier liegt, vielleicht, einfach so, ein Begegnungspunkt schaffen. Ja, weiß ich nicht, vielleicht einen Les e zirkel. Vielleicht so einen abgeschlossenen Raum auch, getrennt, wo man sich einfach so zusammense t zen kann und schnacken: „Na, wie fandet ihr das Buch?“ Vielleicht auch mit einer Tasse Kaffee. Kann ich mir gut vorstellen.

Eine Bibliothek – warum?

Ja, damit man die Möglichkeit hat, Bücher, die man sich nicht zulegen kann oder will oder die man sich auch nicht zulegen muss, immer erreichbar zu haben, auch kostengünstig – spielt in dieser Region eine große Rolle, und halt das auch als Begegnung s stätte nutzbar machen. Ja, das es ein Anlaufpunkt ist für die ganze Stadt. Nicht nur um sich was auszuleihen und dann wieder zu gehen, sondern halt’ auch zu verwe i len. Und- ja, das man die Möglichkeit schafft, den Bestand an Büchern im Internet zu checken. Das sollte möglich sein, weil gerade die Jugendlichen alles übers Internet machen.

Paraphrasen:

**************************************************************************************************************************************************************************************************************** 279

**** ********** ****** ********* ** **** ****** ****** *** ** ********** ******* **** ***** *** ************ ******* *** *** ********** ********* 280

Interviewtranskription: Donnerstag, 22.08.2002

Teilnehmer: ********

Aufgaben der Bibliothek/ Wozu brauchen wir die Bibliothek?

Ich sehe es schon allein aus ************* sehr gerne, wenn die Schüler sich hier noch mit Zusatzwi s sen versorgen können. Das finde ich sehr gut. Das wird auch sehr ordentlich gemacht, zum Teil von den Lehrern gesteuert. Ich habe jetzt auch einige Realschüler, die vielleicht etwas mehr tun. Aber ich weiß auch, dass die Grundschüler das schon tun. Dass die auch hier sind. Ich schätze die Bibliothek in erster Linie in dieser Hinsicht, dass Sie das, was wir in der Schule anreizen, für interessierte Schüler zusätzlich noch zur Verfügung stellen. Schön, wenn die Eltern da auch noch mit-, und sagen: „Geh mal da hin und hol dir das. Da ist bestimmt was zu finden.“ Dass wir in dieser Hinsicht da fast Hand in Hand arbeiten. Bestimmte Sachen, die bei uns nur ganz kurz aufgrund der wenigen Zeit gemacht werden können, dass sie denn hier auch gut beraten werden, von den Fachleuten, die hier sind. Dass die Bescheid wissen, was ist da. Die die Altersgruppe sehen: “Aha, 12 Jahre, das könnte ungefähr für den verständlich sein.“ Das wird wahrscheinlich noch mehr fürs Gymnasium zutreffend sein, die dann selbständig arbeiten. Das ist ja bei mir in der *********** noch nicht so und in der ********** noch weniger. Und ich habe auch die Kollegen bei mir, vorrangig ist es ja „X“, auch immer wieder ermuntert. „X“, weiß ich, macht’s auch, und für Geschichte usw. und sie fragen denn immer: „Dürfen wir, dürfen wir?“ und ich sage denn immer: „Ihr dürft. Selbstverständlich. Das ist mir lieber, als wenn ihr denn bloß -.“ Und vielleicht kann man auf diesem Wege, wenn man als ganzer Klassenverband etwas macht, drauf’ aufmerksam machen, was hier alles ist. Das wissen die meisten ja gar nicht. Das find ich sehr gut.

Dass ich selber kein Leser bin, hier in der Bibliothek, muss ich allerdings sagen, ich glaub’ dass ich selbst ein paar tausend Bücher habe, zu Hause. Das ist nicht übertrieben und die bis zu meinem Lebensende auch nicht mehr schaffen werde. Nein, in erster L i nie sehe ich das so, dass Sie praktisch als zweites Gleis der Schule-, das wäre nicht richtig-, aber auch noch als eine Quelle fungieren, die die Arbeit unserer Le h rer mit unte r stützt, dass sie Möglichkeiten zur Hand haben für interessierte Schüler. Der eine interessiert sich vielleicht mehr fürs Flugwesen, der andere mehr für die Kunst. Dass da was da ist, dass sie da denn sagen können: „Okay, wir gehen jetzt in die Stadtbibliothek. Da find’ ich noch was dazu.“ Und Vorträge machen wir ja auch. So bestimmte Sachen ausarbeiten. Schlimm allerdings ist, dass uns das Internet jetzt da ein bisschen in die Suppe spuckt. Das muss man so sagen. Denn viele machen jetzt ja Folgendes: sie lassen sich da was ausdrucken und kommen denn damit an. Und das wäre mir eigentlich nicht so-. Lieber ist mir, sie kommen hierher, wie in alten Zeiten: „Ich geh’ in die Bibliothek.“ So wie ich es damals während meines Studiums gemacht habe. Da hab’ ich denn den ganzen Nachmittag im Lesesaal gesessen, über einem Stapel Bücher, und habe mir denn das raus gezogen, was ich brauchte. Ich hatte damals die ************************ zu beackern. Das mein’ ich. Und beim Studium bleibt ja auch eine ganze Menge hängen. Wenn sie sich das irgendwo rausziehen, haben sie es morgen vergessen. Eine zweite Sache, das ist eine rein ökonomische Sache, auch. Wir wissen ja alle, was Bücher heute kosten. Wenn ich denn auf solche Sachen zurückgreifen möchte und ich sie mir nicht selber kaufen muss-. Ich meine, jemand der ein ordentliches Gehalt hat, kann sich die Bücher alleine kaufen. Aber, gerade bei Jugendlichen, manchmal braucht’ man sie auch nur für eine Sache. So, dass sie hier auch relativ preiswert an so was rankommen. Sodass das eigentlich unterstützt wird. Ich meine, wir sind arm in der Stadt, aber soviel Geld muss sein. Und glücklicher Weise haben wir auch hier, Dank auch „X“, immer relativ wenig im Bildungs- und Kultursektor gekürzt. ************ ******* ***** *************. Aber wir passen auf. Wir sind ******* ********** ********** **** **** und auch „X“, die auch sehr kunstinteressiert ist und für die Bildung was übrig hat. Sodass wir immer ganz gut gefahren sind. Also, ich sehe die beiden Aspekte. Einmal, wie gesagt, dass wir hier was tun müssen, auf diese Art und Weise auch zum richtigen Studium kommen. Denn nachher an der Uni müssen sie es ja machen. Das sie dann genug Futter finden für ihre Arbeit. Und das auch relativ preiswert kriegen. Dass sie auch nicht sagen können: „Ach’ Gott, das ist so teuer. Das kann ich nicht.“ Das ist es ja gar nicht mal. Die beiden Dinge finde ich da, was die Jugendlichen angeht, ganz, ganz wichtig. Und auch als Zusammenarbeit mit der Schule, so das unsere Arbeit auch davon profitiert.

Bestandspolitik

Ja, Sie sind ja nun eine Bibliothek und keine Videothek. Also, vielleicht, es soll ja nun doch tatsächlich akut werden mit dem Neubau. Der Freizeitbereich, aber da haben sie natürlich auch einiges an Belletristik. Ja, den [anderen] *************** ist das relativ wurscht. ************ ******** ***************** *************** ****** ******************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************

Nee, was sagen hier einige. Dass hier nur alte Leute kommen. Na ja, ist ja auch richtig. Ich sehe das manchmal auch bei meiner „X“, die eine sehr belesene Frau ist. Sich das alles selber kaufen ist a) eine Kosten- und zweitens eine Platzfrage. Da sag’ ich immer: „Wem sagen sie das.“ Und wenn wir irgendwie was sehen, oder auch in den Katalogen, sie kriegt ja haufenweise, dann kaufen wir das, obwohl wir bekloppt sind. Wir haben schon so wahnsinnig viel. Also, die beiden Sachen sollte man schon als wichtig ansehen.

Bibliothek und erreichte Veränderungen im Leben/Informationsquelle, die ich sonst a n derweitig nicht hätte

So im ganz konkreten Sinn nicht. Aber das Letzte, was sie sagten [oben angeführt]. Es sind wirklich sehr, sehr viele, die auch etwas interessiert sind an anspruchsvollen Sachen, da sehr froh drüber. Und auch wenn Sie Lesungen gemacht haben. Das sind ja auch Dinge, die sehr geschätzt sind.

Stellenwert der Bibliothek für die Stadt

[Ohne Bibliothek]- können wir uns gar nicht leisten. Ökonomisch wäre es natürlich ein klein bisschen ein Gewinn. Sie würden irgendwo mal sparen. Aber das wäre nur ein scheinbarer Gewinn. Zu so einer Stadt gehört eine Bibliothek.

Paraphrase:

**** ********** ****** ********* ** **** ****** ****** *** ** ********** ******* **** ***** *** ************ ******* *** *** ********** ********* 281

Interviewtranskription: Montag, 04.11.2002

Teilnehmer: *********

Würde der Stadt etwas fehlen ohne Bibliothek?

Auf jeden Fall. Den Wolgastern würde auf jeden Fall etwas fehlen. Das kann man 100%ig so sagen. Denn Sie haben uns ja die Zahlen gegeben, schon jahrelang. Die Bibliothek, da brauchen wir uns nichts vormachen, wird gut besucht. Und gebraucht wird sie auf jeden Fall. Ob es nun von Schülern ist, von Erwac h senen nachher bzw. für die Weiterbildung. Auf jeden Fall. Und wenn jetzt so was ganz fehlen würde in der Stadt, das wäre ein großer Verlust. Ich würde sagen für alle [ist die Bibliothek da]. Ich würde nicht sagen: “Nur die Jugendlichen“, „nur die Älteren“. Auf jeden Fall für alle. Auf Jahre zurück auf jeden Fall [mir würde etwas fehlen]. Mein Interesse ist so Reiseliteratur, und da hatte ich mir früher auf jeden Fall was ausgeliehen. Das würde mir auf jeden Fall fehlen, denn weil man in dem Bereich doch nicht, nicht jedes Buch unbedingt kauft oder eine Karte auch einfach mal kaufen muss, wenn man die auch in der Bibliothek bekommen kann.

Bibliothek und erreichte Veränderungen im Leben

Ich möchte sagen, weniger eigentlich in der Richtung, weil die sich denn höchstens speziell aus beruflicher Richtung sich irgendwie weiterbilden möchten. Die haben gesagt, also da auf jeden Fall. Weil Bücher über Wissen fürs Studium ja ziemlich teuer sind, dass man die sich doch da, wenn man die Möglichkeit hat, doch da in der Bibliothek zu besorgen, um dann auch beruflich weiter zu kommen. Sagen wir mal im Bereich Belletristik, glaub’ ich weniger. Ja, ein Punkt ist hier, Zeitschriften. Weil man ja, Zeitschriften aktuell, die würden einem auf jeden Fall weiter helfen als ein Buch. Wenn es um die Aktualität der Sachen geht.

Stadtentwicklung und Bibliothek

Würde ich auf jeden Fall sagen. Klar. Auch wenn wir jetzt an den neuen Standort denken. So dass die Stadt auf jeden Fall erstmal die Bibliothek da hinkriegt. Ob das andere dazu kommt, dieses Haus was da gedacht ist, ja da muss man erstmal einen Investor finden. Das ist das Hauptproblem dabei. Da sind denn welche drin, die die einzelnen Sachen bewirtschaften. Und wie gesagt, „X“ war auch dabei, und wir waren auch im *********der Meinung, dass wenn-, wir erstmal die Bibliothek neu hinkriegen. Da haben wir sehr viel gewonnen. Und der Standort ist da eigentlich sehr günstig gelegen. So zentral, weil sicherlich der größte Teil der Bevölkerung aus Wolgast-Nord kommt. Und da können wir froh sein, dass wir denn was Größeres haben. Voller Mut sind wir auch im ********hier gewesen. Aber zur Zeit-, das Geld. Das ist ja auch keine Pflichtaufgabe.

Paraphrase:

**** ********** ****** ********* ** **** ****** ****** *** ** ********** ******* **** ***** *** ************ ******* *** *** ********** ********* 282

Interviewtranskription: Montag, 04.11.2002

Teilnehmer: *********

Besonderheit: Dieses Gespräch konnte nicht elektronisch aufgezeichnet werden. Deshalb wird hier die themenrelevante Kernaussage als Gedächtnisprotokoll wiedergegeben.

Gedächtnisprotokoll/Kernaussagen: Eine Bibliothek ist Bestandteil der Stadt. Es muss sie für die Bildung und Ausbildung geben. So konkret kann ich niemanden nennen, der erzählt hat, dass sich sein Leben durch die Bibliothek positiv verändert hat.

Paraphrase:

**** ********** ****** ********* ** **** ****** ****** *** ** ********** ******* **** ***** *** ************ ******* *** *** ********** ********* 283

******************************* . Interviewtranskriptionen

Interviewtranskription: Montag, 12.08. 2002

Teilnehmer: *********

Wenn in Wolgast keine Bibliothek wäre, würde der Stadt dann etwas fehlen?

Ja, Sie kennen ja meine Auffassung dazu, dass natürlich eine Kommune, so wie sie funktioniert, natürlich nur funktionieren kann, wenn sie weiche und harte Standortfakt o ren bedient. Und ohne Zweifel ist eine Bibliothek, neben der Grünordnung, eventuell auch anderen Dingen, ein wichtiger weicher Standortfa k tor, weil er ja von einer Vielzahl von der Bevölkerung einfach angenommen wird. Und die Leute nutzen es auch aus. Er wird bedient, heute noch. Und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine Ko m mune dieser Größenordnung funktionieren würde, zurzeit, ohne Bibliothek. Perspektivisch gesehen mag es irgendwann anders sein, weiß ich nicht. Inwieweit sich das Buch durchsetzt mit anderen Medien. Aber heute, aus heutiger Sicht ist die Bibliothek auch aufgrund der Auslastungszahlen ein wichtiger Standor t faktor. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es sich Kommunalpolitiker erlauben könnten, die Bibli o thek einzusparen, aufgrund drastischer Haushaltssituation.

Bibliothek – eine freiwillige Aufgabe

Das ist vollkommen richtig. Es gibt freiwillige und es gibt Pflichtaufgaben. Aber wir sind ja nicht in einer Situation drin, dass wir die Prioritäten so setzen, dass wir sagen: „Alle Pflichtaufgaben muss ich erstmal 100% erfüllen und kann mich denn den freiwilligen Aufgaben widmen.“ Das läuft ja heute anders. Ich kann Pflichtaufgaben strecken. Ich kann Pflichtaufgaben nicht vernachlässigen, aber ich kann sie so betreuen, dass sie ausreichend bedient werden, eventuell auch nur mangelhaft, aber sie werden bedient. Und umgekehrt kann ich natürlich während dieser Zeit auch freiwillige Aufgaben bedienen. Also, ich muss das Kapital dann eben ein wenig streuen. Ich muss eben sehen, habe ich genügend Kapazitäten, habe ich also man-power und Finanzen dazu, und man kann ja nicht sagen, dass Wolgast pleite ist in der Beziehung. Also, wir müssen uns schon auch diese Frage stellen. Man kann eine unterschiedliche Herangehensweise haben. Das ist also vollkommen klar. Jeder für sich gesehen entscheidet anders. Klar. Einer kann sagen: “Es genügt mir eine Bibliothek so hinzusetzen, dass sie dem Anspruch, also klassischer Weg – Verleih der Bücher – genüge getan.“ Andere würden sagen: „Ja, aber du hast sie jetzt dermaßen an den Rand der Kommune hingelegt, du hast ihr einen so schlechten Standort gegeben. Du hast sie so schlecht ausgestattet – Gebäude, Beleuchtung, Inhalt, Mitarbeiter. Dann musst du dich auch nicht wundern, wenn du derartig schlechte, nicht Verkaufszahlen, sondern Ausleihzahlen hast. Also, insofern, da spielen viele Faktoren eine Rolle.

Rolle Bildungs- und Ausbildungsunterstützung

Aktuell, aus der PISA- Studie, haben wir also entnommen, dass wir im Bereich der schulischen Leistungen unserer Kinder hinterherhinken. Und das „Lesen“ ungemein bildet, das wissen wir. Und dass unsere Kinder und Jugendlichen, und ich zieh mir die Jacke gerne mit selbst an, nicht mehr viel lesen und nicht mehr ausreichend lesen, wissen wir auch. D.h., wenn wir das noch weiter vernachlässigen, dann kommen wir irgendwann auf diesen schmalen Grad und stellen fest: „Ja, wir müssen uns gar nicht wundern, dass Kinder und Jugendliche nicht mehr lesen, wenn wir nicht das genügende Angebot mehr haben.“ Natürlich ist der heutige Zeitschriftenmarkt, die Medienlandschaft, vielfältig gewachsen, ist unglaublich angestiegen. Wenn wir das noch vergleichen mit vor 30,40 Jahren, na da war das Buch das einzige Medium. Die paar Zeitschriften, die es gegeben hat, da waren die anderen schon aufgeholt. Andererseits, das Buch ist eben zum reinen individuellen Studium gedacht. Man zieht sich zurück. Man nimmt sich die Zeit und die ist auch gut dafür. Also, ich würde sagen, das Buch ist nach wie vor ein entscheidendes Kriterium, damit wir bei den Kindern und Jugendlichen auch in Zukunft gewährleisten können, dass sie Leistung bringen können. Und die sch u lischen Leistungen haben nachgelassen, ohne Zweifel. Also müssen wir mal sehen. Es wird wohl nicht reichen, nur Schule. Es muss wohl auch hier was getan werden. Also, ich mach es einfach mal so fest. Es gibt so genannte Kennzahlenvergleiche. Bei diesen Kennzahlenvergleichen setzt man an, indem man unterschiedliche Ausgangssituationen etwas verkleinert auf Zahlenbeispiele und sagt, nehmen wir die Einwohnerzahl, nehmen wir die Kaufkraft, nehmen wir die Steuern, viele Vergleichszahlen. Und einen Vergleich ziehen mit anderen Kommunen. Dann kommt man irgendwo auf einen Betrag, also x pro Einwohner, und sagt dann: „ Okay, liegen wir im mittleren Bereich, liegen wir im unteren Bereich oder liegen wir darüber.“ Und wenn man denn diesen Punkt erreicht hat, dass man sagt, wir liegen darunter, in der Mitte, oder darüber, dann sollte man trotzdem eines nicht machen - . Man sollte die Individualität des Vergleiches heranziehen, d.h. man muss dann feststellen: „Warum ist das so?“ Meinetwegen: „Warum bin ich so teuer?“, zum Beispiel. Es kann ja sein, dass die Bibliothek nur deswegen so teuer ist, weil sie ein unglaublich schlechtes Gebäude hat. Es kann sein, dass die Bibliothek nur deshalb so teuer ist, weil Sie vielleicht eine sehr, sehr alte Altersstruktur, wir da drin haben. Es kann sein, ich habe eine technische Ausstattung, die ich mit einer verbesserten Technik viel besser bedienen könnte und würde dann Personal einsparen. Oder wie auch immer. Es gibt kaufmännische Überlegungen. Es gibt eine ganze Reihe, aber Ansatz ist immer: Ich muss mich vergleichen mit anderen. Ich darf nicht mir höheren Ansprüchen zumuten und eines Tages sagen: „Ich lebe nur für mich allein.“ Ich lebe nicht für mich allein. Ich muss morgen immer noch gucken können und sagen: „Okay, ich gebe das Geld für die Bibliothek aus. Das ist wichtig. Das soll auch so sein.“ Aber ich muss es auch vergleichen können mit anderen Kommunen, mit anderen Standorten, um immer dem Steuerzahler gegenüber zu treten und sagen: „ Du, mein Lieber, das Geld, das ist gut angelegt.“ Und darum geht es ja eigentlich nur. Dass wir sagen, das passt. Das gehört zu uns. Also, klassisches Beispiel, wir können uns hier keine hochrangige Universitätsbibliothek leisten. Unsere Klientel liegt eben auf etwas anderem. Aber das müssen wir genau herausfinden. Wir müssen genauso sagen, welche Klientel soll unsere Bibliothek bedienen und das müssen wir optimal machen.

Zusammenhang zwischen Bibliothek und erreichten Veränderungen im Leben/Erfolg

Ich würde das anders sehen. Ich denk eher da geht’s der Bibliothek genauso wie dem Rathaus: „Wenn wir nichts hören, dann geben wir eine gute Leistung ab.“ Ich glaube nicht, dass jemand sagt: „Wegen Ihrer guten Bibliothek ist es mir beruflich, persönlich besser gegangen.“ Sondern das ist ein Merkmal. Ich mach’s mal so fest: Ich denk, viele Leute, die die Wolgaster Bibliothek aufsuchen, werden erstaunt sein, welche Möglichkeiten sie haben, wenn sie erstmal ein gutes Buch in die Hand bekommen haben. Von Beratung, von Lesestoff mit allem drum und dran. Sie werden erstaunt sein, was ihnen alles geboten wird. Das heißt also erstmal: Wir erreichen viele gar nicht. Das gilt auch fürs Rathaus. Ich würde das fast umsetzen. Der größte Teil der Bevölkerung bekommt gar nicht mit, welches Leistungsvermögen innerhalb des Hauses überhaupt geleistet wird für den Bürger. Weil wir das natürlich auch-, wir sorgen um ihn herum. Er merkt es immer erst dann, wenn wir seinen Wünschen nicht so entsprechen, wie er es gerne haben möchte. Und insofern denke ich, dass gilt für die Bibliothek auch. Das würde ich nicht als Leistungskatalog ansehen. Denk’ ich. Das kann man sicherlich erfragen, aber dann erwischt man ja auch nur den größten Teil der Leser. Und ich würde mich wundern, wenn man mal die so genannten Nicht-Leser fragt: „Warum sind sie nicht dort?“ Um diese zu erreichen, da muss man sich dann wiederum viel einfallen lassen. Dann hängt das wiederum davon ab: vom Standort, vom Personal. Und: „Wie bekommt man sie zu fassen?“ Denn das ist ja Sinn und Zweck, dass sich eine breite Anzahl von der Bevölkerung anschließen.

Finanzausstattung der Bibliothek

Kann ich mit einer Gegenfrage antworten: „Hat die Bibliothek es nicht geschafft, bei den kommunalen Entscheidungsträgern diesen Nachholbedarf im Vergleich zu anderen Bibliotheken deutlich zu machen?“ Das heißt, die Priorität bei diesen Leuten deutlich zu machen. Ich will das mal so deutlich machen: Stellen Sie sich mal vor, Sie sitzen an einem Tisch und da wird Ihnen deutlich gemacht, bei den Entscheidungsträgern, wir haben so wenig Kohle drin, dass wir nur noch für unsere Pflichtaufgaben etwas bezahlen können. Also, ich will es an einem einfachen Beispiel darlegen. Nehmen wir den Bücherbestand. Wenn ich einen Bücherbestand habe und in diesem Bücherbestand stelle ich fest, aus der Sicht einer Bibliothekarin: „Ich könnte ihn weiter aufbessern.“ Und ich glaube, es gibt keine Bibliothekarin in keiner Bibliothek, die nicht sagt: „Ich könnte was tun.“ Das heißt, aus der Sicht einer Fachkraft gibt es ständig etwas neu zu kaufen, neu zu verbessern. Logisch. Die muss dieses Anspruchsdenken haben. Aus der Sicht eines Finanzdienstleisters, der also nur das Geld zur Verfügung stellt, kann es sehr wohl so sein, dass er sagt: „Also, komm. Unabhängig davon. Das kann ich dir jetzt nicht mehr geben. Du bist im Vergleich zu vielen, vielen anderen Bibliotheken gut dabei.“ Jetzt kommt es natürlich auch noch darauf an: „Wann habe ich denn eventuell mich so zurechtgefunden, wie es, ja, meinem Standortfaktor entspricht. Also, wir sind jetzt eine Gemeinde von 13.000 Einwohnern, wir haben einen Bibliotheksbestand von so und so viel, mit so und so viel Leuten betreuen wir das mit allem drum und dran. Ist das eine Normausstattung? Liegen wir vielleicht sogar noch da drüber? Diese Fragen muss man sich letztendlich beantworten. Nur dann kann man sagen: „Ja, liebe Leute, wir haben Nachholbedarf.“ Also das tun wir im Bereich, ich nehme mal als Beispiel die Feuerwehr. Dort sagt man sich: Städte dieser Größenordnung werden also eingeteilt. In gewisse Klassen. Man hat also für den präventiven Brandschutz zu sorgen. Man muss so und so viel Wasser dort vorhalten, man hat so und so viel Fahrzeuge, man hat so und so viel Leute. Und dann liegt man drin. Natürlich kann eine Gemeinde sich eine größere Feuerwehr erlauben, wenn sie genug Geld hat. Sie kann auch bessere Autos kaufen. Aber auf ein Mal fällt sie aus allen Zuschusstöpfen raus. Das heißt, diese Priorität, die wird irgendwo entschieden. Am Tisch. Und man muss dafür kämpfen. Man muss seinen Standpunkt klar und deutlich machen und sagen: „Wie gut bin ich heute.“ Und das sollte man nicht sagen nach subjektiven Umfragen, denn die sind subjektiv, wenn man ankreuzen lässt. Also, wenn ich das Kreuz mach’ und sag’:“ Sollen wir das Geld ausgeben für Behördenmitarbeiter oder für Bibliotheken?“ wird das Kreuz garantiert gemacht für die Bibliothek. Wenn ich aber ankreuze: „Sind Sie damit einverstanden, dass wir Ihre Steuer erhöhen, damit wir mehr Bücher kaufen?“ dann weiß ich nicht genau, wo das Kreuz gemacht wird. Dann wird jeder sagen: „Nee“. Die sehen das aus der Froschperspektive: „Ich will keine Hundesteuern und keine Steuern wegen der Bücher.“ Er [der Bürger] sieht es immer nur dann anders, wenn er es nicht selbst bezahlen muss. Diese Perspektive haben wir heute so. Also, um das deutlich zu machen. Ich glaube nicht, dass die Entscheidungsträger sich nicht bewusst machen, dass eine Bibliothek wichtig ist. Man muss auch nicht unbedingt, nur weil man in den letzten Jahren gestrichen hat in diesen Bereichen, man ist sich dieser Verantwortung nicht bewusst -, sondern das kommt einfach aus diesem finanziellen Desaster heraus. Wenn man dagegen sieht, wie viele Straßen, wie viel Kanalisation heute noch nicht funktioniert. Wenn man sieht, dass wir Pflichtaufgaben in hohem Maße noch längst nicht erfüllt haben, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass jeder, der das sehr konsequent betrachtet und nicht nur so einseitig hinpackt: „Wie viel Pflichtaufgaben haben wir heute? Wie weit haben wir sie bedient? Und wie viel freiwillige Leistung haben wir gebracht in den letzten acht oder zehn Jahren? Wie viel Geld ist dafür geflossen?“ Dann wird man schnell sagen: „Diese Kommune hat sehr viel Geld für freiwillige Ausgaben ausgegeben.“ Die Frage, die sich immer nur stellt ist: Wer alles bei freiwilligen Aufgaben mitmacht. Da hat jeder ein persönlich anderes Gefühl dabei. Der sagt: „ Na ja, bei mir-.“ Ich sag’ mal, da ist man ja im Topf mit dem Museum, mit Kulturveranstaltungen. Man ist mit Sport dabei, man ist mit-, da kämpft man ja mit anderen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Wolgast in dieser Größenordnung die einzige Kommune ist, in diesem Land, ************** **** ************ ************** ******* **********************************************************************************************************************************************************************************************************************Das war der größte Wunsch der Kommune. Die Bibliothek hatte damals nicht die Lobby. So ist das. Ist Lobbyarbeit. Also, zusammengefasst, ganz einfach: Ich glaube nicht, dass das, nur weil man gekürzt hat, dass man sich nicht der Verantwortung bewusst ist. Und wenn mich jemand fragt: „Herr „X“, Sie müssen jetzt entscheiden, wollen sie 300.000 Mark für die Bibliothek ausgeben oder wollen Sie 300.000 Mark für die Bahnhofstraße?“ Dann würde ich-, weil ich der Meinung bin, ich brauche immer Infrastruktur, Infrastruktur ist das Wichtigste, was ich brauch’, damit ich überhaupt das Leben in der Gemeinde erstmal lebenswert mache. Ich vergleich’ das immer ein bisschen so, so die Zeit, so nach dem Krieg. Da hat man nur Geld gehabt für Straßen, Wege, Plätze, Häuser. Das Überleben musste gesichert werden. Es gab logischerweise schon `45/`46 Filmarbeiten. Es gab Theater. Es gab Kinos. Es gab Bibliotheken. Aber das war alles ganz nach hinten geschoben. Man hat sich nur konzentriert auf das Überleben. Und wenn wir, so krass ist die Situation heute nicht, aber wenn man es sieht, dass wir in vielen Bereichen noch viel aufholen müssen und dass wir eigentlich privates Kapital einsammeln müssen, damit das wieder refinanziert wird bei uns. Sprich: Hab’ ich vernünftige Straßen? Ich sehe eher die Möglichkeit: privates Kapital einsammeln zum Sanieren der Häuser. Häuser führen zu Aufträgen. Ob das nun im Baumarkt ist oder Baufirmen sind, es führt dazu, dass Leute hier einziehen. Jeder, der hier einzieht, ist ein Gewinnbringender für unsere Steuerkraft. Er wird in der Zukunft hier in der Stadt einkaufen. Und jeden, den ich woanders herlocke, hier in diese Stadt, der bringt Geld rein. Ich krieg irgendwann Refinanzierung. Ich bin eher für Infrastruktur. Ganz brutal. Weil ich sage: Die muss ich bieten. Über eine gute Infrastruktur, über einen guten Arbeitsmarkt, über eine lebenswerte Kommune komme ich auch automatisch zu diesen anderen Aufgaben. Das haben mir nach meiner Ansicht die skandinavischen Länder voraus. Die sehen das auch ein bisschen lockerer als wir. Aber sie haben es geschafft, durch, in den 60er und 70er Jahren, durch eine gute Wirtschaftskraft. Haben sie also ihre Kriminalität weggekriegt. Sie haben eine gute Schulausstattung geschaffen und dies führt letztendlich zu einer hohen Lebensqualität. Und selbstverständlich haben sie auch Gelder gehabt für ihre ganzen freiwilligen Aufgaben.

Bibliothek als Treffpunkt, besonders für Ältere

Gut, da sind wir bei dem nächsten Schritt. Wenn man akzeptiert hat, dass man natürlich in einer schwierigen Ausgangsposition heute ist, dann geht es ja darum, neue Wege zu finden. Das Publikum zu erschließen, sich auf einen neuen Markt einzustellen, sprich ältere Leute, aber auch sich darzubieten, nicht mehr als, ja, als klassische Verleihstation, wie so ein Baumaschinenverleiher, sondern als Beratungsstelle. Als Kommunikationstreffpunkt. Als großes Stück Lebensqualität. Und da stellt sich für mich immer die Frage: Standort, Ausstattung, Perspektiven. Das ist für mich der Ansatz. Also, die Medien korrespondieren ja auch miteinander. Ob das nun elektronische Medien sind oder das Buch ist. Und ich selber hab’ mir immer gedacht: und Kneipe. Weil, das ist halt so. Mann kann Musik bieten, man kann Lesungen bieten, man kann die Bibliothek-, das muss man einfach verschachtelt sehen. Die Frage ist eigentlich nur: Es gibt hier gar keine Investoren, die sich in diesem Bereich tummeln. Die den Mut haben würden und sagen: „Mein Gott, das würde sich für mich rechnen.“ Da würde eine Bibliothek sein. Die ist Anlaufpunkt. Da erreiche ich so und so viel Hundert von der Bevölkerung. Da würde ich [mir] vorne ein Café vorstellen, was also Treffpunkt ist. Wo die Bibliothek mal mit weggeblendet werden kann, aber wo man, sozusagen das kulturelle Leben richtig ausleben kann. Man kann am Tage hin. Es kann sogar ein bisschen „open air“ sein und nebenan sind gleichzeitig auch Shops, wo man auch kommerziell etwas betreiben kann. Ich hab’ auch nichts gegen eine Buchhandlung da drin. Ich hab auch nichts dagegen, gegen CD-Verkäufer, oder wenn es ein Medienausleiher ist. Also, sprich auch Videothek. Also, ich sehe das nicht als Problem an. Nur, innerhalb eines Gebäudes dieses zu erstellen, dass ist besonders schwierig heute, ob das eine Kommune noch kann. Aber ich glaube, man muss einfach Viele, viele zusammenfassen in einem Gebäude und dann wird man die Attraktivität für alle steigern. Ich will das mal-, wie ein kleines City-Center. Da könnte wahrscheinlich noch viel mehr laufen. Und abends muss man eben sehen, ob die Gastronomie-. Aber da wir keine Chance haben, als Kommune das herzustellen, und keine privaten Investoren da sind, das stellt sich die Frage: Was machen wir für die Zukunft? Machen wir die richtigen Schritte, wenn wir die Bibliothek wieder solitär alleine hinstellen? Die Frage stell’ ich mir auch immer.

Paraphrase:

******************************************************************************************************************************************** ***************************. 284

Interviewtranskription: Montag, 12.08. 2002

Teilnehmer: *********

Stellenwert der Bibliothek

Also, ich sag’ mal so, wenn man die Bevölkerung insgesamt betrachtet, sind wir ja nun nicht homogen, sondern sehr heterogen. Es gibt ja unterschiedliche Bevölkerungsschichten und wir haben sehr viele Menschen in der Bevölkerung, die nicht besonders viel Geld haben, um sich ständig Bücher zu kaufen. Wenn man jetzt nun überlegt, dass nun die leitenden ************************************ in der Lage wären, sich eher mal ein Buch zu kaufen, dann sind das mit paar anderen, die sich auch Bücher kaufen, durchaus eine „Größe“, wenn man jetzt so in eigenen Bezügen ist, aber wenn man die Bevölkerung insgesamt denkt, denke ich, das über 80% der Bevölkerung sich sicherlich das nicht leisten können, all’ die Bücher, die sie lesen wollen, auch immer zu kaufen. Es gibt sicherlich auch Leute, die vielleicht irgendwie ein Problem haben damit, Bücher auszuleihen, sondern sich das lieber kaufen mit allem drum und dran. Und wenn man jetzt auch ein spezielles Buch auch wirklich auch im Eigentum haben möchte, weil man sich auch da was anmalen möchte oder sonst irgendwie ein Bildband zu Hause stehen haben möchte, dann sind das Leute, die das gezielt machen oder als Geschenk machen. Aber in der Regel ist die Bibli o thek sehr wichtig. Also, ich bin ja nun ab und zu mal da zum Nachschlagen und zum Reingucken. Nun bin ich persönlich aber nicht der Romanleser, bin ich jetzt ehrlich. Also, ich les’ jetzt- ich les’ nicht viele Romane, ich bin eher der Sachbuchleser, also mehr so Informationen über bestimmte Dinge und dann such’ ich ganz gezielt nach bestimmten Informationen. Und da war ich schon oft in der Bibliothek und bin da in der Regel auch immer fündig geworden.285 Das ist gut, aber ich kann nicht nur von mir auf andere schließen. Man muss von ausgehen, dass auch eine ganze Menge, die auch andere Interessenlagen haben und da gibt es Leute, die suchen Sachbücher, Nachschlagewerke und das ist ein ganz wichtiger Bereich der Bibliothek, auch für Schüler und sonst irgendwie Interessierte, die an irgendwelchen Themen eben mal privat interessiert sind, was nachschlagen zu können. Aber genau so gibt es auch viele Leute, die einfach mal was lesen möchten, einen Roman lesen möchten oder eine Biografie oder irgendwo, i r gendwelche Dinge, die sie so interessieren, oder historische Werke auch mal und dazu muss es einfach da sein. Weil Leute auch nicht das Geld u n bedingt haben, sondern gerne kommen, um sich das auszuleihen, zu Hause noch mal drüber nachzudenken. Für die Schüler wichtig, zum Nachschlagen, aber nicht nur, denn viele Kinder suchen auch Kinderbücher, die, schätz’ ich mal, die Kaufkraft, auch wenn das manc h mal differenziert gesehen wird, nicht so ein, dass alle Wolgaster ständig für ihre Kinder Bücher kaufen können, zumal die Wohnungen auch nicht so groß sind, dass man da riesige Regale reinstellt. Und für ein Kind ist das schon schön einfach mal zu kommen und Kinderbücher, was weiß ich, „Pippi Langstrumpf“ oder was sie so lesen, und klassische Kinderliteratur da zu lesen. Und ich bin als Kind ganz eifriger Buchleser gewesen. Also ich war auch jahrelang in der Bibliothek und hab’ jede Woche ein Buch gelesen, über Jahre. Also, wir waren da nur drin und habe mir also nichts gekauft, so gut wie nichts, weil man damals ja auch nicht so viel Geld hatte und davon gehe’ ich auch einfach mal von aus, dass die Eltern sich das auch nicht leisten können für ihre Kinder. Wichtig für die Kinder, für die Schüler, für das Studium, auch für andere Leute, die mal was lesen wollen oder nachschlagen wollen. Und deswegen, denke ich, ist der Stellenwert einer Bibliothek für die allgemeine Kultur einer Stadt, meines Erachtens, höher ist, höher einzuschätzen ist, als irgendein *******für eine kleine High-Society-Gruppe, die nun gerade diesen typischen ************** hat. Ich denke auch, dass die breite Masse der Bevölkerung nicht unbedingt diesen Geschmack hat, der hier***************************** wird oder in der ****** oder mal irgendwie so ein spezielles ********************. Sondern dass die breite Masse ein ************** hat, der mehr so in Richtung **********oder, na, ******************* oder **************geht. Und auch wenn es einige Leute gibt, die das verachten, ist es trotzdem so, dass, meiner Einschätzung nach, über 80% der Bevölkerung sicherlich eher das Volkstümliche-. Und es ist auch eine Bibliothek etwas für das Volk und nicht etwas für die High-Society, die sich das Buch auch kauft. Die High-Society, die das Buch kauft, die geht nicht unbedingt in die Bibliothek, wobei ich von mir sagen muss, ich kauf’ mir auch Bücher, ja, okay?! Die will ich dann aber auch haben zum Bearbeiten. Das sind so Werke, da schmier’ ich mir -. Die brauch’ ich nun ständig, die kann ich mir nicht immer ausleihen. Obwohl, wenn es jetzt darum geht, bestimmte Dinge leih’ ich mir dann auch aus und kopier’ mir die Seiten raus.

Die Verdummung der Leute vor dem Fernseher. Das führt ja auch dazu. Die Leute sind nicht mehr umsichtig. Sie haben keine Allgemeinbildung mehr. Man entwickelt ja auch keine Phantasien. In dem Moment, wenn man sich nur einen Film anguckt, dann kriegt man den vorgesetzt, kann sich vielleicht entspannen, aber man entwickelt ja auch keine Phantasien. Also, ich freu’ mich drauf. Ich lese immer regelmäßig im Urlaub Bücher. Also, das ist immer so meine Freude. Wenn ich den ganzen Tag hier lese, hab’ ich manchmal den Kopf nicht mehr frei am Abend. Im Urlaub oder mal am Wochenende les’ ich auch gerne mal ein Buch, nehme mir auch gern mal was zur Hand und bilde ich mich einfach weiter. Ich möchte ständig fit sein. Also, nicht nur im dienstlichen Bereich, es sind andere Thematiken, die mich denn interessieren. Weiß ich, andere Länder, andere Kulturen, Religion ist also für mich ein ganz wichtiges Thema. Christliche Sachen und jüdische Sachen, interessiere mich gerne für. Und dann mal geschichtliche Sachen. Geschichte ist so ein Thema, da interessiere ich mich auch sehr, sehr brennend. Das sind so Spezialsachen, aber das ist mein persönliches Interesse. Und, für mich ist es auch so, jetzt was Bibliotheken angeht, wenn ich jetzt irgendwo bin und ich hab’ jetzt noch zu warten bis ich die Bahn krieg’, ich wieder zurückfahre oder irgendwie da muss ich noch irgendwas abwarten, denn geh’ ich nicht in Klamottenläden und guck’ da immer, was ich da noch alles anziehen könnte und wo ich noch Geld aus dem Fenster schmeißen könnte, sondern ich gehe eigentlich ganz gerne, wenn da eine Bibliothek ist, in eine Bibliothek. Das hab’ ich in Schwerin zum Beispiel schon mal gemacht, dann geh’ ich da hin, guck dann in irgendwelchen Regalen, zieh’ mal ein Buch raus, setz’ mich dahin und les’ erstmal eine Runde und stell’ es wieder zurück und geh’ dann. Oder ich geh’ einfach, wenn da keine Bibliothek zur Hand ist, in einen Buchladen.

Bibliothek als Treffpunkt/Ambiente der jetzigen Bibliothek

Also, ich hatte damals, ich hatte damals vorgeschlagen, als es darum ging die neue Bibliothek zu bauen, dann sollte man die gleich so bauen, dass ordentlich Licht reinkommt. Ich stell’ mir das so vor, wenn man zum Beispiel vorne, ich hab’ da so Vorstellungen, wenn man da so rein kommt und da ist vielleicht rechts so der Tresen, wo man also abgeben und annehmen kann die Bücher so und auch eine Auskunft hat. Dann hat man in der linken Ecke gegenüber, so mehrere Tische, wo auch eine kleine Spielecke für die ganz Kleinen ist und wo man auch einen Kaffeeautomaten hat. Einen Automaten, wo man sich was holen kann, wo dann so auch ein Zeitschriftenbereich ist, wo also jemand sich einfach auch nur eine Zeitung nimmt oder Zeitschriften sich nimmt und mal liest. Es gibt da ja auch so schöne Sachen. Und wo vielleicht auch eine Internetecke ist und dann hat man im Grunde genommen, die Möglichkeiten in die verschiedenen Regalbereiche zu gehen, sich was holen, dann nach vorne zu gehen und zu lesen bzw. auch dann auszuleihen, wenn man das dann mitnehmen möchte oder einfach nur zu lesen und sich was aufzuschreiben. Das dann auch als Treffpunkt zu haben. Ich kann mir zum Beispiel auch vorstellen, wenn zum Beispiel Muttis in ihrer Mutterschaft sind oder in ihrem Erziehungsjahr und die schieben ihren Kinderwagen dann da rein, können sie das Kind auch da hinstellen, können sich parallel was holen, können mit dem Kinderwagen wackeln und so und was lesen in der Zeit, einfach nur so als Beschäftigung.

Es gibt einige Muttis, die ihre Kinder in der Bibliothek lassen und einkaufen gehen.

Genau, dann können die Kinder nachgucken. Da kann man eine Kinderecke, die Kinderbücher zum Beispiel angucken und lesen, sich mitnehmen oder dalassen, ist ja ein öffentliches Angebot, ist Dienstleistung für die Bürger als Freizeitbeschäftigung.

Ich kann mir auch vorstellen ältere Leute machen ihre Kurve, wie Sie gerade sagten, setzen sich da auch rein, nehmen sich ein Buch, treffen auch mal andere, unterhalten sich da denn auch- können sich da auch mal unterhalten und man könnte so einen vorderen, offenen Bereich durch eine Schiebewand, das hab’ ich „X“ vorgeschlagen, durch so eine Schiebewand abschließen, sodass man das auch als Bereich hat für Lesungen oder mal auch als Bereich auch mal so als ein Diskussionstreff mal am Abend. Das man das also nicht dann die ganze Bibliothek aufhält, sondern quasi abgeschlossen hat. Das mein’ ich eigentlich, als, als dieses Wort Bürgerzentrum aufkam, war ich ein bisschen verärgert, weil ich meinte nicht ein Bürgerzentrum mit noch einer Gaststätte oder so was, sondern ich meinte einfach nur eine Möglichkeit der Bürger, sich zu treffen und irgendwo auch Freizeit zu verbringen.

Ja, vorne als ein Bereich, wo man und das kenn’ ich eigentlich auch von vielen Bibliotheken. Ich war ja schon in vielen Bibliotheken, also ob das „Y“ oder “Y“ oder „Y“ oder „Y“ oder „Y“, wo ich mich dann immer gerade so aufhalte, wo ich dann grade mal so gucke, da sind eigentlich schon häufig solche Bereiche gewesen, wo man einfach sich hinsetzt und holt sich eine Tasse Kaffee oder Kakao oder Tee oder was und dann liest man mal so ein bisschen rein. Und vergleicht mal dies und das und nimmt mal was mit und hat mal was zu lesen und hat einfach mal Freizeit. Ich find’ es auch falsch, Bibliotheken danach zu beurteilen, welche Leserzahlen von außen her jemand hat. Sondern die Beurteilung muss eigentlich danach gehen, wie stark greift die Bevölkerung als Dienstleistung überhaupt darauf zurück. Es ist eine öffentliche Dienstleistung für die Bevölkerung. Man sollte auch nicht schief auf die Leute herabgucken, die sich das nicht leisten können, sich ein Buch zu kaufen. Ich denke mal, unsere Buchhandlung in der Stadt läuft ganz gut. Die verkaufen auch ordentlich Bücher, allein schon an den Tourismus, okay. Aber viele können sich das nicht leisten und da muss man halt auch einfach eine Möglichkeit haben an der Volksbildung-. Und ich denke eigentlich muss Bibliothek, was einen Volksbildungscharakter hat, noch viel mehr in den Mittelpunkt gestellt werden, um die Leute von diesem Glotzkasten wegzuholen und auch aus ihrer Anonymität. Ich sehe das Problem, was wir da gerade, wir reden auch toll über „Elektronische Verwaltung“, mit dem Motto, die Leute gehen nicht mehr vor die Tür, die machen ihre An- und Abmeldung vor allem nur noch überm Computer, die Behördenmitarbeiter-, können wir uns auch alle auflösen, die können auch alle von zu Hause arbeiten. Man macht auch die Bankgeschäfte von zu Hause, man kauft auch von zu Hause ein. Bloß nicht mehr vor die Tür gehen. Wir machen alles nur noch über Computer und wir lassen die Bevölkerung eigentlich total verarmen, weil man das Miteinander nicht mehr hat. Was nützt es, wenn einer zu Hause vor dem Internet immer nur noch alles macht, er sieht keinen Bankangestellten mehr, es gibt kein freundliches Wort, es gibt kein Lächeln mehr, es gibt kein Einkaufen mehr. Man macht alles nur noch über den Computer. Der frisst die Gehirne auf. Die Leute hängen nur noch vor dem Glotzkasten, dass sie schon viereckige Augen haben. Wissen überhaupt nicht mehr, was soziale Kontakte sind. Das ist ja schon bei den Kindern so schlimm. Die tippen nur noch ihre SMS ein und wissen sonst von gar nichts mehr. Haben keine Möglichkeit mehr Beziehungen zu knüpfen, auch mal Konflikte auszutragen, auch zwischenmenschliche Beziehungen zu knüpfen. Wie sollen die da mal einen Partner finden? Die kriegen dann nachher Computerkinder, oder so was? Das ist ja auch nichts mehr. Nur noch über-, also kalt, eine kalte Gesellschaft. Und wo man aber noch mal Menschen treffen kann, man trifft doch keinen Menschen, wenn man ins ******geht. Da geht man rein, sitzt da steif, hört sich das an und geht steif wieder raus. Nix gelaufen. Ob das in der ******ist mit den ********* oder ************ ist, oder sonst wo. Es ist keine Beziehung. Wo man Beziehungen knüpft, ist eigentlich in einer Gaststätte. Aber selbst in der Gaststätte ist das so, da sitzen immer die Pärchen zusammen, die zusammen Essengehen und die kleinen Grüppchen und einer, der alleine hingeht, hat auch keinen Kontakt. Also, jemand der alt ist und vielleicht nicht gerade zur Volkssolidarität gehen mag, weil im das Ambiente vielleicht nicht gefällt, oder die Art, kann man denen ja auch zugestehen, dass sie das nicht mögen. Aber wo trefft ihr noch Menschen? Beim Arzt vielleicht. Aber selbst da gucken ja einige und rollen mit den Augen. So, aber man kann Menschen treffen oder man kann Beziehungen zu anderen Menschen knüpfen in dem man irgendwo hingeht, wo auch andere sind, die gleich gesinnt sind. Und da ist eine Bibliothek durchaus eins von vielen Mosaiksteinchen, wo man auch mal über das Lesen ein Treffpunkt-Kontakt hat, einen Menschen auch mal trifft.

Die Räume, wo Sie jetzt-. Die Räume, die Sie jetzt haben, können Sie gar nicht gestalten. Es sind verschwendete Räume durch diesen langen Flur. Es ist nicht der Bezug zwischen dem Leser und den Mitarbeitern so in der Möglichkeit, vorne beim Ausleihbereich da. Es ist, durch die ganze Raumaufteilung geht es ja auch nicht besser. Man wird ja erdrückt, und auch durch die Bücher, die so hoch sind und so. Es ist irgendwie, klar es ist ja unbefriedigend, weil es eng ist und weil es dann zu voll ist. Das liegt ja nicht daran, dass das zu viele Bücher sind, sondern zu wenig Platz. Es ist einfach, die Atmosphäre ist nicht unbedingt geeignet, um jetzt Kontakte zu knüpfen im größeren Umfang. Man kann es, aber, ich denke, in einer freundlichen, offenen, hellen Atmosphäre, die auch modernem Bibliothekswesen entsprechen könnte. Also mehr, sage ich mal, also mehr mit Säulen gehalten wird, freundliche Regalsysteme hat, freundliche Fußbodenbeläge, freundliche Beleuchtung und so, das mein’ ich einfach, dass man freundlich reingeht und dass man Spaß hat am Stöbern.

Jeder spricht davon, dass die Bibliothek wichtig ist, aber in den letzten 10 Jahren ist der schlechte Z u stand nicht verbessert worden. ***************** ********* ******** ***************** ******************************************************************************************************************************Das war das Thema. „X“ hat’s eingestellt, ich hab’s unterstützt. Und es ist zurückgestellt worden aufgrund von anderen Prioritäten. ****************** ***** ***** ******* Es ist nicht die Frage der Stimmung der Bevölkerung. Es ist auch nicht eine Frage der Stimmung der Verwaltung insgesamt. Es hat auch nichts mit den ***** ******** ************* **********************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************Aber das ist meine persönliche Auffassung, dass er auch was-, wo ich immer wieder vorgeschlagen habe: „Leute, macht doch lieber was für die Allgemeinheit.“*** ***** * ***** *********************************************************************************************************************************************************************************************************************************Es ist die Frage der Prioritätensetzung eines Menschen. Es liegt ja auch, ob einer mehr den Blick hat für Wirtschaft und für bestimmte Kreise oder aber den Blick hat für die Bevölkerung. Natürlich hilft auch Wirtschaft der Bevölkerung, keine Frage, aber, meines Erachtens, müsste man versuchen die Belange der Bevölkerung und die Zufriedenheit der Bevölkerung in ihrer Stadt gleichrangig zu sehen mit den Bedürfnissen einiger weniger. Und nicht nur die *********** zu betrachten und das Ansehen, was man dort hat über irgendwelche ***********oder so ein Quatsch. Ich warte schon seit ein paar Wochen auf diese Typen, weil ich das nicht gut finde. Ich finde nicht gut, dass sich Leute in Clubs zusammentun und sich so wunder was wie fühlen. Die sind auch keine besseren Menschen. Und wenn sie irgendwo Sachen verkaufen und die Einnahmen dann als Spende des ********** deklarieren, dann find’ ich das als verlogen und heuchlerisch. Die haben nämlich soviel Geld, das sie auch mal in ihre eigene Tasche greifen können. Und man muss nicht in einem **** sein, um zu beweisen, dass man toll ist. Das muss man nicht. Aber der Nachteil des *****, dass man nämlich Beziehungen untereinander knüpft, die andere Leute ausgrenzt. Die find’ ich widerlich! Die hass’ ich. Absolut unerträglich, dass Leute so was machen. Und da hab’ ein Problem mit, weil man irgendwo sehen muss, die Bevölkerung wünscht sich Möglichkeiten des günstigen Einkaufs, des günstigen Essengehens, des, sag’ ich mal, der Vergnügung, die sie bezahlen können. Die wünschen sich etwas, wo sie auch hingehen können, einfach nur locker Kontakte knüpfen, sie wünschen sich Aufenthaltsbereiche, die einfach nur familienfreundlich sind und auch altenfreundlich sind. *************** **** *** ***********************************************************************************************************************************************************************************Aber man muss auch daran denken, man hat den Alten nicht nur dadurch geholfen, dass man irgendwo *************hat und andere *****hat, man hilft den alten Leuten in vielfältiger Hinsicht.

Das Problem bei diesem ganzen E-Government ist, man denkt ja nicht daran, dass man alte Leute hat, und die jetzt Mitte fünfzig sind gewöhnen sich nicht mehr daran, wenn sie nicht gerade im Beruf damit zu tun haben, jüngere vielleicht noch, aber ältere nachher nicht mehr. Aber die jetzt Mitte fünfzig sind, die werden vielleicht auch Mitte achtzig und dreißig Jahre lang leben die. Und denn kann man nicht die Leute dazu zwingen, nachher noch alles über Computer zu machen. Die wollen zum Beispiel bei der Sparkasse den Bargeldschalter abschaffen zum Ende des Jahres, nun müssen alle an diesem touch-screan arbeiten und das ist eine Katastrophe für die alten Leute, die ihr Geld bar holen, weil sie nämlich damit nicht umgehen können. Die können auch nicht umgehen mit diesen Karten. Die haben da ein Problem mit und das muss man auch irgendwo verstehen und man wird immer menschenfeindlicher. Und ich denke eine Bibliothek an einem neuen Ort, und ********************** ********* *********** *********************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************Die Leute haben kein Geld mehr. Und deswegen müssen wir auch als Stadt-, da ist die Bibliothek eine Möglichkeit, Leuten die kein Geld haben, trotzdem Information, Bildung, Freizeitbeschäftigung zu offerieren, die sie dann in einem gewissen Umfang auch bezahlen können. Und so was wie ein Internetcafé dazu zu machen ist eine gute Idee, für Leute, die sich das zu Hause nicht leisten können sich einen Computer hinzustellen. Die bezahlen dann immer nur das, was sie gerade machen.

Paraphrase:

******************************************************************************************************************************************** ***************************. 286

Interviewtranskription: Donnerstag, 15.08. 2002

Teilnehmer: *********

Kann die Stadtbibliothek einen Beitrag leisten zu den Zielen der Stadt? Muss man Prioritäten setzen? Oder eher nicht? Allen was Gutes getan, ist niemandem was Gutes g e tan?

Also ich denke, dass gerade die Bibliothek eigentlich der prädestinierte Bereich ist, wo man möglichst viel abdecken kann. Ich denke, dass auch gerade in der Bibliothek, dieser Spruch „ Allen Recht getan…“, dass das gar nicht so funktioniert, so zu trifft. Denn in der Bibliothek, gerade durch die Vielzahl der Medien, die dort vorhanden sind, kann ich also schon sehr weitgehend jeden Geschmack abdecken. Ich hab’ natürlich zusätzlich die Möglichkeit, auch zu steuern. Ich kann steuern, was für Literatur vorhanden ist und ich bin auch willens und erwarte, und unterstelle auch, dass das so ist, dass insofern natürlich auch gesteuert wird, dass zum Beispiel rechtsradikale Literatur, faschistische Literatur in der Bibliothek nicht ausleihbar ist. Ansonsten würde ich keinerlei Einschränkungen machen. Geschmack ist halt so vielfältig. Ansonsten, wer Uta Danella lesen will, soll sie meinetwegen lesen, man muss es ja nicht selber tun. Das ist genauso mit *********. Wer da essen will, soll es tun. Man muss es ja nicht selber tun. Anderseits hat die Bibliothek ja den großen Vorteil, dass wer will, und ich unterstelle dass für die Wolgaster Bibliothek, eigentlich sehr gute Literatur, Belletristik, abrufen kann. Dass dort ausreichende Medien vorhanden sind. Und ich unterstelle eigentlich auch, dass die Bibliothek versucht, wenn ratsuchende Besucher da sind, auch auf entsprechend gute Literatur zu verweisen.

Schwerpunktsetzung/Bildungsunterstützung

Also, wenn Sie die Bücherei so betrachten, wie Sie das am Anfang geschildert haben, überwiegend ergänzend zur Schule, Schulbibliothek, dann greift die Bibliothek zu kurz. ******************* ******* *************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************

Ich denke, das ist auf die Dauer fatal, wenn wir so verfahren würden. Nicht nur aus Altersgründen, denke ich, ist es falsch. Eine Bibliothek sollte und muss mehr abdecken, als nur eine Schulbibliothek zu sein. Da gehört natürlich Belletristik rein. Da gehört gr o ße Literatur herein, da gehört politische Literatur rein.

Diskrepanz zwischen den Vorstellungen der Stadtvertreter und den Vorstellungen der leitenden Verwa l tungsangestellten / ************************* ***************** *******************************

Natürlich! [Aber], warum muss ich Konkurrenz zu einer privaten Firma sein, die Videos und DVDs ausleiht? Die Möglichkeit gibt es in Wolgast. Wenn ich einen solchen DVD- oder CD-Bestand aufbaue, dann mach’ ich damit im Grunde die Gewerbetreibenden vor Ort, die davon leben, tot. Denn die Ausleihgebühren bei uns sind andere, als jemand nehmen muss, der kommerziell davon leben will. So, wir haben in Wolgast, so weit ich weiß, ein Geschäft noch in der Heberleinstraße, was Videos, DVDs und CDs ausleiht. Gut, es kostet dann drei Euro für den Tag. Davon leben die. Wenn wir mit einem großen Bestand rangehen, nehmen dann im Monat den Betrag oder viel weniger für den Tag, würden wir dieses Geschäft totmachen. Nun kann man natürlich ähnlich für Büchereien diskutieren, wobei ich das etwas anders sehe. Ein gutes Buch, ein wirklich gutes Buch, das kauf’ ich mir selbst. Das würde ich mir gar nicht erst aus der Bücherei holen. Das will ich dann auch zu Hause haben. Mir persönlich geht es auch so, Bücher, wo denn schon `zig Leute drin rumgegrabbelt haben, finde ich da nicht ganz so prickelnd. Also, dieser CD-Bestand, DVD- Bestand, denk’ ich, kann zurückgefahren werden. Die Jugendlichen, die laden sich das heute alles aus dem Internet runter, was Aktuelles. Und die Einheiten sind auch richtig teuer. Gute CDs, gute DVDs kosten richtig Geld. Dann also ganz anders als Bücher. Also da, denke ich, ist die Entscheidung schon richtig. Das kann man machen, also wirklich, wenn man auch sehr viel Geld übrig hat. Ja, wie will ich nachher bei DVDs auch aussuchen? Will ich mehr Musik-DVDs machen, will ich nur Spielfilme machen, will ich Action machen, will ich Horror machen? Je nachdem, was die Leute suchen. Ich glaube, es ist nicht unsere Aufgabe, da irgendwelche blutrünstigen Horror -, verstehen Sie? Den Mist sehen die täglich im Fernsehen. Gute Sachen, das leiht außer zwei, drei Leuten überhaupt kein Mensch aus, wenn Sie so was da haben. Nee, also, wirklich gute Sachen lohnen sich nicht. Klar, „Herr der Ringe“ können Sie jetzt pausenlos verleihen. Aber warum? Können die ja auch privat tun.

Bestandsstruktur/Angebot für Ältere

Hörbücher sind eine echte Alternative. Ich habe mir vor einiger Zeit mal „Herr der Ringe“ als Hörkassette gekauft. Man braucht’ bloß sehr lange, bis man da durch ist. Natürlich, „Die Buddenbrooks“, also wirklich, von der klassischen guten Literatur, gibt es von exzellenten Leuten vorgelesen, also fast alles. Das, denk’ ich, lohnt sich.

Vorstellungen der Stadt/ Arbeitsschwerpunkte der Bibliothek

Also, ich bin da sehr zurückhaltend mit irgendwelchen Äußerungen. Denn wenn ich Wünsche äußere, dann sind das im Grunde Dinge, wie ich sie selber gern hätte. Und ich habe hier [in Wolgast] eins gelernt: ************************************** ************************ ********* ********* ******Insofern bin ich ein bisschen zurückhaltend. Also, ich bin schon der Auffassung, dass wir, und Sie können den „Spiegel“ und die Belletristik- Hitparaden aufschlagen, das sind eigentlich Sachen, sowohl bei den Sach-, als bei den Unterhaltungsbüchern, die Literatur, die man haben sollte. Da müssen Sie schauen, inwieweit die Nachfrage ist, ob es jetzt sinnvoll ist, zwei Exemplare zu haben oder drei Exemplare kann ich jetzt nicht beurteilen. Also, ich weiß nicht, jetzt, das neue Buch von Günter Grass, ich weiß nicht, wie oft wir das haben, wahrscheinlich einmal. Wird das denn nachgefragt? [Ja]

Ich mach’ die Erfahrung ganz konkret auf dem ******************** ********* ** *** ** **********, das wird eine lange ********** werden, wo wir das Allerfeinste von Deutschland dann hier *************haben, wo sich selbst Berlin alle 10 Finger nach ablecken würde, und die ********* meckern und kommen nicht, und wenn ich sag´ ************* ************ ********* ********. Ich denke, Trivialveranstaltungen muss ich als Stadt nicht anbieten. Die kann der Markt anbieten und das regelt sich über den Markt. Bloß seltsamerweise sind die Leute auch da bereit, richtig Geld zu bezahlen. Nicht, die fahren nach Rostock, nach Neubrandenburg, und geben 120 Mark für Andrè Rieu und wenn sie hier richtig Kunst kriegen und sollen 10 Euro bezahlen-. Muss man einfach akzeptieren. Akzeptiere ich inzwischen auch. Ich hab’ s da gelernt. Sie können da nicht missionieren, aber müssen ein Angebot da haben. Und ich denke, wir sollten über die Schule hinaus, künftig verstärkt, ja, gute Literatur, ja was ist das?, weiß ich jetzt auch nicht, wie ich das definieren sollte, vielleicht kann man’ s umgekehrt definieren. Was man nicht haben will: gewaltverherrlichende Literatur, pornographische Literatur, muss ich nicht in der Bibliothek haben, ja menschenverachtende Literatur, so was muss ich nicht haben. Ansonsten ist das Spektrum unendlich weit, und sollte man eigentlich auch in sehr weitem Umfeld anbieten. Ich denke, es gehört auf der einen Seite dazu, dass Sie genau beobachten: Was verlangen die Leute? Was hätten Sie gerne?, aber ich denke, Sie haben auch ein bisschen die Aufgabe, durch Veranstaltungen, durch Angebote, Beratung unsere Kunden ein bisschen dahin zu lenken, zu sagen, „Ach ja, denn les’ ich das doch mal. Dann les’ ich halt mal jetzt ein Buch mit Satiren von Tucholsky“, oder „ein Buch von Heinrich Mann“, oder was auch immer. Ich will das jetzt gar nicht auf irgendwelche Personen oder Autoren festnageln. Das Spektrum ist unendlich weit. Okay, wer Perry Rhodan lesen will, der soll auch Perry Rhodan lesen. Aber es darf halt nicht dazu führen [gemeint ist das Nutzen des ekz-Informationsdienstes], das man im Grunde Literatur bereitstellt, ausgesucht von Leuten, die irgendwo in einem Elfenbeinturm sind. Auch die Gefahr besteht. Sie haben Recht, die Groschenromane kann sich jeder selber kaufen. Aber es gehört natürlich Science-Fiction-Literatur dazu, es gehört der Krimi dazu. Es gibt hervorragende Krimis, die wirklich exzellent gemacht sind. Es wird sich sicher heute keiner hinsetzen, und die „Die Räuber“ von Schiller im Original lesen.

Bekanntheitsgrad der Angebote/Dienstleistungen der Bibliothek

Ich habe bisher immer unterstellt, dass das selbstverständlich ist [gemeint ist Fernleihe]. Das erwarte ich eigentlich von einer Bibliothek. Ich hol’ mir relativ häufig Klavierauszüge von Opern. Bloß das mach’ ich nicht über die Fernausleihe. Dann ruf’ ich meinen Sohn, der studiert in „Y“. Der geht da in die Bücherei und da hat er wirklich alles. Das ist eine Spezial-Musikbibliothek. Das können Sie hier gar nicht leisten. Das können Sie gar nicht besorgen. Da hol’ ich also meine Sachen, also das was ich wirklich brauch’. Denn das kann man sich nicht kaufen. Nein, die Fernleihe, also für mich ist es selbstverständlich, dass sie da ist. Sachen, die ich als selbstverständlich voraussetze, sehen andere vielleicht nicht. Da habe ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht, dass jemand nicht wissen könnte, dass es Fernausleihe gibt. Müssen Sie natürlich entsprechend propagieren. Vielleicht sollten Sie ja in regelmäßigen Abständen auch mal unseren Stadtboten nutzen, um zu sagen: „Jetzt haben wir das und es besteht diese Möglichkeit.“ Kann man doch kostenlos alles nutzen. Das geht in jeden Haushalt. Die Möglichkeit haben Sie. Und ich bin sehr, sehr daran interessiert, dass das möglichst intensiv gemacht wird. Ich denk’, es ist schon wichtig, wenn es ist bei unseren Leuten, die wenigstens hin und wieder mal hinter ein Buch zu kriegen, von der Glotze weg. Denn wer liest noch? Nicht nur aus Zeitmangel. Viele lesen ja einfach nicht, weil es nicht mehr von Interesse ist. Da wird sich vollgedröhnt, ständig, mit entsprechenden Videos und DVDs und das war’s. Also, insofern, haben Sie in meinen Augen eine sehr, sehr wichtige Aufgabe in der Stadt und ich denke schon, dass es auch Aufgabe einer Leitung einer Bibliothek ist, entsprechend zu wirken. Und auch entsprechend Wirkung zu machen und die Bibliothek auch entsprechend gut zu verkaufen. Das auch ins Bewusstsein zu rücken. Nicht nur darauf zu warten, dass die Leute kommen, sondern das eben, sich auch mal wieder Aktionen einfallen zu lassen, dass man zu den Leuten hingeht. Wie auch immer. Ich glaube, wenn man sich damit richtig befasst, da bundesweit umhört, gibt es durchaus genug Ideen, wie man L e sen wieder populärer machen könnte. Man muss sich doch gar nicht alles selber ausdenken. Vieles gibt es da schon. [Aber] ich kann das, was Sie dort machen, wirklich nicht beurteilen, weil ich mich einfach in der Vergangenheit auch so gut wie gar nicht drum gekümmert habe. Ich wusste, das lief. Ich wusste, wir haben eine gute Bibliothek und damit war für mich erstmal das Ziel erreicht und der Rest lag denn in Ihrer und „X“ Verantwortung. Für mich ist es denn halt so, wenn ich ein Buch haben will, lesen will, dann kauf’ ich es mir. Und insofern frequentiere ich, bis auf Spezialbibliotheken bezüglich Noten, Bibliotheken nicht.

Bestand

Wird das denn abverlangt, die Zeitungen? Also, es kommen Kunden, die lesen jeden Tag bei Ihnen die Zeitung? Tageszeitung ist ja nur aktuell, an dem Tag, wo so erscheint. Vielleicht noch einen Tag danach.

Raumsituation

Ich hoffe, dass Sie im Laufe des nächsten Jahres umziehen können.

Soziale Funktion der Bibliothek

Das haben wir uns schon alles genau überlegt. Deshalb soll ja die neue Bibliothek nach Wolgast-Nord, dort wo die Hufeland-Schule ist. *********************** ******* ************** ************ **************, kurzum es soll so ein Kommunikation s punkt werden. Und genau dazu gehört eine Bibliothek mit dazu.

Lesecafé

Das ist ein Punkt, über den man im Vorfeld sprechen muss. Denn wenn man über ein Bistro nachdenkt, und gastronomische Bereiche und man will dort ein Lesecafé integrieren, muss man natürlich anders planen, als wenn ich nur Bistro mache. Das muss im Vorfeld dann besprochen werden. Es ist noch die Frage, ob es kommerziell gemacht wird, ob man es selber macht? Wenn man selber damit eine Mark verdienen kann für die Bücherei, wäre ja auch nicht schlecht. Sie brauchen Automaten mit Kaltgetränk, Kaffee, Tee, fertig. Dazu sind Sie auch [zum Bedienen im Café] zu hoch bezahlt, um Kaffee zu servieren.

Fazit

Ich möchte einfach, dass „Lesen“, dass die Bibliothek, noch populärer wird in Wolgast. Dass es mehr genutzt wird. Dass wir schon auch versuchen, insbesondere die jüngeren Leute an, was auch immer man darunter verstehen will, vernünftige Literatur heranz u führen. Ganz klar. Es muss mit Sicherheit auch ein Kommunikationszentrum werden, wo man sich vielleicht auch hinsetzen kann, und wenn man mal nicht liest, zum Beispiel Schach spielt. Also, da gibt es eine Menge Möglichkeiten. Und ich erwarte natürlich, aber darüber müssten wir noch mal gesondert sprechen, ich habe jetzt ein Umfrageergebnis gesehen, wo wir uns beteiligt hatten, Bertelsmann [BIX] und fiel mir natürlich auf, die Spalte: „Kosten pro Ausleihe“, „Kosten pro Besucher“ und da sahen wir schrecklich schlecht aus. Nun weiß ich nicht, woran es liegt. Darüber wird man mit Sicherheit noch mal reden müssen. Das machen wir jetzt hier nicht. Da brauch’ ich auch den ***************. Ich sehe das im Moment völlig emotionsfrei. Ich sehe, an Hand der Zahlen, dass wir im Vergleich zu anderen, erstmal in der Beziehung nicht gut aussehen. In anderen Bereichen sehen wir wiederum sehr gut aus. Nun kann dieses „Nicht gut aussehen“ ganz unterschiedliche Faktoren haben. Es kann Faktoren haben, die man nicht beeinflussen kann. Es kann aber auch Faktoren haben, die man beeinflussen kann. Vielleicht, wahrscheinlich ist es, eine Kombination aus beidem. Und darüber muss man sprechen, wo man was optimieren kann.

Paraphrase:

******************************************************************************************************************************************** ******************** 287

Interviewtranskription: Montag, 04.11.2002

Teilnehmer: ********

Wem würde ohne Bibliothek etwas fehlen?

Also, ich denke schon, dass der Stadt was fehlen würde, denn eine Bibliothek ist immer ein geistiges Informations- und Bildungszentrum und selbst in kleinen Gemeinden gibt es ja Gemeindebibliotheken, wenn die auch ehrenamtlich betrieben werden. Aber es gibt immer eine Stelle, wo man Bücher, Informationszeitschriften usw. beziehen kann und einsehen kann, wo man Informationen herkriegt. Wo man sich informieren kann. Heut’ kommt da noch hinzu- das Internet und andere Medienträger, sei es Videos, CD’ s oder CD-ROM. Und nicht jeder kann sich das kaufen. Das ist heute ja auch teuer, aber man darf ihm ja die Informationen und die Bildung nicht vorenthalten. Also ist irgendwo eine Kommune verpflichtet, diesen Bereich anzubieten. Wie sie das macht, das ist eine andere Frage.

Zweck der Bibliothek

Also, eine Bibliothek sollte auf jeden Fall zur Informationstätigkeit dienen, zur Bildung dienen und sie sollte auch so eine Art Kommunikationszentrum sein, wo der Bürger hinkommen kann, sich austauschen kann, Informationen erhalten kann, seine Gedanken und Hinweise und Anregungen weiter geben kann, also wo viele Dinge miteinander verknüpft werden und mit einfließen können. Das denk’ ich, so eine Aufgabe sollte eine Bibliothek schon haben. Es ist ja nicht mehr so, dass eine Bibliothek nur noch eine rein klassische Ausleihstelle für Bücher ist. Sie hat ja auf Grund des Fortschritts in der Informationstechnologie doch neue Aufgaben dazu gekriegt. So, und die müssen in der Bibliothek auch mit berücksichtigt werden.

Also, wenn ich von mir ganz persönlich ausgehe, unterscheide ich mich von den ************und auch von manchen *******************************. Mein Interessengebiet war schon immer sehr breit gefächert. Kunst und Kultur gehören von Jugend an zu meinen Interessengebieten. Ich bilde mich aber auch gerne, ich informiere mich gerne und wenn ich das nicht mehr könnte, würde mir richtig was fehlen. Ich brauch’ Lesen zum Beispiel zur Entspannung, zum Ausgleich, auch zur Information, zur Bildung. 288 Aber bei mir gehört das Lesen dazu, wie bei anderen die Morgenzeitung oder das Schmökerheft, was weiß ich, so brauch’ ich ein gutes Buch zum Lesen, um den Ausgleich zu finden und klar, man könnte sich vieles ja selber kaufen, aber man hat ein gewisses privates Haushaltsbudget und ich sag’ mal: Ich muss mir nicht jedes Buch in das Regal zu Hause im Bücherschrank stellen, wenn ich es nur einmal gelesen habe, dann ist es ja auch erstmal erledigt. Ich habe eine ganze Reihe von Büchern zu Hause. Gute, int e ressante, wertvolle Bücher, wo man meint’, dass muss man immer mal zur Hand haben. Aber Bücher, die ich nur ein- oder zweimal lese, da gehe ich gerne in die Bibliothek und hol’ mir die. Außerdem lasse ich mir auch gerne empfehlen von unseren Bibliotheksmitarbeitern oder von Ihnen, was es Neues auf dem Markt gibt. „Was kann man lesen? Was sollte man lesen? Womit setzen sich Schriftsteller auseinander?“ Und das kann ich doch sehr gut in der Bibliothek. In der Buchhandlung sicher auch, aber da wird erwartet, dass ich das Buch denn auch kaufe, und das möchte ich nicht. Es gibt ja auch Leute in der Gesellschaft, die haben das Budget. Die können sich eine eigene Bibliothek kaufen und einrichten. Die sollten das von mir aus auch machen, wenn sie der Meinung sind. Aber genauso gut ist eben eine Bibliothek zu benutzen, weil, es gibt ja auch in der Bibliothek Bücher, die ich im Buchhandel nicht mehr bekomme. Denn wenn ich mal überlege, wie lange so eine Bibliothek steht, 50 Jahre, und was in 50 Jahren an Büchern erschienen ist, welches Buch da heute nicht mehr auf dem Markt ist und aber trotzdem zur Literatur gehört, die man unbedingt gelesen haben sollte. Die hat denn vielleicht einer in einer privaten Bibliothek nicht unbedingt. Es sei denn, er besorgt sie sich dann im Antiquariat oder dergleichen. Aber ich würde die Behauptung zurückweisen, dass die Bibliothek nur was für Finanzschwache ist. Also, das ist nicht die richtige Einstellung zur Bibliothek, weil, ich sehe ja nicht nur die Bibliothek als Ausleihstelle von Medien, sondern auch als Kommunikationszentrum, wo man sich ja austauschen kann. Wo man sich gegenseitig mit Gedanken anregen kann, wo man sich beraten kann und: Wieso machen das bloß Finanzschwache? Das kann auch einer, der sich jetzt jedes Buch kaufen kann. Und gerade in der Bibliothek kann es ja passieren, dass ich so manches Buch sehe und sage: „Das Buch hab’ ich gelesen. Das würde ich auch gerne privat haben, weil ich das gerne immer haben möchte, denn in der Bibliothek bin ich an eine bestimmte Leihfrist gebunden und muss das Buch dann wieder zurückgeben, damit es auch andere Leser nutzen können.“ So, und denn hab’ ich es natürlich nicht zu Hause. Deswegen würde ich immer sagen: Das Buch kann ich in der Bibliothek ausleihen und auch wieder hinbringen, und das würde ich gerne zu Hause haben, weil ich es doch häufiger als ein Mal zur Hand nehme.

Zusammenhang zwischen Bibliothek und erreichten Veränderungen im Leben

Ja, mit solchen Menschen hab’ ich schon gesprochen, die dann in die Bibliothek kommen, sich auch die umfangreichen Bestände aneignen möchten, die sich eigentlich freuen, was sie sich hier alles eigentlich auszuleihen gibt. Dass es ja so vielfältig ist und Internet-Arbeitsplätze sind ja besonders bei Schülern beliebt und ich weiß, ich war jetzt ein paar mal in den Schulen und hab’ gefragt, die Schüler haben ja Computerfachkabinette, aber die stehen ihnen nur für Unterrichtszwecke zur Verfügung. Es ist nicht möglich, diese Fachkabinette auch in der Freizeit zur Verfügung zu stellen, weil einfach zuviel schlechte Erfahrung damit gemacht worden ist. Und dann haben die Schüler die Möglichkeit, und die Anregung bekommen sie ja schon in der Schule, dass sie sich in der Bibliothek ins Internet einloggen können und dass sie dann eben die Informationen für Hausaufgaben, für Schulmaterial, für Vorträge und was sie sonst noch rausholen können-. Und dabei informieren sie sich auch über andere Dinge. Es hat ja nicht jeder Haushalt einen Computer, oder auch, noch nicht jeder Haushalt hat auch noch nicht einen Internetanschluss. Dafür sind die Schüler, und auch die älteren Schüler, doch sehr zu haben. Ja, doch, es gibt Schüler, die das bestätigt haben, dass sie dieses Informationsmaterial bekommen in der Bibliothek. Aber es gibt auch welche, die sich beklagen, dass das Buch gerade weg ist oder das Material gerade weg ist. Das ist ja logisch. Also, wenn in der Schule das nicht ein bisschen versetzt unterrichtet wird, ist es natürlich schlecht möglich, in einem Jahrgang, wo hundert Schüler das gleiche unterrichtet bekommen, dann hundert Bücher zur Verfügung zu haben und die Information zu geben. Aber im Wesentlichen, und meine eigenen Kinder sind ja auch Leser der Bibliothek gewesen, und haben sich ja hier Material geholt für Vorträge im Gymnasium usw. Also, dies wird genutzt. Ich würde es mir noch ein bisschen mehr wünschen bei den allgemeinbildenden Schulen, insbesondere Realschule, verbundene Haupt- und Realschule, Regionalschule. Dort würde ich mir doch den Einfluss stärker wünschen. Dass man auch die Schüler darauf hinweist, dass sie hier Material bekommen oder ins Internet gehen können um sich Hilfen für die Hausaufgaben zu holen. Das ist noch ein bisschen verhalten. Aber wie gesagt, ich hatte ja in der letzen Zeit doch häufiger Gespräche mit Schülern in den Fachkabinetten und hab’ sie daraufhin angesprochen und gefragt, ob sie wissen-. Es waren welche dabei, die wissen, dass sie in die Bibliothek kommen können und hier weiter machen im Internet. Es gab ja auch eine Reihe von Schülern, die wussten nicht, dass man in der Bibliothek auch das Internet nutzen kann. Wichtig und gut ist es, dass sich die Bibliothek den neuen Medien auch stellt, denn da geht ja auch der Fortschritt einher in der Schule. Mit der Aufstockung der Fachkabinette werden ja die Schüler immer mehr damit konfrontiert und auch im Unterricht in anderen Fächern wird ja dann das Fachkabinett mit genutzt. Das ist ja nicht mehr bloß so, dass es im Informatikunterricht genutzt wird, sondern auch in Geografie oder auch im Sprachunterricht. Und insofern ist es gut, wenn dann die Bibliothek damit auch Schritt hält. Also, was die Bibliothek bei uns in Wolgast nicht macht, ist die Ausleihe von Videos, weil wir ja seiner Zeit entschieden haben, dass das über die Videotheken besser funktioniert. Allerdings muss ich dazu auch einschränken, dass doch viele immer wieder fragen, warum die Bibliothek keine Videoausleihe macht und denn sag’ ich natürlich, dass wir Videoausleihen durchaus haben, aber nur in einem begrenzten Umfang, wenn es um Sachgebiete geht, für Informationen, die jetzt speziell im Unterricht notwendig sind oder wenn sich jemand über ein Land, er will reisen, informieren will. Es gibt keine Spielfilme. Das wollen wir den Videotheken überlassen. Ansonsten macht eigentlich die Bibliothek alles, was in dem Bereich angeboten wird. Das ist der einzige Fall, wo wir sagen, dass wir das den anderen überlassen. Und an dieser Entscheidung halt’ ich auch weiterhin fest. Die find ich in Ordnung. Es ist ja erstmal kostenintensiv und die Videotheken machen das gegen Leihgebühr. Und das ist auch in Ordnung. Und wer sich unbedingt einen Film ausleihen muss, der muss denn auch ein Obolus bezahlen. Also, das Problem ist ja immer so. Es gibt ja dieses Substituitätsprinzip. Also das Prinzip der Nachrangigkeit und d. h., dass öffentliche Einrichtungen immer dann tätig sein sollen, auf bestimmten Gebieten, wenn es ein anderer nicht anbietet. Und wir haben ja doch in Wolgast viele Sachen, die kein anderer anbietet. Also, es ist so, dass doch auch die Bibliothek CD-ROMs, CDs usw. anbieten muss, weil wir gar keinen anderen auf diesem Gebiet haben, der es ansonsten anbietet. Ja, nicht einmal gegen Leihgebühr. Also macht die Bibliothek diese Aufgaben. Veranstaltungen machen wir auch. Aber da haben wir uns ein bisschen zurückgezogen, weil sich auch unsere Buchhandlung da sehr stark da enagiert ist und das sollte man aus meiner Sicht auch so lassen. Wenn wir eine Veranstaltung machen, dann sollte man eine Veranstaltung machen, wo selbst die Buchhändler überfordert wären. Also, dass man wirklich jemanden ganz besonders im Bereich der Literatur engagiert, wo man sich dann auch vielleicht gemeinsam noch engagieren kann und die Kosten, und die Veranstaltungsräume usw-.

Paraphrase:

******************************************************************************************************************************************** *********************** 289

*******************************. Interviewtranskriptionen

Interviewtranskription: Mittwoch, 28.08.2002

Teilnehmer: *********

Würde den Wolgastern etwas fehlen, wenn es keine Bibliothek mehr geben würde?

Im Grunde genommen würde jedem Bibliotheksbesucher doch was fehlen, wenn er das so gewohnt ist. Ob er sich nun Freizeitliteratur geholt hat-, na ja, Schüler, da schließ’ ich auch Lehrlinge mit ein und Studenten und alle, die was zur Weiterbildung gebraucht haben.

Warum würde diesen Leuten etwas fehlen. Können sie sich das auch anderweitig beso r gen?

Sicherlich, aber sicherlich mit weiteren Wegen, was wieder mehr Zeit kostet, und wo viele sicherlich auch zu bequem zu sind. Sicherlich, würde man das woanders kriegen: Internet, je nachdem.

Das Internet als Bibliotheksersatz?

Vielleicht, was der eine oder andere braucht. Ja, dann müssten sie eben halt nach Greifswald fahren, wenn sie das wollen.

Bedeutung der Bibliothek für die Älteren

Keine Ahnung. Weshalb kommen die her? Na, die Alten überhaupt. Die suchen was für ihr Freizeitprogramm, ein bisschen was zu Lesen. Da ist ja nix mehr mit lernen wollen. Die suchen sich was Leichtes, bis auf „X“ vielleicht, der noch ein bisschen was Politisches mitnimmt. Aber das ist ja nicht die Masse. Die Masse nimmt sich was Leichtes für sich mit.

Gründe für einen Bibliotheksbesuch

Bei „X“ denk’ ich auch manchmal: „Der freut sich, wenn er einen sieht, mit dem er auch mal erzählen kann.“ Er trifft ja hier auch einige. Gerade die Älteren freuen sich dann, wenn sie jemanden treffen. Die Jüngeren wahrscheinlich weniger.

Könnten Benutzer, die viel entleihen, ihren Bedarf auch anderweitig decken?

Ne, das stimmt schon. Die würden ja nun deswegen nicht bis Greifswald fahren. Die kaufen sich zwar auch Bücher, billige, die es dann mal gibt. Aber die können sich nicht mehr die Masse kaufen. Also, was die verkonsumieren, nee, das können sie nicht mehr. Denen würde schon etwas fehlen [ohne Bibliothek].

Mir selber auch. Alles, was ein’ interessiert und nebenbei mal findet. Also, ich würde immer etwas finden. Ganz zu schweigen von meinen Kindern, die ich ja versorgen muss.

Leseförderung

Ja, ist natürlich wichtig. [Veranstaltungen, wie Lesewettbewerbe] sind Quatsch. Davon lernen die ja nicht lesen. Das ist eine einmalige Sache. Das liegt ja an jedem selber. Ich mein’, wenn jemand kommt und sich viel holt, find’ ich, ist immer eine Sache, und wenn die [Eltern, Schule]mit denen herkommen, und me r ken: „Na, Gott, das Kind liest viel“, oder wollen das Kind da fördern, dann finden sie ja hier alles. Aber, sonst, weiß ich nicht, wie man bibliotheksmäßig was machen kann. Vielleicht werbungsmäßig. Das sie überhaupt kommen. Gut, dass man sie an ein Buch überhaupt ranführt, das ja.

Dazu müssten sie erstmal mehr Deutsch haben in der Schule. Das ist genauso wie mit Mathe. Mathe hat „X“ drei Stunden die Woche. Was soll das? Denn brauch’ man sich doch nicht zu wundern.

Sonderbestand: Sekundärliteratur für die Schule

Aber unser Schulbestand ist ja schon mal schön. Und für die Größeren auch erst. Die Schüler nehmen das ja an.

Würde der Stadt etwas fehlen, wenn es die Bibliothek nicht mehr geben würde?

Der Stadt? ************************** ********************** ************ ******************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************

Kann die Bibliothek eine Veränderung im Leben ihrer Benutzer bewirken?

Ja, einen Erfolg in der Schule auf alle Fälle. Das sagen die Kinder denn hier auch mal. Bei den Kindern, auf alle Fälle. In der Schule auf alle Fälle. Bei den anderen, weiß ich nichts. Na, wenn die nichts sagen. Die sagen denn eben nichts. Die erzählen eben nicht alles. Müssen sie ja auch nicht. Ich mein’, ich würde ja auch nicht sagen: „Ich hab’ deswegen eine gute Zensur gekriegt.“ Wie hört sich das denn an?

Fertig? Gott sei Dank. Paraphrase:

*******************************************************************.290

Interviewtranskription: Mittwoch, 28.08.2002

Teilnehmer: *********

Gibt es Menschen, denen etwas fehlen würde, wenn es die Bibliothek nicht mehr geben würde?

Also, mir würde bestimmt was fehlen. Na, ich denke mal schon, dass es dem einen oder anderen fehlen würde. Also, Berufstätige und alte Leute -würde ich nicht so sehen. Die Kleinen, na ja, die gucken sich ja doch mal ganz gerne Märchenbücher an. Es ist ja immer so, dass man auch als Elternteil bei kleinen Ki n dern nicht so schnell Bücher kauft.

Sind die Dienstleistungen der Bibliothek ersetzbar durch andere Anbieter?

Der Buchhandel kann ja nicht diese Werke, die es schon seit Jahren gibt, ersetzen. Internet als Hilfe zu meiner Arbeit, das ist okay. Ja, aber ganz ohne Bibliothek geht es nicht. Wie wollen sie die Geschichte aufarbeiten? Internet? Die Seiten kommen und gehen, da wird’ nicht dran gearbeitet. Das ist eine kurzlebige Angelegenheit, erstmal, das Internet nicht, aber die Informationen da. Und die Bibliothek hat ihre Aufgabe: Literatur bereitstellen, ältere Literatur beschaffen. Der Buchhandel kann das nicht. Na gut, da gibt es dann das Antiquariat. Aber nicht in dem umfassenden Maße.

Leseförderung

Also, ich hab’ mir das Letztens jetzt zu Hause auch mal überlegt. Und da hab’ ich denn gedacht, wir können uns noch soviel anstrengen, noch soviel machen, wenn die Schulen nicht mitziehen! Das ist das Problem. Die Zusammenarbeit mit den Schulen ist das oberste Gebot und wenn die sich nicht auf ihre Fahne schreiben: „Leseförderung ist wichtig“, haben wir immer Probleme. Wir alleine können es nicht machen. Wir brauchen Partner. Wie sollen wir das alleine schaffen? Und wenn jetzt keiner uns unterstützt, dann können wir uns noch zu bemühen und noch soviel in die Schule laufen, aber letzten Endes ist das für die ein Punkt, der dann abgehakt ist. Mehr ist das nicht. Und soll es ja nicht sein. Es soll ja, eigentlich, Leseförderung bedeutet ja, dass ich immer wieder die Schüler ranführe. Und das läuft ja hier noch nicht so. Es ist ja immer wieder: „Ich mach’ mal ein Projekt.“ Wenn ich denn denke, ich könnte mal darauf aufbauen, fehlt wieder das Interesse. So wie das in Arbeit ausartet bei den Lehrern, wenn sie ein bisschen mehr ihre Sache machen sollen, wird es schon schwierig.

Weil, es ist ja eine Gegenseitigkeit. Und ich kann ja nun nicht immer wieder von vorne anfangen. Ich meine, die Lehrer wechseln ja nun nicht ständig. Das sind zum Teil alt eingesessene Lehrer, und die Projekte sind auch immer wieder da. Und wenn es bloß so was wie eine Bibliothekseinführung ist. Es ist schwierig. Sie denken immer: “Mein Gott, die müssen es doch mal merken, dass es ohne dieses Lesen, diese Leseförderung, aber nicht geht“. Und ein Kind kann ich eben auch nur an Bücher ranführen, wenn ich es interessant gestalte. Und nur mal herkommen: „Nun haben wir eine Bibliothekseinführung gemacht“, das reicht nicht.

Welcher Lehrer kommt in die Bibliothek? Da fängt es doch an. Ich habe manchmal den Eindruck, der eine oder andere Lehrer weiß nicht einmal, dass eine Bibliothek existiert. Sie haben’s in ihren Lehrplänen mit drin. Da ist dieser Bibliotheksbesuch auch mit drin. Schon alleine dadurch, falle ich immer wieder drüber. Also, könnt’ ich mich als Lehrer auch mal informieren. Und wenn ich Aufträge verteile. Welcher Lehrer kommt her, guckt: was ist vorhanden in der Bibliothek? Wie kann ich die Vorträge aufbauen? Die können wir an einer Hand abzählen, die Lehrer, die das machen.

Ich bin auch jedes Mal entsetzt, wenn sie denn so den Eindruck haben: „Die waren noch nie hier, und können das auch gar nicht beurteilen, was wir eigentlich machen.“ Wir haben ja auch schon die Reaktion, dass die das Gebäude von außen gesehen haben: „Na, was kann da schon drin sein?“ und dann kommen sie rein und sind total erstaunt, welche Voraussetzungen für Schüler da sind. Dass es alles nicht das Beste ist, das wissen wir selber. Das ist wieder ein anderer Punkt. Aber sich mal informieren – das ist eben ein großes Manko. Na ja gut, würden wir jetzt vom Gebäude her anders da stehen, wäre das auch noch so eine Sache. So ist das hier ein tristes, halb verfallenes Gemäuer, wo denn schon jeder sagt: „Na ja, kann man denn da überhaupt rein gehen? Was machen die da?“ Das spielt auch eine Rolle. „Na ja, so doll kann es nicht sein, so wie das da aussieht.“

Würde der Stadt Wolgast etwas fehlen, wenn sie keine Bibliothek mehr hätte?

Weiß ich nicht. Manchmal hat man ja den Eindruck, ************************** ************** **********************************************************************************************************************************************************************************************************************************************Ich kann ja nicht immer von mir persönlich ausgehen. Es gibt genug Leute, die vielleicht nicht den Geldbeutel haben, aber für die es notwendig ist. Wir haben genug Arbeitslose, die eine Weiterbildung machen und die auch Literatur brauchen und von dem Geld nicht noch Literatur kaufen können. ******* ******** ************************************************************************************************************************************************************************************************************************************************ Es gibt gerade in der Fachliteratur so teure Sachen und die brauch’ ich ja nicht immer. Wenn ich jetzt nur eine bestimmte Aufgabe habe, so geht es den Schülern ja auch. Ich hab’ eine bestimmte Aufgabe, dafür brauch’ ich Lit e ratur. Das brauch’ ich vielleicht nie wieder. Und denn soll ich mir dafür das Buch hinstellen? Das ist ja Unsinn. Na ja, die Einstellung mancher Leute hier zur Bibliothek kennen wir. Die ist ja auch nicht neu. Ja, und das, was denn da so umherschwirrt: “Was machen die da? Die lesen ja nur. Die haben einen ruhigen Job.“ Sicherlich sind wir keine Schwerstarbeiter. Das bestreiten wir ja auch gar nicht. Aber das nun alles nieder zu machen?! Es ist ja so, wenn ich hier arbeite, ich muss ja auch ein breites Spektrum an Wissen haben. Ich muss ja wenigstens viele Dinge gehört haben und sie einordnen können. Ja, und in dem Moment sind wir auch nicht solche Fachidioten, können wir nicht werden. Man lernt viel dazu.

Paraphrase:

***************************************************************** 291

Einwohner von Wolgast . Interview s

Übersicht über die Teilnehmerzahl, Teilnehmerstruktur und Terminübersicht

Samplezusammensetzung Einwohner von Wolgast - Untersuchung 2003 /Terminübersicht/Teilnehmerzahl

Altersklasse 1

(3 potentielle Teilnehmer)

Altersklasse 2

(11 potentielle Teilnehmer)

Altersklasse 3

(1 potentieller Teilnehmer)

Altersklasse 1

19-28 Jahre

Altersklasse 2

29-60 Jahre

Altersklasse 3

61 Jahre und älter

Mittwoch, 26.02.03 / 19.00 Uhr ;1 Mann

Dienstag, 18.03.03 / 19.00 Uhr ; 1 Frau

Donnerstag, 06.03.03 / 19.00 Uhr ; 1 Frau

Mittwoch, 05.03.03 / 19.00 Uhr ; kein Teilnehmer

Donnerstag, 20.03.03 / 19.00 Uhr ; kein Teilnehmer

Mittwoch, 12.03.03 / 15.00 Uhr ; 1 Mann

Freitag, 21.03.03 / 18.30 Uhr ; kein Teilnehmer

Mittwoch, 12.03.03 / 16.00 Uhr ; 2 Männer

Freitag, 21.03.03 / 19.30 Uhr ; kein Teilnehmer

Donnerstag, 13.03.03 / 15.00 Uhr ; 1 Frau

Dienstag, 25.03.03 / 19.00 Uhr ; 2 Frauen, 1 Mann

Donnerstag, 27.03.03 / 19.00 Uhr ; 3 Frauen, 1 Mann

Donnerstag, 03.04.03 / 19.00 Uhr ; kein Teilnehmer

Altersklasse 1

19-28 Jahre

Altersklasse 2

29-60 Jahre

Altersklasse 3

61 Jahre und älter

Einwohner

1655 Personen

5893 Personen

3315 Personen

Samplegröße und Zusammensetzung292

33 Personen

17 Frauen / 16 Männer

120 Personen;

61 Frauen / 59 Männer

66 Personen

34 Frauen / 32 Männer

Teilnehmerzahl und Zusammensetzung

1 Person;1 Mann

8 Personen; 6 Frauen / 2 Männer

5 Personen; 2 Frauen / 3 Männer

Anzahl der auszuwertenden Einzel- bzw. Gruppeninterviews: 8 mit insgesamt 14 Teilnehmern.

Altersklasse 1, 19-28 Jahre. Interviewtranskrip tionen

Interviewtranskription: Mittwoch, 26.02.2003 / 19.00 Uhr

Teilnehmer: Ein Mann

Das Entscheidende, was mir da zum Anfang gleich eingefallen ist, dass die Bibliothek eigentlich dafür da ist, für die Chancengleichheit zu sorgen, denn nicht jeder hat die Möglichkeit zu Hause Internet, regelmäßig neue Fachlektüre und dergleichen zu kaufen. Nicht in jedem Haushalt sind Ärzte, Doktoren, Lehrer irgendwo, die diese entsprechenden Bücher haben. Von daher ist die Bibliothek schon eine gute Anlau f stelle überhaupt, um an eine gewisse Grundwissenheit ranzukommen. Sie haben ja jetzt auch hier diesen Internetrechner, da kann man ja auch reingehen für recht wenig Geld und kann sich da die Information rausholen, die andere schon zu Hause haben, weil nicht jede Familie hat die Möglichkeit dazu. Von daher denke ich, sorgt die Bibliothek schon für eine gewisse Grundversorgung an Information, ob es nun für die Schule ist oder zu aktuellen Zei t problemen, Problematik Irak/ Afganistan . Da ist eigentlich schon eine gute Möglichkeit, erstmal Grundwissen zu schaffen für die Leute, die auch Interesse haben.

In den ersten Jahren, sprich bis fünfte/sechste Klasse, als eigentlich der Rechner fast gar nicht zu Hause gestanden hat, da war es schon absolut notwendig, in die Bibliothek zu gehen. Da weiß ich auch noch, da haben wir uns teilweise um die Bücher hier geschlagen. Ich meine, es sind schon zu jeden Fachgebiet genug Bücher da, aber wenn eine ganze Klasse einen Auftrag gekriegt hat, denn kamen da zehn, zwölf Schüler an, die wollten alle dasselbe Buch haben. Von daher hat man auch schon gemerkt, dass wirklich eine Notwendigkeit besteht, diese Bibliothek aufrechtzuhalten. Nachher mit dem Internet, als es möglich war, da die Information rauszuholen, denke ich mal, war es weniger gewesen, weiß ich nicht, denn danach habe ich da auch meine Sachen rausgeholt. Aber ich weiß auch noch von vielen Leuten von uns auch noch, die in der 11./12. Klasse auch noch hier ihre Bücher geholt haben.

Also, von der Sache her ist es absolut wichtig, was ich auch schon vorhin sagte, mit dieser Chance n gleichheit, denn auch Schüler, die kein Internet zu Hause haben, können hier ihre Informationen für ihre Referate, Vorträge holen und gerade da ist ja schon Sp e zialwissen notwendig.

Ich kaufe mir [jetzt] eher das, was ich dann nachher wirklich haben muss, weil, das brauche ich dann längere Zeit. In der Schule ist es ja meist so, dass man denn ein Thema bearbeitet, dass 3,4 Wochen lang und dann brauch’ ich mir keine Bücher zu kaufen, aber wenn ich jahrelang das Buch brauche, dann kann ich mir das Buch lieber selbst kaufen, das für mich Wichtigste rausschreiben oder markieren mit gelben Zetteln oder wie auch immer. Von daher ist das denn der sinnvollere Weg, meiner Meinung nach.

Eine Alternative für alle Leute ist das auf keinen Fall, denn so ein Buch muss man bedenken, kostet 9, 10, 11,12 Euro. Hier ist das schon der Jahresbeitrag, und hier kann ich, wenn ich schnell bin, hunderte Bücher lesen, und mir mal Stichpunkte für die Themen, die ich brauche raussuchen und ich kann ja hier arbeiten. Buchhandel an sich ist keine Alternative für eine Bibliothek, weil, hier habe ich die große Masse von Büchern. Im Buchhandel kann ich mir ja nur die Bücher ausleihen, von denen ich schon weiß, dass es sie gibt. Hier kann ich mal fragen: „Gibt’s zu diesem Thema Bücher? Was für Bücher sind dazu auf dem Markt vorhanden?“ Und hier sind ja mehrere zur Auswahl, zu einem Themengebiet. Im Buchhandel ist nur das eine da und dann weiß ich nicht, was für andere Bücher noch vorhanden sind. Für mich war es immer das Einfachste, ich komme in die Bibliothek, sag’:“ Diesen Auftrag habe ich“, und dann ist sie oder sind Sie hingegangen und haben sechs, sieben Bücher rausgesucht, ich hab’ kurz überschlagen: “Was ist für mich wichtig?“ Und so bin ich eigentlich noch nie in den Buchhandel gegangen. Ich bin da eigentlich nur hingegangen, mit der festen Absicht: „Dieses Buch will ich haben“, und habe die Verkäuferin gefragt, ob sie es rauskriegt irgendwo, aber vielleicht, dass da noch alternativ Bücher vorhanden sind, die mehr Information geben können – ist nicht. Das denke ich, ist auch ein bisschen der Unterschied. Buchhandel hat die aktuellen Bücher, meist irgendwelche Bestseller, die aber relativ wenig Information geben und in der Bibliothek sind dann eben alte, ältere Ausgaben, d.h. ja nicht, dass sie gleich schlechter sind, bloß dass es eben nicht mehr das Neueste ist, muss ja auch nicht zwangsläufig so sein.

Also in ganz jungen Jahren, weiß ich, da war ich regelmäßig hier gewesen. Da kannten mich auch noch die ganzen Arbeiterinnen hier. Aber im Laufe der Jahre hat sich das immer so ein bisschen verflogen, da habe ich mir die Bücher auch selber gekauft, was ich vorhin schon gesagt habe, weil wenn man ein Buch einmal liest, dann kann man es auch in drei, vier Jahren noch mal lesen und hat eine andere Sicht auf die Dinge. Was ich auch ganz interessant fand, waren die Veranstaltungen, die von der Bibliothek ausgingen. Lesewettbewerbe oder so was ermutigen zu lesen und damit auch gleichzeitig das Lesen an sich leichter machen, besser machen. In jungen Kinderjahren ist es eben auch mal ein Ansporn: „Da will ich auch mal dran teilnehmen“, was dadurch ja auch dann gleichzeitig die Fähigkeiten verbessert.293

Also, sie haben aber auch gern gelesen.

Mach’ ich auch heute noch.

Sie sind nicht von jemand „ bemusst “ worden, hierher zu kommen oder zu lesen.

Denn funktioniert es nicht. Denn funktioniert es nämlich überhaupt nicht. Dann lesen sie ein, zwei Bücher aus Zwang und danach nie wieder. Dann sind es nachher die Leute, die vorm Fernseher gucken und ihr Bier trinken. Also, man muss schon den Spaß h a ben und dazu gehören auch die richtigen Bücher. Es ist eben auch eine Aufgabe der Bibli o thek, so sehe ich es jedenfalls, die Kinder auf die richtigen Bücher hinzuweisen: „Was kann denn interessant sein ?“, und nicht, dass die Eltern sagen:“ Hier hast’ ein Buch von Huntington“, oder so was, „Kampf der Kulturen“, „lies’ das mal durch“ – das wäre dann vielleicht zu brutal. Das ist eben auch der Vorteil der Bibliothek. Die kennen ihr Repertoire, die können sagen: „Dieses Buch passt zu diesem Kind ganz gut“, wenn man sich ein bisschen mit ihm unterhält, und so schafft man gleichzeitig Anreiz. Das kann man in späteren Jahren auch noch umsetzen.

Aber den wichtigsten Anteil der Leseförderung haben die Eltern, oder?

Die Eltern haben den wichtigsten Anteil an der Leseförderung, aber auch die Schulen müssen ein bisschen Acht geben, dass sie nicht nur solche Bücher in den Unterrichtsstoff mit einbringen, die entweder keinen Spaß machen oder zu kompliziert zu verstehen sind. [Im Grundschulalter] war ich viel hier. Ich denke schon, [dass meine persönliche Lesefähigkeit beeinflusst ist durch das Nutzen der Bibliothek], denn nur wer liest, der lernt auch lesen. Es bringt ja nicht viel, wenn man das in den ersten vier, fünf Ja h ren lernt und dann nachher nur noch irgendwelche Texte im Unterricht wahrnimmt. Dann kann man ja gar nicht alle Aussagen aus den Büchern rausnehmen, denk’ ich mal, die da teilweise drinstecken. Dann liest man nur das, was da steht, aber was zwischen den Ze i len steht, kriegt man gar nicht so mit. Denke ich jedenfalls. Das muss eben auch ein bisschen gelernt werden. Nur immer Text lesen, ist gar nichts. 294

Treffpunkt für ältere Menschen

Ist mir nicht so bewusst, aber ich weiß nicht, bieten Sie denn auch irgendwelche Diskussionsrunden an, dass diese Angebote stattfinden: „Jeder liest jetzt dieses Buch und dann wird es ausdiskutiert“, oder so was. Das wird ja sowieso immer mehr [mehr Ältere] und wenn man dann entsprechende Bücher dann auch zusammenstellt und die Alten hier zusammenkriegt, dass man denn über irgendein Buch diskutiert, dass wäre ja auch eine Beschäftigungsmöglichkeit. Würde, glaube ich, hier ganz angebracht sein, wenn auch die Resonanz stimmt. Muss alles bedacht werden.

geringe Nutzungsfrequenz der Einwohner zwischen 25-35 Jahre

Ich denke mal, die sind viel zu sehr mit ihrem Privatleben beschäftigt. In diesem Alter hat man meist noch Arbeit und dann entstehen da genug Probleme, weil viele Stellen eigentlich so ausgelegt sind, dass zwei dran arbeiten, wo einer mit beschäftigt ist und dann viel Ärger, viel Stress, und dann hat man abends bestimmt nicht noch den Nerv, ein Buch zu lesen oder hierher zu kommen, sondern dann setzt man sich einfach zu Hause hin, lässt sich berieseln um wenigstens da mal ein bisschen abzuspannen. Und wenn denn noch anstrengende Sachen zu lesen wären, wo man denn auch noch drüber nachdenken soll, dann glaub’ ich kaum, dass es für die Leute noch zumutbar ist. Machen sie vielleicht im Urlaub, das sehe ich bei meinen Eltern. Die lesen auch viel mehr im Urlaub, bloß unter der Woche haben sie nicht den Nerv dazu. Mutti kommt heute auch erst um 8.00 Uhr nach Hause und dann glaub’ ich kaum, dass sie noch hierher kommen würde, und in der Bibliothek lesen oder so was. Nur noch eins, zwei Stunden zu Hause Fernsehgucken, duschen, und dann heißt es auch schon wieder schlafen. Nachher im Alter hat man wieder ein bisschen mehr Zeit, in der Jugend hat man mehr Zeit.

Angebot, Bestandsstruktur

Ich denke, so wie es ist, ist es schon recht gut, denn wenn ich zur Videothek will, haben wir hier in Wolgast drei, vier, da muss das Geld nicht noch in der Bibliothek ausgegeben werden dafür. Soviel, denke ich, würden auch nicht in die Bibliothek kommen, um sich Videos holen, weil der Gedanke an sich ist schon absurd, wenn wir sechs Videotheken haben, dann gehe ich nicht in die Bibliothek, um mir was auszuleihen. Von daher ist das Geld wirklich sinnvoller in Büchern angelegt und Bücher sind ja auch irgendwo wichtiger für eine Bibliothek. Bloß wenn man zuviel Geld hat, dann kann man das vielleicht noch machen, aber ich denke nicht, dass sich das wirklich rentieren wird, denn überall gibt es hier Klubmitgliedschaften in der Videothek, da bezahlt man auch Geld für und denn kann ich lieber dahin gehen und die werden mit Sicherheit auch ein größeres Angebot haben, weil sie eben darauf spezialisiert sind. Und die paar Filme, die dann hier möglich wären, die bringen hier nicht so viel. CDs – gut, muss aber auch nicht unbedingt sein, denke ich. Bibliothek – assoziiere ich Bücher und dann versuche ich auch damit meinen Geist selber zu trainieren und mir da die Bilder zu entwickeln und nicht, dass sie auf der Netzhaut projiziert werden. Weil, das ist sowieso spannender, finde ich jedenfalls, die eigenen Bilder zu entwickeln, die eigenen Geschichten aufzubauen, als wenn man da alles vorgesetzt kriegt. Ist zwar leichtere Kost, aber – na ja.

Eine geringe Prozentzahl der Einwohner sind Benutzer der Bibliothek, die Beteiligung an dieser Unters u chung ist ebenfalls gering

Ich denke, momentan spielt auch die Wirtschaftssituation nicht so mit. Alle sind irgendwie nur auf Depression und so was aus und das spielt sich auch meines Erachtens im Kopf wieder, dass die Leute keine Lust mehr haben. Mann sieht es an den Bundestagswahlen. Da gehen nur ein paar Prozent hin, beteiligen sich daran, zumal das auch ihre eigene Sache ist. Da kann man ja auch richtig viel verändern. Und wenn sie nur ihren Schein ungültig machen. Die werden wenigstens mit rein genommen in die Statistik. Wenn da 20-30 % ungültig sind, sagt das auch mehr aus als wenn nur noch 40% Wahlbeteiligung ist, ist meine Meinung. Und die Leute haben eigentlich gar keinen Nerv, für gar nichts. So kommt es mir auch vor – eigentlich nur rumsitzen, bisschen Autofahren, sich aufregen, dass es so teuer ist.

Muss es die Bibliothek geben?

Ja, oder den Leuten geht’s zu gut, dass sie deswegen sagen: „Von mir aus muss es sie nicht geben“, dass sie sich die Bücher lieber selber kaufen: „Warum soll ich da die 20, 30 Meter gehen, wenn ich mir das per Haus über Amazon.de oder so was schicken lassen kann“, aber das glaub’ ich weniger. [Über die Möglichkeit könnte man auch mal nachdenken], aber das ist wahrscheinlich auch zu teuer: das die Leute hier anrufen können, fragen: „Haben sie das Buch da, können sie es bringen?“. Vor allem für ältere Leute, die dann doch nicht von Wolgast-Nord da oben her kommen wollen. Das ist auch noch was, was mir eingefallen ist, also dass man dann per Hauslieferung, aber ich glaube kaum, dass sich das so rentieren würde, denn es kostet ja auch alles Geld. Die Organisation, dann muss einer eingestellt werden, der dann die Zeit hier ist, einer, der die Bücher weg bringt, und der Hin- und Rückweg, kostet alles Geld.

Ich denke hier, die Bibliothek an sich hat auch ein Problem, weil in Wolgast und Umgebung das Kulturangebot nicht so groß ist, d.h. die Leute werden eigentlich schon vom ganzen Organisationssystem hier dazu gezwungen, gar nicht erst hoch denken zu wollen, gar nicht erst viel machen zu wollen. Ist mir hier jedenfalls so aufgefallen. Wir haben hier kein Kino, kein Theater. Ein-, zweimal ist hier im Kornspeicher eine Veranstaltung. Jazzveranstaltung, oder so was, ist für mich auch viel zu wenig. Wenn ich das mal will, muss ich nach Greifswald fahren oder Anklam. Die haben sogar ein Theater. Und von daher, wenn das Kulturangebot in der Stadt insgesamt auch nicht stimmt, dann kann man sie auch nicht dazu bringen, vielleicht noch mal das Theaterstück nachzulesen, oder so was, was man gerade gesehen hat. Also, das ist auch noch so ein Ding, was auch nicht so positiv ist.

alternative Möglichkeiten zur Bibliothek

Also, in den letzten Jahren, sprich mit Internet, auf jeden Fall schon. Aber bis zur sechsten Klasse, 95/96, also als der Rechner noch etwas weniger vorhanden war, als 30-40% in Deutschland erst so ein Ding hatten, Internet war gar nicht von auszugehen, war die Möglichkeit eigentlich gar nicht gegeben, dass alles zu machen und deshalb habe ich ja auch schon mal gesagt gehabt, dass die Bibliothek für die breite Masse da ist, dass die Bibliothek die Chancengleichheit gewährt, dass eben auch die Leute, die nicht so gut gesellschaftlich positioniert sind, auch die Möglichkeit haben, ihre Sachen richtig zu erledigen, gut zu machen und nicht nur den Nachteil denn haben. Beispielsweise kann ich mir jetzt fertige Referate aus dem Internet rausziehen und andere Leute müssen eben viel dafür arbeiten, und haben im Prinzip denselben Effekt, sprich ähnliche Noten. Umschreiben muss schon sein, weil so doof sind die Lehrer auch nicht mehr, die haben ja auch alle die Möglichkeiten.

Paraphrase:

In meiner Grundschulzeit war die Bibliothek für mich eine Notwendigkeit, um meine Hausaufg a ben erledigen zu können. 295

Altersklasse 2, 29-60 Jahre. Interviewtranskriptionen

Interviewtranskription: Dienstag, 18.03.2003 / 19.00 Uhr

Teilnehmerin: Eine Frau

Die Bibliothek ist bestimmt für die Schulkinder wichtig. Die brauchen nicht alle Bücher kaufen, die E l tern, können sie sich hier ausleihen. Die Kinder gehen geschlossen hie r her, treffen sich vielleicht auch noch mal. Für alte Leute gilt das auch, die brauchen auch nicht so tief in die Tasche zu greifen. Viele lesen noch.

Soll sich die Stadt die Bibliothek leisten?

Auf jeden Fall. Bibliotheken gab es schon immer und schon ewig lange und ich weiß nicht, wie sie jetzt besucht sind, aber zu DDR-Zeiten glaub’ ich, waren sie gut besucht oder sogar sehr gut. Da waren Bücher ja Mangelware und hier waren sie nun mal. Und heutzutage gibt es zwar alles, aber man kann sich das eben nicht leisten und demzufolge ist es doch besser, man geht hierher und holt sich die Bücher, liest sie und bringt sie wieder hierher.

Bedeutung für die Schüler

Also, ich hab’ zwar keine Schulkinder mehr, aber ich denke mal schon. Ich denke mal, vieles wird ja über Computer schon gemacht, zu Hause. Aber viele Familien haben gar keinen, oder können es sich nicht leisten, so, demzufolge müssen sie doch mal ins Buch gucken, und das ist vielleicht auch besser.

Sie lesen viel. Aber keine Bücher aus der Bibliothek. Hat dies Gründe?

Ich habe keine Gründe, die Bibliothek nicht zu benutzen. Ich hab’ es eigentlich schon immer vorgehabt, den Schritt zu machen.

Rolle der Bibliothek in der Lehrzeit

Ich habe an der Uni gelernt und habe [für meine Berufsausbildung] die Bücher von da geholt.

Hätten Sie auch ohne Bibliothek Erfolg gehabt?

Weiß ich nicht.

Ohne die Bibliothek, hätten Sie andere Möglichkeiten gehabt, sich die Literatur zu b e sorgen?

Weiß ich nicht. Ich denke mal, irgendwie hätte ich sie mir bestimmt beschafft, aber das war der einfachste Weg.

Was leistet die Bibliothek, was sonst keiner leistet?

Keine Ahnung.

spezieller Wert für ältere Menschen

Klar, warum nicht. Ich weiß nicht, wie das hier so ist, ob alte Leute kommen oder ältere, aber manch’ einer geht vielleicht zu zweit oder zu dritt hierher - treffen sie sich mal. Gerade die Alten rappen sich ja nicht auf und so machen sie es mal.

Aufgaben der Bibliothek

Die Bibliothek soll in erster Linie da sein, um Bücher auszuleihen. Ich mein’ sie leihen ja auch andere Sachen aus. Man kriegt alles ausgeliehen, ob für Schule, Beruf, Freizeit – man brauch’ es nicht kaufen.

Paraphrase:

Die Bibliothek ist für die Schulkinder wichtig – dann müssen die Eltern nicht alles kaufen. 296

Interviewtranskription: Dienstag, 25.03.2003 / 19.00 Uhr

Teilnehmer: Zwei Frauen/Ein Mann

Besonderheit: Eine Begleitperson beteiligte sich rege an der Diskussion. Diese Aussagen konnten allerdings nicht mit einbezogen werden, weil diese Begleitperson nicht zu den Teilnahmeberechtigten gehörte.

Teilnehmerin 2: Ich selber hab’ die Bibliothek hier in Wolgast überhaupt noch nicht genutzt. Ich selber hab’ eine Bibliothek zu Hause als Schüler genutzt und hab’ sie auch benötigt, weil, meine Eltern konnten eben auch nicht jedes Buch zur Verfügung stellen. Heute sind die Preise natürlich noch erheblicher für die Fachbücher und so, weswegen „X“ ja auch die Bibliothek sehr doll nutzt und ich bin schon der Meinung, dass in so einer Stadt wie Wolgast eine Bibliothek auch echt notwendig ist, weil, nicht jeder ist mit dem Internet versehen und kann sich da seine Sachen rausholen und ich sehe das auch so gerade fürs Gymn a sium. Die Schüler werden auch viel selbständiger, wenn sie auch mal Sachen an Hand von Büchern era r beiten können und nicht alles vorgekaut kriegen in der Schule. Auch später, ihren Lebensweg viel besser zu bestreiten, so sehe ich das, und ich bin eigentlich froh, dass die Bibliothek hier ist.

Alternativen ohne Bibliothek

Sicherlich würde man denn Lösungen finden, dann würde man anstatt irgendwelcher anderen Spielsachen eben mehr Bücher kaufen. Aber dies hier ist viel vielseitiger. Das Aktuelle und so kann man sich zu Hause gar nicht halten, außerdem ist es auch wahnsinnig teuer, so eine Lexikothek – die sich kaufen, ist ja auch teuer und nach Jahren ist die auch veraltert. Und auch so, man trifft da irgendwelche Bekannte und man arbeitet in der Schule zusammen. Ich denk’ mal, auch wenn man irgendwelche Lehrgänge und Sem i nare besucht oder Fortbildungen, auch als Erwachsener, denk’ ich mal, ist eine Bibliothek schon ang e bracht, um sich da Fachwissen zu holen. Ist meine Me i nung.

Teilnehmerin 1: Eine Bücherei ist komprimiertes Wissen in Schrift, also für alle Lebenslagen, die es gibt, vom Hobby bis über den Beruf, Weiterbildung und die Bücher, die man denn alle bräuchte, die könnte man sich gar nicht kaufen. Hab’ ich einen schwier i gen Patienten, komme ich in die Bücherei, guck’ nach: „Wie komme ich we i ter?“, und es funktioniert.

Wofür nutzen Sie die Bibliothek?

Für meinen Beruf, auch für meine Weiterbildung. Ich habe jetzt einen Kurs für Buchha l tung gemacht, da brauchte ich mir nicht das teure Fachbuch kaufen, da bin ich in die Bücherei gegangen, wegen der Hausaufgaben usw., weil sie auch die Bücher haben und die Bücherei hier hat mich eigentlich vermögend gemacht. Ich habe die ganzen Wir t schaftsbücher da hinten alle durchgeackert und es ist Wahnsinn, was Bücher bewirken können. Und dann lese ich manchmal auch leichte Kost, wenn man ein Buch aufschlägt, ist man in einer anderen Welt und man versetzt sich da rein und man ist nicht mehr im kleinen Wolgast und es ist Entspannung, muss’ man sich nicht alles kaufen. Ich les’ s o wieso sehr viel, also manchmal im Monat 20 Bücher, also wenn ich mir die alle kaufen sollte, dann wäre ich schon wieder eine arme Frau.

Teilnehmer 3 : Ja, also bei mir ist das genauso, also von der Sache her habe ich eine Bibliothek immer benötigt, natürlich nicht [immer]die Wolgaster, aber so Allgemeine, wo ich bisher war, ich hab’ mehrere Lehrgänge besucht gehabt in meinem Leben bisher und habe die immer benötigt, die Bibliothek, um Fachliteratur und dergleichen zu b e kommen, um da die ganzen Abschlüsse zu machen.

Die Notwendigkeit ist da, man sieht das ja auch gerade hier in Wolgast und auch im Umkreis des Kreises, die Fahrbibliothek, wie hoch der Andrang ist- das Bedürfnis jeweils der Bürger.

Die Fachliteratur ist ja nur in der Bibliothek vorhanden, weil, das kann man sich nicht alles kaufen, weil es auch sehr schnelllebig ist und die Gesetzlichkeiten verändern sich auch ständig und dadurch ist das auch bedingt. Man muss immer auf dem aktuellen Stand sein.

Leseförderung

Teilnehmerin 1: Mein Sohn hat LRS und das einzige Buch, was er gelesen hat, war „Schindlers Liste“. Sonst liest er keine Bücher.

Teilnehmer 3: Damals als Kind noch, haben wir immer gelesen. „Timur und sein Trupp“, und so. Einige Bücher, das sieht man bei den Enkelkindern schon, ich habe nicht alle weggeschmissen, die kommen denn schon und schnökern und wollen das lesen, 1./2. Klasse – die stöbern die alten Bücher noch durch, die denn auf dem Boden irgendwo liegen.

Teilnehmerin 2: Bei uns: „X“ konnte von Anfang an gut lesen.

Gründe für einen Bibliotheksbesuch

Teilnehmerin 1: Ich komme aus dem Grund her: ich will das und das Buch haben und dann guckt die Dame in ihren Computer, ob es da ist oder nicht, oder was zum Thema.

Was leistet die Bibliothek, was sonst keiner leistet?

Teilnehmer 3: Im Buchhandel geht man zum Kauf, aber die Bibliothek ist ja dafür da, dass man sich das ausleiht. So, und so ist das mit dem ganzen Computerwesen jetzt möglich, dass ihr wisst: „Wo ist in einem anderen Bereich dieses Buch vorhanden?“, dass auch ein Austausch da ist zwischen euch – zwischen den einzelnen Städten hier. Das ist heute normal. Wenn heute einer ein Auto kaufen will, der geht hin, steht das in einem anderen Ort, wird das reingeholt. So ist das beim Buch sicherlich auch.

Teilnehmerin 1: Der Buchhandel hat auch nicht so eine Auswahl.

Paraphrasen:

Eine Bibliothek ist wichtig – besonders für die Ausbildung, weil man sich nicht alles – ständig akt u ell auf dem neuesten Stand – kaufen kann. 297

Eine Bibliothek ist notwendig. Ich bin froh, dass sie hier ist. Ich selbst habe die Bibliothek als Sch ü lerin benötigt, weil meine Eltern nicht alles kaufen konnten. Mein Sohn nutzt die Bibliothek inte n siv, besonders zur Erledigung seiner Hausaufgaben. 298

Wenn ich als Krankenschwester einen schwierigen Patienten habe, mit dem ich nicht klar komme, komme ich in die Bibliothek, gucke in ein Buch, in dem steht, wie ich weiterkomme – und es funkt i oniert. 299

Interviewtranskription: Donnerstag, 27.03.2003 / 19.00 Uhr

Teilnehmer: Drei Frauen/Ein Mann

Besonderheit: Die Redebeiträge einer Begleitperson konnten keine Berücksichtigung finden, weil sie nicht teilnahmeberechtigt war. Die Aussagen von zwei Teilnehmern konnten durch Nachfrage nicht spezifiziert werden, da in dieser Gruppe eine aggressive Stimmung bestand und ein friedliches Miteinander nicht weiter gefährdet werden sollte. Für die Auswertung dieser Diskussionsrunde hatte dies zur Folge, dass die allgemeinen bzw. ohne Bezug zur Wolgaster Bibliothek gemachten Äußerungen dieser beiden Teilnehmer nicht weiter verwendet werden konnten.

Teilnehmerin 3: Also, ich möchte erstmal von mir persönlich ausgehen. Ohne Bibli o thek könnte ich nicht leben. Schon von Kindheit an, also seit ich überhaupt lesen kann, bin ich in der Bibliothek, also bei mir zu Hause früher schon Stammkunde gewesen und jetzt genauso. Nicht alleine nur, weil ich gern lese, sondern weil man sich ja auch nicht die ganzen Bücher kaufen kann. Das konnte man zu DDR-Zeiten schon nicht und wollte man schon nicht, jetzt ist es sowieso eine finanzielle Sache, dass man das übe r haupt nicht könnte. Und in dem Sinne, also Bibliothek hier nicht nur für die Belletristik sondern auch für die Fachliteratur. Und da soll ich von meiner Tochter bestellen, die wohnt nun bei „Y“ und geht in „Y“ zur Bibliothek, und sie sagt: „Ein himmelweiter Unterschied“. Sie sagt:“ Ein Riesenlob für die Wolgaster Bibliothek, wie die ausgestattet ist, vom ganzen Niveau her und vom Angebot her. Da merkt man den Unterschied.“ Es war immer selbstverständlich, wenn man hierher gegangen ist, sich die Sachen geholt hat – man macht ja nun keinen Vergleich mit Greifswald mit der Uni-Bibliothek, wo sie ihre Fachliteratur holt – aber sie sagt:“ Wenn man denn eine andere kennen gelernt, merkt man das auch.“ Und wenn ich so mit meiner Nichte, die ist auch Lehrerin, spreche, in „Y“, die ist dort sehr viel in der Bibliothek, und wir tauschen uns aus, was wir denn gelesen haben: „Die Bücher gibt’s bei uns noch nicht [in „Y“].“ Also, Sie sind auch immer schnell dabei, neue und interessante Bücher zu bestellen, trotz des beschränkten Haushaltes. Das ist ganz toll, finde ich.

Teilnehmerin 2: Ich habe ja nun ganz andere Erfahrungen. Ich nehme eine Bücherei sehr selten in Anspruch, nehme sie aber in Anspruch, wenn ich also denn gar nicht mehr weiß, oder wenn ich denn denke: “ Ach’ weißt’ gar nicht mehr, wo du das findest, was du wissen willst“, dann geh’ ich in die Bibliothek. Allerdings in größeren Abständen. Ich lese, aber ich muss ehrlich sagen, wir haben soviel Bücher, schon immer sind wir mit Büchern groß geworden. Bei uns werden Bücher gekauft, verschenkt und, und, und.

Teilnehmerin 3: Bei uns auch!

Teilnehmerin 2: Also, wir haben, ich habe auch einen großen Fundus von meinen Eltern übernommen, also auch modernere Bücher. Ich bin da nicht so drauf angewiesen. Und ich kaufe mir auch gerne mal ein Buch, wenn ich das meine. Manchmal gehe ich zur Buchlesung, und wenn mir es zusagt, dann kauf’ ich auch mal ein Buch. Also, ich will damit jetzt nicht sagen, dass ich keine Bibliothek brauch’ und deswegen andere auch keine Bibliothek. Ich finde, dass es sogar wichtig ist und deswegen bin ich ganz froh da r über. Manchmal hat man sich ja auch so gedacht: „Wenn’s jetzt überall diese Computer gibt – was wird bloß mit dem Lesen werden?“ Aber ich denke mal doch, dass die Computer das Lesen nie verdrängen werden können. Und ich finde es toll, dass es diese Bibliothek gibt. Auch schon die Vorzüge, die „X“ sagte, sind ja überhaupt nicht von der Hand zu weisen und ich bedaure das so sehr, dass dieser Bus, diese Fahrbibliothek, ausfällt. Gerade in den ländlichen Bereichen, die nicht so aus verschiedenen Gründen die Möglichkeit haben, zu dieser Bibliothek, oder auch einer anderen, in „Y“, oder wo immer es Bibliotheken gibt hier in der Umgebung, dahin zu fahren. Finde ich schon schlimm und traurig, dass man sich nicht mehr leisten kann. Ich hab’ das gestern in der Zeitung gelesen. Der Haushalt des Kreises wurde ja jetzt beschlossen und da ist die Fahrbibliothek unterm Hammer gekommen. Hab’ ich das verkehrt gelesen? Also, ich hab’s so gelesen.

Ich weiß, dass viele diese Bibliothek besuchen, dass viele hierher gehen, dass diese die Bibliothek nicht missen wollen. Genauso wie ich ungern ein Kino vermisse, was ich allerdings nicht zur Verfügung habe, kann ich mir vorstellen, dass die Leute, die eine Bibliothek nutzen wollen, eine Bibliothek haben möchten und das ist äquivalent. Das würde ich jetzt auf eine Stufe stellen. Das ist mein Interesse, und das andere wäre das Interesse anderer Leute.

Teilnehmerin 1: Ja, also ich hab’ drei Söhne und wir haben ganz viel für die Kinder hier Bücher geholt, angefangen mit Bilderbüchern zum Vorlesen, aber auch viele Ki n derbücher zum Lesen. Ich hab’ zwei Söhne, die so nebenbei lesen gelernt haben und alles verschlingen, was sie so finden, und einen, wo ich dachte: „Der lernt das nicht“. Also, wir haben uns bemüht noch und nöcher und es ging ganz, ganz mü h sam. Ich habe gesagt, dass kann es gar nicht geben. Weil ich selber als Kind alles verschlungen hab’, wo ich nur rankam. Und er hat mit einem Buch aus der Bibliothek sein erstes eigenes Buch gelesen, und zwar „Wolkow“. „Wolkow“, den ersten Band hab’ ich ihm geschenkt für die Ferien, und dann hat er sich alle geholt und alle durchgeackert. Seitdem liest er freiwillig. Abends im Bett und am Wochenende. Es ist ganz wichtig, ein großes Angebot zu haben. Wir haben auch natürlich bei drei Kindern, die lesen, zu Hause viele Bücher, die sie auch über Kreuz usw. lesen. Aber es gefällt nicht jedem jedes Buch. Eine Bibliothek ist was ganz Tolles. Es war öfter so: „Ach’ gibt’s davon noch mehr? Wir gucken mal in der Bibliothek.“, weil man ja auch nicht alles kaufen kann. Ich selber habe meine größte Bibliothekszeit gehabt, nicht hier in Wolgast, so von 12-18. Als ich die Bücherregale zu Hause soweit durch hatte, nämlich die meiner Brüder und meiner Eltern, hab’ ich auch alles, was irgendwie in Frage kam, gelesen. Dann nachher im Studium, in der Uni-Bibliothek, ist klar, aber dann mehr Fachliteratur. Und dann bin ich lange Zeit wenig zum Lesen gekommen, bei den Kindern. Und im Moment les’ ich auch wenig hier aus der Bibliothek. Aber ich komme auch jetzt wenig zum Lesen, weil ich gerade abends viel unterwegs bin und ich hab’ eine sehr bücherbegeisterte Schwägerin, die mir wieder sagt: „Das musst du mal lesen“, und schenkt mir Bücher und leiht mir Bücher und so, sodass ich Mühe habe, das immer zu schaffen, bis wir uns wieder sehen. Und dadurch im Moment so dieses Bedürfnis für mich selber zu lesen, nicht so da ist – also jetzt aus der Bibliothek zu entleihen. Aber die Kinder, wenn die einen Vortrag oder so was machen müssen, ich sag’: „Denn geht doch mal, hol’ dir doch mal was“. Ein bisschen anschieben muss man immer noch, aber manchmal auch nicht, aber manchmal eben doch. So ist die Wolgaster Bibliothek für meine Kinder was ganz Wichtiges geworden und für mich selbst wäre das, wenn ich nun nicht viel geliehen kriegen würde oder geschenkt kriegen würde, auch noch mehr so. Mein ältester Sohn bedauert manchmal, wenn er sich mit einem Schriftsteller so ein bisschen angefreundet hat, dass dann die Breite dann nicht so ganz da ist. Also, denkt er: „Von dem müsste es noch mehr geben“, und dann sind es eben nur drei Bücher. Und dann ist es eben schade, weil ich ihm eben doch nicht immerzu was Neues kaufen kann. Also der Älteste ist ein ganz großer Leser. Der Jüngste auch, aber der hat auch erstmal noch von dem Großen.

Aber ich denke, dass Kinder von alleine hierher gehen, also kleinere Kinder, ist sicher – alle Klassen kommen mal hierher und kriegen das gezeigt – aber wer da nicht ein bisschen von zu Hause unterstützt wird, hat es, glaube ich, sehr schwer.

Teilnehmerin 3: [Ein Tipp]: Ich hol’ mir immer bei „X“ die Verlagskataloge und die studier’ ich richtig durch. Das macht richtig Spaß, zu gucken, was ist neu, weil da immer eine kleine Inhaltsangabe zu den Büchern steht und dann mach’ ich mir schon immer Notizen dazu und schneid’ mir dann die Seiten aus. Die kommen an die Pinnwand, was ich mir dann selbst davon kaufen möchte, und andere Sachen schreib’ ich mir dann auf und warte, wann kommen die in die Bibliothek. Oder wer das in der Verwandtschaft hat. So wird da immer rumgefragt, damit man dann auch da, so bei den neusten Büchern, ein paar Sachen hat. Und dann hab’ ich natürlich auch so meine Schriftsteller, die ich schon seit Ewigkeiten lese, und wo man dann immer, wenn die ein neues Buch herausbringen, dann wieder ergänzt. Dadurch hol’ ich mir dann neue Sachen. Und vielleicht noch eine andere Sache: Es gibt vom Weltbild-Verlag ein’ Abzweig und die haben Restbestände mit erheblichen Preisreduzierungen. Da hab’ ich neulich die Jubiläumsausgabe aus dem Aufbau-Verlag von Hermann Kant, „Die Aula“, für 2,50 € bekommen. Vor Weihnachten, also zwei Monate vorher, sitze ich schon davor und guck’ nach, also Supersachen, und da kann man denn auch kaufen und brauch’ nicht so sehr auf den Geldbeutel gucken.

Na ja, nun aber jetzt noch mal zum Lesen hier, „Kinder“. Muss ich sagen, bei uns an der Schule kommt das Lesen wieder bisschen mehr in Mode. Es wird wieder mehr gefördert. Es gibt ja auch jedes Jahr für die sechsten Klassen vom Börsenverein des deutschen Buchhandels so einen Lesewettbewerb, der in den sechsten Klassen durchgeführt werden kann. Ich muss aber so sagen, wenn ich mich so im Kreis umgucke, wird es viel zu wenig von den Deutschlehrern genutzt. „X“ hatte da auch geklagt. Ja, und ich hab’ jetzt eine sechste Klasse Realschule, und da haben wir das dann auch gemacht. Und Zweidrittel hatten sich gemeldet, die wollten am Klassenwettbewerb teilnehmen, die was vorlesen wollten. Das war schon erstmal eine ganz positive Sache. Und dann haben sie sich natürlich auch gegenseitig ihre Bücher vorgestellt. Und der eine sagt: „Na, das hole ich mir dann auch aus der Bibliothek“, weil sie das denn auch lesen wollten. Und dann ging es weiter in den Kreisausscheid. Und die Klasse hat mitgefiebert. Und wir haben denn auch noch, war organisiert von Coca-Cola und Stiftung Lesen, so eine Bücherparty – konnte man machen – denn gemacht. Hier mit „Wer wird Millionär?“ - Alles nur ums Buch, und solche Sachen. Dadurch sind viele auch erstmal wieder herangeführt worden, erstmal wieder ein Buch in die Hand zu nehmen und dass es auch toll ist mit Büchern. Und sie konnten auch Bücher tauschen und jetzt kommen immer mehr Kinder, die sagen: „Also, meine Rechtschreibung muss ich verbessern. Ich muss im Ausdruck verbessern. Ich lese jetzt.“ So ganz stolz berichten sie. Bei vielen. Dann stellen wir die auch vor, und dazu erzählen sie auch darüber. Und dann sind die anderen ganz begeistert. Das ist eine Realschulklasse. Aber in der Hauptschulklasse sind es auch so einige. Und da muss ich sagen, die lesen auch so lieber Sachbücher. Also, die sind immer ganz begeistert von den Angelbüchern, zum Beispiel. Die lesen die schwierigsten Sachbücher und schwierigsten Wörter, während, das andere überhaupt nicht – Haupts a che, sie können erstmal lesen. „Eisenbahn“ ist ganz toll, na ja „Militärgeschichte“ auch. Aber so diese Sachen. Da kommen sie immer an, mit diesen drei Sachen. Und bei mir in der Klasse ist es so: also seit der fünften Klasse nutzen sie hier den Fachbuchbestand – als Biologie anfing und jetzt in der sechsten: Geschichte. Die „X“ bei mir kommt dann immer mit dem ganzen Stapel an aus der Bibliothek und der geht dann die ganze Klasse durch. Und: „Ja, kann ich nicht wieder zur Bibliothek? Jetzt haben wir doch die erste Stunde zu den alten Römern. Ich hol’“. Ich weiß nicht, war sie schon hier? Aber sie macht auch immer Reklame dafür: „Also, das hab’ ich alles aus der Bibliothek“. Also, dann kommen doch einige schon nach und nach hierher. Also, es ist auch wichtig für den Unterricht.

Zusammenarbeit zwischen Bibliothek und Schule

Teilnehmerin 1: Ich kenne das nur von der Grundschule. Also, als sie in der Grundschule waren, da waren sie alle mal hier. Aber sobald sie aus der Grundschule raus sind, fällt das Wort „Bibliothek“ eigentlich in der Schule nicht mehr, also bei allen dreien. Es kann natürlich auch sein, dass man auch mal drauf hingewiesen wird: „Man kann auch mal in der Bibliothek gucken“, aber irgendwo gemeinsame Besuche, Kontaktsuche oder so, passiert nicht.

Teilnehmer 4: Ich bin eigentlich von Kind an: Bibliothek, lesen, lesen, lesen bis na ja, die vielen Jahre auf der Peene-Werft, – so wie man Zeit hat. Für mich war Lesen und Bibliothek eigentlich immer sehr wichtig, und nicht weil ich nun sagen muss, dass Lesen bildet. Aber ich sag’s heute im Alter jedem Jungen: Lesen bildet. Die Rechtschreibung, brauchen wir uns nicht drüber zu unterhalten. Grammatik, Ausdruck und na ja, die letzten Jahre waren ein bisschen schwach mit Lesen. Aber zwischendurch eigentlich immer, dass man sagt: „Mal ein Buch lesen ist sehr wichtig“. Und Bibliothek ist ja eigentlich – die Breite kann man zu Hause gar nicht haben. Gerade wenn man sagt: „ Das interessiert mich, das Buch“, dann kann ich mir es auch kaufen. Aber in der Bibliothek habe ich die Möglichkeit, das Buch mal vorab zu lesen und kann denn sagen: „Das Buch möchte ich zu Hause stehen haben“. Da möchte ich in drei Jahren und wenn ich mal Zeit hab’ mal wieder reingucken. Aber die Breite hab’ ich doch nur in der Bibliothek. Deshalb ist es ja, ist die Bibliothek so wichtig. Das man sich auch, wenn man irgendwie eine Information kriegt über das Buch, das man sagt: „Okay, ich geh’ in die Bibliothek, guck’ mal rein, ob’s mich überhaupt interessiert“. Es ist ja so: Es wird Reklame gemacht. Man hat nur einen Kurztext und man hat auch vielleicht eine Information über den Schriftsteller. Und bei der Breite, die heute angeboten wird, und jeder will was verkaufen, kann man ja vorab nicht einschätzen: „Ist es gut? Sagt es mir persönlich etwas?“ Wenn es gut ist, muss es mir persönlich noch nicht gefallen. Dann kann ich die Möglichkeit ja in der Bibliothek nutzen, lesen, mich informieren, um dann zu sagen: „Na’, das möchte ich schon zu Hause stehen haben.“ Das kommt ja eigentlich erst hinterher. Ich meine, wenn ich ein Buch geschenkt kriege, und wenn ich nun wirklich weiß, das möchte ich haben, durch Information. Aber, alle Bücher hat man ja nicht alle Informationen, dass man sagt: “Die möchte ich mir kaufen“. Aber irgendein Denkanstoß: „Das Buch willst du mal lesen“, der von irgendwo kommt. Dann kann ich sagen, dann geh’ ich in die Bibliothek, informier’ mich. Ob nun ich, oder ein Jugendlicher oder ein Kind, das Thema ist ja das Gleiche. Ein Denkanstoß, das Buch, mal reingucken und lesen und man hat dann die Breite und kann sagen: „Na, den Schriftsteller, den möchte ich mal von eins bis zehn lesen. Alles was rauskommt, das möchte ich doch mal lesen“. Und das ist ja eigentlich so wichtig: die Breite. Unabhängig von Fachliteratur- Fachliteratur sowieso, die kann man sich nicht kaufen, wenn man irgendwie mal was nachschlagen will oder mal was lesen muss, man ja auch nicht kaufen. Also, ich wünsche mir für die Zukunft, dass Sie die Breite haben, die ich brauche.

Treffpunkt

Teilnehmerin 3: So, das neue Bibliothekgebäude ein’ Raum hat, sagen wir mal mit Begegnungsraum, sagen wir ein Lesecafé. Ich würde auch sagen, die Hortkinder würden so was auch nutzen. Bücher mit nach Hause nehmen sie nicht, oder höchstens eins. Aber wenn sie dann am Nachmittag herkommen könnten, dann sind ja auch so viele schöne Kindersachbücher oder Comics auch da, ist ja aller hier, und darin rumschnökern, eine Stunde oder so. Also, so was haben mir meine Schüler gesagt, würden sie sich, auch die Größeren, ganz gerne wünschen.

Paraphrasen:

Meine Schüler aus der Hauptschule nutzen den Bibliotheksbestand für ihre Au f gaben. 300

Die Bibliothek war wichtig für meine drei Kinder. Einer hatte Schwierigkeiten lesen zu lernen – sein erstes Buch, das er dann gelesen hatte, war aus der Bibli o thek. 301

Altersklasse 3, 61 Jahre und älter. Interviewtranskriptionen

Interviewtranskription: Donnerstag, 06.03.2003 / 19.00 Uhr

Teilnehmerin: Eine Frau

Besonderheit: Das Interview ist aufgrund technischer Probleme nicht auf einem Tonband erhalten. Es wurde deshalb ein Gedächtnisprotokoll geschrieben.

Gedächtnisprotokoll: Ich komme hierher, weil ich lesen möchte, denn ich lese gern in meiner Freizeit. Vor allen Dingen Romane, die mich unterhalten.

Paraphrase:

Die Bibliothek ist für mich sehr wichtig für das Lesen in der Freizeit. 302

Interviewtranskription: Mittwoch, 12.03.2003 / 15.00 Uhr

Teilnehmer: Ein Mann

Ich vermisse bei meinen Enkeln, dass sie sich in diesem Umfang mit dem Lesen beschäftigen. Sie sollten sich weniger mit dem Computer beschäftigen, als mehr mit dem Lesen. Man merkt es in der Schule, g e rade in Deutsch, und was dann später kommt, das freie Reden, der Ausdruck. Das wird dann doch sehr geprägt, wenn man liest und nicht hört oder am Computer spielt. Ich finde, eine Bibliothek ist immer eine wichtige Einrichtung, unabhängig davon, von welchen Fachgebieten die Bücher angesammelt we r den, ob das nun Belletristik ist. Ich meine, ich bin jetzt in einem Alter, wo ich eigentlich das lese, was ich eigentlich nicht lesen sollte. Mehr oder weniger Thriller, um mich abzulenken,303 mehr um mich gedankenlos, oder sagen wir mal, um die Zeit einigermaßen sinnvoll zu verbringen, aber doch gedankenlos, weil diese Thriller ja nicht dieses Niveau haben, was man vielleicht bei jüngeren Leuten, die Abitur machen oder so was, doch voraussetzen sollte. Das habe ich hinter mir. Ich war, als ich mal in „Y“ gearbeitet habe, da habe ich beispielsweise von Stevenson alle Bücher, die die Bücherei hatte, nacheinander abgearbeitet. Und dann hab’ ich mich auf bestimmte Schriftsteller orientiert, und die nacheinander abgearbeitet. Das ist dann doch immer beeindruckend, wenn man von jungen Leuten in freier Rede etwas Sinnvolles geboten bekommt und das können die sich, in der Schule weniger, mehr oder weniger nur zu Hause erarbeiten, indem sie die Bücherei nutzen. Ob das nun Schulbibliotheken sind, aber die haben ja meist nicht diese Möglichkeiten, das so konzentriert darzubieten, weil die Gelder dann auch fehlen. Ich finde, die Bibliothek ist selbst dann eine sinnvolle Ergänzung, weil ich finde, eine Schulbücherei hat immer das Anrüchige der Schule an sich. Und da gehen die Schüler nicht so gerne hin. Da gehen sie doch lieber da hin, wo sie unbeobachtet sind, wo man ihnen nicht auf die Finger guckt, welches Buch sie sich rausholen und welches sie nun lesen. Ich meine gerade Wolgast, wo sowieso nicht soviel Kulturelles geboten wird, in dem Umfang jedenfalls, wie man das als Bürger vielleicht erwartet, ist es eigentlich wichtig, dass die Bibli o thek besteht, weil sie das relativ leise macht: die Kultur übermitteln. Wenn so die Veranstaltungen, die denn doch hier laufen, wenn „X“ auch sagt: “Da kommt keiner hin, die Bürger haben kein Interesse“, ist es doch mehr vielleicht auch eine Unsicherheit der Leute, die sie darin hindert, da hin zu gehen. Und hier, in der Bibliothek, da setzen sie sich eben zu Hause hin und beschäftigen sich zu Hause mit, wie lange ist ja erstmal egal, brauchen nicht, sind nicht an eine bestimmte Zeit gebunden, immer dann, wenn es ihnen gerade Spaß macht, holen sie sich das Buch und lesen das Buch.

Breitenwirksamkeit der Bibliothek

Das war ja schon immer so. Wenn man früher den Philipp- Otto- Runge-Klub nimmt, oder andere. Es trafen sich immer nur bestimmte Leute und andere waren gehemmt, dorthin zu gehen. Und das ist eben in der Bibliothek nicht. Da ist es eben anonymer und ich meine, ich habe zu Hause eine ziemliche Bibliothek und wenn mir dann mal so ist, dann hol’ ich mir ein Buch ein zweites, drittes oder viertes Mal raus. Aber es ist einfacher, wenn ich zur Bibliothek gehe, denn mittlerweile ist es dann so, dann werden die Bücher zu Hause zu Staubfängern – die Frau schimpft denn, wenn sie sie abstauben muss – und hier kann man sich die Bücher eben mal entsprechend holen und auch mal wechseln.

Treffpunkt

Ja, ich meine sicherlich. Dann müsste aber noch einiges mehr gemacht werden, denn es gibt ja immer wieder Bücher auf dem Markt, neue Schriftsteller, und dass man denn praktisch kleine Lesungen, also kurze Einführungen macht, damit man denn eventuell darauf hinsteuert, den Leuten Anregung zu geben, welche Bücher sie sich dann für welches Interesse ausleihen sollten. Ich bekomme den Weltbild-Katalog. Es ist ja eine Fülle von Büchern und unbekannten Schriftstellern, die auf ein einstürmen und eh’ man die sortiert bekommt, sind die schon wieder weg. Und da jetzt eine super Anregung zu geben: „Was lohnt sich?“. Ich meine, selber aussuchen müssen sie sich das schon, aber dass man weiß, dieses Buch entspricht meinem Interesse, und das kriege ich ja nur raus aus dem Klappentext, der dann manchmal vorne da steht.

Sicherlich auch bei Leuten, die wenig in ihrem Leben gelesen haben, die vielleicht erst jetzt später dazu finden, weil sie jetzt Freizeit haben und vorher keine gehabt haben, dass man denen denn sagen kann: „In dieser Richtung könntest du, wenn du das Interesse hast, dich beschäftigen“. Das würde ich dann, mehr als nur so ein kleines Gespräch zwischen Bibliothekarin und - . Meistens ist es ja so, dann kommt man hierher, und das Einzige, was ein’ dann im Wesentlichen beschäftigt ist dann: „Wo finde ich dann, was?“ Und das ist dann, wenn man das Buch hat, dann geht man wieder. Aber wenn man jetzt so Interessen ansprechen will, wenn einer sagt, also ich interessiere mich für Historisches, speziell Deutschland, oder 2. Weltkrieg, oder ich habe jetzt gerade eine ältere Dame kennen gelernt, die interessierte sich für die Stalingrader Schlacht, ich war jetzt in der Kurklinik, jetzt. Die hat die ganze Nacht gesessen, um die Filme sich anzugucken. Aber wenn die in die Bibliothek geht, das Richtige findet sie erst bestimmt nach langem, langem Suchen und wenn man zu diesem Themenkomplex was findet, und dann kann man die Leute gezielt schon animieren und sagen: “Also Leute, wenn ihr was sucht, das findet ihr bei uns“. Denn gerade die ältere Generation, da sind ja viele dabei, die sich nicht so sehr beschäftigen konnten. Wenn man so, ein Arbeiter von der Werft, der mit 16 seine Lehre beendet hatte, und angefangen hatte zu arbeiten, der war abends kaum noch in der Lage, ein Buch zu lesen. Das habe ich selber mal erlebt. Ich hatte eine halbjährige Seefahrt gemacht, auf einem russischen Schiff, da hatten wir eine Kiste Bücher mit. Wir waren zu dritt. Die beiden Ingenieure haben die Bücher gelesen, der Arbeiter hat die ganze Zeit Trübsal geblasen, weil er es nicht gewohnt war und wir haben gesagt: „Na guck’ noch mal rein“ – es ging ja schon los, es ist ja anstrengend, wenn man liest. Weil man ja versuchen muss, das zu verstehen, was da geschrieben steht. Und wenn man das nicht gewöhnt ist, zu lesen von klein auf an, dann muss man Wort für Wort buchstabieren, so ungefähr- sinngemäß. Und das ist dann sehr, sehr schwierig, zumindest ist es belastend, und so haben wir das bei ihm dann auch festgestellt. Der war noch relativ jung, er war noch nicht lange aus der Schule raus, aber trotzdem war das für ihn belastend, zu lesen. Ich weiß, bei meinem Schwiegersohn, ist es genauso belastend zu schreiben, weil es ungewohnt ist. Er ist als Schlosser das nie gewohnt gewesen, hat sich denn auf seine Frau verlassen, die hat denn den ganzen Schriftverkehr gemacht, und hat auch immer viel gelesen. So ist das Interesse eben nicht da und das muss man wecken, ich meine - . Sicherlich, bei vielen muss es heute schon in der Schule anfangen, aber es gibt Zensuren und wenn die Zensuren denn nicht passen, dann verliert man schnell die Lust. Das werfe ich auch den Deutschlehrern vor: Klassiker sind in der Allgemeinheit nicht gefragt, weil in der Schule zuviel Klassiker ausgelegt werden mussten, und keiner wusste eigentlich, was der Klassiker wirklich gedacht und gemeint hat. Nur der Lehrer war der Meinung, er weiß das. Die Schüler kriegten dann die schlechten Zensuren, und mussten dann das quasi auswendig lernen, was der Lehrer dann ihnen - . Und ich habe jetzt bei meinem Enkel festgestellt, in vielen Schulen ist das jetzt legerer. Da wird Literatur aus dem Leben, und wenn es ein Trivialschriftsteller, egal, ist- das ist egal- und viel hat ja jetzt bei den Kindern und Jugendlichen diese Harry-Potter-Serie animiert zum Lesen, obwohl sie auch wieder in eine Richtung gedrängt werden, aber zumindest: sie erstmal lesen gelernt. Und da, das zukünftige Potential für die Bibliotheken, müssen die Schulen lesen, und aber nicht in der Richtung: „Nun sag’ mal, was hat der Schriftsteller sich eigentlich dabei gedacht?“ Und für mich war das beste Beispiel unser Deutschlehrer. Der musste dann eine Fortbildungsprüfung machen, der hatte sich dann sein Lieblingsdrama rausgesucht, den „Faust“, und da kriegte er fast eine fünf in seiner Abhandlung. Und uns wollte er dann immer erzählen, Goethe hat das so und so gemeint. Aber heute ist das ja ein bisschen anders. Ich merk’ das bei meinen Enkeln auch, dass die dann eben etwas andere Literatur, und erstaunlicherweise teilweise auch alte DDR-Kinderliteratur, in der Schule behandeln. Zum Glück haben wir das alles noch aufgehoben. Wir haben für unsere Kinder sehr viel gekauft in dieser Richtung, und jetzt konnten wir unseren Enkel damit bedienen. Der muss das in der Schule lesen.

Bedeutung der Bibliothek im eigenen Leben

Na ja, ich hab’ ja die unterschiedlichsten Arten von Bibliotheken benutzt. Während meines Studiums: Fachbibliotheken. Das war schon für mich insofern wichtig, dass ich mir nicht die teuren Bücher kaufen musste. Anfang des Studiums sind wir alle reingefallen. Da haben die älteren Semester ihre Bücher alle abgestoßen, haben gesagt: “Die Bücher braucht ihr“, wir haben gekauft. Und nach dem ersten Studienjahr haben wir zur nächsten Generation gesagt: „Die braucht ihr“, und haben dann wieder weiterverkauft, bevor wir dann gelernt haben, die Bibliothek zu benutzen. Und später, nachher, als dann mehr Zeit war, waren es die anderen Bibliotheken. Während meiner Schulzeit war das nicht so ausgeprägt. Da gab es noch wenig Bibliotheken und öffentliche Bibliotheken. Und dann nachher, später, hatte ja jeder größere Betrieb eine eigene Bibliothek. Und da war ich während der Zeit dann immer. Erst war ich auf der *********** Werft und dann war ich im ******************************* in Wolgast und dann nachher in ************. Aber selbst der Betrieb in ************ hatte eine eigene Bibliothek. Wir haben das versucht, auch diese Bibliothek soweit es ging, auch bis zuletzt zu erhalten und jedes Jahr für ein paar hundert Mark auch Bücher dazu zu kaufen, damit wir auch ein bisschen in unserem kleinen Betrieb die Interessen da bedienen konnten. Ich war damals in der ******* und wir haben jedes Jahr für die Bibliothek, vor allen Dingen ging es da um schöngeistige Literatur, nicht um Ratgeber-. Denn wir waren der Meinung, schöngeistige Literatur hilft auch mit, Aggressionen abzubauen und es geht ja in einer Einheit, ob es ein Betrieb ist oder sonst, wie man früher sagte Kollektiv, geht es ja darum ein bisschen zu harmonisieren, damit man sich gegenseitig unterhalten kann. Dazu muss man ja auch erstmal die Voraussetzungen finden. Deswegen haben wir dann auch gesagt: “Eine Bibliothek ist auch in einem Betrieb wichtig“.

Zeitschriftenaufsätze, Fernleihe

Da war die Volkswerft in meinen Augen vorbildlich. Die hatten einen sehr guten Leiter der Bibliothek. Der hat sein ganzes Kontingent an, damals Valuten, ausgegeben, seltene Fachbücher einzukaufen und auch Zeitschriften einzukaufen. Der hatte da in dieser Hinsicht, - da kommt es auch sehr darauf an, wer was macht.

Ich meine, in Ihrer Bibliothek hier, sicherlich, da kann man nur ab und zu etwas finden, da findet man heute im Internet vielleicht schon mehr. In dieser Hinsicht, wenn man da etwas Spezielles braucht - . Aber ich kann mir vorstellen, dass viele nur ihre Reiseführer ausleihen, denn jetzt nach der Wende reisen ja viele mehr in fremde Länder als vorher und einige möchten sich sicher auch vorher informieren, was sie dort erwartet. Aber, wie gesagt, die Belletristik ist DAS. Meine Frau hat eine Tante, die ist jetzt 100 geworden. Die ist geistig noch sehr rege, aber die Augen. Und da hat sie sich beim Optiker so ein Prisma gekauft, über die ganze Zeile gelegt, und nun kann sie nach wie vor lesen, alles was sie will, weil das eben nicht mit einer Lupe Wort für Wort sondern eine ganze Zeile auf einmal aufgenommen werden kann, wieder. Und die liest mit ihren 100 Jahren, liest die eben noch Belletristik, aber eben, weil sie das wieder kann. Man muss vor allen Dingen auch den Älteren die Scheu nehmen. Die sagen sich: “ Ach’ ich kann ja sowieso nicht, mir tun die Augen weh“ usw., und das geht nicht mehr so rein. Diese Scheu muss man ihnen nehmen. Ich merke das bei meiner Schwiegermutter, die ist ja auch 89. Die liest jetzt auch ganz gerne so Thriller so, weil sie da mehr so ein bisschen Aktion hat, was sie sonst in ihrem Leben jetzt vermisst. Sie erliest sich zumindest die Aktion, auch so politische Thriller, weil sie dann auch mitkriegt, wie sie übers Ohr gehauen wird von der Politik, denn manchmal ist ja so ein Schriftsteller recht ehrlich – in dieser Hinsicht.

geringe Beteiligung an den Diskussionsrunden

Das Problem ist, Sie haben zwar geschrieben, in kleinem Kreis und es werden keine Fragen gestellt, aber es ist doch eine gewisse Hemmung, aus seinem eigenen Kreis mal wieder rauszubrechen. Es treffen sich immer nur die, die sich schon seit Jahren treffen, die also praktisch in so ein Kränzchen rein gewachsen sind, Volkssolidarität oder so. Man sieht immer auch, wenn man so durch die Stadt geht, immer dieselben zusammen und das ist eben das Problem: die Leute herauszulocken und zu sagen: „Ihr seid doch hier in der Bibliothek, holt euch doch mal eure Bücher und kommt hierher.“ Aber das ist eben, die gehen hier rein und holen sich ihre Bücher.

Internetangebote für Senioren

Die Computertechnik und das Internet sind nicht für viele Ältere von Interesse, weil sie sich sagen, was soll ich damit. Den Computer als intelligente Schreibmaschine nutzen, dazu ist er ihnen zu teuer, da schreiben sie lieber ihre Briefe noch von Hand, solange sie das können, und das Internet: “Ja, was soll ich denn da?“ Da hört man, wenn man so was hört, hört man immer nur Shopping, das interessiert mich nicht. Und das ich in andere Bibliotheken rein kann, das sind dann nur Leute - . Wir haben einen Bekannten, der ist ein Freund meiner Frau, der ist knapp 70. Der hat sich jetzt einen Computer gekauft, weil er was schreiben will, selbst ein Buch machen. Und da nutzt er jetzt mehr oder weniger notgedrungen das Internet, denn wir haben ihm am Anfang auch ziemlich helfen müssen, damit er überhaupt sich den richtigen Computer gekauft hat. Da fing das nämlich schon an: das richtige Gerät, nicht zu teuer und trotzdem so leistungsfähig, dass man das, was man will, erreicht. Und das ist bei älteren Leuten immer. Den Fernseher können sie noch einschalten, können sich dann hinsetzen, dann kommt ein Bild. Beim Computer muss ich erst starten, dann muss ich ein Programm haben. Das ist jetzt gerade so eine Zeit, in 20 Jahren spricht keiner mehr darüber, dann sind die, die dann alt sind, mit dem Computer groß geworden. Jetzt, die sagen: „Wat soll der Schiet? Ich bin ohne Computer groß geworden“, und das ist ja das Kuriose, dass viele ältere im Kopf besser rechnen als mancher mit seinem Taschenrechner und die sagen: „Selbst dafür brauch’ ich den Computer nicht“. Also: „Wozu brauch’ ich so ein Ding?“ Und habe mal, stand mal in einer Zeitung drin, so ein, die Eisenbahner in Heringsdorf in ihrem Eisenbahnerheim, auch um die 90er Senioren, computergeschult, und da sagte eine ältere Dame dann: „Das mache ich, damit ich mit meinen Enkeln mitreden kann.“ Ja, aber nur die jetzt Enkel zu Hause haben, fühlen sich bemüßigt mit den Enkeln zu reden bzw. wo die Enkel sagen: „Wenn du von mir Post haben willst, musst du einen Computer haben. Ich schicke nur noch E-Mails“ - nur in dem Zusammenhang. Aber sonst, also meine Schwiegermutter, ja, die würde sich das mal angucken. Die würde sagen: „Das kann der alles. Schönes buntes Bild und alles schön bunt ausdrucken, das kann er alles. Aber ansonsten?“

Abkürzungen in Mails

Das ist aber eine Kultur, die nicht durch E-Mails entstanden ist, sondern durch die Zeitung. Denn in den Zeitungen findet man auch immer mehr diese Abkürzungen und das ist die Frage: In einer normalen E-Mail muss ich ja gar nicht abkürzen, denn soviel teurer wird das ja nicht, wenn da ein Wort mehr steht. Aber das ist eigentlich seit 20 Jahren mindestens, wie habe ich immer früher gesagt „Aküfi“ - Abkürzungsfimmel. Der hat sich damals so, weil man glaubte man hat keine Zeit, hat man was abgekürzt und die Zeitungen haben das richtig so zur Vollendung gebracht. Ich weiß nicht mehr, was manches da heißt, was in der Zeitung da drin steht, bei diesen Abkürzungen.

Schreibkultur

Ja, aber das möchte ich sagen, entsteht aus einer anderen Gleichgültigkeit heraus. Das ist denn schon angelernt. Die schreiben ihre Briefe auch nicht anders. Das ist nämlich das Problem und das sind sicherlich keine Leute, oder keine Menschen, die viel lesen. Es ist ja bezeichnend, dass gerade speziell die deutsche Sprache, bei PISA so schlecht wegkommt. Da sind ja die in Mathematik und Physik besser. Da werden Mathematikolympiaden gemacht und solche Vergleiche untereinander gemacht, Schulvergleiche, aber in Deutsch nicht. In dem Umfang, in dem Verhältnis. Und es ist ja heute wichtiger, Englisch und Französisch zu können als Deutsch. Und das ist das Problem. Dass also gerade in der Schule auf die deutsche Sprache so wenig Wert gelegt wird.

Paraphrase: Eine Bibliothek ist immer eine wichtige Einrichtung – gerade für Wolgast – wo sowieso nicht so viel Kulturelles geboten wird. Für meine Enkel wü n sche ich mir, dass sie mehr lesen als am Computer spielen. 304

Interviewtranskription: Mittwoch, 12.03.2003 / 16.00 Uhr

Teilnehmer: Zwei Männer

Besonderheit: Ein Teilnehmer gestattete keinen Tonbandmitschnitt. Seine Äußerungen wurden deshalb sofort nach der Diskussionsrunde in Form eines Gedächtnisprotokolls verschriftet.

Teilnehmer 1: Ich war mal Leser hier. Mit der Wende, oder kurz davor, hat das denn aufgehört, weil ich auch wissen musste, was ich dem Schüler anbieten kann. Ich das damals noch verstärkt genutzt, dass wenn sie Vorträge hatten, dass sie sich dann hier Literatur beschaffen mussten. Insofern ist eine Bibli o thek sehr wertvoll und ich habe das auch gespürt, dass einige dann auch sich Bücher ausgeliehen haben, die nicht hier sind, sondern woanders dann noch hergekommen sind: über den Fernleihverkehr, das haben die genutzt. Wobei mit der neuen Zeit das schwieriger geworden ist. Da waren die Schüler dann nicht mehr so begeistert davon, wenn ich ihnen sagte: „Ihr müsst euch die Literatur jetzt selbst besorgen.“ „Können Sie uns das nicht geben?“, praktisch so fix und fertig. Und ich les’ das denn noch möglichst vor, und damit ist der Fall denn erledigt. Ich sag: „Nee, das ist mit Arbeit verbunden.“ Also, insofern ist das erstmal sehr nützlich. Ich persönlich hab’ damals auch sehr viel ausgeliehen und muss sagen, und ich habe hauptsächlich Literatur, zum Beispiel „Der stille Don“ und solche mehrbändigen Sachen, hab’ ich mir von hier geholt. Wobei denn mit einmal so eine Zeit kam, da hatte ich keine Zeit mehr für solche Sachen, dass ich so was lesen konnte. Also, man hat ja immer geschimpft: Vorher – Nachmittagsveranstaltungen, das ist nachher mit der Bundesrepublik schlimmer geworden. Nachmittags Unterricht und dann war Schluss, und dann hat man abends zu tun, dass man den nächsten Tag vorbereitet. Also, eine Bibliothek muss sein. Insofern muss ich sagen, ich war jetzt ganz erfreut. Ich werde dann jetzt doch wieder Mitglied hier, weil ich doch jetzt mehr Zeit habe und ich les’ jetzt auch wieder nicht nur Computer- sondern auch andere Bücher. Also insofern, was mir nicht gefällt ist dieser Bau, und wenn ich denn noch hier den hinteren Bau sehe. Früher haben wir darin Klassenfeste gemacht. Insofern wäre es schon schön, es käme ein Neubau.

Veranstaltungen

Wenn ich jetzt den Buchladen hier oben nehme, da bin ich ja öfter auch zu anderen Veranstaltungen gewesen, wenn so Buchlesungen waren. Hin und wieder machen Sie das ja auch und ich hab’s bisher leider nicht wahrgenommen, weil, das „Andere“ ist praktisch vor der Haustür. Hier und da müssten meine Frau und ich raus laufen und das ist nicht bei jedem Wetter angenehm. Also, so was finde ich auch gut. Das muss ja nicht immer gleich so sein, dass damit der Verkauf des Buches verbunden ist.

Im Fernstudium, da brauchte ich ja spezielle Literatur. Das hab’ ich genutzt, aber das liegt ja nun schon 30 Jahre zurück. Da bin ich an Literatur herangekommen, die hätte ich sonst nicht erreicht, weil das hing ja damals doch damit zusammen, dass man nicht alles kaufen konnte und dann hatte man eine andere Mö g lichkeit. Das kommt noch dazu: heute würde ich mir auch nicht mehr alles kaufen. Also, nach der Wende habe ich sehr viel gekauft, weil man an Literatur herangekommen ist, die man vorher nicht bekam – aber jetzt, wo ich das nicht mehr persönlich brauche.

Für wen soll die Bibliothek da sein?

Die Bibliothek muss für alle da sein. Wenn jetzt spezielle Interessen sind, dann kann man das auch so kanalisieren, dass es auch über die Bibliothek läuft. Aber die Bibliothek muss für alle da sein. Also, ich weiß nur aus Gesprächen mit Schülern von außerhalb, die haben das mit dem Bus immer gelobt, die Fahrbibliothek, weil sie hier nie die Zeit hätten, sich das auszuleihen. Das hat denn wohl die Mutter gemacht.

Teilnehmer 2: (Gedächtnisprotokoll)

Der Wolgaster „X“ konnte erzählen, dass die Bibliothek in seinem Leben bisher nicht wichtig war. Die wenigen Bücher, die er benötigt, hat er sich auf anderen Wegen beschafft, d.h. entweder gekauft, geschenkt bekommen bzw. im Freundeskreis getauscht.Das Lesen von Büchern gehört nicht unbedingt zu seinen Hobbys, da er auch in seiner Freizeit auf seinem Grundstück körperlich aktiv ist, und ihm wenig Zeit für das Lesen bleibt. In seinem Leben hat das Lesen auch zur Zeit seiner Ausbildung eine eher untergeordnete Rolle gespielt. Auch wenn man selbst nicht Benutzer der Bibliothek ist, wird die Bibliothek doch als wichtige öffentliche Einrichtung der Stadt empfunden: Zur Unterstützung der Bildung und für Urlauber, die sich über die Region informieren möc h ten. Die Bibliothek als sozialer Treffpunkt hat keine oder stark eingeschränkte Bedeutung. Andere Treffpunkte für einsame oder alte Menschen sind eher vorstellbar.

Paraphrasen:

Die Bibliothek ist eine wichtige öffentliche Einrichtung der Stadt - besonders zur Unterstützung der Bildung – auch wenn sie in meinem Leben bisher nicht wichtig war. Ich habe mir die wenigen Bücher, die ich bisher brauchte, auf anderen Wegen – Bekanntenkreis, Buchhandel – beschafft. 305

Ich habe in der Zeit meiner Berufstätigkeit als Lehrer die Bibliothek genutzt, um meinen Schülern Literaturempfehlungen zu geben, speziell für Vorträge. Deshalb sehe ich die Bibliothek als wertvoll an. 306

In der Zeit meines Fernstudiums konnte ich durch die Bibliothek Literatur nutzen, die ich sonst schon aus Kostengründen nicht zur Verfügung gehabt hätte. 307

Interviewtranskription: Donnerstag, 13.03.2003 / 15.00 Uhr

Teilnehmer: Eine Frau

Besonderheit: Die Teilnehmerin kam in Begleitung ihres Mannes. Seine Redebeiträge konnten nicht berücksichtigt werden, weil er nicht teilnahmeberechtigt war. Eine Ausnahme wurde hinsichtlich einer Aussage gemacht. Die Teilnehmerin hatte ihren Mann vor Beginn der Aufzeichnung des Gespräches gebeten zu erzählen, was sie sonst bei seiner Abwesenheit auch erzählt hätte. Diese Aussage ist der einzige direkte Zusammenhang zwischen einer Wirkung und der Stadtbibliothek Wolgast und wurde deshalb als Paraphrase wiedergegeben.

Ja, also ich denke mal, dass Wolgast schon eine Bibliothek haben sollte - aus dem einfachen Grunde, ich weiß ja jetzt die Situation nicht, aber damals war es so, als unser Junge hier noch immer herkam, da war er begeistert, dass es diese Bibliothek gab, als er noch Schulkind war, da war er schon hier, der „X“. Er leiht sich jetzt ja auch, Sie haben ja jetzt mehr im Angebot als damals, ich mein’ Musikkassetten und so was alles, leiht er sich ja auch aus, und ich denke schon, dass das ganz wichtig ist, denn gerade für jüng e re Leute ist es wichtig, wenn eine Stadt eine Bibliothek hat, um überhaupt das Wissen zu erweitern. 308Als ich früher hier in Wolgast war, ich war ja hier schon `53, `54 und so, und da waren wir noch kinderlos, aber da hab’ ich eben abends, da war das noch nicht so sehr mit Fernsehen, und mein Mann war ja auch Student, da habe ich die Bibliothek hier in Wolgast auch schon benutzt.

Begleitperson. Und ich habe auch promoviert, extern, und habe die Bibliothek auch genutzt und hab’ durch die Bibliothek eine Fernleihe bezogen und hab’ dann die Literatur über die Bibliothek dann bekommen und durfte dann die Leihbücher 14 Tage bzw. drei Wochen behalten, musste die dann durcharbeiten und dann wieder bei der Bibliothek abgeben. Und das hat mir sehr, sehr g e holfen. Das war eine feine Sache, muss ich sagen. Ich hab’ dann die Bücher b e kommen aus Wien, aus der Schweiz und in Erinnerung ist auch noch Hannover, glaub’ ich. Und das war eine feine Sache, muss ich sagen. Denn brauchte man nicht immer zur Uni-Bibliothek nach Greif s wald, sondern man hatte dann die Bücher gleich hier vor Ort und das war eine sehr günstige und gute Sache. Dass man eine Bibliothek am Ort hatte.

Ja, und in der Zeit, als es noch nicht so üblich war mit Fernsehapparaten usw., hab’ ich abends als junge Frau eben auch viel gelesen. Ich war eigentlich sehr froh, weil die Filme hier nicht bei uns liefen, zum Beispiel wie „Vom Winde verweht“, war so ein dickes Buch. Da hab’ ich gelesen bis zum Morgengrauen. So spannend war das, und ich habe – also eigentlich war man froh, dass man so Bücher bekommen hat, die man sich vorstellte, von denen man gehört hatte, dass man die mal lesen konnte, in der damaligen Zeit. Ist ja noch wie Nachkriegszeit gewesen. Na ja, wir sind dann von Wolgast weggezogen, aber sind wieder hergezogen. Wir sind zum zweiten Mal hergezogen, ja weil durch die Insel Usedom, ich bin hier heimisch geworden, hab’ mein’ Mann überredet, als er fertig war mit dem Studium hier nach Wolgast zu gehen und ist er hier ************* geworden. Er hat hier eine Stelle haben können und außerdem haben wir auch 21 Jahre auf dem ****************** auch gewohnt.

„X“, das weiß ich noch, als Schulkind, wenn er nicht geschafft, hat er mich manchmal hergeschickt, um abzugeben. Er war richtig ein Lesefanatiker. Er ist hier Stammkunde geblieben. Er hat sogar als Kind, da war er erst zweites, drittes Schuljahr, da hat er sogar, wo ich das nicht so gerne gesehen hab’, aber er hat mit der Taschenlampe im Bett gelesen, die Bücher, die er ausgeliehen hatte. Also, ich weiß nicht, wie andere darüber denken, aber wir finden schon, dass es sehr schön wäre, wenn hier eine Bibliothek – soll diese Bibliothek eventuell aufgelöst werden?

Leseförderung

Also von meinen eigenen Kindern kann ich sagen, also der „X“ zum Beispiel, der war so wissbegierig, der hat schon bevor die Schule anfing, da hat er schon immer gefragt, diese Märchenbücher und Kinderbücher, die ich gekauft hab’ – nach diesen Buchstaben; also ich möchte sagen, der konnte schon lesen als er zur Schule kam, er war hinterher. „X“ auch, aber er war nicht so mit der Bibliothek verbunden, wie der andere. Der war so richtig wissbegierig. Nun staunen wir ja heute immer, mein Mann und ich, dass die Kinder so schlecht lesen. So was kennen wir ja nicht. Erstmal, aus unserer Zeit nicht. Zu unserer Zeit war das ja nicht so mit Computern und heut’ hört man denn immer: „Ja, Computerspiele können sie, aber lesen können sie nicht mal richtig“. Also, sie sind dann schon mitunter 13,14 und können schlecht lesen, also sind wir entsetzt, weil man sich das nicht vorstellen kann. Das verstehen wir nicht. Ich mein’, wenn die Bibliothek mit dazu beiträgt, dass sich dahingehend der Horizont erweitert, wäre es schön. Aber das muss vom Elternhaus auch ein bisschen kommen. Also, eigentlich sind wir entsetzt, also wir sind überhaupt entsetzt. Wir sind nicht mehr so, vielleicht in dieser Zeit, man ist es anders gewöhnt, und auch unsere Kinder haben es anders gelernt, wie man sich heut’ benimmt, ich sehe das ja im **********. Da laufen sie morgens schon mit der Zigarette im Mund, die Jugendlichen. Das entsetzt mich. Die rauchen denn schon und sind 10 oder 11 Jahre. Aber dann wird gesagt, das ist die heutige Zeit und so, aber trotzdem. Ja, und dann wird ja auch gesagt, im Großen und Ganzen, dieses Verhältnis Eltern und Kind hat sich auch verändert. Also, ich kann mich noch sehr gut erinnern, ich war früher hier im Elternaktiv und so, hab’ mich auch dafür interessiert, was passiert in der Schule, dies und jenes usw., und bin auch darein gegangen und heute ist es ebenso, nicht, dass die Eltern eben sagen: „Ja, wir müssen unseren Job machen“, und Kinder sind sich doch oft selbst überlassen, oder? Die zeigen das doch im Fernsehen. Man sieht das manchmal, dann wird die Flimmerkiste angemacht, oder spielt am Computer, und denn machen die ihre Spielchen da und zocken umher oder schießen da rum. Diese ganze Kriminalität ist auch für uns entsetzlich. Also, man mach’ abends wirklich nicht mehr rausgehen. Man mach’ nicht ein Stück zum Nachbarn gehen. Ich würde zum Beispiel auch gerne mal ins Konzert gehen. Oder hier, weil „X“ früher auch zur Musikschule gegangen ist, ich hab’ ihn immer begleitet. Ja, ich würde gerne mal dort ein Konzert hören wollen oder mal hingehen mit meinem Mann, auch abends mal so, wenn das ist. Aber nein, denn weiß man nicht: „Wo kann man da parken?“ und so. Aber wir alleine mögen auch nicht mehr gerne irgendwo hin, wenn wir nicht wissen, wo wir dann parken können. Oder wie zu Weihnachten, Orgelkonzert, ich würde das gerne mal machen, aber - . Ich habe zu meinem Mann gesagt, es wäre wirklich wünschenswert, wenn, wie Sie schon sagen, am Nachmittag mal was wäre. Das wäre schön. Das wäre ein Entgegenkommen, überhaupt für ältere Leute. Da würden sich auch noch andere für interessieren. Aber wenn das abends ist. Denn diese Anpöbeleien auf der Straße und überhaupt das ganze Benehmen. Ich bin der Meinung, dass hat irgendwie gelitten. Das ist schade drum. Aber das soll nicht unser Problem sein, denn wir leben nicht ewig und die Politiker, die haben ja auch ihren Einfluss, wie es weitergehen soll. Jetzt ist ja sogar Krieg. Seit heut’ Morgen ist nun Krieg. Auch wenn es weit weg ist, aber wir sind Kriegskinder. Ich hab’ die Kriegsjahre alle mitgemacht und die Nachkriegsjahre. Wie furchtbar sie waren. Ich bin ja hier aus dieser Gegend. Ich bin hier aus „Y“. Früher, ich weiß ja nicht wie es heute so ist bei ihnen, zu meiner Zeit noch, da hab’ ich im Krankenhaus gearbeitet, da hab’ ich mir ein Buch mit nach Hause genommen aus der Bibliothek. Nicht, wir fingen ja auch erst an. Mein Mann hatte nur 180 Mark Stipendium, so war das ja damals, und ich hab’ gearbeitet. Und so hat man sich direkt aufs Lesen gefreut. Da hab’ ich schnell gegessen und dann ging es ran, und da war das so spannend, da hab’ ich die halbe Nacht durchgelesen. Dann hab’ ich vielleicht drei Stunden geschlafen, und dann musste man ja wieder – aber so spannend ist das gewesen, wenn man mal ein gutes Buch hatte.

Ja, also die Jugendlichen, ich denk’ mal, man hat ja immer Hoffnung. Sie sind ja nun jung, aber das sich das mal vielleicht wieder bessert. Aber im Großen und Ganzen, was man so sieht, diese Haltlosigkeit und so, vielleicht erleben wir das nicht mehr, aber man hat immer das Gefühl, es ist immer mehr bergab gegangen. In einigen Sachen mag das ja anders sein. Also, die Wissenschaft ist vorangeschritten. Auf jeden Fall, wirklich, ob nun auf medizinischem Gebiet oder anderen Gebieten, wie Computer oder Online-Banking, was alles heut’ gemacht wird. Was für die Älteren, wir sind immer froh, wenn „X“ so was macht für uns, weil wir da ja nicht mehr so mithalten können. Ich mein’, es gibt ja auch Kurse für Ältere, viele eignen sich auch das an. „X“ hatte ja lange Zeit, als er noch zu Hause wohnte, da seinen Computer und hat für uns oft schnell was ausgedruckt, oder so mit der Maus – wollte er immer seine Mutter ran bekommen. Ich sollte das unbedingt lernen. Wenn ich so ein bisschen mehr Zeit hätte, also ich kann nicht sagen, das ich desinteressiert bin. Mich würde das auch interessieren, das auch selbst zu können. Aber nach der Wende, als es denn losging mit der eigenen Praxis und Computer, wir mussten froh sein, dass wir ihn hatten. Wir hätten wahrscheinlich nur Bahnhof verstanden, als die Einführung war, mein Mann und ich. Wir waren echt froh, dass wir ihn hatten. Er war mit nach „Y“, und da wurde nun alles publik gemacht, und eingeführt, und die Computer vorgestellt, und Programm usw. und er hat sich da reingekniet, auch mit den Schwestern nachher. Da waren wir froh. Wir alleine hätten das nicht umstellen können. Dazu waren mein Mann und ich - für uns war das wirklich sehr kompliziert und wir hätten das wahrscheinlich auch nicht geschafft, wenn wir ihn nicht gehabt hätten.

Paraphrase:

Über die Bibliothek hat mein Mann Fernleihe bezogen, Literatur für seine Arbeit an der Promot i on. Das hat ihm sehr geholfen. Man hatte diese Dienstleistung vor Ort und musste nicht immer bis zur Universitätsbibliothek Greifswald fahren. 309

Benutzer mit Wohnsitz in Wolgast. Interviews

Übersicht über die Teilnehmerzahl, Teilnehmerstruktur und Terminübersicht

Samplezusammensetzung Benutzer mit Wohnsitz in Wolgast - Untersuchung 2004

Terminübersicht/Teilnehmerzahl

Altersklassen

gemischt

Altersklasse 0

18 Jahre

Altersklasse 1

19-28 Jahre

Altersklasse 2

29-60 Jahre

Altersklasse 3

61 Jahre und älter

-

Montag,01.03.04

Dienstag, 02.03.04

Mittwoch, 03.03.04

Donnerstag,

04.03.04

jeweils

18.30 Uhr

3 Teilnehmer an zwei Terminen

Freitag, 05.03.04,

Montag,

08.03.04

Dienstag, 09.03.04

Mittwoch, 10.03.04

Donnerstag,

11.03.04

jeweils

18.30 Uhr

4 Teilnehmer an vier Terminen

Montag,15.03.04

Dienstag, 16.03.04

Mittwoch, 17.03.04

Donnerstag,

18.03.04,

Freitag,

19.03.04,

Mittwoch, 16.06.04

Donnerstag, 17.06.04

jeweils

18.30 Uhr

Sonnabend,

20.03.04

15.00 Uhr

12 Teilnehmer an sieben Terminen

Montag,01.03.04

Dienstag, 02.03.04

Mittwoch, 03.03.04

Donnerstag,

04.03.04,

Freitag,

05.03.04

Montag,08.03.04

Dienstag, 09.03.04

Mittwoch, 10.03.04

Donnerstag,

11.03.04,

Freitag,

12.03.04

jeweils

15.00 Uhr

Mittwoch, 23.06.04

14.00, 15.00, 16.00, 17.00 Uhr

und nach individueller Vereinbarung

20 Teilnehmer an 16 Terminen

Altersklasse 0310

18 Jahre

Altersklasse 1

19-28 Jahre

Altersklasse 2

29-60 Jahre

Altersklasse 3

61 Jahre und älter

Benutzer

49 Personen

93 Personen

277 Personen

144 Personen

Samplegröße

18 Personen

33 Personen

100 Personen

51 Personen

Teilnehmerzahl

2 Frauen/

1 Mann

3 Frauen/

1 Mann

6 Frauen/

6 Männer

13 Frauen/

7 Männer

Anzahl der auszuwertenden Einzel- bzw. Gruppeninterviews: 29 mit insgesamt 39 Teilnehmern.

Altersklasse 0, 18 Jahre. Interviewtranskriptionen

Interviewtranskription: Montag, 01.03.2004, 18.30 Uhr

Teilnehmer: Eine Frau

Ja, also, ich bin zurzeit in der Ausbildung als Familienpflegerin und das ist ein sehr vie l fältiger Beruf, wo man vom ganz kleinen Säugling bis ins hohe Alter zu tun hat und da auch viel Informationen braucht. Und die meisten Informationen, die kann ich mir nicht kaufen. Erstens ist es zu teuer für mich und in dem Sinne ist die Bibliothek für mich-, dass ich einfach mir hier die Sachen hole, das Wichtigste rausschreibe und dann wieder wegbringe, ohne viel Geld auszugeben. So, und so war es schon eigentlich immer, das ich denn-, für Kinder oder so-, Spiele oder so-, die hat man sich denn raus geschrieben und hatte sie denn, und braucht’ nicht erst dicke Bücher nachschlagen oder die zu kaufen. Gut finde ich auch-, jetzt die Mit a beiter-, die Frage, ich mag’ nicht gerne g u cken. Ich find’ das schrecklich. Ich will-, ich steh’ auch immer unter Zeitdruck und so, und ich will auch immer ganz schnell das haben und das denn bearbeiten und denn ist das gut. Und denn, wenn ich denn noch lange gucke und denn noch im Internet irgendwas rau s suche, das ist überhaupt nichts für mich. Und deswegen frag’ ich denn und denn krieg’ ich das und denn bin zufrieden und denn geh’ ich wieder. Ja, ich muss ganz ehrlich sagen, lesen tu’ ich nicht gerne, so diese Romane und so was alles. Das mag’ ich übe r haupt nicht. Ich mag’ lieber diese Krankenbücher und so was alles. Und die sind ja auch recht teuer. Ich hab’ zwar selber welche, bloß alles kriegt’ man da auch nicht raus. Ja.

Nutzungszeitraum der Bibliothek

Auch schon in der Schule. Da hab’ ich gerne gelesen. So Kinderbücher. Die mochte ich immer gerne. Und meine Mutti, die hat nicht so viel gekauft, weil-, wir sollten immer aus dem nutzen, was wir haben und uns selber Gedanken machen. Da war das auch nicht schlecht, dass wir denn immer hergekommen sind. War ja auch früher so Trend.

Mögliche Ursachen für nachlassendes Leseinteresse

Na, ich denk’ mal, bei mir ist es so, die Bücher-. Die Überschrift muss mich ansprechen. Das ist bei vielen Büchern nicht so. So hier Fantasie oder Action, das mag’ ich überhaupt nicht. So diese Liebesromane, wenn das denn so ein dicker Wälzer ist, bin ich nicht so für. So Thesen, und denn-, die werden belegt. So was interessiert mich mehr. Hier so „ Frauen können schlecht einparken...“, so was. Gesunde Ernährung-, gibt es auch zahlreiche Bücher. Oder Kinderbücher auch.

Hilfe für die Schule durch die Bibliotheksbenutzung

Auf alle Fälle. Die Bücher, wir hatten ja auch unsere Bücher, da haben wir 60 Mark im Jahr dafür bezahlt und dann hatten wir die. Bloß da stand ja auch nicht alles drin. Und wenn man denn eine zusätzliche Hausaufgabe auf hatte, Papa hatte das auch nicht, bin ich her gekommen und hab’ mir das abgeschrieben und dann war gut. Internet war d a mals noch nicht so gang und gäbe wie es heute ist. Obwohl ich sagen muss, Internet nutze ich auch nicht gern.

Berufliche Arbeit und Literatur

Ja [ich lese Alten und Kindern vor]. Mit den Kindern ist es immer so-, zum Beispiel „Farben lernen“ und so was alles, da kann man ja selber ein bisschen machen, aber ich finde mit Büchern, wenn die sich das abends vorm Schlafengehen angucken, find’ ich eigentlich gar nicht so schlecht. Aber, wie gesagt, selber kaufen mag’ ich nicht gerne. Wenig BAföG. Oder man kopiert sich mal was ab. Oder man weiß, wie es geht. Das finde ich, reicht eigentlich schon. Das finde ich schön. Und deswegen mach’ ich das auch gerne. Und für die alten Menschen-, wegen den Krankheiten hauptsächlich. Oder wenn wir denn solche bombastischen Aufgaben haben. Das hab’ ich auch nicht alles. Und da denn mal was raussuchen, Fremdwörter und so, ist schon nicht schlecht.

Ich sag’ mal so, die Grundbücher hab’ ich ja auch. Aber nicht dieses-, es ist immer so, man sucht diese eine Sache und denn hat man das Buch, und es interessiert nur diese eine Sache, und denn hat man 40 Euro ausgeben. Und denn komm’ ich hierher-. Wie gesagt, man kann sich nicht alles kaufen. Für jede Kleinigkeit brauch’ ich mir kein Buch zu kaufen. So die wichtigsten Sachen. So Kinderreime und Lieder und so, die hat ja selber zu Hause. Bloß diese-, wo mal ein Spiel drin ist, oder wo was erklärt ist, das ist nun mal nur hier zu finden.

Leistungsspektrum der Bibliothek

Eigentlich reicht mir das so, wie es ist. Ich mein’, ich bin vollkommen zufrieden. Ich bin ganz ehrlich, ich bin auch in Greifswald, ja, und da hätte ich auch die Möglichkeit zur Bibliothek zu gehen. Aber da ist es erst mal riesengroß, die Uni-Bibliothek, und da sind nicht so die Leute, wie es hier ist. Hier ist es zwar klein, aber hier find’ ich auch alles, was ich haben will, brauch’-, und hier ist es auch irgendwie familiärer, sag’ ich mal so, die Atmosphäre. Und da ist es halt so riesig groß und denn sucht’ man. Und wenn man denn alles liest, dann vergeht einem die Lust. Ich bin zwar die ganze Woche in Greifswald, komme aber trotzdem immer hierher. Eigentlich hätte ich die Möglichkeit, auch dahin zu gehen. Es gehen auch viele von meiner Klasse dahin, aber mir gefällt das nicht.

Paraphrase:

Für meine Ausbildung als Familienpflegerin nutze ich diese Bibliothek. So spare ich Geld. Ich b e komme wenig. Sonst lese ich weniger. 311

Interviewtranskription: Dienstag, 02.03.2004, 18.30 Uhr

Teilnehmer: Eine Frau/ Ein Mann

Teilnehmerin 1. Also, die Bibliothek-, Wissen krieg’ ich eigentlich von meiner Schule. Hier unterstütz’ ich das denn noch, indem ich denn nachgucke, wobei ja die meisten Bücher, die ich brauch’ ja hier nicht vorhanden sind. Die müssen Sie dann bestellen [ ü ber Fernleihe]. Da hatte ich denn die Abschlussprüfung zum Sozialassistenten, dann hatte ich über Behinderte geschrieben und da mussten Sie was bestellen. Ja, ansonsten, jetzt im Praktikum ist es gerade wichtig, weil ich ja mit den Kindern jetzt arbeite, d.h. ich hol’ mir denn hier Kindergeschichten oder Bastelideen. Brauch’ man sich ja nicht alles kaufen oder in Zei t schriften findet man das ja auch nicht.

Nutzung der Bibliothek in der Schulzeit

Eigentlich weniger. Nicht so wie jetzt. Ich war denn viel im Internet und hab’ da ein bisschen umhergeguckt. Aber jetzt für die Schule so direkt, eigentlich gar nicht so. Für Vorträge mal in Englisch, oder Plakate oder sonst was.Ich war da nicht so wissensdurstig. Man hatte ja auch-, da war ich ja 16, man hat ja auch andere Interessen. Da ist man ja jeden Abend weggegangen und hat sich ja nicht weiter so um die Schule gekümmert. Wenn mal ein Vortrag war, hat man’s gemacht und Hausarbeiten-, na ja.

Nutzung der Belletristik

Nee, ich lese nicht gerne. Noch nie. Ich hab’ noch nie in der Schule ein Buch gelesen. Ich bin da wirklich faul. Aber ich kann gut lesen.

Zusammenhang Bibliothek – Schule

Bestimmt, ja [bin in der Schulzeit darauf hingewiesen worden]. So: „ Ihr könnt’ ja auch in der Bibliothek mal gucken.“ Aber es ist ja-, allein vom Elternhaus-, da geht es schon los. Das seh’ ich bei mir im Kindergarten. Denen wird ja nichts beigebracht. Wenn man da nicht mal regelmäßig hier reingeht-. Es ist ja kostenlos.

Fernleihnutzung

Das Geld war nicht belastend. Für mich war belastend, dass ich wieder mal so auf dem letzten Drücker war. So ein bisschen. Und dass ich das Buch nicht mehr in Greifswald gekriegt hab’ und denn musst’ ich das ja von hier irgendwie-. Und das dauert ja. Ich weiß nicht wie lange, eine Woche oder so war das. Ich find’ das aber gut, dass man denn angerufen wird und dass einem denn Bescheid gesagt wird. Einmal war ich nicht zu erreichen, dann wurde ich noch mal angerufen. Das ist gut. Also andere würden vielleicht nur einmal anrufen.

Rolle der Mitarbeiter

Nee, ich wusste ja, welches Buch ich wollte. Ich hatte das ja schon mal und da hat mir aber noch was gefehlt für meine Arbeit und da musste ich das ja nun wieder mal beschaffen. Ich hatte das ja in Greifswald ausgeliehen. Zu diesem Thema gab’s eben nur ein Buch und das war dieses.

Nutzung der Bibliothek im Rahmen des zukünftigen Berufsalltages

Ja, ist erstmal wichtig. Na ja, man hat im Kindergarten seine Bücher und irgendwann ist das ja mal langweilig. Und dann könnt’ ich mir auch mal vorstellen, dass hier vorgelesen wird. Ich denk’ mal es wird schon wichtig. Und den Kindern muss man das ja auch vorstellen. Allein schon das Sprachverständnis-. Es ist schwer zu beantworten. Text und Bild, Geschichten sind nun mal wichtig. Also, ich kann die Kinder nicht vorm Fernseher setzen. Ständig. Die verblöden. Ist meine Meinung. Merkt man auch.

Teilnehmer 2. Also, „Nutzung Bibliothek“ ist bei mir vor allen Dingen „Schule“, aber auch halt nicht in sehr großem Maße. Also nur wenn es Vorträge und Hausarbeiten betrifft. Ja [ich bin jetzt in der 12. Kla s se]. Trotzdem. Die Grundsachen stehen in den Lehrbüchern drin und sonst werden sie im Unterricht ve r mittelt. Ja, und so eigentlich „Bibliothek“ -, es ist auch immer umfangreich. Sich ein Buch anzugucken, worin eine Fülle von Informationen ist. Ein Teil wäre dann wieder zu umfangreich für den Unterricht s stoff. Deshalb, also, für den Unterricht eigentlich weniger. Für meine Hausarbeit habe ich zum Beispiel 10 oder 12 Bücher genutzt, letztes Jahr. Und für Vorträge. Ja, ansonsten nutze ich das noch für „Hobby“. Schachbücher. Schachbücher, weil ich auch ein paar Kinder trainiere im Verein und dafür Theoriebücher-. Da die eigentlich relativ gut sind. Weil sie im Laden halt so unerschwinglich sind. Da kostet so ein Buch b e stimmt 40 Euro.

Weiterführendes Angebot der Bibliothek

Na klar, weil es halt preisgünstiger ist. Das ist natürlich etwas ganz anderes als wenn ich mir die Bücher im Buchladen kauf’. Also wenn ich da ein Buch durchlese und in das Literaturverzeichnis gucke, denn-, weiß ich nicht, müsste ich mir noch zehn weitere Bücher kaufen. Ansonsten, muss ich auch ganz ehrlich sagen, wenn ich jetzt dieses Beispiel eigentlich nehmen will, unseren Schwedenkönig, Gustav-Adolf. Ich mein’, wenn ich über den einen Vortrag halte, kauf’ ich mir über ihn vielleicht drei Bücher und ich frag’ Sie: „Wie oft guck’ ich in diese Bücher noch rein?“ Die muss man sich ja auch stellen. Ist ja auch bei Hausarbeiten, Vorträgen so. Ich mein’, es ist sicherlich sehr interessant sich über die Zeit mit diesem Thema zu beschäftigen. Ob man das später auch noch macht in dieser Weise, ist die andere Frage. Ich denke, allgemeine Bücher zu kaufen oder Bücher aus Interesse, das macht man eher, als denn zu einem bestimmten Thema.

Zeitschriften

Hab’ ich ja auch. Ich hab’ bestimmt 20 Zeitschriften. „Stern“, „Spiegel“, „Focus“, alles.

Nutzen der Bibliothek

Als Informationsquelle für ein tieferes Arbeiten.

Rolle der Mitarbeiter

Teilnehmerin 1. Sehr wichtig.

Teilnehmer 2. Wenig. Muss ich ehrlich sagen. Das einzige ist, wenn ich irgendwie ein Buch nicht finde. Also, ich weiß sowieso in welcher Richtung das sein soll. Wenn, denn frag’ ich irgendwo, wo das bestimmte Buch schon steht. Auch für meine Hausarbeit nicht. Für meine Hausarbeit habe ich Massen an Quellen gehabt. Halt auch vieles aus dem Internet. Ich bin auch nicht so ein Mensch, der gern fragt. Ich versuche immer alles so gut wie es geht alleine zusammen zu stellen.

Teilnehmerin 1. Ich frag’ auch nicht gerne. Aber hier frag’ ich immer. Der erste Schritt ist gleich zur Mitarbeiterin. Ja, weil, hier seh’ ich nicht durch. Das ist mir alles zuviel. In der Kinderbibliothek geht es.

Teilnehmer 2. Ich brauch’ auch immer [Zeit zum Zurechtfinden]. Ein bisschen hab’ ich mich jetzt eingefuchst. Aber ich brauch’ auch immer eine ganze Zeit.

Nutzung weiterer Bibliotheken/Quellen

Teilnehmer 2. Hauptquelle ist, muss ich eigentlich traurigerweise sagen: Internet. Es ist wirklich so.

Teilnehmerin 1. Ja, aber irgendwann werden sie es lernen, dass es eben nicht mehr die Hauptquelle sein darf. Weil es wirklich in Hausarbeiten-.

Teilnehmer 2. Was heißt hier nicht sein darf? Ich mein-.

Problem der Bewertung der Internetquellen

Teilnehmer 2. So ein Mist muss man sich ja nicht angucken. Man kann ja auch seriöse Quellen benutzen im Internet. Von diesen ganzen Hausarbeiten, die da drin stehen, würde ich sowieso die Finger von lassen. Das Problem ist ja wirklich das Problem des Lesens. Ich mein’, wenn man so schon nicht liest und das Internet nutzt, dann-. Das ist ja nicht ganz so doll.

Teilnehmerin 1. Sowieso alles nur Technik. Welches Kind hat heutzutage noch Bücher?

Teilnehmer 2. Na ja, aber ich denke eigentlich-.

Teilnehmerin 1. Doch.

Teilnehmer 2. Heutzutage wird aber doch-, Berufsziel-, wird Priorität gesetzt, ob man lesen kann oder nicht. Mag’ ja in der Öffentlichkeit in den Hintergrund rücken, aber denn nachher-.

Lesen als Grundlage der Bildung

Teilnehmer 2. Ja, eben. Vor allen Dingen die Sprache wird ja auch gefördert durch das Lesen.

Teilnehmerin 1. Aber es fängt ja schon an mit Fernsehen. Dann kommt der Computer, denn der Game-Boy und ein Buch kriegt’ doch keiner mehr zu sehen. Von den Jüngeren jetzt. Also kaum.

Teilnehmer 2. Ich finde, die Eltern haben da einen großen Einfluss. Ich denke, gerade das mit dem Lesen ist heute auch nicht weit verbreitet bei den Jugendlichen, dass nicht allzu viel gelesen wird. Das hängt auch damit zusammen, dass halt auch in der Schule auch viel schon gelesen wird. Das ist, denk’ ich, was anderes, ob man den ganzen Tag mit Kindern zu tun hat oder ob man am Computer sitzt, schon den ganzen Tag, oder ob man halt in der Schule sitzt, zuhört, Bücher liest-. Ich muss auch ganz ehrlich sagen, ich hab’ oft abends keine Lust zu lesen. Wenn irgendwie-, wenn ich weiß, ich hab’ acht Stunden hinter mir, dann noch irgendwie Hausaufgaben und dann noch lernen, dann komm’ ich auch nicht dazu.

Leseverhalten als Kind

Teilnehmer 2. Ja [als Kind habe ich gern Kinderbücher gehabt]. Ich les’ jetzt eigentlich auch noch eine ganze Menge, wenn ich dazu komme. Aber es gibt auch halt wirklich Tage, wo ich denn keine Lust habe, wo ich mich auch lieber vor den Fernseher setze. Und so lieber abschalte als beim Lesen. Ich muss auch ganz ehrlich sagen, das Buch, das ich gerade lese, die ersten 400 Seiten habe ich in zwei Wochen Ferien geschafft und die anderen sind-, seitdem-, zwei Monate.

Einfluss der Bibliothek

Teilnehmer 2. Meine „Eins“ in Sozialkunde in der Facharbeit. Weil es echt viele B ü cher gab. Ohne die Bücher wäre es einfach zu oberflächlich gewesen.

Paraphrasen:

Ich möchte Erzieherin werden und nutze die Kinderbücher und Bastelbücher für mein Praktikum. Bücher, die ich für meine Ausbildung brauche, bestelle ich hier über Fernleihe, wenn sie in Greif s wald ausgeliehen sind. Sonst lese ich nicht gern. Während meiner Schulzeit, ich habe einen Rea l schulabschluss, habe ich diese Bi b liothek für Vorträge genutzt. 312

Ich bin Schüler der 12. Klasse und für mich ist die Bibliothek eine Information s quelle für tieferes Arbeiten auf einem Wissensgebiet. Meine Eins in der Facharbeit Sozialkunde habe ich auch der Bibliothek zu verdanken. Durch die Vielfalt der Bücher konnte ich mein Thema umfassender bea r beiten. 313

Die Bibliothek nutze ich auch um Literatur für mein Hobby, Schachspielen mit Kindern im Schachverein, auszuleihen. So muss ich diese Bücher nicht kaufen. 314

Altersklasse 1, 19-28 Jahre . Interviewtranskriptionen

Interviewtranskription: Freitag, 05.03.2004, 18.30 Uhr

Teilnehmer: Eine Frau

Ja, also erstmal, wie gesagt, vor vier Jahren bin ich nach Wolgast gezogen und da war die Bibliothek eigentlich für mich ein sehr guter Ort um ins Internet zu gehen, weil ich hatte halt in meiner Wohnung noch kein Internetanschluss gehabt bzw. Computer. Und das war eigentlich sehr hilfreich für mich zu wissen, wo ich also hingehen kann, um also meine E-Mails zu lesen und auch welche abzuschicken. Und der Hauptgrund eigentlich, warum ich zur Bibliothek gehe, um also Literatur zu bekommen, Bücher zu b e kommen, die ich also so mir nicht kaufen möchte, weil das halt erstmal beruflich ist für die Arbeit, für die ich die Bücher nutze. Und zweitens, die Bücher, die ich privat lese, ja das muss nicht unbedingt alles im Schrank stehen. Das ist so mein Interesse. Und, ja, ich hab’ eigentlich schon als Kind in Stralsund, wo ich eigentlich aufgewachsen bin, bin ich immer sehr oft zur Bücherei gegangen. Also, für mich gehört eigentlich die Bücherei zu jeder Stadt dazu. Also, überall wo ich gewohnt hab’, gelebt hab’ für eine Weile, hab’ ich immer einen Büchereiausweis gehabt, war ich Mitglied gewesen und hab’ eigentlich die Bücherei immer ausgeschöpft mit allem, was sie da angeboten haben. Und deshalb ist es eigentlich wichtig, das-, Mitarbeiter und eine Bibliothek g e braucht wird. Damit man immer einen Ort hat, wo man also hingehen kann, wenn man also jetzt nicht ein Buch schenken lassen möchte oder ein Buch kaufen möchte. Und es sind ja auch viele-, früher waren es die Schallplatten, die man sich mal ausgeliehen hat, jetzt sind es zum Beispiel die eine oder andere CD. Man weiß ja selber, die Preise sind gestiegen. Also, ich hab’-, meine letzte CD liegt glaub’ ich schon Jahre zurück. Ich hab’ es jetzt auch so auf das Schenken hin gerichtet oder das eine oder andere Mal ausleihen. Und, ja, die Bücherei hat eigentlich einen sehr großen Einfluss auf meine Arbeit im Kindergarten, hauptsächlich. Also, wie gesagt, seit ich nun auch in diesem Kinde r garten arbeite [bilingualer Kindergarten] hab’ ich mir jetzt schon viel Literatur ausgeliehen und mich belesen , um also meine Projekte vorzubereiten und durchzuführen. Und hab’ also mit jedem Buch immer was Neues dazu gelernt. Und ja, was ich auch ganz toll fi n de, dass man also auch hierher kommen kann mit den Kindergruppen um sich dann auch mal was vorlesen zu lassen. Weil, selber lesen und vorl e sen/erzählen ist das eine, aber die Kinder mal zu beobachten, wenn jemand anderes vorliest ist immer noch was-, hat immer noch wieder was Interessanteres.

Beitrag der Bibliothek zur Leseförderung

Ja. Auf alle Fälle. Also unsere Kinder in unserer Gruppe, die greifen also gerne zu Büchern. Zu jeder Tageszeit eigentlich. Wir haben eine Kuschelecke eingerichtet, wo sich die Kinder zurückziehen können, um also in Ruhe sich ein Buch anzugucken. Und wir haben auch das Ritual eingeführt, bevor die Kinder ihren Mittagsschlaf beginnen, dass sie also ca. 10 bis 15 Minuten Zeit haben sich Bücher anzuschauen. Manchmal schließt sich auch so eine Gruppe zusammen, die sich ein Buch zusammen angucken. Ich hab’ auch schon beobachtet, dass sich Kinder ein Buch nehmen und dann selber eine Geschichte daraus erzählen, über das, was denen denn so haften geblieben ist. Das sie das denn wiedergeben oder das halt’ die Erzieherin gefragt wird, ob die Geschichte vorgelesen wird. Und man merkt bei dem einen oder anderen Kind auch, ob im Elternhaus gelesen wird. Also, man kann das schon abwägen. Man kann das schon gut herausfinden, wer zu Hause viel Bücher in der Hand hat, alleine liest oder mit den Eltern zusammen oder wie auch immer, oder wer auch nicht so das Interesse zeigt. Man merkt das auch so an dem Umgang, wie die Kinder mit den Büchern auch umgehen. Manche die schleppen nur. Holen das eine Buch raus aus der Kiste und tragen es irgendwo hin. Dann wird das abgelegt und dann wird das Nächste geholt. Aber es wird es sich nicht angeguckt. Es ist einfach nur ein Gegenstand, den man halt bewegen möchte. Ja, und mir macht Lesen eigentlich immer Spaß. Ich hab’ auch ein sehr breites Interesse an B ü chern/Literatur. Mal’ sind es Romane, mal sind es authentische Bücher/Geschichten. Ja, Sachliteratur. Also, ich hab’ fr ü her als Kind utopische Literatur gelesen und also, mein Bereich ist eigentlich sehr groß gefächert. Also, mir ist es besonders mit der englischen Sprache zu ergangen. Dadurch dass ich jetzt eigentlich zweispr a chig lebe und arbeite, bringt mich das Lesen der englischen Literatur sehr weit. Also, ich kann mein V o kabular verbessern und ich kann mich selber ja korrigieren bzw.-. Ja, ich versuch’ denn auch nicht gleich, wenn ich das Wort nicht weiß, im Wörterbuch nachzuschlagen, sondern ich versuch’ erstmal den ganzen Satz durchzulesen und erstmal den Inhalt zu verstehen und übersetz’ mir das denn erstmal mit meinen eigenen Worten. Wenn’s denn partout nicht klappt und das Wort öfter noch auftritt und ich es nicht weiß und ich mir unsicher bin, dann schlag’ ich schon mal nach um mich zu bestätigen, dass ich richtig lag oder halt mich aus meiner Unwissenheit dann zu befreien. Also, ja, und sprachlich eigentlich auch. Ich mein’ gut, bei dem Englischen besteht natürlich die Gefahr, dass ich immer nicht genau weiß, ob ich das richtig ausspreche, das Wort. Aber jetzt so im Deutschen muss ich schon sagen, wenn man jetzt viel liest, kann man auch viel zusammenhängender reden, weil man da diesen Redefluss auch mehr hat und man ist dann nicht mehr so gehemmt.

Zweisprachiges Angebot für Kinder

Also, wenn Kinder jetzt mit Sprachschwierigkeiten in die Gruppe kommen, zum Beispiel sie können gewisse Laute noch nicht sprechen oder sprechen halt nach 2 ½ noch sehr undeutlich, wo man sich überlegen muss: „Was hat das Kind nun gesagt?“ Da bin ich manchmal schon am Zweifeln, ob es vielleicht richtig war, das Kind jetzt schon in diese bilinguale Gruppe zu bringen. Jetzt hat sich dieses Kind, ein ¾ Jahr ist es jetzt bei uns in der Gruppe, und es hat sich eigentlich verbessert. Mit der Aussprache. Und man merkt bei den Kindern, dass sie Spaß daran haben, eine andere Sprache zu sprechen. Ich beobachte das sehr oft bei den Kindern, dass sie sich gegenseitig motivieren und sich verbessern, die englischen Wörter richtig zu sagen, besonders so, wenn sie ein Lied neu gelernt haben, dann singen sie das den ganzen Tagesablauf hoch und runter. Und wenn der andere das denn auch hört, dann ist das eine Art Wettstreit: “Nein, das heißt so und so. Du musst das so machen. Und das heißt so.“ Na ja, aber ich find’ das gut, wenn die Kinder sich so gegenseitig ein bisschen anspornen. Dadurch merken sie: „ Aha, ich muss das noch ein bisschen besser.“ Und man merkt denn auch zu Hause, wenn denn so das Feedback von den Eltern kommt, dass die Kinder das nicht nur im Kindergarten machen, sondern auch zu Hause. Dass sie stolz sind, was anderes zu machen als andere. Dass sie etwas können, was andere nicht können, zum Beispiel viele Eltern und Großeltern haben nicht so das Vokabular. Das merkt man also auch. Also, man merkt bei den meisten Kindern eigentlich, dass sie Spaß daran haben und dass sie eigentlich immer gewillt sind, etwas Neues zu lernen. Und ich find’ eigentlich die Idee sehr gut, weil halt im Kindesalter dieser Lernprozess halt’ noch nicht so-, wie bei einem Kind, dass es in der Schule lernt, diese Sprache. Also, ich kann mich da an meine Englisch-Schulzeit erinnern, da hat man halt Vokabeln pauken müssen, ob man nun wollte oder nicht. Man hat eine gewisse Zensur bekommen. Aber hier ist es halt so, sie lernen es unbewusst. Das, was sie aufnehmen wollen, nehmen sie auf. Das andere verdrängen sie. Eigentlich auch mehr oder weniger unbewusst, weil die meisten Wörter geraten schnell in Vergessenheit. Entweder weil sie die akustisch nicht so gut verstanden haben, weil sie nicht wissen, was damit gemeint ist und ich find’ das ist nachher auch für die Kinder, die jetzt mit der Fremdsprache vertraut gemacht werden eine große Hilfe, nachher in der Schule gut voranzukommen. Weil, sie haben diese Sprache schon mal gehört. Das eine oder andere ist sicherlich in Vergessenheit geraten. Aber es ist in dem Sinn nicht vergessen worden, dass es komplett weg ist. Es ist erstmal nur ganz nach hinten gespeichert. Und wenn sie es irgendwo wieder hören, dann fällt es ihnen auch wieder ein und dann kommen sie auch viel leichter wieder rein. Und ich denk’ mal, dadurch hat man denn auch ein Grundstein gelegt um einige Kinder für weitere Sprachen zu interessieren. Also die Barriere ist auf alle Fälle erstmal gebrochen. Kinder gehen auch auf andere Kinder in anderen Ländern auch viel offener zu. Die im Ausland in Urlaub waren, die also eine Familienclubanlage besucht haben und beobachten konnten, dass also ihr Kind auf die anderen Kinder zugegangen ist und haben sich erstmal auf Englisch vorgestellt, weil sie gemerkt haben, dass das Kind kein Deutsch sprach. Oder das fremde Kind hat also Englisch gesprochen. Das Kind der Familie konnte also darauf reagieren, ist also nicht weggelaufen. Und ich hab’ also auch zwei Familien bei mir in der Gruppe, die in Amerika waren, die da Verwandte/Bekannte besucht haben, die also mit der englischen Sprache vertraut waren und die Kinder haben sich also da gleich von vornherein wohl gefühlt und sind denn also auch angekommen da, brauchten sich nicht verstecken hinter den Eltern, weil sie keinen verstanden haben. Also da, wenn ich denn so was höre und mir erzählt wird, verbreitet das ein gutes Gefühl im Bauch. Und viele Materialien kann ich mir so nicht leisten, kann der Kindergarten sich nicht leisten, deswegen greif’ ich eigentlich oft auf die Bücherei zurück. Ja, nun gut, englische Literatur hatte ich ja schon mal-, war ja schon so eine Idee, für Kindergartenkinder. Keine Sachbücher, sondern Geschichtenbücher. Also schon so ein Bilderbuch, indem Sinne, wo aber so ein Einzeiler oder Zweizeiler in englischen Sätzen schon drunter steht. Ich mein’, so englische Literatur für Erwachsene haben Sie ja, hab’ ich auch schon mal drauf zug e griffen. Ich mein’ noch hab’ ich genügend Literatur, die ich erstmal selber lesen muss, aber die meisten Sachen übersetze ich mir da eigentlich oder zieh’ mir da was raus.

Paraphrasen:

Die Bibliothek hat einen großen Einfluss auf meine Arbeit im bilingualen Kindergarten zur Vorb e reitung meiner Projekte. Ich habe durch die Bücher aus der Bibliothek viel Neues dazu gelernt. Ich lebe und arbeite zweisprachig. Das Lesen der englischsprachigen Belletristik verbessert mein V o kabular. 315

Seit meiner Kindheit in Stralsund gehört eine Bibliothek zu meinem Leben, egal wo ich gerade wohne. Ich komme in die Bibliothek um hier Literatur zu bekommen, die ich mir allein aus Plat z gründen schon nicht kaufen möchte. Ich habe ein breites Leseinteresse. Wer viel liest, kann zusa m menhängender reden. 316

Interviewtranskription: Montag, 08.03.2004, 18.30 Uhr

Teilnehmer: Eine Frau

Ja, also ich glaub’ das war damals in der Grundschule. Da sind wir hierher gekommen, und das war e i gentlich mit der ganzen Klasse, wir waren alle ganz aufgeregt, wussten gar nicht was wir hier sollten. Und dann hat man uns gesagt, dass wir einen Bibliothek s ausweis jetzt kriegen, damals war das ja noch mit so’ Karten und Stempeln, und da war ich richtig stolz drauf’, so einen Schein zu haben. Erst mal zu Mutti gegangen, und denn-. Es war eigentlich ganz toll. Jahre danach, man hat ja erst den ersten Bereich ke n nen gelernt, wenn man noch so klein ist, was soll man denn mit den Großen-Büchern, die kann man eh’ noch nicht lesen-. Und dann hab’ ich mich so durchgefuchst. Die Kassetten haben mir am Anfang sehr gefallen, aber ich hab’ dann auch mehr Interesse an B ü chern gekriegt. Dadurch, dass ich auch so von meinen Eltern jetzt sehr viele Bücher geschenkt gekriegt hab’, auch sehr wissenschaftlich, ich glaube ich hatte damals ein sehr gutes Wissen über Tiere und Pflanzen. Das hat mich so was von interessiert und das gab’s hier eigentlich. Ich konnte mir ja nicht alle Bücher kaufen. Und denn, ja wo ich denn älter geworden bin, halt’ die Schule. Dann war-, halt-, fünfte, sechste, dann kam Englisch dazu, dann kamen alle mögl i chen Sachen. Und dann musste dann-, Ref e rate, Kurzarbeiten und so was. Und wir haben kein Internet und damals war das auch nicht so mit Computern, war halt, das „Hierher gehen“ und die Leute haben mich immer gut beraten. Also, ich glaube jeder kennt mich auch hier mit Namen. Und na ja, bin dann hierher gegangen. Meistens bin ich dann auch mit einer Freundin hierher gega n gen. Die haben ja auch alle einen Ausweis. Ja, hab’ mir hier die Informationen gesucht, die ich brauchte und ich hab’ eigentlich auch immer alles gefunden, was ich brauchte. Ja, heutzutage, ja ich glaub’, denn war so eine Zeit, da war ich eigentlich ständig hier. Ich glaub’ dreimal die Woche. Da brauchte ich das einfach, weil ich-, ich kon n te mit den Leuten damals nicht so gut reden und dann braucht’ ich halt Bücher. Und dann hatte ich meine eigene Welt. Und ich hatte wirklich ein sehr gutes Buch gelesen, ich glaub’ das hieß „Das Klagen des Traumfressers“ oder so, und das hat mich wirklich beeindruckt. Und danach hab’ ich wirklich sehr viele solche Bücher gelesen. Zwar keine Fachliter a tur, aber halt Romane. Und das hat mich sehr beeindruckt. Ja, und dann, ich glaube dann hab’ ich meiner Mutter noch einen Ausweis besorgt, weil sie ja auch i m mer-. Sie hatte, glaub’ ich, mal einen, aber den hatte sie denn doch nicht mehr. Und denn hab’ ich immer für meine Mutter auch welche mitgebracht. Weil sie auch-, sie ist Lehrerin und denn brauch’ man ja auch einiges. Und auch so. Romane. Sie liest sehr gerne. Bring’ ich ihr immer was mit. Und da ich ihren G e schmack kenne-, ist ja auch kein Problem. Na ja, und mit den Jahren wird man halt älter und die Schule wird auch immer schwerer und wir haben immer noch kein Internet zu Hause, da ist einfach die Möglic h keit, hierhin zu gehen und-. Schade, dass dann die Computer gestohlen worden sind. Aber so, die Info r mationen sind einfach sehr wichtig. Jetzt auch, wo ich das Abitur schreibe. Ich ko m me eigentlich sehr oft jetzt wieder hierher. Es war mal eine Zeit lang, da hatte ich keine Zeit zum Lesen. Da war ich halt sehr beansprucht, auch durch andere Sachen. Aber jetzt, es ist einfach sehr viel angeboten. Und man braucht das einfach auch. Also, ich brauch’ es. Ich kann mir das einfach zu Hause nicht rausnehmen. Auch das Internet. Es sagt nicht soviel aus. Ein Buch-. Und man kann auch nicht ständig noch mal nachlesen. Man muss denn wieder reingehen und denn muss ich man das wieder suchen. So nehm ’ ich mir ein Buch oder lass mir eins suchen, das ist ja noch viel besser, ich muss es ja nicht mal se l ber suchen und dann geht das alles. Und das ist eigentlich sehr wichtig für mich. Also, ohne die Bibliothek glaub’ ich, wär ’ ich ganz schön aufgeschmissen.

Literaturzusammenstellungen

Ich hab’ hier gefragt, wenn ich was brauchte. Über bestimmte Dichter, meistens Hausarbeiten über irgendwelche Dichter. Ich musste Biografien schreiben. Später waren das denn so Referate über irgendwas Biologisches. Und wenn ich es nicht gleich gefunden hab’, dadurch dass ich mich auch relativ gut auskenne, hat man einfach gefragt. Und man hat mir auch immer sehr gut geholfen. Ich weiß gar nicht, wie sie heißt, aber sie hat mir sehr geholfen. Sie ist sogar noch ins Lager gegangen und hat da noch ein Buch gesucht. Das hat sehr viel geholfen. Doch.

Wert des Lesens

Auf jeden Fall. Also, als ich sehr viel gelesen hab’, muss ich zugeben, dass mein Ausdruck und meine Rechtschreibung sehr viel besser waren, als sie heute sind. Dadurch dass man auch sehr viele Wörter im Kopf hatte. Man kannte einfach auch viel mehr Wö r ter. Wenn man sie häufiger liest, dann verwendet man sie auch richtig. Und dieses Wissen, was ich denn auch dazu hatte, wo ich denn in der Grundschule sehr viele Tierbücher und Pflanzenbücher gelesen hab’. Ich kannte sie einfach. Und das war einfach giga n tisch, was man auf einem Gebiet sich alles für Wissen aneignen kann. Und doch, ich würde schon sagen, also, wenn man weniger liest, dann hat man einen schlechteren Ausdruck und schlechtere Wörter im Kopf. Obwohl das auch, glaub’ ich, von jedem abhängig ist. Es war ja auch nicht nur dieses Schreiben an sich. Es war ja auch die Z u sammenhänge erkennen. Ja, verschiedene Bücher, die ich gelesen hab’ und halt auch unterschiedliche Themen. Und so kriegt man auch ein besseres Weltbild. Es ist ja nun nicht-, nur Romane und so. Das Wissen auf jeden Fall.

[Ich wünsche mir], dass ich mich vielleicht noch ein bisschen besser auskenne. Also neulich hab’ ich erst festgestellt, dadurch dass wir noch sehr viel Literatur in der Schule lesen, dass ich mich doch noch nicht so gut auskenne, hinten bei denen-, wie heißen die-, die Dichter, die noch am Leben sind und die nicht mehr am Leben sind. Da gab’s denn doch eine Unterscheidung. Also, das kann ich nicht. So. Ich wüsste nicht, was ich besser machen würde, oder was verbesserungswürdig ist. Ist ja auch immer eine Frage des Geldes, mit der Anschaffung von Büchern.

Paraphrase:

In meiner Grundschulzeit war ich mit meiner Schulklasse hier und habe einen Bibliotheksausweis erhalten, auf den ich sehr stolz war. Ich habe hier Bücher gefunden, die mich interessieren. Ich brauche das breite Angebot. Es hat mir geholfen, Zusa m menhänge besser erkennen zu können. Ich werde hier gut beraten und mich kennt hier jeder. 317

Interviewtranskription: Dienstag, 09.03.2004, 18.30 Uhr

Teilnehmer: Ein Mann

Also, als Erstes für mich-, hauptsächlich-, Internet. Weil ich keinen eigenen Computer habe, brauch’ ich also auch wegen diversen Sachen, wegen Bildung-, also Weiterbi l dung-, also Studium-, und auch wegen Bücher, halt Fachbücher Musik oder auch wenn man sich für was anders interessiert. Also, sagen wir mal, bei mir ist es so, zum Beispiel Psychologie, kann man hierher kommen, kann man sich ausleihen, bevor man was weiß ich wie viel Euro ausgibt. Die sind ja teuer. Kann man sich einfach ausleihen. Find’ ich schon voll okay.

Nutzung des Internet

Nee, also, halt auch so, wenn man sich irgendwelche Informationen[ Noten ] rausholen will, so Bands, Künstler.

Nutzung des Buchbestandes der Bibliothek

Doch schon [ich habe den Buchbestand in meiner Schulzeit genutzt]. Doch so Pr ü fungszeit, also, war schon ziemlich hart. Ohne Bücher hätte ich vieles nicht gewusst oder hätte ich nirgendwo was gefunden. Auch in den Schulbüchern stand eben nichts, und da haben die Lehrer halt drauf gepicht, dass man ein bisschen nachforscht, und da ist die Bibliothek-. Also, da war eine Aufgabe in Chemie, stand nichts im Buch, und da muss man denn halt-. Ist eigentlich ganz gut.

Nutzen der Bibliothek

Ich glaub’, dass beides, also Fach- und Romanliteratur irgendwie gleich wichtig ist. Glaub’ ich. Aber so was Fachliteratur angeht, ist glaub’ ich, ist auch in so einer kleinen Bibliothek relativ viel vorhanden.

Persönlicher Nutzungszeitraum der Bibliothek

Eigentlich, seit ich 10 oder 11 [Jahre alt war]. Bei so einer Vorlesestunde? Ich glaube, ich kann mich aber nicht mehr richtig dran erinnern. Aber ich weiß, dass ich mal als kleines Kind hier war, in diesem Raum. Bei mir war das halt so, ich geh’ in die Bibli o thek, da ist ein Tag frei von der Schule und das ist aber erst später gekommen, wo ich mich mit „Angeln“ auseinandergesetzt habe. So mit Angelbüchern, die ich dann haben wollte. Hab’ mich dann angemeldet, so ging das denn weiter. So Sachen so, die mich dann halt interessiert haben, halt „Angeln“, „Hunde“, ist es jetzt-, halt Romane oder Fachliteratur.

Bedeutung des Lesens

Ich hab’ vor längerer Zeit mal den „Paten“ gelesen. Und ich weiß nicht, das ist ein Buch, wo man danach so da sitzt, und es nicht glauben kann. Bücher sind eben so, so eigene Geschichten, also man kann sich die Leute so vorstellen. Das sind so eigene Personen auf einmal. Und irgendwie wächst man da mit dem Buch zusammen.

Lesen lernen

Eigentlich bloß die Schulbücher [haben beim Lesenlernen eine Rolle gespielt]. Also, das ist denn bei mir erst später gekommen [das Interesse an Geschichten]. Und dann auf Grund diverser Filme, halt großer „Stephan King Fan“, hab’ mir halt ein paar Bücher beschafft, gelesen und so ging es dann weiter. Das man sich halt dann mit dem und dem beschäftigt. Also dann halt Mario Puzo oder weiß ich wen. Bei mir war es irgendwie so eine Entwicklung zum Lesen. Bei mir ist es halt so, dass ich eine relativ blühende Phantasie habe und mir die ganzen Leute dann halt vorstelle, wie das alles aussieht.

Bibliothek und Beeinflussung von Fähigkeiten, zum Beispiel „Computernutzung“

Ich glaube ja. Ich denke, dass das Internet im größer wird. Also, das Medium „Internet“ immer mehr angesehen wird und das wahrscheinlich in 10 Jahren jemand, der kein Internet hat-, ob er Lust hat auf Internet oder nicht-, dass das mehr eine Bedingung wird.

Bibliothek und Erreichen persönlicher Ziele

Meine Schulprüfung [darauf hatte die Bibliothek einen Einfluss]. Also, halt auch vom Lernen her. Na ja, also wenn man jetzt zum Beispiel im Lehrbuch von der Schule aus irgendwas nicht versteht, weil es ei n fach zu komisch beschrieben ist. Also einfach mal hier nachgucken, da steht es auf eine andere Art und Weise ist vielleicht noch mit Bi l dern erklärt oder so was. Ist ganz gut. Das mit dem Erreichen vielleicht noch: meine Hochschulaufnahmeprüfung. Ja, zur Musiktheorie, so ein Beispiel, hab’ ich ziemlich viel’ Bücher ausgeliehen. Also das könnte schon ein Teil mit beigetragen haben. Und, ohne die Bibliothek hätte ich nicht kochen gelernt. Durch Kochbücher. Hat geklappt.

Paraphrasen:

Sehr wichtig war für mich die Bibliothek während meiner Prüfungszeit. Ohne die Bücher aus der Bibliothek hätte ich sicher ein schlechteres Ergebnis erreicht. Allein aus den Schulbüchern kann man den Stoff nicht so verstehen. Jetzt nutze ich die Bi b liothek, um mich auf Aufnahmeprüfungen vorzubereiten. Ich leihe deshalb viele Bücher zur Musiktheorie aus. Ich möchte Musiker werden. Mein Beruf s wunsch und mein Hobby sind identisch. Ich komme auch hierher, um das Internet zu nutzen. Zu Hause habe ich keinen PC. Im Internet recherchiere ich nach I n formationen zu neuen Buchtiteln und Noten. 318

Leser dieser Bibliothek bin ich schon mehr als 10 Jahre. Zunächst bin ich hierher gekommen, um etwas über meine Interessen Angeln und Hunde zu erfahren. Ich lese aber auch gern Romane. K o chen hätte ich nicht so gut gelernt, wenn ich die Bücher aus der Bibliothek nicht gehabt hätte. 319

Interviewtranskription: Donnerstag, 11.03.2004, 18.30 Uhr

Teilnehmer: Eine Frau

Ich denke mal im Moment hauptsächlich, um etwas für die Schule zu suchen. Viel, also ganz viel. Ich bin also-, jetzt vor allen Dingen in der 12. und 13. Klasse kaum noch dazu gekommen mal so hinzugehen und mal zu sagen: „So, heute hol’ ich mir mal drei Bücher und die les’ ich dann im nächsten Monat.“ Eigen t lich bin ich nur noch-, also Referate, Vorträge, alles Mögliche. Aber eben auch der Zeitschriften wegen. Weil die ja immer-, vor allen Dingen „Stern“ und „Spiegel“, die sind ja immer doll teuer. Und dadurch, dass die ja immer relativ aktuell sind, ist es ja eigentlich viel besser, wenn man sich die auch hier holen kann. Ja, und, auch wegen dieser Sache, dass man herkommt und etwas auf einem speziellen Gebiet sucht. Da find’ ich es eigentlich gut in der Bibliothek, weil, man ist ja jetzt ein bisschen verloren. Wenn man herkommt, da sieht man jetzt die ganzen Bücher rum stehen und denn rennt man hin und her und da ist es denn auch gut wenn jemand da ist, den man auch mal fragen kann: „Wo steht denn das und das?“ Und meistens rennen die denn auch noch mal ganz und gar durch, eben auch, wo man gar nicht gesucht hätte, und finden dann trotzdem noch fünf Bücher da drüber raus. Und das find ich eigentlich wirklich gut. Auch wenn ich viel noch im Internet darüber suche. Aber trotzdem ist es eben noch was Handfestes. Und da sind die Lehrer auch immer, weiß ich nicht, ich glaub’ die sind immer ein bisschen allergisch dagegen, wenn man sich alles aus dem Internet rauszieht. Die mögen es lieber, wenn man schon mal ein bisschen Bücher durchackert. Auf jeden Fall. Und dann ist es auch so, man kann sich auch nicht alles kaufen. Das ist ja so teuer. Wenn man in den Buchladen geht und ein Buch kaufen will oder verschenken will oder-, meine Güte, was bezahlt man da! Echt, ne. Ich würde gerne öfter Bücher verschenken oder auch Bücher kriegen, aber was bezahlt man da. So was von teuer. Wenn, denn höchstes mal so diese Paperback, so diese weichen Bücher, die gehen ja noch. Aber alles was so Hartpappe ist, das ist ja echt böse. Und, ich mein’, man liest ja ein Buch, außer es ist jetzt super, ganz toll, liest man es ja nur einmal. Und dafür denn soviel Geld auszugeben. Und deswegen find’ ich es auch okay. Weil: man kommt her, sucht sich ein Buch aus, liest es und ja, entweder es gefällt einem oder es gefällt einem nicht. Und wenn es einem nicht gefällt, hat man auch nichts verloren, weil, man hat es ja umsonst gekriegt. Außer jetzt die Jahresgebühr, die man bezahlt. Das ist ja nicht der Rede wert. Das also als großer Vorteil, das man also Bücher lesen kann, ohne sie bezahlen zu müssen. Und, ja auch die Zeitschriften eben.

Einfluss der Bibliothek

Ja, auf Wissen vielleicht insofern, das man mehr liest, als wenn man alles bezahlen müsste. Oder auch vielfältiger, vor allen Dingen auch. Diese Zeitungen. Das man denn auch mal-, da gefällt einem denn nur das Cover bei irgendeiner Zeitung, beim „Spiegel“, die ich vorher nie gelesen hätte, und dann leih’ ich mir die Mal aus. Und denn les’ ich ja viele andere Sachen da drin, die ich vorher nicht gelesen hätte. Und das denk’ ich, ist schon gut so. Weil, da stehen auch solche kleinen Bücher, die heißen die „Politische Meinung“. Weil ich mein Abi in Sozi mache, habe ich mir letztens mal zwei davon mitgenommen. „Reformen in Deutschland“. Und denn hab’ ich mir da was angeguckt. Also, ich denk’, das ist gut so. Den „Spaß am Lesen“, wahrscheinlich auch bei Kindern. Da in der Kinderecke. Zu Anfang immer viel gelesen. Christiane Nöstlinger.

Ich denke mal, wer gerne liest und wer viel liest, drückt sich auch besser aus und hat auch eine bessere Rechtschreibung. Weil, man liest ja ziemlich unterbewusst. Also, man liest ja immer eben weg. Aber irgendwo sieht man denn, wie es geschrieben wird, und wenn man selber schreibt, im Aufsatz oder so, dann kommt einem das ja seltsam vor, wenn es irgendwie anders aussieht. Oder auch die Kommasetzung, wo viele Leute, irgendwie Probleme mit haben. Und ich hab’ auch schon-, also früher hab’ ich immer gerne gelesen, und ich les’ auch immer noch gern. Und ich denke mal schon, dass das darauf Einfluss hat. Auf beides. Sich ausdrücken, zu sprechen und auch darauf zu schreiben. Denk ich. Also ganz doll. Auf jeden Fall. Wer viel liest und wer auch mehr liest als bloß Comics-. Also, das das auf jeden Fall bildet.

Berufswahl und „Viel lesen“

Also, als ich noch kleiner war. Irgendwie. Ich wollte da mal Schriftstellerin werden. Ich hab’ immer geschrieben, und geschrieben und geschrieben. So Gedichte geschrieben und denn mussten wir für die Schule immer so kleine Geschichten schreiben. Kurzgeschichten hab’ ich denn geschrieben. Und denn hab’ ich Liebesgeschichten geschrieben. Und so was, was man denn auch so liest, irgendwie. Ach, ich bin auch nicht so ausdauernd. Deshalb find’ ich wahrscheinlich auch Journalismus besser, weil man da nicht so viel schreiben muss. Da kann man sich kurz und knapp fassen. Aber ich wollte früher mal Schriftstellerin werden. Ja, na klar, auch durch die Bücher, die man liest. Also, in dem Alter, so mit Dreizehn, wenn man denn „Kuschelrock“ liest, denn findet man das ja total romantisch. Und denn, andere Leute malen denn, weiß ich nicht, und ich hab’ das denn immer aufgeschrieben. So. Ja. Stimmt. Ja, ich hab’ auch noch ganz viele Zettel zu Hause. Was ich alles voll geschrieben hab’. Angefangene Romane und Geschichten, und-. Und es ist mit soviel positiven Sachen verbunden [der Berufswunsch Journalist]. Man trifft Leute und man kann sich unterhalten.

Erreichen persönlicher Ziele und Bibliotheksbenutzung

Ja, wie ich schon gesagt hab’, vieles für die Schule. Rauszukriegen, raus zu finden, viele Informationen zu finden. Na, okay, jetzt in letzter Zeit war es auch viel das Internet. Aber das ist ja noch gar nicht so lange. So gesehen, das Internet ist ja erst seit drei Jahren, oder so.

Paraphrasen:

In meiner Schulzeit, ich bin jetzt Schülerin der 13. Klasse, habe ich die Bibliothek viel für die Sch u le genutzt. 320

Ich nutze die Bibliothek, weil dies für mich finanziell günstig ist. So kann ich mehr und vielfältiger lesen. Ich möchte Journalistin werden. Wer gern und viel liest, drückt sich besser aus und hat eine bessere Rechtschreibung. 321

Altersklasse 2, 29-60 Jahre . Interviewtranskriptionen

Interviewtranskription: Montag, 15.03.04, 18.30 Uhr

Teilnehmer: Ein Mann

Besonderheit: Der Benutzer las die Fragen vor.

„Aus welchen Gründen kommen Sie in die Bibliothek?“ Ja, na erstmal um zu lesen. Mich zu informieren, weiterbilden, Zeitvertreib so. Ja, für’n Baubetrieb is ’ ja allerhand drinne , also ob dat über Dachdeckerei ist, Mauerwerk, is ’ hier alles zu finden. Da gibt’s ja nix zu beklagen. „Warum brauchen Sie die Bibliothek und ihre Mitarbeiter?“ Ja, na… die Bibliothek wie gesagt, um mich zu informieren, und die Mitarbeiter, ja, die helfen einem, freundlich, aufgeschlossen, wenn man nicht weiter weiß. Drittens: „Hat die Bibliothek einen Einfluss auf ihre Fähigkeiten und so weiter?“ Hab’ ich ja schon gesagt: um mich zu informi e ren. Weiterbilden, Spaß am Lesen, da man ja noch lesen kann. Was für viele ja heutzutage gar nicht mehr so selbstverständlich ist. „Welchen Nutzen hat für Sie die Bibliothek?“ Ja, Nutzen, ist ja eigentlich auch schon alles gesagt worden, ne?

Fähigkeiten

Na sicherlich, wie gesagt, lesen. Umso besser kann man auch wieder schreiben und was wollt ich noch gerade sagen? Ist mir wieder entfallen… ist jetzt weg. Ja, für den Beruf, für den Sport. Ja, wie gesagt, die CDs sind auch immer auf dem neuesten Stand zurzeit. Jetzt wieder sehr gut und man braucht sich auch nicht alles, alle Bücher zu kaufen. Die Bücher kosten ja auch allerhand heutzutage. Heutzutage in dieser Situation, wie das zurzeit ist, kann man sich auch nicht gerade Bücher kaufen. Den Katalog, den ich kriege von „Weltbild“, da sind ja Bücher drin, die würde ich mir gerne kaufen, aber geht nicht. So, und die find ich ja meistenteils auch hier. Oder ähnliche. Also in dem Sinne muss ich sagen, ist das schon - . Ick mein, ick war ja schon zu DDR-Zeiten in der Bibliothek, dann hat man dat mal wieder sein lassen, bis man mir mal gesagt hat, man kann hingehen wegen Internet. Bräuchte man heutzutage auch nicht. Man kann ja auch hierher gehen. Na ja, dat sind halt alles so’ne Kriterien.

Mitarbeiter

Also dat muss ich so sagen, die Kollegen sind sehr hilfreich. Wie man das von der Stadt ansonsten gar nicht so gewöhnt ist. Muss ick ma’ so sagen. Da gibt es Stellen hier in Wolgast, na ja, da wollen wir uns mal gar nicht drüber äußern. Katastrophal, wenn man da hinkommt. „Haben Sie etwas durch die Bibliothek erreichen können?“ Also, schwer zu antworten. Bis auf das Wissen, das man sich aneignen kann - . Ja, wenn man jetzt Arbeit hätte, das ginge das ja dann, dann könnte man das ja anwenden. Ich mein jetzt, wenn man wieder auf bestimmte Fachgebiete geht, jetzt Bewerbungen schreiben sollte, dann ist das auch was, was man sich hier ausleihen könnte. Und wenn man denn über die Gebühren redet, für 10 Euro im Jahr, ist das alles noch recht passabel. Na ja, ich würde sagen, in anderen Städten würde die Bibliothek vielleicht teurer sein. Für 10 Euro krieg ich kein Buch zu kaufen!

Freizeit

Lehrbücher, die man brauchte zum Trainerlehrgang. Da hab ich mir denn vieles geholt um mal was nac h zuschlagen. Also in dem Sinne, ja wie gesagt. Man findet auf allen Gebieten hier was. Wenn man was bräuchte.

Leistung der Bibliothek

Dass es mit den CDs so weitergehen könnte, weil’s ja mal hieß, dass das auslaufen sollte. Und dann wünsche ich mir, dass die Mitglieder bisschen sorgfältiger damit umgehen sollten. Mit den CDs. Bei den alten war das ja manchmal katastrophal. Und ick mein, dat kann ja wohl jeder machen. Bloß dat is’ heutzutage in die Gesellschaft so, jeder denkt, das ist nicht meins, da kann ich ruhig mit umgehen, wie ich will.

Paraphrase:

Ich bin zurzeit arbeitslos und komme in die Bibliothek um mir Bücher zum Lesen zu holen, Info r mationen zu finden und mich für mein Nebenamt als Sport-Übungsleiter weiterzubilden. Ich bra u che mir nicht alle Bücher zu kaufen und ich muss mir auch einen Internetanschluss nicht zu Hause anschaffen, denn ich kann ihn hier nutzen. 322

Interviewtranskription: Dienstag, 16.03.2004, 18.30 Uhr

Teilnehmer: Zwei Frauen

Teilnehmerin 2. Bei mir ist es so. Ich bin schon zu DDR-Zeiten ewig Leser gewesen, hier in der Bibliothek. Ich bin viel hergegangen und nach der Wende erstmal gar nicht. Da hatte man selbst Bücher gekauft, teilweise auch solche Bücher, die ich heute wahrscheinlich nicht mehr lesen würde, die ich total abgeschrieben hab’ und bin dann wieder angefangen. Was mich eigentlich ein bisschen an so einer Bibliothek immer störte und davor eigentlich auch immer so ein bisschen Abstand genommen hatte: dieser Zwang. Man muss denn wieder-. Nicht der Zwang in dem Sinne, aber man hat sich was ausgeliehen, man muss wieder hin, man muss sich melden. So in gewisser Weise, sag’ ich mal, als wenn man ein eigenes Buch hat. Das liegt wochenlang und liegt rum, und man kann es dann wieder zur Hand nehmen. Aber so weiß man immer- halt stopp, da ist der Termin. Man muss. Aber ich weiß gar nicht, wie lange ich jetzt schon wieder hier bin. Das ist schon eine Ewigkeit. Und hab’ auch festgestellt, dass eben sehr schöne Bücher dabei sind und ich mich eben besonders immer interessier’ für Kriminalromane. Ich les’ kaum mal einen Liebesroman, kaum mal irgendwas, aber eben ein bisschen was Mysteriöses und vor allen Dingen Krim i nalromane. Da hab’ ich eben auch gemerkt, wenn man wirklich ein neues Buch kaufen will, es ist wahnsinnig teuer. Das kommt dazu. Und außerdem-, man hat den Platz nicht. Ich hab’ ihn jedenfalls nicht. Ich hab’ zwar ein ganz Teil Bücher mir auch selbst gekauft, teilweise hier eins gelesen, mir das gleich noch mal für zu Haus’ gekauft. Auch wenn es ein Krimi ist. Aber alles würde ich nicht kaufen. Und man ist auch manchmal, man nimmt ein Buch mit nach Hause und man hat gar keine Beziehung dazu. Man liest denn rein, versucht es noch mal, aber es wird dann nichts. Und das kann man nachher wieder zurückbringen. Das ist das Gute. Zu Hause hätte ich es gehabt. Und wahrscheinlich auch nicht mehr gelesen. Kaum [nutze ich die Sach- und Fachliteratur]. Ich hab’ das selbst zu Hause. Für die Weiterbildung hab’ ich ja selbst auch kaufen müssen und bezieh’ das ja auch, diese ganze Gesetzessammlung, alles, was regelmäßig auch ausgewechselt werden muss. Also selten. Also Fachbücher hab’ ich hier noch gar nicht geliehen. Was ich denn mal mitgenommen habe, sind für meinen Mann Reisebeschreibungen, Atlas und so was in der Richtung. Tierbücher.

Teilnehmerin 1. Ja, von Berufswegen war das ja schon so, dass ich oft hier in der Bibliothek war, und mir Sach- und Fachbücher für den Sachunterricht-. Hab’ auch die Kinder angeregt, sich das auch zu h o len, oder auch neue Kinderbücher. Na, eigentlich oft. Aber auch so, persönlich, muss ich sagen, bin ich nicht so ein Krimileser, sondern, ich lese eigentlich andere Bücher. Und war immer damit sehr zufrieden. Hab’ mir auch schon viele Bücher gekauft. Wir haben eine große Bibliothek. Aber ich muss mal sagen im Großen und Ganzen ist es ja unsinnig, das Buch zu kaufen. Das liest man zweimal, und dann fasst man das nicht mehr an. Dann ist das eine Vollendung seiner eigenen Bibliothek und das ist ja variabel. Und ich muss mal ganz ehrlich sagen, ich hab’ dann manchmal, wenn ich mir hier was ausgeliehen hatte und fand’ das gut, dann hab’ ich das gekauft um es zu verschenken. Also, bin im Grunde hier drauf denn so gekommen. Ich mein’, ich hab’ da auch schon Schwierigkeiten. Immer wenn man sich mehrere von diesen dicken Büchern ausleiht, die dann in dieser Zeit dann zu schaffen. Und hab’ denn auch vergessen manchmal. Also, ich muss ganz ehrlich sagen, ohne diese Bibliothek hätte ich gar nicht meinen Unterricht so bereichern können. Also, in unseren Lehrpl ä nen ist das ja so, die Kinder sollen ja angeregt werden zum Lesen. Lesen lernt man ja durch lesen. Und das, so in der dritten und vierten Klasse in den Lesebüchern, viel angerissen ist von Kinderbüchern und dann sollen sie ja weiter lesen. Denn haben wir sie ja auch aufgefordert. Oft hab’ ich mir denn auch solche Bücher ausgeliehen. Denn haben wir das ein bisschen verteilt. Eigentlich gehörte das immer dazu. Und lesen gehört bei uns zu Hause eigentlich auch immer dazu. Wir haben-, nicht jeden Tag, aber eigentlich lesen wir viel. Lesen hat den zentralen Stellenwert. Durch Lesen lernt man Rechtschreibung und sich richtig auszudrücken. Da lernt man das Lesen. Einfach wie wir das gesagt haben. Also für den Deutschunterricht ist das ganz, ganz wichtig. Und ich meine i m mer, dass das noch nicht so von allen Kindern, oder von allen Eltern so unterstützt wird, sagen wir mal so. Wir bemühen uns dann zwar im Unterricht, aber-, ob das denn so we i tergemacht wird, dass weiß ich nicht immer so. Man muss da dauernd dran bleiben. Und dann finden sie das auch gut: „Oh!“ Und dann erzä h len sie. Ich sag’ denn immer: „Nun geht mal hin. Holt’ euch das Buch auch. Dann haben wir gleich me h rere. Dann können wir das gut verteilen.“ Ja, denn machen das einige. Und wenn das jetzt so Neueinste i ger sind und die jetzt gemerkt haben: „Mensch, das ist ja wirklich gut. Das liest sich ja auch noch weite r hin spannend.“ Ja, aber es wird nicht so kontinuierlich gemacht.

Teilnehmerin 2. Also, ich weiß nicht. Viel, glaub’ ich, ist auch Schuld das Fernsehen da dran. Sie sehen alles. Das wird ihnen alles vorgekaut.

Teilnehmerin 1. Ja, das sind so diese ganzen-, Fernsehen, Computer. Genauso. Diese ganzen Game-Boy-Spiele!

Teilnehmerin 2. Ja, ich weiß nicht. Die haben wahrscheinlich gar keine Zeit mehr so richtig zum Lesen. Die haben nur alles dieses. Das ist denen alles vorbereitet. Da haben die denn Spannung. Das wird ja auch alles gekauft. Aber so richtig Freude am Buch? Ich weiß nicht.

Teilnehmerin 1. Ich frage auch immer Eltern, ob sie selbst lesen. Wenn die Kinder sehen, dass ihre Eltern in der Ecke sitzen und auch mal lesen und so eine Ruhephase haben, zur Entspannung, ist ja Lesen, und dann sagen sie oft: „Nee, sie lesen die Zeitung.“ Und über die Zeitung und Illustrierte kommen sie nicht hinweg!

Teilnehmerin 2. Und ich muss sagen, wenn ich von mir selbst ausgehe, wir haben ja wirklich oft Stress und den ganzen Tag auch wirklich genug zu tun. Mich entspannt wirklich das Lesen. Das ist abends, ich guck’ kein Fernsehen, das interessiert mich nicht, Brille aufgesetzt, dann wird gelesen. Das ist teilweise schon so weit, wenn es spannend ist, ich nehme das Buch mit zur Toilette. Man sieht mich nur lesen. Das ist wirklich so. Und wahrscheinlich, weil man das so an gewöhnt ist. Denn ich kenn’ das von zu Hause auch. Meine Mutter, damals nach dem Krieg, die hatte bloß ein paar Schuljahre und sie sagt, wenn sie die Bücher nicht gehabt hätte, die hätte längst den Stand nicht gehabt, wie heute. Und dadurch, dass sie eben schon Bücher schon da im Haushalt hatte und wir natürlich auch gelesen haben, ist das wahrscheinlich so bei geblieben.

Teilnehmerin 1. Das ganze Umfeld färbt ab. Aus jedem Buch lernt man ja was. Ich find’ das nur Unterhaltung-.

Teilnehmerin 2. Es ist zur Unterhaltung. Ich sag’ mal, das sind keine schwerwiegenden Sachen. Ich hab’ auch gelesen, das hol’ ich mir auch immer mal in Abständen, hier „Ditte Menschenkind“, zum Beispiel. Nach fünf, sechs Jahren kann man es schon mal wieder lesen. Ich jetzt auch da hinten rum gewesen, hab’ dann auch teilweise von da Bücher geholt. Hab’ ich auch sehr gern gelesen. Muss ich ehrlich sagen. Aber jetzt zum Teil sind auch so Bücher, na gut, so die Liebesromane, so eine Art Courths-Mahler, das ist nun gar nicht mein Ding. Liegt mir nicht. Denn ist da nun wirklich so ein schöner Krimi-, gut.

Teilnehmerin 1. Na ja, auch solche Historischen sind manchmal auch nicht schlecht.

Teilnehmerin 2. Hab’ ich auch schon gelesen.

Teilnehmerin 1. Wobei ich nicht solche Bücher mag, muss ich sagen, muss man erst immer bis zur Hälfte lesen, um dann erstmal richtig herauszufinden, worum dies geht. Da hab’ ich mir dieses Querlesen-, ich hab’ auf meinem Nachttisch immer drei Bücher. Aber dann nachher weiß man gar nicht mehr, was in welchem steht. Aber weil das denn manchmal so lange dauerte, bis die so, was mich da interessierte, denn hab’ ich das andere Buch weiter gelesen und denn nachher wieder.

Teilnehmerin 2. Das ist manchmal wenn man eben keine Beziehung dazu findet.

Teilnehmerin 1. Ja aber, ich find’ manchmal auch-, dauert auch ewig. Und ich finde auch Günter Grass liest sich auch schwer. Ne, also echt. Ist ja auch Geschmackssache, aber ich finde auch, er liest sich auch schwer mit seinen Sprechenden, auch so.

Teilnehmerin 2. Und ich bin angefangen, da steht eine ganze Serie, hier, Anne Perry. Auch Kriminalautorin, historische. Da erfährt man aus dem alten London noch ein bisschen was, wo alles noch zu Fuß bzw. mit Pferd abgewickelt wurde. Da fing ich auch an. Das hat sich auch so schwer gelesen. Aber so zwei, drei hab’ ich richtig gelesen und sie mir sogar gekauft.

Teilnehmerin 1. Ja, man muss sich erstmal durchwursteln.

Teilnehmerin 2. Ja, man muss wissen, wie es lang geht.

Teilnehmerin 1. Das ist ja-, bei Kinderbüchern da kommen die ja gleich zum Kern.

Leben ohne Bibliothek?

Teilnehmerin 2. Ich find’ ersetzbar ist eine Bibliothek nicht. Wie denn? Man kann zu Hause erstmal nicht so viel anschaffen. Erstmal ist es eine Frage des Geldes. Bücher sind teuer, da machen wir uns nichts vor. Und auf anderem Gebiet; wo will man den ga n zen Platz schaffen, um die ganzen Bücher überhaupt zu lagern? Da geht’s ja schon los. Und wo will man, ich weiß ja nicht, sicherlich könnte man über Computer und dergleichen, Passagen da rausdrucken oder so. Aber so ein gesamter Wert, der eigentlich so eine Bibliothek darstellt, das kann man zu Hause gar nicht schaffen.

Teilnehmerin 1. Und denn find’ ich aber auch, durch die Anleitung in der Bibliothek, man sagt ja seine Wünsche, was man so ganz gerne liest und dann wird vorgetastet, auch wenn man jetzt mal springt, aber wird ja angeleitet. Und ich finde, im Buchladen, durch diesen Wust, oh man hat ja-. Zuerst waren wir ja alle ganz erstaunt, aber man ist ja von einigen, ist man ja total abgekommen. Und ich muss auch sagen, ich geh’ auch immer, wenn diese Kritikerin da ist, diese Buchkritikerin, dann geh’ ich auch immer hin und schreib’ mir das denn so ein bisschen-. Das ist ja auch immer kurz vor der Weihnachtszeit. Bei uns gab’s immer zum Geburtstag und Weihnachten, gab’s immer Bücher geschenkt. Das haben wir jetzt auch immer so beibehalten. Aber die Geschmäcker gehen ja auch auseinander. Ich hab’ da auch schon Bücher bestellt, die gefielen mir denn nachher nicht so. Vom Vortrag fand ich sie zuerst interessant.

Paraphrasen:

Ich habe hier viel unterstützende Literatur für meinen Unterricht – Kinderliteratur und Bücher für den Sachunterricht in der Grundschule – ausgeliehen. Ohne diese Bibliothek hätte ich meinen U n terricht nicht so bereichern können. 323

Bücher sind teuer und man hat den Platz nicht. Hier ist eine breite Auswahl. Sach- und Fachliter a tur für meinen Beruf besitze ich selbst. Hier leihe ich Romane für den Freizeitbedarf. Mich en t spannt das Lesen. 324

Interviewtranskription: Mittwoch, 17.03.04, 18.30 Uhr

Teilnehmer: Eine Frau

Also, es fing eigentlich damals an, sag’ ich mal, ich hab’ drei kleine Kinder gehabt und gerade in den Herbst- und Wintermonaten, wo man nicht raus konnte, und soviel Bücher, zu DDR-Zeit gab’s nicht s o viel, bzw. man ja auch nicht jedes Buch kaufen, war das eigentlich eine gute Abwechslung. Einmal ein Spaziergang hierher und die Kinder hatten denn-, also ich hatte gesagt, bis zu drei Bücher dürfen sie sich denn selber auss u chen und mitnehmen. Und denn hatten sie zu Hause etwas zu lesen bzw. anzugucken. Wir sind kreativ. Wir haben zu Hause viel gebastelt, oder ich mit den Kindern und d a durch haben wir uns auch dann immer mehr Bastelsachen ausgeliehen, also gerade diese Bücher, Vorschläge, ob das nun mit Faltpapier, Tonpapier, überhaupt so-. Ja, und ein Junge, also die Kinder sind jetzt schon erwachsen, die Zwillinge werden morgen 19 und der andere ist 20. Aber so über die Jahre, der jüngste von den Zwilli n gen, also es ist ein Pärchen, der Junge ist bei der Feuerwehr, der war früher bei der Jugend-Feuerwehr. Er fing mit der dritten Klasse an, da waren sie mal dort, von der Schule aus zum Besicht i gen und seitdem ist er da. Und nun ist er bei der Großen-Feuerwehr. Und da waren ja die Feuerwehr-Bücher hier toll für ihn, die er sich dann angucken konnte, als Kind. Und ich hab’ denn viel in den 11 Jahren Schulzeit, ich war bei der Schulkonferenz die Vorsitzende, und die Lehrer wollten ja auch ein bisschen, dass die Eltern mi t machen nach der Wende hier in der Hufeland-Schule und in der Förderschule, das war eine R e alschule und in der Förderschule war ich auch ein paar Jahre. Und die Lehrer wollten ja auch immer ein bisschen Unterstützung haben. Und wie gesagt, ich bin-, basteln, kreativ, und wenn sie so Projekttage hatten, hab’ ich mich eingeklinkt bzw. Material gesa m melt und deshalb war ich viel hier und hab’ zu den Themen was rausgesucht. Und das waren jetzt die ersten Jahre. Nun, wie gesagt, sind die Kinder ja Erwachsene, und nun musste ich mich ja selber mit anmelden. Deswegen bin ich jetzt selber Mitglied hier und meine Ric h tung hat sich jetzt erstmal ein bisschen geändert, wie gesagt, weil ich ja nicht mehr an den Schulen i r gendwo mehr aktiv bin, doch, ich bin noch aktiv, ein bisschen, aber nicht mehr so doll. Ja, ich bin zurzeit Hausfrau, muss ich sagen. Und hab’ dadurch ein bisschen mehr Zeit und ich bin Christ. Ich gehöre zur Evangelischen ********** und wir haben da Frauenfrühstück, so alle sechs bis acht Wochen, und da sind wir zwei Frauen, und wir wechseln uns ab mit Themen bzw. wir basteln da auch. Wie gesagt, weil’s mir liegt. Und ich hab’ gemerkt, die Frauen, wenn man sie aus der Reserve lockt, dann basteln sie auch gerne. Irgendwas Kleines. Ob das nun-, jetzt zu Ostern wollen wir ein kleines Kücken am Stab, was man denn so in den Blumentopf reinstecken kann-. Ja, wollen wir über das Osterthema sprechen und- ja, dazu brauch’ man ja auch Material. Und im September, ja das war für mich ein großes Thema, hab’ ich über den-, al l gemein über den Schirm gesprochen. Weil, in der Bibel gibt es einen Bibelvers „Gott ist wie ein Schirm über uns Menschen“. Da hab’ ich denn überlegt: „Ja, Schirm, seit wann gibt’s einen Schirm?“ Man nimmt den täglich, und weiß nicht-, und dann war ich denn hier bei Ihrer Kollegin, die hat denn im Computer nachgeguckt. Im Buch steht ja nicht soviel unter „Schirm“. Und dann hab’ ich mich dann bei Ihnen ku n dig gemacht: „Seit wann gibt’s einen Schirm?“ und „Wie-, die ersten Schirme überhaupt-?“ Für mich einmal, war das auch gut. Ja, Allgemeinwissen. Man nimmt den einfach, spannt ihn auf. Aber seit wann es diesen Miniknirps, ich glaub’ 1927 war das, wo der erste-. Und wie früher die Prachtschirme, das w a ren ja mehrere Etagen, hab’ ich auch nicht gewusst. Dann hab’ ich das den Frauen zum Frauenfrühstück erklärt oder erzählt. Ja, die waren auch erstaunt, was so alles-. Ja, und denn zu diesem Bibelvers noch, dass Gott über uns wachen möchte und der Schirm ist wie ein Schutz, ja, und dadurch brauch’ ich Sie hier. Ja [für meine Arbeit in der Kirche konnte ich dies schon ganz gut nutzen]. Ich mach’ auch Kinde r gottesdienst, also viel Basteln. Bastelzeug such’ ich mir hier raus, ob das nun Weihnachten, Ostern oder auch, gerade auch Naturmaterialien, hatte ich neulich bei Ihnen gesehen, mit flachen Steinen, „Die lan g same Schnecke“, hab’ ich mir kopiert. Für den Sommer brauch’ ich das denn schon. Ja, ich hab’ zu Hause auch viele Bücher, nicht nur die Bibel. Auch andere Fachliteratur. Aber ja, das ist eigentlich, warum ich hier-. Zum Beispiel zum Kindergottesdienst, ein Stück auch Geografie von Israel oder die Lan d schaft, den Tempel, oder überhaupt: „Wie sieht ein Tempel aus?“ So, und da hatte ich mir auch schon mal diese Bil d bände rausgesucht, so gerade alte Architektur, das hat mich auch schon so vom Beruf her ein bisschen interessiert. Damals, griechische und ä gyptische Kunst, da schau’ ich ein bisschen noch, aber nicht mehr so rein. Gerade Kinder denk’ ich, brauchen auch Anschauungsmaterial. Und da hab’ ich schon öfter so l che Bildbände mitgenommen zum Zeigen. Dass sie sich das denn vorstellen können. Zum Beispiel die Häuser sind ja dort ganz anders als bei uns. Die haben ja Flachdächer, die schlafen ja da auch oben drauf. Ja, wie soll man das einem Kind erklären? Und das ist dann gut, wenn man so ein Bild hat, ein Foto aus einem Buch. Ich mein’ man kann es anmalen, aber es ist ja schöner. Das mit der Außentreppe und so. Dass sie sich das überhaupt auch mal vorstellen. Die Menschen leben da ja anders. Oder die Kleidung. Das die da alle G e wänder, lange Kleider haben und so. Und das ist gut, solche Bücher kann man ja nicht kaufen und zu Hause lagern. Muss nicht sein. Da hab’ ich mir schon öfter hier was au s geliehen und also so gesehen, bin ich deswegen Mitglied. Wegen dieser Fachliteratur. Vor allen Dingen Bastelzeug.

Lesefähigkeit

Ja [Es gibt einen Zusammenhang zwischen „lesen können“ und „die Bibliothek benutzen“]. Ich muss mal sagen, dem Ältesten viel das Lesen nicht schwer. Der hatte schon die Bücher sich rausgesucht, so zum Lesen. Ja, unser Jüngster, der bei der Feuerwehr ist, der hat sich lieber diese Hörspielkassetten-, der hört sich lieber das an. Aber so Fachliteratur, also was jetzt Feuerwehr-, sie hatten ja große Bücher, da waren viele Bilder aber wenig Text, aber war Text. Also, so eine Seite, das war für ihn immer Horror. Und dadurch hat er sich immer ein, zwei Wörter-. Durch das Angucken und Lesen hab’ ich denn auch-, ja, das er gelesen hat. Also, mit ihm hatten wir ein bisschen so mit dem Lesen-, er hatte nicht so die rechte Lust. Und dadurch hat er übers Bild-. Und die paar Wörter-, hat sich dann langsam ans Lesen herangetastet. Auch unsere Tochter, die hat sich gerne auch Kassetten, diese Hörspiele und auch diese Mädchenbücher-, hat sie auch. Also, diese Mädchen-, Romane nicht, es gibt ja so fortlaufende, da hat sie sich auch immer genommen. Ja, das wäre jetzt erstmal so, was ich auf die Schnelle sagen konnte. Wie gesagt, also gerade so Geografie, Landkarten oder so was, einmal, dass es mich selber interessiert und man muss es sich ja auch vorstellen-. Und man muss ja auch selber erstmal wissen, bevor man das anderen weiter geben kann. Und da hab’ ich mich viel hier belesen. Konnte ja auch nicht alles weitergeben, aber erstmal für mich. Und das war für mich auch eine Bereicherung, für mein Allgemeinwissen. Also, wie gesagt, manche Themen-.

Paraphrasen:

Für meine Arbeit in der Kirche, besonders für den Kindergottesdienst, nutze ich auch den Bestand an Bastelbüchern, in denen ich viele Anregungen für die Förd e rung der Kreativität gefunden habe. 325

Ich bin Hausfrau und organisiere das Frauenfrühstückstreffen der evangelischen Kirche. Für die Themen, über die wir sprechen, leihe ich mir hier Bücher aus. Auch mein Allgemeinwissen verbe s sert sich dadurch. 326

Interviewtranskription: Donnerstag, 18.03.2004, 18.30 Uhr

Teilnehmer: Zwei Männer

Teilnehmer 2. Für mich ist das eigentlich die Sache, dass die Bibliothek mir doch, eigentlich schon i m mer, auch wo ich noch in Berlin gewohnt habe, die Möglichkeit geg e ben hat, erstmal Sachen zu lesen, wo ich sonst vielleicht aus finanziellen Gründen nicht dazu finden würde, das zu lesen. Weil, ein Buch kaufen ist ein Unterschied, wenn man es nur einmal liest, sagt man: „Na ja gut. Wenn ich es ausleihe, kann ich es mir zwei, drei mal ausleihen und die Sachen lesen, die für mich interessant sind.“ Vor allen Di n gen bei mir ist es ein großer Teil Fachliteratur, wo ich denn mal quer gucke. Ob das nun das Bauen ist oder die Elektrotechnik oder was mich interessiert, Landwirtschaft oder Umweltschutz, manchmal auch wegen Romane. Für mich macht das keinen Sinn, hier einen Roman zu kaufen, wenn ich den einmal lese. Das ist eigentlich ein bisschen sch a de, wenn man selber Bücher hat, dass man die auch nicht an die Bibliothek abgeben kann. Ich würde manchmal schon sagen, na gut. Nee, aber das ist schon eine Sache, das könnte man nicht alles kaufen, was man lesen will, auch von den Zeitschriften. Ich zahl’ lieber 10 Euro im Jahr und hab’ dafür denn die Zeitschrift, wenn ich mal einen Artikel lesen will. Und kann denn lesen. Besser, als wenn ich 2,30 Euro ausgebe und die Zei t schrift nur durchblättere. Computerzeitschriften [nutze ich], wenn ich mal nicht weiter weiß, um zu wissen, wie es weiter geht. Auf jeden Fall [würde mir ohne Bibli o thek etwas fehlen]. Weil, wie gesagt, dies ist eine Sache, man kann sich einzelne Sachen rau s suchen und die kann man sich angucken und sagen, das ist es. Und wenn es nicht g e passt hat, gebe ich es zurück und hol’ mir das Nächste. Das man da flexibler ist. [Weil] man sich viele Sachen auch nicht kaufen kann. Denn bei den heutigen Preisen-. Denn früher, wenn ich da Fachliteratur gesucht habe, irgendwelche No r men oder so, hätte das erstmal bestellt werden müssen.

Teilnehmer 1. Ja, Vieles trifft auch für mich zu. Eigentlich das Meiste. Ich bin es von klein auf gewohnt, in die Bibliothek zu gehen, bin mit Büchern groß geworden, hab’ mir aber abgewöhnt, jetzt zweimal neue zu kaufen. Ich bin nun zweimal umgezogen und auch familiär hat sich was verändert und da ist eine gute Bibliothek in erreichbarer N ä he was ganz Wichtiges. Wirklich. Na, ich will das ruhig mal sagen, selbst wenn es ein bisschen komisch klingt. Ich hab’-, ich bin erst vor knapp zwei Jahren hierher gezogen und ich hab’ vorher in „Y“ gewohnt. Dort lebt auch noch mein Sohn in der geschiedenen Ehe, den ich dann immer am Wochenende bei mir habe. Und es war für mich ein-, als ich aus meiner Heimatstadt dort hi n gekommen bin, da war das für mich ein großer Mangel, dass da bloß so eine kleine Bibliothek war mit einem wirklich sehr, sehr dürft i gen Angebot. Und ich war ehrlich überrascht, als ich hierher kam, das war eigentlich mehr ein Notbehelf und ich wollte eigentlich gar nicht so lange hier bleiben, dass hier eine so derartig gut sortierte Bibliothek ist. Ich muss Ihnen wirklich ehrlich mein Ko m pliment machen. Ich habe noch nie in einer Kleinstadt, die ja Wolgast nun mal ist, eine so gut sortierte Bibliothek gesehen. Es ist unwahrscheinlich, was Sie hier haben. Ich komme aus einer Stadt, die 35.000 Einwohner hat, „Y“. Die war nicht halb so gut.

Teilnehmer 2. Ja, die Sache ist auch die. Wenn ich mal zu meinen Kollegen sage, „da geh’ ich mal in die Bibliothek, hol’ mir was“, da gucken die mich ganz groß an, weil auf der Insel ist ja nichts mehr richtig, wenn die Usedomer-. Also, die gucken mich so an, da sag’ ich: “Na, dann holst’ dir das Buch und guckst mal rein.“ Und da sagen die: „Oh“. Und das ist eigentlich auch sehr traurig.

Teilnehmer 1. Mal ein Beispiel. Ich bin ja auch, also bevor ich also Ihre Bibliothek kannte, war ich ja Leser in der Uni-Bibliothek Greifswald. Das ist natürlich ein Riese n fundus, aber ist relativ schwer zu erreichen und sie müssen mindestens zweimal fahren, im Regelfall zweimal fahren, bevor sie überhaupt was kriegen. Es sei denn, sie nehmen direkt aus der Ausleihe, aus dem Regal was. Das ist aber bei weitem nicht die Regel. Ja, aber für das normale Leben, dass ich jetzt führe, brauch’ es manchmal vielleicht für e i nen Vortrag oder so, oder worauf ich mich auch immer vorbereiten möchte, find’ ich hier eigentlich alles, was ich brauche. Und den Rest hole ich mir über Fernleihe. Fun k tioniert doch bei Ihnen wunderbar. Und ich hab’ ein ziemlich breites Interessengebiet. Ich hab’ schon zwei Häuser gebaut für mich, jetzt bereite ich ein drittes vor. Es ist ja alles da, was man dazu braucht. Ich selber, ich hab’ auch schon in der Projektierung gearbeitet, allerdings in der Energietechnik und Heizungstechnik. Aber was man so an Bau- und Gewerke und sonst was braucht, findet sich alles. Also es ist wunderbar. Und Ihre juristische Abte i lung ist ja, hat mich ja regelrecht überrascht. Ich bin jetzt-, seitdem ich die entdeckt habe-, und was da alles drin ist, gehe ich gar nicht mehr in die juristische A b teilung nach Greifswald, weil es ja dort noch komplizierter ist. Ja, das ist das nächste. Gerade in solchen speziellen Abteilungen, wie der Juristerei in Greifswald, also, wenn sie nicht selber ganz genau wissen, was sie wollen, und sie gehen ja meistens da hin, weil sie es nicht so genau wissen, dann müssen sie Glück haben, dass mal irgendjemand da ist, der bereit ist, ihnen zu helfen. Die wissen ja nur, wo nach einer b e stimmten Nomenklatur was steht, welches Buch. Aber die können ihnen inhaltlich gar nicht weiter helfen. Und da hab ich ein einziges Mal Glück gehabt, dadurch, das es ein Student war, und da hat der gesagt: „Da müssen sie mal da und da gucken. Das können die hier gar nicht wissen.“ Und ich muss sagen, gut, wenn man was Spezielles studiert und was braucht, dann ist eben so eine Uni-Bibliothek nötig. Aber für das normale L e ben eines interessierten Menschen, bleibt ja nichts auf. Und es ist ganz wichtig, dass so was da ist. Das entscheidet-, bei mir hat es deutlich mitgeholfen, dass ich nicht wieder zurück nach „Y“ ziehe. Nein, im Ernst, es ist so. Denn es ist, es stimmt dann alles. Ich meine, die Einkaufsmöglichkeiten sind da, gut, das ist eine Bequemlichkeit, die hätte man wo anders auch. Arbeitsmöglichkeit brauch’ ich nun nicht mehr und ja, aber eine gute Bi b liothek zu haben, ist richtig was wert.

Teilnehmer 2. Wolgast- da fehlt nur das Einzige: ein Kino. Das ist das Einzige, wo man losfahren muss. Alles andere, hat man sich dran gewöhnt. Und ich möchte auch nicht auf der Insel wohnen, weil die Verbindungen kompliziert sind in vielen Sachen.

Teilnehmer 1. Auch die Verkehrsverbindungen.

Teilnehmer 2. Ja, wenn wir auf die Insel gezogen wären, hätten drei Mann fahren [müssen]. So fährt einer und gut.

Teilnehmer 1. Ich komm’ ja im Regelfall einmal die Woche hierher. Und dann trenn’ ich denn immer zwischen Pflicht und Kür. Und da gibt es eben Zeiten, an denen ich mich nur um die Pflicht kümmern muss, aber eben oder auch für die Kür noch reichlich Zeit ist. Sie haben wirklich aus allen Wissensgebi e ten was da, und das ist gut. Auch die Belletristik ist nicht zu kurz gekommen.

Teilnehmer 2. Das ist das, was die Kollegen gar nicht mehr verstehen können. Dass die Bücherei da ist, und man kann sagen, man geht hin, und gut.

Teilnehmer 1. Bleiben Sie so und machen Sie weiter. Das reicht.

Teilnehmer 2. Eigentlich, für mich ist das Angebot recht umfangreich. Also, ob ich nun Reiseliteratur haben will oder irgendwelche anderen Sachen über europäische Staaten. Wenn ich suche, finde ich und ich hab’ bis jetzt hier noch kein Buch extra suchen müssen. Da, wo ich gesagt habe: „Also jetzt hast du gar nichts gefunden.“

Teilnehmer 1. Ich hab’ ja gehört, dass sie vorhaben, oder vielleicht vorhaben, ein anderes Haus zu beziehen. Wenn es dann die Möglichkeit gebe, dass sie diese lästige Klauerei von den CDs, die in den Zeitschriften sehr häufig fehlen, wenn man das noch irgendwie verhindern könnte. Das wäre schon schön. Ich versteh’ sowieso nicht, warum das getan wird. Heute kann man sich für ein paar Cent einen CD-Rohling kaufen. Aber es geschieht immer wieder. Ich hab’s immer wieder gesehen. Immer wieder fehlt dann plötzlich was und wenn man denn mal was sucht, ist das denn nicht da.

Bedeutung für die Schüler

Teilnehmer 2. Für uns bedeutet das [dass unsere Tochter „X“ hier liest], dass wir in dem Sinne sorgenfrei sind und uns nicht darum kümmern müssen, irgendwas zu besorgen. Fachliteratur und so. Wenn sie etwas sucht, also ich glaube, sie hat bisher für alle S a chen, die sie gebraucht hat, hier alles gefunden. Sie geht nur rein, nimmt sich ihre 20 Bücher, sie liest ja pro Tag manchmal drei, vier Bücher, und da ist das eben der Vorteil, dass es vor Ort ist. Und sie liest ja extrem viel.

Teilnehmer 1. Na, vielleicht zu meinem kleinen Sohn. Ich hab’ ihn ja immer nur am Wochenende. Deswegen kann er hier nicht herkommen. Aber manchmal hab’ ich ihn ja auch während der Ferien oder zu besonderen Anlässen. Zweimal oder dreimal war ich schon mit ihm hier, ja dreimal. Und ich denke mal, dass es schon sehr, sehr wichtig ist, dass die Kinder von klein auf den selbstverständlichen und normalen Umgang mit dem Buch kennen und das sie es auch mögen. Ich hatte immer das Problem, dass ich dann immer-, er konnte ja nicht alleine schleppen, dann musste ich immer mit. Zwei große Beutel in der Hand, weil er die Auswahl ja in „Y“ nicht hat und die Anregung dort nicht und hier hat er sich dann immer so eingedeckt, dass es mir richtig schon Spaß gemacht hat, wenn er-, und ich hab’s dann auch gern getan. Die Schlepperei. Aber wie Sie [„X“] vorhin schon sagten, so 20 Bücher, kein Thema. Da musste ich ihn schon bremsen. Aber besser so, als anders.

Teilnehmer 2. Ich bin zu Hause der, der am wenigsten liest. Ich möchte’ zwar am meisten aber beim Lesen, da sind die Frauen-.

Teilnehmer 1. Na ja, das ist unterschiedlich. Als ich noch voll im Beruf war, hab’ ich mir auch weniger-, da hab’ ich mir auch die Zeit stehlen müssen, dass ich mal lesen konnte. Aber jetzt hab’ ich wesentlich mehr Zeit und das ist ein fester Bestandteil. Also ohne, könnt’ ich mir gar nicht vorstellen. Ich wüsste gar nicht, was ich tun sollte.

Dabei ist es gar nicht so wichtig, was man liest. Also, ich wurde früher immer bekämpft, als ich ein kleiner Junge war: „Lies’ ja nicht immer diese Cowboy-Heftchen.“ Was es da alles gab. Ich hab’s aber trotzdem gelesen. Oder Karl May, was es da alles gab, oder Hans Dominik, wie sie alle hießen, was man noch so in Erinnerung hat. Meine Erfahrung ist die, es ist nicht so sehr wichtig, wenn man anfängt zu lesen, was man liest, sondern dass man überhaupt liest. Dass das eine feste Gewohnheit bekommt. Das Bessere kommt von alleine, wenn die Umgebung einigermaßen stimmt.

Paraphrasen:

Meine Tochter nutzt die Bibliothek intensiv zur Abiturvorbereitung und findet hier alles, was sie braucht. Für uns bedeutet dies in dieser Hinsicht Sorgenfreiheit. 327

Eine Bibliothek hat schon immer, auch als ich noch in Berlin lebte, mir viel gegeben, weil ich mir nicht alles, was mich interessiert, kaufen kann. Ich nutze besonders den Zeitschriftenbestand, z.B. die Computerzeitschriften, wenn ich ein Pro b lem habe mit dem PC. Ich finde hier immer etwas, was mich interessiert. 328

Ich bin es von klein auf gewohnt, mit Büchern umzugehen. Jedoch habe ich es mir abgewöhnt, ständig Bücher zu kaufen. Ich bin zweimal umgezogen und meine Familie hat sich verändert. Eine gute Bibliothek in erreichbarer Nähe ist etwas ganz Wic h tiges. Ich bin vor zwei Jahren von einem kleinen Ort auf der Insel Usedom nach Wolgast gezogen. Als ich aus Thüringen – ich komme aus einer Stadt mit 35.000 Einwohnern – auf die Insel gekommen bin, war es für mich ein großer Ma n gel, dass in dem Ort nur eine kleine Bibliothek mit dürftigem Angebot bestand. Ich war ehrlich überrascht, als ich nach Wolgast kam – zunächst eine Notlösung und ich wollte nicht lange hier bleiben – dass hier eine derartig gut sortierte Bibliothek vorhanden ist. Ich habe noch nie in einer Kleinstadt so eine Bibliothek mit so einem breiten Angebot gesehen, die so meinen vielfältigen Int e ressen entspricht, zum Beispiel Ratgeberliteratur zum Thema Bauen oder Recht. Für mein jetziges Alltagsleben finde ich fast alles, was ich brauche. Was hier nicht vorhanden ist, bestelle ich über Fernleihe. Diese Bibliothek hat deutlich meine Entscheidung beeinflusst, dass ich nicht wieder z u rück auf die Insel ziehe. 329

Interviewtranskription: Freitag, 19.03.2004, 18.30 Uhr

Teilnehmer: Eine Frau/ Zwei Männer

Teilnehmerin 1. Ich bin eigentlich schon auch als Schüler Leser der Bibliothek gewesen, durch die Schule sicher auch geworben worden, denk’ ich mal, wenn ich mich so recht erinnere, und meine, dass die Bibliothek für mich ganz wichtig war. Weil wir damals, es waren die Anfänge der DDR, wenig Gelder hatten, um was zu kaufen an Büchern. Meine Eltern hatten auch nicht soviel, dass sie das also in uns so reinstecken konnten und da bin ich schon in die Bibliothek gegangen, um zu lesen. Nicht bloß Schulstoff, sondern auch Dinge, die mich interessiert haben, sei’ es Kriminalromane oder sei es auch mal was Lustiges und Spaßiges, je nachdem. Also, ich denke, da war die Bibliothek für mich ganz wichtig. Nachher, beim Studium, war es eigentlich so, dass wir sehr gute Studienbücher hatten bzw. sehr gutes Material, das wir in der Hausbibliothek oder in der Stadtbibliothek nicht so bekamen. Da war dann die Bibliothek in der Uni die wichtige. Aber ich glaube, das ist auch eine ganz wichtige Sache. Wenn ich jetzt sehe, mein Sohn, der braucht’ diese Uni-Bibliothek. Das ist ganz wichtig. Sonst könnte er sich ja viele Dinge gar nicht mehr leisten. Da die ja auch wer weiß woher alles bestellen und ranholen. So, und als ich hier nach Wolgast kam, bin ich eigentlich auch gleich Leser der Bibliothek geworden. Aber eben vorwiegend um meinen Unterricht damit interessanter zu gestalten. Für meine Arbeit hab’ ich es also vorwiegend genutzt. Nicht unbedingt um meinen privaten Bereich-. Ich hab’ als Lehrer leider viel zu wenig Zeit, um selbst zu lesen, auf jeden Fall. Oft ist es so, dass es eben Bücher sind, die man für die Kinder braucht, um nachz u lesen und das den Kindern anzubieten. Und das fand ich eigentlich sehr wichtig. Dass ich also mit den Kindern dann hierher kommen kann, die Bibliothek bes u chen kann, dass die Einführung in die Bibliothek gemacht wurde. In der Grundschule war es, glaub’ ich, schon die erste Klasse, wo wir die Einführung gemacht haben, ja zweiten. In der Förderschule fangen wir später an. Da bin ich mittlerweile. Ich bin jetzt an der Förderschule. Und wir nutzen das nach wie vor so, weil unsere Kinder einfach nicht mehr gen ü gend lesen. Sie sind erstmal schon leseschwach, sie mögen es nicht so sehr gerne und deshalb denkt man, ja, wenn sie mal was vorgelesen bekommen und das macht ja „X“ ja immer recht interessant, dass sie sich was Gutes aussucht, was Interessantes aussucht. Ich war im vorigen Jahr noch mit meiner 7. Klasse da. Dass wir uns da ein Kriminalroman ausgesucht haben, natürlich einen Kriminalroman, der entsprechend für unsere Kinder war, weil sie in einem Alter sind, wo sie nicht mehr All’ und Jedes lesen, aber das sie denn ans Buch herangeführt werden. Und das war eigentlich wichtig. Sicher hab’ ich sie nicht damit alle zu intensiven Bibliothekslesern geworben, aber ich denke mal, mal immer wieder ein Türchen aufzuschließen und immer wieder zu sagen, sie kommen jetzt her, holen sich was. Bloß die Kinder heute sind ja so, lesen nicht so sehr, sie hören lieber oder sehen lieber. Sie gucken sich lieber dann ihre Videosachen an bzw. CDs, die holen sie sich, oder jetzt ja die neuen Computersachen. Also, das sie das können, das hier ins Internet rein können. Und ich nutze dies vorwiegend für meinen Beruf, weil ich meine, dass ist auch meine Aufgabe mit, dass man Kinder zum Lesen animieren sollte, immer wieder. Man kann da soviel schöne Stunden zubringen, aber die beiden Männer werden das sicher bestätigen. Vielleicht haben die mehr Zeit zum Lesen.

Teilnehmer 2. Ich hab’ Zeit zum Lesen. Ich bin nun schon seit 1973 Mitglied der Bücherei. Ich hab’ denn auch viel ausgeborgt. Abenteuerbücher, Krimis oder so. Reisebeschreibungen. Denn hol’ ich mir irgen d welche-, „Buch der Rekorde“. [das Lesen] ist für mich Unterhaltung, Abwechslung. Ich borg’ auch noch immer viel CDs aus und Kasse t ten. [Wenn keine Bibliothek mehr da wäre], das wäre schlecht. Weil man dann nicht mehr so eine Auswahl an Büchern hätte, und so. Das ist ja immer günstig. Man hat ja hier eine große Auswahl an Büchern.

Teilnehmerin 1. Gerade diese Elternhäuser, die wir haben, denen geht es vielleicht so wie „X“, die sich auch nicht jedes Buch kaufen können. Wir haben sehr viele sozial Schwache bei uns in der Förderschule. Ich hab’ aber noch mal überlegt. Ich als Erwachsene bezahle ja einen Beitrag, einen Jahresbeitrag. Wie ist es mit Kindern?

[Ab 14 Jahre]

Teilnehmer 2. Die 10 Euro im Jahr hat man immer. Man kann sich ja soviel Bücher im Jahr ausborgen, CDs und Kassetten.

Teilnehmerin 1. Das ist das Gute dann vielleicht auch für Sie, wo Sie sich nicht soviel leisten können.

Teilnehmer 3. Genau, manch’ einer sagt vielleicht: „Ne Zeitschrift kann ich mir nicht kaufen. Aber hier kann ich sie wenigstens ausleihen und lesen oder mal drin blättern.“ Ist ja auch manchmal so-, sind Th e men drin, die interessieren einen nicht. Da geh’ ich zum Kiosk, kauf’ die Zeitschrift, les’ vielleicht zwei Artikel draus. Dann fliegt sie ins Altpapier. Und so können eben viele Leute eine Zeitung nutzen und ihre Sachen eben raus lesen. Das ist ja der große Vorteil. Man kann mal quer lesen. Einen Tag hab’ ich die Laune mal einen Krimi zu lesen, nächsten Tag ein Fachbuch. Und da geht man hierher, sucht sich was aus. Und wenn ich das nicht ganz durchlese, ist das auch nicht wegg e schmissenes Geld. Dann bring’ ich das wieder zurück. Das ist ja das Schöne dabei. Geht einen ja manchmal auch so. Auf Arbeit hat man eben ein Thema. Letztes Mal war es über die Schifffahrt gewesen, jetzt die neuen Dampfer, die rausg e kommen sind. Ja, da war hier „Jahrbuch der Schifffahrt“ gewesen, hab’ ich mir ausgeliehen, mitgeno m men auf Arbeit, drüber diskutiert, stand alles schön beschrieben drin, wunderbar. Solche S a chen helfen dann auch. Und das findet man im Internet nicht so schnell. Aber da sucht man sich öfter einen Wolf. Da sitzt man zwei Stunden vor dem Rechner, und hat nicht das gefunden, was man haben will. Da ist ein Buch eigentlich schneller noch.

Teilnehmerin 1. Ich hab’ immer gedacht, dass man übers Internet doch mehr jetzt kriegt. Deswegen wird die Bibliothek vielleicht nicht so angenommen, von vielen jungen Leuten. Ist wohl nicht so. Bloß ich glaube, dass viele so denken: „Das ist was Herrliches [Internet]. Macht auch Spaß.“

Teilnehmer 3. Hab’ ich früher auch so gedacht. Wo ich noch nicht soviel mit dem Internet zu tun hatte. Denk ich, Menschenskinder, das ist ja wie ein großes Buch letztendlich. Man gibt den Suchbegriff ein und dann geht es los. Ja, meistens sind erstmal Verkaufsangebote, wo man was kaufen kann. Da kann man die ersten zehn Seiten schon mal überschlagen. So, denn muss man natürlich auch das wissen, wie man suchen muss. Im Buch hab’ ich meinen Index, schlag’ ich hinten auf, such’ meinen Begriff und dann ist auch der passende Text dazu. Aber im anderen, das Wort kommt da irgendwann mal im ganz anderen Zusammenhang vor. Das Buch grenzt das schon mal ein. Ein Buch, sagen wir mal, über Astronomie, da kommen Sterne vor. Ja, da weiß man genau, ich will etwas über Astronomie wissen, aber gebe ich „Stern“ im Internet ein, da kommt die Zeitschrift, Horoskope und so ein Kram alles.

Suchstrategien werden im Unterricht kaum vermittelt. Junge Leute stehen oft hilflos da und wissen schlechter Bescheid als Ältere.

Teilnehmer 3. Die jungen Leute probieren ja viel. Die alten Leute gehen logisch ran. Die versuchen eben das wirklich zu lernen und den Hintergrund zu erfragen. Die anderen drücken hier mal, und drücken hier mal, na wenn das klappt, dann merken sie sich, wo sie gedrückt haben und mehr ist ja auch nicht dahinter. Das sehe ich schon bei uns. [Berufsausbildung in Stralsund] Wenn die irgendwas berechnen mit dem Taschenrechner. Die überlegen nicht, wie die Aufgabe zu Stande kommt, Ergebnis auch mal so ein bisschen einschätzen kann. Die wissen bloß, wo die Tasten auf dem Taschenrechner liegen und schreiben das hin, was er anzeigt. Wenn sie sich vertippt haben, merken sie nicht mal, wenn das Komma um eine Stelle verrutscht ist. Wird blind eingegeben. So ist das mit dem Internet genauso. Die hämmern da irgendwas rein oder versuchen sich eine Hausaufgabe runter zu ziehen, die wird ausgedruckt, rein, wird noch nicht mal durchgelesen. Und wenn sie im Unterricht damit rankommen, wissen sie vielleicht gar nicht mehr, wie das richtig zu lesen ist.

Ich bin ja schon seit neun Jahren in der Bibliothek. Das war auch mal von der Schule, wir sind von der Klasse hier angerückt, haben uns die Literatur angeguckt, wurde auch ein Vortrag gehalten und seit dem bin ich hier drin. Da fing’ das an. Früher hab’ ich immer so utopische Romane, und über Griechenland, und so die alten Römer und so-, hab’ ich das immer viel gelesen. Und allein schon, das Finanzielle dahi n gestellt, aber das Platzproblem. Die Bücher, wo soll man die alle lassen? Das ist es ja. Und das ging dann eben so weiter. Für die Schule, wenn dann Vorträge waren, denn war ja-, wer zuerst hier war, hatte die besten Bücher gehabt. Dann war nachher nichts mehr zu kriegen. Also, alle Schulen in Wolgast haben dann das gleiche Thema gemacht. Das war natürlich Chaos. Ja, viel für die Schule und denn auch solange ich noch Schüler war, viel für die Freizeit. Als Spaß zum Lesen. Ich hab’ eigentlich schon immer gern gelesen. Meist abends so vorm Einschlafen. So immer eine Stunde im Bett gelegen und gelesen und hä n gen geblieben, das war so spannend, denn durchgelesen bis zum nächsten Morgen. So’ ne Augen in der Schule gehabt, aber das passiert eben auch mal. Und jetzt nachher beruflich, einmal schon die ganze Fachliteratur nach der Wende, die ganzen Fachzeitschri f ten, Computer und Elektronik, man kann das nicht mehr überblicken. Und kann auch nicht alles kaufen. Und so zieht man da mal eine Sache raus und das mal und dafür ist es sehr gut. Also jetzt, die letzten Jahre vorwiegend beruflich und Musik, auch mal CDs ausleihen oder Kassetten, denn wenn man mal so einen Fimmel kriegt, mal ein ganz anderes Thema, mal ein Kochbuch, mal über Holzarbeiten oder Fotografie usw. Schüttelkuchen zum Beispiel, hab’ ich mir ausgeliehen. Da haben wir auf Arbeit disk u tiert: „ Da brauchst du bloß eine Dose nehmen und schütteln“, ich sag’:“ Da gibt’s auch Bücher drüber.“ Da hab’ ich nachgeguckt, ja, von Dr. Oetker, so ein Schüttelk u chen-Buch. Guckt man sich mal an, manche Sachen merkt man sich oder schreibt noch eine kleine Notiz. Muss ich nicht in Laden, erst noch bestellen. Da hab’ ich sie zu stehen, die Auswahl. Und kann drin blä t tern. Im Laden ist das Buch teilweise auch eingeschweißt, kann da öfter noch nicht einmal reingucken. Und die Wolgaster Bibliothek hat ja auch einen riesigen Bestand. Sei es nun Fachliteratur oder Belletri s tik. In Stralsund, da hab’ ich nun auch den Einblick, ist es nicht so doll. Also, allein die Fachliteratur, da ist es ganz mau. In Greifswald ist das Problem, da ist ein Kollege von mir, da ist es immer so sehr schnell weg, durch die Studenten, zum Beispiel die „Audio“, die Zeitschriften.

Nutzung der Bibliothek durch die Wolgaster

Teilnehmer 3. Also, manche sind auch zu bequem. Ein Kumpel von mir, wir sind beide in die gleiche Klasse gegangen, der ist hier nicht Leser der Bibliothek. Da hab’ ich schon öfter gesagt: „Menschenskinder, brauchst nicht ein Buch? Geh’ doch mal hin in die Bibliothek. Die haben das da.“ Er ist Eisenbahner und interessiert sich auch für Eisenbahnen. Ich sag’: “Die haben große Bildbände. Da kannst du dir holen.“ Aber der ist auch zu faul. Da einfach hinzugehen. Oder, wenn wir eine Reise machen, ich bin so ein Typ, ich lese vorher und lese danach, und sehe dann die Ziele, die ich verpasst habe.

Paraphrasen:

Ich lese hier, seit ich mit der Schulklasse zur Einführungsveranstaltung hierher gekommen bin. In meiner Schulzeit habe ich diese Bibliothek viel genutzt für me i ne Hausaufgaben. 330

Für meine Schüler aus der Förderschule, die alle leseschwach sind, ist es auch gut, hier vorgelesen zu bekommen um ihnen überhaupt Anregungen zu geben. 331

Ich bin Leserin, um meinen Unterricht an der Förderschule mit den Büchern aus dieser Bibliothek interessanter zu gestalten. 332

Beruflich, ich bin Lehrausbilder in Stralsund, nutze ich vor allen Dingen die Elek t ronik-Zeitschriften. Diese Bibliothek ist Bildung, die sich jeder leisten kann. 333

Ich habe viel Zeit zum Lesen und bin seit 1973 Leser dieser Bibliothek. Ich lese neben Romanen, die Abwechslung und Unterhaltung für mich sind, Reisebeschreibungen. Diese große Auswahl an B ü chern könnte ich mir nicht leisten. 334

Ich lese gern phantastische Literatur. Wenn ich Reisen plane, bereite ich diese vor und nach mit Büchern aus der Bibliothek. Auch andere Sachbücher, wie zum Be i spiel Kochbücher, nutze ich für meine Freizeit. 335

Interviewtranskription: Mittwoch, 16.06.2004, 18.30 Uhr

Teilnehmer: Eine Frau

Also, ich denke mal die Hauptfrage ist aus meiner Sicht: „Was leistet die Bibliothek?“, ist ja auch Ihr Thema und ja „Warum nutze ich sie, vielleicht?“, weil ich schon immer zur Bibliothek gegangen bin und man das eigentlich so als Schüler schon kennen gelernt hat und man das denn so beibehalten hat, es rel a tiv günstig ist für mich, weil es hier gleich um die Ecke ist. Dass man auch gezwungen ist, in Anfü h rungszeichen, die Bi b liothek regelmäßig aufzusuchen, weil man ja wieder einen Abgabetermin hat. Ich leihe weniger Romane aus, sondern mehr Nachschlagewerke, Zeitschriften, so was in der Richtung. Und denn hat man auch ein Ziel, innerhalb der drei oder vier Wochen das dann abzuarbeiten und sich wieder was Neues zu holen. Insbesondere sag’ ich mal Zei t schriften, find’ ich das Angebot der Bibliothek sehr gut, weil man das alleine gar nicht tragen könnte. In den heutigen Zeitschriften ist viel Werbung drin, das interessiert weniger, aber die Artikel, die einen denn interessieren sind ja auch in verschiedenen Zei t schriften und hier hat man halt so die freie Auswahl. Sie sind auch immer, muss ich sagen, recht aktuell und zeitnah, wenn sie nicht gerade schon ausgeliehen sind. Gefällt mir sehr gut, muss ich sagen. Und denn nutzen wir die Bibliothek meistens zur Vorbere i tung unseres Urlaubs. Finden wir auch sehr gute Literatur, muss ich sagen, so ergänzend zum Internet, was wir zu Hause haben. Aber hier eben auch sch ö ne Bildbände und auch sehr gute Reiseführer. Haben wir schon viel genutzt. Ja, und so ein bisschen pop u lärwissenschaftliche Sachen. Wie gesagt, Romane eher weniger, weil ich auch sehr viel Bücher selber habe und geschenkt kriege und das denn innerhalb der vier Wochen doch denn nicht so auf die Reihe kriege und das denn immer wieder verlängern muss und nimmt dann anderen die Chance, das auszule i hen. Ja, und wenn man betrieblich schon-, oder auf Arbeit schon soviel Literatur hat und lesen muss, denn ist man abends froh, wenn man mal nicht ins Buch guckt bzw. einfach was Buntes durchblättern kann.

Berufliche Nutzung der Bibliothek

Eher weniger, muss ich sagen. Ich bin ja im ********* beschäftigt und da werden wir gut versorgt mit Literatur. Da hab’ ich auch selber so Wochenzeitschriften, Loseblat t sammlungen. Das ist auch eigentlich gut. Ich bin keine Wolgasterin, komme aus „Y“, aber seit ich in Wolgast bin, bin ich Leser der Bibliothek hier.

Ja [als Kind war ich Leser der Bibliothek in „Heringsdorf“]. Es hat das Lesen auf alle Fälle gefördert. Ich sag’ mal, sonst ist man ja nicht Leser der Bibliothek, wenn man da nicht Spaß dran hat. Eigentlich durch die Schule [bin ich Leser der Bibliothek gewo r den]. Da haben wir so eine Besichtigung gehabt, von der Bibliothek und das hat mir gut gefallen und dann konnte man gleich, wie das so ist, dann einen Leserau s weis ausfüllen und sich anmelden. Und das haben wir auch gemacht. Dann ist man dabei geblieben, wä h rend des Studiums pausiert und nach dem Studium bin ich dann hier nach Wolgast gekommen und hab’ dann gesagt: „Dann melde ich mich hier auch gleich wieder an.“

Ausreichendes Angebot

Ich sag’ mal, hier vorne auf dem Tisch liegen ja die Neuerscheinungen. Ich sag’ mal, das kann man gar nicht schaffen. Also ich hab’ bis jetzt noch nichts gehabt, wo ich sage, „das hol’ ich mir aus der Bibliothek“ und das war nicht hier. Das war vielleicht an dem Tag denn vergriffen, aber denn kann man ja nachfragen, dazu gibt es das. Und dann guckt man das nächste Mal. Man hat eigentlich-, wenn ich jetzt aussuche und man hat drei, vier Bücher, sagt man sich „das schaffst du eh’ nicht in den drei, vier Wochen“. Für mich ist das Angebot eher zu umfangreich. Ich habe noch nichts vermisst.

Alternativen zur Bibliothek

Ja, man hätte sicherlich dann in die Buchhandlung gehen müssen und was kaufen müssen. Da wär’ aber schon die Frage: „Was kauft man?“ Und hier ist es eben schön, es gibt vielleicht für ein Land zwei oder drei Reiseführer, man kann sich alle drei mal mitnehmen und drin blättern und sich dann vielleicht seinen ausgucken und den noch mal verlängern. Oder nach der Reise denn vielleicht noch mal wieder aussuchen. Ob man das denn kaufen würde, da bin ich mir nicht so sicher. Weil Bücher eben doch einen stolzen Preis haben. Und insofern freue ich mich, wenn die Bibliothek auch immer wieder auch was Neues anschaffen kann. Na ja, und ich denke mal wenn man so zurückguckt auf sieben, acht Jahre, gab’s vielleicht für den Preis zwei Bücher, wo man heute eins bekommt. Gerade die Fachbücher sind doch sehr teuer in der Anschaffung. Ich sag’ mal, speziell jetzt auf unserem Gebiet, ist das auch so schnelllebig. Was wir heute anschaffen, gilt schon in zwei Jahren nicht mehr und insofern denke ich, ist das für die Bibliothek nicht erforderlich. Wenn, dann gibt es sicherlich Möglichkeiten, das über Fernleihe dann von woanders zu holen.

Nutzung für die Schule

Die „X“ [ ihre Tochter ] hat mitgelesen, ist aber jetzt zum Studium, kommt in den Semesterferien und leiht dann aber auch auf meinen Ausweis was aus. Aber auch hauptsächlich, sag’ ich mal, Zeitschriften. Ja [in der Schulzeit hat „X“ die Bibliothek viel g e braucht]. Gerade nachher in den höheren Klassen, wo dann Belegarbeiten geschrieben wurden und so. Da hat sie viel geholt hier. Doch. Da hatte sie auch noch ihren eigenen Ausweis mit. Für Schüler, denk’ ich, ist das Angebot auch sehr schön. Also, ich hab’ das denn auch so noch in der Zeit begleitet, wo sie denn ausgesucht hat, was sie gebraucht hat, vom Thema her. Bis ich denn gesagt hab’ „Geh’ einfach mal in die Bibliothek und frag’ mal und guck’ mal“. Und sie ist mei s tens, oder eigentlich immer mit Literatur z u rückgekommen.

Einfluss der Bibliothek auf das eigene Wissen

Ich möchte die Bibliothek nicht missen. Weil man auch oftmals, so beim Durchschmökern, auch Bücher findet, wo man sagt „Ach ja, da kannst du mal reingucken. Das ist eine Anregung für die Freizeitbeschäftigung“. Ich fotografiere sehr gerne. Oder eben auch einfach Ratschläge für die Gesundheit, wo man gerne sagt „Ach, das nehm’ ich mir mal mit, da guck’ ich mal rein“. Also, ist schon eine Bereicherung. Muss ich sagen. Würde man sich so, in der Buchhandlung, nicht alles kaufen. Das geht gar nicht.

Zeitschriften

Und wenn man jetzt vergleicht, ich hab’ eine Zeit lang eine Frauenzeitschrift im Abo gehabt. Die kam dann jede Woche. Schafft man doch gar nicht mehr. Und alles interessiert einen auch nicht. Und hier kann man eben mal gucken „Was ist in letzter Zeit so erschienen? Was interessiert dich?“. Da kann man sich das gezielt mitnehmen. Das ist schon schön.

Einfluss auf der Bibliothek auf Fähigkeiten/Wissen

Ja, also ich denk’ mal, beruflich gesehen eher weniger, aber so für den Freizeitbereich auf alle Fälle. Und auch so, was man Allgemeinwissen-, den großen Bereich. Da denk’ ich schon. Wie gesagt, man wird auch durch die Bücher auf einige Themen gestoßen, mit denen man sich sonst vielleicht nicht beschäftigt hätte. Man geht dann halt’ mal die Regale lang, und guckt mal „Ach, eins könnste dir noch mitnehmen. Das nimmst du denn.“ Und dann steht man mal vor dem Regal „Literatur“ und greift da mal rein, oder „Kunst“ oder „Gesundheit“ oder so. Doch. Und Wissenserweiterung dadurch natürlich auch. Ist ganz klar.

Rolle der Mitarbeiter

Eigentlich muss ich sagen, geh’ ich zu den Kollegen, wenn ich jetzt was ganz Spezielles brauche. Und eh’ man das jetzt lange durchguckt und die wissen auch so gut Bescheid und sagen „Ja, klar, da haben wir was“ oder „Brauchen sie nicht weiter gucken, dazu gibt’s so speziell nichts. Gucken sie mal in dem und dem.“ Aber meistens guck ich alleine. Ja, also ich sag’ mal so, den ganzen Bereich „Romane“ behandle ich eigentlich ziemlich stiefmütterlich. Das kommt denn vielleicht, wenn man noch ein bisschen älter ist. Paraphrasen:

Meine Tochter kommt immer mit Büchern nach Hause, wenn sie in der Bibliothek war. Diese braucht sie für ihre Hausaufgaben. 336

Seit meiner Kindheit – früher in Heringsdorf, jetzt hier in Wolgast – bin ich Leser in Bibliotheken. Ich leihe weniger Romane, sondern eher Zeitschriften und Bücher für meine Urlaubsvorbereitung aus. Mit Fachbüchern bin ich durch meine Arbeit s stelle gut versorgt. Literatur für die Freizeit finde ich hier immer. 337

Interviewtranskription: Donnerstag, 17.06.2004, 18.30 Uhr

Teilnehmer: Eine Frau/Ein Mann

Teilnehmer 1. Ja, zur ersten Frage: „Aus welchen Gründen kommen Sie in die Bibliothek?“, eigentlich um sich Bücher zu entleihen, um sich über Neuerscheinungen zu i n formieren und was eigentlich auch wichtig ist, um Geld zu sparen. Weil, so ein Vielleser wie ich das bin, der kann sich gar nicht mehr alle Bücher kaufen. Und weil man in der Bibliothek eigentlich auch viele Sachen per Fernleihe bestellen kann, die sie nicht im Angebot haben. Das find’ ich ganz gut. Deswegen komm’ ich eigentlich in die Bibli o thek.

Langjährigkeit der Bibliotheksbenutzung

Ich hab’ erst 1993, als ich meine Abschlussarbeit für die Umschulung geschrieben hab’, da hab’ ich Lit e ratur gesucht und da bin ich hierher gekommen. [Als Kind], ich kann mich entsinnen, erstes oder viertes Schuljahr. Ich bin eigentlich Sachse, aber ich bin viel an der Wasserkante rumgereist und hab’ früher mal in Wolgast gewohnt, von 1959-66. Und da war ich schon mal Mitglied oder Leser der Bibliothek. Das weiß ich noch. Ja, dann ist das eingeschlagen. Und dann, wie gesagt, `91. Von alleine [bin ich als Kind zur Bibliothek gegangen]. Ich habe auch gerne Geschichten gelesen. Jetzt auch noch. So Thriller. Wie gesagt, Thriller und Krimis, Sachbücher „Modelleisenbahn“ eben und „E i senbahn“ allgemein über die Fernleihe. Und ein bisschen was über den Himalaja, Bergsteigen.

Bedeutung des Lesens

Es ist eigentlich eines meiner Hobbys, entspannt mich und man erfährt viel, wenn man liest, denk’ ich mal. Es bleibt immer was hängen. Selbst im Unterbewusstsein, also, i r gendwann kann man das wieder abrufen. Wenn man gelesen hat.

Interessensgebiete

Ja, Modelleisenbahn, dann les’ ich etwas über Bergsteigen und über den 2. Weltkrieg. Ja, und eigentlich gute Romane, die auch ein bisschen so Geschichte vermitteln.

Einfluss der Bibliothek

Ja, eigentlich mit jedem Buch, das man liest, erweitert man sein Wissen. Denk ich mal. Egal wie, irgen d was bleibt hängen. Ein Zusammenhang, oder manchmal nur wie ein Wort geschrieben wird. Denk ich mal. [Für meinen Beruf hat das] weniger [einen Ei n fluss]. Na gut, ich könnte mir auch Gesetzestexte ausleihen. Spaß am Lesen hab’ ich viel. Muss ich sagen.

Leistungen der Bibliothek

Erstmal denk ich, dass die Bibliothek ein Stück Kultur einer ganzen Stadt ist. Sie gehört einfach dazu. Dann gibt sie, na ich denk mal an die ganzen Kinder, die hier immer her kommen, die eben viel Literatur für die Schule holen. Ich seh ’ dass an meiner Tochter selber, die ja immer ganze Stapel rausschleppt, 11. Klasse. Sie holt hier viel, was sie braucht, für den Unterricht. Da ist ja nicht alleine. Es sind ja ständig Kinder hier, die sich irgendwas holen.

Persönlicher Nutzen der Bibliothek

Auf jeden Fall der Kostenfaktor. Dann eben, dass sie viele Bücher beschaffen können, die es eigentlich im Laden gar nicht mehr gibt. Also auch ältere Ausgaben. Kurze Wege zur Bibliothek.

Teilnehmerin 2. Ich schließ’ mich an. Also das mit der Fernleihe haben wir ja auch hä u fig genutzt. Ist schon ein paar Jahre her, als mein Mann studiert hat. Das hätte man sonst gar nicht bezahlen können. Was da an Fachbüchern nötig war, ins Geld, kann ich mich erinnern, ging es auch. Und das war schon sehr hilfreich, muss ich sagen. In der Situat i on, wo man denn gerade viel braucht. Und ich kann mich erinnern, es war auch immer sehr kulant, also er hatte manche Bücher auch relativ lange. Ich weiß nicht, ob das heute noch so ist. Denn ich kann mich erinnern, Sie haben manches dann aus Hamburg gekriegt und-. Ich selber auch [habe Literatur über Fernleihe bestellt]. Na ja, ich hatte im Grunde auch-, ähnlich das Problem, was sie vorhin ansprachen, jetzt für meine Sachen, die ich speziell gemacht hab’, Literatur über Wolgast, ist ja nix zu holen hier. Also nix in Anführungszeichen, aber es ist ja wirklich ganz, ganz wenig. Und da muss ich sagen, bin ich dann wirklich fündiger geworden bei diesem und bei jenem zu Hause. Muss ich ganz ehrlich so sagen. Und auch viele Leute, die eben auch sehr bereitwillig das gegeben haben, was sie haben. Die Chroniken beispielsweise. Jetzt sind sie ja auch nachgedruckt. Ich weiß gar nicht, was sie jetzt kosten. Ich würde sie mir jetzt auch nicht kaufen, weil, ich hab’ sie gelesen und hab’ mir auch ganz viel kopiert [Auf die Anmerkung, dass beide Original-Chroniken sich im Bestand der Stadtbibliothek befinden wurde ve r zichtet]. Ich hab’ manche Bücher, muss ich ehrlich sagen, einfach als Kopie. Ich muss damit arbeiten können. Das ist für mich ein Punkt, weshalb ich manchmal mich scheue Bibliotheksbücher wirklich in dem Sinne zu benutzen. Ich muss-, das ist einfach bei mir so. Und dann muss ich auch mal einen Knick machen können, wenn mir so ist. Ist einfach so. Als Kind hab’ ich da immer viel Ärger mit gehabt, weil, das sollte ja nicht sein. Aber was jetzt so mein Eigentum ist, da-, weil für mich sind-, also ich könnte nicht einen Tag aushalten ohne Bücher. Nicht gucken können, das wäre für mich zum Beispiel was ganz, ganz Schlimmes.

Erfahrungen mit der Bibliotheksbenutzung in der Kindheit

Ich war in „Y“. Vor dem Friedhof war da so ein klitzekleines Häuschen. Und da war aber trotzdem noch die große Bibliothek drin. Ein Raum, und ich kann mich erinnern, ich hab’ damals als Kind-, na ja Gedichte waren mein Ding, sind sie heute noch und dann eben alles mit Kunst und solche Sachen haben mich eben interessiert. Und das, was da war, das hab’ ich denn wohl auch alles studiert. Jetzt steht das leer. Schon ewige Jahre. Ich bin ja erst vor 18 Jahren hier nach Wolgast gekommen und vorher kannte ich das hier auch nicht. Ich war vorher dann auch schon mal ab und an in Greifswald, in der Uni-Bibliothek, in der alten damals noch, und na ja, das war dann wahrscheinlich dann auch so, da traute ich mich nicht. Das war alles so ein bisschen-, alles so mucksmäuschenstill und na ja. Dann hatte ich auch irgendwann diesen ollen Ausweis verloren, musste ich noch fünf Mark Strafe zahlen. Da kann ich mich noch ganz dunkel erinnern, also jedenfalls war der Quatsch nachher vorbei.

Paraphrasen:

Meine Tochter, sie ist jetzt in der 11. Klasse, holt sich sehr viel Literatur für die Schule. 338

Mein Mann hat die Fernleihe genutzt während seines Fernstudiums. Dies war ko s tengünstig für uns. 339

Ich bin ein Vielleser. Diese Bücher könnte ich mir nicht alle kaufen. Ich bestelle auch gern über Fernleihe Titel zu mich interessierenden Themen wie Modelleise n bahn und Bergsteigen. 340

Altersklasse 3, 61 Jahre und älter . Interviewtra nskriptionen

Interviewtranskription: Montag, 01.03.2004 / 15.00 Uhr

Teilnehmer: Ein Mann

Ich will ein Buch lesen. Das ist erstmal der Hauptgrund [weshalb ich in die Bibliothek komme]. Seinen Horizont irgendwie erweitern, was Neues kennen lernen, vielleicht mal vom Schriftsteller gehört-. „Ja, wie schreibt der?“ Große wissenschaftliche Bücher hab’ ich mir nie-, im Prinzip nie ausgeliehen. Da leg’ ich auch keinen Wert mehr drauf. Ich meine, wir gehen nicht mehr zur Schule oder sind aus dem Arbeit s prozess heraus. Gut, man will zwar seinen Horizont ein bisschen erweitern, aber man will sich nicht i r gendwelches Wissen noch reinholen, dass man nicht mehr anwenden kann. Zur Entspannung [lese ich]. Das man sich denn mal hinsetzt, morgens oder abends. Das wäre an sich schade [wenn es keine Bibliothek mehr geben würde]. Ich meine, man kann sich ja gut, wenn man den Titel von dem einen oder anderen Buch erfahren hat-, man würde sich vielleicht das eine oder andere Buch kaufen. Aber, dass man sich soviel Bücher kaufen würde, das glaub’ ich gar nicht. Ich hab’ ja vor Jahren auch mal-, da hab’ ich mir ne’ Buchreihe gekauft, oder so ein Buchklub war das, zu DDR-Zeiten noch. Da hab’ ich dann irgendwann mal aufgehört. Da hab’ ich gesagt: „Na ja, du kriegst die Bücher gar nicht mehr untergebracht, oder so.“ Na gut, zu der Zeit hat man noch gearbeitet. Da spielt denn vielleicht der Aspekt eine Rolle. Da hat man nicht soviel Zeit zum Lesen. Na ja, und heute kann ich mir das aussuchen. Das ist der Vorteil der Bibliothek. Ja, na klar [ein breites Angebot ist mir wichtig]. Ich meine als Zeitvertreib, kann man auch wieder sagen, ob ich die Zeit hab’ und die Muße. Ob ich nun abends-, ich muss mich noch entspannen und will kein Fernsehen mehr sehen, dann schnapp’ ich mir ein Buch und les’ denn noch mal in Ruhe. Denn hab’ ich Ruhe für mich und lese da und kann mich da entspannen. So empfinde ich das. Ja, gibt’s dann solche, wo man sagt: „Du musst jetzt aufhören, sonst geht es bis tief in die Nacht hinein.“ Gibt natürlich auch Bücher, wo ich denn sag’: „Die hast’ `ne halbe Stunde, eine Stunde gelesen, denn reicht’s.“ Ist denn ein klein bisschen schwer und ich mag ja auch nicht diese langatmigen Abhandlungen. Ist ein Schriftsteller-, der-, manche Passagen sind sehr lang. Nicht, na ja, ich will nicht sagen, man schläft ein, aber es ist ermüdend, wenn solche seitenlangen-, er kommt kaum auf den Punkt, kaum ein Komma. Ist Ansichtssache, ich empfinde das jedenfalls so.

Einfluss der Bibliothek

Ich meine, wenn ich da so an Simmel denke, zum Beispiel, der schreibt-, nun Sachen, das erfährt man gar nicht. Das weiß man gar nicht. Viel Interessantes, auch zeitgeschichtliche Sachen. Der schreibt zwar in Romanform, aber er bringt immer zeitgeschichtliche Themen, die er da verarbeitet. Und das sind ja nun Sachen, was da so in der Weltgeschichte vorkommt, wenn ich da an die Jugoslawien-Geschichte denke, oder auch die Geschichte-, im 2. Weltkrieg. Was da passiert ist zwischen Kroaten und Serben usw. Das weiß man ja gar nicht. Dass Kroaten zum Beispiel Millionen von Serben umgebracht haben. Das ist ja auch eine Ursache der Kriege, die jetzt hier wieder entstanden sind, nachdem nun Genscher als erster Minister nun Kroatien anerkannt hat, entgegen der Meinung von England und Frankreich. Ich denke mal, das hat dazu beigetragen und das hat er auch in seinem einen Buch zum Ausdruck gebracht.

Lesen und Fähigkeiten

Ja, sicher. Erstmal schon, dass man, wie gesagt, das Wissen immer erweitert und das Gehirn arbeitet ein bisschen mehr und muss auch ein bisschen mehr denken, als wenn man nur so alles an sich rüberrauschen lässt. Zeitgeschehen, nicht. Wenn man selbst liest muss man auch immer-, um zu überlegen und nachzudenken.

Zweck der Bibliothek

Na ja, ich würde sagen, Wissen vermitteln. Ob, wenn ich das hier immer sehe, die Schüler sich ausbilden und die haben die Gelegenheit sich da-, ihre Kenntnisse zu erweitern oder überhaupt erstmal Kenntnisse zu erwerben. Computer, zum Beispiel, oder die Schüler können sich ja irgendwelche Bücher holen, spezielle Bücher aus bestimmten Wissensgebieten, wo sie dann nachlesen können. Ich nehme an, dass die Schule dann auch mal das eine oder andere Buch denn mal empfiehlt. Dass der Schüler das nachlesen kann, oder Studenten. Na ja gut, wir haben hier kaum Studenten. Es sei denn, sie sind mal auf Urlaub hier. Ich könnte mir vorstellen-, und auch wer im Beruf ist, der kann ja auch hier nachschlagen. Für mich, ja, ich hab’ ja kaum mal was, wo man sagt, man könnte mal nachschlagen. Man beschäftigt sich ja mit anderen Sachen auch noch, wo man das Wissen erweitern möchte und da hat man nicht gleich die Bibliothek zur Hand, um dahin zu gehen. Ja, aber wenn ich ein Rätsel oder einen Quiz-, es sei denn ich habe Tage oder Wochen Zeit, um irgendwas-, zu irgendwelchen Sachen zu ermitteln, dass ich denn zur Bibliothek gehen könnte. Weil ich mir da ein Buch rausholen will. Na ja, ab und zu mal wird ein Buch gekauft. Das Gro hole ich schon hier. Vielleicht zum Geburtstag oder so, wenn sie nicht wissen, was sie mir schenken wollen, ich sag’: „Na ja, kauft mir mal ein Buch.“ Ich hab’ neulich erst „X“ gesagt:“ Ich würde ja auch mal das neue Lexikon kaufen.“ Ich hab’ ‚Meyers’ noch aus DDR-Zeiten. Ich schmeiß’ das auch nicht weg. Um Gottes willen, ich meine, da kann man noch viel Wissenswertes rausholen. Ich meine, da steht ja nicht nur was vom Sozialismus und Kommunismus drin. Da stehen ja sehr viel-, andere Sachen auch drin. Natürlich, ist das andere [aktuelle Lexikon] denn wieder eine Erweiterung. Aber erstmal zuviel Geld und ich hab’ gesagt zu „X“:“ Ich hab’ ja gar keinen Platz. Denn müsst’ ich noch mal einen neuen Bücherschrank kaufen oder irgend so was.“ Und denn ist es auch die Frage, wo ich den hinstelle. Auch aus diesen Gründen geht man in die Bibliothek, wenn man nun wirklich mal etwas nachschlagen müsste.

Einfluss der Bibliothek auf Veränderungen im Leben

Ja, na ja, da fällt mir eigentlich im Moment nichts ein. Ich mein’, ich weiß zwar, das meine Enkel, `ne Nichte und Neffe, haben sich sehr viel Bücher geholt während ihres Studiums und so. Für mich persö n lich: Ich brauch’ mir viele Bücher nicht kaufen. Die kann ich mir hier ausleihen. Gut, ich muss zwar den Jahresbeitrag entrichten, aber gemessen am Buchpreis ist das noch nicht mal ein halbes Buch. Das steht in keinem Verhältnis. Das wäre schon ein Nutzen für mich. Und, na ja, jeden Monat würde ich mir kein Buch kaufen. Aber ich kann mir jeden Monat eins ausleihen. Oder man sieht mal interessante Bücher, oder Sie empfehlen mir mal Bücher, die ich mir sonst gar nicht kaufen würde, weil ich nicht weiß, dass es sie gibt. Sie haben mir mal Bücher mal empfohlen, ich hab’ mich leider auch nicht danach gerichtet [nach den Hinweisen im Buch], wie hießt er, Ogger, „Die Banken verlieren nie“, so in etwa hieß der Titel. Haben Sie mir mal gegeben. Ich hab’ das sehr interessant gefunden, was da drin stand. Ich hab’ mich bloß gar nicht danach gerichtet. Bin denn auch mal da eingestiegen und hab’ aber nicht gewonnen, mit dem Crash da, da hab’ ich auch Federn lassen müssen. Obwohl ich so ein Buch gelesen hatte. Da hab’ ich gedacht: “Du Dussel hast ja gar nicht entsprechend reagieren können.“ War noch ein zweites Buch da, in der ähnlichen Richtung, aber den Titel kenn’ ich nicht mehr. Mitunter weiß ich gar nicht: „Was nehme ich nun?“ Deshalb lass’ ich mich auch gern beraten. Da ist eine große Vielfalt und wenn ich nicht speziell weiß: “Der hat was geschrieben oder hat was Neues raus gebracht.“ Wenn ich wieder auf die beiden Namen zurückkomme, Simmel und Follett, hab’ ich denn mal gelesen, sag’ ich: „Das möchte ich gerne haben.“ Ja, wenn ich die nun gelesen hab’, ja: “Was nehme ich dann?“ Lass’ ich mich natürlich gern ber a ten. Denn man weiß ja auch nicht, was nimmt man. Bei der Vielfalt.

Paraphrase:

Ich bin aus dem Arbeitsprozess heraus und möchte mir nicht in erster Linie Wissen aneignen, so n dern lese zur Unterhaltung und Entspannung. Ich schätze das breite Angebot der Bibliothek und so brauche ich mir viele Bücher nicht zu kaufen. Die Mi t arbeiter empfehlen mir Bücher. Dies sind oft Titel, von denen ich gar nicht weiß, dass es sie gibt – so wird man angeregt. Ich lasse mich gern beraten. 341

Interviewtranskription: Mittwoch, 03.03.2004 /15.00 Uhr

Teilnehmer: Ein Mann

Ja, fangen wir an. Mit der Bibliothek bin ich eigentlich seit der Kindheit verbunden, wobei es große A b stände denn dazwischen gab. Ja, wie gesagt, ich weiß das nicht mehr so genau, wie alt ich war, als ich das erste Mal da war. Aber vielleicht in der zweiten, dritten Klasse. Ich war auch schon, ich weiß es nicht mehr aus eigenem Erleben, aber als meine Eltern-, meine Tanten haben es erzählt, hab’ ich auch als kle i nes Kind-, viel vorgelesen-, mir sehr viel vorgelesen werden musste. Und irgendwann hab’ ich dann auch mit meiner Tante den Weg zur Bibliothek gefunden und hab’ ja, viele Jahre, ich weiß jetzt nicht wie lang, dann vielleicht so bis zum zwölften, dreizehnten Lebensjahr, war ich ständiger Leser in der Bibliothek. Hier in Wolgast. Ich bin gebürtiger Wolgaster, oder wie man so schön sagt: Alter Wolgaster Adel. Und mich haben eigentlich immer Fachbücher interessiert, weniger Belletristik. Von der Natur vor allen Di n gen. Als Kind: Biologiebücher, Nachschlagewerke. Damit hab’ ich mich selbst viel beschäftigt. Vie l leicht bedingt durch den Garten meiner Eltern. Man hat doch in der Natur sehr viel be o bachtet und das wollt’ ich dann hinterfragen. Und ich hab’ mir sehr viele Bücher als Nachschlagewerke ausgeliehen. Ja, das vielleicht zu dem Abschnitt. Dann später hatte ich andere Interessen. Da ist man denn ströpen gegangen und hat sich draußen rumgetrieben, wie das so üblich war. Das zog sich eigentlich hin. Ich hab’ Grun d schule gemacht, den Abschluss der Grundschule, und bin dann in die Lehre gegangen. Da hat es die er s ten Kontakte zur Bücherei auf der Werft gegeben. Man hat dann dort Fachbücher ausgeliehen, vor allem, weil man sich nicht leisten konnte, sie selbst zu kaufen, oft. Das war eigentlich der Hauptgrund dafür. Und nach der Lehre bin ich dann, nach einer langjährigen Tätigkeit auf der Werft, zum Studium gega n gen. Und da hat sich wieder Ko n takt zur Bücherei, zur Uni-Bibliothek in Rostock, ergeben. Ich muss dazu sagen, ich gehörte zu denen, einem letzten Jahrgang, der noch studieren durfte, obwohl man nur einen Acht-Klassen-Abschluss hatte. Fachschulstudium hab’ ich gemacht. Nachher ging das dann nicht mehr. Aber wie gesagt. Ich stand vor der Alternative, entweder acht Klassen oder die Zwölfte. Also, man hat mich bekniet, ich sollte unbedingt das Abitur machen. Und das wollte ich nicht, weil ich keine Lust hatte, weiter zur Schule zu gehen. Zwei Jahre-, hätte ich mich sicher breit schlagen lassen. Aber diese Möglichkeit gab es in Wolgast seiner Zeit nicht. Hat’ man mir jedenfalls so gesagt. ******************************************* . Da war noch ein Freund der F a milie, der Lehrer war. Es hat Ärger gegeben, aber ich hab’ mich durchgesetzt, hab’ mir eine anständige Lehrstelle besorgt auf der Peene-Werft , und hab’ dann gelernt. Aus heutiger Sicht war es sicherlich falsch. Ich hab’ es wä h rend des Studiums schwer gehabt. Klar, wir waren zwei im Semester, die Volksschüler waren, wie man damals sagte. Alle anderen hatten Abitur oder wenigstens-, einige hatten die 10. Klasse, die nicht hier aus dieser Gegend waren, sondern woanders her. Und ja, aber wir haben uns durchgesetzt. Wir beiden Acht-Klassen-Schüler haben es dann auch letztendlich geschafft. Dann begann die Phase, ich bin dann zur Werft zurückgegangen, hab’ dann in verschiedenen Tätigke i ten viel, viel Neues lernen müssen. Während des Studiums hat man Grundlagen vermittelt bekommen, aber für die praktische Arbeit reicht es ja mei s tens nicht. Ich hab’ zum Beispiel Schiffbau studiert und bin zum Schiffstheoretiker ausgebildet worden an der Uni, nee an der Fachschule, aber es hat mit der praktischen Arbeit auf der Werft ja wenig zu tun. Ein i ge wenige Schiffstheoretiker gibt’s in jeder Werft, aber das sind zwei, drei Mann und alles andere sind doch mehr oder weniger praxisverbundene Arbeiten. Und da hat’ ich so meine Schwierigkeiten. Auch da hat dann wieder die Fachbibliothek der Werft ein bisschen geholfen. Nach Feierabend, da hat’ man sich denn doch hingesetzt und hat das eine oder andere nachlesen müssen. Zumal man als gelernter Schiffba u er und studierter Schiffbauer ja vom Maschinenbau wenig Ahnung hatte und meine Tätigkeit-, ich wurde als Leiter eingesetzt und hatte mich mit Maschinenbau-Problemen zu beschäftigen. So, und da gab es dann doch eine Reihe von Lücken bei mir, die ich mit Hilfe der Fachbibliothek dann wieder schließen konnte. Die Phase war aber irgendwann wieder vorbei. Im Laufe der Jahre bin ich dann in die Betriebso r ganisation eing e stiegen und habe auf der Werft mit der ***************** aufgebaut. Und das war dann wieder ein ganz neues Feld. Das begann so Ende der 60er Jahre. Das Problem war, dass es sehr wenig Literatur gab, auch in den Fachbibliotheken nicht. Na ja, wir haben uns dann mit den Unterlagen des damaligen Kombinates „ Robotron “ begnügen mü s sen. Und das dauerte eigentlich relativ lange. Es gab einfach nichts auf dem Markt. Es gab Fachzeitschriften, die wir im Betrieb gelesen haben und ausg e wertet haben und wir hatten die Unterlagen der Herstellerbetriebe. Und diese Arbeit hat mich eigentlich bis zur Wende, bis zu den 90er Jahren, beschäftigt. Und in dieser Zeit war ich in keiner Bibliothek. Ja, eigentlich dann mit dem Ausscheiden aus dem Betrieb und aus dem Arbeit s leben hab’ ich dann wieder den Weg hierher gefunden. Das ist noch gar nicht so lange her. Ich weiß gar nicht, wann ich das erste Mal hier war. Beschäftigt hat mich das ab und zu schon mal: „Gehst du mal, oder gehst du nicht?“ Und weil ich-, der Weg geht ja hier vorbei. Aber irgendwie bin ich immer noch so über die Runden gekommen. „Aber eines Tages musst du irgendwann.“ Vielleicht muss ich dazu noch sagen, ich hab’ im Laufe der Jahre doch eine ganze Reihe Bücher angesammelt, die man weggelegt hat, ohne sie zu lesen. Und die haben für eine Übergangszeit gereicht. Aber dann irgendwann war Schluss. Und dann hat man Langewe i le, ein Fernsehfreund bin ich nicht. Ja, die „Tagesschau“ reicht mir eigentlich, oder mal ein Fußballspiel oder Leichtathletikwettkampf, aber ansonsten guck’ ich so gut wie gar nicht und dann muss man halt was anderes s u chen. Und so bin ich dann wieder auf das Lesen gekommen. Ich bin meiner Schiene treu geblieben. Ich lese nach wie vor, hole mir Sachbücher. Ich hole mir sehr viele Zeitschriften, die ich durchblättere, eigentlich nur auf-, und das lese, was mich interessiert. Da komm’ ich auch wieder so auf die Naturebene und auf die Wissenschaft. Ja, nach wie vor ab und zu mal ein Gartenbuch. Manchmal muss man ja auch als lan g jähriger Gärtner da ein bisschen drin blättern. Mein Sohn baut, oder hat jetzt angefangen, muss man dazu sagen. In der Vorbereitungsphase, die sehr lang war, hab’ ich auch da ve r sucht, mir hier Literatur mitzunehmen und zu lesen und dann mit ihm zu diskutieren. Ja, das Häuschen richtig zu planen. Ja, das ist so die Strecke. Ratgeber interessieren mich, Gese t zestexte interessieren mich, weil man das eine oder andere nachlesen muss und kann. Und alles das findet man hier bei Ihnen. Wenn ich jetzt davon ausgehe, wenn ich mir alles das kaufen sollte, was ich hier erlesen kann, na ja gut, das geht finanziell nicht.

Das ist die andere Seite [das Platzproblem]. Also, wir haben immer mal wieder ausrangiert. Und ich hab’ auch im Moment vier oder fünf Bananenkisten voller Bücher stehen, im Keller. Ja, die ich dann irgen d wann meinem Sohn zukommen lasse, wenn er sie möchte. Und ansonsten anderen Interessenten zur Ve r fügung stelle. Ja, der Platz reicht nicht in der Wohnung. Und ich hab’ auch irgendwann auch meiner Frau gesagt, das liegt schon eine Weile zurück, „Nun schlepp’ keine Romane mehr an. Die werden bloß ei n mal gelesen und dann werden sie weggestellt.“ So sind wir dann eigentlich irgendwann verblieben. Und so wird das auch nach wie vor gehandhabt. Jetzt wird eigentlich wenig gekauft oder fast gar nichts. Drei Bücher im Jahr vielleicht.

Gründe für die Rückkehr in die Bibliothek

Ich habe genug Zeit und mich interessiert vieles. Und, ja, man kann nicht alles kaufen. Ich lese auch-, nehmen wir an den „Spiegel“, den „Stern“ -, lese ich nicht alles, eben nur das, was mich interessiert. Deshalb würde ich es auch nicht kaufen. Mein Sohn hat den „Spiegel“ und wenn ich da bin, gibt er mir die letzten Exemplare mit. Aber selbst kaufen, das kommt für mich nicht in Frage, weil ich meine, ich lese nicht alles da drin. Wenn ich davon ausgehe, das ist leider nicht nur im „Spiegel“ so, oder in den Magazinen so, sondern auch zum Teil in der Tagespresse, das doch sehr viel Panik unter den Leuten verbreitet wird. Das ist in den Magazinen und auch in der Tagespresse mehr eine Negativ-Berichterstattung. Und das muss man nicht alles lesen. Es gibt eine Menge von Meldungen, oder Vorab- Meldungen, wenn ich nur daran denke, die Arbeitslosenzahlen werden einen Tag vor der offiziellen Verkündung gebracht. Was soll dieser Quatsch? Oder, ungelegte Eier, bevor sie gesetzt werden. Da wird ¼ Jahr darüber diskutiert, in allen möglichen Medien. So was empfinde ich als unangenehm. Deshalb lohnt es sich nicht, diese alle zu kaufen. Die „Ostsee-Zeitung“ braucht man zu Hause, um zu wissen, was so im Territorium los ist. Aber ansonsten kann man sich das alles sparen.

Breites Angebot der Bibliothek als Leseanregung

Also, sie meinen jetzt die Querverbindung. In einem Buch etwas finden-, auch thematisch. Na ja, es gibt auch ab und zu mal Querverbindungen oder Hinweise, dass ich da in einer Zeitung oder in einem Magazin etwas lese und einen Verweis finde, wo noch mehr darüber steht. Und dann such’ ich hier natürlich bei Ihnen. Ab und zu. Das passiert schon. Und ja, eigentlich, häufiger sogar, denk’ ich mal. Nehmen Sie bloß ein Beispiel jetzt, in der Bauvorbereitung, dort haben sie für meine Begriffe eine Reihe von Ratgebern, die doch recht gut sind, meine ich, als architektonisch-. Und wenn man dort Hinweise findet auf bestimmte Techniken, die einzusetzen sind, na ja gut, dann sucht’ man weiter. Mein Sohn hat sich jetzt beispielsweise für die Wärmepumpe entschieden. Ja, Anregung kam von hier. Aufgrund Ihrer Hinweise, die nicht sehr neu sind, muss ich dazu sagen. Hier bei einigen steht sogar drin „Das ist viel zu teuer und das taugt auch nichts.“ Aber die Entwicklung ist ja weitergegangen. Und ich mach’ das ja auch, wenn ich mal in einer größeren Stadt bin, dann geh’ ich in Buchhandlungen und nutze die als Bibliothek und blättere da mal ein bisschen rum. In Berlin beispielsweise. Da sitzt man und da hol’ ich mir dann ein bisschen was zusammen. Meine Frau geht shoppen und ich setz’ mich dann da mal eine Weile hin. In Wolgast geht so was nicht. Einmal ist das Angebot nicht da und zum anderen ist die Einrichtung auch nicht da, dass man sich da eine Stunde breit macht. Aber in den großen Städten mach’ ich das so. Muss man nicht gleich kaufen. Da kann man denn auch da mal nachlesen. Wenn ich so was vorhabe, habe ich immer meinen Merkzettel mit, „Was du gucken willst“ und da findet man denn halt das Neueste. Ich verstehe natürlich, dass es hier bei Ihnen nicht möglich ist, immer das Aktuellste zu haben. Das geht aus Finanzierungsgründen nicht.

Erwartungshaltungen an die Bibliothek

Also, sind meine Wünsche eigentlich immer erfüllt worden. Also, ja, ich bin eigentlich immer fündig geworden, hier bei Ihnen. Offen geblieben ist eigentlich nichts. Es hat sich das eine oder andere Mal ergeben, dass ich nachfragen musste, das, was ich nicht selbst gefunden habe. Dazu sind die Mitarbeiter da. Das hat auch immer gut geklappt. Nein, ich habe keinen Grund, mich da zu beschweren. Viele Fragen habe ich bisher noch nicht gehabt, weil ich eigentlich, wenn ich zu Ihnen komme, immer Zeit mitbringe. Ich sage nicht, dass ich hier nun bloß schnell mal etwas abholen will und dann wieder einen anderen Termin habe. Ich gehe immer mit Zeit nach oben offen hier zu Ihnen. Und manchmal ergibt sich es ja denn auch, dass man denn doch hier noch und da noch reinguckt.

Paraphrase:

Mit dieser Bibliothek bin ich als Wolgaster, unterbrochen von größeren Abständen, seit meiner Kindheit verbunden. Zunächst war ich bis zum 12./13. Lebensjahr ständiger Leser der Bibliothek in Wolgast. Mich hat weniger die Belletristik, aber mehr die Sachliteratur - besonders auf dem Gebiet Natur/Biologie - interessiert. Mit Beginn meiner Lehrzeit habe ich die Bibliothek der Peene - Werft, während meines Studiums die Bibliothek in Rostock genutzt. Mit dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben habe ich wieder den Weg in die Wolgaster Stadtbibliothek gefunden. Ich lese Sachbücher und Zeitschriften. Dies gehört zu meiner jetzigen Freizeit. Gesetzestexte, Ratgeberlit e ratur in dieser Breite könnte ich mir nicht kaufen. 342

Interviewtranskription: Donnerstag, 04.03.2004, 15.00 Uhr

Teilnehmer: Zwei Frauen/ Ein Mann

Teilnehmerin 2. Na, an für sich mach’ ich das, um die Zeit zu vertreiben. Ich les’ quer durch den Garten. Aber für mich ist das Lesen auch eine anstrengende Arbeit. Also, manche haben denn da so eine Entspa n nung, das ist also nicht so. Aber trotzdem lese ich auch noch. Jetzt hab’ ich auch noch viel mehr Zeit. Aber ich muss auch sagen, ich bin auch sehr bequem geworden. Das Radio bietet ja auch viel, zum Be i spiel „Am Mo r gen vorgelesen“. Das höre ich mir immer sehr gerne an und vor allen Dingen entnehme ich dem, was mir jemand vorliest, eigentlich viel mehr, als wenn ich das selber lese.

Ach, das ist unterschiedlich [was ich mir hier aus der Bibliothek hole]. Na ja, jetzt, dadurch dass man reisen kann, auch Reiseliteratur oder zur Information, oder auch wenn ich-, wenn mal im Radio, ich höre sehr viel Radio, das ist ganz gut, da sind auch Buc h besprechungen. Wenn ich da mal so einen Tipp kriege, dann versuch’ ich das hier zu verwirklichen. Ja, also so ein großer Romanleser bin ich nicht. Und ich bin an für sich auch so ein Mensch, der nicht von sich aus so veranlagt ist, sich da so literarisch zu bet ä tigen oder auch was von sich zu geben. Ich muss sagen, da bewundere ich immer den Fontane, den kann ich immer wieder lesen, weil diese Sache, sich auszudrücken usw. Das gefällt mir. Und die Dinge auch leicht zu nehmen, zu beschreiben. Das ist meine Art. Früher hab’ ich also auch anders gelesen. Jetzt mit der Lebenserfahrung liest man ganz anders. Ich hab’ neulich mal, hier Strittmatters „Ochsenkutscher“ gel e sen. Hab’ ich ganz anders gelesen, als dass ich es von 20 oder 30 Jahren gelesen hab’. Also, ich bin nicht auf irgendwas festgelegt und das verändert sich sicherlich auch. Das bringt auch die Zeit mit sich. Aber trotzdem bin ich eben der Ansicht, weil eben nach einer Bibliothek gefragt wurde, oder das Umfeld, das eigentlich schon eine Bibliothek zu jeder gr ö ßeren Gemeinde eigentlich dazu gehört. Na ja, manchmal komm’ ich schon mit einem bestimmten Anliegen. Aber das ich nun, ja Belletristik, les’ ich auch, aber nur wegen der Belletristik würde ich, glaub’ ich, nicht kommen. Ach, über Lebensläufe, Reiseb e schreibungen oder auch, wenn ich mal irgendwie einen Hinweis bekomme zu einem bestimmten Buch. Oder, na ja, zum Beispiel Hermann Hesse. Das ist zwar für mich ein Begriff gewesen, aber gelesen hab’ ich von dem noch nie was. Und das war mir auch neu, dass das ein Nobelpreisträger war und da bin ich so draufgestoßen und da hat mich das interessiert. Solche Sachen sind das. So sporadisch, möchte ich sagen. Nee [ich bin noch nie ein starker Leser gewesen]. Und wie gesagt, das Lesen ist für mich auch eine Entspannung, aber es strengt mich auch an. Also, dass da nun einer sagt:“ Ich lese, weil ich mich dabei erholen kann.“ Das kann ich nicht so felsenfest sagen. Gewiss, es lenkt mich ab, aber trotzdem. Und ich vergleich’ mich da mit meinem Mann. Mein Mann war schon immer ein ziemlich starker Leser. Der konnte viel schneller lesen und für den war das richtig eine Entspannung. Und der hat aber sicherlich ganz was anderes gel e sen, ganz andere Interessen gehabt. Sodass wir uns da gar nicht unterhalten konnten. Also, Fontane war für den überhaupt nichts. So unterschiedlich ist das manchmal. Aber ich möchte das also nicht missen. Dass ich irgendwo hingehen kann und mir da was ausle i hen kann oder mal gucken, was so ist.

Teilnehmerin 1. Ich les’ nun auch über das ganze Leben. Vorher auf der Werft. Und ich muss mal sagen: „Romane les’ ich nicht.“ Komischerweise. Also, richtig so, wie man sich das vorstellt. Ich hatte als Leh r ling eine Zimmerfreundin, die kam auch mit in die Bibliothek und die las solche dicken Bücher ratz fatz durch. Ich sag’: „Was hast du e i gentlich von dem Lesen?“ Ich muss jeden Satz lesen und notfalls geh’ ich auch zurück und lese es zwei, drei mal. Ich muss den Sinn verstehen. Ich kann nicht einfach lesen. Ich brauch’ auch lange dazu. Und weshalb ich eigentlich in die Bibliothek komme ist, weil hier die Auswahl hier so enorm groß ist. Das kann ich mir zu Hause ja überhaupt nicht hinstellen. Das würde nicht gehen. Und ich hab’ mir das so zum Faden gemacht. Bücher, die mir so gut gefallen, die ich aber erst hier geholt habe, die kauf’ ich mir. Also, die Bücher, die ich jetzt um mich rum habe, sind meine absoluten Lieblinge. Ich muss sie nicht dauernd lesen, nein, aber ich freu’ mich, wenn ich weiß, dass ich sie h a be. Und wenn ich dann mal in der Stimmung bin, dann les’ ich sie. Das ist was ganz Besonders. Also, holen tu’ ich sie mir erst alle aus der Bibliothek. Ich lese auch gern Biografien, Reiseliteratur sowieso, ist egal. Was sollte man damit, wenn man sich das kauft? Jetzt plant man eine Reise. Da muss man einhalbes Jahr Vorbere i tung machen, wenn man jetzt alleine fährt. Heute ist das anders. Heute fährt man mit einem Bus oder mit einer Reisegesellschaft. Aber wir haben große Reisen gemacht, allein, mit dem Auto und einem Zelt. Rumänien, Bulgarien. Da hab’ ich diesen ganzen Winter Reiseliteratur ausgewertet und wir sind danach gefahren. Also, das wäre eine ganz, ganz wichtige Richtung. Das die niemals aufhört, da zu sein. Und, ja, Ihre Kollegin hat mich drauf gebracht, auch mal einen Kriminalroman zu lesen, weil, ich hatte im Radio-, weil ich auch sehr gern Radio höre, wurde Mankell vorgestellt und ich hatte noch nie etwas d a von gehört. Also, man muss auch rangeführt werden, an gewisse Dinge. Da geh’ ich sonst vorbei. Hermann Hesse ist ein absoluter Vorzugsschriftsteller, obwohl, ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber er macht mich traurig. Und „X“ sagt: „Wissen Sie, wenn Sie nicht gerade in sehr guter Stimmung sind, dann dürfen Sie He r mann Hesse doch nicht lesen.“ Ich sag’: “Man ist so gefesselt von ihm.“ So was, also ich kann das mit dem Mann nicht beschreiben. Das ist unheimlich. Es ist mir nicht erklärlich. Max Frisch, Dürrenmatt hab’ ich gelesen. Aber so normale Romane ziehen mich nicht an. Es muss auch irgendwie was drin stehen. Bloß die Zeit damit machen, dass ich Sätze lese, das ist mir nix. Also, sehr gut finde ich, dass Sie Zei t schriften haben. „PM“ und „Geo“, „Bild der Wissenschaft“. Ist schon Klasse. Das ist ein Vermögen, wenn man sich das kaufen würde, und was soll man damit, wenn man es gelesen hat?

Teilnehmerin 2. Ja, sich auch mal ein Buch kaufen, heutzutage, ist schon eine schwi e rige Sache. Da hat man ein Stück Kulturgut verloren. Zu DDR-Zeiten hab’ ich mir mehr gekauft. Mag’ auch sicher sein, dass man an manche Bücher nicht rangekommen ist. Aber es hatte schon einen besonderen Reiz, auch in den Buchladen zu gehen und zu gucken. Aber das ist heute nicht mehr drin. Selbst wenn ich mir was kaufen wollte.

Teilnehmer 3. Also, ich kauf’ mir schon lange nichts mehr. Man hat ja gar nicht die Räumlichkeiten. Wo will man das alles unterbringen? Meine Schränke sind schon so voll mit Büchern. Die hab’ ich alle durchgesehen. Was soll ich damit machen? Die Ki n der lesen nicht. Die haben ganz andere-, die gucken lieber. Ich sage: “Mensch, nehmt euch mal ein Buch!“ Und wenn ich das zu meinem Enkel sag’, intere s siert ihn gar nicht. Die sind alle lesefaul. Wir haben früher mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gel e sen bis Mitternacht und ich lese in meiner Freizeit nur. Das war schon bedingt durch meine Arbeit, weil ich ja viel gereist bin. Ich hab’ nur gelesen. Und wenn’s bloß die „Wochenpost“ war. Ich hab’ gel e sen, gelesen. Ist auch heute so. Ich meine, jetzt geht die Arbeit im Garten und am Boot wieder los. Da hat man ganz andere Interessen, oder sag’ mal so, keine Zeit mehr. Da leg’ ich mich lieber ins Boot auf dem Wasser und bewund e re den Sonnenuntergang. Aber sobald die Tage wieder kürzer werden, geht es wieder los. Wird gelesen. Und das gibt mir was für meine Freizeit, sinnvolle Freizeit. Gerade, so wie sie sagten, Reisebeschreibungen. Da hol’ ich mir das für das Land und les’ das durch, was auf mich zukommt, und da weiß ich Bescheid.

Teilnehmerin 1. Und ich kenn’ mich nachher aus, ohne da gewesen zu sein. Ist ganz putzig.

Teilnehmer 3. Ja, sag’ ich auch manchmal zu dem, der uns begleitet: „Das steht aber in dem Buch aber ganz anders drin, als was Sie uns hier erzählen.“ Man kriegt ja auch ein ganz anderes Geschichtsbild. Wie viel hat sich verändert, im Laufe der Jahrzehnte.

Teilnehmerin 1. Ich hol’ es zweimal. Ich hol’ es, bevor ich reise und denn hol’ ich es mir, wenn ich wieder zurück bin.

Teilnehmer 3. Erstmal weiß man dadurch in Geografie schon besser Bescheid. Dann wird sich ein paar Brocken angeeignet. Na ja, aber man kann sich immer unterhalten. Ich hab’ vorher auch kein Spanisch gekonnt.

Ja, man bleibt geistig fit. Weil sie ja immer wieder-, und ich muss mir verschiedene Sachen merken. Also die Gehirnzellen werden immer beansprucht. Das ist doch tragisch, wenn man bloß an der Kaufhalle steht und die Bierbüchse hebt.

Teilnehmerin 1. Na gut. Damit möchte man sich auch irgendwie nicht vergleichen. Also, das nicht. Aber ich sag’ mir, ob es wirklich so ist, das die Zellen munter bleiben, da hab’ ich so meine Zweifel. Ich vergesse soviel und ich denke, entweder les’ ich oder ich mache-, ich rate Kreuzworträtsel noch und noch, und trotzdem bemerke ich, dass es zunimmt. Mir fallen Namen nicht mehr-. Ich denk’, nun reden die Menschen immer und sagen-.

Teilnehmer 3. Das ist klar. Das ist altersbedingt. Je älter man wird. Da vergisst man vieles. Aber wenn man seine Gehirnzellen nicht mehr trainiert, dann ist eines Tages ganz Schluss. Natürlich!

Teilnehmerin 2. Und das möchte ich auch behaupten und es kommt auch auf die Ansprüche drauf an. Ich könnte auch nicht diese Groschenromane, die es da so gibt-. Oder Rosamunde Pilcher.

Teilnehmerin 1. Da könnt’ ich gegen angehen.

Teilnehmerin 2. Da komm’ ich ja überhaupt nicht ran. Obwohl viele dann sagen: „Ach, das les’ ich gerne. Dann brauch’ ich nicht drüber nachzudenken usw.“

Teilnehmerin 1. Da ist mir die Zeit aber zu schade.

Teilnehmerin 2. Da ärger’ ich mich da.

Teilnehmer 3. Da kenn’ ich auch viele, die so was lesen. Ich hab’ da mal gelesen drin, ich sage: „ Das ist ja alles nur über einen Leisten geschrieben.“ Das kann man das Buch nehmen, und das. Liebe und Trennung und-. Wird ja alles mit der rosaroten Brille geschrieben.

Teilnehmerin 1. Aber was ich noch gut finde, wenn man liest: ich freu’ mich, wenn ich jemanden treffe, der dieses Buch gelesen hat, was ich gerade gelesen habe. Und ich möchte darüber sprechen. Das find’ ich, ist für mich das Vergnügen an sich. Das Lesen ist anstrengend. Das muss ich sagen. Also, ich mach’ es nicht um Entspannung-. Nein, überhaupt nicht. Ich möchte was erfahren. Nicht Entspannung. Ich bin nicht verspannt. Ich brauch’ das nicht so, sag’ ich mal. Aber ich bin unheimlich froh, wenn ich darüber mit jemandem sprechen kann und sich darüber austauschen-, die Ansichten zu den Dingen. Ich mein’, der Autor ist die eine Seite, was ich daraus les’ die andere. Und was der Andere daraus gelesen hat, ist noch wieder was anderes. Und das find’ ich so schön. Unheimlich schön.

Teilnehmerin 2. Na ja, das würde mir eigentlich vielleicht auch gut tun. Aber so eine Buchbesprechung von mir aus, um das-, glaube ich-.

Teilnehmerin 1. Nicht Besprechung. Nicht Besprechung.

Teilnehmerin 2. Ich hab’ denn andere Ansichten.

Teilnehmerin 1. Das ist doch gut.

Teilnehmerin 2.Wahrscheinlich weil ich, na so hohe Ansprüche hab’ ich gar nicht, aber ich muss auch ein bisschen darüber nachdenken können. Also, bei Fontane fasziniert mich das, wie er das so, wie er so plaudert und erzählt oder auch bei anderen Schriftstellern, die doch dann diese Naturbeobachtungen usw.

Teilnehmerin 1. Ja, da kann man für sich was entnehmen.

Teilnehmerin 2. Ja, da kriegt man auch was, noch was mit. Und das ist wohl bei dem Hesse so. Ich kenn’ noch nicht viel.

Teilnehmerin 1. Ja, alles fantastisch von ihm.

Teilnehmer 3. Man kennt’ ja auch viele Geschichten aus dem persönlichen Leben. Also wenn man-, das trifft man denn immer wieder in so einem Buch: “Da ist das auch so gewesen. Mensch, das hast’ ja selber erlebt.“ Und so. Das, finde ich, ist das Interessante.

Teilnehmerin 1. Und man freut sich, wenn man sich, so wie Sie sagen, sich darin wieder findet. Ich weiß nicht, haben Sie hier in der Bibliothek das Buch „Jauche und Levkojen“? [Ja] Das hatte ich mir mal privat ausgeliehen. Das hat sich aber ganz wunderbar gelesen.

Teilnehmerin 2. Das kenn’ ich.

Teilnehmer 3. Das hab’ ich auch gelesen. Handelt das nicht von Schlesien?

Teilnehmerin 1. Von Hinterpommern. Und weil wir ja das gleiche Problem hatten, hab’ ich mich dawieder gefunden.

Teilnehmer 3. Ich muss sagen, hat es da schon einen Fernsehfilm gegeben?

Teilnehmerin 2. Ja, so ähnlich.

Teilnehmerin 1. Aber waren wir da schon „Westen“?

Teilnehmerin 2. Ja, ja. Da gab’s solche Serie. Mehrteilige.

Teilnehmerin 1. Na, Fernsehen guck’ ich nicht viel. Also, das mag’ ich nicht.

Teilnehmerin 2. Ja, ja, aber hat’ sich eigentlich recht lustig gelesen. Obwohl ich da nicht aus der Ecke stamm’.

Aber das, was Sie ansprachen, „X“, dass man sich vielleicht mal gerade mit Ihrer Altersgruppe zusa m menfindet in so einer Runde um über Bücher zu sprechen, das könnte ich mir in der neuen Bibliothek auch vorstellen. Also speziell für Sie. Nicht für die ju n gen Leute, die im Arbeitsprozess stehen. Was wäre zeitlich günstig?

Teilnehmerin 1. Wissen Sie, alle Veranstaltungen sind immer abends. Abends ist es dunkel. Und mein Mann interessiert sich für ganz was anderes als ich es tue. Und alleine trau’ ich mich nicht. Weil es dunkel ist. Warum macht man das nicht auch mal am Nachmittag?

Teilnehmer 3. Na wenn, dann so wie heute. 15 bis 16 Uhr. Ist die beste Zeit.

Teilnehmerin 2. Und da könnte man sicherlich auch Bücher vorstellen.

Teilnehmerin 1. Das wollt’ ich sagen. Das wäre auch unheimlich schön, wenn in einer Bibliothek, so wie Sie das jetzt da hinten vorhaben, wenn Neuerscheinungen, die Ihnen was bedeuten, uns das mal nahe bringen. Denn ich kann das ja überhaupt nicht übersehen, was da im Angebot ist. Ich komm’ da immer mehr durch Zufall drauf, wenn ich rechts und links mal höre und der sagt: “Mensch, das hat mir gut gefallen. Lies’ das doch mal. Was meinst du denn?“ Denn bin ich heilfroh. Alleine schaff’ ich das nicht. Ich weiß nicht, wie ich da ran komme.

Lesen

Teilnehmer 3. Also, wie gesagt, ich entspann’ mich so richtig beim Lesen. Ich les’ ja fast in jeder freien Minute. Ich komm’ nach Hause: „Ach, bis Mittag ist noch eine halbe Stunde“, dann ein Buch raus, wird gelesen.

Teilnehmerin 1. Das kann nur ein Mann. Das kann eine Frau nicht.

Teilnehmer 3. Da stell’ ich mir ein Glas Wein hin. Bis die Mutter sagt: „So, kommt bitte essen.“

Teilnehmerin 1. Da beneide ich die Männer drum. Ich würde auch gern versorgt werden.

Teilnehmer 3. Komm’ ich abends nach Hause, fahr’ ich zum Füttern in den Garten. Da hab’ ich noch Kaninchen. Wenn ich nach Hause komm’, bis zum Abendbrot wird gelesen. Guckt meine Frau irgendwelchen Schnickschnack im Fernsehen, dann hol’ ich das Buch raus, les’. Und ruck zuck ist ein Buch durch. Also muss ich wieder hierher kommen, mir was Neues suchen. Und Sie wundern sich, dass ich laufend hier bin. Aber in den Sommermonaten werden sie mich nicht sehen. Das geht erst ab Oktober wieder los. Ich lese alles. Bloß die ganz dicken Romane, die mag ich nicht. Themen interessieren mich alle. Als ich nach der Wende weiter nach Polen gefahren bin, so, und auf einmal bin ich da in einen Verkehrsunfall rein gekommen. Ich stand da, wie eine Kuh vorm ne u en Tor. Keiner konnte ein Wort Deutsch. Und da hab’ ich mir dann geschworen: „So wenn du nach Hause kommst, hol’ ein Lehrbuch und fang’ an, Po l nisch zu lernen.“ Ich kann heute so gut Polnisch, einigermaßen, bilde ich mir ein, dass ich ans Telefon rangehe und mir ein Hotelzimmer bestelle. Das hat aber fünf Jahre gedauert, bis da der Gr o schen fiel. Polnisch ist ja auch eine ganz schwere Sprache.

Teilnehmerin 2. Na ja, ich versuch’ es mit Englisch, weil wir ja kein Englisch hatten in der Schule. Zu Hause, nur für mich. Ich hab’ denn so ein Tonband, oder hab’ denn so eine Diskette, die gab’ es mal bei ALDI, und denn-. Aber das hab’ ich jetzt schon-. Aber vor zwei, drei Jahren hab’ ich denn mal auch angefangen. Aber da halt’ ich nicht so lange durch. Aber ich bin doch wenigstens so weit, dass ich doch, wenn ich das jetzt lese-. Mit der Aussprache ist das ja schwierig-, dass ich mich doch ein bisschen zurecht finde und nicht ganz so dumm bin. War man ja.

Teilnehmer 3. Kaufen Sie sich mal ein technisches Gerät. Wenn man das nicht weiß, bisschen in Englisch Bescheid, dann stehen Sie schon da. Wissen Sie nicht mal, wie das angeschaltet wird. Das hab’ ich schon so oft gehabt. Gerade die aus China kommen. Da steht nur Englisch drauf.

Teilnehmerin 2. Aber wie machen Sie [Teilnehmer 3] denn das, wenn Sie jetzt die Bücher meterweise lesen und Sie fangen manchmal ein Buch an und es gefällt Ihnen nicht. Legen Sie es weg oder lesen Sie es trotzdem?

Teilnehmer 3. Nee, was mir nicht gefällt, wollen mal sagen, wenn ich mich vergriffen hab’, da hab’ ich mir dann manchmal auch was Besseres vorgestellt, les’ ich nur immer Anfang, mal in der Mitte. Wenn es ganz schlimm ist, leg’ ich es erstmal zur Seite und les’ das, was mich interessiert.

Teilnehmerin 1. So ist mir das letztens gegangen. Ich hatte mir ein Buch mitgenommen und hab’ gehofft, dass es interessant wird. Es wurde und wurde nicht. Da hab’ ich es weggelegt. Ich denk’, es hat keinen Sinn. Das muss man ja nicht machen. Es gibt ja genügend andere.

Paraphrasen:

Ich bin kein großer Romanleser. Für mich ist Lesen eine Anstrengung und keine Entspannung. Deshalb höre ich gern zu, wenn jemand vorliest, zum Beispiel im Radio. Ich lese, wenn ich etwas wissen möchte und komme dann in die Bibliothek, auch weil ich mir nicht mehr soviel kaufen kann wie früher. 343

Ich lese schon mein ganzes Leben, früher in der Gewerkschaftsbibliothek der Peene-Werft , aber kaum Romane, sondern eher Reiseliteratur und Biografien. Ich komme hierher, weil die Auswahl groß ist. Ich lese um etwas zu erfahren – nicht zur En t spannung. Die Reiseliteratur brauche ich zur Reisevorbereitung. Ich kön n te mir dies nicht alles kaufen. 344

Ich sehe Lesen als meine sinnvolle Freizeitbeschäftigung in den Wintermonaten an. Auch meine Reisen bereite ich mit Büchern aus der Bibliothek vor und ich lerne Sprachen, zum Beispiel Po l nisch. Man bleibt geistig fit. Ich habe ein breites Int e resse und liebe die Themenvielfalt. Bücher kaufe ich allein aus Platzgründen schon lange nicht mehr. 345

Interviewtranskription: Freitag, 05.03.2004 /15.00 Uhr

Teilnehmer: Eine Frau

Ja, also, zu allererst, ist manchmal-, braucht man irgendwelche Auskunft. Ob ich auch für die Enkelki n der, meine eine Enkeltochter musste was schreiben über das Christe n tum, da hatten Sie mir das Buch besorgt. Und denn auch so was, so von früher, was mich denn so interessiert, da haben Sie mit ja auch schon vielfach geholfen. Und was Sie denn nicht bei sich hatten, haben Sie dann von der Universität Greifswald angefo r dert, von der Bibliothek. Und, na ja im Großen und Ganzen Bücher selbst hab’ ich noch nicht so viele ausgeliehen, weil ich denn meistens die, die ich lesen möchte, gerne auch selber besi t zen möchte. Aber ansonsten schätze ich sehr die Möglichkeit und bin ja auch schon lange drin, schon als ich noch beim Kraftverkehr war und hab’ dies wieder erne u ert hier, weiß ich nicht, vor zwei Jahren glaub’ ich. Ja, das ist eigentlich so mein Grun d prinzip, was ich hier-.

Themenfelder bezüglich gesuchter Information

Eigentlich alles. Bis auf Politik. Das ist nicht so mein Metier. Aber sonst eben Romane und alte Geschic h ten, Erzählungen, Novellen. Zum Beispiel hatten Sie mir auch mal besorgt, „Der Amerikafahrer“. Und dann hab’ ich jetzt am Wickel, ich hab’s früher schon mal gesehen-. Das ist von Fontane. Das hab’ ich selbst. Aber das andere, das ist von einem Pommern, der auszog, oder Mecklenburger sogar, weiß ich jetzt nicht in welchem Jahrhundert, also 1700 und noch was, der nach Amerika ausgewandert ist. Und denn schreibt er Briefe an seinen Lehrer. Und diese Briefe, die sind köstlich. Halb deutsch, halb englisch. Ja, was denn noch so?

Fernleihbestellung

Ja. [Die nutze ich oft]

Recherche im Internet

Ja, viel. Sehr viel. Und eigentlich, bis jetzt ganz wenig, was nicht gefunden wurde. Gedichte, Lieder und dann eben auch Historisches. Das ist ja eigentlich-. Fachbücher brauch’ ich nicht mehr. Also Mathematik und so was. Das ist ein abgeschlossenes Th e ma für mich.

Vielfältige Nutzung der Bibliothek

Ja.

Beschaffungsmöglichkeiten auf anderem Weg

Nein. Niemals. Zu DDR-Zeiten kam man ja überhaupt nicht-. Wo konnte man sich da erkundigen? Und mein Bruder ist auch sehr-. Und meine Mutter hat immer so ein wunderschönes Lied früher gesungen, wenn sie morgens in den Garten ging und ich konnte nur den Refrain. Und dann haben wir-, da war ich hier noch nicht so intensiv, das war gleich nach der Wende-. Und dann ist er in Berlin in die Stadtbibliothek und da hat er auch durch Zufall-, hat er das gefunden. Aber das werden Sie nicht kennen. Es heißt “Guten Morgen liebe Sonne, bist du auch so früh schon wach, zeig’ den Weg mir liebe Sonne und ich wandere dir nach. Auf den Wiesen liegt der Tau und der Himmel ist so blau.“ – Soll ich Ihnen das mal mitbringen? Wollen Sie das mal ab-? Aber den Refrain kann ich ja auch singen, aber ich kann nicht nach Noten-. Wollt’ ich schon immer mal. Man hat es den immer hinausgeschoben, mal zur Musikschule zu gehen, dass mir da das mal einer vorspielen kann. Aber ich bin auch mit meinem Bein im Moment auch nicht so besonders gut drauf. Jetzt hab’ ich hier eine Venenentzündung. Aber ich soll ja laufen.

Freizeitinteresse: Musik, Gedichte

Ja. Eben im allgemeinen Bücher.

Paraphrase:

Die Mitarbeiterinnen bestellen vor allen Dingen über Fernleihe Bücher für mich, die es nicht mehr zu kaufen gibt. Bis auf Politik interessiert mich alles, zum Be i spiel alte Geschichten. Gedichte und Liedtexte drucken die Mitarbeiterinnen mir sehr oft aus dem Internet aus. Fachbücher brauche ich mit 78 Jahren nicht mehr. Ohne Bibliothek hätte ich diese Materialien und Bücher nicht, die ich für meine Freizeit brauche. 346

Interviewtranskription: Montag, 08.03.2004 /15.00 Uhr

Teilnehmer: Ein Mann

Gut, Frau Rambow , ich werde mal meinen Lebensweg, der sehr eng mit der Literatur verbunden ist, und die mich auch wesentlich geformt hat, wesentlich, entscheidend, das ist nicht gelogen und nicht geflu n kert, sondern das ist so. Ich komme aus Ostpreußen, weit weg, eine kalte Ecke, aber meine Eltern waren Arbeiter. Die haben nicht gelesen. Kann man heute vielleicht nicht verstehen, aber aus damaliger Zeit, die mussten arbeiten, um uns über Wasser zu halten. Die haben nicht gelesen, so dass ich als Kind das L e sen von zu Hause aus nicht gelernt habe. Und da waren auch keine Bücher zu Hause. Mit dem Gang zur Schule wurde man ja nun etwas, von der Schulfibel und, und, und, wurde man ja nun etwas herangeführt. Aber das sehe ich nur sekundär. Ich wollte nur s a gen, als ich mit der vierten Klasse, ja, in die Knaben-Mittelschule kam, hatten wir einen Deutschlehrer. Und dem hab’ ich eigentlich sehr, sehr viel zu verda n ken, ich nehme an, auch viele unserer Klassenkameraden, was das Hinziehen, das Interesse für die Liter a tur betrifft und vor allen Dingen nicht schlechte Literatur zu lesen, sondern gezielt gute Literatur zu lesen. Und er war Deutschlehrer und hatte eine Eigenart eingeführt in der Klasse, die aber wesentlich besti m mend dann war für die Klasse. Wir konnten ihm unsere Bücher auf den Tisch legen, bevor der Unterricht losging. Wie Sie hier, so war das alles voll. Wir haben das natürlich ausgenutzt. Wir haben dann immer soviel Bücher als möglich hingestellt, damit wir den Unterricht verkürzen konnten. Er hat sich dann jedes Buch vorgenommen. Und das wollt’ ich sagen, sein Einfluss auf uns Schüler und hat dann immer gesagt: „Wer hat dies’ Buch mitgebracht? Das ist niveaulos. Das kannst Du weglegen. Was der da schreibt über dies und jenes ist nicht gut. Aber hier, dies’ Buch ist gut.“ Und zwar hat er uns an die gute Literatur, zwar auch kindlich, so zehn, elf Jahre-, herangeführt. Und damit bin ich eigentlich früh mit Literatur, ich sag’ mal wie Felix Dahn „Kampf um Rom“, diese alten Erzählungen-, und Abenteuerliteratur, aber eben auch Historische wie Gerstäcker. Karl May, „Lederstrumpf“, die Jugendliteratur war-. Er hat uns also das L e sen beigebracht. Unser Interesse geweckt und uns dann auch so geteilt, wenn man mal-, „Also dies Jungs, dies ist nichts. Dies braucht ihr nicht l e sen.“ Und wenn man mal ein Buch nicht gelesen hatte, und der Lehrer hatte es empfohlen, hab’ ich mir jedenfalls so angewöhnt: „Also, das musst du dir aus der Büch e rei holen.“ Und ich bin eigentlich-, mit neun Jahren war ich schon in der Bücherei und hab’ fleißig immer dann Literatur geholt. Aber immer das, was der Lehrer als gut empfunden hat und empfohlen hat. Ja, und dadurch ist mein Horizont wesentlich schon in Kinde s tagen geweitet, erweitert worden. Mein Trachten ging immer hinaus, nicht schlechte Literatur zu lesen, sondern-. Das eben ist ein Verdienst des Lehrers. Der hat also das verstanden, uns einzuimpfen, nicht Literatur schlechthin, sondern Literatur, die uns auch etwas gibt-. Reisebeschreibungen, ich weiß, was hab’ ich als Junge „Durch die Wüste Gobi“ -, das sind jetzt über 60 Jahre her, ich kenn’ die ganzen Titel noch. Also, da können Sie sich ja vorstellen, wie das in das kindliche Hirn-, wie das Einfluss genommen hat. Das Wesentliche-, auch viel Mist gelesen, also d a zwischen. Aber da hat man selbst gesagt: „Also, das war nichts.“ Aber solche Literatur, die den Horizont erweiterte, „Länder“, „Sitten“ und auch ein bisschen kindlich, abenteuerlich, natürlich, dadurch hat sich mein Wissensdrang nach guter Literatur oder nach Literatur schlechthin doch stark ausgeprägt. Und ich habe in der Folgezeit eigentlich auch sehr viel gelesen, eigentlich immer gelesen. Ich kann Ihnen sagen, zu Hause bei uns war kein Buch! Mach’ sich vie l leicht aus heutiger Sicht komisch anhören, aber aus damaliger Sicht, da war kein Buch zu Hause. Erst als ich dann nachher die Lesewut bekam, da hab’ ich mir immer zum Geburtstag Bücher gewünscht. Und dann aber auch gezielt Bücher. Und dann bekam ich. Und dann kam langsam aber meine Literatur in unsere Wohnung rein. Solange war keine Literatur vo r handen. Ja, und das hat mich wesentlich geformt. Ich hab’ dann immer gleich nicht nur den eigenen Hor i zont gesehen, sondern ich war immer bestrebt mich weiterzubilden, auch heute noch. Ich lese heute noch Literatur, um den Horizont zu erwe i tern: „Wie geht es anderen Menschen? Was treiben die? Wie ist deren Kultur, deren Sitten?“ Und gut war es für mich, in dem Alter damals, dass es ein wenig abe n teuerlich oder knabenhaft, wenn man so will, auch interessant zu lesen war. Also nicht nur so eine sture Abhandlung. Ja, das war die Geschichte, während meiner Schulzeit. Wie gesagt, viel, viel, viel gelesen. Das hat mich auch wesentlich geprägt. Also wenn wir dann Aufsätze geschrieben haben, oder so, ich war immer dann, ohne mich jetzt zu rühmen, ich war immer einer der Besten, weil ich das wiedergeben konnte. Und das ging einem denn schon so über, man wusste, was man sagen wollte und wie man das wiedergeben sollte. So, das war das. Und dann ist das wie gesagt auch so geblieben. Überall wo ich war, ich war in Sachsen, sind wir evakuiert worden, dort war ich gleich in der Bücherei. Dann war ich in Stralsund, dort waren wir in der Bücherei, dann auf Rügen und jetzt in Wolgast. Hier bin ich auch gleich in der Bücherei gelandet. Gezielt nehm ’ ich mir bestimmte Literatur. Das bleibt aber nicht aus, das können Sie hier jederzeit fes t stellen, das ich mal, ich sag’ mal so ein Betthüpfel , so ein Krimi mir nehme. Aber den lese ich dann nur abends im Bett. So eine Viertelstunde um einschlafen zu können, sag’ ich mal. Wo du sagst, wenn du denn was liest, was du nicht verstanden hast oder das nicht mehr begriffen hast, ist nicht so wichtig. Hauptsache, dass es bisschen interessant war. Ja, und hier bei Ihnen, auch hier muss ich sagen, dass die Liter a tur-, wirklich das hab’ ich an mir, sagte ich Ihnen zu Beginn schon, mich persönlich wesentlich geformt hat. Und auch den Bildungsstand eines Menschen beeinflussen kann, wenn man richtig geleitet wird, und wenn man auch selbst Energie aufbringt, sich dafür zu interessieren. Das bedingt sich. Ja, und hier hab’ ich, hat’ Ihre Kollegin mal erzählt, ich bin mal einmal gekommen, irgendwo-, PC kennen g e lernt. Irgendwas wollt’ ich, ja, irgendwie so eine Broschüre wollt’ ich mal gucken. Aus der Jugendzeit, gelesen. Und wollte aus heutiger Sicht das lesen, wie sich das heute liest. Aber jedenfalls war ich bei Ihnen, bei Ihren Kollegen. Und die haben dann die Anforderung raus gezogen, und da hab’ ich mir g e dacht: „Mensch, eigentlich, warum kannst du auch nicht dich mit dem PC vertraut machen?“ Nun weiß ich nicht, doch Sie wissen ja, brauchen Sie ja nur runterladen, ich bin ja nun nicht mehr der Jüngste. Ich werde ja jetzt 74, dieses Jahr. Ich bin also, wenn Sie wollen, mit 72 noch mal ins PC -Geschäft eingesti e gen. Aber autark, nicht über Volkshochschule. Und ich habe bei Ihnen viel, viel Literatur geholt, viel gel e sen. Verschiedenes hab’ ich auch zweimal geholt, weil, als ich das einmal gelesen hab’, da war mir das noch nicht ganz klar. Aber dann, nach einem halben Jahr oder ein paar Monaten, sag’ ich: „Mensch, das hast du ja, oder das hast du noch nicht richtig verarbeitet. Das musst du dir noch mal holen.“ So hab’ ich das gehandhabt, und bin eigentlich auch noch bis heute immer dabei, Literatur bei Ihnen zu holen. Und auch die Zeitschri f ten, die PC-Zeitschriften da, zu lesen. Leider sind die dann immer nicht mehr aktuell. Aber das können Sie ja nicht beeinflussen. Die neuesten sind immer gleich weg. Na ja, aber auch ältere Zeitschriften beinhalten ja den Fakt, der geht ja nicht verloren. So, und da hab’ ich mich autark eh r lich gesagt richtig reingekniet und bilde mir ein, dass ich ihn für meine Bedürfnisse ausgezeichnet beherrsche. Ich repariere Programme aufgrund der Literatur, der Lektüre, die ich mir dann zur Grundlage nehme. Und nicht gleich zum Händler laufen und sagen: „Was muss man machen?“, ich sage: „Wenn ich das selbst mache, lese und mache, dann behalte ich das besser, als wenn das mal einmal so erzählt wird.“ Und so hab’ ich mich dann auch, noch mit 72 in das PC-Geschäft geschwungen, sag’ ich mal, und nicht wegen Spiele. Auch das ist ja-, warum viele PCS haben, um Spiele zu spielen. Sie werden mir das nicht glauben, ich hab’ noch nicht ein Spiel gespielt. Ich hab’-, Fotomontagen, Brennen usw., also da exper i mentiere ich rum. Und ich hab’ sogar als 72jähriger meinen Sohn, der ist 48, den jetzt auch noch übe r zeugt, dass der jetzt auch einen PC hat. Aber bei dem ist das nun so eingeschlagen, das bei dem im Vo r dergrund die Spiele stehen. Das tut mir denn immer innerlich weh. Ich sag’ denn: „Jung’, Mensch, das ist doch eigentlich schade um die Zeit. Wenn du das mal 10 Minuten nimmst und mal ein Spiel spielst, wü r de ich das ja einsehen, aber sonst bringt das andere doch mehr.“ So. Also, so bin ich mit der Literatur in Berührung gekommen und ich sage, das klingt vielleicht jetzt ein bisschen hochbauschend , aber es ist Fakt: Die Literatur hat mein Leben bestimmt, wesentlich bestimmt, mein Horizont erweitert und mich auch für Dinge auch interessieren lassen, die man sonst vielleicht nicht gelesen hätte und nicht wüsste, das es so was gibt, nicht auch dafür Interesse gezeigt hätte. Das muss ich sagen. Ich bin mit Literatur ab dem neunten Jahr groß geworden, und eigen t lich bis heute in der Literatur beim Lesen bewandert. In „Y“, wo ich herkam, als Junge, da war ich schon bekannt in der Bücherei. Wenn ich auftauchte, da kamen die Damen, die da waren gleich und haben mich persönlich betreut, und fragten, ob ich wieder was Neues haben will. War mir manchmal schon peinlich, nicht, so ein Junge-. Aber ich war bekannt. Das Persönl i che, das Anleiten ist aber doch besser, als wenn man die Kinder sich selbst überlässt und die suchen und-.

Paraphrase:

Seit zwei Jahren beschäftige ich mich ohne die Volkshochschule zu besuchen mit der Compute r technik. Durch die Bücher und PC-Zeitschriften aus dieser Bibli o thek habe ich mir ganz allein entsprechendes Wissen aneignen können. Jetzt beherrsche ich den PC entsprechend meinen B e dürfnissen – noch mit 74 Jahren. 347

Mein Lebensweg ist sehr eng mit der Literatur verbunden und diese hat mich w e sentlich geformt. Ich komme aus Ostpreußen. Meine Eltern waren Arbeiter und haben nicht gelesen. Wir hatten keine Bücher zu Hause. Ich hatte einen Deutschlehrer, dem ich das Interesse für die Literatur ve r danke. Dieser hatte großen Einfluss auf die gezielte Auswahl. Ich habe mir seit meinem neunten Lebensjahr seine Empfehlungen aus der Bücherei geholt. Dadurch ist mein Horizont erweitert, mein Wissen s drang entwickelt und ausgeprägt worden. Das ganze Leben habe ich versucht, mein Wissen durch Bücher – Romane und Sachbücher – zu erweitern. Ich habe Bücher gelesen, mit d e ren Inhalt ich mich identifizieren konnte. Wenn wir in der Schule Au f sätze geschrieben haben, war ich einer der Besten. Ich konnte mich dank Lesen gut ausdrücken. Ich war dann in Sachsen, später in Stralsund und auf Rügen und jetzt in Wolgast – überall war ich in der Bücherei. 348

Interviewtranskription: Dienstag, 09.03.2004 /15.00 Uhr

Teilnehmer: Eine Frau

Besonderheit: Die Teilnehmerin ist *************, hat sich deshalb schriftlich vorbereitet und dies vorgetragen.

Zu eins: „Aus welchen Gründen kommen Sie in die Bibliothek?“, da meine ich, der Kauf von Büchern, vor allen Dingen für Rentner, ist sehr teuer. Das ist mein Argument. Denn hab’ ich noch zu eins geschri e ben: Ausleihen von Reiseliteratur, historischer Liter a tur sowie Unterhaltungsliteratur. Das leihe ich mir sehr gerne aus. Vor allen Dingen, wissen Sie, man hat so vieles auch gar nicht so gewusst. Zum Beispiel Kempowski und so, die ganze Geschichte nach 1945. Na ja gut. Denn geht es weiter. Zu zwei: „Warum brauchen Sie die Bibliothek und ihre Mitarbeiter?“, na ja, vor allen Dingen für die Beratung und Hilfe beim Ausleihen von Büchern. Alleine findet man sich ja gar nicht so schnell zurecht. Geht denn auch schneller. Denn zu drei: „Hat die Bibliothek einen Ei n fluss auf Ihre Fähigkeiten-?“ – wohl kaum, aber „Ihr Wissen“ – doch. Auch aus Rom a nen lernt man viel. Historische vor allen Dingen. So, und „Spaß am Lesen“ – ja, auf jeden Fall. So, dann geht es zu vier: „Welchen Nutzen hat für Sie die Bibliothek?“, na ja, nun hab’ ich noch mal geschrieben: Kauf von Büchern entfällt für mich fast ganz. Sehr wenig. Zum Ve r schenken vielleicht, halt für die Kinderchen. Die Enkelchen. Aber ansonsten. Aber zu fünf, na ja: „Haben Sie durch die Bibliothek etwas erreichen können, das sie sonst nicht erreicht hätten?“ – das weiß ich e i gentlich nicht. So, und dann steht hier: „Was leistet die Bibliothek aus Ihrer Sicht?“ – na, dann hab’ ich so bei mir gedacht, ohne unsere Wolgaster Bibliothek und deren Mitarbeiterinnen wäre Wolgast um eine gesellschaftliche Einrichtung viel ärmer, zumal Wolgast eine hohe Arbeitsl o sigkeit hat. Und das stimmt doch, nicht? Die Arbeitslosen haben mehr Zeit, und wenn sie den Weg zur Bibliothek finden, vor allen Dingen die Jugendlichen, machen sie nicht so ein Blödsinn. Hab’ ich so bei mir gedacht. So, und dann geht es noch weiter, na das hab’ ich schon gesagt, das Lesen bereichert das Alltagsleben von Rentnern. Und dann ist ein Beispiel aufgeführt hier: „Ich brauche das Lesen zur Entspannung und zum Au s gleich. Bücher, die ich ein oder zweimal lese, hole ich mir gerne aus der Bibliothek.“ – das mach’ ich denn schon. So, na gut. Dann wird hier noch mal gefragt: „Hatte die Bibliothek einen Einfluss auf Ihre Fähi g keiten und Ihr Wissen?“ Ja, das kann ich wirklich so sagen, denn das Ausleihen von Reiseliteratur, wir holen uns immer vorher und nac h her, und dann gucken wir-. Das ist schön.

Paraphrase:

Ohne unsere Wolgaster Bibliothek und ihre Mitarbeiterinnen wäre Wolgast um eine öffentliche Einrichtung ärmer. Ich komme hierher, um mir Reiseliteratur, historische Romane und Unterha l tungsliteratur auszuleihen und habe dadurch mein Wissen erweitert. Das Lesen bereichert mein Alltagsleben. Ich schätze die Beratung und Hilfe der Mitarbeiterinnen. Der Kauf von Büchern ist für mich als Ren t nerin eine teure Angelegenheit und der Nutzen der Bibliothek besteht für mich auch darin, dass ich mir kaum noch Bücher kaufe. 349

Interviewtranskription: Mittwoch, 10.03.2004 /15.00 Uhr

Teilnehmer: Zwei Frauen

Teilnehmerin 1. Na, ich hab’ mich erstmal gewundert, dass Sie überhaupt jemanden einladen, der so alt ist wie ich, denn zum Wissenserwerb nutze ich die Bibliothek e i gentlich leider nur noch sehr wenig. Ja, ich komm’ gerne hier her. Ich wohnte erst 14 Tage hier, da hatten Sie gerade hier Betriebsurlaub im Sommer. Mein erster Weg führte hierhin und gucken, wann hier auf ist. Aber, klar es kommt auch noch mal vor, das man sich was in Bereichen-, Reiseinformation oder so was, aber im Wesentlichen hat es für mich nur noch Unterhaltungswert. Das ist auch ein Wert. Und wenn es die Bibliothek nicht geben würde, würde es für mich wahrscheinlich ein ganz erhebliches Stück L e bensqualität einbüßen. Ich denke immer mit Schrecken daran, was die Leute machen, wo die Fahrbibliothek nicht mehr hinkommt. Also, das wü r de ich sehr vermissen. Das muss ich sagen. Da würde mir irgendwie was ganz mächtig fehlen, denn für das Geld, das ich jetzt ja hier zahlen muss im Jahr könnt’ ich mir im Höchstfall ein Buch kaufen und das manchmal noch nicht einmal. Ich lese gerne Romane, ich lese auch gerne Autobiografien oder na, bei Reisebeschreibungen suche ich schon sehr. Da gefällt mir nicht alles. Aber, so von bekannten Persönlic h keiten oder auch mal von einem Schauspieler, das les’ ich schon sehr gern. Und vor allen Dingen, wenn Sie Familienromane haben in Fortsetzungen. Da können die Bücher nicht dick genug werden.

Teilnehmerin 2. Genau wie ich. Und Frauenschicksale, so. Da sind wir auf einem Se n der.

Teilnehmerin 1. Da sagen immer meine Kinder: „Mutter, hast wieder kiloweise Bücher abgeholt.“ Das schreckt mich nicht. Hat schon mancher gesagt. „Mensch, das du solche dicken Bücher liest.“ Da kann ich auch alles vergessen ringsum. Da wird auch nicht sauber gemacht.

Teilnehmerin 2. Da geht man auch richtig mit. Wenn das Buch so schön spannend geschrieben ist. Und es braucht’ ja nicht immer alles zum Schluss Friede, Freude, Eierk u chen sein. Das Leben bietet uns das ja auch nicht. Aber man kann sich so-, ich kann mich jedenfalls auch so richtig reinfühlen denn in diese Frauen. Ach Gott, ist das tra u rig. „Du musst noch ein bisschen lesen. Was passiert nun?“ Und denn geht es weiter. Ist manchmal sehr, sehr, sehr ergreifend. Wunderbar lebensnah geschrieben.

Teilnehmerin 1. Man macht die unterschiedlichsten Feststellungen. Ich hab’ neulich einen Roman gelesen, da war ich denn schon so ziemlich in der Mitte angekommen, da ist mir das denn erst bewusst geworden, dass ich einen Roman lese über drei schwarze Frauen. Ich hab’ mich schon immer gewundert, das war nicht so meine Welt, was die sich da immer so unterhielten und wie die so lebten, aber denn-. „Das ist doch hier von drei Schwarzen, was du hier liest.“ Man stellt doch irgendwie Unterschiede fest zu einem selbst. Ich mein, die waren sowieso jünger als ich, aber irgendwie denkt man: „Hast ja wieder was gelernt.“

Teilnehmerin 2. Ja, und jetzt nach der Wende lernen wir ja auch Schriftsteller und Schriftstellerinnen kennen, die früher nicht aktuell waren und zwar, auch gerade was uns betrifft, Frauenromane. Uta Dane l la , oder hier die Steel, die hab’ ich im Moment am W i ckel. Und-, die ist ja selbst Mutter von mehreren Kindern, sieben oder neun Kinder hat die. Und die kann sich wirklich so rein versetzen in die Frauen. In die Mentalität einer Frau. Gefühle.

Parallelen zum eigenen Leben in der Literatur finden

Doch. Ich hab’ zwar nicht das gleiche Schicksal mitgemacht, das sie da schildert. Aber man hat ja auch im Bekanntenkreis-. Wir sind ja nun auch schon älter, ich bin siebenmal umgezogen mit meinem Mann, damals bedingt durch seine Armeezeit. Da lernt man Schicksale kennen. Wir waren zwar damals jünger und haben gearbeitet, aber es kommt vielleicht auch auf jeden selbst drauf an, wie er veranlagt ist. Ma n cher schüttelt sich alles ab, manch einer ist mitfühlender und nimmt dann auch Anteil an diesen Schicks a len. Aber meistens kommt doch am Ende des Tunnels ein kleines Lichtlein . Gott sei Dank. Entweder finden sich dann diejenigen, die das betrifft ab, oder finden doch i r gendwie, dass es eine glückliche Zeit war mit ihren Partnern.

Gründe für das Lesen

Teilnehmerin 2. Um mich zu entspannen. Um in eine andere Welt zu tauchen.

Teilnehmerin 1. Ja, das muss ich auch sagen. Viele trübsinnige Tage, die mir anfangs die Wende beschert hat, die hab’ ich einfach untergehen lassen-, und mein Mann hat gesagt: „Was verschlingst du hier 150 Bücher hintereinander.“ Das war meine Art mit di e ser Sache fertig zu werden. Muss ich ganz ehrlich sagen. Ich hab’ das denn auch -, jetzt in der letzen Zeit hab’ ich das denn auch schon öfter mal gesagt, weil die anderen immer gesagt haben „Was liest du bloß so viel“. Aber es ist wirklich so. Manches hab’ ich dadurch weggesteckt. Abgehakt, und jetzt kommt was anderes. Das war auch mö g lich, weil man auch Zugang zu Schriftstellern hatte, die kannte ich vorher überhaupt gar nicht bzw. das ist ja ne Frau, das hab ich erst gar nicht gewusst oder Ken Follett oder so, ich les ja auch gerne mal Krimis und da macht es eben Sinn, das, was wir da vorher an Literatur hatten-, hat mich so ein bisschen die Science-Fiction-Literatur zu DDR-Zeiten-, hab ich die gelesen. Hab’ ich jetzt gar nicht mehr so sehr gefunden. Aber wie gesagt, man hat doch einige kennen gelernt, die mir sehr gut gefallen haben. Zum Beispiel „Schuldlos schuldig“, das kann ich nur jedem empfehlen, das Buch. Oder „Sicherheit ist trügerisch“ hat sie auch geschrieben, das sind wirklich Bücher-.

Teilnehmerin 2. Frauen schreiben gut. Die haben eine andere Seele.

Teilnehmerin 1. Und mir ist auch aufgefallen, dass man meistens auch was über Frauen in Büchern liest. Ganz selten-, wenn ein Mann über Frauen schreibt, fällt es gleich auf. Mein Mann, der liest ja auch ab und zu denn die Bücher, die ich mir ausgeliehen hab’ und denn unterhalten wir uns denn auch beim Spazierengehen über die Bücher. Das ist irgendwie ulkig. Wir sind eigentlich oft gleicher Meinung, aber wenn wir unsere Bücher da kommentieren, dann sind wir oft unterschiedlicher Meinung, obwohl wir das gleiche Buch gelesen haben. Das passiert uns auch öfter mal. Sagt mein Mann: „Vollkommen uninteressant“ und so.

Teilnehmerin 2. Doch interessant!

Teilnehmerin 1. Ist doch manchmal ganz ulkig mit uns.

Teilnehmerin 2. Und wenn Sie hier den dritten Punkt „Hat die Bibliothek einen Einfluss auf Ihr Wissen?“ -, es würde, wenn ich jetzt in einem Alter wär’, zwanzig oder dreißig Jahre jünger und mich qualifizieren müsste oder weiterbilden, dann würde ich mir ja wirklich einiges ausleihen. Und mir das holen.

Romane

Teilnehmerin 2. Man kann sich zum Teil auch ein bisschen trösten. Es geht dir nicht alleine so schlecht, anderen auch elend.

Teilnehmerin 1. Oft auch so hinten im Anhang, ich les’ zum Beispiel immer zuerst was über den Schriftsteller. Ich bin immer ganz erbost, wenn da nichts steht. Ich möchte immer erst wissen: Wer hat das Buch geschrieben? Wie alt ist derjenige ungefähr? Und manchmal ist ja hinten in den Büchern auch eine Karte drin, wo man sehen kann, wo das spielt. Oder was.

Teilnehmerin 2. Ja, das stimmt. Diese Romane aus den Südstaaten, die haben das. Aber ich habe ja langsam Gedächtnisschwund. Ich merk mir keine Namen. Das ist schlecht. Zahlen können sie mir sagen.

Teilnehmerin 1. Ich muss sie mir ja immer merken, weil meine ehemaligen Kollegen, die kommen dann immer und sagen: „Haste nicht mal wieder was zum Lesen? Denn sag’ uns das mal!“. Und dann muss ich immer Zettel machen und dann muss ich das immer weitergeben. Ja, denn muss ich mir das schon merken.

Teilnehmerin 2. Also Namen-, ich war schon immer-, da hab’ ich von der Natur einen kleinen Defekt zurückbehalten. Namen waren nicht doll. Namen und Gesichter, oh! Da bring’ ich öfter was durcheinander. Wiederum, bei mir funktioniert mehr das Zahlengedächtnis. Ja, aber jetzt im Alter lässt das auch nach.

Lesen und geistige Fitness

Teilnehmerin 2. Das denke ich doch. [Lesen fördert die geistige Fitness]

Teilnehmerin 1. Auf alle Fälle.

Teilnehmerin 2. Man ist auch diskussionsfreudiger. Kann noch mitreden. Man braucht ja nicht gleich alles belegen, exakt und so, aber wenn mir jetzt einer was von einem Buch erzählt, denn sag ich: „Moment mal du, das kommt mir so bekannt vor. Ist das die und die Handlung und spielt das da und da?“ Und wenn man erzählt, dann kommt das auch wieder. Doch. Und die Fantasie kann eine Rolle spielen.

Teilnehmerin 1. Also man trainiert schon bisschen das Gedächtnis, das möchte ich sagen. [Dies ist ein Grund für mich, zu lesen.] Mein Vater hat sehr viel gelesen. Er besaß eine umfangreiche Bibliothek. Er lebt leider schon längere Zeit nicht mehr. Meine Mutter hat überhaupt nicht gelesen. Überhaupt nicht. Die war nicht dranzukriegen an irgendein Buch. Und dieser Unterschied, das hat mir doch dann manchmal doch zu denken gegeben. Meine Mutti lebt noch. Die wird jetzt 89 und bis vor zwei Jahren konnte man sich mit ihr auch noch unterhalten. Aber das war ein deutlicher Unterschied zu meinem Vater. Das hat mir denn doch ein bisschen zu denken gegeben. Meine Mutter mochte gar nicht lesen. Und ich hab’ jedes Jahr zu Weihnachten von meinem zehnten Lebensjahr an, an Heiligabend ein Buch gekriegt, und das war am ersten Weihnachtstag früh fertig. Da saß ich mit meinem Vater die ganze Nacht und denn haben wir beide gelesen. Und ich hab auch heimlich Bücher gelesen, die ich nicht lesen durfte. Wenn meine Eltern dann nach Leipzig gefahren sind, die mussten mit meinem jüngeren Bruder damals zum Arzt, wusste ich ja, es ist keiner zu Hause und denn hab’ ich Bücher gelesen, die nicht für mich waren.

Teilnehmerin 2. Und denn die Toilette, nicht? Da hat man auch gelesen!

Teilnehmerin 1. Ja, wir waren eine große Familie. Da konnte man sich nicht drauf verlassen, dass man da ungestört -.

Lesen und Kindheit

Teilnehmerin 1. Ja, wenn sich die Möglichkeit ergab. Ich wollte Bibliothekarin werden. Ich sag jetzt was, was ich eigentlich gar nicht sagen wollte, aber meine Lehrerin hat in der fünften Klasse zu mir gesagt: „Was auf Leitern willst du steigen und staubige Bücher abklopfen?“ Das wollte ich eigentlich nicht sagen. Das war eigentlich mein Berufswunsch. Ich hab mir eingebildet, ich könnte die Bücher alle lesen, die da stehen. Das ist natürlich auch eine irrige Vorstellung. Das hab’ ich aber auch bald eingesehen. So war das. Ich wollte eigentlich Bibliothekarin werden. Da stand überall bei mir so, wenn wir mal was schreiben mussten, was wir werden wollten-, stand das immer drauf. Geworden bin ich’s dann doch nicht. Na ja, gut. Hat auch mein Vater Schuld. Der war Lehrer und hat sich dann nach `45 in einer Schule mit acht Klassen in einem Raum sich mit den Größeren beschäftigen müssen, die denn schon 16,17,18 waren und was hat er mit mir gemacht? Ich musste mit den Kleinen lesen. Das war’s denn.

Teilnehmerin 2. Und bei war es so, dass ich überhaupt nicht lesen mochte. Ich konnte nicht lesen. In der Schule, in der ersten Klasse, ich habe nicht lesen können. Ich hab’ die Lesestücke, solche Dinger, auswendig gelernt. So, da mussten wir rückwärts lesen. Da war ich-. Da waren noch einige, die auch nicht so gut lesen konnten. Und da hatten wir eine Lehrerin, „X“, die hab’ ich vergöttert, die hab’ ich geliebt und wer gut lesen konnte, der bekam von ihr ein Bonbon. Und das hat sich so eingeprägt. Und ich war nie dran. Ich hab’ kein Bonbon gekriegt. Ich konnt’ einfach nicht lesen. Aber auswendig lernen. Und später auch Gedichte, Balladen, das konnte ich. Das ging. Aber, und jetzt war ich traurig, ist doch klar. Ich mochte sie so gerne. Ich konnte nicht lesen, alle bekamen Bonbons, ich nicht. Es war traurig, ich hätte mir eine ganze Tüte Bonbons kaufen können, aber die haben nicht so geschmeckt wie die einen. Wie dieser eine, den ich hätte bekommen können. So, und dann war mal Weihnachten. Und ich bekam ein Buch. Das hat meine Schwester mir geschenkt. Ich habe eine zehn Jahre ältere Schwester. Hübsche Bilder aus der Tierwelt. Und da stand ein Titel drauf „Bimbi schreibt für Babsi“. Und das war ein Elefant und ein Affe. Und der Affe konnte nicht lesen. Und der Elefant konnte lesen. Und da hab’ ich mir das so zusammengestottert unter der Deckbette, Zudecke, mit der Taschenlampe, der konnte auch nicht lesen der kleine Affe und hat es nachher gelernt. Und dann konnte ich auf einmal lesen. Und dann hab’ ich, och da war ich schon zweite Klasse, dann hab’ ich auch zu Hause geübt, lesen, das hat mir ja keinen Spaß gemacht, kein Erfolg, und mocht’ ich nicht. Das andere klappte, aber lesen nicht. Dann hab’ ich mich gemeldet und dann hat sie mich rangenommen, „X“, und dann konnte ich lesen. Da bekam ich endlich mal ein Bonbon. Und seitdem ging es. Da war ich richtig verrückt auf’s Lesen, da hab’ ich bald schon was anderes vergessen. Irgendwie musste der Knoten platzen. Und bei meinem Enkel, dem „X“, da ist das auch so. Er spricht sehr undeutlich, verschluckt die Silben, und nun kommt er, wenn er mal kommt, die Kinder sind geschieden, die Enkel kommen auch zum Vati und zu uns, da mag man ja nicht immer rumkritteln. Und die Lütte, die „X“, die kommt: „Omi, soll ich dir Witze vorlesen?“. Die kann das. Richtig mit Komma, Fragezeichen. Und so war das bei mir mit diesem Buch „Bimbi schreibt für Babsi“. Er schrieb für Babsi. Und Babsi konnte denn das lesen. Vergess’ ich nicht, es war das erste Buch, das ich bewusst gelesen habe. Und die schönen bunten Bilder dazu, das hat mir geholfen. Aber es sind schon bald über 60 Jahre her. Aber es war ausschlaggebend. Jetzt im Nachhinein, so seh’ ich das. Und da hab’ ich auch ganz doll geachtet auf „X“, also wirklich, die kann auch schön erzählen, „X“ nicht so. Aber begreifen tut er schon was. Er kann es nicht so wiedergeben. Er ist flüchtig.

Teilnehmerin 1. Ja, in meiner beruflichen Situation gab’s ja viele Male Tage, wo ich die in der Bücherei zugebracht hab. Ja, ich glaube, ich habe im vergangenen Jahr einen Tag erlebt, wo auch Kinder hier waren. Das hat mich so an meinen Beruf erinnert. Und ich habe jetzt noch ein Buch, das habe ich zum 13. Geburtstag bekommen, das heißt „Gaben der Völker“. Da hab ich den Kindern auch ab und zu mal zu Weihnachten oder so vorgelesen und denn habe ich gesagt: „Denn geht doch mal hin und fragt in der Bibliothek, ob das noch vorhanden ist.“ Und denn ist auch einer hingegangen: „Nee, das war nicht da.“ Und da hat derjenige dann zur Bibliothekarin gesagt: „Na ja, das können sie ja auch nicht mehr haben, unsere Lehrerin ist ja schon alt.“ Da hab’ ich aber keinen wieder hingeschickt. Und mit der ersten Klasse, da hatte ich den Sohn vom „X“, nicht der jetzt, sondern der davor, den kannten meine Kinder, die anderen alle, weil der Sohn ja in der Klasse war. Und er hatte ihn schon öfter abgeholt und so. Und dann gingen wir auch zur Bibliothek, so kurz vor den Winterferien, und denn sagte „X“ [Bibliothek „Y“]: „Wisst ihr denn, wer die Bibliothek gebaut hat?“ Na ja, das wusste die Kinder natürlich nicht. Dann hat sie uns das erklärt und wem die Bibliothek gehört, wussten die Kinder auch nicht. Denn sagte sie: „Die gehört der Kommune.“ Da sagt ein Mädchen neben dem Sohn: „Oh ja, den kenn’ ich.“ Sie meinte den Vater von „X“. Das war auch so lustig. Das fiel mir so ein, als ich die Kinder hier sah.

Teilnehmerin 2. Ist aber schön, wenn sie hier so rangeführt werden.

Teilnehmerin 1. Begeisterung ist bei den Kindern, wenn es Mühe macht, schnell wieder dahin. Das muss man denn auch ein bisschen wach halten, ich hatte denn so Pappkartons hinten im Klassenraum auf einem Tisch, der nicht besetzt war zu stehen, und viele Kinder haben denn ihre Bücher von zu Hause mitgebracht, Mutti hat gesagt: „Die können in der Schule bleiben“. Und denn hatte einer ein Heft und der musste immer einschreiben, wer sich welches Buch raus genommen hat und das hat auch eigentlich immer geklappt, dass das wieder zurückkam, wenn’s auch manchmal immer lange gedauert hat.

Teilnehmerin 2. Sie sind Lehrerin? Und wo? Auf der Insel?

Teilnehmerin 1. Ja, in „Y“. Und das waren immer starke Klassen. Also man musste immer viele im Auge behalten. 36,37 Kinder zu DDR-Zeiten. Das würde jetzt einen nieder machen. Würde man gar nicht mehr durchhalten. Aber es ging. Und es kamen auch viele Kinder, wenn man so mit 25 hingegangen ist [in die Bibliothek], kamen 20 mit der Unterschrift in die Bibliothek. Viele waren ja durch ihre älteren Geschwister -, hatten ja schon gelesen, wussten ja-, hatten den Wunsch, eine eigene Karte zu haben. Es gibt immer mal eine Phase, Filme sehen ist ja einfacher.

Teilnehmerin 2. Und ich finde, die Kinder, die viel fernsehen, können gar nicht im Zusammenhang erzählen. Wenn du denn mal fragst: „Wie war’s? Was hast du gesehen? Hat’s dir gefallen? Worum ging’s?“: „War nix.“, „Ist gut“, „Alles Mist“, „Will ich nicht mehr sehen“. Die können das gar nicht so schildern. Und deswegen meine ich, wenn man liest, man kann die Fantasie mit dazu nehmen. Und etwas bleibt auch aus der Schule hängen. Ich hab ja nun leider nicht so eine regelmäßige Schule besucht wie andere. Wir waren zweieinhalb Jahre in „Y“, in „Y“ im Flüchtlingslager, und da war natürlich keine Schule. Aber als wir denn, wenn ich das mal so erzählen darf, wurde ein Lager aufgebaut in Kopenhagen. Das war ein ursprüngliches Areal von einem Flugplatz. Und das war ja nun nach dem Krieg aufgelöst. Und da kamen wir denn `46. `45 zogen wir dann von einer Schule zur anderen, schöne Schulen hatten wir, wirklich. Da kamen die Flüchtlinge rein. Und immer wieder sind ja Leute, Ärzte, Professoren und auch Lehrer, sind auch geflüchtet. Die wollten ja ihr Leben retten. Und da hatten wir denn „X“, die war Englischlehrerin, in dieser Schule, wo wir in den Klassen lagen auf Stroh. Wenn einer eine Decke hatte, war er reich. Wenn nicht, haben wir uns mit dem Mantel zugedeckt. So war’s. Und „X“ war so eine hübsche blonde Lehrerin. Die seh’ ich auch noch vor mir. Und die konnte Englisch und die hat sich denn die Kinderchen, die so bisschen Englisch hatten, ich hatte auch ein bisschen in der Hauptschule-. Das war eine andere Kategorie als die jetzige Hauptschule. Da gab es ab vierte Klasse Englisch. Ab der sechsten dann noch eine Sprache dazu. So, und da sind wir schon hin. Da haben wir mit „X“ Englisch gesprochen. Es hat Spaß gemacht in diesem Elend. Hunger, Elend. Draußen gingen die Soldaten mit dem aufgepflanzten Gewehr, wir durften nicht raus. Nüscht. Wir bekamen mal ein Schüsselchen Suppe zugeteilt, schlimm. Na ja, und dann nachher dies große Lager. Da wurden dann wirklich die Leute zusammengeholt, da merkte man auch schon wieder die deutsche Organisation. Wer war Lehrer? Wer war Krankenschwester? Wer war Pastor? Die wurden raus gezogen. Und dann hieß es: Die Lehrer, die haben für die Schule zu sorgen. Die anderen Jugendlichen, die so im Lehralter waren, die Mädchen kamen in die Schneiderei. Da wurden alte Soldatenmäntel vom Roten Kreuz ausgeliefert. Da wurde denn was genäht. Und die Jungs, die kamen in die Tischlerei, wir waren 18 000 Leute in dem Lager… Ich könnte einen Roman schreiben. Ja, und da bin ich dann auch zur Schule gegangen.

Paraphrasen:

Ich lese gern Romane, in denen ich Parallelen zu meinem eigenen Leben finde, das seit meiner zweieinhalbjährigen Zeit im Flüchtlingslager Kopenhagen sehr schicksalhaft war. Ich tauche dann in eine andere Welt, kann entspannen und finde vie l leicht ein wenig Trost. 350

Im Wesentlichen hat die Bibliothek für mich einen Freizeitwert und ist deshalb ein Stück Leben s qualität. Ich lese gern Romane, die ich mir so zahlreich nicht kaufen könnte. Über viele trübsinnige Tage, die ich nach der Wende hatte, hat mir die Liter a tur geholfen. 351

Interviewtranskription: Donnerstag, 11.03.2004 /15.00 Uhr

Teilnehmer: Eine Frau

Also, wenn ich jetzt mal zu dem Punkt eins, wollen wir das doch mal so machen – dass ich von Kind an viel gelesen und was soll ich sagen, das ich nicht so ein großer Fernsehfan bin und für mich eben Lesen vollkommene Entspannung ist, schon immer gew e sen. Und besonders jetzt nach der Wende, da ist das Angebot ja auch sehr schön hier, und für mich, ich kann mir ein Leben ohne Lesen gar nicht vorstellen. Und vor allen Dingen ist es auch so, na ich will mal sagen, ich bin ja nun schon 71, und man bleibt auch so ein bisschen drin im Leben. Denn es ist ja doch bei uns hier, an Kultur bietet Wolgast nicht viel, und da ist das für mich eben das Einzige. Also nicht nur aus der Not heraus, sondern einfach eben, weil Wolgast nichts weiter zu bieten hat. Und ich deswegen auch schon immer viel auf der Insel bin. Ich brauch’ das einfach. Ich kann da nicht einfach so in den Tag leben. Ja. Und wenn ich denn auch hier das mit den Mitarbeitern hier, die sind sehr entgegen kommend, ihre Kolleginnen hier und legen mir auch mal ein Buch hin. Auch mal eins, wo sie wissen, wie so mein Geschmack ist. Was ich nicht bestellt hab’, wo denn die „X“ sagt, heute hab ich mal eins zurückbekommen. Das find’ ich sehr nett. Allerdings muss ich sagen, in der DDR-Zeit war ich bei „X“ auf der Werft. Da hatten wir auch viele, viele schöne Stunden durch die ganzen Buchlesungen, und da war ich auch schon immer ein eifriger Leser. Und na ja, zuerst war sie ja noch hier und da kam ich denn gleich wieder so rein. Und ich muss sagen, ich bin hier auch mit dem Service zufrieden. Ohne ihnen jetzt zu schmeicheln. Mir waren auch nie die 20 DM bzw. Zehn Euro zu viel. Manche haben ja gesagt, „Ach auch das noch bezahlen.“ Also ehrlich gesagt, ich rauch’ nicht, ich trink’ nicht, da bedeuten mir die zehn Euro nix. Ist nicht viel. Ja, und das hatte ich eigentlich schon gesagt zu Punkt drei, dass man da den Spaß am Lesen na ja - . Ja, [das Lesen ist meine wichtigste Freizeitbeschäftigung.] Zumal, wenn man älter ist, man vielleicht etwas behindert ist, ich hatte letzte Woche wieder einen Rheumaschub, wobei ich mich dann gar nicht so viel bewegen kann und da - . Es ist nicht nur aus der Not heraus, ich hab auch wirklich Spaß daran. Ich entspanne mich mehr, wenn ich ein Buch lese, und wenn man älter ist, ist man ja auch nicht mehr so sehr aktiv. Dann ist man ja doch ein bisschen drauf angewiesen, und ich kann mich überall, ob ich jetzt am Strand liege oder im Zug sitze, also ich kann da so abschalten. Sehr schön.

Geistige Fitness durch Lesen

Das auch.

Das ja, auf jeden Fall. Ich bin auch ein eifriger Kreuzwort -. Ich kauf’ mir immer diese dicken Dinger. Und da hab’ ich sogar meine Enkelin, die eigentlich etwas behindert ist, auf eine Art -, aber auf andere Art ist sie -, also die fährt Auto und so, aber hab’ sie auch schon zu Kreuzworträtseln hingekriegt und die ist auch schon ein eifriger Fan. Aber ich hab’ leider zu spät Einfluss darauf gehabt, wo sie noch zu Hause war. Dass sie auch ein bisschen mit dem Lesen und so. Das wäre ja auch für sie sehr schön gewesen. Aber die hat da so ’n bisschen Lese-Rechtschreib-Schwäche. Und mit den Kreuzworträtseln kommt sie zurecht. Und wie gesagt, es ist jetzt zu spät. Das hat meine Tochter damals versäumt. Inzwischen ist sie verheiratet und geht auch arbeiten. Und na ja, denn wissen Sie ja, wie das heute ist mit den Autos. Da wird Auto gefahren, und hierhin und dahin. Ist ja auch in Ordnung, ist ihr Leben. Ich hab’ von Kindheit an gelesen. Wissen Sie, das war immer so: meine Mutter, ich muss mal so eine kleine Episode erzählen, ich war ja auch nicht sehr artig. Und dann kriegte ich auch oft Strafe. Und meine Mutter wusste genau, da ich sehr lebhaft war, sie kann mich nicht mehr strafen, als wenn ich ins Bett musste. Und wir hatten damals eine Bibliothek, die war in der Bahnhofstraße. Da war die Bibliothek „Bock“. Und da war meine Mutter immer, übrigens auch eine große Leserin vor dem Herrn, und ich hab’ die Bücher immer schneller umgetauscht, eh sie sie gelesen hatte. Und hab’ mir dann damals immer die Jungmädchenbücher hab’ ich mir dann immer geholt und dann hab’ ich sogar abends - . Und dann musst’ ich ja nun ins Bett zur Strafe, zwei Stunden oder was und denn hab’ ich immer so unter der Bettdecke gelesen. Und sie hat das nicht gemerkt. Und da hat sie gesagt zu der Nachbarin, hab ich mal gehört: „Ich weiß nicht, ich denke immer, ich bestrafe sie, wenn ich sie ins Bett stecke, aber sie schläft und schläft und schläft.“ Sie hat immer gedacht, ich schlafe. Ich lag immer so auf der Seite und abends im Dunkeln hab’ ich sogar mit der Taschenlampe gelesen. Das hat die nie gemerkt! Ja, also ich hab schon immer viel gelesen. Aber es kostete, das war schon während des Krieges, da kostete es immer ein Buch ein Groschen. Zehn Pfennig zum Ausleihen. Irgendwie waren das größere Dinger kosteten die 20, ich glaub’ für Erwachsene. Für Jungmädchenbücher oder Kinderbücher zahlte man damals einen Groschen. Ja. Doch ich hab’ schon immer viel gelesen. Und denn hatte ich nachher -, die war ja bei Ihnen auch sehr, mit der „X“ zusammengearbeitet. Die ist ja jetzt leider verstorben. Die „X“. Mit der hab’ ich auf der Werft zusammen gearbeitet. Die war auch ein großer Lesefan. Im alten Jahr noch ist sie verstorben. Ich hab’ dann öfter mal hier gesehen, dass hier mal so ein Zettel für sie lag.

Bedeutung des Lesens

Ja, es ist eben für mich Unterhaltung und auch ein bisschen Weiterbildung und das man eben nicht stehen bleibt und viel auch ein bisschen über andere Länder sieht und so. Für mich ist Lesen eben, gehört dazu zum Leben.

Paraphrase:

Lesen ist für mich seit meiner Kindheit Entspannung und Erholung. Man bleibt im Leben – ich bin 71 Jahre – ein wenig drin und sonst hat Wolgast nicht viel Kultur zu bieten. 352

Interviewtranskription: Freitag, 12.03.2004, 15.00 Uhr

Teilnehmer: Ein Mann

Besonderheit: Ein weiterer Mann hatte seine Frau als Ersatz für seine Teilnahme geschickt. Ihre Aussagen konnten aus bereits dargestellten Gründen nicht einbezogen werden.

Ja, vielleicht muss ich erstmal sagen, vielleicht zu den, den Lesegewohnheiten, ja, oder aus welchen Gründen komm’ ich hierher? Ich meine, im Laufe des Lebens haben sich viele Veränderungen ergeben, auch in den Lesegewohnheiten. Ich bin eigentlich ein Vielleser und lese auch schnell und ich komme doch jetzt mehr aus Gründen der Wi s sensaneignung her, also ich möchte sagen, ich hab’ mir ganz wenig mal ein Roman oder so was entliehen und dort haben sich auch bei mir die Gewohnheiten verändert. Ich lese auch so, zu Hause, aus anderen Quellen kaum, Romane oder wie man früher sagte „Schöngeistige Literatur“, sondern, dort haben sich doch die Interessen verschoben. Das hängt vielleicht doch damit zusammen, dass eben viel, was heutzutage geschrieben wird, mich nicht anspricht, im Gegensatz zu fr ü her. Dort kam mir alles ein bisschen realistischer vor. Also, gerade wenn ich an die sowjetische Literatur denke, Scholochow, Tolstoi, das hab’ ich auch schon in jungen Jahren gelesen, der „Stille Don“, oder auch später, ich bin bei der Armee gewesen, von Simonow „Man wird nicht als Soldat geboren“ oder „Jeder stirbt für sich allein“, so ’ne Romane, die haben irgendwie-, hat man das Gefühl gehabt, das ist erlebte Wirklichkeit, was die Schriftsteller da ausgedrückt haben. A l so, ich möchte mal sagen, da haben einen auch die Schicksale der Menschen, und hab’ ja vielleicht deutsche Literaten vergessen dabei, die haben einen auch angesprochen. Also, heut’ ist so, wenn ich an die westlichen Literaten denke, den Persone n kreis, in den Kreisen, wo sich ihre Literatur bewegt, spricht mich nicht an, wenn ich mal so Rosamunde Pilcher sehe. Meine Frau sieht so was beispielsweise im Fernsehen als Verfilmung. Da mach’ ich was anderes. Also, da fühl’ ich mich nicht angesprochen und es muss doch immer eine gewisse Verbindung da sein. Also, das vielleicht dazu. Sie wird es sicherlich interessieren, was in Ihrer Bibliothek hier nach der Wende ist. Ich komme ausdrücklich, um Wissen anzureichern und dort erfüllt die Bibliothek für mich einen sehr guten Zweck. Ich hab’ bestimmte Interessengebiete, das ist bei mir vor allen Dingen das Re i sen. Wir sind eifrige Reisende, zumal wir seit Jahrzehnten Camper sind und wir machen diese Reisen auf eigene Faust mit dem Wohnwagen, d.h. ich bereite auch die Reisen vor und wir sind auch keine Reise n den, die meinetwegen 14 Tage nur an den warmen Strand fahren und sich in die Sonne legen, sondern wir gucken uns Städte, Sehenswürdigkeiten an, Architektur, Museen an, versuchen auch, von den Landessi t ten was mitzukriegen, wenn irgendwelche Feste oder sonstige Veranstaltungen sind. Das bedarf alles immer einer sehr eingehenden Vorbereitung, weil man da nicht aufs Geratewohl fahren kann, manchmal bestimmt der Reisetermin oder das Aufsuchen bestim m ter Orte dieses Literaturstudium und wenn ich mal von ausgehe, und da möchte’ ich mal auch zu einem gewissen sozialen Aspekt kommen, wenn ich mir diese ganze Literatur, die ich hier zur Verfügung habe, kaufen müsste, könnte ich mir das nicht leisten. Dann wäre mein Wissen bedeutend niedriger. So würde ich das mal ehrlich einschätzen, denn bei den Buchpreisen, die man jetzt also bezahlt, kann man einfach nicht sich das leisten, wie hier, in einer so großen Auswahl zu wühlen und sich das Wichtigste, das Notwendige und das, was man braucht’ herau s zusuchen und Anregungen zu gewinnen. Also, deshalb möchte ich auch sagen, als Rentner, der ich seit einiger Zeit bin, ja, bin ja mittle r weile, und die zweite Richtung, die das Interessengebiet bei mir ist, ich interessiere mich auch sehr für Historie, für Geschichte und die Bücher, die ich mir auf dieser Str e cke entleihe, sind fast ausschließlich dokumentarische Werke. Also allenfalls, wollen mal sagen, Memoarien, aber auch direkt wissenschaftliche oder allgemeinwissenschaftliche Literatur, die ja hier auch mit unte r schiedlichen Tendenzen im breiten Spektrum vertreten ist. Man findet ja hier, ich möchte sagen von „Rechts“ bis „Links“ alles vertreten und es ist für mich interessant, mir aus einer Position der Geschicht s beurteilung das Notwendige raus zu lesen, wie auch von der anderen Seite. Und versuchen, mir mein eigenes Bild zu machen, was zwar niemanden mehr interessiert, aber mich eben b e schäftigt. So, und seit einigen, seit über einem Jahr ist auch noch dazu gekommen, dass ich einen Computer geschenkt beko m men habe, obwohl ich das nicht wollte. Aber notgedrungen hab’ ich mein ganzes Wissen auf diesem G e biet mit Hilfe der Bibliothek hier gemacht. Ich hab’ keinen Computerlehrgang besucht, ich hab’ auch niemanden gehabt, der mich darin einweisen konnte, ich hab’ das alles an Hand der hier vorhandenen Lit e ratur gemacht. Plätschere zwar immer noch so an der Oberfläche, ich mach’ auch keine Spiele auf dem Computer, ich benutz’ den für andere Zwecke. Aber ich muss sagen, gerade auf dieser Strecke ist ja hier ein ausgezeichnetes Angebot da und das hat mir also auch sehr viel gegeben. Um die Frage für mich hier zu beantworten, ich habe damit, um auf die konkreten Fragen einzugehen, hab’ ich den Eindruck, das dadurch meine Fähigke i ten und mein Wissen erweitert worden sind. Spaß hab’ ich natürlich auch dran, aber wie gesagt, auf diese Literatur-Bereiche beschränkt, und der Nutzen, um das noch mal zu wiederh o len, sehe ich in erster Linie mit als so ein relativ soziales Problem. Ja, das Angebot ist im Allgemeinen sehr groß. Man kann sich ja heutzutage alles im Buchha n del bestellen, aber es ist eben preislich für den Durchschnittsverdiener nicht machbar. Und ist manchmal auch schade, man hat die eigenen Räume voll. Man hat keinen Platz zu Hause. Ich habe sowieso zu viel’ Bücher. Meine Frau schimpft immer. Sie sagt: „Bei uns in der Stube sieht es aus wie in der Bibliothek.“ Aber das kommt auch noch mit dazu. Insofern hat die Bibliothek auch für mich einen großen Nutzen. Ich hätte siche r lich, gerade was das Reisen betrifft, nicht soviel erleben können, wenn ich nicht mich hätte hier auch vorbereiten können. Und ich möchte sie, um das auch noch mal abzuschließen, nicht missen. Ich bin der Meinung, eine Bibliothek ist einfach eine kulturelle Ei n richtung in einem Ort dieser Größenordnung, die sein muss, wenn man nicht dazu beitragen will, dass das Volk total verblödet. Ich meine, das ist ein wichtiger kulturpol i tischer Aspekt, der vielleicht aus Finanzgründen nicht überall so gesehen wird. Aber ich würde das sehr, sehr vermissen, wenn hier aus finanziellen Gründen-, auch eine Ödnis eintritt und wenn man denn vielleicht nach Greifswald fahren müsste, um sich dann ein Buch auszuleihen.

Lesefähigkeit

Na ja, das hat aus meiner Sicht verschiedene Ursachen. Ich hab’ auch vier Enkelkinder im Alter von 6 bis 21 Jahren, so in der Altersgruppe und ich muss auch sagen, dass ich eben feststellen konnte, so wie Sie sagen, dass einfach die Konzentrationsfähigkeit sich überhaupt mal ein Buch durchzulesen gar nicht das ist oder wenn sie ein Buch aufschlagen und da sind keine Bilder drin, dann wird es schon beiseite gelegt. Also sie möchten mal am liebsten Comic, ja, nicht mal, dass sie das verlangen, aber auf dieses Niveau ist das teilweise schon herabgedrückt worden. Und ich meine, es ist unterschiedlich, einer meiner Söhne, zu dem zwei Enkelkinder gehören, die Älteren, die haben in „Y“ gewohnt und ************************* ***************************** ***** ***********************************. Und ich muss sagen und ich hab’ das selbst bemerkt, obwohl die komischerweise in der Schule immer sagen, noch Noten bekommen haben, mit denen man zufrieden sein kann, aber wenn sie mal was lesen sollen, das klingt so, wie das früher bei uns, ich möchte mal übertrieben sagen, vielleicht in der dritten Klasse geklungen hat. Also solche Schwierigkeiten haben die, mal etwas Längeres vorzulesen. Und ich glaube, direkt ein Buch, muss direkt mal danach fragen, können sie mir bestimmt keins nennen, was sie von sich aus zur Hand genommen haben. Die anderen, die wohnen in Wolgast, und die eine Enkeltochter geht auch aufs Gymnasium, dort weiß ich, die ist auch hier Leser, dass da auch im Schulauftrag des Öfteren Literatur geholt wird, um ein Thema zu bearbeiten. Aber in Bezug auf Schöngeistiges spielt sich da auch weniger ab. Und ich sehe die Hauptursache in allen Fällen im Fernsehen. In unserer Generation, wenn wir was erleben wollten, was von der Welt erfahren wollten, mussten wir zum Buch greifen. Oder wir blieben dumm. Also, wer sich was aneignen wollte, hat ein Buch gelesen. Oder die einzige Abwechslung war noch das Kino. Wo man da mal für 1 ½ Stunden in eine andere Welt eingetaucht ist. Aber ansonsten musste man sich das redlich erarbeiten und wer einigermaßen neugierig war, hat sich ein Buch geholt. Ich bin ein eifriger Leser gewesen. Im zweiten Schuljahr bin ich schon Leser einer Bibliothek gewesen. Ich stamme aus Dresden und wir hatten dort in jedem Stad t teil schon damals Bibliotheken. Ich meine, dort war das damals Karl May, was ich mir geholt habe, und so was. Aber ich hatte beispielsweise in der vierten Klasse fast alles, 65 Bände von Karl May gelesen. Also, man kann darüber streiten, dass das was g e bracht hat, aber es hat über die Welt erzählt. Aber das war nur die eine Seite. Also, es soll bloß das Pensum zeigen, was man von diesen recht dickleibigen Büchern klaglos verdaut hat und bis abends auf dem Fensterbrett gesessen hat, wegen des Lichtes, und hat dort gel e sen, dann möchte man mal heute, eins von meinen Enkeln, und ich möchte sagen, bei anderen ist es wah r scheinlich genauso, finden, die überhaupt die Ruhe haben, um sich mal zwei Stunden mit einem Buch zu beschäftigen. Und das ist ja auch beim Fernsehen so. Also, die sind durch die Medien überbeeinflusst. Das zappt ja auch beim Fernsehen immer hin und her. Also, wenn eine Sendung länger als ½ Stunde dauert, dann ist das schon vorbei. Dann wird mal schon geguckt, was andere bringen. Und ich bin der Meinung, dieses Phänomen Fernsehen hat in dieser Hinsicht nicht nur einen positiven Einfluss, dass man also zu mehr Informationsquellen einen Zugang hat, sondern hat auch einen negativen Einfluss, vor allen Dingen auf Heranwachsende, die von Anfang an dadurch zu schlechten Gewohnheiten kommen.

Einfluss der Eltern

Gerade, wenn die Eltern berufstätig sind und die Kinder noch kleiner sind, dann ist ja oftmals die Zeit, in der die Eltern zum Lesen kommen, die Zeit, wo die Kinder ins Bett müssen. Die kriegen dann also gar nicht groß mit, dass die Eltern lesen. Und ich möchte das in meinem persönlichen Fall sagen, wo ich das von meinen Enkeln erzähl’, dass gerade die Schwiegertochter eine äußerste Leseratte ist. Also, ich möchte mal sagen, dort geht die Lesesucht, ich hab’ schon manchmal ************************** *****************************. Die liest unheimlich viel. Und wenn ich sagte: “Wir haben viele Bücher zu Hause“, bei denen ist das eine Katastrophe. Die haben in der Stube nur Regale stehen, wo Bücher drin sind. Das ist bestimmt-, von der Vorbildwirkung her, müsste man sagen-, aber es ist das Gegenteil der Fall. Das Fernsehen ist bequemer. Und ich möchte sagen, man kann auf bequemere Art und Weise Spaß und Abwechslung erhalten. Man braucht’ nur passiv zuzuschauen. Man ist nicht aktiv dabei. Und das ist-. Der Mensch strebt auch bisschen zur Bequemlichkeit.

Also, ich muss sagen, was den Fernsehkonsum betrifft, da bin ich auch sehr zurückhaltend. Also ich guck’ mir „Tagesschau“ an und das eine oder andere Magazin noch, sehe ich mir auch mal an, so eine Sendung wie „Bilderbuch Deutschland“ oder Dokumentationen über andere Länder usw. Aber private [Sender] kommen bei uns überhaupt nicht vor.

Neubau der Bibliothek/Entfernung für Leser

Na ja, also ich meine, im Grunde genommen lebt die Bibliothek ja weniger von der Laufkundschaft. Also, wollen mal sagen, wer interessierter Leser ist, der scheut auch einen weiten Weg nicht. Ich wohn’ ja nun fast in „Y“. Also, das hat mich noch nie gestört. Das ist so. Also, wenn man sich da hingezogen fühlt. Das war schon früher so. Ich sage ja, ich bin in Dresden auch zur Oberschule gegangen und hab’ auch viele Interessengebiete in meinem Leben durchlaufen. Ich war in der „Sächsischen Landesbibliothek“. Die war am ganz anderen Ende. Da musste man auch aus finanziellen Gründen, das Geld war knapp zu der Zeit, mit dem Fahrrad fahren, da war der Nachmittag weg, wenn ich dort zur Landesbibliothek gefahren bin. Und meistens konnte man-, vieles konnte man nur dort lesen, konnte man ja nicht mitnehmen. Also, das hat mich noch nie gehindert. Aber Greifswald wäre mir zu weit.

Umfeld Dresden/kulturelle Prägung

Ja, da muss ich sagen, das ist auch seltsamer Weise fast ohne, für einen jungen Menschen muss ich mal sagen-, Ältere oder Wissenschaftler haben das vielleicht anders g e sehen, aber selbst der Krieg und die Zerstörung Dresdens hat sich eigentlich kaum in dieser Hinsicht auf den Erhalt dieser Einrichtungen au s gewirkt. Dort ist zwar vieles verbrannt, aber beispielsweise die „Sächsische Landesbibliothek“ ist ja s o wieso in der Neustadt gewesen und ist nicht beschädigt worden. Die blieb da. Aber auch die vielen Stad t teilbibliotheken, ist klar, im Zentrum war nichts mehr, aber in der Peripherie ist vieles dort auch erhalten geblieben, und die Einrichtungen- , das ging nahtlos weiter. Dann, wo ich dann auf die Oberschule ging, auch schon damals eben auch viel populärwissenschaftliche Literatur geliehen hab’, je nach Interesseng e biet, Chemie hat mich mal eine ganze Zeit lang, Geologie hat mich dann interessiert. Und dann hab’ ich dann immer mit Hilfe der Bibliotheken mir das erworben. Bloß um ein Beispiel zu nennen: Ich hab’ ganz inoffizielle-, hatte sich denn bei uns so in der Klasse so eine geologische Interessengruppe rausgebildet, die durch mich animiert wurde. Und wir haben so g e nannte geologische Wanderungen gemacht, als Jungs. Heutzutage müsste man das mal einem 16-Jährigen sagen, auf solche Gedanken vielleicht mal zu kommen. Wirklich so weit wie möglich auf wissenschaftlicher Grundlage. Und die ganzen Vorbereitu n gen hab’ ich mir auch-, ich hab’ mir geologische Karten, konnte man aus den Archiven en t leihen oder hab’ ich schicken lassen, von der Landesbibliothek. Ich hab’ die Orte ausgewählt, wo wir hinmarschiert sind, um dort Aufschlüsse zu haben. Ich hab’ aus der Literatur gewusst, was man dort für Steine und M i neralien findet und das ist über lange Zeit gelaufen mit dem Ergebnis, dass drei Mann aus der Gruppe später Geologie studiert haben. Bloß ich nicht. So hat das eben gewechselt. Aber das wäre nie ohne Bi b liothek möglich gewesen. Das war selbst in den Nachkriegsjahren, wo es im Wesentlichen noch haup t sächlich ums tägliche Brot ging-, ist das aber trotzdem da gewesen. Jedenfalls bei uns. Und das hat e i gentlich dazu beigetragen, dass für mich der Gang in die Bibliothek schon immer eine Selbstverständlichkeit war.

Paraphrasen:

Ich komme vor allen Dingen aus Gründen der Wissensaneignung hierher. Die Bi b liothek erfüllt für mich einen sehr großen Zweck. Ich interessiere mich sehr für Geschichte und leihe mir deshalb Literatur unterschiedlicher Positionen aus, um mir mein eigenes Bild machen zu können. Ich habe einen PC geschenkt bekommen und mein gesamtes Wissen auf diesem Gebiet mit Hilfe der Bibli o thek erworben. Ich habe keinen Lehrgang besucht, sondern an Hand der Literatur aus der Bibli o thek me i ne Kenntnisse erworben. Dadurch wurden meine Fähigkeiten und mein Wissen erweitert. Dies war in meinem Leben - ich bin jetzt 70 Jahre alt - schon immer so. Ich bin in Dresden zur Schule gegangen und habe als Schüler in der Sächsischen Lande s bibliothek gelesen. Einige Schüler und ich haben sich zusammengeschlossen, um geologische Wanderungen zu unternehmen. Diese habe ich damals mit Materialien aus der Bibliothek vorbereitet. Selbst in der Nachkrieg s zeit, als das Zentrum Dresdens zerstört war, habe ich mir mit Hilfe der erhaltenen Stadtteilbibliotheken Wissen erworben. 353

Ich habe bestimmte Interessengebiete, wie das Reisen. Ich bereite die Reisen vor. Wenn ich mir diese Literatur, die ich dazu brauche, kaufen müsste, könnte ich mir diese große Auswahl nicht leisten und mein Wissen wäre bedeutend niedriger. Für mich hat die Bibliothek einen großen Nu t zen. Ich hätte, gerade was das Reisen betrifft, nicht soviel erleben können, wenn ich mich nicht hätte hier vorbereiten kö n nen. Ich möchte die Bibliothek nicht missen. 354

Interviewtranskription: Montag, 15.03.2004 /15.00 Uhr

Teilnehmer: Ein Mann

Gründe für den Bibliotheksbesuch

Wir waren jetzt eine Woche bei Schwiegermutter und dann kann ich die Zeit bloß kaputtmachen mit lesen. Deswegen war ich hier. Sonst war ich ein halbes Jahr nicht hier. Sonst ist soviel zu bewegen, dass man eigentlich zum Lesen nicht kommt. Schlimm ist auch, dass die Fähigkeit zu lesen nachgelassen hat. Für mich persönlich. Ja, irgendwie geht das den Bach runter. Ich staune, wie viel, ältere Damen beso n ders, hier in der Au s leihe stehen und denn so einen Berg Bücher mitnehmen.

Zusammenhang häufiges Lesen und Lesefähigkeit

Das trainiert. Das kann schon sein.

Ist dies ein Grund, die Bibliothek zu nutzen?

Nee, ich mein’ ich hab’ ja eigentlich darüber wenig Kontakt um mit anderen Leuten darüber zu reden. Man erlebt bloß hier, was man sieht. Dass manche Leute so einen Stapel mitnehmen. Na ja, gut, wenn sie davon die Hälfte lesen, denn ist ja schon gut. Und mitunter auch aussuchen. Es ist eigentlich-, was man heute so liest-. Ich hatte jetzt letztens ein amerikanisches Buch mit. Das ist nicht unsere Mentalität. Ich mein’, Sie legen allein fest, was in den Bestand kommt. Das ist eigentlich auch eine komplizierte Aufgabe. Aus der Fülle auswählen. Man müsste ja auch eigentlich dann wissen, was die Leser wollen. Gerade auch beim Sachbuch. Die richtige Auswahl stell’ ich mir kompliziert vor. Ein gewisses Sortiment hat man. Das muss man alles im Kopf haben: „Was hab’ ich? Wo ist eine Lücke?“ und „Wo ist ein Stück, was nun nicht mehr neuesten Stand hat oder wirklich erneuerungsbedürftig ist?“ Ist eben schwierig. Ich meine, Romane ist ja eigentlich kein Thema. Das einzige, was ich vielleicht vermisse, ich meine, sonst bin ich auf der Werft in die Bücherei gegangen, die hatten Karteikarten, was im Bestand ist. Und das fehlt mir hier ein bisschen. [Bestandsnachweis ist am PC abrufbar]

Ja, mitunter sind eben-, wie soll’ ich sagen, solche Bücher zur Gesellschaft, das ist immer schon bei Sachbüchern eingeordnet. Das ist so schwer zu finden. Wenn man den Verfasser meinetwegen kennt. Ich meine, aus dem Kopf kann ich nun nichts sagen. Und dann muss man Ihre Kollegin immer belegen, ob das im Bestand ist. Ich möchte mich vom Angebot leiten lassen und das ist immer schwierig, wenn man Fragen stellen muss, dann kommt man da nicht so ran. [Wie man im PC suchen kann, kann „X“ Ihnen gern zeigen]

Funktionen des Lesens und der Bibliothek

Freizeitbeschäftigung. Ja, ich mein’ zu Hause haben wir auch reichliche Bücher, da habe ich auch vieles noch nicht gelesen, aber hier kann man besser aussuchen. Eigentlich, sich Romane selber zu halten, lohnt bald gar nicht. Ja, das muss ja auch alles gepflegt und sauber gehalten werden. Dafür haben Sie ja hier extra Personal. Von dem, was zu Hause zu erleben ist, da ist es eigentlich ganz schön aufwendig, Bücher sauber zu m a chen. Hinter Glas kann man das nicht alles stellen. Ja, mitunter geh’ ich auch her, um eine Landkarte zu holen, weil ich spazieren fahren will. Aber, wie gesagt, in unserer neuen Gesellschaft, das ist für mich immer noch neu, das gibt es ja immer noch vieles, was man nicht begriffen hat und eigentlich fällt einem das schon schwer, sich da wirklich rein zu finden. Und da wär ’ schön, wenn man da ein bis s chen Ergänzung hätte. A ber im Moment fällt mir noch schwer, das hier zu suchen.

Brauchen Sie die Mitarbeiter bei der Auswahl?

Ja.

Weil es zu unübersichtlich ist?

Nö. Man müsste eigentlich sich das merken können. Wo es steht. Denn soviel wird ja hier nicht umgeräumt, wie bei denen da drüben in der Kaufhalle. Da ist das ja jedes Mal, wenn man da hin geht-. Dichter stellen kann man das hier auch nicht mehr. Wenn man einem begegnet im Gang, dann stößt man den schon an.

Wir können uns als Wolgaster glücklich schätzen, dass wir überhaupt eine Bibliothek haben. Wenn ich höre, dass die Fahrbibliothek auch gestrichen ist, dann frag’ ich mich: Wie haben sie das geschafft?

Paraphrase:

Meine Fähigkeit zu lesen hat nachgelassen, aber Lesen ist für mich eine Freizeitbeschäftigung. Hier ist ein breites Angebot. In unserer für mich immer noch neuen Gesellschaft brauche ich Orienti e rung. 355

Interviewtranskription: Mittwoch, 17.03.2004/ 15.00 Uhr

Teilnehmer: Eine Frau

Als ich die Einladung gekriegt hab’, hab’ ich mir so überlegt, ich war ja mit der Klasse hier, ich weiß gar nicht mehr, wie das damals war, ob da jemand was vorgelesen hat oder ob Sie das gemacht haben-. Bibliothek, nein ich mein’ jetzt-, ja die Klasse und den Treff mit der Bibliothek-, Haben Sie da was vorgelesen oder haben Sie mit den Kindern erzählt oder war das jemand anders? Es ist schon so lange her, ich hab’ das nicht mehr im Kopf. Aber ich find’, das war gut. Ich find’ das schon gut, dass das mit Schulkindern gemacht wird, denn sie werden ja zu sehr abgelenkt zu Hause durch die ganzen Medien, die es jetzt gibt. Ich hab’ das bei meinem ************* gesehen. Der ist inzwischen **. Der saß da, ***********************, was er da hatte in seinem Fernseh’ da, mit seinen Spielen da. Aber nun bring’ ihn mal davon ab. Das war für mich nicht zu schaffen. Ich hab’ mir auch gar keine Mühe gegeben. Das ist ***********. Jetzt sitzt er nicht mehr so oft. Jetzt hat er eine Freundin. Jetzt sitzt nicht mehr so oft vor dieser blöden Kiste, vor der blöden Kiste. Aber meine Enkel von dem Jungen, die sind wesentlich jünger. Sieben Jahre jünger. Von meiner Tochter, die heißt aber auch „X“. Der hat Abitur gemacht, dann hat er drei Jahre ***** gemacht. „X“ wollte ************* werden, war ein Jahr in „Y“ am **********************. Anschließend hat er fünf Jahre studiert an der *****hochschule in „Y“. Hat wunderbar abgeschlossen als *************************. Aber wie sieht das jetzt aus, Frau Rambow? Sie wissen ja-. Die in diesen Berufen können alt werden. Die ******* werden dicht gemacht. Er hat einen Freund, einen *********, der hat eine kleine ***** und macht auch immer was und er hilft ihm dabei. Er macht auch ******** und alles mögliche, so gut es geht. Und der *************, auch wenn es nur ein ********* ist, denn die ******* können es sich nicht mehr leisten. Dieses kleine *******, wo er jetzt mitarbeitet und das wenige Geld von den wenigen **********, was die kriegen, müssen die ************ bekommen. Sonst haben sie keine ************ mehr. Aber der „X“, der hat schon ein paar Jahre in seinem Beruf richtig gearbeitet. Und zwar da hinten irgendwo, in „Y“. Ja da hinten in Sachsen-Anhalt, in „Y“. Ja, da hat er auch in „Y“ gearbeitet, weil sie ihn da unten kannten. Ja, auch in Berlin hat er eine Stelle gehabt, ABM. Aber das ist alles vorbei. ABM gibt’s ja nicht mehr und Berlin ist ja so was von arm. Aber er kriegt immer so ein paar Aufträge. So, nun hat er sich aber auch schon selbständig gemacht. So richtig guck’ ich da auch nicht rein. Er will es auch nicht, dass ich da reingucke. Ich muss da aber reingucken, weil mir das Sorgen macht. Nun hat er aber drei Kinder. Der älteste ist elf, die mittelste ist neun und die lütteste ist zur Schule gekommen. Die ist sieben. Die beiden ältesten sind Leseratten, kann ich Ihnen sagen. Also, unser’ Jung’ hatte nun von Oma, meine Schwiegermutter *************, hat er den Fernseher von ihr, aber nicht ans Öffentliche angeschlossen. Da gucken sie aber nur Videos, Märchen und so. So können die nicht vorm Fernseher sitzen. So, nun muss ich jetzt auch sagen, die drei sind musikalisch. So, die Große lernt Klarinette, der Junge Klavier und die Lütte Geige. Die kommt oft erst um sechs nach Hause. Und wenn jetzt schlechtes Wetter ist, liegen sie auf dem Bauch und lesen. Die Großen haben das fix gelernt und die Lütte ist jetzt auch schon ganz eifrig. Ich hab’ das mal kontrolliert. Die Lehrerin, wo sie jetzt ist, macht das auch so wie wir. Das Lesen beibringen. So, also da braucht man nicht nachzuhelfen, wenn-, ich hab’ immer mal ein Kind da, eins kann ich verkraften. Wenn die alle da sind, ist auch gut. Zu Weihnachten und zu Ostern. Aber in den Ferien möchten wir nur eins haben. ********************************** *************************** ** ** * * *** ****************. ******************. Sie sind eben so. Auch meine *******nimmt mal Kinder. Wir kriegen die Kinder in den Ferien dann untergebracht. „X“ heißt die Jüngste, die geht dann mit Opa los und holt sich Bücher ran. Einen ganzen Stapel. So, die werden da rangeführt. Aber es gibt eben auch Kinder, ja wie ich schon gesagt hab’. Irgendwo kauft dir jemand ein Buch im Buchhandel. Kinder, die lesen, machen nicht soviel Dummheiten. Und zu meinem ältesten Enkelsohn hab’ ich immer gesagt: „Du weißt gar nicht, was dir da verloren geht. Was es für schöne Sachen gibt.“ Und mein Mann, das ist ja eine Leseratte. Das haben Sie ja schon mitgekriegt. Mein Mann hat ja Spezialgebiet *****, ja, *******. Der schreibt sich auch Sachen auf und liest mir auch vor, bestimmte Stellen, die mich auch interessieren. Jetzt hat er mir vorgelesen, wie das kommt, dass bei uns soviel Junker soviel Boden in Besitz hatten. Die Junker sind ja alle Militär gewesen, haben nach jedem Feldzug von ihrem Fürsten Boden geschenkt gekriegt. Das hab’ ich bei der Dönhoff gelesen. Aber Napoleon hat schon damit angefangen, und so ging das immer weiter. Auch Hitler hat das gemacht und hat das auch versprochen. Und so sind die reich geworden und die Armen immer ärmer. Sie haben sich das einfach angeeignet. So jedenfalls liest er mir das vor. Da wird man doch bestärkt, wenn man so gute Bücher liest. Aber wer das geschrieben hat, hab’ ich vergessen. Er holt sich auch immer Fremdleihen, ja Fernleihen, Fernleihen. Das mit den Fernleihen hat er irgendwo in Büchern oder Zeitungen gelesen. Ich weiß das nicht so genau. Das schreibt er sich auf und bestellt sich das denn so. Ja, und gut. Und wenn er denn mit seinen Kollegen auch auf der Straße steht und klönt da drüber, also er ist ja beim ***************** gewesen, also mein Mann ist ******************* ***** ***** * * gewesen. Als wir heirateten, da wollte er nicht mehr. Er war ja kein **************, er war in der Werkstatt. Er war in der ******werkstatt in „Y“. Er hat da Geräte, die im ****** eingebaut werden, eingebaut und überprüft. Und da hat er gesagt, 1956, ********************************** ******************** *** ** *** ************ *********************************************.“ Und ich war in „Y“ damals, vier Jahre. Aber ich wäre gerne unten geblieben. Ich hab’ da gerade meine ***********gemacht. So, aber mein Mann wollte hier bleiben. Was ich hier hab’ weiß ich, was ich da hab’, weiß ich nicht. Aber er sollte ************** werden und das lag ihm nicht. Er war damals ********, dann konnte er noch ******** ausscheiden, als das damals dann übernommen wurde. So, dann ist er, er hatte einen Freund gehabt, in Stralsund-, der hat in Stralsund gearbeitet auf der Werft, der hat ihm in Stralsund auf der Werft eine Arbeit besorgt. Ich war inzwischen nach „Y“ gezogen und hatte eine Tochter inzwischen. Nun waren wir wieder getrennt. Nun ist er denn von da hierher und kam nun immer am Wochenende nach Hause. So, und denn kam Wolgast. „Dann geh’ doch in die AWG“, hab’ ich zu ihm gesagt, „wenn du in Wolgast keine Wohnung kriegst.“ Erst haben wir dann aber noch getauscht, weil wir in „Y“ die Neubauwohnung hatten. Haben wir denn getauscht hierher. Da haben wir denn in der „Y“-Straße gewohnt. 1966 kriegten wir denn unsere jetzige Wohnung. Seit der Zeit war mein Mann denn immer auf der Werft. Ja, da gab es auch eine Bücherei. Er hatte viele Kollegen von der Werft. Hier beim **************** hat er denn-. Dann ist er woanders hingeschickt worden, weil er ********war. Wenn er ************ hatte, musste er auch mal nach „Y“ und so. Und denn hat er aber hier im ***************** Dienst gemacht. Wenn er **********hatte. Dadurch hatte er Bekannte, mit denen er über die ***** spricht. Und über alles Mögliche auch. Auch so Kollegen, die er denn mal trifft. Wo er denn gerne mal mit denen-. Männer müssen sich auch mal alleine unterhalten. Ohne Frauen. Denn die haben ja einen ganz anderen Horizont. Über dies und das. Und wenn mein Mann sich zum Beispiel die ganzen *****Filme angucken will, das mag ich gar nicht. Ich hab’ so einen Horror-, wenn ich denn von ****** und all’ die Sachen-, ach nee, und wenn ich daran denke, ja, meine Tochter wollte das auch. Also das mit dem ****************** hab’ ich auch gesehen. Damals. Ja, aber von ******hatte mein Mann auch irgendwas. „X“ wollte das auch lesen. „X“ hat auch eine ganz andere Einstellung. Sie hat ja den Abstand. Ja. Ich hab’ meinen Vater im Krieg verloren und möchte davon nichts mehr wissen. Auch die Filme und die Kriegsfilme. Oh, schrecklich. Na ja, aber, ich muss mal sagen, „X“ liest sehr viel solche Dinge. Und wenn er weiß, dass mich das interessiert, dann sagt er: „Das kannst du auch lesen.“ Das ist gut. Das erweitert den Horizont. Viele Dinge, die man nicht weiß, kann man sich dann auch aneignen. Auch wenn man vieles wieder vergisst. Und dann krieg ich vor allen Dingen auch von meinen Kindern-. „X“ kauft sich die Bücher ja dann immer dann. Ja, die verdient gut. Die hat *********** studiert. Die ist jetzt im ****** tätig. Sie kann sich das leisten. Auch wenn sie nicht immer gleich in Leinen gebundene kauft. Die Paperback-Bücher haben denselben Wert. Und die, die bringt mir denn immer so ein Stapel Bücher mit, wenn sie mal kommt. Dann hab’ ich zu lesen. Das nimmt sie sich das nächste Mal wieder mit. So, ja, das, Christa Wolf. Jetzt hatte sie Brigitte Reimann, wo die Tagebücher raus gekommen-. Das ist natürlich was für mich dann. Da hat sie mir was geschenkt.

Bedeutung des Lesens

Also, das Lesen ist für mich eine Unterhaltung, Freizeitbeschäftigung, Unterhaltung. Aber auch gleich Wissenserwerb. Immerhin ich lese ja auch historische Sachen. Unser Jung’ hat mir damals gesagt: „Tagebücher sind raus gekommen von Klemperer“. Und weil ich schon Lion Feuchtwanger und Mann und alle diese so gern gelesen hab’, hab’ ich dann-. Hab’ ich denn Dokument mit Klemperer. Er hat sich die aber denn aber selbst noch gekauft. Damals, wo er mir das gesagt hatte, hatte er noch kein Geld. Ich glaube, da war er noch Student. Und ich habe mir die hier bei ihm geholt. Auch wenn es dann mit der Zeit mal eintönig ist, ist es doch wieder interessant. Ja, sehr interessant. A, man erweitert ja sein Wissen und der Standpunkt wird gefestigt, den man schon hat. Ja, und man kann auch mitreden. Über viele Dinge. Auch bei Männern. Ich mag’ mich auch gerne mal mit Männern unterhalten. So, auch wenn wir in der Runde sind. Bei „X“ hab’ ich gemerkt, die historischen Sachen, so sicher war ich denn doch nicht. Der hat ja das ganze Historische gewusst. Der war ja Geschichtslehrer. Und wenn wir in Polen waren, hab’ ich meinen Mund gehalten. Weil ich denn doch nicht ganz so fundiert war. Denn ist mir aber doch wieder was rausgerutscht, ich mein’, ich war ja auch ******************. Ich hab’ ja auch nicht so viel gelernt. Ich hätte gerne Abitur gemacht. Aber es waren die Zeiten nicht. Ja, und mein Vater war nicht wiedergekommen aus dem Krieg. So, da mussten wir sehen, wie wir was-. Meine Mutter hatte vier Kinder. Wir mussten sehen, wie wir vorwärts kamen. Und, aber interessiert hat mich doch immer alles. Sehr interessiert. Auch wenn es manchmal, so wie wir jetzt mit der ************** in die ****** gehen, auch wenn es manchmal zuviel ist. Und wenn ich so, weiß nicht-, nicht mehr erfass’. Wenn ich ein Buch hab’, leg’ ich es hin, wenn es zuviel wird. Bei nächster Gelegenheit nehme ich mir es wieder vor und les’ weiter. Also ich muss sagen, Bücher sind wirklich was Schönes. Denn man kann nicht, auch so Reiseliteratur, da kann man nämlich überall hinfahren. Und ich will auch nicht überall hinfahren. In die Länder, wo die Menschen so arm sind. Das kann ich nicht. Das kann ich nicht.

Wir sprachen letztes Mal im ******************, sie will noch-, sie ist in Kenia gewesen und jetzt will sie, obwohl sie schon in Jerusalem war, also in Israel, also nee. Erstens mal ist man gefährdet da, und man weiß ja nie, in was man rein gerät. Vielleicht ist sie so fatalistisch. Oder das interessiert sie alles gar nicht. Aber ich kann auch nicht sehen, wie die Menschen so arm leben und mit dem Letzen-. Ne, da hab’ ich nichts von. Bloß alleine nur die Landschaft, nein das kann ich mir im Fernsehen angucken. Das kann ich-, wir haben uns zum Beispiel gestern Abend im Fernsehen angeguckt, dieser Zug nach Vancouver, fuhr durch ganz Kanada durch. Wunderschöne Landschaft, wunderschöne Landschaft und denn auch die Menschen, was sie alles so erzählen. Was sie so erleben. Sehr schön. Also so was würde ich gern angucken und die Reiseberichte lesen. Also das, was man sich nicht selbst anguckt, also liest. Und mein Mann, der hat ja denn auch Karten von allem. Aber das ist doch schön. Und denn muss ich Ihnen noch sagen, denn *********** ************************** ************************* ********************************************************************************************************************************************************************************************************* ********************************************Der denkt sich da nichts bei. Da darf man auch nicht böse sein. Aber da kann man sehen, was er schon für ein Jieper hat. Opa hat ihm ja auch schon was geschenkt. Ja, also mein Mann der hat wirklich auch zu tun. Garten noch. Nun haben wir auch noch einen Balkon gekriegt, sag’ ich Ihnen. Wir wohnen ja hier, wo „X“ gewohnt hat. Wissen Sie doch, nee? Und da oben drüber wohnen wir. Und jetzt haben wir im Herbst ja einen Balkon gekriegt. Oh, das war ja meine Sehnsucht. Umziehen wollt’ ich nicht. So, und da kann ich auch schön sitzen und lesen, wenn es nicht so heiß ist. Aber denn kann man ja rein gehen. Nun hab’ ich schon überlegt, wie ich das in Griff krieg’, morgens in Garten und nachmittags auf den Balkon. Oder wie. Ein bisschen muss ich auch durch. Ich hab’ da so ein großes Blumenbeet. Ja, und auch Blumen und Pflanzen. Man kann sich nicht alles zu Hause hinstellen. Das kann man sich denn holen. Ich hab’ mir auch schon Liederbücher geholt. Für *******. Um zu sehen, ob da auch was Neues drin ist, für-, was wir gebrauchen können. Aber Sie haben schon eine ganze Menge neuer Bücher, Jan Jacq hab’ ich mir, nein Christian Jacq heißt er, Christian Jacq hab’ ich mir geholt. Auch eins nach dem anderen. Weil mich das mit Ägypten auch sehr interessiert hat. Das ist auch sehr schön. Hat mir gut gefallen. Und Jane Owen hab’ ich gelesen. Auch wenn der ein bisschen freizügig ist. Das liegt mir nicht so sehr. Aber da liest man denn ein bisschen drüber weg. Nee, das haben die Schriftsteller aus der Weltliteratur eigentlich auch nie gemacht. Ich hatte auch schon mal einen amerikanischen Krimi. „Nee, das brauchst du dir nicht antun. Das ist ja schon halbe Pornographie.“ Na ja, lass’ die anderen Leute das lesen, wenn die da Freude dran haben. Dabei sind die Amerikaner eigentlich als prüde verschrien. Man kann ja darüber auch nicht reden, dann zeigen die mit dem Finger auf uns: „Sind die narsch.“ Das ist auch, weil wir in einer Zeit groß geworden sind: wahrscheinlich, wenn ich daran denk’, meine Mutti, meine jüngste Schwester, die ist 12 Jahre jünger als ich. Das ist ein Nachkömmling. Als mein Vati Soldat war, kam er mit einmal, er hat Urlaub, und dann bekam ich noch eine kleine Schwester. Und sie war zwei und ich war vierzehn, und ich war fünfzehn und wenn ich nach Hause kam, war sie denn auch immer noch da, und Mutti sagte: „Du kannst dich doch nicht vor ihr ausziehen.“ Und das war-, nun hatte ich mir das ja schon ganz abgewöhnt, wir waren ja im **********, auch als ich unten in „Y“ war im *********. Da haben wir uns aber auch alle geduscht. Also das war Blödsinn. Aber so sind unsere Eltern noch erzogen worden. Bloß nicht noch was zeigen von der nackten Haut. So sind wir auch erzogen worden. Und ganz legt man das nicht ab. Und deswegen sag’ ich, und so **********************, die da nackt badet in „Y“, und so. Da hab’ ich gar nichts dagegen. Die waren ja noch hübsch anzusehen. Aber heute rennen ja auch andere so rum. Alles ihre Angelegenheit. Aber ich muss auch sagen, wenn ich heute in den Buchhandel komme, in einer fremden Stadt, meine ********* in „Y“ hatte Geburtstag und denn sind wir natürlich auch in die Buchhandlung gegangen. Das ist ja unheimlich. Da findet man kaum zwischendurch. Ich hab’ mir, ich hab’ mir so ein kleines plattdeutsches Büchlein mitgenommen. Das hab’ ich denn auch fix gefunden. Die liegen denn auch alle so zusammen. Die Neuen. Von da hab’ ich mir glaub’ ich auch mal das von Grählert, Martha Müller-Grählert, da ist eine Neuausgabe gekommen, hab’ ich mir von da mitgebracht. Das hab’ ich lange gesucht, die vom ***************** hatten das noch von der DDR. Und nun kam man da nicht ran. Das Einzige, was sie immer raus gebracht hat, war die „Fuchs un Has’“. Die Kalender. Ja, ja Hinstorff. Also „Plattdeutsch“ hab’ ich jede Menge zu Hause zu liegen. Auch das von Hillmann, der Ückermünder. „Malbüddel“ hab’ ich auch schon. Das sind alles solche kleinen Sachen. Und manche auch unter der Gürtellinie, da hab’ ich mir schon ein kleines Pünktchen daneben gemacht, denn überall kann ich das nicht vorlesen. Wenn ich im ********* bin, da passt das nicht hin. Aber damit ich das denn schnell rausfinde, meine ********* hatte das auch in „Y“, da sollte ich dann auch was vorlesen. Oh, es gibt auch schöne Sachen, wunderschöne Sachen und was denn möglich ist, kauft man sich auch alleine. Dann hab’ ich mir von Jürgen Borchert-, oh, die liegen alle zu Hause bei mir. Und es gibt jetzt schon wieder welche, obwohl er schon eine Weile tot ist. Da wird sich jemand drüber hergemacht haben, und was zusammengestellt haben. Oh, sind das hübsche Sachen, da wird sich meine ******* nachher freuen, wenn sie Zeit hat. So schöne Sachen.

Paraphrase:

Lesen ist für mich Freizeitunterhaltung, aber auch Wissenserwerb. Es erweitert meinen Horizont und so kann ich mitreden. 356

Interviewtranskription: Mittwoch, 23.06.2004 / 14.00 Uhr

Teilnehmer: Eine Frau

Ja, denn fang ich an, was Sie hier geschrieben haben hier: „Aus welchen Gründen komme ich in die Bi b liothek?“, aber ehe ich anfange, möchte ich mit einem kleinen Zitat beginnen, ich weiß nicht von wem, was mich so beeindruckt hat und für mich vollko m men zutrifft, möchte ich mal vorlesen: „Schon der Gedanke, dass einem am Ende eines langen Tages ein gutes Buch erwartet, versüßt diesen Tag.“ Das ist so mein Credo, das stimmt für mich. Ja, also „Aus welchen Gründen kommen Sie in die Bibli o thek?“, nun, in erster Linie um zu lesen, neue Autoren kennen zu lernen. Man kann nicht alle Bücher kaufen, die das Interesse erwecken. Und vor allen Dingen die Allgemeinbildung erweitern, neue Anregungen zu kri e gen. Das erstmal zu Punkt eins. Zu Punkt zwei „Warum brauchen Sie die Bibliothek und ihre Mitarbe i ter?“. Die brauch’ ich dringend, die Mitarbeiter. Also, zur Beratung, zur Auffindung von Spezialbüchern auf dem Gebiet der Kultur, Philosophie, Biologie und Reisen. Ich komme nachher mal auf diesen Punkt mal zurück. So, Punkt drei „Hat die Bibliothek einen Einfluss auf Ihre Fähigkeiten, Ihr Wissen, den Spaß am Lesen?“ Also, die Bibliothek hat großen Einfluss auf die Erweiterung meines Wissens auf dem Gebiet der Literatur, da ständig neue B ü cher zur Verfügung stehen. Es könnten gern ein paar mehr sein. Zu vier: „Welchen Nu t zen hat für Sie die Bibliothek?“ – Für einen geringen finanziellen Beitrag steht mir die Bücherwelt offen. So, dann kommt die fünf: “Haben Sie durch die Bibliothek etwas erreichen können, was Sie sonst nicht erreicht hätten?“ Na, noch mal die Erweiterung meiner Kenntnisse auf dem Gebiet der Literatur. Besonders nach der Wende wurden einem Autoren und ihre Bücher zugänglich, die in der DDR zum Teil verboten waren oder nicht gedruckt wurden, zum Beispiel Solschenizyn „Der Archipel Gulag “, „Im ersten Kreis“. Orwell „Die Farm der Tiere“, fand ich köstlich. Dann Guterson , ist mir auch erst nach der Wende aufgefallen, ist ja noch ein junger Autor, David, „Schnee, der auf Zedern fällt“. Wunderbare Sprache. Dann ein Philosoph, Grosser , Alfred. Er war vielleicht auch nicht so in der DDR, so ganz e r laubt. Hat mich sehr beeindruckt, „Die Ermordung der Menschheit“. Ich hab’ den mal im Fernsehen g e sehen. Das ist auch immer Wechsel-, also eine Wechselwirkung. Dann sieht man im Fernsehen eine Se n dung, oder in der Zeitung einen Artikel, dann schreib’ ich mir das auf und dann hol’ ich mir das eben. Und oft, muss ich auch sagen, wenn ich manchmal gar nicht gehofft habe, dass Sie das Buch haben, hatten Sie das doch. Dann noch eine Amerikanerin, sehr int e ressante Frau: Anni Proulx „Schiffsmeldungen“. Auch hier erworben. Ja, dann ist hier noch so allgemein die Frage: „Was leistet die Bibliothek aus Ihrer Sicht?“ Vielleicht auch viel zu kurz gefasst, aber für mich ist das ganz wichtig, dass eben die Bibliothek bestehen bleibt. Nicht bloß für mich persönlich, sondern überhaupt für Leute, für die Jungen und für die Alten. Das eben dadurch auch Kunst und Literatur, also Wissen um Kunst und Literatur verbreitet wird und auch, dass man durch die Bibliothek Grundkenntnisse erwerben kann und festigen kann auf allen Gebieten, besonders für die junge Generation. Und man kann nur wünschen, das eben das Internet nicht zuviel A b bruch macht. Nichts gegen das Internet, aber am Internet finde ich, ich hab’ zwar keine A h nung, also Sie können mich-, Sie können das ja bestätigen oder auch nicht bestätigen, das ist eine derartige Fülle, das die Jugend, so würde ich das einschätzen, manchmal direkt überfordert ist mit diesen Angeboten, was sie sich aussuchen. Und ein Buch-, wenn ich jetzt, meinetwegen, sie müssen eine gezielte Aufgabe lösen, meine t wegen in Physik oder Mathe oder Biologie und sie haben jetzt ein Buch vor sich, erstmal können sie sich besser konzentrieren, nicht bloß immer das olle Geflimmere oder was eben noch dazu gehört, beim Inte r net, und können es immer noch mal nachlesen. Lesen gerade, nicht bloß das Gucken, durch das Lesen kann man sich ja eigentlich die Kenntnisse erst erwerben, ist meine Meinung, ja. Also, das war es eigen t lich schon. Ich wollte aber noch mal hier drauf zurückkommen, und zwar zu Punkt zwei „Warum bra u chen Sie die Bibliothek und Ihre Mitarbeiter?“, hatte ich ja schon gesagt, hier, man kann sich ja R o mane so selber suchen. Ich lass mich zwar auch gern darin beraten, oder „X“ guckt nach und dann brauch’ ich nicht suchen. Aber es gibt auch Dinge, die man gerne wissen möchte, weil man sie in der Natur gesehen hat. Und da bin mal ganz glücklich, wenn ich hier fündig werde. Das sind nun nicht so viele Punkte, aber doch. Und zwar war, im vorigen Jahr hatte ich mit meinem Mann eine schöne Frankreichreise am Mitte l meer und da haben wir eine Muschel gefunden. Und ich wollte ihnen die schon immer mal zeigen und ich bin davon abgekommen und heute passt das zu dem Thema, mein Mann musste mir extra eine Röhre geben, damit die mir nicht kaputt geht. So, das ist eine Taschenmessermuschel. Das hätte ich ja durch Ihr tolles Buch über Muscheln nicht entdeckt. Und da hab’ ich mich gefreut wie ein Kind, und hab’ dies M u schel-Buch genauso lange behalten wie die anderen Bücher, weil ich da immer noch mal reingucken wol l te. Weil ich nicht so erwartet hatte-. Und ich hätte erst gar nicht so in Richtung „Muschel“ getippt. Aber die Abbildungen waren sehr gut, so dass ich das erkannt habe. Und eine andere Sache war mal mit Schmetterlingen, ich bin da auch nicht so bewandert, man kennt zwar hier „Faunauge“ und den „Koh l weißling“ und so. Und da haben wir auf „Y“ im vorigen Jahr-, jetzt weiß ich, das ist der „Admiral“. Den hab’ ich mir ein bisschen aufgezeichnet. Ganz fantastische Farben. So wie Samt mit dunkelbraun. Also dunkelbraun und ein bisschen schwarz und denn so weiße Pünktchen. Ich nehme an, der Adm i ral, der hat doch so viel große Schulterklappen, dass man das so nachempfunden hat, weil der so geschmückt ist. Und in „Y“, da hatte ich das auch nicht erwartet, da waren wir Pfingsten, und da sind auch noch so Ecken, wo keiner so hinkommt, besondere Pflanzen und auch Tiere. Er ist bloß so schnell weggeflogen. Da saß ein „Schwalbe n schwanz“.

Na ja, ich bin eben eine Leseratte. Na, ich muss auch sagen, der Grundstein wurde g e legt durch einen hervorragenden Literaturlehrer. Wir waren 14, ich bin in Magdeburg zur Schule gegangen, und wir hatten das Glück, er war nicht bloß unser Literaturlehrer, sondern auch unser Klassenlehrer. In diesem Jahr ist er verstorben. Wir hingen wie die Kinder an ihm. In „Y“. Und er hat uns die Literatur so nahe gebracht. Auch diese Kla s siker. Da war nie eine Stunde langweilig, ob das „Kabale und Liebe“ war oder „Faust“. Also, wenn er schon mit seinen Augen gefunkelt hat. Der war auch gut, also, er hat uns geholfen. Man hatte auch keine Angst vor ihm. Aber mit einer Begeisterung. Na, der hat uns das schon ausgetrieben mit Courths-Mahler. Da hatten wir einmal noch Kartoffe l einsatz gehabt und es war so regnerisch wie heute und da hatte eine noch so ein Heft mit und da war er so enttäuscht, ob denn seine Erziehung noch nicht gefruchtet hätte. Aber sie hat denn gefruchtet. Und wir denken heute mit soviel Dankbarkeit an ihn z u rück. Und er hat uns auch-, was waren wir mit 14 für alberne Kücken, denn hat er uns-, erstmal Theate r besuch angeregt. Und was auch noch sehr beeindruckend war, in „Y“ gab es so einen kleinen, war das Schriftstellerverband oder wie sagte man, jedenfalls die h a ben sich getroffen, die Schriftsteller und immer einer hat gelesen. Da hat er uns hi n geführt. Am Anfang trauten wir uns weder Piep noch sonst was zu sagen, weil das für uns ganz große Leute waren, aber mit der Zeit, er hat das immer verstanden uns auch so ein bisschen die Scheu zu nehmen, das wir denn auch mal was gesagt haben. Ich kannte Brigitte Re i mann persönlich. Die war eine junge Frau von 20, 22 höchstens, und las und konnte aber nicht gut vorl e sen. Aber, mittlerweile waren wir 16,17, wir haben ja g e staunt, was diese junge Frau für Gedanken hatte. Und ganz toll, diese Begegnung hat uns überhaupt Lust gemacht auch auf Lesen. Denn hier, Martin Se l ber, kennen gelernt persönlich, denn hier diesen Wolfgang Schreyer mit seinen tollen-, ist zwar nicht meine Welt aber-. Das hat er alles organisiert. Nicht bloß Unterricht.

Paraphrase:

Mein Literaturlehrer in Magdeburg hat die Liebe zur Literatur in mir geweckt. Die Bibliothek hat für mich einen großen Einfluss auf die Möglichkeit, vielfältig zu lesen, denn es stehen ständig neue Bücher zur Verfügung. Für einen geringen finanzie l len Beitrag steht mir die Bücherwelt offen. Man kann nicht alle Bücher kaufen, die Interesse wecken. Besonders nach der Wende wurden mir Titel zugänglich, die vorher nicht zu haben waren. Oft, wenn ich gar nicht gehofft hatte, dass die Bibli o thek dieses Buch hatte, hatte sie es doch. Die Beratung der Mitarbeiter ist mir sehr wichtig, denn so bekomme ich neue Anregungen. 357

Interviewtranskription: Mittwoch, 23.06.2004, 15.00 Uhr

Teilnehmer: Zwei Frauen

Teilnehmerin 1. „Aus welchen Gründen kommen wir in die Bibliothek?“, weil wir Bücher tauschen wollen. Das ist ja klar.

Teilnehmerin 2. Na, ich nicht nur. Also, ich komm’ hauptsächlich hierher, weil ich u n heimlich Material finde, wie ich mich kreativ, künstlerisch weiterbilden kann. Deshalb komme ich hierher. Denn ich bin unheimlich aktiv, muss ich sagen, und ich finde hier laufend was, weil ich mich gerne kreativ beschäftige, auch mit Kindern, so ehrenamtlich, und so. Und da finde ich eben unheimlich viele Anregungen. Zum Beispiel dieses hier. Und in dieser Zeit mit den Kindern zu arbeiten, muss man viel Naturmaterial ne h men und ich finde auch Naturmaterial, weil ich mit sehenden Augen durch die Gegend geh’ und hier Anregu n gen finde, wie ich die verarbeiten kann. Also, das ist ein Hauptgrund mit. Muss ich sagen. Und der andere Grund ist, ich werde auch viele Bücher i m mer mitnehmen, „fremde Länder“/“fremde Sitten“, weil wir keine Weltreisen machen können. Das Geld nicht dazu haben und auch nicht in der Lage wahrscheinlich sind. Aber wenn zum Beispiel Spendenaufrufe oder wenn man im Fernsehen was sieht, damit ich dann weiß, wie die Leute in Äthiopien, Sudan usw. leben, aufwachsen und was man spendet, wozu und was die gebrauchen können und wie es denen geht, damit ich denn nicht so weltfremd bin. Also, damit ich weiß, wie die Menschen da existieren und w a rum das gemacht wird und warum diese Spendenaktionen sind, damit ich mir ein Bild machen kann, wie diese Menschen da in Afrika sagen wir mal, leben und aufwac h sen. Und was die auch am Nötigsten brauchen, damit ich auch in einer anderen Welt, einem anderen Er d teil Bescheid weiß. Ein bisschen Bescheid weiß. Und mein Mann hat das natürlich alles schon früher gelesen, aber ich fang’ ja jetzt erst damit an. Und sonst, wo wir keinen Fernseher haben, werden wir ja weltfremd. Und ich werde nie eine Weltreise nach Australien oder so machen, weil ich das Geld nicht habe. Also, das ist eigentlich-, muss ich sagen-, meine Hauptgründe.

Teilnehmerin 1. Ich hab’ jetzt drei Bücher von Australien gelesen. Aber wie hießen die nun? Das war interessant. Ich les’ ja viel Romane, sehr viel Familiengeschichten. Und ich hab’ gedacht: Den Leuten geht’s da so gut, die haben ja nur mit den ollen Stürmen zu kämpfen. Mit den Sandstürmen und so.

Teilnehmerin 2. Ja, die Naturereignisse, was da für Pflanzenwelt ist, wie die Natur-, das spielt natürlich eine Rolle. Wie die Naturgewalten sind, was da für Tiere sind, welche Tiere bedroht sind, die Traditionen. Ich lese aber nicht so gerne historische Sachen. Ich lese gerne, hier diese-, von diesem Modell-, diese Dirie oder wie die heißt. Also, ich lese dass wirklich sehr gerne, was in der heutigen Geschichte spielt, damit ich so ein bisschen Bescheid weiß.

Teilnehmerin 1. Na ja, historisch auch nicht. Aber das sind diese Familiensagas, die Charlotte Link, die die schrieb, über drei, vier Generationen. Und so was. Das lese ich gern. Ostpreußen, Westpreußen, les’ ich ja auch gern, weil ich aus der Gegend noch bin.

Teilnehmerin 2. Ja, also, und nicht nur mit dem Basteln und Stricken und Häkeln. Auch mit dem Kochen. Nehm ’ ich ja auch viel mit. Oder Grillen jetzt. Was jetzt aktuell ist. Neues ausprobieren. Ein bisschen asiatisch oder was da so ist.

Wissenserweiterung

Teilnehmerin 2. Deshalb les’ ich das ja. Weil ich davon profitieren will und damit eben was anfangen kann. Positiv was anfangen kann. Entweder mit den Kindern oder für mich selber. Zum Beispiel hab’ ich mir jetzt das Makramee-Buch geholt, weil ich diese Knoten schon ewig nicht gemacht hab’ und kann das nicht mehr. Aber ich hab’ da so ein Stückchen Glasdings gefunden und ich möchte das irgendwie als Ampel haben und nun hab’ ich mir dieses Buch geholt und ich wusste, dass es hier ist. Und nun mach’ ich mir diese Strippen da. So. Also, hab’ ich denn wieder so eine Blumenampel, die ich nicht kaufen brauch’.

Teilnehmerin 1. Na, so ein Bastelfreund bin ich nicht. Meine Tochter ist da-, bloß die ist Ergotherapeut, die hat ja sehr viele Bücher selber. Aber meine „X“ kommt neulich zu mir, ich sag’: „Ich muss weg.“ „Oma, gib’ mir mal schnell die Bibliothekskarte.“ „Was ist denn nun los?“ Neunte Klasse, sie brauchte irgendwas Spanisches. Sie ist wohl hier gewesen. Ich sag’: „Hat jemand was gesagt?“ Einmal im Jahr. Sonst liest sie ja nicht viel. Ich hab’ noch nicht die Karte wieder gesehen. Sie ist ja in „Y“. Also, ich les’ gerne Geschichten, wo ich auch von Natur und über die ganze Geschichte höre, denn ich war ganz erstaunt, dass die in Australien auch so sehr unter `m Krieg gelitten haben. Und so was. Wie gesagt, wir kommen ja nirgends mehr hin da. Also alle Bücher kann ich mir nicht kaufen.

Teilnehmerin 2. Ich muss sagen, diese ganzen Zeitschriften, die ich mir hier ausleihe und wo ich wirklich Anregungen finde, die könnte ich mir nie kaufen. Ich kauf’ mir eine Zeitung in der Woche. Das ist „Trend der Frau“. Das sind 60 Cent. Und das ist alles. Ich hab’ die Ostsee-Zeitung abbestellt. Ich kann mir das nicht leisten. Deshalb bin ich froh-, dass ich hier auch-, Anregungen-, zum Beispiel auch „selber m a chen“. Malerarbeiten. Wie man das Bad schön herrichtet, oder wie gesagt, immer diese Anregungen. Anr e gungen sind für mich unheimlich wichtig. Das man guckt, und das Material gibt’s dann preiswert zu kaufen und das ich das dann in die Tat umsetze. Also, das ist für mich bald noch wichtiger und interessanter als hier so einen Roman lesen von Liebe, Leid und Leidenschaft. Les’ ich allerdings auch mal gerne. Aber, ja, da find’ ich immer nicht das Richtige. Da muss ich mich immer beraten lassen. Aber das andere, muss ich sagen, steht noch im Vordergrund. Deshalb hab’ ich auch nicht diese Liebesromane, also Schmöker. Lesen ja viele. Das ist mir einfach zu primitiv.

Teilnehmerin 1. Darum les’ ich ja auch nicht Konsalik. Weil ich absolut den nicht leiden kann.

Teilnehmerin 2. Doch, hab’ ich auch gelesen.

Teilnehmerin 1. Ich hab’ mal ein Buch gelesen, das war so verdreht, seitdem reicht’ s.

Persönliche Lesebiografien

Teilnehmerin 1. Also, ich weiß, dass ich schon nach `45 in „Y“ gelesen hab’. Wir w a ren ja Flüchtlinge, hatten nichts, und da hab’ ich mir den Mist geholt, „Goldköpfchen“ und „Trotzköpfchen“. Das waren ja die ersten Jahre. Und irgendwie, auch mein Vater, der war ja immer in der Bibliothek, gelesen wurde immer was. Und nachher, die ganzen Jahre, wo ich verheiratet war nicht so viel, aber ich hab’ immer gern gelesen. Irgendwas.

Teilnehmerin 2. Ich hab’ nicht gelesen. Also, ich kenn’ das von meinen Eltern nicht. Doch, ich mochte das, aber ich hab’ die Märchen gelesen, ich hab’ die Sagen gelesen, ich hab’ das in der Schule gelesen. Aber, ich hab’ mir mal ein Buch geholt, aber konnte man nicht regelmäßig nennen. Und dann war ich nachher auf Arbeit so angespannt und mit zwei kleinen Kindern, Jahr auf Jahr, das ich einfach keine Zeit hatte. Und ich hab’ keine Zeit gehabt. Mein Mann hat aber schon immer gelesen. Also, der liest immer schon. Und dadurch, dass mein Mann laufend gelesen hat und ich jetzt Zeit habe, weil ich nicht mehr arbeite und Rentner bin, hab’ ich angefangen. Ich hab’ ja jetzt mehr Fre i zeit. Das Fernsehen ist mir zu primitiv. Und ich mag auch gerne was schaffen. Was schaffen, was ich selber gemacht habe. Das gefällt mir dann eben.

Teilnehmerin 1. Na, ich hab’ auch sehr viel mit den Enkeln dann vor. Jetzt ist nun weniger. Jetzt sind sie groß.

Teilnehmerin 2. Jetzt brauch’ ich ja morgens nicht mehr um fünf oder halb sechs aufstehen. Und dadurch. Mein Mann hat schon immer bis halb zwölf abends gelesen oder nachts. Und dadurch, dass ich jetzt nicht mehr aufstehen brauche, lese ich auch bis halb zwölf. Nachts. Also, das ist dadurch, dass ich jetzt mehr Freizeit habe. Ich war so angespannt im Beruf. Und Kindererziehung, und Schichtdienst. Ja, und Garten. Ich muss sagen, ich hab’ gar keine Zeit gehabt. Und wie gesagt, diese Liebesromane, das ist mir zu blöd und zu primitiv.

Paraphrase:

Ich komme hierher, um Romane zu entleihen. Ich brauche Lesen zur Entspannung und zum Au s gleich. Alle Bücher könnte ich mir nicht kaufen. 358

Ich komme hierher, weil ich Material finde, wie ich mich kreativ beschäftigen kann. Ich finde hier immer etwas, auch für die Arbeit mit Kindern auf diesem G e biet. Nicht nur Basteln und Gestalten der Wohnung interessieren mich, sondern auch Neues auf dem Gebiet des Kochens. Ich kann mit diesen Büchern etwas a n fangen und erlerne neue Fähigkeiten. Dies, was ich hier hole, könnte ich mir nicht alles kaufen. 359

Interviewtranskription: Mittwoch, 23.06.2004/ 16.00 Uhr

Teilnehmer: Eine Frau

Ja, „Aus welchen Gründen kommen Sie in die Bibliothek?“, einfach weil ich das brauche. Weil ich mir hier eben Bücher ausleihen will, die mir gefallen und ich lesen möchte. Sachbücher [lese ich] überhaupt nicht. Ich lese gerne, zum Beispiel bin ich bei Kempowski „Uns geht’s ja noch Gold“, dann hab’ ich Fallada viel gelesen. Also deutsche Schriftsteller. Nur, möchte ich sagen. Von Kind an [habe ich viel gel e sen]. Fernsehen gab es nicht. Ich möchte sagen, ich mich selbst. [Ich habe mich selbst in Richtung Lesen beeinflusst]. Ja, natürlich. Von mir aus. Auch durch die Freundinnen, die haben gelesen. Und das hat sich einfach so ergeben und so ist es auch geblieben. Meine Kinder auch. Die haben das-, ja, mein Mann hat ja und dann bin ich nachher hergekommen, weil ich einfach weiter lesen wollte.

In der Kindheit nicht [da habe ich keine Bibliothek benutzt], aber nachher in der Lehrzeit, da war ich in „Y“, in „Y“ geboren, in „Y“ zur Schule gegangen, in „Y“ gelernt und in „Y“ geheiratet. Seit `46 [bin ich in „Y“]. Also Wolgast ist meine Heimat. Ja, und in “Y“ bin ich ja auch in die Bibliothek gegangen. In „Y“ nicht. Da haben wir untereinander Bücher ausgeliehen. „Na was hat man damals gelesen?“ 25-Pfennig-Romane haben wir auch gelesen. Ausgetauscht. Durften wir nicht, sollten wir nicht, haben wir aber. Und dann Jung-Mädchen-Bücher. „Nesthäcken“, „Trotzköpfchen“, „Heidi“. Ja, und mehr. Von Magda Trott. Das war eben so. Und im Laufe der Jahre hat man denn das erweitert. Wer viel liest, der kann sich auch gut ausdrücken, mein’ ich. Und auf die Rechtschreibung-, auf die Satzbildung-. Ich hab’ viele gute Aufsätze geschrieben. Ich hab’ immer so jetzt auch gedacht: „Dazu hat das Lesen beigetragen, dass man so schöne Sätze bildet.“ Ich hatte nie Schwierigkeiten, einen Brief zu schreiben. Wir haben viele Bücher gekauft, ganz viele. Mein Mann und ich. Sie kennen ihn. Können Sie sich an ihn erinnern? Er war-, irgendwas hat er an der EOS gemacht, mit Schülern. Hat er da Kultur gemacht? Er war behindert, konnte schlecht gehen. Können Sie sich nicht erinnern? Aber irgendwie hat er da-, nur so nebenbei. Er war ******************* ******* ********. Er hat viele Bücher gehabt. Und die hab’ ich nachher-, auch die Kinder haben vieles mitgenommen. Ich konnte das gar nicht. Ich bin umgezogen und musste ja wirklich viel an die Kinder weggeben. Mir fällt jetzt gar nichts ein, „Strittmatter“ und „Richter“. Und er hat sich auch viel kulturhistorische Sachen gekauft. Aber da muss ich sagen, die hab’ ich nicht gelesen. Ich hab’ gedacht: „Jetzt muss ich in die Bibliothek gehen.“ Immerzu kaufen kann man nicht. Man kann ja hierher gehen und ich hab’ auch immer so Vorstellungen, was ich gerne lesen möchte und dann komm’ ich auch zurecht. Und ihre Kolleginnen helfen ja auch, wenn man sagt-. [Das Lesen ist für mich] En t spannung, Erholung. Nicht immer nur fernsehen. Eben auch mal ein Buch nehmen. Ich fahr’ gerne an die Ostsee, setz’ mich in den Strandkorb und lese. Find’ ich herrlich. Wirklich schön.

Zweck der Bibliothek

Dass man hingeht. Also, wenn meine Enkelin, jetzt ist sie schon zwanzig, aber sie war jeden Sommer hier von Kind an. Sie ist immer hergekommen, hat sich ein Buch oder Bücher geholt. Fand’ ich gut. Ich find’ es gut, wenn die Kinder dazu angehalten werden. Aber ich sag’ mir immer, es ist das Vorbild der Erwachsenen.

Paraphrase:

Ich brauche die Bibliothek um Romane zu entleihen. Immer alles kaufen kann ich nicht. Ich fahre an die Ostsee, setze mich mit einem Buch in den Strandkorb – L e sen ist für mich Erholung. 360

Interviewtranskription: Mittwoch, 23.06.2004/ 17.00 Uhr

Teilnehmer: Eine Frau

Einmal, muss ich Ihnen sagen, ist mir das eigentlich ein Bedürfnis, hierher zu kommen, Bücher auszule i hen. Ich lese sehr gerne. Mein Sohn und meine Tochter sind auch Leseratten, muss ich wirklich sagen, auch wenn ich mal ein Buch kaufe, es ist ja-. So, und ich sitze auch gerne mal alleine für mich und lese, um das besser-, die Bücher sind ja nicht alle gleich. Manches muss man eben, muss man bisschen mehr überlegen und manche-, ist so seichte Literatur, wo man ein bisschen Unterhaltung hat. Nee, aber mir ist das einfach ein Bedürfnis geworden und ich nehme auch an, was für mich ganz wichtig ist, dass auch der Geist damit fit gehalten wird und angeregt wird und auch die vielen Jahre-. Ich glaub’ so lange wie in Wolgast die Bibliothek besteht, geh’ ich da auch schon hin. In Wolgast bin ich-, bin ich hergekommen mit 18 Jahren. Von „Y“ nach „Y“ und von „Y“ hierher nach Wolgast. Und da war ich auf der Werft tätig. Da hab’ ich auch meinen Mann kennen gelernt. Dann nachher war ich am ***************, 12 Jahre als Lohnbuchhalterin tätig und von da an, ja ich hab’ auch nur zwei Arbeitsstellen gehabt, ich bin so ein Mensch, ich wechsel’ nicht gerne, bin ich denn runter gegangen zu einer Baufirma in der **********, die ***, die die Betriebe mit Baumaterial beliefert. Daher müsste Ihr Vater mich auch noch gut kennen. So, und da war ich 17 Jahre tätig. Ja, und das waren meine Arbeitsstellen. Immer [habe ich während der ganzen Zeit gelesen]. Ich überleg’ jetzt gerade, eine Zeit lang war ja die Bücherei mal in der Langen Straße, gerade über von der Sparkasse. Da war „X“. Ja und nach der Wende musste ich mich auch umstellen. Es waren ja zum Teil auch andere Schriftsteller. Man musste erstmal durchwühlen, so, und denn haste so ein paar gehabt, wo man sich dran festhielt, aber ich hab’ gemerkt: „Das ist Quatsch. Andere können auch schreiben.“ Und wenn mir das eben nicht gefällt, dann-, kann ja umgetauscht werden, denn ist gewesen und denn guck’ ich wieder nach anderem. Also, das ist ja nun alles kein Problem. Aber ohne Buch, und vor allen Dingen jeden Abend, so Viertel nach elf ist immer so meine Bettzeit, 20-25 Minuten, und dann werd’ ich müde, pack’ ich das Buch beiseite, die Brille von der Nase und kann gut schlafen. Und ich sag’ mir immer: „Lieber so ein Schlafmittel, als wenn man Tabletten oder sonst dergleichen nehmen müsste. Zum Einschlafen.“ Also, für mich ist ein Buch, sehen Sie-, selbst in der Hinsicht-. Ich muss auch sagen, mein Mann auch-, zwar dauert es länger mit ihm-. Wenn ich so ein Buch hab’, bleib’ ich dabei sitzen und kann mich da ja reinknien. Nee, Sachbücher [lese ich] nicht. Ich muss sagen, also Romane, eigentlich geht da alles durch. Ich lese gern Historisches, gerne von der Wood, die schreibt eigentlich sehr schön, aber komischerweise, was ich nicht mehr lesen kann, und auch schon sehr lange nicht mehr gelesen hab’, wenn es so-, wirklich Gräueltaten, auch Filme, die guck’ ich mir auch nicht an. Das kann ich nicht mehr ab und guck’ ich mir auch nicht an. Wenn Kinder misshandelt werden, oder überhaupt in der Richtung. Guck’ mir auch keinen-, keine Serie im Fernsehen an, die mit Arzt zu tun hat. Mach’ ich nicht. Kann ich auch nicht. Ich lese auch keine Arztromane. Komischerweise. Aber sonst, ich les’, ob sie noch alte Schriftsteller haben, aus DDR-Zeiten, die les’ ich genauso gerne wie diese jetzt. Ich hab’ immer was gefunden. Auch bei uns gibt es gute Bücher, und es gab gute Bücher. Und ich hab’ immer was raus gefunden und bin bisher immer zufrieden gewesen. Und das ist die Hauptsache. Und, heutzutage ein Buch ka u fen, einmal sind sie sehr teuer und wenn man sie denn durchgelesen hat, denn stehen sie. Und ich hab’ auch gar kein’ Platz. Ich hab’ soviel Bücher. Das ich denn zum Geburtstag, wenn ich irgendwie gefragt werde: “Was möchtest du haben?“ – „Ein Buch.“ Denn legen sie zusammen, und denn ein gutes Buch, das ist für mich denn schon viel wert. Nee, aber sonst, Sachbücher nicht so, mehr Unterhaltung, zum Abschalten. Als Kind-, ja, an für sich war ich gut im Lesen und hab’ gern gelesen, aber da waren ja noch die Kriegsjahre, ich kann mich nicht mehr erinnern, dass ich so groß Bücher gehabt hab’. Aber ich weiß, dass ich alles-, wenn ich zu meiner Freundin ging, die-, ob das Zeitschriften waren oder sonst dergleichen, da hab’ ich alles so was unter die Finger gekriegt und gelesen. Bisschen ausgetauscht, und hab’ denn auch gelesen. Aber bei uns zu Hause, ich bin bei meinen Großeltern groß geworden, da hatten wir gar nicht-, nee, muss ich Ihnen sagen. Und in den Kriegsjahren-. Könnt’ ich auch nicht unbedingt sagen [ob es zum Beispiel einen Lehrer gab, der das Leseinteresse geweckt hat]. In der Schule. Aber ich weiß zum Beispiel, dass ich sehr eifrig war, und der Arm war immer oben, wenn es um Vorlesen ging. Aber wodurch ich zum Lesen gekommen bin, kann ich gar nicht mal sagen. Durch meine Großeltern nicht. Das glaub’ ich nicht. Mein Großvater war Arbeiter, meine Großmutter war zu Hause im Haushalt. Aber eins weiß ich, dass ich da immer, wenn ich an Lesematerial ran kam, auch immer gerne gelesen hab’ und konnte eigentlich auch gut lesen, auch in der Schule. Vielleicht hat mich das angespornt, wenn ich denn vom Lehrer gelobt wurde, weil ich so gut war. Ebenso gut konnte ich auch, wenn es hieß: „Aufsatz schreiben.“ -, hab’ ich immer-, und ich war sehr stolz, wenn mein Aufsatz vorgelesen wurde. Also, ich konnte mich da richtig rein versetzen, ich hab’ das miterlebt. Was ich geschrieben hab-, nicht nur Spinnerei, sondern ich konnte Erlebtes wiedergeben. So, und das ist bis heute so geblieben. Es war auch so, als meine Enkelkinder noch klein waren und sie waren bei uns und haben dann bei uns geschlafen, dann wurde erst bei Oma ins Bett gehuscht und musste Märchen erzählen. Und meine Schwiegertochter sagt so oft: „Sag’ mal, „X“ hat mir da ein Märchen erzählt, das kenn’ ich gar nicht.“ „Nee“, sag’ ich, „das kannst du auch gar nicht kennen.“ Das konnte ich mir einfach so ausdenken und das war genauso schön. Ich schein’ eine lebhafte Phantasie gehabt zu haben. Aber das war genauso schön. „Oma, weiter“, und noch eine, und noch eine. Aber komischerweise, die beiden Söhne meiner Tochter, da haben wir eigentlich beide für gesorgt, da haben wir viele Bücher gehabt, schöne Bücher, wo wir rankommen konnten-. Beide keine Leseratten. Beide keine Leseratten. Manchmal bin ich traurig. Sehr schöne Bücher. Und jeden Abend kriegten sie eine Geschichte vorgelesen. Sehen Sie, bei mir wurde das nicht gemacht, und bei ihnen wurde es gemacht und jeden Abend wurde-. Und wenn es irgendwie Bücher gab, haben wir immer-. Das ist doch komisch, nicht. Aber da ist jetzt die Computerzeit, möchte ich sagen. Meine Enkelin, ich hab’ ja fünf Enkelkinder, vier Enkelsöhne und eine Enkelin, „X“ liest. Die ist wieder-, die liest und na klar, mit 15 hat man schon noch andere Sachen in der Birne drin und sie muss auch sehr viel lernen. Sie geht zum Gymnasium, muss sehr viel lernen und sich ranhalten. Und-, aber die liest. Und die Jungs haben nur Computer-. Ob dies alles diese Zeit, so dieses Computer-, so ein bisschen verdrängt oder-. Aber, komisch, unser Sohn liest auch. Der liest. Und manchmal hab’ ich auch schon gedacht: „Mensch, wie kommt das eigentlich? Du bist-.“ Denn man kann-, gut unser Sohn, der liest auch gerne, aber der liest nun auch wieder so historische Romane. Aus der Ritterzeit und sonst dergleichen. Jedes Wochenende steht er bei mir auf der Matte und sagt: „Mutti, hast du wieder was zu lesen?“ Ich sag’: „Mensch, lass’ mich bloß in Ruhe.“ Aber der ist auch ein eifriger Leser. Und wenn er-, und das weiß er und die Schwiegertochter auch, ich sag’: „ Wenn ihr ein Buch von mir-, dann möchte’ ich das so zurück, wie ich es ausleihe.“ Nüscht find’ ich furchtbarer wie-. Und vor allen Dingen, auch aus dem Grunde, es gehört mir nicht, der Nächste möchte es auch vernünftig lesen. Es würde nie-, dass ich mit fettigen Fingern-, oder eine Ecke umknicke-, Mensch, Zeitungsschnippel gibt es überall, die ich mir dazwischen legen kann. Und, na ja, die Zeit haben Sie ja leider nicht, sonst müsste man sich jedes Buch angucken und der Betreffende-: „Hier, das war in Ordnung. Hier, bezahl’.“ Aber das schaffen Sie ja nicht. Aber ich bin überhaupt so ein Typ. Ich würde nie, was mir nicht gehört, das hab’ ich zu achten. Und mein Mann schimpft denn manchmal mit mir, ich kann es denn auch nicht begreifen, wenn ich sehe dass andere, trotzdem dass es nicht meins ist, dass es achtlos-, das wo was angepflanzt wurde, wo gemacht und getan wird, das da rübergelatscht wurde. Wenn ich schon alleine hier bei LIDL-, Mensch, da geht der Weg rein. Sie latschen durch das bisschen Angepflanzte. Da müssen sie durch. Wissen Sie, ich frag’ mich immer: „Was würde der Betreffende wohl sagen, wenn in sein’ Garten durchgelatscht würde?“ Ich bin schon so oft angeeckt, und mein Mann sagt: „Du kriegst noch mal welche, wenn du dein’ Mund nicht hältst.“ Ich weiß nicht, ist nicht in Ordnung, nicht. Wissen Sie, es ist ja bestimmt, ich stell’ mir vor, dass Sie ja auch nur ein bestimmtes Limit im Jahr haben, um neue Bücher zu kaufen. Und wenn Sie denn schon mal-, und alles-, und Sie als Leiterin freuen sich ja, wenn Sie Ihre Bücherei wieder um einiges bereichert haben und wieder neu angeschafft haben und wenn man denn sieht, wie damit umgegangen wird. Und ich find’, es ist herrlich im Winter, wenn das Wetter nicht so ist, ich kuschel ’ mich in die Couchecke, ein Buch vor der Nase, was Schöneres gibt es für mich nicht. Und jetzt hab’ ich ja die Zeit. Aber auch als ich sie nicht hatte. Ich hab’ gelesen.

Paraphrase:

Es ist mir ein Bedürfnis, in die Bibliothek zu kommen. Ich lese sehr gerne. Es ist mir eine Freude. Im Winter auf der Couch zu sitzen, draußen ist das Wetter nicht gut, - dann zu lesen ist herrlich. Was Schöneres gibt es für mich nicht. Ich stamme aus Hinterpommern, bin seit meinem 18. L e bensjahr in Wolgast und lese seit di e ser Zeit in der Stadtbibliothek. Aus Platz- und Kostengründen kaufe ich kaum noch Bücher. 361

Interviewtranskription: Donnerstag, 24.06.2004 / 18.00 Uhr

Teilnehmer: Ein Mann

Besonderheit: Schriftliche Vorbereitung an Hand der Fragen vorgetragen

Ja, ich hab’ eigentlich ganz kurz das mal ein bisschen zusammengefasst. Und zwar zum Punkt eins „Aus welchen Gründen kommen Sie in die Bibliothek?“, bin ich eigentlich im vergangenen Jahr zur Vorbere i tung eines Seminars zum Umweltschutz, da hatte ich 40 Stunden zu unterrichten, und da hab’ ich mir dann hier aus der Bibliothek die Literatur geholt und mir gleichzeitig einen allgemeinen Überblick ve r schafft über das Angebot an Literatur und an Tonträgern. Ich hab’ dann von diesen elf Büchern, die ich mitg e nommen hab’, auch vieles für die Zitate verwenden können in meinem Bericht, zum Beispiel aus diesen Gesetzen. So, „Warum brauchen Sie die Bibliothek und ihre Mitarbeiter?“, ich hab’ mich da ber a ten lassen, damals, und ich bin eigentlich sehr gut beraten worden, bei der Auswahl. Gerade zu diesem speziellen Thema. Und ich war auch ang e nehm überrascht, dass ich wie gesagt, mir elf Bände mitnehmen konnte, weil ich das sonst von früher kannte, dass man nur drei Bände mitnehmen konnte. Ich hab’ die dann auch ordnungsgemäß nach dem Seminar wieder termingerecht zurückgebracht. Die Bi b liothek hat „Einfluss auf Fähigkeiten, Wissen, Spaß am Lesen“, da hab’ ich zunächst einmal gemerkt, dass ich mit Hilfe der Literatur meine Kenntnisse erneuern und natürlich auch erweitern konnte. Und wenn man E r wachsene in diesem Seminar vor sich hat, dann muss man schon fundiert Auskunft erteilen können. S o dass ich also auch die bekannten Fähigkeiten und Kenntnisse zum Umweltschutz, die ich noch vom St u dium her kannte, weil ich Biologie/Chemie studiert hab’, vertiefen konnte. Vor allen Dingen, was auch jetzt die Gesetzmäßigkeiten angeht. „Welchen Nutzen hat für Sie die Bibliothek?“, ich fand, das hier eine große Auswahl an allgemeiner und spezieller Literatur vo r handen ist. Und auch das Ausleihen zu einer erschwinglichen Gebühr möglich ist. Ich kannte allerdings das von der Bibliothek Greifswald, dass wir dort keine Benutzungsgebühr bezahlen, weil wir für den Unterricht-, weil-, ich bin ja nun Lehrer an einer überbetrieblichen Ausbildungsstätte-, dass wir also für Tonträger und für Literatur, was mit dem Unterricht zusammenhängt keine Benutzungsgebühr bezahlen brauchen. Da hab’ ich aber damals wie gesagt nicht gefragt. Mein Chef hat gesagt: “Jawoll, diese zehn Euro bezahlen wir.“ Da hatte ich also gar kein Problem mit. So, „Haben Sie durch die Bibliothek etwas erreichen können, das Sie sonst nicht erreicht hätten?“. Da muss ich sagen, dass am Ende des 40-Stunden-Seminars eine Klausur geschrieben wurde und alle Teilnehmer das erfolgreich abgeschlossen haben. Das beziehe ich also auch-, dass ich aufgrund der Bibliothek und der Unterstützung und mit Hilfe der Literatur, zum Beispiel in Form von Tabellen, die ich aus den Büchern entnehmen konnte, den Leuten das beigebracht’ hab’ und dass sie jetzt auch in den Betrieben arbeiten können. Dann hab’ ich noch etwas zu den „Leistungen der Bibliothek“. Da hab’ ich dann zusammengefasst geschrieben: Erwerb von Kenntnissen, Vorbereitung auf Abhandlungen, Unte r richtsvorbereitung, Vertiefen von Wissen. Und ich muss sagen, es hat auch wieder das Interesse an literarischen Veranstaltungen in mir geweckt. Wobei ich es vermisst habe jetzt, hier. Diese Veranstaltungen bei der Firma „X“ fand’ ich immer ganz gut. Das hat sich jetzt mehr oder weniger runter verlagert zur Buchhandlung „X“ bzw. dann, das letzte Mal war ich bei Hardy Krüger, was mir sehr gefallen hat, dann im Museum. So, was ich vielleicht so ein bisschen bemängeln muss, ist, dass ich also große Probleme hatte, im Telefonbuch die Telefonnummer zu finden. So, ansonsten so schöngeistige Literatur, Belletristik, hab’ ich hier noch nicht ausgeliehen, weil ich noch sehr viele Bücher habe, zu Hause, selbst, die ich teilweise auch noch nicht gelesen hab’. Bücher, die mich vor allen Dingen interessieren, sind vor allen Dingen die schwedischen Kriminalautoren. Da hab’ ich also alle Bände von Sjöwall/Wahlöö, wo ich ganz begeistert war, als diese Dame im Rathaus war. Und dieser Abend war also auch für mich sehr wertvoll [Veranstaltung der Bibliothek]. Und dann hat sie ja nun aufgehört zu schreiben und jetzt bin ich eigentlich bei Henning Mankell gelandet. Und da bin ich eigentlich auch durch einen Buchhändler im Krankenhaus in der Augenklinik aus „Y“ drauf’ gekommen, der-, wo ich sagte, dass dieses Schriftstellerehepaar ja nun nicht mehr ist, weil der Mann gestorben war, und da sagt’ der denn: “Probier’ s mal mit Henning Mankell.“ Und da muss ich sagen, da hab’ ich jetzt alle Bücher, die mit dem Kommissar Wallander zusammenhängen. Ich freu’ mich immer, wenn im Fernsehen was kommt, das ich dann-, das nehm’ ich dann auf Video auf. Paraphrase: Zwecks Unterrichtsvorbereitung – ich unterrichte Erwachsene - nutze ich die Bücher aus der Bibliothek zum Thema Umweltschutz. Hier ist eine große Auswahl. Meine Kenn t nisse konnte ich so erweitern. 362

Informationslogistische Rollen und Bestand sowie Entleihungen der Stadtbibli o thek Wolgast

KAB

KAB

Zuordnung zu den Rollen

Bestand

Entleihungen

A Allgemeines. Wissenschaftskunde. Geisteswissenschaft, Sozialwissenschaften (Allgemeines)

Allgemeines

A 0

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

228

268

Wissenschaftskunde

A 1

Individuelles Bildungszentrum

4

-

Geisteswissenschaften. Sozialwissenschaften (Allgemeines)

A 2

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

29

20

Sammelbiographien

A 9

Individuelles Bildungszentrum

45

4

B Wirtschaft, Wirtschaftswissenschaften (einschließlich Allgemeine Verwaltung und Bürokunde)

Allgemeines

B 0

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

48

57

Allgemeine Volkswirtschaftstheorie

B 1

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

33

49

Wirtschaftsgeschichte bis 1945

B 2

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

11

9

Weltwirtschaft, Wirtschaft einzelner Erdteile und Staaten nach 1945

B 3

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

42

24

Wirtschaft der Bundesrepublik Deutschland

B 4

Individuelles Bildungszentrum/

Zentrum populärer Medien

244

299

Allgemeine Betriebswirtschaft

B 5

Individuelles Bildungszentrum

316

669

Arbeitswissenschaft

B 6

Individuelles Bildungszentrum/

Zentrum populärer Medien

53

38

Wirtschaftszweige (einschließlich ihrer jeweiligen Betriebswirtschaft)

B 7

Individuelles Bildungszentrum/

Zentrum populärer Medien

250

262

Allgemeine Verwaltung und Bürokunde

B 8

Individuelles Bildungszentrum

31

40

Über Leben und Werk von Persönlichkeiten

B 9

Individuelles Bildungszentrum

9

4

C Staatswesen. Rechtswesen. Militärwesen

Allgemeines. Zusammenfassende und

Gesamtdarstellungen

C 0

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

4

1

Staatswesen. Rechtswesen

C 1

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

115

220

Staatswesen der Bundesrepublik Deutschland

C 2

Individuelles Bildungszentrum/

Zentrum populärer Medien

150

67

Rechtswesen der Bundesrepublik Deutschland

C 3

Individuelles Bildungszentrum/

Zentrum populärer Medien

329

337

Militärwesen

C 4

Individuelles Bildungszentrum

88

137

Über Leben und Werk von Persönlichkeiten

C 9

Individuelles Bildungszentrum

4

11

D Geschichte, Zeitgeschichte (einschließlich Kulturgeschichte). Politikwissenschaft

Allgemeines

D 0

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

82

89

Weltgeschichte

D 1

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

578

790

Geschichte Europas (Allgemeines)

D 2

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

153

120

Deutsche Geschichte (Allgemeines) und bis 1945

D 3

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

474

1205

Deutsche Geschichte von 1945 bis in die Gegenwart

D 4

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

344

432

Geschichte einzelner Staaten Europas

D 5

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

159

164

Geschichte Asiens und der asiatischen Staaten

D 6

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

115

229

Geschichte Amerikas und der amerikanischen Staaten

D 7

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

65

149

Geschichte Afrikas und der afrikanischen Staaten. Geschichte Australiens, Neuseelands und Ozeaniens

D 8

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

40

16

Über Leben und Werk von Persönlichkeiten

D 9

Individuelles Bildungszentrum

315

430

E Philosophie. Soziologie. Religion

Allgemeines. Zusammenfassende und

Gesamtdarstellungen

E 0

-

-

Philosophie (Allgemeines)

E 1

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

29

49

Teilgebiete der Philosophie

E 2

Individuelles Bildungszentrum

9

-

Geschichte der Philosophie

E 3

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

79

87

Ethik

E 5

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

42

63

Ästhetik

E 6

Individuelles Bildungszentrum

1

-

Soziologie

E 7

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

92

226

Religion. Neureligiöse Strömungen. Esoterik

E 8

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

306

557

Über Leben und Werk von Persönlichkeiten

E 9

Individuelles Bildungszentrum

89

70

F Psychologie. Pädagogik. Kultur (Allgemeines). Buch- und Bibliothekswesen. Information und Dokumentation. Archivwesen

Allgemeines. Zusammenfassende und

Gesamtdarstellungen

F 0

-

-

Psychologie

F 1

Individuelles Bildungszentrum/

Zentrum populärer Medien

378

776

Pädagogik und Pädagogische Einrichtungen

F 2

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung/

Individuelles Bildungszentrum

575

1270

Kultur (Allgemeines)

F 3

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

121

278

Buch- und Bibliothekswesen. Information und Dokumentation. Bibliographie. Archivwesen

F 4

Individuelles Bildungszentrum

293

9

Über Leben und Werk von Persönlichkeiten

F 9

Individuelles Bildungszentrum

17

31

G Sport. Spiele. Sammeln. Basteln

Allgemeines. Zusammenfassende und

Gesamtdarstellungen

G 0

Individuelles Bildungszentrum

2

-

Sport

G 1

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Zentrum populärer M.

353

748

Spiele

G 2

Zentrum populärer Medien

71

183

Sammeln

G 3

Zentrum populärer Medien

67

27

Basteln

G 4

Zentrum populärer Medien

226

631

Über Leben und Werk von Persönlichkeiten

G 9

Individuelles Bildungszentrum

15

11

H Literaturwissenschaft

Allgemeines

H 0

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

201

212

Deutsche Literatur

H 1

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

147

130

Europäische Literaturen (außer deutsche Literatur)

H 4

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

22

1

Amerikanische Literaturen

H 5

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung / Individuelles Bildungszentrum

3

-

Asiatische Literaturen. Australische Literatur

H 6

-

-

Afrikanische Literaturen

H 7

-

-

Literaturen des Altertums

H 8

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

8

13

Über Leben und Werk von Persönlichkeiten und über anonyme Werke

H 9

Individuelles Bildungszentrum

648

734

I Sprachwissenschaft

Allgemeines

I 0

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

44

50

Deutsche Sprache (einschließlich deutscher Dialekte und Mundarten)

I 1

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung

/Individuelles Bildungszentrum

270

609

Germanische Sprachen (außer Deutsch)

I 2

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

197

730

Romanische Sprachen

I 3

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung Individ. Bildungszentrum

141

307

Slawische Sprachen

I 4

Individuelles Bildungszentrum

35

129

Baltische Sprachen

I 5

-

-

Finno-ugrische Sprachen

I 6

Individuelles Bildungszentrum

6

-

Altgriechische Sprache. Lateinische Sprache

I 7

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

22

48

Weitere Sprachen

I 8

Individuelles Bildungszentrum

14

42

Über Leben und Werk von Persönlichkeiten

I 9

Individuelles Bildungszentrum

14

-

K Kunst

Allgemeines

K 0

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

43

18

Bildende Kunst

K 1

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

682

629

Angewandte Kunst

K 2

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

200

158

Musik

K 3

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

258

365

Tanz. Pantomime

K 4

Individuelles Bildungszentrum

29

42

Theater

K 5

Individuelles Bildungszentrum

30

39

Zirkus. Varieté

K 6

Individuelles Bildungszentrum

18

1

Film ( einschließlich Videokunst). Fernsehen.

Rundfunk

K 7

Individuelles Bildungszentrum

40

17

Über Leben und Werk von Persönlichkeiten

K 9

Individuelles Bildungszentrum

902

524

L Geographie. Ethnographie

Allgemeines

L 0

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

124

157

Mehrer Erdteile. Ozeane. Meere

L 1

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung

/Individuelles Bildungszentrum

42

22

Bundesrepublik Deutschland

L 2

Zentrum populärer Medien

650

1075

Europa und die gesamte Sowjetunion (bis 1991) bzw. GUS

L 3

Zentrum populärer Medien

678

1193

Asien

L 4

Zentrum populärer Medien

97

128

Afrika

L 5

Zentrum populärer Medien

62

238

Amerika

L 6

Zentrum populärer Medien

161

233

Australien. Neuseeland. Ozeanien

L 7

Zentrum populärer Medien

29

105

Polargebiete

L 8

Zentrum populärer Medien

19

8

Über Leben und Werk von Persönlichkeiten

L 9

Individuelles Bildungszentrum

39

25

M Mathematik. Kybernetik

Allgemeines

M 0

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

701

1094

Mathematik (Allgemeines)

M 1

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

60

64

Elementare Mathematik

M 2

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

128

237

Höhere Mathematik

M 3

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

114

438

Kybernetik

M 4

-

-

Über Leben und Werk von Persönlichkeiten

M 9

Individuelles Bildungszentrum

7

-

N Naturwissenschaften

Allgemeines

N 0

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

207

139

Physik

N 1

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

189

279

Chemie

N 2

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

141

239

Astronomie. Astrophysik

N 3

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

108

103

Geowissenschaften

N 4

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

194

259

Biologie (Allgemeines)

N 5

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

280

559

Botanik

N 6

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

169

78

Zoologie (Allgemeines)

N 7

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

118

38

Spezielle Zoologie

N 8

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

334

256

Über Leben und Werk von Persönlichkeiten

N 9

Individuelles Bildungszentrum

96

17

O Gesundheitswesen, Medizin. Sozialarbeit

Allgemeines

O 0

Individuelles Bildungszentrum

74

68

Medizinisch-biologische Disziplinen

O 1

Individuelles Bildungszentrum

100

122

Allgemeine Untersuchungs- und

Behandlungsmaßnahmen

O 2

Individuelles Bildungszentrum/

Zentrum populärer Medien

242

422

Allgemeine Krankheitslehre

O 3

Individuelles Bildungszentrum/

Zentrum populärer Medien

116

110

Spezielle Krankheitslehre

O 4

Individuelles Bildungszentrum/

Zentrum populärer Medien

253

510

Pädiatrie.Geriatrie

O 5

Individuelles Bildungszentrum/

Zentrum populärer Medien

62

38

Gesundheitspflege. Sexualwissenschaft

O 6

Individuelles Bildungszentrum/

Zentrum populärer Medien

339

999

Pharmazie. Pharmakologie. Toxikologie

O 7

Individuelles Bildungszentrum/

Zentrum populärer Medien

49

128

Sozialarbeit

O 8

Individuelles Bildungszentrum/

Zentrum populärer Medien

18

20

Über Leben und Werk von Persönlichkeiten

O 9

Individuelles Bildungszentrum

50

56

P Technik (Allgemeines). Energietechnik

Technik (Allgemeines)

P 0

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

118

71

Energietechnik

P 1

Bildungs-u. Ausbildungsunterstützung /Individuelles Bildungszentrum

47

111

Über Leben und Werk von Persönlichkeiten

P 9

Individuelles Bildungszentrum

39

7

Q Elektrotechnik, Elektronik.

Informationstechnik

Allgemeines

Q 0

Individuelles Bildungszentrum

49

25

Elektrotechnik

Q 1

Individuelles Bildungszentrum

50

39

Elektronik. Informationstechnik

Q 2

Individuelles Bildungszentrum

286

308

Funktechnik

Q 3

Individuelles Bildungszentrum

36

18

S Bergbau. Metallurgie. Maschinenbau

Bergbau

S 1

Individuelles Bildungszentrum

3

-

Metallurgie

S 2

Individuelles Bildungszentrum

116

36

Maschinenbau

S 3

Individuelles Bildungszentrum

78

11

T Bauwesen

Allgemeines

T 0

Individuelles Bildungszentrum

59

78

Tiefbau

T 1

Individuelles Bildungszentrum

7

-

Ingenieurbau.Verkehrsbau.Wasserbau. Wasserwirtschaft

T 2

Individuelles Bildungszentrum

4

3

Hochbau

T 3

Individuelles Bildungszentrum/

Zentrum populärer Medien

65

268

Baustoffe. Baustoffprüfung

T 4

Individuelles Bildungszentrum/

Zentrum populärer Medien

8

70

Bauelemente. Bauwerksteile. Ausbau

T 5

Individuelles Bildungszentrum/

Zentrum populärer Medien

62

229

Bauweisen

T 6

Individuelles Bildungszentrum

31

134

Baustellenpraxis

T 7

Individuelles Bildungszentrum

4

7

Technische Gebäudeausrüstung

(Haustechnik)

T 8

Individuelles Bildungszentrum

27

93

U Technologie nichtmetallischer Stoffe

Allgemeines

U 0

Individuelles Bildungszentrum

13

30

Erzeugung und Verarbeitung anorganischer

Stoffe

U 1

Individuelles Bildungszentrum

7

1

Erzeugung und Verarbeitung organischer

Stoffe

U 2

Individuelles Bildungszentrum

15

1

Nahrungs- und Genussmittel. Getränke

U 3

Individuelles Bildungszentrum

60

24

Textilien. Lederwaren. Rauchwaren

U 4

Individuelles Bildungszentrum

10

-

Holz

U 5

Individuelles Bildungszentrum

38

28

Papier. Drucktechnik

U 6

Individuelles Bildungszentrum

18

21

Foto und Film (einschließlich Videofilm)

U 7

Individuelles Bildungszentrum/

Zentrum populärer Medien

71

137

Weitere Technologien

U 8

Individuelles Bildungszentrum/

Zentrum populärer Medien

14

61

V Transportwesen. Verkehrswesen. Post-

und Fernmeldewesen

Allgemeines

V0

Individuelles Bildungszentrum/

Zentrum populärer Medien

14

-

Straßenverkehr

V 1

Zentrum populärer Medien

133

190

Schienenverkehr

V 2

Individuelles Bildungszentrum

85

93

Schifffahrt

V 3

Individuelles Bildungszentrum

186

146

Luftfahrt

V 4

Individuelles Bildungszentrum

51

45

Raumfahrt

V 5

Individuelles Bildungszentrum

37

21

Weiterer Transport und Verkehr

V 6

-

-

Post- und Fernmeldewesen

V 7

Individuelles Bildungszentrum

11

-

W Land-, Forst- und

Nahrungsgüterwirtschaft

Allgemeines

W 0

Zentrum populärer Medien

11

8

Pflanzenproduktion

W 1

Zentrum populärer Medien

9

19

Gartenbau

W 2

Zentrum populärer Medien

339

531

Tierproduktion. Tierhaltung

W 3

Zentrum populärer Medien

293

900

Agrartechnik. Agrarindustrieanlagen.

Landwirtschaftsbau. Meliorationswesen

W 4

Individuelles Bildungszentrum

3

-

Forstwirtschaft. Jagdwesen. Binnenfischerei

W 5

Individuelles Bildungszentrum

77

51

Über Leben und Werk von Persönlichkeiten

W 9

Individuelles Bildungszentrum

3

-

X Hauswirtschaft (einschließlich

Handarbeiten)

Allgemeines

X 0

Zentrum populärer Medien

18

31

Wohnung

X 1

Zentrum populärer Medien

76

375

Ernährung

X 2

Zentrum populärer Medien

495

1101

Kleidung und Wäsche. Handarbeiten

X 3

Zentrum populärer Medien

82

185

R Belletristik

Werke verschiedner Literaturgattungen

R 0

Zentrum populärer Medien

448

147

Epik

R 1

Zentrum populärer Medien

7622

20332

Lyrik

R 2

Zentrum populärer Medien

114

248

Dramatik

R 3

Zentrum populärer Medien

182

172

Comics

R 7

Zentrum populärer Medien

3

1

Fremdsprachige Belletristik

R 8

Zentrum populärer Medien

301

572

Tonträger

TM

Zentrum populärer Medien

2293

4374

J Kinderliteratur

Vorschulliteratur und Literatur für Kinder der

1. und 2. Klasse

J I

Tor zum Lernen für Schüler

2816

6358

Literatur für Kinder der 2. bis 4. Klasse

J II

Tor zum Lernen für Schüler

1954

4270

Literatur für Kinder der 4. bis 7. Klasse

davon

J III

Sachliteratur

Bildungs- u. Ausbildungsunterstützung/

Individuelles Bildungszentrum

2188

3505

Belletristik

Zentrum populärer Medien

3590

7759

Gesamt:

41.916

78.656

(ohne Zeitschriften-Entleihungen)


Fußnoten und Endnoten

263  Hier und in allen folgenden Aufzeichnungen hat die Farbgebung folgende Bedeutung: allgemeine Äußerungen zum Stellenwert der Bibliothek, die im Kontext mit dem derzeitig angebotenen Leistungsspektrum der Bibliothek stehen und einen Bezug zur Stadt bzw. zu den Einwohnern der Stadt haben, erwünschte Wirkungen, erzielte Wirkungen.

264  Ggf. sind genannte Ortsnamen hier und im Weiteren durch „Y“ ersetzt.

265  Hier und in nachfolgendem Text sind alle genannten Namen durch „X“ ersetzt.

266  Vgl. Interview *, *******************************, 2002.

267  Vgl. Interview *, *******************************, 2002.

268  Vgl. ********** ***, *******************************, 2002.

269  Vgl. Interview *, ******************************, 2002.

270  Vgl. Interview *, *******************************, 2002.

271  Vgl. Interview *, *******************************, 2002.

272  Vgl. Interview *, *******************************, 2002.

273  Vgl. Interview *, *******************************, 2002.

274  Vgl. Interview *, *******************************, 2002.

275 ************************************************************************************************************************************

276  Vgl. Interview *, *******************************, 2002.

277  Vgl. Interview *, *******************************, 2002.

278  Vgl. Interview *, *******************************, 2002.

279  Vgl. Interview *, ******************************, 2002.

280  Vgl. Interview *, ******************************, 2002.

281  Vgl. Interview *, *******************************, 2002.

282  Vgl. Interview *, *******************************, 2002.

283  Vgl. Interview *, *******************************, 2002.

284  Vgl. Interview *, ******************************, 2002.

285  ****************************.

286  Vgl. Interview *, ******************************, 2002.

287  Vgl. Interview *, *******************************, 2002.

288  *******************************************************************************************************************.

289  Vgl. Interview *, *************************, 2002.

290  Vgl. Interview*, ******************************, 2002.

291  Vgl. Interview *, *************************, 2002.

292  entsprechend der Bevölkerungsstruktur soll der Anteil der Männer und Frauen jeweils ca. 50% betragen.

293  Leider handelt es sich hier um eine Aktivität, die ausschließlich vom Buchhandel durchgeführt wird.

294  Kontext: Lernen.

295  Vgl. 1. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 1, Teilnehmer 1 von 1, 2003.

296  Vgl. 6. Gesprächsrunde Einwohner Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 1, 2003.

297  Vgl. 7. Gesprächsrunde Einwohner, Alterklasse 2, Teilnehmer 3 von 3, 2003.

298  Vgl. 7. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 2, Teilnehmerin 2 von 3, 2003.

299  Vgl. 7.Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 2, Teilnehmer 1 von 3, 2003.

300  Vgl. 8. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 2, Teilnehmerin 3 von 4, 2003.

301  Vgl. 8. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 4, 2003.

302  Vgl. 2. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 1, 2003.

303  Keine Relevanz für Fragestellung nach der Wirkung der Bibliothek, weil diese Bücher nicht aus der Bibliothek entliehen worden sind.

304  Vgl. 3. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 1, 2003.

305  Vgl. 4. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 3, Teilnehmer 2 von 2, 2003.

306  Vgl. 4. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 2, 2003.

307  Vgl. 4. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 2, 2003.

308  Hier wird nicht gesagt, dass sich das Wissen von „X“ durch die Bibliotheksbenutzung verbessert hat.

309  Vgl. 5. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 1, 2003.

310  Diese Altersklasse wurde gebildet, um zu erreichen, dass sich die Untersuchung auf mehr als die Hälfte aller Benutzer mit Wohnsitz in Wolgast bezieht. Im Jahr 2003 hatte die Stadtbibliothek 1031 Benutzer aus Wolgast, davon 468 unter 18 Jahre. 563 Benutzer waren über 18 Jahre.

311  Vgl. 19. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 0, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.

312  Vgl. 21. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 0, Teilnehmerin 1 von 2, 2004.

313  Vgl. 21. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 0, Teilnehmer 2 von 2, 2004.

314  Vgl. 21.Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 0, Teilnehmer 2 von 2, 2004.

315  Vgl. 6. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 1, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.

316  Vgl. 6. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 1, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.

317  Vgl. 7. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 1, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.

318  Vgl. 23. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 1, Teilnehmer 1 von 1, 2004.

319  Vgl. 23. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 1, Teilnehmer 1 von 1, 2004.

320  Vgl. 22. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 1, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.

321  Vgl. 22. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 1, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.

322  Vgl. 12. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmer 1 von 1, 2004.

323  Vgl. 14. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 2, 2004.

324  Vgl. 14. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmerin 2 von 2, 2004.

325  Vgl. 16. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.

326  Vgl. 16. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.

327  Vgl. 15. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmer 2 von 2, 2004.

328  Vgl. 15. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmer 2 von 2, 2004.

329  Vgl. 15. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmer 1 von 2, 2004.

330  Vgl. 17. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmer 3 von 3, 2004.

331  Vgl. 17. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 3, 2004.

332  Vgl. 17. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 3, 2004.

333  Vgl. 17. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmer 3 von 3, 2004.

334  Vgl. 17. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmer 2 von 3, 2004.

335  Vgl. 17. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmer 3 von 3, 2004.

336  Vgl. 24. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.

337  Vgl. 24. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.

338  Vgl. 25. Gesprächsrunde Benutzer, Altersklasse 2, Teilnehmer 1 von 2, 2004.

339  Vgl. 25. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmerin 2 von 2, 2004.

340  Vgl. 25. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmer 1 von 2, 2004.

341  Vgl. 1. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 1, 2004.

342  Vgl. 18. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 1, 2004.

343  Vgl. 4. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 2 von 3, 2004.

344  Vgl. 4. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 3, 2004.

345  Vgl. 4. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 3 von 3, 2004.

346  Vgl. 10. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.

347  Vgl. 5. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1von 1, 2004.

348  Vgl. 5. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1von 1, 2004.

349  Vgl. 8. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.

350  Vgl. 9. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 2 von 2, 2004.

351  Vgl. 9. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 2, 2004.

352  Vgl. 13. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.

353  Vgl. 3. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 1, 2004.

354  Vgl. 3. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 1, 2004.

355  Vgl. 2. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 1, 2004.

356  Vgl. 11. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.

357  Vgl. 26. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 1.

358  Vgl. 27. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 2.

359  Vgl. 27. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 2 von 2.

360  Vgl. 28. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 1.

361  Vgl. 29. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 1.

362  Vgl. 20. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 1, 2004.



© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
DiML DTD Version 4.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
09.07.2007