| ↓102 |
| ↓103 |
Durch die Gegenüberstellung der Ergebnisse der ausgewerteten Arbeitsblätter ergibt sich im nachfolgenden Kapitel ein differenziertes Bild der Positionen der stak e holder zur Frage „Was kennzeichnet diese Bibliothek und was sollte sie kennzeichnen?“. Die Differenzierung zeigt sich sowohl in der Wahrnehmung, welche hier als Ist-Zustand aufgeführt ist, als auch in dem Wünschenswerten, dem Soll-Zustand sowie dem Verhältnis von Wahrnehmung und Erwartung zueinander. Die Auswertung nach dem Punkteverfahren ergab zunächst folgendes Bild: 134
Tabelle 5: : Auswertung nach dem Punkteverfahren
|
Rolle |
Leitende Verwaltungsangestellte Ist Soll |
Mitarbeiter der Stadtbibliothek Ist Soll |
Stadtvertreter Ist Soll |
|||
|
Kommunaler Treffpunkt |
15 |
59135 9,83 |
5 |
5 1,66 |
150 |
226 10,76 |
|
Kommunales Infozentrum |
20 |
51 8,5 |
10 |
10 3,33 |
129 |
181 8,62 |
|
Bildungs-, Ausbildungsunterstützung |
83 |
67 11,16 |
60 |
65 21,66 |
340 |
366 17,42 |
|
Individuelles Bildungszentrum |
82 |
84 14 |
50 |
50 16,66 |
192 |
193 9,19 |
|
Zentrum populärer Medien |
85 |
85 14,16 |
35 |
30 10 |
306 |
287 13,66 |
|
Tor zum Lernen für Schüler |
63 |
81 13,5 |
45 |
45 15 |
322 |
290 13,8 |
|
Auskünfte und Alltagsinfo |
52 |
53 8,83 |
35 |
35 11,6 |
161 |
137 6,52 |
Nachfolgende Abbildungen stellen diese Teilergebnisse zur Rollauswahl in visualisierter Form vor.
| ↓104 |
Tabelle 6: : Ergebnis Rollenauswahl/leitende Verwaltungsangestellte
|
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
|
|
Ist |
Zentrum populärer Medien |
Bildungs- und Ausbildungsunterstützung |
Individuelles Bildungszentrum |
Tor zum Lernen für Schüler |
Auskünfte und Alltagsinfo |
|
Soll |
Zentrum populärer Medien |
Individuelles Bildungszentrum |
Tor zum Lernen für Schüler |
Bildungs- und Ausbildungsunterstützung |
Kommunaler Treffpunkt |
Tabelle 7: : Ergebnis Rollenauswahl/Bibliotheksmitarbeiter
|
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
|
|
Ist |
Bildungs- und Ausbildungsunterstützung |
Individuelles Bildungszentrum |
Tor zum Lernen für Schüler |
Auskünfte und Alltagsinfo Platz 4 und 5 gleichrangig |
Zentrum populärer Medien |
|
Soll |
Bildungs- und Ausbildungsunterstützung |
Individuelles Bildungszentrum |
Tor zum Lernen für Schüler |
Auskünfte und Alltagsinfo |
Zentrum populärer Medien |
| ↓105 |
Tabelle 8: : Ergebnis Rollenauswahl/Stadtvertreter
|
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
|
|
Ist |
Bildungs- und Ausbildungsunterstützung |
Tor zum Lernen für Schüler |
Zentrum populärer Medien |
Individuelles Bildungszentrum |
Auskünfte und Alltagsinfo |
|
Soll |
Bildungs- und Ausbildungsunterstützung |
Tor zum Lernen für Schüler |
Zentrum populärer Medien |
Kommunaler Treffpunkt |
Individuelles Bildungszentrum |
Tabelle 9: : Ergebnis Rollenauswahl/Ist
|
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
|
|
Leitende Verwa l tungsa n gestellte |
Zentrum populärer Medien |
Bildungs- und Ausbildungsunterstützung |
Individuelles Bildungszentrum |
Tor zum Lernen für Schüler |
Auskünfte und Alltagsinfo |
|
Mitarbe i ter |
Bildungs- und Ausbildungsunterstützung |
Individuelles Bildungszentrum |
Tor zum Lernen für Schüler |
Auskünfte und Alltagsinfo Platz 4 u. 5 gleichrangig |
Zentrum populärer Medien |
|
Stadtve r treter |
Bildungs- und Ausbildungsunterstützung |
Tor zum Lernen für Schüler |
Zentrum populärer Medien |
Individuelles Bildungszentrum |
Auskünfte und Alltagsinfo |
Tabelle 10: Ergebnis Rollenauswahl/Soll
|
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
|
|
Leitende Verwa l tungsa n gestellte |
Zentrum populärer Medien |
Individuelles Bildungszentrum |
Tor zum Lernen für Schüler |
Bildungs- und Ausbildungsunterstützung |
Kommunaler Treffpunkt |
|
Mitarbe i ter |
Bildungs- und Ausbildungsunterstützung |
Individuelles Bildungszentrum |
Tor zum Lernen für Schüler |
Auskünfte und Alltagsinfo |
Zentrum populärer Medien |
|
Stadtve r treter |
Bildungs- und Ausbildungsunterstützung |
Tor zum Lernen für Schüler |
Zentrum populärer Medien |
Kommunaler Treffpunkt |
Individuelles Bildungszentrum |
| ↓106 |
Am Auswahlprozess zur Auftragsbestimmung mittels Arbeitsblatt haben sich in jeder Interessengruppe Mehrheiten beteiligt.136
Das Ist/Soll-Verhältnis in den einzelnen Interessengruppen zeigt Antworten auf die Frage: In welcher Hinsicht sollte die Stadtbibliothek sich verändern?.
Eine Übereinstimmung zwischen den Ist- und Soll-Vorstellungen lässt sich in allen drei Interessengruppen in unterschiedlich ausgeprägtem Maße feststellen. Bei den Mitarbeitern besteht der höchste Grad der Übereinstimmung, nämlich in der Gewichtung der ersten fünf Rollen. Dies zeigt, dass die Mitarbeiter die Funktion der Stadtbibliothek, so wie sie sie wahrnehmen, beibehalten wollen. Die Bibliothek, so wie sie sie sehen, ist nach ihren Vorstellungen das, was sie auch sein sollte. Die Stadtvertreter stimmen in den ersten drei Bereichen in ihren Ist-Vorstellungen mit ihren Soll-Vorstellungen überein. Daraus wird deutlich, dass die Funktionen der Bibliothek, so wie sie es sehen, weitestgehend erhalten bleiben sollten. Die Rollen „Individuelles Bildungszentrum“ und „Auskünfte und Alltagsinfo“ sollten geschwächt, die Rolle „Kommunaler Treffpunkt“ deutlich gestärkt werden. Die Ist/Soll-Vorstellungen der leitenden Verwaltungsangestel l ten sind nur bezüglich der Rolle oberster Priorität identisch. In dieser Gruppe besteht somit der größte Veränderungswunsch. Die Rollen „Individuelles Bildungszentrum“ und „Tor zum Lernen für Schüler“ sollten gestärkt, die Rolle „Bildungs- und Ausbildungsunterstützung“ geschwächt werden. Die Rolle „Kommunaler Treffpunkt“ sollte zu Lasten der Rolle „Auskünfte und Alltagsinfo“ stärker entwickelt werden. Die Bibliothek, so wie sie sie sehen, ist nur im Hauptaufgabenbereich das, was sie nach ihren Vorstellungen sein sollte.
| ↓107 |
Ein Vergleich der Ist-Vorstellungen aller drei Interessengruppen beantwortet die Frage: Welches Bild besteht von der Stadtbibliothek?
Zwei Gruppen, die Mitarbeiter und die Stadtvertreter, definieren die Bibliothek primär als eine Einrichtung der „Bildungs- und Ausbildungsunterstützung“. Diese Rolle rangiert in der Gruppe der leitenden Verwaltungsangestellten an zweiter Stelle. In nachfolgender Priorität sehen die Mitarbeiter die Rolle des „Individuellen Bildungszentrums“ am deutlichsten verwirklicht, gefolgt von den leitenden Verwaltungsangestellten und in wesentlich geringerem Maße von den Stadtvertretern. Die Rolle „Tor zum Lernen für Schüler“ charakterisiert bei den Stadtvertretern in höherem Maße als bei den Mitarbeitern und bei den Mitarbeitern in höherem Grad als bei den leitenden Verwaltungsangestellten das Profil der Stadtbibliothek. Die größte Differenz besteht zwischen den Auffassungen der leitenden Verwaltungsangestellten und der Mitarbeiter über den Stellenwert der Rolle „Zentrum populärer Medien“. Von den leitenden Verwaltungsang e stellten wird diese Rolle auf Platz eins, von den Mitarbeitern auf Platz fünf gesehen. Die Stadtvertreter platzierten sie auf Rang drei. Die einzige Übereinstimmung aller drei Gruppen bezieht sich auf die Platzierung der Rolle „Auskünfte und Alltagsinfo“ an fünfter Stelle, wobei allerdings die Mitarbeiter den vierten und fünften Platz gleich gewichtet haben.
Dieses Bild, das von den Funktionen der Stadtbibliothek Wolgast besteht, differiert sehr stark. Die Differenzen sind darauf zurückzuführen, dass das Ergebnis dieser Befragung nach dieser Methode ein subjektives ist und auf das Image einer Bibliothek zurückzuführen ist. Dieses entsteht über einen langen Zeitraum und ist ein Kommunikationsergebnis. Verschiedene Faktoren beeinflussen das Bild, das eine den stakeholdern zugehörige Person von der Bibliothek hat. Diese sind zum Beispiel individuelle Erlebnisse und Erfahrungen, Normen und Wertvorstellungen, Wünsche und Ideale, Beeinflussung durch das soziale Umfeld, Interpretation und Attribution von Informationen, Vorurteile, Beobachtungen und individuelle Wahrnehmungen in ihrer Lebenswelt. Das Image formt sich in Abhängigkeit von diesen Faktoren bewusst und unbewusst. Es verschafft der den stakeholdern zugehörigen Individuen Orientierung und wird von diesen als wahr erachtet.137 Das Ergebnis der Rollenauswahl im IST zeigt deutlich, dass die stakeholder jeweils ein ganz eigenes Bild von der Bibliothek haben, beeinflusst durch ihre Alltagswelt. Dieses Image ist kein feststehendes und in sich abgeschlossenes Kommunikationsergebnis, sondern unterliegt einem ständigen Wandel. Es kann sich im Laufe der Zeit verfestigen oder verändern.
| ↓108 |
Der nachfolgende Vergleich der Soll-Vorstellungen beantwortet die Frage: Welche Aufgaben sollte die Stadtbibliothek erfüllen?
Übereinstimmend sagen die Mitarbeiter und die Stadtvertreter aus, dass die Stadtbibliothek primär der „Bildungs- und Ausbildungsunterstützung“ dienen sollte. Demgegenüber sehen die leitenden Verwaltungsangestellten diese Rolle deutlich abgeschwächt an vierter Stelle. Aus der Sicht der leitenden Verwa l tungsangestellten sollte die Bibliothek primär ein „Zentrum populärer Medien“ sein. Die Differenz aus den Ist-Vorstellungen zwischen den leitenden Verwaltungsangestellten und den Mitarbeitern hinsichtlich der Rolle „Zentrum populärer Medien“ setzt sich hier fort. Die von Mitarbeitern und Stadtvertretern favorisierte Rolle „Bildungs- und Ausbildungsunterstützung“ tritt bei den leitenden Verwaltungsangestellten somit in den Hintergrund. Eine übereinstimmende Auffassung der leitenden Verwaltungsangestellten und der Mitarbeiter besteht hinsichtlich der Rolle „Individuelles Bildungszentrum“. Diese Rolle rangiert an zweiter Stelle. Demgegenüber sehen die Stadtvertreter diese Funktion an fünfter Stelle. Eine weitere übereinstimmende Ansicht der leitenden Verwaltungsangestellten und der Mitarbeiter findet sich hinsichtlich der Rolle „Tor zum Lernen für Schüler“. Hier erwarten die Stadtvertreter eine höhere Priorität. Eine Rolle, die in den Soll-Vorstellungen der Bibliotheksmitarbeiter keinen Platz unter den fünf wichtigsten Rollen gefunden hat, findet sich in den Soll-Vorstellungen der leitenden Verwaltungsangestellten und Stadtvertreter: „Kommunaler Treffpunkt“. Daraus lässt sich ableiten, dass diese Interessengruppen die Erfüllung dieser Rolle bisher vermissten. Demgegenüber sollte die Rolle „Auskünfte und Alltagsinfo“, nach Auffassung der leitenden Verwaltungsangestellten und der Stadtvertreter, weiter zurückgedrängt werden.
Die Diskussion der Teilergebnisse der Rollenauswahl konnte nicht zu einer Prioritätensetzung führen, die von allen Beteiligten akzeptiert wurde. Deshalb ist die auf der Grundlage der Befragungen erstellte Konstruktion einer Prioritätensetzung durch die Forscherin eine aggregierte Sicht der stakeholder, die rein rechnerisch erstellt worden ist und keiner sozialen Wirklichkeit entspricht. Nachstehende Tabelle zeigt das Ergebnis der Auswertung und ist eine Zusammenfassung der Auswertung nach dem Punkteverfahren. 138
| ↓109 |
Tabelle 11: : Ergebnis der Auswertung nach dem Punkteverfahren
|
Rolle |
Ungewichtetes Punkteergebnis / Soll Platz |
|
Kommunaler Treffpunkt |
22,25 6 |
|
Kommunales Infozentrum |
20,45 7 |
|
Bildungs- und Ausbildungsunterstützung |
50,24 1 |
|
Individuelles Bildungszentrum |
39,85 3 |
|
Zentrum populärer Medien |
37,82 4 |
|
Tor zum Lernen für Schüler |
42,3 2 |
|
Auskünfte und Alltagsinfo |
26,95 5 |
Zweck dieses Verfahrens war es, eine Hilfskonstruktion für das Fehlen des Konsensergebnisses zu finden. Wie in der Situation, in der ein Konsens erzielt werden sollte, sollten auch in der Hilfskonstruktion deshalb alle drei Interessengruppen gleichberechtigt sein. Somit haben alle drei Interessengruppen in der Zusammenfassung dasselbe Gewicht.
Im SOLL stellt sich die rechnerisch ermittelte Reihenfolge der Funktionen folgendermaßen dar:
| ↓110 |
In Betrachtung der Punkteverteilung - „Bildungs- und Ausbildungsunterstützung“:50 Punkte, „Tor zum Lernen für Schüler“: 42 Punkte, „Individuelles Bildungszentrum“: 40 Punkte, „Zentrum populärer Medien“: 38 Punkte, „Auskünfte und Alltagsinfo“: 27 Punkte - wird deutlich, dass eine Rolle („Bildungs- und Ausbildungsunterstützung“) erheblich stärker gewertet und eine Rolle („Auskünfte und Alltagsinfo“) bedeutend niedriger gewertet wurden als die Rollen zwei bis vier („Tor zum Lernen für Schüler“; „Individuelles Bildungszentrum“; „Zentrum populärer Medien“).
Zur Prioritätensetzung innerhalb der einzelnen Funktionen in der Konstruktion ist es deshalb notwendig, ein Modell mit besonderer Berücksichtigung der speziellen Punkteverteilung zu finden. Die Besonderheit liegt darin, das drei Rollen („Tor zum Lernen für Schüler“; „Individuelles Bildungszentrum“; „Zentrum populärer Medien“) in der Punkteverteilung sehr nahe beieinander liegen.
| ↓111 |
In der Literatur gibt es verschiedene Modelle, die die Rollen gruppieren und Kapazitäten zuordnen und somit ein Instrument zur Profilierung der Angebote einer Bibliothek darstellen.139
Modell eins
Höchste Priorität:
| ↓112 |
1 Rolle 50% Kapazität
Nachgeordnete Priorität:
1 Rolle 30% Kapazität
| ↓113 |
Periphere Priorität :
1 Rolle 20% Kapazität
Modell zwei
| ↓114 |
Höchste Priorität:
1 Rolle 50% Kapazität
Nachgeordnete Priorität:
| ↓115 |
2 Rollen 30% Kapazität
Periphere Priorität :
2 Rollen 20% Kapazität
| ↓116 |
Modell drei
Höchste Priorität:
1 Rolle 50%
| ↓117 |
Nachgeordnete Priorität:
1 Rolle 30% Kapazität
Periphere Priorität :
| ↓118 |
2 Rollen 20% Kapazität
Wendet man die Konstruktion auf die Modelle an, ergibt sich folgende Aussage über eine mögliche Prioritätensetzung.
Höchste Priorität: Bildungs- und Ausbildungsunterstützung (50%)
| ↓119 |
Nachgeordnete Priorität: Tor zum Lernen für Schüler (30%)
Periphere Priorität: Individuelles Bildungszentrum/ Zentrum populärer Medien (je 10%)
Die Anwendung des dritten Modells begründet sich durch folgende Überlegungen:
| ↓120 |
Für eine Rolle erster Priorität spricht die deutliche Präferenz der Rolle „Bildungs- und Ausbildungsunterstützung“.140 Dies ließe sich durch jedes der drei Modelle darstellen.
Drei Rollen mit annähend gleicher Bewertung ließen auch die Entscheidung zu, zwei Rollen nachgeordneter Priorität und zwei Rollen peripherer Priorität zu wählen. Dies würde aber bedeuten, dass zwei Rollen mit doch erheblich unterschiedlicher Bewertung einen peripheren Status bekommen: „Zentrum populärer Medien“ und „Auskünfte und Alltagsinfo“. Deshalb kann Modell zwei hier keine Anwendung finden.
Es ist realitätsnäher, eine Rolle nachgeordneter Priorität (Rolle „Tor zum Lernen für Schüler“) und zwei Rollen peripherer Priorität zu wählen. Im Gegensatz zu Modell eins reduziert sich in Modell drei die Rollenauswahl um nur eine Funktion.
| ↓121 |
Wenn das Bibliotheksprofil aus den Rollen „Bildungs- und Ausbildungsunterstützung“, „Tor zum Lernen für Schüler“, „Individuelles Bildungszentrum“ und „Zentrum populärer Medien“ besteht, dann entspricht die Stadtbibliothek Wolgast den Ansprüchen der Interessengruppen besser. Die dazu erforderliche Quantität ist in der Prioritätensetzung ausgedrückt.
Aus diesen Rollen, die die Aufgaben (Funktionen) benennen, werden Ziele entwickelt, die das Angebot beschreiben. Diese Angebotsprofilierung ist in vorliegender Arbeit eine Bestandsprofilierung, weil die zugrunde liegenden Rollen primär durch ein entsprechendes Bestandsangebot ausfüllbar sind. Dies bedeutet, dass die eine Rolle im weiteren charakterisierenden Merkmale „Mitarbeiter“ und „Ausstattung“ hier vernachlässigt werden. Im Bestand, den man auch als Produkt der Bibliothek auffassen kann, finden jedoch gleichwohl auch Arbeitskapazitäten und Ausstattungskapazitäten ihren Ausdruck, denn der Bestand ist ein Arbeitsergebnis eines Bestandsaufbaus, der eine bestimmte Personalstärke bindet und eine bestimmte Ausstattung voraussetzt.
Jede Zielformulierung wird nicht nur durch die in ihr enthaltenen qualitativen Vorgaben konkret, sondern erfordert auch quantitative Merkmale, die ihre Umsetzbarkeit ermöglichen. Diese sind in der Prioritätensetzung im vorangegangen Abschnitt gegeben. Wenn der Bestand entsprechend der Prioritätensetzung aufgebaut werden soll, dann ist es zunächst notwendig, vom Ist-Bestandsprofil auszugehen. Nachstehende Tabelle zeigt deshalb die quantitative Zusammensetzung des Bibliotheksprofils im Jahr 2003. Sie basiert auf dem Feststellen der medialen Struktur des Bestandes, indem ausgehend von den vorhandenen Mediengattungen die mediale Funktion der Bestandsgruppe bestimmt wurde und diese dann der jeweiligen informationslogistischen Rolle zugeordnet wurde.141
| ↓122 |
Ein Beispiel zur Verdeutlichung:
Zunächst wurde gefragt: Welche Mediengattungen sind der Gruppe „O 7: Pharmazie. Pharmakologie. Toxikologie“ vorhanden? Es wurde festgestellt, dass Fachbücher und Ratgeber diese Gruppe zu etwa gleichem Anteil ausmachen. Es schließt sich die Frage an: Welche mediale Funktion erfüllt diese Gruppe in dieser Zusammensetzung? Diese wird mit den Begriffen „Job“ und „Hobby“ beschrieben. Die daran anknüpfende Frage: Welcher informationslogistischen Rolle entspricht dies?, wird mit den Aussagen „ Individuelles Bildungszentrum“ und „Zentrum populärer Medien“ beantwortet. Weil die Gruppe „O 7“ mit ihren Fachbüchern und Ratgebern die medialen Funktionen „Job“ und „Hobby“ erfüllt und Fachbücher sowie Ratgeber diese Gruppe etwa zu gleichen Teilen ausmachen wird der Bestand dieser Systematikgruppe den Rollenfunktionen „Individuelles Bildungszentrum“ und „Zentrum populärer Medien“ zu jeweils der Hälfte zugeordnet.
Tabelle 12: Bestandszusammensetzung 2003142
|
Rolle |
Bestand 2003 absolut |
Bestand 2003 % |
Entleihungen 2003 absolut |
Entle i hungen 2003 % |
|
Bildungs- und Ausbildungsunterstützung (1) |
5808,5 |
13,8 |
9019,50 |
11,5 |
|
Tor zum Lernen für Schüler (2) |
4770 |
11,4 |
10628 |
13,5 |
|
Individuelles Bildungszentrum (3) |
11733,5 |
28 |
15483 |
19,7 |
|
Zentrum populärer Medien (4) |
19604 |
46,8 |
43525,5 |
55,3 |
| ↓123 |
| Abbildung 3: : Erwünschte Kapazitäten im Vergleich zum Bestand 2003 und zu den Entleihungen 2003143 | ||
Es wird ersichtlich, dass der Bestand sich aus den gleichen Rollen wie der Auftrag der Bibliothek zusammensetzt und dass der Bestand der Stadtbibliothek Wolgast quantitativ primär der Rolle „Zentrum populärer Medien“ entspricht und die Bibliothek in erster Linie als solches genutzt wird. Die Bibliotheksbenutzer bevorzugen somit die Rolle „Zentrum populärer Medien“. Kriterium für die Beurteilung der Bestandszusammensetzung ist jedoch nicht die Nutzung, sondern das Ziel der Bibliothek, das auf im Auftrag enthaltene Kapazitäten aufbaut.
Eine Orientierung an dem am stärksten Nachgefragten führte in der bisherigen Praxis zu einem Vorherrschen der Unterhaltungsangebote, wie es vielfach in bundesdeutschen öffentlichen Bibliotheken besteht. Bei einer bestimmten Interessenlage könnte daraus gefolgert werden: Wenn die Bibliothek ein „Zentrum populärer Medien“ ist, dann hat sie eine Funktion, die auch privatwirtschaftliche Anbieter erfüllen könnten. Das Entwickeln der Bibliothek als ein Zentrum populärer Medien, eine SOLL-Vorstellung der leitenden Verwaltungsangestellten in vorliegender Untersuchung, könnte also als ein Weg gesehen werden, durch Privatisierung eine Kostenersparnis für den städtischen Haushalt zu erreichen. Das Ziel der Bibliothek basierend auf einer aggregierten Sicht aller stakeholder eröffnet demgegenüber Chancen, ein Bestandsprofil entwickeln zu können, mit dem die Bibliothek zur Erfüllung städtischer Zielstellungen beitragen kann.
| ↓124 |
Wenn sich die Größenanteile der Bestände an der Zielstellung orientieren – und dies ist Ansatz vorliegender Arbeit – bedeutet dies, die Kapazität der Rolle „Zentrum populärer Medien“ zu verringern und die der Rolle „Bildungs- und Ausbildungsunterstützung“ zu vergrößern. Dies ergibt sich aus den Rollen zugeordneten Kapazitäten, die wie bereits dargestellt, für die Rolle „Bildungs- und Ausbildungsunterstützung“ 50%, die Rolle „Tor zum Lernen für Schüler“ 30% und für die Rollen „Individuelles Bildungszentrum“ und „Zentrum populärer Medien“ jeweils 10% betragen.
Wenn sich der Bestand wie dargestellt verändert, schafft die Bibliothek die quantitativen Voraussetzungen, den erwarteten Wirkungen, die sich mit dem Angebotsprofil verbinden, gerecht zu werden. Der quantitative Ausbau dieser Kapazitäten, setzt qualitative Kriterien für die Auswahl der Medien voraus. Wenn diese sich nach den Zielgruppen144 orientieren, die das Niveau der Bestandsgruppe bestimmen, dann sind daraus die mediale Funktion der Bestandsgruppe und die erforderliche Mediengattung ermittelbar. Die folgenden Tabellen stellen dar, wie dies für die Rollen „Bildungs- und Ausbildungsunterstützung“ und „Tor zum Lernen für Schüler“ umsetzbar wäre.
In Zusammenhang mit der Rolle „Bildungs- und Ausbildungsunterstützung“ haben die Bestände die mediale Funktion „Lernen und Ausbildung“ und bestehen demzufolge aus Medien, die Lerninhalte unter didaktischen Gesichtspunkten darstellen. Dies sind Medien der Mediengattungen Lehr-, Lern- und Übungsmaterialien, CD-ROM Lehr-, Lern- und Übungsmaterialien und Fachbuch. Die Ausbaustufe der dieser Rolle zugeordneten Bestandsgruppen ist gehoben, das heißt in Breite und Tiefe bietet dieser Bestand ein weiter reichendes Spektrum an als die mit den Termini grundlegend bzw. minimal beschriebenen Ausbaustufen. Sie resultieren aus der Prioritätensetzung der Rollen.
| ↓125 |
Tabelle 13: Rolle „Bildungs- und Ausbildungsunterstützung“ /Beschreibung des Ziel-Bestandes145
|
Zie l gru p pe |
Niveau der B e stand s gruppe |
mediale Funktion der Bestandsgruppe |
Mediengattung |
Au s baust u fe |
|
Schüler |
Gymnasium |
Lernen und Ausbildung |
Lehr-, Lern- und Übungsmaterialien CD-ROM Lehr-, Lern- und Übungsmaterialien |
gehoben |
|
Schüler |
Realschule |
Lernen und Ausbildung |
Lehr-, Lern- und Übungsmaterialien CD-ROM Lehr-, Lern- und Übungsmaterialien |
gehoben |
|
Schüler |
Hauptschule |
Lernen und Ausbildung |
Lehr-, Lern- und Übungsmaterialien CD-ROM Lehr-, Lern- und Übungsmaterialien |
gehoben |
|
Azubis |
Berufsausbildung |
Lernen und Ausbildung |
Fachbuch |
gehoben |
Die Bestandsgruppen, die im Kontext mit der Rolle „Tor zum Lernen für Schüler“ stehen, beziehen sich auf Kinder und Schüler und haben die Niveaus „Vorschule“ sowie „Grundschule“. Die medialen Funktionen der Bestandsgruppen bestehen in „Lernen und Ausbildung“, „Unterhaltung“, „Urteilsbildung“ und „Wissenspopularisierung“. Dies wird realisiert durch die Mediengattungen Lehr-, Lern- und Übungsmaterialien, Bilderbuch, Kindersachbuch, Kindererzählung, MC Kinderprogramm. Diese Bestandsgruppen haben eine grundlegende Ausbaustufe.
Tabelle 14: : Rolle „Tor zum Lernen für Schüler“ /Beschreibung des Ziel-Bestandes146
|
Zie l gru p pe |
Niveau der B e standsgruppe |
mediale Funktion der Bestandsgruppe |
Mediengattung |
Aus-ba u stufe |
|
Kinder |
Vorschule |
Lernen und Ausbildung Unterhaltung Urteilsbildung Wissenspopularisierung |
Lehr-, Lern- und Übungsmaterialien Bilderbuch Kindersachbuch Kindererzählung MC Kinderprogramm |
grund-legend |
|
Schüler |
Grundschule |
Lernen und Ausbildung Unterhaltung Urteilsbildung Wissenspopularisierung |
Lehr-, Lern- und Übungsmaterialien Kindersachbuch Kindererzählung MC Kinderprogramm |
grund-legend |
| ↓126 |
Inwiefern diese Zielstellung in ihrem qualitativen Aspekt erfüllt ist, ist eine Frage nach den Wirkungen der Bibliothek. Diese Zielstellung wird aber gleichzeitig auch hinterfragt, indem die Wirkungen auch im Zusammenhang mit dem Auftrag betrachtet werden.
Das nachfolgende Kapitel strukturiert die aus allen Interviews erstellten Paraphrasen in Themenbereiche, geordnet nach den jeweiligen Interessengruppen. Diese Themenbereiche sind die Abstraktionen der Paraphrasen, die als Beleg angeführt sind. Aus jedem Interview bzw. jeder Gesprächsrunde wurden Paraphrasen erstellt. Die Gesamtheit alle Paraphrasen sind in diesem Kapitel vollständig aufgeführt. Deshalb ist es repräsentativ für alle dokumentierten Äußerungen der Teilnehmer.
Wie die Abstraktionen zustande gekommen sind, wird im Abschnitt 4.3.2 dargestellt. Die Gesamtdauer aller Interviews beträgt 24 Stunden.147 Das zugrunden liegende Datenmaterial umfasst in der Transkription insgesamt rund 78.000 Wörter.148
| ↓127 |
Sample Stadtvertreter
Die Stadtvertreter nannten in Bezug auf „Wirkungen der Bibliothek“ zum einen die Unterstützung der Formalausbildung und Entwicklung berufsbezogener Fähigkeiten und zum anderen den Einfluss auf die individuelle berufsbezogene Weiterbildung. Außerdem wurde erkennbar, dass die im „Soll“ der Arbeitsblätter erkennbare primäre Erwartungshaltung der Stadtvertreter sich in den Kernaussagen der Interviews widerspiegelt.
Wirkungen, bezogen auf das Lernen in der Schule, innerhalb einer Lehre oder eines Studiums
| ↓128 |
Eine Bibliothek gehört unbedingt in eine Stadt. Leute, die in Ausbildung stehen, sind schon aus finanziellen Gründen auf die Bibliothek angewiesen.149
Als ich noch Schüler war und Hausaufgaben zu erledigen hatte, war ich regelmäßig hier. Viele Informationen hätte man sich nicht auf anderen Wegen besorgen können.150
Wenn ich die Bibliothek nicht gehabt hätte, hätte ich nicht gewusst, wo ich das Material für meinen Schülervortrag herholen sollte. Wenn es in Wolgast keine Bibliothek gegeben hätte, wäre ich in die nächste Stadt gefahren, in der es eine Bibliothek gibt. 151
| ↓129 |
Mit Hilfe der Bücher aus der Bibliothek konnte meine Tochter ihr Studium besser bewältigen.152
Wirkungen, bezogen auf das Lernen in der Schule, innerhalb einer Lehre oder eines Studiums und Wirkungen, bezogen auf das individuelle Lernen für die Berufsau s übung
Ich habe für meinen Sohn, der Psychologie studiert, schon einiges ausgeliehen. Auch der Biologielehrer, ich war mal einer, findet ergänzende Literatur.153
| ↓130 |
Wirkungen, bezogen auf das Lernen in der Schule, innerhalb einer Lehre oder eines Studiums und Wirkungen bezogen auf „Urteilsfindung“
Schüler haben mir erzählt, dass ihr Vortrag ohne die Hilfe der Bibliothek nicht so gelungen wäre. Sie greifen gern auf die Bibliothek zurück. Die Bibliothek ist auch wichtig im Bereich der Berufsfindung und unterstützt dies mit ihrem Angebot. 154
| ↓131 |
Sample leitende Verwaltungsangestellte
Für die leitenden Verwaltungsangestellten stellt die Bibliothek hauptsächlich einen Freizeitwert dar. Dieser ist das Lesen. Die vorrangige Erwartungshaltung, dokumentiert in der Untersuchung zur Rollenbestimmung, stimmt auch hier mit den Hauptaussagen in den Interviews überein.
Wirkungen, bezüglich Ausgleich, Entspannung und Vergnügen durch Lesen
| ↓132 |
Die Bibliothek nur ergänzend zur Schule zu betrachten, ist fatal. Die Bibliothek muss mehr abdecken. Das Lesen muss populärer gemacht werden. Dies ist eine wichtige Aufgabe der Bibliothek. 155
Der Stellenwert einer Bibliothek für die allgemeine Kultur einer Stadt ist hoch. Wir haben sehr viele Menschen in der Stadt, die sich nicht alle Bücher, die sie lesen möchten, auch kaufen können.156
Ich brauche das Lesen zur Entspannung und zum Ausgleich. Bücher, die ich ein- oder zweimal lese, hole ich mir gern aus der Bibliothek. Bücher, die ich ständig brauche, habe ich gekauft. 157
| ↓133 |
Sample Bibliotheksmitarbeiter
Die Mitarbeiter der Bibliothek sehen ihren Wirkungsschwerpunkt in der Unterstützung der Formalausbildung. Die Rollenerwartung ist deckungsgleich mit den Aussagen, die während der Interviews getätigt wurden.
| ↓134 |
Wirkungen, bezogen auf das Lernen in der Schule, innerhalb einer Lehre oder eines Studiums
Die Unterstützung der Schüler ist eine besonders wichtige Aufgabe der Bibliothek.158
Kinder und Schüler sind die Hauptklientel unserer Bibliothek.159
| ↓135 |
In allen drei Gruppen wurde versucht, die Wirkung der Bibliothek mit zwei verschiedenen Methoden zu erfragen: dem Arbeitsblatt und den Interviews. Interessanterweise stimmt innerhalb jeder einzelnen Gruppe die primär erwünschte Wirkung mit der tatsächlichen Wirkung überein.
Sample Benutzer
| ↓136 |
Perspektive der 18-Jährigen
Aus der Sicht der 18-jährigen Benutzer unterstützt die Stadtbibliothek das Erwerben von Wissen im Rahmen einer Formalausbildung und ist Wissensquelle für das Ausüben von Hobbys.
| ↓137 |
Wirkungen, bezogen auf das Lernen in der Schule, innerhalb einer Lehre oder eines Studiums
Für meine Ausbildung als Familienpflegerin nutze ich diese Bibliothek. So spare ich Geld. Ich bekomme wenig. Sonst lese ich weniger. 160
Ich möchte Erzieherin werden und nutze die Kinderbücher und Bastelbücher für mein Praktikum. Bücher, die ich für meine Ausbildung brauche, bestelle ich hier über Fernleihe, wenn sie in Greifswald ausgeliehen sind. Sonst lese ich nicht gern. Während meiner Schulzeit, ich habe einen Realschulabschluss, habe ich diese Bibliothek für Vorträge genutzt. 161
| ↓138 |
Ich bin Schüler der 12. Klasse und für mich ist die Bibliothek eine Informationsquelle für tieferes Arbeiten auf einem Wissensgebiet. Meine Eins in der Facharbeit Sozialkunde habe ich auch der Bibliothek zu verdanken. Durch die Vielfalt der Bücher konnte ich mein Thema umfassender bearbeiten. 162
Wirkungen, bezogen auf Kenntnisse, die im Zusammenhang mit dem Ausüben e i nes Hobbys stehen
Die Bibliothek nutze ich auch um Literatur für mein Hobby, Schachspielen mit Kindern im Schachverein, auszuleihen. So muss ich diese Bücher nicht kaufen. 163
| ↓139 |
Perspektive der 19-28-Jährigen
Aus dem Blickwinkel der 19-28-jährigen Bibliotheksbenutzer erweitern sich die gesellschaftlichen Wirkungszusammenhänge, die die 18-jährigen Benutzer genannt haben, um das Fördern des individuellen Lernens im Zusammenhang mit einer Berufsausübung und den Einfluss auf kommunikative Fähigkeiten.
| ↓140 |
Wirkungen, bezogen auf das Lernen in der Schule, innerhalb einer Lehre oder eines Studiums
In meiner Schulzeit, ich bin jetzt Schülerin der 13. Klasse, habe ich die Bibliothek viel für die Schule genutzt. 164
Sehr wichtig war für mich die Bibliothek während meiner Prüfungszeit. Ohne die Bücher aus der Bibliothek hätte ich sicher ein schlechteres Ergebnis erreicht. Allein aus den Schulbüchern kann man den Stoff nicht so verstehen. Jetzt nutze ich die Bibliothek, um mich auf Aufnahmeprüfungen vorzubereiten. Ich leihe deshalb viele Bücher zur Musiktheorie aus. Ich möchte Musiker werden. Mein Berufswunsch und mein Hobby sind identisch. Ich komme auch hierher, um das Internet zu nutzen. Zu Hause habe ich keinen PC. Im Internet recherchiere ich nach Informationen zu neuen Buchtiteln und Noten. 165
| ↓141 |
In meiner Grundschulzeit war ich mit meiner Schulklasse hier und habe einen Bibliotheksausweis erhalten, auf den ich sehr stolz war. Ich habe hier Bücher gefunden, die mich interessieren. Ich brauche das breite Angebot. Es hat mir geholfen, Zusammenhänge besser erkennen zu können. Ich werde hier gut beraten und mich kennt hier jeder.166
Wirkungen, bezogen auf das individuelle Lernen für die Berufsausübung
Die Bibliothek hat einen großen Einfluss auf meine Arbeit im bilingualen Kindergarten zur Vorbereitung meiner Projekte. Ich habe durch die Bücher aus der Bibliothek viel Neues dazu gelernt. Ich lebe und arbeite zweisprachig. Das Lesen der englischsprachigen Belletristik verbessert mein Vokabular.167
| ↓142 |
Wirkungen, bezogen auf Kommunikation
Seit meiner Kindheit in Stralsund gehört eine Bibliothek zu meinem Leben, egal wo ich gerade wohne. Ich komme in die Bibliothek um hier Literatur zu bekommen, die ich mir allein aus Platzgründen schon nicht kaufen möchte. Ich habe ein breites Leseinteresse. Wer viel liest, kann zusammenhängender reden. 168
Ich nutze die Bibliothek, weil dies für mich finanziell günstig ist. So kann ich mehr und vielfältiger lesen. Ich möchte Journalistin werden. Wer gern und viel liest, drückt sich besser aus und hat eine bessere Rechtschreibung. 169
| ↓143 |
Wirkungen, bezogen auf Kenntnisse, die im Zusammenhang mit dem Ausüben e i nes Hobbys stehen
Leser dieser Bibliothek bin ich schon mehr als 10 Jahre. Zunächst bin ich hierher gekommen, um etwas über meine Interessen Angeln und Hunde zu erfahren. Ich lese aber auch gern Romane. Kochen hätte ich nicht so gut gelernt, wenn ich die Bücher aus der Bibliothek nicht gehabt hätte. 170
| ↓144 |
Perspektive der 29-60-Jährigen
Aus der Perspektive der 29-60-jährigen Benutzer wirkt die Bibliothek wie in den anderen beiden Altersklassen unterstützend auf die Formalausbildung, auf das individuelle Lernen, jedoch nicht nur für die Berufsausübung, sondern auch in anderen Kontexten und auf den Wissenserwerb in Bezug auf Hobbys. Hinzu kommen vier neue Wirkungsbereiche. Die Bibliothek wirkt auf die Lesefähigkeit und Kreativität und auf das Alltagsmanagement und Freizeitverhalten der Interviewten dieser Altersklasse.
Wirkungen, bezogen auf das Lernen in der Schule, innerhalb einer Lehre oder eines Studiums
| ↓145 |
Meine Tochter nutzt die Bibliothek intensiv zur Abiturvorbereitung und findet hier alles, was sie braucht. Für uns bedeutet dies in dieser Hinsicht Sorgenfreiheit.171
Ich lese hier, seit ich mit der Schulklasse zur Einführungsveranstaltung hierher gekommen bin. In meiner Schulzeit habe ich diese Bibliothek viel genutzt für meine Hausaufgaben.172
Meine Tochter kommt immer mit Büchern nach Hause, wenn sie in der Bibliothek war. Diese braucht sie für ihre Hausaufgaben. 173
| ↓146 |
Meine Tochter, sie ist jetzt in der 11. Klasse, holt sich sehr viel Literatur für die Schule.174
Wirkungen, bezogen auf „Lesen können“
Für meine Schüler aus der Förderschule, die alle leseschwach sind, ist es auch gut, hier vorgelesen zu bekommen um ihnen überhaupt Anregungen zu geben. 175
| ↓147 |
Wirkungen, bezogen auf das individuelle Lernen für die Berufsausübung
Ich habe hier viel unterstützende Literatur für meinen Unterricht – Kinderliteratur und Bücher für den Sachunterricht in der Grundschule – ausgeliehen. Ohne diese Bibliothek hätte ich meinen Unterricht nicht so bereichern können.176
Ich bin Leserin, um meinen Unterricht an der Förderschule mit den Büchern aus dieser Bibliothek interessanter zu gestalten. 177
| ↓148 |
Beruflich, ich bin Lehrausbilder in Stralsund, nutze ich vor allen Dingen die Elektronik-Zeitschriften. Diese Bibliothek ist Bildung, die sich jeder leisten kann.178
Mein Mann hat die Fernleihe genutzt während seines Fernstudiums. Dies war kostengünstig für uns. 179
Wirkungen, bezogen auf Kenntnisgewinnung zu speziellen Sachgebieten ohne b e ruflich motivierten Hintergrund
| ↓149 |
Ich bin Hausfrau und organisiere das Frauenfrühstückstreffen der evangelischen Kirche. Für die Themen, über die wir sprechen, leihe ich mir hier Bücher aus. Auch mein Allgemeinwissen verbessert sich dadurch.180
Eine Bibliothek hat schon immer, auch als ich noch in Berlin lebte, mir viel gegeben, weil ich mir nicht alles, was mich interessiert, kaufen kann. Ich nutze besonders den Zeitschriftenbestand, z.B. die Computerzeitschriften, wenn ich ein Problem habe mit dem PC. Ich finde hier immer etwas, was mich interessiert.181
Wirkungen, bezogen auf Kenntnisse, die im Zusammenhang mit dem Ausüben eines Hobbys stehen
| ↓150 |
Ich bin zurzeit arbeitslos und komme in die Bibliothek um mir Bücher zum Lesen zu holen, Informationen zu finden und mich für mein Nebenamt als Sport-Übungsleiter weiterzubilden. Ich brauche mir nicht alle Bücher zu kaufen und ich muss mir auch einen Internetanschluss nicht zu Hause anschaffen, denn ich kann ihn hier nutzen. 182
Wirkungen, bezogen auf Kreativität
Für meine Arbeit in der Kirche, besonders für den Kindergottesdienst, nutze ich auch den Bestand an Bastelbüchern, in denen ich viele Anregungen für die Förderung der Kreativität gefunden habe. 183
| ↓151 |
Wirkungen, bezogen auf Kenntnisse zur Alltagsbewältigung
Ich bin es von klein auf gewohnt, mit Büchern umzugehen. Jedoch habe ich es mir abgewöhnt, ständig Bücher zu kaufen. Ich bin zweimal umgezogen und meine Familie hat sich verändert. Eine gute Bibliothek in erreichbarer Nähe ist etwas ganz Wichtiges.
Ich bin vor zwei Jahren von einem kleinen Ort auf der Insel Usedom nach Wolgast gezogen. Als ich aus Thüringen – ich komme aus einer Stadt mit 35.000 Einwohnern – auf die Insel gekommen bin, war es für mich ein großer Mangel, dass in dem Ort nur eine kleine Bibliothek mit dürftigem Angebot bestand. Ich war ehrlich überrascht, als ich nach Wolgast kam – zunächst eine Notlösung und ich wollte nicht lange hier bleiben – dass hier eine derartig gut sortierte Bibliothek vorhanden ist. Ich habe noch nie in einer Kleinstadt so eine Bibliothek mit so einem breiten Angebot gesehen, die so meinen vielfältigen Interessen entspricht, zum Beispiel Ratgeberliteratur zum Thema Bauen oder Recht. Für mein jetziges Alltagsleben finde ich fast alles, was ich brauche. Was hier nicht vorhanden ist, bestelle ich über Fernleihe. Diese Bibliothek hat deutlich meine Entscheidung beeinflusst, dass ich nicht wieder zurück auf die Insel ziehe. 184
| ↓152 |
Wirkungen, bezüglich Ausgleich, Entspannung und Vergnügen durch Lesen
Ich habe viel Zeit zum Lesen und bin seit 1973 Leser dieser Bibliothek. Ich lese neben Romanen, die Abwechslung und Unterhaltung für mich sind, Reisebeschreibungen. Diese große Auswahl an Büchern könnte ich mir nicht leisten. 185
Bücher sind teuer und man hat den Platz nicht. Hier ist eine breite Auswahl. Sach- und Fachliteratur für meinen Beruf besitze ich selbst. Hier leihe ich Romane für den Freizeitbedarf. Mich entspannt das Lesen.186
| ↓153 |
Wirkungen, bezüglich Ausgleich, Entspannung und Vergnügen durch Lesen und Wirku n gen, bezogen auf Kenntnisse, die im Zusammenhang mit dem Ausüben eines Hobbys stehen
Ich lese gern phantastische Literatur. Wenn ich Reisen plane, bereite ich diese vor und nach mit Büchern aus der Bibliothek. Auch andere Sachbücher, wie zum Beispiel Kochbücher, nutze ich für meine Freizeit. 187
Wirkungen, bezogen auf Kenntnisse, die im Zusammenhang mit dem Ausüben eines Hobbys stehen
| ↓154 |
Ich bin ein Vielleser. Diese Bücher könnte ich mir nicht alle kaufen. Ich bestelle auch gern über Fernleihe Titel zu mich interessierenden Themen wie Modelleisenbahn und Bergsteigen. 188
Seit meiner Kindheit – früher in Heringsdorf, jetzt hier in Wolgast – bin ich Leser in Bibliotheken. Ich leihe weniger Romane, sondern eher Zeitschriften und Bücher für meine Urlaubsvorbereitung aus. Mit Fachbüchern bin ich durch meine Arbeitsstelle gut versorgt. Literatur für die Freizeit finde ich hier immer. 189
Perspektive der über 60-Jährigen
| ↓155 |
Die über 60-Jährigen benannten alle bereits aufgeführten Wirkungen, jedoch nicht die Wirkung auf die Formalausbildung. Zusätzlich wurden Wirkungen auf Fähigkeiten auf Spezialgebieten und auf die Meinungsbildung benannt.
Wirkungen, bezogen auf Kenntnisgewinnung zu speziellen Sachgebieten ohne beruflich motivierten Hintergrund und
Wirkungen, bezogen auf das Anwenden der Kenntnisse im Zusammenhang mit spezie l len Sachgebieten ohne beruflich motivierten Hintergrund und
| ↓156 |
Wirkungen, bezogen auf „Urteilsbildung“
Ich komme vor allen Dingen aus Gründen der Wissensaneignung hierher. Die Bibliothek erfüllt für mich einen sehr großen Zweck. Ich interessiere mich sehr für Geschichte und leihe mir deshalb Literatur unterschiedlicher Positionen aus, um mir mein eigenes Bild machen zu können. Ich habe einen PC geschenkt bekommen und mein gesamtes Wissen auf diesem Gebiet mit Hilfe der Bibliothek erworben. Ich habe keinen Lehrgang besucht, sondern an Hand der Literatur aus der Bibliothek meine Kenntnisse erworben. Dadurch wurden meine Fähigkeiten und mein Wissen erweitert. Dies war in meinem Leben - ich bin jetzt 70 Jahre alt - schon immer so. Ich bin in Dresden zur Schule gegangen und habe als Schüler in der Sächsischen Landesbibliothek gelesen. Einige Schüler und ich haben sich zusammengeschlossen, um geologische Wanderungen zu unternehmen. Diese habe ich damals mit Materialien aus der Bibliothek vorbereitet. Selbst in der Nachkriegszeit, als das Zentrum Dresdens zerstört war, habe ich mir mit Hilfe der erhaltenen Stadtteilbibliotheken Wissen erworben.190
Wirkungen, bezogen auf Kenntnisgewinnung zu speziellen Sachgebieten ohne beruflich motivierten Hintergrund und
| ↓157 |
Wirkungen, bezogen auf das Anwenden der Kenntnisse im Zusammenhang mit spezie l len Sachgebieten ohne beruflich motivierten Hintergrund
Seit zwei Jahren beschäftige ich mich ohne die Volkshochschule zu besuchen mit der Computertechnik. Durch die Bücher und PC-Zeitschriften aus dieser Bibliothek habe ich mir ganz allein entsprechendes Wissen aneignen können. Jetzt beherrsche ich den PC entsprechend meinen Bedürfnissen – noch mit 74 Jahren. 191
Wirkungen, bezogen auf Kenntnisgewinnung zu speziellen Sachgebieten ohne beruflich motivierten Hintergrund und
| ↓158 |
Wirkungen, bezogen auf Kommunikation
Mein Lebensweg ist sehr eng mit der Literatur verbunden und diese hat mich wesentlich geformt. Ich komme aus Ostpreußen. Meine Eltern waren Arbeiter und haben nicht gelesen. Wir hatten keine Bücher zu Hause. Ich hatte einen Deutschlehrer, dem ich das Interesse für die Literatur verdanke. Dieser hatte großen Einfluss auf die gezielte Auswahl. Ich habe mir seit meinem neunten Lebensjahr seine Empfehlungen aus der Bücherei geholt. Dadurch ist mein Horizont erweitert, mein Wissensdrang entwickelt und ausgeprägt worden. Das ganze Leben habe ich versucht, mein Wissen durch Bücher – Romane und Sachbücher – zu erweitern. Ich habe Bücher gelesen, mit deren Inhalt ich mich identifizieren konnte. Wenn wir in der Schule Aufsätze geschrieben haben, war ich einer der Besten. Ich konnte mich dank Lesen gut ausdrücken. Ich war dann in Sachsen, später in Stralsund und auf Rügen und jetzt in Wolgast – überall war ich in der Bücherei. 192
Wirkungen, bezüglich Kenntnisgewinnung zu speziellen Sachgebieten ohne beruflich motivierten Hintergrund
| ↓159 |
Mit dieser Bibliothek bin ich als Wolgaster, unterbrochen von größeren Abständen, seit meiner Kindheit verbunden. Zunächst war ich bis zum 12./13. Lebensjahr ständiger Leser der Bibliothek in Wolgast. Mich hat weniger die Belletristik, aber mehr die Sachliteratur - besonders auf dem Gebiet Natur/Biologie - interessiert. Mit Beginn meiner Lehrzeit habe ich die Bibliothek der Peene - Werft, während meines Studiums die Bibliothek in Rostock genutzt. Mit dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben habe ich wieder den Weg in die Wolgaster Stadtbibliothek gefunden. Ich lese Sachbücher und Zeitschriften. Dies gehört zu meiner jetzigen Freizeit. Gesetzestexte, Ratgeberliteratur in dieser Breite könnte ich mir nicht kaufen. 193
Wirkungen, bezogen auf das individuelle Lernen für die Berufsausübung
Zwecks Unterrichtsvorbereitung – ich unterrichte Erwachsene - nutze ich die Bücher aus der Bibliothek zum Thema Umweltschutz. Hier ist eine große Auswahl. Meine Kenntnisse konnte ich so erweitern. 194
| ↓160 |
Wirkungen, bezogen auf Kenntnisse, die im Zusammenhang mit dem Ausüben eines Hobbys stehen
Ich habe bestimmte Interessengebiete, wie das Reisen. Ich bereite die Reisen vor. Wenn ich mir diese Literatur, die ich dazu brauche, kaufen müsste, könnte ich mir diese große Auswahl nicht leisten und mein Wissen wäre bedeutend niedriger. Für mich hat die Bibliothek einen großen Nutzen. Ich hätte, gerade was das Reisen betrifft, nicht soviel erleben können, wenn ich mich nicht hätte hier vorbereiten können. Ich möchte die Bibliothek nicht missen. 195
Wirkungen, bezogen auf Kenntnisse zur Alltagsbewältigung
| ↓161 |
Meine Fähigkeit zu lesen hat nachgelassen, aber Lesen ist für mich eine Freizeitbeschäftigung. Hier ist ein breites Angebot. In unserer für mich immer noch neuen Gesellschaft brauche ich Orientierung.196
Ich bin kein großer Romanleser. Für mich ist Lesen eine Anstrengung und keine Entspannung. Deshalb höre ich gern zu, wenn jemand vorliest, zum Beispiel im Radio. Ich lese, wenn ich etwas wissen möchte und komme dann in die Bibliothek, auch weil ich mir nicht mehr soviel kaufen kann wie früher. 197
Wirkungen, bezogen auf Kenntnisse, die im Zusammenhang mit dem Ausüben eines Hobbys stehen
| ↓162 |
Ich lese schon mein ganzes Leben, früher in der Gewerkschaftsbibliothek der Peene-Werft, aber kaum Romane, sondern eher Reiseliteratur und Biografien. Ich komme hierher, weil die Auswahl groß ist. Ich lese um etwas zu erfahren – nicht zur Entspannung. Die Reiseliteratur brauche ich zur Reisevorbereitung. Ich könnte mir dies nicht alles kaufen. 198
Wirkungen, bezogen auf Kenntnisse, die im Zusammenhang mit dem Ausüben eines Hobbys stehen und
Wirkungen, bezüglich Ausgleich, Entspannung und Vergnügen durch Lesen
| ↓163 |
Ohne unsere Wolgaster Bibliothek und ihre Mitarbeiterinnen wäre Wolgast um eine öffentliche Einrichtung ärmer. Ich komme hierher, um mir Reiseliteratur, historische Romane und Unterhaltungsliteratur auszuleihen und habe dadurch mein Wissen erweitert. Das Lesen bereichert mein Alltagsleben. Ich schätze die Beratung und Hilfe der Mitarbeiterinnen. Der Kauf von Büchern ist für mich als Rentnerin eine teure Angelegenheit und der Nutzen der Bibliothek besteht für mich auch darin, dass ich mir kaum noch Bücher kaufe. 199
Ich sehe Lesen als meine sinnvolle Freizeitbeschäftigung in den Wintermonaten an. Auch meine Reisen bereite ich mit Büchern aus der Bibliothek vor und ich lerne Sprachen, zum Beispiel Polnisch. Man bleibt geistig fit. Ich habe ein breites Interesse und liebe die Themenvielfalt. Bücher kaufe ich allein aus Platzgründen schon lange nicht mehr. 200
Wirkungen, bezüglich Ausgleich, Entspannung und Vergnügen durch Lesen
| ↓164 |
Ich bin aus dem Arbeitsprozess heraus und möchte mir nicht in erster Linie Wissen aneignen, sondern lese zur Unterhaltung und Entspannung. Ich schätze das breite Angebot der Bibliothek und so brauche ich mir viele Bücher nicht zu kaufen. Die Mitarbeiter empfehlen mir Bücher. Dies sind oft Titel, von denen ich gar nicht weiß, dass es sie gibt – so wird man angeregt. Ich lasse mich gern beraten.201
Ich lese gern Romane, in denen ich Parallelen zu meinem eigenen Leben finde, das seit meiner zweieinhalbjährigen Zeit im Flüchtlingslager Kopenhagen sehr schicksalhaft war. Ich tauche dann in eine andere Welt, kann entspannen und finde vielleicht ein wenig Trost. 202
Im Wesentlichen hat die Bibliothek für mich einen Freizeitwert und ist deshalb ein Stück Lebensqualität. Ich lese gern Romane, die ich mir so zahlreich nicht kaufen könnte. Über viele trübsinnige Tage, die ich nach der Wende hatte, hat mir die Literatur geholfen.203
| ↓165 |
Die Mitarbeiterinnen bestellen vor allen Dingen über Fernleihe Bücher für mich, die es nicht mehr zu kaufen gibt. Bis auf Politik interessiert mich alles, zum Beispiel alte Geschichten. Gedichte und Liedtexte drucken die Mitarbeiterinnen mir sehr oft aus dem Internet aus. Fachbücher brauche ich mit 78 Jahren nicht mehr. Ohne Bibliothek hätte ich diese Materialien und Bücher nicht, die ich für meine Freizeit brauche.204
Lesen ist für mich seit meiner Kindheit Entspannung und Erholung. Man bleibt im Leben – ich bin 71 Jahre – ein wenig drin und sonst hat Wolgast nicht viel Kultur zu bieten. 205
Lesen ist für mich Freizeitunterhaltung, aber auch Wissenserwerb. Es erweitert meinen Horizont und so kann ich mitreden. 206
| ↓166 |
Ich brauche die Bibliothek um Romane zu entleihen. Immer alles kaufen kann ich nicht. Ich fahre an die Ostsee, setze mich mit einem Buch in den Strandkorb – Lesen ist für mich Erholung.207
Ich komme hierher, um Romane zu entleihen. Ich brauche Lesen zur Entspannung und zum Ausgleich. Alle Bücher könnte ich mir nicht kaufen.208
Es ist mir ein Bedürfnis, in die Bibliothek zu kommen. Ich lese sehr gerne. Es ist mir eine Freude. Im Winter auf der Couch zu sitzen, draußen ist das Wetter nicht gut, - dann zu lesen ist herrlich. Was Schöneres gibt es für mich nicht. Ich stamme aus Hinterpommern, bin seit meinem 18. Lebensjahr in Wolgast und lese seit dieser Zeit in der Stadtbibliothek. Aus Platz- und Kostengründen kaufe ich kaum noch Bücher. 209
| ↓167 |
Mein Literaturlehrer in Magdeburg hat die Liebe zur Literatur in mir geweckt. Die Bibliothek hat für mich einen großen Einfluss auf die Möglichkeit, vielfältig zu lesen, denn es stehen ständig neue Bücher zur Verfügung. Für einen geringen finanziellen Beitrag steht mir die Bücherwelt offen. Man kann nicht alle Bücher kaufen, die Interesse wecken. Besonders nach der Wende wurden mir Titel zugänglich, die vorher nicht zu haben waren. Oft, wenn ich gar nicht gehofft hatte, dass die Bibliothek dieses Buch hatte, hatte sie es doch. Die Beratung der Mitarbeiter ist mir sehr wichtig, denn so bekomme ich neue Anregungen.210
Wirkungen, bezogen auf Kreativität
Ich komme hierher, weil ich Material finde, wie ich mich kreativ beschäftigen kann. Ich finde hier immer etwas, auch für die Arbeit mit Kindern auf diesem Gebiet. Nicht nur Basteln und Gestalten der Wohnung interessieren mich, sondern auch Neues auf dem Gebiet des Kochens. Ich kann mit diesen Büchern etwas anfangen und erlerne neue Fähigkeiten. Dies, was ich hier hole, könnte ich mir nicht alles kaufen. 211
| ↓168 |
Sample Einwohner
In den drei untersuchten Gruppen der Einwohner benannten die Interviewten aller Gruppen als Wirkungsbereich die Unterstützung der Formalausbildung. Für die Altersklasse der 29-60-Jährigen wirkt die Bibliothek zusätzlich auf das individuelle Lernen im beruflichen Kontext und die Lesefähigkeit. In der Gruppe der über 60-Jährigen wurde ebenfalls eine Wirkung auf das individuelle Lernen im beruflichen Zusammenhang benannt und ergänzend das Lesen als Freizeitwert.
| ↓169 |
Perspektive der 19-28-Jährigen
Wirkungen, bezogen auf das Lernen in der Schule, innerhalb einer Lehre oder eines Studiums
In meiner Grundschulzeit war die Bibliothek für mich eine Notwendigkeit, um meine Hausaufgaben erledigen zu können. 212
| ↓170 |
Perspektive der 29-60-Jährigen
Wirkungen, bezogen auf das Lernen in der Schule, innerhalb einer Lehre oder eines Studiums
| ↓171 |
Die Bibliothek ist für die Schulkinder wichtig – dann müssen die Eltern nicht alles kaufen. 213
Eine Bibliothek ist wichtig – besonders für die Ausbildung, weil man sich nicht alles – ständig aktuell auf dem neuesten Stand – kaufen kann.214
Eine Bibliothek ist notwendig. Ich bin froh, dass sie hier ist. Ich selbst habe die Bibliothek als Schülerin benötigt, weil meine Eltern nicht alles kaufen konnten. Mein Sohn nutzt die Bibliothek intensiv, besonders zur Erledigung seiner Hausaufgaben. 215
| ↓172 |
Meine Schüler aus der Hauptschule nutzen den Bibliotheksbestand für ihre Aufgaben.216
Wirkungen, bezogen auf „Lesen können“
Die Bibliothek war wichtig für meine drei Kinder. Einer hatte Schwierigkeiten lesen zu lernen – sein erstes Buch, das er dann gelesen hatte, war aus der Bibliothek.217
| ↓173 |
Wirkungen, bezogen auf das individuelle Lernen für die Berufsausübung
Wenn ich als Krankenschwester einen schwierigen Patienten habe, mit dem ich nicht klar komme, komme ich in die Bibliothek, gucke in ein Buch, in dem steht, wie ich weiterkomme – und es funktioniert.218
Perspektive der über 60-Jährigen
| ↓174 |
Wirkungen, bezogen auf das Lernen in der Schule, innerhalb einer Lehre oder eines Studiums
Die Bibliothek ist eine wichtige öffentliche Einrichtung der Stadt - besonders zur Unterstützung der Bildung – auch wenn sie in meinem Leben bisher nicht wichtig war. Ich habe mir die wenigen Bücher, die ich bisher brauchte, auf anderen Wegen – Bekanntenkreis, Buchhandel – beschafft. 219
Ich habe in der Zeit meiner Berufstätigkeit als Lehrer die Bibliothek genutzt, um meinen Schülern Literaturempfehlungen zu geben, speziell für Vorträge. Deshalb sehe ich die Bibliothek als wertvoll an.220
| ↓175 |
Wirkungen, bezüglich Ausgleich, Entspannung und Vergnügen durch Lesen
Die Bibliothek ist für mich sehr wichtig für das Lesen in der Freizeit.221
Eine Bibliothek ist immer eine wichtige Einrichtung – gerade für Wolgast – wo sowieso nicht so viel Kulturelles geboten wird. Für meine Enkel wünsche ich mir, dass sie mehr lesen als am Computer spielen. 222
| ↓176 |
Wirkungen, bezogen auf das individuelle Lernen für die Berufsausübung
In der Zeit meines Fernstudiums konnte ich durch die Bibliothek Literatur nutzen, die ich sonst schon aus Kostengründen nicht zur Verfügung gehabt hätte. 223
Über die Bibliothek hat mein Mann Fernleihe bezogen, Literatur für seine Arbeit an der Promotion. Das hat ihm sehr geholfen. Man hatte diese Dienstleistung vor Ort und musste nicht immer bis zur Universitätsbibliothek Greifswald fahren.224
| ↓177 |
Die heuristische Datenanalyse begann mit Fragen an den Text, deren Antworten wiederum zu weiteren Fragen führten.
Ausgehend von der festgestellten Gemeinsamkeit aller Aussagen, die darin besteht, dass die Aussagen sich auf ein und denselben Gegenstand beziehen und sich in Abhängigkeit der Perspektive differenzieren, wurde zunächst gefragt: Was verstehen die Stadtvertreter unter Wirkungen? Welche Wirkungen kennen die leitenden Verwaltungsangestellten? Welche Merkmale kennzeichnen die Wirkungen aus der Sicht der Bibliotheksmitarbeiter? Welche Wirkungsarten können die Bibliotheksbenutzer benennen, welche die Einwohner?
Als Beispiel für die Vorgehensweise wird an dieser Stelle das Analyseprotokoll zum Sample Stadtvertreter wiedergegeben.
| ↓178 |
Analyseprotokoll
Die Ausgangsfragen waren: Welche Wirkungen hat die Bibliothek? Welche Faktoren beeinflussen diese?
Die Aussagen können gruppiert werden:
| ↓179 |
1) Wirkungen, bezogen auf das Lernen in der Schule, während des Studiums, in der Ausbildung
2) Wirkungen, bezogen auf das Wissen für die Berufsausübung im Zusammenhang mit einer Lehrtätigkeit
| ↓180 |
3) Wirkungen, bezogen auf Urteilsbildung
| ↓181 |
4) Wirkungsbeeinflussende Faktoren: finanzielle Situation des Einzelnen und Mangel an alternativen Möglichkeiten
Im Ergebnis der ersten Analyse aller Aussagen, konnten diese wie nachfolgend dargestellt gruppiert werden.
| ↓182 |
a) Wirkungen, bezogen auf
b) Wirkungen, bezüglich
| ↓183 |
c) Wirkungen, bezogen auf
| ↓184 |
Im Weiteren wurden Faktoren ersichtlich, die die Wirkungen beeinflussen.
Diese konnten unter den Begriffen
| ↓185 |
in einer ersten Abstraktion beschrieben werden.
In einem weiteren Analyseschritt wurde die Ansicht ausgedehnt. Dies war notwendig, weil die Ordnung im ersten Analyseschritt so oder auch anders erfolgen kann, und deshalb noch nicht den Gegenstand als Abbild der Realität objektiv beschreibt.
Das Untersuchen der Daten auf ihr Verhältnis zu ihrer Negation schloss das Analyseverfahren ab, indem nach der Gemeinsamkeit der Aussagen mit der Negation dieser Aussagen gefragt wurde. 225
| ↓186 |
Die festgestellten Wirkungen wurden in den Bereichen a), b) und c) auf gemeinsame Merkmale untersucht und anschließend negiert.
Das Gemeinsame von den unter a) aufgeführten Aussagen und der Negation der unter a) aufgeführten Aussagen ist, dass sie sich auf Wissen beziehen. Wissen, das in bestimmten Lebensbereichen, sowohl während der Ausbildung und beruflich als auch privat zum Tragen kommt. Wissen, das grundlegend notwendig ist, um sich beruflich und privat in verschiedensten Situationen zurechtzufinden und dieses Wissen zu nutzen, um schwierige Aufgaben bewältigen zu können, die dem entgegenstehen könnten.
Die unter b) dargestellte Aussage und ihre Negation haben ihre Gemeinsamkeit darin, dass sie sich auf Lesefreude beziehen. Durch die Tätigkeit des Lesens wird hier ein Ausgleich zum Alltag hergestellt. Die Freude am Lesen und Gelesenen dient dem aktiven Stressabbau und wirkt entspannend und gleichzeitig unterhaltend auf die Befragten.
| ↓187 |
Das Gemeinsame der unter c) dargestellten Teilergebnisse mit ihrer Negation besteht darin, dass sie im Zusammenhang mit Fähigkeiten stehen. Hier wird eine Verbindung zum Wirkungsbereich a) – Wissen - deutlich. Fähigkeiten wenden die erworbenen Kenntnisse bzw. das erworbene Wissen an. Dass Wissen eine Grundlage für Fähigkeiten ist, zeigt sich in allen Aussagen im Aussagenblock c), besonders aber in den Bereichen: „Kommunikation“, „Urteilsbildung“ und „Lesen können“.
Dass diese drei Aussagenblöcke a), b) und c) nicht unbedingt losgelöst voneinander auftreten, sondern sich meistens gegenseitig bedingen und in Verbindung zueinander stehen, zeigen Aussagen der Befragten.
Ein Beispiel:
| ↓188 |
Sehr wichtig war für mich die Bibliothek während meiner Prüfungszeit. Ohne die B ü cher aus der Bibliothek hätte ich sicher ein schlechteres Ergebnis erreicht. Allein aus den Schulbüchern kann man den Stoff nicht so verstehen. Jetzt nutze ich die Bibliothek, um mich auf Aufnahmeprüfungen vorzubereiten. Ich leihe deshalb viele Bücher zur M u siktheorie aus. Ich möchte Musiker werden. Mein Berufswunsch und mein Hobby sind identisch. Ich komme auch hierher, um das Internet zu nutzen. Zu Hause habe ich keinen PC. Im Internet recherchiere ich nach Informationen zu neuen Buchtiteln und Noten. Leser dieser Bibliothek bin ich schon mehr als 10 Jahre. Zunächst bin ich hierher g e kommen, um etwas über meine Interessen Angeln und Hunde zu erfahren. Ich lese aber auch gern Romane. Kochen hätte ich nicht so gut gelernt, wenn ich die Bücher aus der Bibliothek nicht gehabt hätte. 226
Als Ergebnis der Analyse wird nun ein Zusammenhang zwischen den Überbegriffen „Wissen“, „Lesefreude“, „Fähigkeiten“ ersichtlich. Dieser besteht darin, dass a) und b) und c) sich auf Kompetenzen beziehen. „Wissen“ im Sinne von Sachverstand und Kenntnissen hat einen Bezug zu dem Begriff “Kompetenz“. „Fähigkeit“, das heißt in der Lage zu sein, etwas zu tun, steht im Zusammenhang mit dem Begriff „Kompetenz“. Das Beherrschen der Kulturtechnik „Lesen“, und im speziellen Fall die Lesefreude, sind in der heutigen Gesellschaft Voraussetzungen, sich überhaupt Wissen und Fähigkeiten aneignen zu können. Deshalb tritt auch hier der Begriff „Kompetenz“ in Erscheinung. Demzufolge beziehen sich alle drei Wirkungsblöcke mit ihren gemeinsamen Begriffen und Negationen auf den Begriff „Kompetenz“.
a) Wirkungen, bezogen auf WISSEN
| ↓189 |
b) Wirkungen, bezüglich LESEFREUDE
| ↓190 |
c) Wirkungen, bezogen auf FÄHIGKEITEN
a) b) c) KOMPETENZEN
| ↓191 |
Dieses Ergebnis der Analyse wird nun unter Verwendung einer Auswahl von Originaldaten beschrieben.227
zu a) Wirkungen, bezogen „Wissen“
Ich bin Schüler der 12. Klasse und für mich ist die Bibliothek eine Informationsquelle für tieferes Arbeiten auf einem Wissensgebiet. Meine Eins in der Facharbeit Sozialkunde habe ich auch der Bibliothek zu verdanken. Durch die Vielfalt der Bücher konnte ich mein Thema umfassender bearbeiten. 228
| ↓192 |
Wenn ich als Krankenschwester einen schwierigen Patienten habe, mit dem ich nicht klar komme, komme ich in die Bibliothek, gucke in ein Buch, in dem steht wie ich we i terkomme – und es funktioniert. 229
Ich komme vor allen Dingen aus Gründen der Wissensaneignung hierher. Ich habe e i nen PC geschenkt bekommen und mein gesamtes Wissen auf diesem Gebiet mit Hilfe der Bibliothek erworben. Dadurch wurden meine Fähi g keiten und mein Wissen erweitert. Dies war in meinem Leben - ich bin jetzt 70 Jahre alt - schon immer so. […] 230
Ich habe bestimmte Interessengebiete, wie das Reisen. Ich bereite die Reisen vor. Wenn ich mir diese Literatur, die ich dazu brauche, kaufen müsste, könnte ich mir diese große Auswahl nicht leisten und mein Wissen wäre bede u tend niedriger. Ich hätte, gerade was das Reisen betrifft, nicht soviel erleben können, wenn ich mich nicht hätte hier vorbere i ten können. 231
| ↓193 |
Ich bin es von klein auf gewohnt, mit Büchern umzugehen . Für mein jetziges Alltagsl e ben finde ich fast alles, was ich brauche. Was hier nicht vorhanden ist, bestelle ich über Fernleihe. Diese Bibliothek hat deutlich meine En t scheidung beeinflusst, dass ich nicht wieder zurück auf die Insel ziehe. 232
zu b) Wirkungen, bezüglich Lesefreude
Ich bin aus dem Arbeitsprozess heraus und möchte mir nicht in erster Linie Wissen a n eignen, sondern lese zur Unterhaltung und Entspannung. Ich schätze das breite Angebot der Bibliothek und brauche mir viele Bücher nicht zu kaufen. Die Mitarbeiter empfehlen mir Bücher. Dies sind oft Titel, von denen ich gar nicht weiß, dass es sie gibt – so wird man angeregt. Ich lasse mich gern beraten. 233
| ↓194 |
zu c) Wirkungen, bezogen auf Fähigkeiten
Seit meiner Kindheit in Stralsund gehört eine Bibliothek zu meinem Leben, egal wo ich gerade wohne. Ich komme in die Bibliothek, um hier Literatur zu bekommen, die ich mir allein aus Platzgründen schon nicht kaufen möc h te. Ich habe ein breites Leseinteresse. Wer viel liest, kann zusammenhängender reden. 234
Die Bibliothek war wichtig für meine drei Kinder. Einer hatte Schwierigkeiten lesen zu lernen – sein erstes Buch, das er dann gelesen hatte, war aus der Bibliothek. 235
| ↓195 |
Für meine Arbeit in der Kirche, besonders für den Kindergottesdienst, nutze ich auch den Bestand an Bastelbüchern, in denen ich viele Anregungen für die Förderung der Kreativität gefunden habe. 236
Ich interessiere mich sehr für Geschichte und leihe mir deshalb Literatur unterschiedl i cher Positionen aus, um mir mein eigenes Bild machen zu können. 237
Seit zwei Jahren beschäftige ich mich ohne die Volkshochschule zu besuchen mit der Computertechnik. Durch die Bücher und PC-Zeitschriften aus dieser Bibliothek habe ich mir ganz allein entsprechendes Wissen aneignen können. Jetzt beherrsche ich den PC entsprechend meinen Bedürfnissen – noch mit 74 Jahren. 238
| ↓196 |
Mit dieser Übersicht ist gezeigt worden, dass die Daten die Analyse bestätigen. Das zunächst scheinbar Konkrete ist damit innerhalb der Reichweite und der Gültigkeit der Daten zum Konkreten geworden. Dies bedeutet, die Aussagen der Befragten können innerhalb dieser Reichweite als Wirkungen aufgefasst werden.
Kriterium für Verlässlichkeit, Gültigkeit und Geltung ist das Einhalten der Regeln heuristischer Forschung. Deshalb ergeben sich folgende Fragen: Sind alle Daten zum Thema unabhängig vom eigenen Selbstverständnis durch die Forschungsperson angenommen?239 Ist der zu erforschende Gegenstand nicht vorab definiert, sondern ausgehend von Ideen unter Beachtung seiner Zeit-, Raumgebundenheit entdeckt worden? 240 Sind die Perspektiven maximal strukturell variiert worden?241 Erfolgte eine Analyse auf Gemeinsamkeiten?242
Wie in dieser Arbeit beschrieben liegen der vorangegangen Analyse alle Daten zugrunde. Die Daten setzen sich aus dem gesamten erhobenen Interviewmaterial zusammen. Dabei wurde jedes einzelne Interview nach dessen Transkription auf themenrelevante Aussagen geprüft.243 Sie sind Ausprägungen des Gemeinsamen, weil jede einzelne Aussage die Analyse bestätigt hat, d.h. jede beliebig ausgewählte Aussage bestätigt die Abstraktion: „Die Wirkungen beziehen sich auf Kompetenzen“.
| ↓197 |
Durch die Analyse auf Gemeinsamkeiten wurde Verlässigkeit hergestellt, denn es ist erreicht, den Gegenstand zu entdecken.
Dabei ist die Gültigkeit und Geltung dieser Aussage bestimmt durch die Variation der Perspektiven, die im Wesentlichen durch die Sample-Struktur charakterisiert war, aber auch durch die Variation der Methoden (Einzelinterviews, Gruppeninterviews) und durch die Variation des Zeitpunktes der Untersuchung. Weil die Sample-Struktur die stakeholder- Struktur widerspiegelt, sind die Perspektiven maximal strukturell variiert. Aufgrund der Ort- und Zeitgebundenheit sozialer Gegenstände bezieht sich die Gültigkeit der Aussagen auf den Ort der Untersuchung (Wolgast) und den Untersuchungszeitraum (2001-2004).
Zusammenschauend betrachtet, lassen sich die empirischen Ergebnisse hinsichtlich der Wirkungen in zentrale Begriffe fassen. Dadurch wird es jetzt möglich, die Verbindung zwischen den Wirkungen und Angeboten der Bibliothek deutlich herauszustellen und somit die Einflussmöglichkeiten der Bibliothek aufzuzeigen. Gleichzeitig werden die Wirkungen auf ihre Ursache im Detail zurückgeführt.244
| ↓198 |
Die drei Begriffe sind Aussagengebiete (Wirkungen der Bibliothek sind „Wissen“, „Lesefreude“, „Fähigkeiten“), die den qualitativen Ist-Zustand abbilden.
Zwischen diesen empirischen Ergebnissen und den informationslogistischen Rollen besteht ein Zusammenhang. Er besteht darin, dass die festgestellten Wirkungen auf das Angebot der Bibliothek zurückzuführen sind. Dieses Angebot wiederum steht in Beziehung zu den Rollen. Es ist die Interpretation der Rollen, die in vorliegender Arbeit den Bestand als ihr charakteristisches Merkmal betrachtet.
Bei der Verknüpfung von Wirkung und Rolle geht es hauptsächlich um die zwei Fragen: Auf welches Angebot der Bibliothek lässt sich die jeweilige Wirkung zurückführen? Durch welche Tätigkeiten hat die Bibliothek diese Wirkung erreicht? Diese Fragen lassen sich über den Aufbau einer Bestandsgruppe nach spezifischen Gesichtspunkten beantworten.245 Der Bestand der Bibliothek (Ist-Bestandsprofil des Jahres 2003) ist in seiner qualitativen als auch quantitativen Struktur im Kapitel vier beschrieben, unter dem Aspekt der medialen Funktion der Bestandsgruppe. Diese medialen Funktionen der Bestandsgruppen charakterisieren bestimmte informationslogistische Rollen: „Tor zum Lernen für Schüler“, „Bildungs- und Ausbildungsunterstützung“, „Individuelles Bildungszentrum“, „Zentrum populärer Medien“.
| ↓199 |
Ein Beispiel: die Rolle „Bildungs- und Ausbildungsunterstützung“, so, wie sie in vorliegender Arbeit interpretiert wurde, erfordert einen Bestand an Lehr-, Lern- und Übungsmaterialien sowie Fachbüchern. Der Nachweis, dass dieses Angebot in einem ursächlichen Zusammenhang zum Lernerfolg steht, ist erbracht worden. Jedoch darf nicht vernachlässigt werden, dass dies ein Ausschnitt aus einer multikausalen Beziehung ist. Dieses Problem lässt sich differenzieren, wenn man Folgendes betrachtet:
Gingen die beiden oben genannten Fragen von den Wirkungen aus, um diese auf Ursachen zurückzuführen, kann man auch von den Rollen ausgehen und fragen: Wie sind die Rollen verwirklicht? Dann zentriert die daraus entstehende Überlegung die beschriebenen Wirkungen. Dies wiederum führt dazu, zunächst das Verfahren ihrer Erhebung zu hinterfragen, denn die Interviewsituation als soziale Situation beeinflusst natürlich ebenso das entstandene Bild der Wirkungen wie die bereits angesprochenen Komplexe „soziales Umfeld“ und „persönlichkeitsbedingtes Verhalten“. Auf wesentliche Aspekte wird deshalb im Kapitel „Schlussbetrachtungen“ eingegangen, ein Problem wird bereits hier angesprochen: das Phänomen der sozialen Erwünschtheit. Dies bedeutet, dass die beschriebenen Wirkungen, zum Beispiel „Bildungsunterstützung“, nur genannt wurden, weil der Befragte vermeintlichen Erwartungshaltungen des Interviewers oder auch weiteren Anwesenden gerecht werden wollte. Diese Wirkungen wären dann nicht aus dem Angebot der Bibliothek erklärbar, sondern spiegeln eine Erwartung wider. Gleichwohl wird dieses Problem zum einen dadurch entschärft, dass diese Erwartungshaltung auf Erfahrungen zurückzuführen ist. Somit entspricht sie sozialer Realität, wenn man davon ausgeht, dass soziale Realität im Kommunikationsprozess konstituiert wird. Zum anderen wurde während der Durchführung und in der Auswertung der Interviews darauf geachtet, soweit wie möglich Belege für die Wirkungen zu finden. Es wurde so verfahren, weil es ein Ziel des Gesprächs war, Rückschlüsse auf das Angebot der Bibliothek schließen zu können, indem Rollenerwartungen und das Rollenverhalten miteinander verglichen werden.
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Die Rollen „Bildungs- und Ausbildungsunterstützung“, „Tor zum Lernen für Schüler“, „Individuelles Bildungszentrum“, „Zentrum populärer Medien“ bilden den Rahmen für die Zielstellung, die darin besteht, Schwerpunkte zu setzen und das Angebot zu profilieren. Dieses Ziel hat eine qualitative und eine quantitative Seite. Die qualitative Seite ist durch die Inhalte, die im Zusammenhang mit den Rollenbezeichnungen stehen, gekennzeichnet. Ein Vergleich zwischen Zielstellung und Wirkungen kann sich nur auf diese qualitative Seite beziehen, weil eine quantitative Reichweite durch das Messen von Wirkungen nicht festgestellt werden kann. Somit schließt sich die Frage an: Worin besteht der Zusammenhang zwischen den Wirkungen und der qualitativen/inhaltlichen Ausrichtung der Zielstellung? Die im Zielprofil festgelegte Richtung der Inhalte, die durch die Rollenbezeichnungen gegeben sind, findet sich in den festgestellten Wirkungen wieder. Daraus kann gefolgert werden, dass die Wirkungen in ihrer Ausric h tung dem zu Erzielenden entsprechen. Es kann jedoch nicht gefolgert werden, dass die Bibliothek die für die Zielstellung erforderliche Qualität hat, denn es besteht folgendes Problem: So wie quantitative Zielstellungen nur im Zusammenhang mit qualitativen einen Aussagewert haben, gilt umgekehrt, dass Qualität eine bestimmte Quantität erfordert. Deshalb nimmt die Zielsetzung eine Schwerpunktsetzung vor.
Im vorangegangenen Abschnitt (4.2) wurde festgestellt, dass sich das Ist-Angebotsprofil und Ziel-Angebotsprofil, bezogen auf den Bestand, genau gegensätzlich zueinander verhalten.
Ist-Angebotsprofil
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Erste Priorität: Zentrum populärer Medien
Zweite Priorität: Individuelles Bildungszentrum
Dritte Priorität: Bildungs- und Ausbildungsunterstützung, Tor zum Lernen für Schüler
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Ziel-Angebotsprofil
Erste Priorität: Bildungs- und Ausbildungsunterstützung
Zweite Priorität: Tor zum Lernen für Schüler
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Dritte Priorität: Individuelles Bildungszentrum, Zentrum populärer Medien
Aus dem dargestellten Verhältnis zwischen Ist-Angebotsprofil und Ziel-Angebotsprofil ergibt sich, dass eine Veränderung des Bestandsprofils in quantitativer Hinsicht247 notwendig ist, wenn die Stadtbibliothek Wolgast den Interessen ihrer stakeholder besser gerecht werden will.
Anzumerken ist, dass diebisherigen Überlegungen fast ausschließlich den Bestand in den Mittelpunkt stellten. Die ebenfalls zu beachtenden Merkmale „Personal“ und „Ausstattung“ blieben weitestgehend unberücksichtigt. Ein wichtiger Ansatzpunkt der Gestaltung bibliothekarischer Tätigkeit bildet jedoch die besonders im Zusammenhang mit der Rolle „Tor zum Lernen für Schüler“ stehende Programmarbeit der Bibliothek. Die Leseförderung und damit der Beitrag der Bibliothek zur Lesesozialisation ist ein wichtiges Angebot. Die vorliegende Untersuchung hat gezeigt, dass eine Grundsteinlegung im Gebrauch einer Bibliothek im frühen Kindesalter von entscheidender Bedeutung für den lebenslangen Wert der Bibliothek ist. Deshalb ist die Arbeit der Mitarbeiter, die durch unterschiedliche Veranstaltungen das Lesen und Lernen im Zusammenwirken mit den Schulen fördern von größter Wichtigkeit.
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Zusammenfassend wird in diesem Kapitel auf Fragestellung und Hypothesen eingegangen.
Thesen
• Die Wirkungen einer Bibliothek sind gesellschaftlich bedeutsam.
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Die dieser Arbeit zugrunde liegende Vorgehensweise erhebt den Anspruch, sich an Wirklichem/der Realität auszurichten. Dies heißt, nicht eine Interpretation der Wirkungen, sondern die Wirkungen selbst sind zu untersuchen. Wenn nicht Deuten, sondern Entdecken die Strategie ist, dann ist es zunächst wichtig, die Wirklichkeit in ihrer Vielfalt zu akzeptieren. Dieses wird erzielt durch größtmögliche Offenheit. Die Anforderung nach Offenheit bedingt eine umfassende Nähe zu dem, was untersucht werden soll, die erreicht werden kann, wenn Aussagen hoher Komplexität in ihrem Zusammenhang, in dem sie stehen, betrachtet werden. Solche Aussagen sind alltäglich. Komplexe Zusammenhänge sind erkennbar, indem Fragen an Menschen oder Texte gestellt werden, diese antworten und aus diesen Antworten sich neue Fragen entwickeln. Eine solche Interaktion findet ständig im Alltagsleben statt, zum Beispiel in einem Gespräch. Dieses Gespräch ist jedoch subjektiv, denn die Meinung einer Person über das Besprochene kann eine ganz andere sein als die der Gesprächspartner. Dennoch sind diese subjektiven Gesprächsabläufe aufgrund ihrer Komplexität und damit umfassenden Nähe zum Gegenstand als Grundlage jeder Forschung bestens geeignet. Deshalb ist der Ausgangspunkt der hier praktizierten Vorgehensweise das Subjektive. Im Ergebnisteil dieser Arbeit finden sich vielfältige Sichten zu den Wirkungen. Weil diese subjektiven Perspektiven auf die Wirkungen der Stadtbibliothek keine wissenschaftlichen sind, denn ein Kriterium für Wissenschaftlichkeit ist Objektivität, schließt sich die Frage an, wie es möglich ist, eine Aussage zu objektivieren. Dabei ist unter objektiv das zu verstehen, was die Wirkungen kennzeichnet. Diese Kennzeichen sind ermittelbar, indem zum Beispiel zwei Aussagen verglichen und Ähnlichkeiten feststellbar werden. Dieses „Gespräch“ mit den Aussagen wird zu einem wissenschaftlichen Dialog/Dialogprinzip, indem bestimmte Regeln eingehalten werden. Das Dialogprinzip ermöglicht es, intersubjektiv gültige Erkenntnisse zu erzielen. Diese Intersubjektivität ist der sozialwissenschaftliche Objektivitätsbegriff, der die Gültigkeit subjektiver Aussagen ausdehnt auf eine konkrete Gesellschaftsgruppe in einer bestimmten Zeit. Deshalb ist neben der Frage nach den Gemeinsamkeiten vieler ähnlicher Aussagen, die Frage nach der diesen Ähnlichkeiten zugrunde liegenden Variation der Perspektiven eine entscheidende. Inwiefern ein Ergebnis intersubjektiv ist oder nicht, ist abhängig von dem Einbeziehen verschiedenster Sichtweisen. Dieses Kriterium und alle weiteren in den vier Regeln beschriebenen Kriterien sind formal, nicht inhaltlich. Dies bedeutet, die Frage, ob etwas subjektiv oder intersubjektiv ist, wird durch Innenkriterien und nicht Außenkriterien beurteilt. Daraus folgt, dass das Ergebnis einen relativen Status hat, zum Beispiel ist das Ergebnis aus der Sicht aller stakeholder realitätsnäher als nur das Ergebnis aus der Sicht der Mitarbeiter. Durch das Dialogverfahren ist es jedoch auch möglich, verschiedene Positionen aufzunehmen und die Struktur der Wirkungen zu beschrieben. Diese Struktur ist die Gemeinsamkeit in der Vielgestaltigkeit der Aussagen zu den Wirkungen. Sie verbessert den subjektiven Status der Ausgangsdaten und keine Aussage kann für sich allein als richtige Beurteilung bestehen. Das Ergebnis des Verfahrens bezieht sich immer auf das Ganze, das bedeutet auf die Zusammenhänge. Wenn das Ergebnis sich immer auf das Ganze, das heißt auf die Zusammenhänge bezieht, dann ist es intersubjektiv. Als Anteile des Ganzen betrachtete einzelne Aussagen sind falsche Aussagen, wenn ihre Gültigkeit verallgemeinert wird. Richtige Aussagen entstehen, wenn sie als im Ganzen enthalten verstanden werden. Das Ganze stellt also die Anteile in Frage. Diese kritische Infragestellung ist immanent, weil sie von einem aus den Teilen bestehenden Ganzen kommt.
Die Frage, ob das Ergebnis vorliegender Arbeit ein intersubjektives ist, ist somit eine Frage nach der regelgerechten Vorgehensweise und wird unter formalen Gesichtspunkten beantwortet, wie in den Kapiteln drei und vier ersichtlich. Das Ergebnis ist dann ein soziales. Die Merkmale der Wirkung – „Wissen“, „Fähigkeiten“, „Lesefreude“ – sind im Begriff „Kompetenzen“ enthalten. Die Aussage „Die soziale Wirkung der Bibliothek besteht in ihrem Einfluss auf Kompetenzen“, ist dann innerhalb ihres Geltungs- und Gültigkeitsbereiches eine wahre Aussage. Damit sind die Wirkungen der Bibliothek gesellschaftlich bedeutsam. 248
• Durch ihr Angebot bewirkt die Bibliothek nicht nur vielfältigen Nutzen, sondern auch Veränderungen innerhalb der Lebensbereiche ihrer stak e holder . Diese langfristigen sozialen Wirkungen beziehen sich auf „Wi s sen“ und „Fähigke i ten“.
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Sowohl Nutzen als auch Veränderungen hinsichtlich des Wissens und der Fähigkeiten durch die Bibliothek sind belegbar und im Ergebnisteil dargestellt.
Ein Beispiel zur Erinnerung:
Seit zwei Jahren beschäftige ich mich ohne die Volkshochschule zu besuchen mit der Computertechnik. Durch die Bücher und PC-Zeitschriften aus dieser Bibliothek habe ich mir ganz allein entsprechendes Wissen aneignen können. Jetzt beherrsche ich den PC entsprechend meinen Bedürfnissen – noch mit 74 Jahren. 249
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Die Veränderungen innerhalb der Lebensbereiche sind zurückzuführen auf den Erwerb von Wissen und Fähigkeiten. Die Bibliothek leistet somit einen Beitrag zur Entwicklung von Kompetenzen. Die verschiedenen Kompetenzen sind durch den Bestand der Bibliothek, aber auch durch andere Angebote der Bibliothek beeinflussbar. Diese Beeinflussung kann zum Beispiel durch aktives Vermitteln methodischer Kompetenzen hinsichtlich einer Informationslogistik erfolgen. Dem Beitrag der Bibliothek zu Herausbildung der Informationskompetenz wächst somit eine wichtige Stellung im Aufgabenspektrum der Bibliothek zu. Dabei geht dieser Ansatz von der Frage: Wie sind die erforderlichen Informationen effektiv beschaffbar? aus und nicht von der Frage: Welche Medienangebote hat die Bibliothek und welche sind für ein konkretes Problem verwertbar?. Der Ausgangspunkt ist somit ein konkretes Problem und nicht ein konkretes Medienangebot. Diese Sichtweise entspricht der im Begriff „Informationskompetenz“ enthaltenen problemorientierten/handlungsorientierten Perspektive und führt zu einer Sicht auf die Funktionen einer Bibliothek, die diese Funktionen als handlungsorientierte Funktionen beschreibt.
• Wenn soziale Wirkungen durch das Angebot der Bibliothek beeinflus s bar sind, dann können diese als Steuerungsinstrument der Bibliothek von strategischer Bedeutung sein.
Diese These setzt die festgestellten Wirkungen an den Ausgangspunkt und fragt nach ihrem Verhältnis zu den erwünschten Wirkungen. Daraus erwachsen zwei Überlegungen:
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1) Die Kompetenzen sind zum einen durch einen entsprechenden Bestand beeinflussbar, zum anderen durch eine entsprechende Programmarbeit. Berücksichtigt diese Programmarbeit neben der bestands- die handlungsorientierte Perspektive, dann bedeutet dies, ein Programm zu entwickeln, das sich neben dem Bezug auf die vorhandenen Medien auf Ziele und Vorkenntnisse der Programmteilnehmer bezieht. Dieses Programm kann aus Teilen bestehen, die aufeinander aufbauen, mit dem Ziel, systematisches Lernen für jeden Menschen zu ermöglichen.
Ansatzpunkt eines veränderten Angebotskonzeptes ist das strategische Ziel der Bibliothek. Dieses besteht in der Entwicklung von Handlungskompetenzen, basierend auf der grundlegenden methodischen Fähigkeit, etwas aufgabenbezogen und Erfolg versprechend auswählen, einordnen und beurteilen zu können. Der Nutzen besteht darin, ein Fundament für ein lebenslanges eigenständiges Erarbeiten neuer Fähigkeiten zu schaffen.
2) Die zweite Überlegung bezieht sich auf die erwünschten Wirkungen, den Auftrag der Bibliothek, der hier in Rollenbezeichnungen der American Library Association aus dem Jahr 1987 ausgedrückt wurde. Es schließt sich die Frage an, inwieweit die hier verwandten Rollenbezeichnungen und die darauf aufgebaute Zielstellung die handlungsorientierte Perspektive optimal wiedergeben. Ausgehend vom Tätigkeitsaspekt sind die Rollen bereits durch die American Library Association spezifiziert worden.250 Der Begriff „Public Library Service Response“ steht für diesen modifizierten Ansatz aus den Jahren 1998 bzw. 2001. Dieser Begriff hat nachstehende Bedeutung:
| ↓209 |
|
“…service response is what a library does for, or offers to, the public in an effort to meet specific community needs. Service responses represent thegathering and deployment of critical resources to produce a specific public benefit or result. “251 |
Die Rollenbezeichnungen aus dem Jahr 1987 sind sehr offene Kategorien, um Funktionen einer Bibliothek zu beschreiben. Die unter der Bezeichnung „Service Response“ dargestellten Möglichkeiten zeigen demgegenüber unterschiedliche Wege auf, wie diese Funktionen umgesetzt werden können, und zwar ausgehend von dem erwünschten Nutzen, den erwünschten Wirkungen für ein gesellschaftliches Umfeld. Dabei stellen die dreizehn nachfolgend aufgeführten Möglichkeiten keine erschöpfende Darstellung aller denkbaren Varianten dar. 252
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Die in vorliegender Arbeit festgestellten Wirkungen und dieser modifizierte Ansatz haben eine handlungsorientierte Perspektive gemeinsam. Für nachfolgende Forschung bedeutet dies, Funktionsbezeichnungen zu finden, die dieser Perspektive besser gerecht werden können, als die Rollenbezeichnungen aus dem Jahr 1987.
134 Es waren 33 Personen zu befragen. Insgesamt haben sich zum Ist-Zustand 28 und zum Soll-Zustand 30 Personen geäußert. Leitende Verwaltungsangestellte: Ist-Auswertung: 5 von 6 / Soll-Auswertung: 6 von 6/ Mitarbeiter der Stadtbibliothek: Ist-Auswertung: 3 von 3/ Soll-Auswertung: 3 von 3/ Stadtvertreter: Ist-Auswertung: 20 von 24/ Soll-Auswertung: 21 von 24.
135 Lesebeispiel: Die erste Zahl ist die absolute Punktezahl. Die zweite Zahl errechnet sich aus der absoluten Punktezahl dividiert durch die Anzahl der Teilnehmer.
136 Details sind in der Tabelle: Datenbedarf dargestellt.
137 Vgl. Götz, M., Berichterstattung, 2000, S.17-27.
138 Vgl. Tabelle: Auswertung nach dem Punkteverfahren.
139 Vgl. Role, 1988, S.43.
140 Für die nach Literaturlage theoretische Möglichkeit zwei Rollen erster Priorität zu wählen ist die Stadtbibliothek, will sie effektiv arbeiten, zu klein.
141 Vgl. Kapitel drei, Tabelle: Bestandsblöcke/Rollen.
142 Das Ausgangszahlenmaterial befindet sich in den Anlagen.
143 Die Nr.-Zuordnung zu den Rollen ist aus der Tabelle 12 erkennbar.
144 Der Terminus „Zielgruppe“ bezieht sich auf die soziale Rolle des potenziellen Benutzers.
145 Umlauf, K., Bestandsaufbau, 1997, S. 61-66, S.75. Vgl. Umlauf, K., Buchkunde, 1996, S.65-70.
146 Umlauf, K., Bestandsaufbau, 1997, S.76. Vgl. Umlauf, K., Buchkunde, 1996, S.65-70; S.158-169.
147 Sample: Stadtvertreter/leitende Verwaltungsangestellte/Bibliotheksmitarbeiter: neun Stunden; Sample: Einwohner von Wolgast: drei Stunden; Sample: Benutzer mit Wohnsitz in Wolgast: zwölf Stunden.
148 Sample: Stadtvertreter/leitende Verwaltungsangestellte/Bibliotheksmitarbeiter: rund 27.000 Wörter; Sample: Einwohner von Wolgast: rund 10.000 Wörter; Sample: Benutzer mit Wohnsitz in Wolgast: rund 41.000 Wörter.
149 Vgl. Interview 5 und ähnliche Aussagen in den Interviews 1a, 1b, 2, 3, 4, 9, 10, 11, 12, 13, 18, 17, Stadtvertreter, 2002. Dies entspricht der Gesamtheit aller befragten 13 Stadtvertreter.
150 Vgl. Interview 1b, Stadtvertreter, 2002.
151 Vgl. Interview 13, Stadtvertreter, 2002.
152 Vgl. Interview 1a, Stadtvertreter, 2002.
153 Vgl. Interview 4, Stadtvertreter, 2002.
154 Vgl. Interview 3, Stadtvertreter, 2002.
155 Vgl. Interview 8, leitende Verwaltungsangestellte, 2002.
156 Vgl. Interview 6, leitende Verwaltungsangestellte, 2002. ähnliche Aussage: Vgl. Interview 7, leitende Verwaltungsangestellte, 2002.
157 Vgl. Interview 16, leitende Verwaltungsangestellte, 2002.
158 Vgl. Interview 14, Bibliotheksmitarbeiter, 2002.
159 Vgl. Interview 15, Bibliotheksmitarbeiter, 2002.
160 Vgl. 19. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 0, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
161 Vgl. 21. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 0, Teilnehmerin 1 von 2, 2004.
162 Vgl. 21. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 0, Teilnehmer 2 von 2, 2004.
163 Vgl. 21.Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 0, Teilnehmer 2 von 2, 2004.
164 Vgl. 22. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 1, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
165 Vgl. 23. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 1, Teilnehmer 1 von 1, 2004.
166 Vgl. 7. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 1, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
167 Vgl. 6. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 1, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
168 Vgl. 6. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 1, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
169 Vgl. 22. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 1, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
170 Vgl. 23. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 1, Teilnehmer 1 von 1, 2004.
171 Vgl. 15. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmer 2 von 2, 2004.
172 Vgl. 17. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmer 3 von 3, 2004.
173 Vgl. 24. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
174 Vgl. 25. Gesprächsrunde Benutzer, Altersklasse 2, Teilnehmer 1 von 2, 2004.
175 Vgl. 17. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 3, 2004.
176 Vgl. 14. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 2, 2004.
177 Vgl. 17. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 3, 2004.
178 Vgl. 17. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmer 3 von 3, 2004.
179 Vgl. 25. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmerin 2 von 2, 2004.
180 Vgl. 16. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
181 Vgl. 15. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmer 2 von 2, 2004.
182 Vgl. 12. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmer 1 von 1, 2004.
183 Vgl. 16. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
184 Vgl. 15. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmer 1 von 2, 2004.
185 Vgl. 17. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmer 2 von 3, 2004.
186 Vgl. 14. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmerin 2 von 2, 2004.
187 Vgl. 17. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmer 3 von 3, 2004.
188 Vgl. 25. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmer 1 von 2, 2004.
189 Vgl. 24. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
190 Vgl. 3. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 1, 2004.
191 Vgl. 5. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1von 1, 2004.
192 Vgl. 5. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1von 1, 2004.
193 Vgl. 18. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 1, 2004.
194 Vgl. 20. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 1, 2004.
195 Vgl. 3. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 1, 2004.
196 Vgl. 2. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 1, 2004.
197 Vgl. 4. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 2 von 3, 2004.
198 Vgl. 4. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 3, 2004.
199 Vgl. 8. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
200 Vgl. 4. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 3 von 3, 2004.
201 Vgl. 1. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 1, 2004.
202 Vgl. 9. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 2 von 2, 2004.
203 Vgl. 9. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 2, 2004.
204 Vgl. 10. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
205 Vgl. 13. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
206 Vgl. 11. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
207 Vgl. 28. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
208 Vgl. 27. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 2, 2004.
209 Vgl. 29. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
210 Vgl. 26. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
211 Vgl. 27. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmerin 2 von 2, 2004.
212 Vgl. 1. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 1, Teilnehmer 1 von 1, 2003.
213 Vgl. 6. Gesprächsrunde Einwohner Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 1, 2003.
214 Vgl. 7. Gesprächsrunde Einwohner, Alterklasse 2, Teilnehmer 3 von 3, 2003.
215 Vgl. 7. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 2, Teilnehmerin 2 von 3, 2003.
216 Vgl. 8. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 2, Teilnehmerin 3 von 4, 2003.
217 Vgl. 8. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 4, 2003.
218 Vgl. 7.Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 2, Teilnehmer 1 von 3, 2003.
219 Vgl. 4. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 3, Teilnehmer 2 von 2, 2003.
220 Vgl. 4. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 2, 2003.
221 Vgl. 2. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 1, 2003.
222 Vgl. 3. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 1, 2003.
223 Vgl. 4. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 2, 2003.
224 Vgl. 5. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 3, Teilnehmerin 1 von 1, 2003.
225 Vgl. Kleining, G, Heuristik, 1995, S. 248.
226 Vgl. 23. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 1, Teilnehmer 1 von 1, 2004.
227 Die Unterstreichungen kennzeichnen wirkungsbeeinflussende Faktoren.
228 Vgl. 21. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 0, Teilnehmer 2 von 2, 2004.
229 Vgl. 7. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 2, Teilnehmer 1 von 3, 2003.
230 Vgl. 3. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 1, 2004.
231 Vgl. 3. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 1, 2004.
232 Vgl. 15. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmer 1 von 2, 2004.
233 Vgl. 1.Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 1, 2004.
234 Vgl. 6. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 1, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
235 Vgl. 8. Gesprächsrunde Einwohner, Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 4, 2003.
236 Vgl. 16. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 2, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
237 Vgl. 3. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1 von 1, 2004.
238 Vgl. 5. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1von 1, 2004.
239 Die Frage berücksichtigt die Regel 1, Offenheit der Forschungsperson.
240 Diese Frage bezieht sich auf Regel 2, Offenheit des Forschungsgegenstandes.
241 Bezugspunkt hier ist die Regel 3, Maximale strukturelle Variation der Perspektiven.
242 Nach Regel 4, Analyse auf Gemeinsamkeiten.
243 Wie aus als Anlage beigefügter „Dokumentation der empirischen Ergebnisse“ ersichtlich.
244 Dieses Vorgehen dient dazu, Einflussmöglichkeiten der Bibliothek aufzuzeigen, nicht etwa mit Hilfe von Außenkriterien die Wirkungen zu validieren.
245 Das Angebot ist in dieser Arbeit auf seinen wesentlichen Bereich, den Bestand, reduziert. Angebot und Bestand sind somit in dieser Betrachtungsweise identisch.
246 Vgl. 6. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 1, Teilnehmerin 1 von 1, 2004.
247 Diesem liegen, wie bereits mehrfach dargestellt, natürlich auch qualitative Kriterien, wie die mediale Funktion der Bestandsgruppe, zugrunde.
248 Grundlage dieser Überlegungen: G. Kleining, Lehrbuch der Sozialforschung.
249 Vgl. 5. Gesprächsrunde Benutzer Altersklasse 3, Teilnehmer 1von 1, 2004.
250 Diese Spezifizierung fand jedoch für vorliegende Arbeit keine Berücksichtigung, weil sie zum Zeitpunkt der Rollenbestimmung für Wolgast im Unterschied zu den hier verwandten Rollenbezeichnungen noch nicht ausreichend praxiserprobt waren. Wie noch gezeigt wird, sind einige Bezeichnungen für die „Service Response“ durchaus problematisch und bedürfen der weiteren Modifizierung. Das Besondere besteht im Ansatz, von den Tätigkeiten auszugehen.
251 Himmel, E. /Wilson, W.J., planning, 1998, S. 51-52.
252 Vgl. Nelson, S., Results, 2001, S. 146.
253 Nelson, S., Results, 2001, S.152;156;161;166;176;178;183;188; 195; 200;205; 211;216.
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