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In bisherigen Untersuchungen zu Verhaltensstörungen bei schwerer, weit fortgeschrittener Demenz fehlen objektive, raterunabhängige Messmethoden zur Erfassung motorischer Aktivität. Obgleich in der Literatur bekannt ist, dass Verhaltensstörungen, insbesondere eine erhöhte motorische Aktivität, mit Störungen der circadianen Rhythmik einhergehen, ist unklar, ob es bei spezifischen Formen der Demenz unterschiedliche Muster dieses Zusammenhanges gibt. Bei Würdigung der dargestellten Befunde und theoretischen Formulierengen ergeben sich somit zwei zentrale Zielstellungen.
Zunächst ist es Ziel der vorliegenden Arbeit, die Validität der Erfassung motorischer Aktivität mittels eines aktometrischen Gerätes bei Patienten mit einer schweren, weit fortgeschrittenen Demenz anhand eines externen Kriteriums zu bestimmen. Hierzu eignen sich aus der Literatur bekannte Beobachtungsbögen, sofern die Reliabilität des Ratings und die Unabhängigkeit der Beobachter sichergestellt werden kann. Bei zufriedenstellender Validität läge somit eine technische Methode vor, die es erlauben würde, unabhängig von Beobachtern und unabhängig vom Ort der Messung (ambulant, in Pflegeheimen, oder im Krankenhaus) valide Messwerte zur Quantifizierung motorischer Unruhe bei Demenzpatienten zu erhalten. Diese Methode wäre somit sowohl für pharmakotherapeutische wie milieutherapeutische Ansätze zur Behandlung von Verhaltensstörungen auch bei schwerer, weit fortgeschrittener Demenz als Erfolgskriterium anwendbar.
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Ziel des zweiten Teils dieser Studie ist es weiterhin, durch den Vergleich von Patienten mit einer Demenz vom Alzheimer-Typ und Patienten mit einer vaskulären Demenz den Einfluß struktureller Läsionen des SCN auf Schlafstörungen und Verhaltensstörungen bei Demenz zu untersuchen. Strukturelle Läsionen des SCN können in der Gruppe der Alzheimer-Demenz angenommen werden und sollten bei Patienten mit einer vaskulären Demenz, bei Abwesenheit hypothalamischer Läsionen, fehlen oder zumindest deutlich geringer ausgeprägt sein (Goudsmit et al., 1989). Durch die gezielte Untersuchung schwerst dementer Patienten sollte der Einfluß einer verminderten Wahrnehmung externer Zeitgeber experimentell kontrollierbar sein. Die Patienten sollten hinsichtlich der Schwere der Verhaltensstörungen, insbesondere der Aktivitätsstörungen, vergleichbar sein, um den Einfluß einer erhöhten motorischen Spontanaktivität auf Phasenverschiebungen in der circadianen Rhythmik kontrollieren zu können. Sollten sich unter diesen Bedingungen Unterschiede in der Phasenverschiebungen (oder im Extremfall die Auflösung jeglicher Rhythmik) darstellen lassen, wäre dies ein direkter Hinweis auf den Einfluß und die Funktion des SCN bei Verhaltensstörungen bei Demenz.
Somit ergeben sich drei Fragestellungen, die spezifisch geklärt werden sollen:
Besteht zwischen einer aktometrischen Messung und der von geschulten, unabhängigen Ratern mittels Beobachtungsbögen durchgeführten Messung von Verhaltensstörungen eine konvergente Validität für das Merkmal „erhöhte motorische Aktivität“ auch bei schwerer, weit fortgeschrittener Demenz?
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Liegt bei Patienten mit schwerer, weit fortgeschrittener Demenz ein Zusammenhang zwischen motorischer Spontanaktivität und circadianer Rhythmik vor?
Kommt es bei schwer dementen Patienten zu einer Phasenverschiebung in oder Auflösung in der circadianen Rhythmik, die Patienten mit Demenz vom Alzheimer-Typ von Patienten mit einer vaskulären Demenz unterscheidet?
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