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3  Historischer Hintergrund

Gesellschaftspolitische Entwicklungen lassen sich nicht ohne historische Hintergrundinformationen verstehen. Dies gilt einmal mehr für die mittel- und osteuropäischen Entwicklungen im Verlauf der Transformation. Der historische Hintergrund für die tschechisch-deutsche Problematik fungiert im Rahmen dieser politologisch angelegten Arbeit nicht als eigenständige „Variable“ für die Erklärung der dynamischen bilateralen Entwicklung zwischen 1990 und 1997. Vielmehr ist die Kenntnis der Historie ein erster Schritt, um sich den komplexen Problemstellungen der Nachbarschaftspolitik nach 1990 sowie den Perzeptionen der außenpolitischen Akteure anzunähern. Schlüsselereignisse wie z. B. das Münchner Abkommen von 1938 oder die „Beneš-Dekrete“ der unmittelbaren Nachkriegszeit, die im gegenwärtigen Diskurs oft zu Kampfbegriffen geworden sind, werden in ihren historischen Kontext gestellt, so daß sich hieraus ein erstes Verständnis der nachbarschaftlichen Problematik entwickeln kann.

Die Geschichte des tschechisch-deutschen Verhältnisses im 20. Jahrhundert wird im Rückgriff auf etablierte Monografien tschechischer, deutscher und sudetendeutscher Historiker rekonstruiert.1 Der in der tschechisch-deutschen Historiografie vorherrschenden Schieflage2in der Untersuchung bestimmter Ereignisse durch die jeweiligen nationalen Historiker ist seit 1990 durch jüngere Wissenschaftler und durch die Historikerkommission aktiv entgegengewirkt worden.3 Diese entsprechenden Beiträge sind in die folgende Darstellung miteinbezogen worden, um ein Bild tschechisch-deutscher Geschichte zu entwerfen, das beiden Seiten gerecht wird.

3.1 Tschechen und Deutsche in der Ersten Tschechoslowakischen Republik

Als die nationalen Emanzipationsbewegungen gegen Ende des 19. Jahrhunderts europaweit zur politischen Kraft anwuchsen, geriet auch das Verhältnis von Tschechen und Deutschen innerhalb der Habsburger Monarchie unter Druck. Mit dem Niedergang der europäischen Mittelmächte, Deutschland, Österreich und Ungarn, eröffnete sich am Ende des Ersten Weltkrieges für Tschechen und Slowaken die Möglichkeit für die Gründung eines eigenständigen Staates. Die kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges emigrierte Gruppe unter Führung des tschechischen Philosophieprofessors Tomáš Garrigue Masaryk, sein Schüler und Mitarbeiter Edvard Beneš und der slowakischem Astronom Milan Rastislav Štefánik, hatte unermüdlich bei den Alliierten für einen unabhängigen Staat geworben4, so daß am 28. Oktober 1918 in Prag die Erste Tschechoslowakische Republik (ČSR) von T.G. Masaryk ausgerufen wurde. Die Friedensverträge von Paris definierten die Grenzen der Ersten Tschechoslowakischen Republik. Erstmalig wurden die historischen Länder der Wenzelskrone – Böhmen, Mähren, Österreichisch-Schlesien – mit den Ländern der Stephanskrone – Slowakei, Karpato-Ukraine – zu einem eigenständigen Staat verbunden. Der neue Staat umfaßte ein Territorium von 140408 km² mit einer Bevölkerung von 13,6 Millionen. Die staatstragende Idee war die einer tschechoslowakischen Nation. Doch der tschechoslowakische Staat war ein Vielvölkerstaat: neben den 50% Tschechen und den 14,7% Slowaken lebten hier 22,8% Deutsche, [Seite 48↓]5,1% Ungarn und 3,7% Ruthenen sowie andere Nationalitäten.5 Schon der Zusammengang von Tschechen und Slowaken erwies sich als nicht unproblematisch und die Angliederung der Slowakei konnte nur militärisch und mit Hilfe der Alliierten gegen Ungarn durchgesetzt werden.6

Besonders problematisch war jedoch die Idee einer tschechoslowakischen Nation für das Verhältnis zu den drei Millionen Deutschen, die überwiegend in Nord- und Westböhmen, Südmähren und Schlesien lebten und sich in Folge dieser Staatsgründung in einer historisch neuen Situation befanden. Denn sie verloren ihre privilegierte Stellung, die sie in der Habsburger Monarchie schon aufgrund der vorherrschenden deutschen Amtssprache innegehabt hatten.

Obwohl die Inklusion der deutsch und gemischt besiedelten Gebiete im tschechoslowakischen Staat im Vorfeld der Gründung des neuen Staates nicht unumstritten war, bildeten diese Siedlungsgebiete zum einen eine bis dato unverletzte und natürliche Grenze an das angrenzende Deutsche Reich und Österreich, zum anderen befanden sich hier wichtige Rohstoffe wie Kohle und Erze, so daß sich die wichtigsten Industriezweige im Grenzgebiet angesiedelt hatten. Der Verbleib dieser Gebiete war für die neue Republik von hoher wirtschafts- und sicherheitspolitischer Bedeutung. Die „Lebensnerven“7 der Tschechoslowakei lagen nicht in der geographischen Mitte des Landes, sondern an ihren Randgebieten.

Die politische und identifikatorische Integration der Deutschen in dem neuen Staat stand damit noch vor ihrem Anfang. Die gemeinsame Erfahrung der Verluste tradierter Privilegien hatte gerade den Boden für die Entstehung der Schicksalsgemeinschaft der Sudetendeutschen bereitet.8 Bis dahin waren die Böhmerwäldler, Egerländer, Nordböhmen, Süd- oder Nordmährer und Österreichisch-Schlesier kaum miteinander verbunden. Seit 1918 teilten sie nun das Empfinden der Benachteiligung oder gar Diskriminierung in der jungen Republik. Deutsche Zwergschulen wurden geschlossen, während Schulen für die tschechische Minderheit im deutschsprachigen Gebieten eröffnet wurden, die Beschäftigungslage für Deutsche in der Staatsverwaltung verschlechterte sich, die Bodenreform schien die Deutschen vergleichsweise hart zu treffen. Die neue Sprachenverordnung (1926), mit der die Vorherrschaft des Tschechischen im öffentlichen Bereich gesichert wurde, war ohne Konsultation der im Parlament vertretenen Minderheitenfraktionen verabschiedet worden. Dennoch: Verglich man jedoch die schulische oder wirtschaftliche Situation der deutschen Minderheit mit anderen Ländern Europas, war die Lage der deutschsprachigen Bevölkerung in der Tschechoslowakei gut. Auch läßt sich wie Boyer am Beispiel der Vergabe von Staatsaufträgen an deutsche und tschechische Firmen zeigt, nur schwer eine systematische Diskriminierung deutscher Betriebe durch die tschechoslowakische Regierung nachweisen.9 Gleiches gilt für den Schulbereich und die Beschäftigungspolitik, wo es „lediglich“ um den schrittweisen Abbau überproportionaler Vorteile für die deutschsprachige Bevölkerung ging.10 Zu einem solchen objektiven Blick auf die eigene Lage waren die Deutschen in der Tschechoslowakei jedoch nicht imstande, wog doch der Verlust ihrer politischen und sozio-ökonomischen Privilegien zu schwer.


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Die unterschiedliche Erfahrung, die Tschechen und Deutsche mit dem neuen Staat verbanden, ließ sich politisch nur schwer überwinden. Im tschechoslowakischen Parlament saßen im Jahr 1919 unter 300 Abgeordneten 72 Deutsche. Gesetze gründeten sich jedoch auf Mehrheitsbeschlüsse des Parlaments, so daß die Kluft zwischen der sich konstituierenden Schicksalsgemeinschaft der Sudetendeutschen und den Tschechen hier nur weiter manifestiert wurde. Die Sudetendeutschen selbst waren in zwei Lager zerfallen. Die sogenannten „Negativisten“ standen dem neuen Staat gänzlich ablehnend gegenüberstanden. Sie wurden durch die Deutsche Nationale Partei (DNP) und die Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei (DNSAP) repräsentiert, die jedoch bis 1935 nie mehr als 24 % der deutschen Stimmen auf sich vereinigen konnte. Ihnen gegenüber standen die sudetendeutschen „Aktivisten“, die sich für eine Verbesserung der Lage der Deutschen innerhalb der Tschechoslowakei einsetzten und versuchten, auf einzelne politische Maßnahmen Einfluß zu nehmen. Hierzu zählten die Deutsche Sozialdemokratische Arbeiterpartei (DSAP), die Deutsche Christlich-Soziale Volkspartei und der Bund der Landwirte. Ihr gemeinsames Ziel war es, den Minderheitenstatus zu überwinden und Staatsnation zu werden. 1926 gelang es der Christlich-Sozialen Partei und dem Bund der Landwirte, zwei Minister im Regierungskabinett zu stellen. Wichtige Gesetze wie das der Sprachenverordnung waren zu dieser Zeit jedoch bereits verabschiedet. Auch gelang es den deutschen Ministern nicht, die Verwaltungsreform von 1927 zu verhindern, durch die Österreichisch-Schlesien der Verwaltung Mährens zugeschlagen wurde und somit das einzige Land mit deutscher Bevölkerungsmehrheit seine Behörden verlor. Trotz dieser Enttäuschungen konnte auch nach der Parlamentswahl von 1929 eine „allnationale“ Regierung unter Beteiligung deutscher und slowakischer Minister konstituiert werden.

Für Ferdinand Seibt waren es jedoch weniger die politischen Strukturen, die nach zehnjährigem Bestehen der Ersten Republik zu einem pragmatischen Arrangement von Tschechen und Deutschen führten, sondern vor allem der stete wirtschaftliche Aufschwung, der diese Periode kennzeichnete.11 Das Bruttoinlandsprodukt der Tschechoslowakei rangierte unter den ersten zehn Ländern der Welt, und der Lebensstandard der Sudetendeutschen schnitt im Vergleich mit dem der reparationsbelasteten „Reichsdeutschen“ recht gut ab. Damit hatte sich die Erste Tschechoslowakische Republik nach zehn Jahren ihrer Existenz trotz nationalitätenpolitischer Defizite zu einer stabilen Demokratie im Herzen Europas entwickelt – zu einer Zeit, als rings um sie herum totalitäre Tendenzen politische Gestalt annahmen.

3.2 Tschechen und Deutsche auf dem Weg in die Katastrophe12

Die Weltwirtschaftskrise traf die sudetendeutsche Bevölkerung unverhältnismäßig hart. Die traditionelle, exportabhängige Leichtindustrie des Grenzgebietes brach zusammen und schon bald waren 20% der Sudetendeutschen ohne Arbeit – während die Arbeitslosenrate für die Tschechen bei 5% lag. Die Dauer dieser Krise machte die Sudetendeutschen für die radikalen Rechtsparteien und den Staatsnegativismus der Anfangsjahre erneut empfänglich. Der durch die Wiederaufrüstung bedingte Erfolg bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit im benachbarten „Reich“ teilte sich den Sudetendeutschen im kleinen Grenzverkehr unmittelbar mit und verlieh der nationalsozialistischen Politik große Attraktivität.

Die DNSAP baute nach dem Vorbild der reichsdeutschen NSDAP eine paramilitärische Organisation namens “Volkssport“ auf, die sich wachsender Popularität erfreute. 1933, nach der Machtergreifung Hitlers, kam die DSNAP einem Verbot durch die Prager Regierung zuvor und löste sich selbst auf. In ihre Nachfolge trat die von Konrad Henlein am 1. Oktober 1933 gegründete „Sudetendeutsche Heimatfront“. Nur zwei Jahre später, als Sudetendeutsche Partei (SdP), gewann sie bei den Parlamentswahlen zwei Drittel der deutschen Stimmen. Die Gemeindewahlen vom Mai 1938 manifestierten diese Entwicklung [Seite 50↓]weiter: die SdP erhielt 87% der Stimmen der deutschen Bevölkerung. Die SdP war zur ersten sudetendeutschen Massenpartei und zum entscheidenden innenpolitischen Gegenspieler der tschechoslowakischen Regierung aufgestiegen.13

Der Aufstieg der SdP bedeutete den Niedergang des Aktivismus. Im Februar 1937 hatten junge Mitglieder der aktivistischen Parteien, Wenzel Jaksch, Gustav Hacker und Hans Schütz, erneut versucht, die Minderheitengesetzgebung zu reformieren. Doch die Folgenlosigkeit dieser Politik delegitimierte ihren Ansatz nur noch weiter. Einem Aufruf Henleins zur Geschlossenheit aller Sudetendeutschen folgend, traten im März 1938 der Bund der Landwirte und die Christlich-Soziale Volkspartei der SdP bei. Die Sozialdemokraten, die einzige sudetendeutsche Partei, die nicht in der SdP aufging, zog, um ihre Glaubwürdigkeit als sudetendeutsche Interessenvertreterin nicht völlig zu gefährden, vier Wochen später ihren Minister aus der Regierung ab.

Als die Prager Regierung sich im Frühjahr 1938 schließlich in die Verhandlungen mit der Henlein-Partei schickte, waren die Gespräche schon zu Scheinverhandlungen verkommen. Henlein hatte in seinem Schreiben vom 17. November 1937 an Hitler sich selbst und seine Partei als willige Vollstrecker empfohlen und um die Annexion des deutschen Siedlungsgebietes gebeten.14 Bei einem Treffen Henleins und Hitlers am 28. März in Berlin, versicherte Hitler, das sudetendeutsche Problem durch eine territoriale Korrektur zu lösen. Henlein faßte seinen Beitrag hierzu in dem viel zitierten Satz zusammen: „Wir müssen also immer so viel fordern, daß wir nicht zufriedengestellt werden können“.15 Hitler hatte die „Tschechei“ zum Kriegsziel erklärt. Die sudetendeutsche Frage war keine innere Angelegenheit der Tschechoslowakei mehr.

Der Konflikt zwischen Tschechen und Deutschen hatte damit eine internationale Dimension erhalten. Seit dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich am 12. März 1938 mußte die tschechoslowakische Regierung damit rechnen, daß Hitler die sudetendeutsche Frage auf ähnliche Weise lösen würde. Beneš hatte sich seit der Gründung der Tschechoslowakei stets um korrekte Beziehungen zum deutschen Nachbarn bemüht und die Integration Deutschlands in die internationale Gemeinschaft unterstützt. Nun sah er sein Land durch Hitlers Ambitionen in seiner territorialen Integrität bedroht und versuchte, sich der bestehenden Sicherheitsgarantien zu versichern.

In der internationalen Öffentlichkeit hatte jedoch das Programm des Reichspropaganda-Ministeriums über die unerträgliche Lage der Sudetendeutschen Früchte getragen. Vor allem in Großbritannien setzte sich die Einsicht durch, daß hier ein Grundfehler des Versailler Systems zu korrigieren sei. Der Hauptsicherheitsgarant der ČSR, Frankreich, der die Lage realistischer einschätzte, war indes nicht willens, seine Bündnisverpflichtungen gegenüber der Tschechoslowakei militärisch umzusetzen. Beide Westmächte einigten sich schon im April 1938 auf eine Lösung durch Verhandlungen. International völlig isoliert willigte die Prager Regierung in die sudetendeutschen Forderungen nach Autonomie ein. Am 15. September 1938 erließen Henlein und Frank den Aufruf „Heim ins Reich“. In der Folge ergriff der britische Premier Chamberlain die Initiative und reiste nach Bad Godesberg, um Hitler persönlich zu sprechen und die schwelende Kriegsgefahr abzuwenden. Hitler offenbarte bei dieser Gelegenheit seine wahren Ambitionen: den Anschluß des deutschen Siedlungsgebietes. Er überzeugte Chamberlain von der Notwendigkeit dieses Aktes und versicherte, bis zu einer britisch-französischen Übereinkunft stillzuhalten. Bei den folgenden Beratungen am 18. September kam der französische Premier Daladier mit Chamberlain überein, Beneš die Abtretung der Gebiete unter starkem diplomatischem Druck zu empfehlen. Einen Tag später wurde der tschechoslowakischen Regierung die Abtretung der Gebiete, in denen mehr als 50% der Einwohner Deutsche waren, angetragen. Nur die Drohung, den tschechoslowakisch-französischen Pakt [Seite 51↓]aufzukündigen, und die britische Warnung, bei einem deutschen Angriff die ČSR nicht zu unterstützen, ließ die tschechoslowakische Regierung in die Abtretung dieser Gebiete einwilligen. Ein anschließendes Treffen zwischen Hitler und Chamberlain enthüllte weitere Ansprüche Hitlers auf Gebiete, in denen über 700000 Tschechen lebten, deren Einlösung Hitler mit einem Ultimatum zum 1. Oktober 1938 verknüpfte.

In der Tschechoslowakei führten diese Ereignisse zum Sturz der Hodža-Regierung und der Errichtung einer Militärdiktatur unter General Jan Syrový. Am 23. September wurde der Befehl zur Mobilmachung gegeben, dem bemerkenswerterweise nicht nur die Slowaken, sondern auch 300000 Sudetendeutsche Folge leisteten. Indessen wurde eine Konferenz der Großmächte Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien für den 29. September 1938 in München einberufen. Hier wurde die Abtretung des Sudetenlandes an das Deutsche Reich besiegelt. Die Tschechoslowakei mußte sich dem Diktat fügen. Am 1. Oktober wurde das Sudetenland von der Wehrmacht besetzt, einen Tag später marschierten polnische Truppen in das Gebiet um Teschen ein. Die Südslowakei und Teile der Karpaten-Ukraine wurden mit dem Ersten Wiener Schiedsspruch vom 2. November 1938 Ungarn zugesprochen. Das Syrový-Kabinett stimmte der neuen Grenzziehung unter Vorbehalt zu. Beneš trat am 5. Oktober 1938 vom Amt des Präsidenten zurück und ging ins Exil, von wo er erneut eine Exilregierung aufbaute, um zum zweiten Mal vom Ausland aus die Geschicke seines Landes in die Hand zu nehmen. In seine Nachfolge trat Emil Hácha.16

Im konfliktreichen Nebeneinander hatten Tschechen und Deutsche die Talsohle jedoch noch nicht durchschritten. Die Mehrheit der Sudetendeutschen jubelte den ins „Reichsgau Sudetenland“ einmarschierenden Wehrmachtstruppen zu. Synagogen wurden in Brand gesetzt, tschechische Denkmäler zerstört. Eine Fluchtbewegung von Tschechen, Juden und sudetendeutschen Sozialdemokraten und Kommunisten ins Landesinnere setzte ein. Nach den Schätzungen von Brandes verblieben ca. 567000 Tschechen in den abgetretenen Gebieten.17 Ein Minderheitenschutz wurde ihnen nicht eingeräumt; tschechische Schulen und Büchereien geschlossen, tschechische Zeitungen verboten, Tschechisch als Amtssprache abgeschafft. Die deutschen Behörden sahen eine „Wiedereindeutschung“ derjenigen vor, die deutscher Abstammung waren. Ansonsten suchten sie die Aussiedlung von Tschechen in das Landesinnere zu befördern. Die Ansiedlung von „Volksdeutschen“ aus dem Osten – oft auf den Höfen enteigneter Tschechen – fütterten Gerüchte, denen zufolge die Tschechen schließlich ganz ausgesiedelt würden.18

Der Anschluß der deutsch besiedelten Gebiete an das „Reich“ war jedoch nur der erste Schritt in Hitlers Plänen. Nachdem die Slowakei – von Hitlers Plänen in Kenntnis gesetzt – am 14. März 1939 ihre Unabhängigkeit erklärt hatte, verlangte Hitler die Zustimmung des tschechischen Präsidenten Hácha zur Besetzung des verbliebenen tschechischen Gebietes. Unter der Drohung, Prag zu bombardieren, sah sich Hácha genötigt, „das Schicksal des tschechischen Volkes und Landes vertrauensvoll in die Hände des Führers des Deutschen Reiches“ zu legen.19 Einen Tag später, am 15. März 1939, marschierten die Wehrmachtstruppen in die tschechischen Gebiete ein. Das „Protektorat Böhmen und Mähren“ wurde als „minderberechtigter Teil“ ins Deutsche Reich eingegliedert.20

Für Tschechen und Deutsche stellte die Protektoratszeit den Tiefpunkt ihrer Beziehungen dar. Die Einrichtung einer Protektoratsregierung unter Ministerpräsident Alios Eliáš sollte die Kooperation der tschechischen Bevölkerung sichern. Hitler benötigte das Protektorat als Eisenlieferant und Waffenproduzent für seinen Expansionskrieg. Die politische Macht befand sich in den Händen des Reichsprotektors von Neurath und des Staatssekretärs und späteren Staatsministers Böhmens und Mährens, Frank. Unter deren [Seite 52↓]Ägide fanden Germanisierungspläne ihre erste Umsetzung: Die Intelligenz und das Bürgertum wurden mit Berufsverboten belegt und nicht selten später in Konzentrationslager deportiert. Eine Studentendemonstration gegen die Besatzungspolitik wurde für eine Kursverschärfung gegenüber der tschechischen Bevölkerung genutzt. Die tschechischen Hochschulen wurden geschlossen, 1200 Studenten wurden ins Konzentrationslager gesperrt, neun Studentenführer erschossen. Mit der Ankunft des stellvertretenden Reichsprotektors Reinhard Heydrich21, der sich durch eine besonders zynische „Rassentheorie“ profilierte, rollte eine weitere Welle der Gewalt über das Land. Am 28. September 1941 wurde der Ausnahmezustand verhängt, 404 Todesurteile vollstreckt und 1299 Personen der Gestapo ausgeliefert.22

Nach der Entdeckung konspirativer Verbindungen der Regierung zum Widerstand wurde Ministerpräsident Eliáš zum Tode verurteilt und am 19. Juni 1942 hingerichtet. Erst zu dieser Zeit schlug die anfängliche Kooperation der Tschechen, die – wie Seibt bemerkt – vor dem Hintergrund des Verrats der westlichen Mächte nicht völlig unverständlich erscheinen kann23, in offene Konfrontation um: Am 27. Mai 1942 wurde Heydrich bei einem Bombenattentat durch Fallschirmjäger tödlich verletzt. Der von Hitler geforderte Rachefeldzug war grausam. Er kostete allen über 14jährigen männlichen Bewohnern des Dorfes Lidice und Lezáky das Leben. Diese Orte sind bis heute das Symbol nationalsozialistischer Willkürherrschaft in Tschechien.

Gegen Kriegsende wurde die nationalsozialistische „Tschechenpolitik“ für den „Sudetengau“ und das „Protektorat“ zentralisiert. Um negative Rückwirkungen auf das kriegswirtschaftlich wichtige „Protektorat“ zu verhindern, wurde die Minderheitenpolitik im „Sudetengau“ moderater. Seit 1940 arbeiteten vermehrt Tschechen in den Betrieben im Sudetengau, um die zur Wehrmacht eingezogenen Sudetendeutschen zu ersetzen. Der Zutritt zu deutschen Berufsschulen, zur Hitler-Jugend und dem Bund deutscher Mädchen wurde allen jungen Tschechen ermöglicht, und Staatsminister Frank faßte sogar die Zulassung tschechischer Zeitungen ins Auge. Den Protektoren Neurath und Frank gelang es durch eine gut kalkulierte Brot- und Spielepolitik, bei der die Deutschen nur geringfügig bevorteilt wurden, nicht nur die Rüstungsindustrie aufrecht zu erhalten, sondern auch den tschechischen Widerstand gegen die deutsche Besatzung zu kontrollieren.

Insgesamt fielen dem nationalsozialistischen Terror 265.000 Juden, 7.000 Sinti oder Roma und 78.000 Tschechen und Slowaken zum Opfer. Darüber hinaus waren ganze Jahrgänge zur Zwangsarbeit ins „Reich“ verschleppt worden. Die gesamte Ausrüstung der tschechoslowakischen Armee war konfisziert worden, und die tschechische Nationalbank zur jährlichen Zahlung zu den deutschen Kriegskosten in Milliardenhöhe verpflichtet worden.24

Unter dem Eindruck wachsender Gewalt im Protektorat und dem damit verbundenen Druck des heimatlichen Widerstandes auf die Londoner Exilregierung radikalisierten sich die Pläne zur Lösung der sudetendeutschen Frage für die Nachkriegstschechoslowakei. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hatte in der Weltöffentlichkeit einen Meinungsumschwung herbeigeführt und Ex-Präsident Beneš wieder politisch legitimiert. Sein Ziel war die Wiedererrichtung des tschechoslowakischen Staates. Das bedeutete zum einen die Annullierung des Münchner Abkommens und zum anderen eine grundsätzlich veränderte Stellung der Sudetendeutschen im zukünftigen Staat. 1942 erkannte zuerst der sowjetische Außenminister, gefolgt von der britischen und französischen Regierung die Tschechoslowakei in ihren „Vormünchener“ Grenzen an. Die Gunst der Stunde nutzend, versuchte Beneš, die zukünftige Tschechoslowakei in ihren alten Grenzen unter Ausschluß der deutschsprachigen Bevölkerung bei den Alliierten durchzusetzen. Der „Bevölkerungstransfer“, mit dem die deutsche Bevölkerung aus den Gebieten Mittel- und Osteuropas in [Seite 53↓]das zukünftige Nachkriegsdeutschland umgesiedelt werden sollte, war in den letzten Kriegsjahren zum festen Bestandteil der geplanten Nachkriegspolitik der Alliierten geworden. Damit sollten historische Konfliktzonen, die einem deutschen Expansionsstreben erneut Nahrung geben könnten, für immer ausgelöscht werden. Das Einverständnis zum „Transfer“ von Roosevelt lag im Mai 1943, das von Stalin im Dezember 1943 vor.25

Nach dem Einmarsch der Roten Armee in die Slowakei umriß die in Moskau neu konstituierte tschechoslowakische Regierung die Behandlung der deutschen und ungarischen Bürger in ihrem neuen Regierungsprogramm wie folgt: alle Gegner der deutschen und madjarischen Politik sollten die Staatsbürgerschaft behalten, die übrigen von Fall zu Fall geprüft werden. In den folgenden Monaten ordnete Präsident Beneš jedoch mit den Dekreten Nr. 5, 12, 33 und 108 die Ausbürgerung und Enteignung für alle Angehörigen deutscher und madjarischer Nationalität an.26 Ihr Vermögen wurde unter staatliche Zwangsaufsicht gestellt und das konfiszierte Land Ansiedlungswilligen aus dem Binnenland angeboten. Ausgenommen von diesen Maßnahmen waren ausgewiesene Antifaschisten. Bis zur Potsdamer Schlußkonferenz am 2. August 1945, auf der die Massenaussiedlung von den Großmächten Frankreich, Großbritannien und der Sowjetunion gebilligt wurde, wurde bereits eine halbe Million Bürger deutscher Nationalität aus der Tschechoslowakei vertrieben. Der Zusatz des Artikels XIII im Potsdamer Protokoll, wonach diese Maßnahmen „in ordnungsgemäßer und humaner Weise“ durchzuführen seien, war notwendig geworden, weil es vor allem unmittelbar nach Kriegsende zu Exzessen und Verbrechen gegen die deutsche Bevölkerung gekommen war. Schon beim Prager Aufstand vom 5. Mai 1945 entlud sich der Volkszorn nicht nur gegen das deutsche Besatzungsregime, sondern auch gegen die deutsche Zivilbevölkerung. Gefördert von Hetzreden der Politiker und unter Führung sogenannter „Revolutionäre Garden“ kam es in den ehemaligen Gebieten des Sudetengaus zu brutalen Ausschreitungen und Übergriffen auf die deutsche Zivilbevölkerung. Zwei der fürchterlichsten Beispiele, auf das die gegenwärtige Diskussion immer wieder rekurriert, ist der „Blutsonntag“ von Aussig/Usti nad Labem und der Todesmarsch von Brünn/Brno. Es waren jedoch nicht nur die Exzesse, sondern auch die Systematik mit der die Vertreibung in der Nachkriegstschechoslowakei durchgeführt wurde, auf die sich die Kritiker dieser Ereignisse beziehen. Die Deutschen wurden mit weißen Armbinden oder einem großen N (Nĕmec=Deutscher) gekennzeichnet. Der Zutritt zu bestimmten öffentlichen Einrichtungen wurde ihnen untersagt. Sie erhielten gesonderte Lebensmittelkarten, unterlagen der Meldepflicht und wurden bis zu ihrer Aussiedlung in Sammel- und Arbeitslager eingewiesen.27

Bis Ende 1948 wurden weitere zwei Millionen Sudetendeutsche in die amerikanische und sowjetische Besatzungszone umgesiedelt. Die Gesamtzahl der sudetendeutschen Vertriebenen beläuft sich auf rund 2.900.000 Menschen. Die Zahl derjenigen, die diese Maßnahmen mit ihrem Leben bezahlten, wurden bis zum Beginn der neunziger Jahre in sudetendeutschen Publikationen mit ca. 225.000 angegeben und von tschechischen Historikern regelmäßig als entschieden zu hoch zurückgewiesen. Neuere tschechische Schätzungen, die auf Untersuchungen im Rahmen der Historikerkommission beruhen, gehen von ca. sieben- bis achttausend Opfern direkter Gewalteinwirkung aus.28 In der Tschechoslowakei geblieben waren Angehörige von Mischehen, „unersetzliche Arbeitskräfte“ und Antifaschisten. Im April 1948 gestattete die Regierung den gebliebenen Deutschen, um die Rückgabe der tschechoslowakischen Staatsbürgerschaft nachzusuchen. Durch das Gesetz vom 24. April 1953 wurden dann alle Deutschen, die noch ihren Wohnsitz in der Tschechoslowakei hatten, zu Staatsbürgern. Bei der Volkszählung von 1950 wur[Seite 54↓]den noch über 165 000 Deutsche erfaßt. Bis 1990 wurden in der Bundesrepublik weitere 102 000 Aussiedler aus der Tschechoslowakei aufgenommen. Infolge der tschechoslowakischen Assimilationspolitik und einer kontinuierlichen Abwanderung bekannten sich bei der Volkszählung am 3. März 1991 nur noch 50 000 tschechoslowakische Staatsbürger zur deutschen Nationalität.29

Mit der Vertreibung hatte eine Jahrhunderte alte Siedlungskultur in Mitteleuropa ihr Ende gefunden. Die sudetendeutsche Frage hatte als praktisches innenpolitisches Problem aufgehört zu existieren.

3.3 Tschechen und Deutsche in der Zeit des Kalten Krieges

Das Verhältnis von Tschechen und Deutschen sollte sich nicht nur durch die Vertreibung der Sudetendeutschen nachhaltig verändern, sondern vor allem durch die innen- und außenpolitische Linksverschiebung der Tschechoslowakei und ihre Verankerung im sowjetischen Blocksystem. Nach dem Ende des Krieges leitete eine mehrheitlich durch Kommunisten und linke Sozialdemokraten besetzte Regierung eine tiefgreifende Umgestaltung der sozio-ökonomischen und politischen Verhältnisse ein. Der 1947 vom Westen angebotene Marshall-Plan war auf Geheiß Stalins abgelehnt worden, alternativ hatte die Tschechoslowakei mit der SU ein langfristiges Handelsabkommen geschlossen. Der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (KSČ) gelang es sogar bei den ersten geheimen Wahlen im Mai 1946 mit fast 38%, die meisten Stimmen auf sich zu vereinen. Als jedoch ihre Popularität zu schwinden begann, löste sie im Februar 1948 eine Regierungskrise aus, in deren Verlauf es ihr gelang, ihre Macht dauerhaft zu sichern.30

Mit dem bis heute ungeklärten Tod Jan Masaryks am 10. März 1948 schied einer der letzten Repräsentanten der alten demokratischen Ordnung aus der Regierung aus. Beneš gab sein Amt am 7. Juni auf. Die Wahlen vom 30. Mai 1948 erbrachten dann 89,25% Stimmen für die Einheitsliste der Nationalen Front. Die Alleinherrschaft der KSČ war damit dauerhaft installiert, die Tschechoslowakei in den sowjetischen Block integriert. Nur einmal in den folgenden vierzig Jahren, als die Protagonisten des „Prager Frühlings“ dem Kommunismus ein menschliches Antlitz zu verleihen suchten, sollte die kommunistische Macht ins Wanken geraten. Der Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei am 21. August 1968 bereitete diesem Traum jedoch ein jähes Ende. Die Tschechoslowakei blieb bis 1989 Teil des sowjetischen Machtbereichs, in dessen Rahmen für vom Gesamtsystem isolierte Reformprojekte kein Spielraum war.

Die Vertreibung der Sudetendeutschen, die Linksverschiebung der Tschechoslowakei und die politische Spaltung Europas stellte die Frage von Tschechen und Deutschen in einer ganz neuen Form. Die Teilung Deutschlands entlang dieser Blockgrenzen eröffnete zwei parallel zu schreibende Kapitel tschechisch-deutscher Beziehungsgeschichte. Da die verbliebene deutsche Minderheit in die politische Bedeutungslosigkeit abgedrängt wurde, war das tschechisch-deutsche Verhältnis fortan ein außenpolitisches Thema, dessen innere Widersprüchlichkeit entlang der Blockgrenzen geordnet werden sollte. 1947, noch vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), begann der kommunistische Ministerpräsident Klement Gottwald in „gute“ und „böse“ Deutsche zu unterscheiden: „Není Nĕmec jako Nĕmec“ (Nicht jeder Deutsche ist wie der andere). Die Entwicklungen im sozialistischen Nachbarland wurden wohlwollend als demokratisch, friedliebend und fortschrittlich gewertet, die im westlichen Teil Deutschlands als reaktionär, revanchistisch und dem Nazi-Erbe verpflichtet angesehen.31 In der Mitte des 20. Jahrhunderts waren aus der tschechisch-deutschen Konfliktgemein[Seite 55↓]schaft zwei gesonderte außenpolitische Bereiche entstanden. Die einerseits verordnete Freundschaft und andererseits verordnete Feindschaft geriet jedoch schnell an die Grenzen der Realität.

Im Verhältnis zwischen der DDR und der Tschechoslowakischen Republik (ČSR) spielten die Schrecken der Vergangenheit insofern eine Rolle, als beide hieraus ihr antifaschistisches und anti-imperialistisches Selbstverständnis zogen. Der brüderliche Schulterschluß gegen den westdeutschen Revanchismus fiel zunächst leicht, denn beide Länder fühlten sich in ihrer staatlichen Integrität bedroht: Die ČSR fürchtete Revisionsansprüche der Bundesrepublik auf das Sudetenland und die Rückkehr der Vertriebenen, die DDR-Führung sah sich in ihrem Machtanspruch durch die Nichtanerkennung der DDR durch die Bundesrepublik in ihren staatlichen Grundlagen bedroht. Darüber hinaus verfügten weder die ČSR noch die DDR über volle Souveränität in ihren außenpolitischen Angelegenheiten, sondern konnten sich nur im Rahmen der sowjetischen Vorgaben bewegen. Die guten Beziehungen fanden ihren Ausdruck in der „Prager Deklaration“ von 1950, in der die ČSR mit der DDR ihr Einvernehmen zum Ausdruck brachte, daß es „zwischen beiden Staaten keine strittigen und offenen Fragen mehr gibt und daß die durchgeführte Aussiedlung der Deutschen aus der Tschechoslowakischen Republik unabänderlich, gerecht und endgültig gelöst ist“ und zum anderen, daß sie „keinerlei Gebiets- und Grenzansprüche gegeneinander“ hegten.32 Im Gegenzug unterstützte die ČSR die außenpolitischen Interessen der DDR. 1955 erklärten beide Länder den Kriegszustand für beendet und wurden Mitglieder des Warschauer Paktes. Zudem entwickelte sich eine enge Kooperation auf wirtschaftlicher, kultureller und parteipolitischer Ebene.33 Der touristische Reiseverkehr – wenn auch zu dieser Zeit noch unter Visazwang – ermöglichte einem Teil der Deutschen und den Tschechen eine erste Wiederannäherung nach dem Krieg.

Die Beziehung der beiden Staaten wurde jedoch von den jeweiligen bilateralen Beziehung zur Bundesrepublik beeinflußt. Die Bildung der Großen Koalition im Winter 1966 in Bonn und die sich abzeichnende neue Ostpolitik alarmierte die Führung der DDR. Sie fürchtete, daß diese neue „Politik der kleinen Schritte“ und der Integration weitaus gefährlicher werden könnte als die Konfrontationspolitik der fünfziger Jahre.34 Die Regierung Walter Ulbricht nahm deshalb ihre Verbündeten in die Pflicht und begann eine diplomatische Offensive bilateraler Vertragspolitik, in deren Folge sie mit der ČSSR am 17. März 1967 ein „Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand“ schloß. Darin wurde die Anerkennung der Existenz zweier souveräner deutscher Staaten und die Behandlung Westberlins als „besondere politische Einheit“ vereinbart, die Staatsgrenze der DDR garantiert und das Münchner Abkommen und alle sich daraus ergebenden Folgen für ungültig erklärt.35

Dennoch kühlten sich die Beziehungen in den sechziger Jahren aufgrund der in der ČSSR36 zugelassenen Liberalisierung und der Etablierung eigenständiger Kontakte zwischen der ČSSR und der Bundesrepublik merklich ab. Der Prager Frühling wurde von der DDR-Führung als Konterrevolution „vor der Haustür der DDR“ gebrandmarkt und Staatschef Ulbricht nahm neben dem polnischen Parteiführer Gomułka eine der unversöhnlichsten Haltungen gegenüber der Dubček-Führung im Jahr 1968 ein. Sein Bericht an den Kreml über sein Treffen mit Dubček am 12. August 1968 in Karlsbad trug zu dem Entschluß der militärischen Intervention maßgeblich bei.37 Die – wenn auch nur operative – Beteiligung der [Seite 56↓]NVA bei der Intervention38 und die, auch nach dem August, fortgeführte reformfeindliche Propaganda der DDR-Führung aktivierte in der Tschechoslowakei das Bild des bevormundenden Deutschen zu einem Zeitpunkt, als es gerade zu verblassen begonnen hatte.

Die Beziehungen zwischen ČSSR und DDR erreichten mit der Augustintervention ihren Tiefpunkt. Der Austausch auf kultureller, wissenschaftlicher und auch parteipolitischer Ebene wurde abgebrochen. Erst nach dem Machtantritt von Erich Honecker normalisierte sich das Verhältnis. Vor allem die Einführung des visafreien Reiseverkehrs im Frühjahr 1972 trug zur Normalisierung bei.

Anders entwickelte sich das Verhältnis der Tschechoslowakei zur Bundesrepublik Deutschland. Es war nach dem Krieg von Mißtrauen geprägt und wurde durch die Vorgaben aus Ostberlin und Moskau mitbestimmt. Vor allem der wachsende Einfluß der ehemaligen Landsleute in der Bundesrepublik lastete auf den Beziehungen. Die Aktivitäten der Vertriebenen wurden von der tschechoslowakischen Regierung mit Besorgnis verfolgt und mit regelmäßigen Protestnoten quittiert. Schon am 6. Oktober 1947 übergab die tschechoslowakische Militärkommission dem Alliierten Kontrollrat in Berlin ein Memorandum, in dem sie auf die „illegalen Vereinigungen ausgesiedelter Deutscher“ in der amerikanischen Zone aufmerksam machte. 1949 – ganz im Einklang mit der sowjetischen Deutschlandpolitik – protestierte die Regierung der ČSR gegen die Gründung der Bundesrepublik Deutschland.39 Bis 1955 gab es zwischen der ČSR und der Bundesrepublik keine diplomatischen Kontakte. Lediglich auf wirtschaftlicher Ebene wurden die Beziehungen am Leben erhalten. 1950 wurde ein Handelsvertrag geschlossen, ein Jahr später inoffizielle Handelsvertretungen eröffnet, und schließlich 1953 ein langfristiges Handelsabkommen abgeschlossen.

Am 14. Juli 1950 verabschiedete der Bundestag eine „Obhutserklärung“ mit der er sich der Interessen der Vertriebenen für die Zukunft annahm.40 Eine konkrete außenpolitische Umsetzung erfuhr diese Obhutserklärung in den folgenden Jahren nicht. Die Außenpolitik der Bundesrepublik konzentrierte sich zu dieser Zeit auf die Integration in die westlichen Wirtschafts- und Sicherheitsbündnisse. Eine außenpolitische Strategie gegenüber dem Osten hatte bis zur Stärkung des westlichen Lagers zu warten. Als jedoch Bundesminister Seebohm auf dem Sudetendeutschen Tag am 18. Mai 1964 in Nürnberg verlautbaren ließ, daß „keinerlei Veranlassung“ bestünde „etwa zu erklären, daß das Münchner Abkommen und das Abkommen zwischen Prag, Paris und London völkerrechtlich keinerlei Gültigkeit hat“41, sah sich Bundeskanzler Erhard bei seiner Rede am 11. Juni 1964 vor dem Council of Foreign Relations in New York genötigt, die Ansprüche der Bundesrepublik gegenüber der CSSR näher zu definieren:

„Der einzige unmittelbare Nachbar der Bundesrepublik unter den osteuropäischen Staaten ist heute die Tschechoslowakei. Die Politik der Bundesrepublik Deutschland diesem Staat gegenüber ist in der letzter Zeit bedauerlicherweise ins Zwielicht geraten. Ich erkläre daher hier ausdrücklich und eindeutig: Das Münchner Abkommen vom Jahr 1938 ist von Hitler zerrissen worden. Die Bundesregierung erhebt keinerlei territoriale Forderungen und distanziert sich ausdrücklich von Erklärungen, die zu einer anderen Deutung geführt haben.“42

In der Friedensnote der bundesdeutschen Regierung vom 25. März 1966 wurde diese Haltung bestätigt. Die veränderte Ostpolitik der Bundesrepublik unter der Großen Koalition und die Entwicklungen des Prager Frühlings ermöglichten eine Entspannung des Verhältnisses: die Visumpflicht wurde gelockert, West-Deutsche und West-Berliner konnten nun ungehindert die ČSSR besuchen, ein reger Austausch von Wissenschaftlern und Kulturschaffenden setzte ein, und 1967 kam es schließlich zum Abschluß eines Wirtschaftsabkommen und dem Austausch von offiziellen Handelsvertretungen. Die Aufnahme vollstän[Seite 57↓]diger diplomatischer Beziehungen scheiterte jedoch vorerst an der Weigerung der Bundesregierung, die Ungültigkeit des Münchner Abkommens von Anfang an zu erklären. Bestärkt wurde die ČSSR-Führung in ihrem Mißtrauen durch die Weigerung Bonns, die Oder-Neiße-Grenze anzuerkennen. Im Juni 1967 intervenierte schließlich Breschnew gegen eine weiterführende Normalisierung der bilateralen Beziehungen zwischen der ČSSR und der Bundesrepublik.43

Das Jahr 1968 brachte in die offiziellen Beziehungen der beiden Länder nur wenig Dynamik. Die Reformer betrachteten eine außenpolitische Kontinuität als Bedingung für das Gelingen des politischen und ökonomischen Umgestaltungsprozesses. Zwar wurde gelegentlich eine eigenständigere Deutschlandpolitik gefordert, sie sollte sich jedoch im Rahmen der Bündnisverpflichtungen bewegen.44 Erst unter der sozial-liberalen Koalition der Regierung Brandt kam Dynamik in die Beziehung zwischen der Bundesrepublik und der ČSSR. Die neue Ostpolitik setzte auf „Sicherheit durch Normalisierung“, die Hallstein-Doktrin45 wurde aufgegeben und das Bahr-Papier von 1970 – Ergebnis eines Meinungsaustausches des Staatssekretärs Bahr und des sowjetischen Außenministers Gromyko – eröffnete beiden Ländern neuen außenpolitischen Spielraum. Verbindlich für die Beziehung zur ČSSR war vor allem Punkt acht dieses Papiers, in dem es hieß:

„Zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken besteht Einvernehmen darüber, daß die mit der Ungültigkeit des Münchner Abkommens verbundenen Fragen in Verhandlungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechoslowakischen “Sozialistischen” Republik in einer für beide Seiten annehmbaren Form geregelt werden sollen.“46

In der Folge wurden der deutsch-sowjetische Vertrag (12.8.1970), der deutsch-polnische Vertrag (7.12.1970) und der Grundlagenvertrag zwischen den beiden deutschen Staaten (21.12.1972) unterzeichnet. Mit Prag wurden 1970 Verhandlungen aufgenommen. Sie konnten aber erst 1973 zu einem Ende geführt werden. Drei Jahre verhandelten die deutsche und tschechoslowakische Delegation unter der Leitung von Paul Frank und Jiří Götz um den Zeitpunkt der Ungültigkeit des Münchner Abkommens von 1938. Die von der ČSSR angestrebte Annullierung des Münchner Abkommens von Anfang an und mit allen Folgen war der Bundesrepublik aus Rücksicht auf die vertriebenen Sudetendeutschen nicht möglich.47Die Einigung auf die Formulierung, daß „das Münchner Abkommen vom 29. September 1938 im Hinblick auf ihre gegenseitigen Beziehungen nach Maßgabe dieses Vertrags als nichtig“ betrachtet wird, ermöglichte beiden Seiten, ihre Position aufrechtzuerhalten. Erst am 11. Dezember 1973 unterzeichnete Willy Brandt in Prag den Vertrag über die gegenseitigen Beziehungen zwischen der ČSSR und der Bundesrepublik Deutschland. Im Bundesrat lehnten die CDU- bzw. CSU- geführten Länder den Vertrag ab. Mit der Kompromißformel der „Nichtigkeit“ des Münchner Abkommens blieben zwar viele aus der Vergangenheit rührende Fragen ungelöst, sie hatte jedoch die Eröffnung diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Staaten ermöglicht.

Das Verhältnis zwischen den beiden Staaten blieb in den folgenden Jahren „zwar korrekt, aber weiterhin kühl“.48 In vielen Bereichen fehlte die praktische Umsetzung der vereinbarten Zusammenarbeit. Der Amtsantritt Gorbatschows eröffnete zwar der ČSSR größeren außenpolitischen Spielraum: im Oktober 1987 wurde ein Umweltschutzabkommen unterzeichnet und Ende 1988 besuchte Bundeskanzler Kohl Prag. Nach Rouček wurden die neuen Möglichkeiten jedoch nicht ausgeschöpft.49 Die nachbarschaftliche [Seite 58↓]Unterkühlung kann deshalb nicht mit blockspezifischen Rücksichten allein erklärt werden, sondern verweist auf die in beiden Gesellschaften verdrängten Fragen der gemeinsamen Vergangenheit.

3.4 Zusammenfassung

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts haben sich die Konfliktlinien zwischen Tschechen und Deutschen immer wieder verschoben. Nach dem Scheitern der politischen Verständigung in der Ersten Tschechoslowakischen Republik stand das Verhältnis im Zeichen der nationalsozialistischen Aggression: die ČSR wurde als Staat zerschlagen und die Tschechen der nationalsozialistischen Willkür der Deutschen unterworfen. Nach dem Krieg beendete die Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei das Kapitel der deutsch-tschechischen Konfliktgemeinschaft. Die verbliebene deutsche Minderheit in der tschechoslowakischen Nachkriegsgesellschaft wurde politisch bedeutungslos, und das tschechisch-deutsche Verhältnis wurde ein Problem der Außenpolitik.

Die Idee, die Widersprüchlichkeit dieser Beziehung entlang der militärischen Blöcke, auf das geteilte Deutschland nach „gut“ und „böse“ zu verteilen, scheiterte. Die Beziehungen zur Bundesrepublik bewegten sich zwar nie über den eng gesteckten Rahmen der eigenen Bündnisverpflichtungen hinaus, ein gewisser Pragmatismus in der Wirtschafts- und Handelspolitik führte dennoch zu einer zaghaften Annäherung. Durch ihn ließen sich aber auch nicht die historischen und ideologischen Konflikte überwinden. Eine umgekehrte Entwicklung nahm das Verhältnis zur DDR, in dem die gemeinsam beschwiegenen Traumata gerade durch die Rolle des sozialistischen Bruderlandes bei der Augustintervention im Jahr 1968 wieder an die Oberfläche gerieten und die tschechoslowakische DDR-Politik nachhaltig beeinträchtigten.


Fußnoten und Endnoten

1 Zu verweisen ist hier auf: Křen, Jan (1995), Seibt, Ferdinand: Deutschland und die Tschechen, München 1997, Hoensch, Jörg K.; Geschichte der Tschechoslowakei, Stuttgart u.a. 1992.

2 Seibt, Ferdinand: Die Deutschen in der tschechischen Historiographie 1945-1990, in: Lemberg H./Křen J./Kováč, D. (Hg.): Im geteilten Europa, Essen 1998, S. 243-263.

3 Vgl. insbesondere die Veröffentlichungen der gemeinsamen Historikerkommission: Mommsen, Hans/Kořalka, Jiří (Hg.): Ungleiche Nachbarn. Demokratische und nationale Emanzipation bei Deutschen, Tschechen und Slowaken (1815-1914), Essen 1993; Brandes, Detlef/Kural, Václav (Hg.): Der Weg in die Katastrophe. Deutsch-tschechoslowakische Beziehungen 1938-1947, Essen 1994.

4 Vgl. hierzu Seibt (1997: 236), auch Hoensch (1992: 13-29).

5 Lemberg; Hans: Tschechen, Slowaken und Deutsche in der Tschechoslowakischen Republik 1918-1938, in: Tschechen, Slowaken und Deutsche. Nachbarn in Europa, hg. von der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung, Hannover 1995, S. 34.

6 Zum Verhältnis von Tschechen und Slowaken in der Geschichte vgl.: Elisabeth Bakke: Doomed to Failure? The Czechoslovak Nation Project and the Slovak Autonomist Reaction 1918-38, Oslo 1999.

7 Seibt (1997: 235)

8 Der Begriff der „Sudetendeutschen“ bezieht sich auf die deutschsprachigen Bewohner des geographischen Gebietes des „Sudetenlandes“, ein durch Böhmen, Mähren und Schlesien führendes Gebirgsmassiv. Er hat sich vor allem in den dreißiger Jahren durch die Propaganda des benachbarten „Dritten Reiches“ etabliert. Eben aus diesem Grund stößt dieser Begriff auch noch heute auf die Ablehnung der tschechischen Historiker und Politiker. Sie verweigern sich dieser „hitlerischen“ Wortschöpfung und sprechen heute meist von „unseren ehemaligen deutschsprachigen Bürgern“. Auch unter den „Sudetendeutschen“ selbst ist diese Bezeichnung umstritten. Da sie sich jedoch im deutschsprachigen Raum eingebürgert hat, wird sie auch in dieser Arbeit benutzt.

9 Boyer, Christoph: Deutsch-tschechoslowakische Wirtschaftsbeziehungen seit 1918. Alte Verbindungen – neue Ängste, in: Tschechen, Slowaken und Deutsche (1995), S. 154-167.

10 Seibt (1997: 279ff.)

11 Seibt (1997: 293-296)

12 Ich übernehme hier den so treffenden Titel des Bandes der deutsch-tschechisch-slowakischen Historikerkommission von Brandes, Detlef/Kural, Václav (Hg): Der Weg in die Katastrophe. Deutsch-tschechoslowakische Beziehungen 1938-1947, Essen 1994.

13 Für die Hintergründe dieser Massenbewegung vgl. hierzu die jüngste Studie von: Gebel, Ralf: „Heim ins Reich!“ Konrad Henlein und der Reichsgau Sudetenland 1938-1945, München 1999.

14 Seibt (1997: 326, Fn 576).

15 Zitiert nach Seibt (1997: 333, Fn 599).

16 Vgl. Brandes, D./Kural, V. (1994)

17 Brandes, Detlef: Die Zerstörung der deutsch-tschechischen Konfliktgemeinschaft 1938-1947, in: Tschechen, Slowaken und Deutsche, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, S. 56.

18 Ebenda (1995: 59)

19 Zitiert ebenda.

20 Hoensch (1992: 105)

21 Brandes (1995: 60)

22 Brandes (1994: 45)

23 Seibt (1993: 347)

24 Brandes (1995: 61)

25 Brandes (1995: 62), vgl. auch Grünwald (1985: 71).

26 Für den deutschen Wortlaut der Dekrete vgl.: Die Vertreibung der Deutschen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei, in: DdV Bd. IV/1, herausgeben vom Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte, Bonn 1957.

27 Vgl. hierzu die Studie des tschechischen Historikers Tomáš Stanek: Odsun Nemcu z Československa (Der Abschub der Deutschen aus der Tschechoslowakei) 1945-1947, Prag 1991.

28 Kučera, Jaroslav: Statistische Berechnungen der Vertreibungsverluste- Schlußwort oder Sackgasse?, in: Brandes D./Kural, V. (1994), S. 187.

29 Deutsche und Tschechen, in: Information zur politischen Bildung B6897F, hg. von der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1993, S. 54.

30 Für weiterführende Literatur zur kommunistischen Machtübernahme in der Tschechoslowkei siehe Kaplan, Karel: Der kurze Marsch. Kommunistische Machtübernahme in der Tschechoslowkei 1945-48, München 1981, Ripka Hubert.: Czechsolvakia Enslaved. The Story of the Communist Coup d‘ Etat, London 1950; Korbel, Josef: The Communist Subversion of Czechoslovakia 1918-1948, Princeton 1959.

31 Hilf, Rudolf: Deutsche und Tschechen. Opladen 1995, S.113.

32 Vgl. hierzu: Dokumente zur Außenpolitik der Deutschen Demokratischen Republik, Bd. 1, Berlin (Ost) 1954: 378.

33 Müller Adolf/Bedřich, Utitz: Deutschland und die Tschechoslowakei. Zwei Nachbarvölker auf dem Weg zur Verständigung, aus der Reihe: Bonn-aktuell, Bonn 1972, S. 77-88.

34 Vgl. Rouček, Libor: Die Tschechoslowakei und die Bundesrepublik Deutschland 1949-1989, München 1990, S. 58.

35 Für den Text des Vertrages siehe Europa-Archiv, 1967, S. D194ff..

36 Seit der Verfassungsänderung von 1960 nannte sich die Tschechoslowakei offiziell: Tschechoslowakische Sozialistische Republik, abgekürzt ČSSR.

37 Vgl. Ivanicková, Edita: Die Krise der Beziehungen der CSSR zur DDR im Zusammenhang mit der Intervention von 1968, S. 153-168, in: Lemberg, H./Kren, J./Kovác D. (1998); Prieß Lutz/Willke, Manfred: Die DDR und die Besetzung der Tschechoslowakei am 21. August 1968, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 1992 B36, S. 26-34.

38 Vgl. Wenzke, Rüdiger: Die NVA und der Prager Frühling 1968, Berlin 1998.

39 Rouček (1990: 15-22)

40 Für den Wortlaut der Erklärung vgl.: Stenographische Berichte: Deutscher Bundestag, 75. Sitzung, 14. 7. 1950, S. 2689.

41 Zitiert nach Rouček (1990: 171).

42 Zitiert nach Nittner, Ernst: Dokumente zur sudetendeutschen Frage,1916-1967, München 1967, S.476.

43 Müller/Utitz (1972: 141)

44 Rouček (1990: 53)

45 Entsprechend der Hallstein-Doktrin brach die Bundesrepublik die Beziehungen zu jenen Staaten ab, welche die DDR anerkannten.

46 Zitiert nach Zündorf, Benno: Die Ostverträge, München 1979, S. 47.

47 Für die rechtlichen Implikationen, die sich mit der Annullierung des Münchner Abkommens verbinden, siehe die Abschnitte 3.1.2 und 3.2.2 in dieser Arbeit.

48 Rouček (1990: 90)

49 Ebenda (110)



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04.08.2004