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2.  Fragestellung

Für die Melanomdiagnostik wäre es optimal, wenn ein ausschließlich für Melanomzellen spezifischer Antikörper zur Verfügung stünde. Mit Hilfe eines subtraktiven Immunisierungsprotokolls ist es in Vorarbeiten gelungen, den monoklonalen Antikörper SM5-1 von einer humanen Melanom-Zell-Linie einer Lymphknotenmetastase zu gewinnen (Kooperationspartner Prof. YJ. Guo, Cleveland, USA). Vor dem Hintergrund, dass die bisher in der immunhistologischen Routine der Melanomdiagnostik verwendeten Antikörper anti-S100 und HMB-45 Defizite hinsichtlich Spezifität und Sensitivität aufweisen und dadurch einige Metastasen der sicheren Diagnostik mit Hilfe der Immunhistologie entgehen, sollte der neue monoklonale Antikörper SM5-1 untersucht und charakterisiert werden.
Zur Analyse der Immunreaktivität des Antikörpers SM5-1 wurden an unterschiedlichen normalen humanen Geweben, Nävi, nicht-melanozytären Tumoren sowie zwei Melanomstichproben unterschiedlicher Größe eine Reihe von Experimenten durchgeführt. Stichprobe I umfasst 250 primäre und 151 metastasierte Melanome und Stichprobe II beinhaltet 101 primäre sowie 243 metastasierte Melanome, so dass insgesamt 745 Melanomproben untersucht wurden.
Im Rahmen der immunhistochemischen Charakterisierung des Antikörpers SM5-1 sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  1. Wie sieht das Färbespektrum des Antikörpers SM5-1 aus? Ist er spezifisch für Melanome oder färbt er auch andere Gewebe wie Nävi, nicht-melanozytäre Neoplasien und normale Gewebe?
  2. Wie hoch ist die Sensitivität des Antikörpers SM5-1 bei primären und metastasierten Melanomen? Wie verhält sich diese im Vergleich mit den in der Diagnostik häufig verwendeten Antikörpern anti-S100 und HMB-45?
  3. Wie verhält sich die Antigenexpression des Antikörpers SM5-1 an primären Melanomen und dessen Metastasen im Vergleich zur Expression von Melan-A/MART-1 und Tyrosinase?
  4. Welchen Wert hat der Antikörper SM5-1 für die Melanommetastasendiagnostik? Erkennt dieser Antikörper Metastasen, welche für die gebräuchlichen Antikörper negativ sind?[Seite 13↓]
  5. Wie sieht das Färbeverhalten des monoklonalen Antikörpers SM5-1 innerhalb einer Tumorzellpopulation aus? Werden von ihm alle Tumorzellen erkannt bzw. welcher Prozentsatz wird markiert? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es in der Expression von SM5-1 mit der von Melan-A/MART-1 bzw. von Tyrosinase?
  6. Wie sind die Färbeintensitäten von SM5-1 an primären und metastasierten Melanomen im Vergleich zu Melan-A/MART-1 und Tyrosinase?
  7. Gibt es einen konkordanten Verlust mehrerer Antigene bei primären und metastasierten Melanomen?


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22.10.2004