Zusammenfassung

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  1. Eine Beeinflussung der Aktivität der humanen neutrophilen Elastase durch wässrige und Dichlormethan-Extrakte von 15 Basidiomyceten konnte festgestellt werden.
  2. Nach Auswertung des Screenings bzw. der bereits aus der Diplomarbeit bekannten Daten hinsichtlich einer Beeinflussung der humanen neutrophilen Elastase bzw. der Clostridium histolyticum Kollagenase durch Basidiomyceten-Extrakte wurden die Dichlormethan-Extrakte von Heterobasidion annosum (Fr.) Bref. und Lactarius deterrimus Grög. genauer untersucht. Durch aktivitätsgeleitete Fraktionierung konnten Fraktionen freier langkettiger Fettsäuren als ein wirksames Prinzip isoliert werden.
  3. Der qualitative und quantitative Nachweis der Fettsäuren in den Extrakten und Fraktionen erfolgte mittels GC-MS.
  4. Das Screening von 17 freien langkettigen Fettsäuren hinsichtlich einer Beeinflussung der Clostridium histolyticum Kollagenase zeigte als aktivste Verbindungen Palmitin- (C16:0), Heptadecan- (C17:0), Stearin- (C18:0) und Nonadecansäure (C19:0) mit IC50-Werten von 20-45µM. Diese gesättigten Fettsäuren zeigten eine erheblich stärkere Hemmwirkung als ihre ungesättigten Homologa. In der Literatur ist ein Einfluss freier Fettsäuren auf die Aktivität der Clostridium histolyticum Kollagenase bisher nicht beschrieben worden.
  5. Beim Screening von 17 freien langkettigen Fettsäuren hinsichtlich der Beeinflussung der humanen neutrophilen Elastase ergab sich, dass die einfach ungesättigten Fettsäuren eine stärkere Hemmaktivität als ihre gesättigten und mehrfach ungesättigten Homologa zeigten. So wurde für Ölsäure (C18:1 cis-9) eine IC50 von 5µM bestimmt, die IC50-Werte für Stearin-(C18:0) und Linolsäure (C18:2 cis-9,12) lagen bei 10µM bzw. für α-Linolensäure (C18:3 cis-9,12,15) und γ-Linolensäure (C18:3 cis-6,9,12) bei 15µM. Die inhibitorisch am stärksten wirksame Verbindung war die Erucasäure (C22:1 cis-13) mit einer IC50 von 450nM. Die Beeinflussung der Elastase-Aktivität durch freie langkettige Fettsäuren war in der Literatur bereits bekannt. Unsere Untersuchungen unterstützten und erweiterten die Ergebnisse früherer Publikationen.
  6. Die Untersuchungen von 9 ausgewählten Fettsäuren bezüglich einer Beeinflussung der Aktivität der Matrix-Metalloproteinase 9 zeigten als die inhibitorisch aktivsten Verbindungen die Palmitolein-, die α-Linolen- und die γ-Linolensäure. Die inhibitorisch wirksamen Konzentrationen waren mit 250µM (bei 50µM sehr geringe Hemmung) sehr groß. Die Beeinflussung der MMP-9-Aktivität war in der Literatur bereits bekannt, wobei unsere Untersuchungen diese Ergebnisse erweiterten.
  7. Zytotoxizitätsuntersuchungen der Extrakte von Heterobasidion annosum (Fr.) Bref. und Lactarius deterrimus Grög. sowie der freien Fettsäuren wurden an der Zelllinie ECV-304 durchgeführt.
  8. Untersuchungen zur Proteaseaktivität der Zelllinien ECV-304, MCF-7 und MDA-MB 231 wurden durchgeführt. Die Proteaseaktivität der Zelllinien nahm unter den gegebenen Versuchsbedingungen in der Reihenfolge ECV-304 < MCF-7 < MDA-MB 231 zu. Ein Zusatz von 140µM APMA bzw. 2mM 1.10-Phenanthrolin zum Überstand der Zellen zeigte keine Beeinflussung der Proteaseaktivität. Ein Zusatz von 1mM 1.10-Phenanthrolin bzw. 50µM EDTA direkt auf die Zellen führte zu einer Abnahme der Proteaseaktivität, es konnte jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass dieser Effekt auf eine Zellschädigung zurückzuführen war. Die einzig untersuchte Fettsäure γ-Linolensäure zeigte keine reproduzierbare Beeinflussung der Proteaseaktivität.


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10.11.2006