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4.  Ergebnisse

4.1. Herzgewichte und hämodynamische Messungen

4.1.1. Herzgewichte der Shunt-operierten Tiere

Die Organe wurden 30 Tage nach der Shuntinduktion entnommen und gewogen (siehe Tabelle 4).

Tabelle 4: Herzgewichte von Kontrolltieren und Tieren mit kleinem und großem Shunt (KG = Körpergewicht, HG = Herzgewicht, RA = rechtsatriales Gewicht, LA = linksatriales Gewicht, RV = rechtsventrikuläres Gewicht, LV = linksventrikuläres Gewicht. ** p<0,01 vs. Kontrolle; ## p< 0,01 vs. kleiner Shunt)

 

Kontrolle

Kleiner Shunt

Großer Shunt

Relatives HGW (mg/g KG)

2.99 ± 0.06

4.52 ± 0.14**

5.92 ± 0.25**/##

Relatives RA-Gewicht (mg/g KG)

0.103 ± 0.006

0.204 ± 0.014**

0.405 ± 0.034**/##

Relatives LA-Gewicht (mg/g KG)

0.093 ± 0.007

0.176 ± 0.016**

0.235 ± 0.009**/##

Relatives RV-Gewicht (mg/g KG)

0.493 ± 0.017

0.759 ± 0.035**

1.131 ± 0.091**/##

Relatives LV-Gewicht (mg/g KG)

1.530 ± 0.065

2.263 ± 0.085**

2.808 ± 0.121**/##

Bei Tieren mit kleinem Shunt waren die relativen Herzgewichte und die Gewichte aller vier Herzkammern im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant höher. Tiere mit großem Shunt zeigten sowohl gegenüber der Kontrollgruppe, als auch gegenüber der Gruppe mit kleinem Shunt eine deutliche Zunahme der relativen Herzgewichte und der relativen Gewichte aller Herzkammern.


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4.1.2.  Hämodynamische Parameter der Shunt-operierten Tiere

Zur hämodynamischen Charakterisierung des kleinen und großen aortokavalen Shunts der Ratte als experimentelles Modell der kardialen Hypertrophie bzw. Herzinsuffizienz unterschiedlichen Schweregrades wurde 30 Tage nach Induktion des Shunts mittlerer arterieller Druck, Herzfrequenz, zentraler Venendruck, linksventrikulärer enddiastolischer Druck und linksventrikuläre Kontraktilität bei Kontrolltieren sowie Tieren mit kleinem und großem Shunt gemessen und verglichen (siehe Tabelle 5).

Tabelle 5: Hämodynamische Parameter bei Kontrolltieren und Tieren mit kleinem und großem Shunt (MAP = mittlerer arterieller Druck, HF = Herzfrequenz, ZVD = zentraler Venendruck, LVEDP = linksventrikulärer enddiastolischer Druck, dP/dtmax = linksventrikuläre Kontraktilität. ∗ p<0,05, ∗∗ p<0,01 vs. Kontrolle; # p< 0,05, ## p< 0,01 vs. kleiner Shunt)

 

Kontrolle

Kleiner Shunt

Großer Shunt

MAD (mmHg)

92.08 ± 1.06

72.78 ± 2.13∗∗

60.25 ± 2.67∗∗/##

Herzfrequenz (min-1)

433.3 ± 9.3

454.1 ± 9.2

394.5 ± 16.6∗/##

ZVD (mmHg)

1.60 ± 0.41

5.75 ± 0.79∗∗

6.07 ± 0.49∗∗

LVEDP (mmHg)

7.96 ± 1.06

13.39 ± 1.85∗

16.25 ± 1.36∗∗

dP/dt max(mmHg/s)

4818 ± 186

4166 ± 259

3737 ± 254∗∗

Tiere mit kleinem Shunt hatten niedrigere mittlere arterielle Drücke als Kontrolltiere. Bei Tieren mit großem Shunt war der mittlere arterielle Druck sowohl gegenüber der Kontrollgruppe als auch den Tieren mit kleinem Shunt erniedrigt. Tiere mit großem Shunt hatten eine niedrigere Herzfrequenz als Kontrolltiere und Tieren mit kleinem Shunt. Der zentrale Venendruck nahm bei Tieren mit kleinem Shunt und großem Shunt im Vergleich zur Kontrollgruppe zu. Erhöhte linksventrikuläre enddiastolische Drücke (LVEDP) und eine verminderte linksventrikuläre Kontraktilität als Zeichen einer Herzinsuffizienz zeigten Tiere mit großem Shunt gegenüber Kontrolltieren. Tiere mit kleinem Shunt hatten zwar einen höheren LVEDP als Kontrolltiere, die Kontraktilität war allerdings nicht erniedrigt.


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4.1.3.  Herzgewichte der Infarkttiere

Die Organe wurden 30 Tage nach Ligation der LAD entnommen und gewogen (siehe Tabelle 6).

Tabelle 6: Herzgewichte von Kontrolltieren und Tieren mit Infarkt (KG = Körpergewicht, HG = Herzgewicht, RA = rechtsatriales Gewicht, LA = linksatriales Gewicht, RV = rechtsventrikuläres Gewicht, LV = linksventrikuläres Gewicht.∗∗ <0,01 vs. Kontrolle)

 

Kontrolle

Infarkt

Relatives HGW (mg/g KG)

2.60 ± 0.05

3.41 ± 0.19∗∗

Relatives RA-Gewicht (mg/g KG)

0.104 ± 0.004

0.178 ± 0.021∗∗

Relatives LA-Gewicht (mg/g KG)

0.070 ± 0.003

0.178 ± 0.030∗∗

Relatives RV-Gewicht (mg/g KG)

0.474 ± 0.010

0.745 ± 0.091∗∗

Relatives LV-Gewicht (mg/g KG)

1.249 ± 0.030

1.298 ± 0.046

Das relative Herzgewicht der Infarkttiere war gegenüber Kontrolltieren erhöht. Dabei kam es im Einzelnen zu einer Zunahme der relativen Gewichte beider Vorhöfe und des rechten Ventrikels. Das relative Gewicht des linken Ventrikels blieb dagegen unverändert.

4.1.4. Hämodynamische Parameter der Infarkttiere

Zur hämodynamischen Charakterisierung des Infarkts als ein weiteres experimentelles Modell der Herzinsuffizienz wurden mittlerer arterieller Druck, Herzfrequenz, zentraler Venendruck, linksventrikulärer enddiastolischer Druck und linksventrikuläre Kontraktilität zwischen Kontrolltieren und Tieren mit Ligation der LAD gemessen (siehe Tabelle 7).


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Tabelle 7: Hämodynamische Parameter bei Kontrolltieren und Tieren mit Infarkt (MAP = mittlerer arterieller Druck, HF = Herzfrequenz, ZVD = zentraler Venendruck, LVEDP = linksventrikulärer enddiastolischer Druck, dP/dtmax = linksventrikuläre Kontraktilität. ∗p<0,05 vs. Kontrolle, ∗∗ p<0,01 vs. Kontrolle)

 

Kontrolle

Infarkt

MAD (mmHg)

85.23 ± 3.67

86.40 ± 2.13

Herzfrequenz (min-1)

431.6 ± 9.76

460.6 ± 7.0∗

ZVD (mmHg)

0.04 ± 0.33

0.69 ± 0.38

LVEDP (mmHg)

19.58 ± 1.21

26.79 ± 1.39∗∗

dP/dt max (mmHg/s)

6000 ± 426

5135 ± 284

Der mittlere arterielle Druck blieb bei Infarkttieren gegenüber Kontrolltieren unverändert. Infarkttiere hatten im Vergleich zu Kontrolltieren eine höhere Herzfrequenz. Der zentrale Venendruck blieb unverändert. Der linksventrikuläre enddiastolische Druck der Infarkttiere war gegenüber Kontrolltieren erhöht, die linksventrikuläre Kontraktilität tendenziell erniedrigt (p=0,09).

4.1.5. Infarktgröße

Die Infarktgröße wurde planimetrisch 30 Tage nach der Operation bestimmt. Hierzu wurden linker Ventrikel und Infarktnarbe auf Millimeterpapier übertragen und die Flächen bestimmt. Die mittlere Infarktgröße betrug 35,3±3,4% des linken Ventrikels.


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4.2.  Linksventrikuläre mRNA-Expression des Hypertrophiemarkers ANP in den verschiedenen Tiermodellen

4.2.1. ANP-mRNA-Expression im kleinen und großen Shunt

Die linksventrikuläre mRNA-Expression von ANP, als Marker für Hypertrophie und Herzinsuffizienz, war in Tieren mit kleinem und großem Shunt im Vergleich zu Sham-operierten Tieren signifikant erhöht. Die mit dem RPA gemessenen Werte betrugen: Kontrolle 100,0±7,0%, kleiner Shunt 150,4±11,5% der Kontrolle (p<0,01 vs. Kontrolle), großer Shunt 157,9±10,4% der Kontrolle (p<0,01 vs. Kontrolle). Die TaqManTM-PCR ergab ein vergleichbares Expressionsprofil: Kontrolle 100,0±22.4%; kleiner Shunt 349,1±61,8% der Kontrolle (p<0,01 vs. Kontrolle), großer Shunt 4341.8±525.1% der Kontrolle (p<0.01 vs. Kontrolle und kleiner Shunt; siehe Abbildung 16).

Abbildung 16: Linksventrikuläre ANP-mRNA-Expression in Tieren mit kleinem und großem Shunt (** p<0,01 vs. Kontrolle, ##p<0.01 vs. kleiner Shunt)

4.2.2. ANP-mRNA-Expression beim Infarkt

Wie im kleinen und großen Shunt kam es auch bei Infarkttieren zu einer signifikanten Zunahme der linksventrikulären ANP-mRNA-Expression im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die mit dem RPA gemessenen Werte betrugen: Kontrolle 100,0±4,6%, Infarkt 141,6±6,0% der Kontrolle; p<0,01 vs. Kontrolle).


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Die TaqManTM-PCR ergab: Kontrolle 100,0±16,0%, Infarkt 674,1±95,2% der Kontrolle; p<0,01 vs. Kontrolle; siehe Abbildung 17).

Abbildung 17: Linksventrikuläre ANP-mRNA-Expression im Infarktmodell (** p<0,01 vs. Kontrolle)

4.3. Linksventrikuläre mRNA-Expression der Housekeeping-Gene in den verschiedenen Tiermodellen

4.3.1. GAPDH-mRNA-Expression im kleinen und großen Shunt

Sowohl RPA als auch TaqManTM-PCR zeigten keine signifikanten Unterschiede in der linksventrikulären GAPDH-mRNA-Expression von Tieren mit kleinem und großem Shunt im Vergleich zur Kontrollgruppe (RPA: Kontrolle 100,0±7,6%, kleiner Shunt 105,1±7,4% der Kontrolle, großer Shunt 105,2±6,8% der Kontrolle; TaqManTM-PCR: Kontrolle 100,0±3,9%, kleiner Shunt 114,5±18,7% der Kontrolle, großer Shunt 133,6±19,1% der Kontrolle; siehe Abbildung 18).


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Abbildung 18: Linksventrikuläre GAPDH-mRNA-Expression in Tieren mit kleinem und großem Shunt

4.3.2. GAPDH-mRNA-Expression beim Infarkt

Im RPA zeigte sich eine im Vergleich zur Kontrollgruppe unveränderte linksventrikuläre GAPDH-mRNA-Expression der Infarkttiere (Kontrolle 100,0±4,3%, Infarkt 88,4±3,7% der Kontrolle), wogegen sich bei der TaqManTM-PCR signifikant erniedrigte Werte für die GAPDH-mRNA-Expression in der Infarkttiere ergaben (Kontrolle 100,0±9,1%, Infarkt 64,2±6,2% der Kontrolle; p<0,01 vs. Kontrolle; siehe Abbildung 19).

Abbildung 19: Linksventrikuläre GAPDH-mRNA-Expression im Infarktmodell (** p<0,01 vs. Kontrolle)


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4.3.3.  Cyclophilin-mRNA-Expression im kleinen und großen Shunt

Im RPA zeigte sich in der Gruppe des kleinen und des großern Shunt eine unveränderte linksventrikuläre Expression der Cyclophilin-mRNA im Vergleich zur Kontrollgruppe (Kontrolle 100,0±7,9%, kleiner Shunt 96,4±11,5% der Kontrolle, großer Shunt 112,9±4,9% der Kontrolle). Bei der TaqManTM-PCR wurden dagegen signifikant erhöhte Expressionswerte bei Tieren mit großen Shunt im Vergleich zu Kontrolltieren gemessen (Kontrolle 100,0±7,6%, kleiner Shunt 110,7±8,0% der Kontrolle, großer Shunt166,8±19,29% der Kontrolle; p<0,01 vs. Kontrolle; siehe Abbildung 20).

Abbildung 20: Linksventrikuläre Cyclophilin-mRNA-Expression in Tieren mit kleinem und großem Shunt (** p<0,01 vs. Kontrolle, ##p<0.01 vs. kleiner Shunt)

4.3.4. Cyclophilin-mRNA-Expression beim Infarkt

Die linksventrikuläre Cyclophilin-mRNA-Expression in der Infarktgruppe war unverändert im Vergleich zur Kontrollgruppe (RPA: Kontrolle 100,0±10,5%, Infarkt 95,7±13,8% der Kontrolle; TaqManTM-PCR: Kontrolle 100,0±14,3%, Infarkt 80,0±9,4% der Kontrolle; siehe Abbildung 21).


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Abbildung 21: Linksventrikuläre Cyclophilin-mRNA-Expression im Infarktmodell

4.3.5. PBGD-mRNA-Expression im kleinen und großen Shunt

Sowohl RPA als auch TaqManTM-PCR zeigten keinen signifikanten Unterschied in der linksventrikulären PBGD-mRNA-Expression beider Shuntgruppen im Vergleich zur Kontrolle (RPA: Kontrolle 100,0±8,6%, kleiner Shunt 81,9±6,3% der Kontrolle, großer Shunt 83,7±4,7% der Kontrolle; TaqManTM-PCR: Kontrolle 100,0±5,6%, kleiner Shunt 109,2±14,4% der Kontrolle, großer Shunt 116,8±7,1% der Kontrolle; siehe Abbildung 22).

Abbildung 22: Linksventrikuläre PBGD-mRNA-Expression in Tieren mit kleinem und großem Shunt


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4.3.6.  PBGD-mRNA-Expression beim Infarkt

Beim RPA war die linksventrikuläre PBGD-mRNA-Expression der Infarkttiere unverändert gegenüber Kontrolltieren (Kontrolle 100,0±9,7%, Infarkt 79,8±9,7% der Kontrolle). Dagegen ergab die TaqManTM-PCR eine signifikant erniedrigte PBGD-mRNA-Expression in Infarkttieren im Vergleich zu Kontrolltieren (Kontrolle 100,0±5,9%, Infarkt 62,8±6,3% der Kontrolle; p<0,01 vs. Kontrolle; siehe Abbildung 23).

Abbildung 23: Linksventrikuläre PBGD-mRNA-Expression im Infarktmodell(** p<0,01 vs. Kontrolle)

4.3.7. 18SrRNA-Expression im kleinen und großen Shunt

RPA und TaqManTM-PCR ergaben keinen Unterschied in der linksventrikulären 18SrRNA-Expression im kleinen und großen Shunt verglichen mit Kontrolltieren (RPA: Kontrolle 100,0±4,8%, kleiner Shunt 110,7±8,2% der Kontrolle, großer Shunt 104,4±8,9% der Kontrolle; TaqManTM-PCR: Kontrolle 100,0±17,7%, kleiner Shunt 100,5±18,1% der Kontrolle, großer Shunt 109,7±15,8% der Kontrolle; siehe Abbildung 24).


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Abbildung 24: Linksventrikuläre 18SrRNA-Expression in Tieren mit kleinem und großem Shunt

4.3.8. 18SrRNA-Expression beim Infarkt

Auch Infarkttiere zeigten weder beim RPA noch in der TaqManTM-PCR signifikante Unterschiede in der linksventrikulären 18SrRNA-Expression der Infarkttiere gegenüber Kontrolltieren (RPA: Kontrolle 100,0±13,1%, Infarkt 107,5±12,0% der Kontrolle; TaqManTM-PCR: Kontrolle 100,0±6,4%, Infarkt 122,7±13,0% der Kontrolle; siehe Abbildung 25).

Abbildung 25: Linksventrikuläre 18SrRNA-Expression im Infarktmodell


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HTML-Version erstellt am:
10.03.2005