2 Problemstellung

↓3

In dieser Arbeit sollten die beiden Membranen Kornea und Mukosa hinsichtlich ihrer Permeabilität für den lipophilen Arzneistoff Androstendion (AD) verglichen werden. Für AD, das sowohl zur ophthalmologischen Anwendung [8, 9] als auch für die nasale Applikation mit systemischer Wirkung von Interesse ist [ 10], lagen bereits Untersuchungen in der Arbeitsgruppe vor [74], die als Basis dienten. Zur Durchführung dieser vergleichenden In-vitro-Studien war ein Permeationsmodell erforderlich, das das Fixieren sowohl der dünnen, planen Nasenschleimhaut als auch der relativ dicken, konkaven Kornea sowie das Arbeiten unter identischen Versuchsbedingungen gestattete. Es konnte von einem für die Kornea etablierten Modell [11] ausgegangen werden.

↓4

Neben der gepufferten Arzneistofflösung sollten zwei entwickelte wasserkontinuierliche, nicht-ionische Mikroemulsionen (ME) und ihre Einzelkomponenten als Trägerformulierungen bei den Permeationsstudien im Vordergrund stehen. Dazu war die physikalisch-chemische Charakterisierung dieser Systeme Voraussetzung. Darüber hinaus war ein ME-System mit einem kationischen Kotensid zu entwickeln, zu charakterisieren und in die Untersuchungen einzubeziehen. Um auch den „hydrophilen Permeationsweg“ zu testen, sollte parallel Fluorescein-Na (FSC) als hydrophile Modellsubstanz einbezogen werden.

Da beide Membranen aufgrund ihres differenzierten Aufbaus ein unterschiedliches Verteilungsverhalten des lipophilen AD zwischen Donatorlösung und Membran erwarten ließen und darüber hinaus eine beachtliche enzymatische Barriere darstellen [ 12, 13], sollten in einem weiteren Versuchsblock die Penetrationsrate und parallel dazu der metabolische Abbau, den AD während des Membrandurchtritts erfahren kann, untersucht werden. Bei diesen Experimenten waren der Einfluss der ME und ihrer Bestandteile auf das Verteilungsverhalten sowie auf eine Metabolisierung von besonderem Interesse.

Zur Charakterisierung der systemischen Verfügbarkeit von AD nach nasaler Applikation waren im Anschluss an die Permeations- und Penetrationsversuche In-vivo-Studien an Kaninchen durchzuführen.

↓5

Um schließlich die Verhältnisse am Auge bzw. den mehrschichtigen Tränenfilm hinsichtlich einer Applikation der ME-Systeme modellhaft zu simulieren, sollten biophysikalische Untersuchungen in einem Langmuir-Trog mit Meibom’schen Drüsensekret als Oberflächenfilm durchgeführt werden, die über mögliche Interaktionen der Formulierungen bzw. ihrer Bestandteile mit der Tränenlipidschicht des Auges Auskunft geben sollten.


© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
DiML DTD Version 4.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
08.11.2005