| Rompola, Eirini: Effektivität von Schmelzmatrixproteinen in der chirurgischen Behandlung von gingivalen Rezessionen |
Es wurde eine doppel-blinde, placebo-kontrollierte und randomisierte Studie mit Split-mouth-Design durchgeführt.
Der Test war longitudinal und intraindividuel mit einer Dauer von 12 Monaten. 22 Patienten (12 Frauen und 10 Männer) mit einen durchschnittlichen Alter von 39 Jahren (24-64J.) nahmen an der Studie teil.
Die Patienten kamen in die Klinik für die Behandlung bukkaler Rezessionsdefekte, die eine Hypersensitivität zeigten oder ein ästhetisches Problem darstellten.
Die Patienten wurden nach bestimmten Einschluß- bzw Ausschlußkriterien ausgewählt. Diese Kriterien waren:
Einschlußkriterien
3 mm
30
Ausschlußkriterien
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Jeder Patient, der an der Studie teilnahm, bekam eine Patientennummer. Erst wenn die erste Operationsseite (linke Seite) präpariert war, wurde ein Umschlag mit der entsprechenden Nummer geöffnet, der den Randomisierungscode enthielt. Der Randomisierungscode wurde nach Patientennummer vor Beginn der Studie von einem unabhänigen Statistiker erstellt. So wurde die Behandlungsmodalität der zwei Seiten festgelegt.
EMDOGAIN® (BIORA AB, Malmö, Schweden) wurde als Testpräparat benutzt. Es enthält als aktiven Bestandteil Schmelzmatrixderivate und ist in steriler, resorbierbarer, implantierbarer und lyophilisierter Form verfügbar. 30 mg (per vial) Schmelzmatrixderivate werden mit 1 ml steriler wäßriger Lösung von Propylenglycolalginat (BIORA AB, Malmö, Sweden) vermischt. EMDOGAIN® wurde 15 min vor der Operation nach Packungsanleitung präpariert. Die Trägersubstanz, das PGA, wurde als Placebo benutzt.
Abb. 3.1: Das Produkt EMDOGAIN®

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Der Behandlungsplan wird in der Abb. 3.2 schematisch dargestellt
Nach einer Screening-Sitzung nahmen alle ausgesuchten Teilnehmer an einer
Prophylaxe-Sitzung teil, wo sie professionelle Zahnreinigung mittels eines Gummikelches und Scaling und Wurzelglättung erhielten. Mundhygiene-Indizes wurden erhoben und die Patienten wurden instruiert, mit der modifizierten Bass- Methode zu putzen, um eine mechanische Traumatisierung durch die Zahnbürste zu vermeiden. Die operative Deckung wurde so lange verzögert, bis der Patient einen adäquaten supragingivalen Plaquekotroll-Standard aufwies: (API
25%, PBI
15).
Bei der Baseline-Sitzung und 12 Monate nach der operativen Deckung wurden
alle klinischen Parameter erhoben
Die Deckung wurde bei allen Patienten an beiden Zähnen (kontralaterale
Quadranten desselben Kiefers) während der gleichen operativen Sitzung vorgenommen. Die Deckung der zweiten Seite wurde erst vorgenommen, wenn die Behandlung der ersten Seite (immer linke Patientenseite) komplett abschlossen war. Der Patient spülte nach den Eingriff für drei Wochen mit einer 0.12% Chlorhexidindigluconat-Lösung (Eaton 1997). Das Zähneputzen wurde im operierten Bereich für die gleiche Zeitdauer eingestellt. Zusätzlich wurden die Patienten instruiert, exzessive Muskelspannungen, Kaubelastung und Trauma in diesem Bereich zu vermeiden. Es wurde Ibuprofen als Analgetikum verschrieben (Optalidon® 200), das nach Bedarf eingenommen werden sollte. Antibiose wurde nur dann verschrieben wenn postoperative Komplikationen (Wundinfektionen, Abszesse oder ausgeprägte Hämatome) auftraten. Eine Woche postoperativ wurden die Nähte entfernt und eine professionelle Zahnreinigung vorgenommen. Dabei wurde als einziger klinische Parameter die Rezessionstiefe gemessen. Der Patient wurde über die Dauer und die Intensität der Nachblutung und des Schmerzes, sowie über den Ausmaß der Schwellung befragt.
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Drei Wochen nach der OP wurde professionelle Zahnreinigung vorgenommen. Der Patient wurde motiviert und reinstruiert. Dem Patienten wurde erlaubt, seine Zahnreinigung im operierten Bereich wieder aufzunehmen, allerdings nur mit einer sehr weichen Zahnbürste (INAWA 7/100 postopertoire). Als einziger klinischer Parameter wurde die Rezessionstiefe erhoben.Es folgten Recallsitzungen alle 3 Monate, bei denen die Zähne professionell gereinigt wurden. Zu Beginn des 3. postoperativen Monat wurden folgende klinische Parameter gemessen: der Mundhygienestatus, die gingivale Kondition, die Rezessionstiefe. Am 6. postoperativen Monat wurden alle klinische Parameter mit Ausnahme von der Knochensondierung gemessen
In der Abschlußsitzung, die 12 Monate nach der Operation stattfand, wurden alle klinischen Parameter erfaßt.
In jeder Sitzung wurden für Vergleichs- und Dokumentationszwecken Fotos der klinischen Situation angefertigt. Dazu wurde eine spezielle Fotoschiene benutzt, um möglichst die Aufnahmerichtung reproduzierbar zu machen. Die Patienten wurden über eventuelle Zwischenfälle befragt.
Test- und Kontrollzahn wurden in der gleichen Sitzung behandelt.
Test-Zahn
Die Deckungsmethode war die koronale Verschiebeplastik wie sie von Bernimoulin et al. 1975 beschrieben wurde. Die freiliegende Wurzeloberfläche wurde mit einem Gummikelch und Polierpaste gesäubert. Das Operationsgebiet wurde mit Articain®-UDS-forte anästhesiert. Es wurde eine bukkale marginale Inzision durchgeführt und so weit wie nötig in der Papillenregion mesial und distal extendiert, ohne jedoch die ganze Papille miteinzubeziehen. Es folgten zwei vertikale Entlastungsinzisionen (mesial und distal) vorgenommen, die über die mukogingivale Grenze reichten.
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Abb.3.3: Marginale Inzision mit vertikaler Entlastung

Ein Mukoperiostlappen wurde daraufhin mobilisiert. Mit einer unterstützenden Periostschlitzung wurde die Spannung am Lappen eliminiert und er konnte somit koronal positioniert werden. Die Papillen wurden deepitelialisiert. Wenn sich Reste parodontalen Ligament koronal der Alveolarrandes befand, wurde dieses geschützt.
Abb. 3.4: Mobilisation eines Mukoperiostlappens

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Die exponierte Wurzeloberfläche wurde unter Schonung der PDL-Zellen der angrenzenden Wurzelbereiche mit einem Handinstrument geglättet und mit EDTA-Gel (steril 24%, pH 6,7) konditioniert. Nach 2 sec wurde das EDTA-Gel unter Spülung mit steriler physiologischer Kochsalzlösung entfernt und somit auch der Smearlayer.Abb. 3.5: Glättung der Wurzeloberfläche und EDTA Applikation

Nach der Biomodifikation wurde EMDOGAIN® mit einer stumpfen Kanüle unter Vermeidung der Blut- und Speichelkontamination auf die gereinigte Wurzeloberfläche appliziert
Abb.3.6: Applikation von EMDOGAIN®

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Anschließend wurde der Lappen bis zur SZG repositioniert und mit atraumatischen resorbierbaren Nähten fixiert.(Monocryl 4/0 Ethicon®, Norderstedt, Germany).Abb. 3.7: Fixierung des Lappens nach koronal

Kontrollzahn
Die Prozedur war identisch mit der Ausnahme, dass an Stelle des Test-Präparates (EMDOGAIN®) das PGA Vehikelgel als Placebo benutzt wurde
Der Mundhygienestatus wurde nach den Kriterien des API (Lange 1977)
und der mod. PLI (Löe 1967) erfaßt
Die Gingivale Kondition wurde nach den Kriterien des PBI (Saxer & Muhlemann 1975) und GI erfaßt (Löe 1967)
Für die Messung der Sondierungstiefen wurde eine elektronisch Druck-kontrollierte Sonde (Florida Probe, Gainesville, Florida, USA), (Khocht & Chang 1998) benutzt.
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Der Abstand zwischen dem marginalen Gingivarand und dem Taschenboden wurde gemessen.Das Attachmentniveau wurde als der Abstand zwischen einem fixen Referenzpunkt am Zahn (= Schmelzzementgrenze) und dem Taschenboden, mit der gleichen Sonde wie die Sondierungstiefen gemessen
Das approximale Attachmentniveau wurde von der SZG am distalen und
mesialen Aspekt des Zahnes mit einer parodontalen Sonde gemessen
(UNC15, Hu Friedy)
Die Rezessiontiefe wurde mit einer Schublehre, als der Abstand zwischen SZG und Rand der marginalen Gingiva, gemessen
Die Breite der keratinisierten Gingiva wurde mit einer parodontalen Sonde gemessen (UNC 15). Die mucogingivale Grenze wurde funktionell durch passive Bewegungen der Lippe und Wange, sowie anatomisch durch Farbe und Stippelung lokalisiert. Eine histochemische Lokalisierung mit der Schiller`schen Jodlösung wurde nicht vorgenommen (Bernimoulin & Son 1971).
Die Hypersensitivität wurde mit Luftstimulation für 3 sec. gemessen wobei die Nachbarzähne isoliert wurden. Sie wurde registriert als keine, moderate oder schwere Sensibilität je nach subjektiven Empfinden des Patienten.
Knochensondierung wurde nur in der Baselinesitzung und in der Abschlußsitzung nach 12 Monate vorgenommen. Dabei wurde mittels einer parodontalen Sonde (UNC 15) der Abstand des alveolären Knochenrandes vom Referenzpunkt gemessen (Greenberg et al. 1976).
Der Alveolarknochenlevel wurde während der Operation als der Abstand zwischen der SZG und des Knochenrandes mit einer parodontalen Sonde
(UNC 15) gemessen.
Die neue Position des marginalen Randes der Gingiva nach der Reposition wurde von dem Referenzpunkt aus mit einer parodontalen Sonde (UNC15) gemessen.
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Die klinische Parameter sind schematisch in der Abb. 3.8 aufgeführt
Abb. 3.8: Messung der klinische Parameter

RB= Rezessionsbreite, MGG= Mukogingivale Grenze, RT= Rezessionstiefe SZG= Schmelzzementgrenze, KG= keratinisierte Gingiva BS= Bone sounding (Knochensondierung), ST= Sondierungstiefe
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Die statistische Analyse wurde mit Hilfe des Statistikprogrammes SPSS für Windows durchgeführt. Für die Verteilung der Werte wurden jeweils der Mittelwert und die Standardabweichung angegeben.
Für die Auswertung signifikanter Unterschiede bei den klinischen Parametern zwischen Kontroll- und Testgruppe wurde der Wilcoxon Test für nichtparametrische Tests verwendet. P-Werte kleiner als 0.05 wurden als signifikant angesehen.
Die primäre Variable für die Wirksamkeit des EMDOGAIN® ist die absolute Änderung der Rezessionstiefe. Sekundäre Variablen sind absolute Änderungen des Attachmentniveau, der Sondierungstiefe, der Rezessionsbreite und der Breite der keratinisierten Gingiva.
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