Rompola, Eirini: Effektivität von Schmelzmatrixproteinen in der chirurgischen Behandlung von gingivalen Rezessionen

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Kapitel 4. Ergebnisse

A. Beschreibung der Probanden

An der Untersuchung nahmen 22 Patienten teil. Es waren 10 männliche und 12 weibliche Probanten. Das Durchnittsalter war 39 Jahre, der jüngste Patient war 24 und der älteste 64 Jahre alt. In der Altersgruppe zwischen 35-45 Jahren fanden sich deutlich mehr männliche als weibliche Probanden und in der Altersgruppe zwischen 45-65 Jahren war es genau umgekehrt.

Die folgende Tabelle zeigt die Alters- und Geschlechtsverteilung des Patientenguts.

Tab. 4.1: Alters- und Geschlechtsverteilung der Probanden

Altersgruppe in Jahre

Geschlecht

Gesamt

weiblich

männlich

20 - 35

35 - 45

45 - 65

Gesamt

3

2

7

12

3

5

2

10

6

7

9

22

Bei jedem Probanden wurden 2 Zähne des gleichen Zahntypes im jeweils kontralateralen Quadranten des gleichen Kiefers behandelt. Der eine war Test-, der andere Kontrollzahn. Die Verteilung der Zähne nach Kiefern ist in der folgenden Tabelle und im folgenden Diagramm dargestellt. Die am häufigsten wurden Oberkiefer Eckzähne behandelt, es folgen Unterkiefer Eckzähne, Unterkiefer Prämolaren und Oberkiefer Prämolaren.


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Tab. 4.2: Zahnkollektiv

 

ZAHNTYP

Kiefer

13

23

14

24

33

43

44

34

Gesamt

Oberkiefer Anzahl

% der Gesamtzahl

13

63,6

13

63,6

1

4,5

1

4,5

 

 

 

 

28

(63,6%)

Unterkiefer Anzahl

% der Gesamtzahl

 

 

 

 

6

27,2

6

27,2

2

9,0

2

9,0

16

(36,4%)

Raucher die weniger als zehn Zigaretten pro Tag rauchten wurden nicht von der Studie ausgeschlossen. Unter den Patienten befanden sich drei Raucher.

B. Klinische Messwerte

Rezessionstiefe

Die mittlere initiale Rezessionstiefe in der Kontrollseite (KVL+Placebo) betrug 4,4 mm und in der Testseite (KVL+EMDOGAIN®) 4,5mm. Eine Woche postoperativ wurden in der Testseite im Durschnitt eine Rezessionstiefe von 0,4 mm und in der Kontrollseite 0,5 mm gemessen. In den Recall Sitzungen, die an verschiedenen Zeitpunkten innerhalb eines Jahres nach der chirurgischen Deckung der Rezession stattfanden, beobachtete man eine kontinuierliche Zunahme der Rezessionstiefe.


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Am Endpunkt (12 Monate post-operativ) betrug die mittlere Rezessionstiefe sowohl in der Testseite als auch in der Kontrollseite 1,5 mm. Somit hatten wir eine durchschnittliche Verkleinerung der Rezession in der Testseite um 3 mm und in der Kontrollseite um 2,9 mm.

Tab. 4.3: Rezessionstiefen in mm zu unterschiedlichen Zeitpunkten

 

Rezessionstiefe

Test (n=22)

Kontrolle (n=22)

t=0 Baseline

4,5±1,2 (3,4-8,4)

4,4±1,2 (3,0-7,5)

t=1 Woche post-OP

0,4±0,9 (0,0-4,0)

0,5±0,9 (0,0-3,0)

t=3 Wochen post-OP

0,9±1,0 (0,0-4,0)

0,9±1,1 (0,0-3,8)

t=3 Monate post-OP

1,3±1,1 (0,0-4,0)

1,3±1,1 (0,0-3,8)

t=6 Monate post-OP

1,5±1,2 (0,0-4,2)

1,4±1,1 (0,0-3,5)

t=12 Monate post-OP

1,5±1,3 (0,0-4,0)

1,5±1,1 (0,0-3,6)

Mittelwert ± Standardabweichung (Minimum-Maximum)


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Wie man Tabelle und Diagramm entnehmen kann, ist bei der mit EMDOGAIN® behandelte Seite eine leichte Tendenz einer Stabilisierung zu erkennen.

Abb. 4.1: Änderungen der Rezessionstiefe im Verlauf der Zeit im Gruppenvergleich. (Abgebildet werden Mittelwerte und Standadabweichung)

Innerhalb jeder Gruppe (Test/ Kontrolle), zu jedem Zeitpunkt gegenüber Baseline sowie in der Gesamtheit (n=44) zeigte die Rezessionstiefe eine signifikante Verkleinerung (p=0,000). Im Vergleich zwischen den beiden Behandlungsmethoden ergaben sich keine signifikanten Unterschiede (p=0,808).


45

Die Rezessionsdeckung, die 12 Monate nach der Therapie erreicht wurde, war für die Testgruppe durchschnittlich 71,7% und für die Kontrollgruppe 69,4%. Die Deckung war innerhalb jeder Gruppe signifikant. Im Vergleich zwischen den zwei Gruppen ergab sich kein signifikanter Unterschied in der Deckung. Noch 26,3% der Testzähne und 18,2% der Kontrollzähne zeigten 12 Monate postoperativ eine komplette Deckung. Die Anzahl der Zähne mit kompleter Deckung hat sich erhöht zwischen 6. und 12. Monat.

Tab. 4.5: Die Rezessionsdeckung und der Anteil der Zähne die nach 6 bzw. 12 Monate postoperativ eine komplette Deckung aufwiesen im Gruppenvergleich

 

 

Test

(n=22)

Kontrolle

(n=22)

Gesamt

(n=44)

6 Monate

post-OP

Mittlere Deckung (%)

71,7

73,6

72,7

Komplette Deckung(%)

Anzahl

18,2

4

22,7

5

20,5

9

12 Monate

post-OP

Mittlere Deckung (%)

71,7

69,4

70,5

Komplette Deckung (%)

Anzahl

26,3

6

18,2

4

22,7

10


46

Attachmentniveau bukkal

Zwölf Monate konnte ein Attachmentgewinn von durchschnittlich 3,09 mm für die Testgruppe und von 3,02 mm für die Kontrollgruppe beobachtet werden.

Tab. 4.6: Attachmentniveau in mm zu den unterschiedlichen Zeitpunkten

 

Attachmentniveau bukkal

Test (n=22)

Kontrolle (n=22)

t=0 Baseline

5,85±1,23 (4,20-10,0)

5,78±1,33 (3,80-8,80)

t=6 Monate post-OP

2,73±1,39 (0,60-5,40)

2,67±1,35 (0,60-5,40)

t=12 Monate post-OP

2,76±1,43 (0,06-5,80)

2,76±1,50 (0,60-6,20)

Mittelwert±Standardabweichung (Minimum-Maximum)

Der Gewinn innerhalb jeder Gruppe und in der Gesamtheit war zu jedem

Zeitpunkt der Recallmessungen signifikant (p=0,000). Im Vergleich zwischen den zwei Gruppen war der Attachmentgewinn nicht signifikant (p=0,807).


47

Abb. 4.2: Änderungen des Attachmentniveau zwischen Baseline und Endpunkt im Gruppenvergleich (Abgebildet werden Mittelwerte und Standadabweichung)

Die Werte des approximalen Attachmentniveau blieben in beiden Gruppen unverändert.


48

Knochensondierung

Zwölf Monate postoperativ zeigte sich in der Testgruppe ein bukkaler Knochenzuwachs von durchschnittlich 1,9 mm und in der Kontrollgruppe von 1,8 mm

Tab. 4.8: Knochensondierung in mm zu unterschiedlichen Zeitpunkten

 

Knochensondierung bukkal

Test (n=22)

Kontrolle (n=22)

t=0 Baseline

6,89±1,17 (5,00-10,0)

6,88±1,30 (4,80-9,00)

t=12 Monate post-OP

4,98±1,84 (2,50-9,00)

5,07±2,15 (2,50-9,00)

Mittelwert±Standardabweichung (Minimum-Maximum)

Der Knochengewinn innerhalb jeder Gruppe und in der Gesamtheit war signifikant zu jedem Zeitpunkt der Recallmessungen (p=0,000). Im Vergleich zwischen den zwei Gruppen war der Knochengewinn nicht signifikant (p=0,739).


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Abb. 4.3: Änderungen des Knochensondierung zwischen Baseline und Endpunkt im Gruppenvergleich

Taschentiefe bukkal

Die Taschentiefen in der Testgruppe und in der Kontrollgruppe blieben bei einer kleinen Reduktion stabil. Der präoperative Wert (Baseline) für die Testgruppe betrug durchschnittlich 1,55 mm und 12 Monate postoperativ 1,35 mm. In der Kontrolle betrugen die entsprechenden Werte 1,36 mm und 1,31 mm. Die approximalen Taschentiefen blieben unverändert.

Die intra- und inter-gruppen Unterschiede in der Sondierungstiefe waren nicht signifikant.


50

Breite der keratinisierten Gingiva

Man beobachtete in der postoperativen Recallperiode eine Verbreiterung der keratinisierten Gingiva um durchschnittlich 0,4 mm in der Testgruppe und um 0,6 mm in der Kontrollgruppe.

Tab. 4.11: Breite der keratinisierten Gingiva in mm zu unterschiedlichen Zeitpunkten

 

Breite der keratinisierten Gingiva

Test (n=22)

Kontrolle (n=22)

t=0 Baseline

2,50±1,22 (1,00-6,00)

2,09±0,92 (1,00-4,00)

t=6 Monate post-OP

2,80±1,15 (1,00-6,00)

2,55±1,00 (0,00-4,00)

t=12 Monate post-OP

2,91±1,18 (0,50-5,00)

2,68±1,01 (0,00-4,50)

Mittelwert±Standardabweichung (Minimum-Maximum)

Die Verbreiterung der keratinisierten Gingiva war mit 0,5 mm signifikant (p=0,002). Innerhalb der Kontrollgruppe unterschieden sich die Werte signifikant (p=0,011), was innerhalb der Testgruppe nicht der Fall war (p=0,067).


51

Rezessionsbreite

Mit der koronalen Verschiebung nahm neben der Rezessiontiefe auch die Rezessionsbreite ab. Die Abnahme betrug in der Testgruppe durchschnittlich1,63 mm und in der Kontrollgruppe 1,15 mm.

Tab. 4.13: Rezessionsbreite in mm zu den unterschiedlichen Zeitpunkten

 

Rezessionsbreite

Test (n=22)

Kontrolle (n=22)

t=0 Baseline

4,84±0,05 (4,00-5,90)

4,85±0,79 (3,30-6,70)

t= 6 Monate post-OP

3,23±2,02 (0,00-5,80)

3,34±2,36 (0,00-7,00)

t=12 Monate post-OP

3,21±2,26 (0,00-5,70)

3,70±2,08 (0,00-7,00)

Mittelwert±Standardabweichung (Minimum-Maximum)

Die Rezessionsbreite verringerte sich um 1,63mm in der Testgruppe und um 1,10mm in der Kontrollgruppe.

Die Änderungen in der Rezessionsbreite waren signifikant innerhalb jeder Gruppe und in der Gesamtheit (n=44) zu jedem postoperativen Zeitpunkt der Messung.

Zwischen Testgruppe und Kontrollgruppe gab es keine signifikanten Unterschiede (p=0,673).


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Mundhygiene

Der API betrug im Durchschnitt 22% in Baseline, 32% drei Monate postoperativ, 32% sechs Monate postoperativ und 21% zwölf Monate postoperativ. Der PBI betrug im Durschnitt 0,06 in Baseline, 0,08 drei Monate postoperativ, 0,1 sechs Monate postoperativ und 0,1 zwölf Monate postoperativ.

Während des Zeitraumes der Studie bestanden keine Anzeichen von Gingivitis sowohl in den Test als auch in den Kontrollzähnen wie man aus dem Gingiva-und Plaqueindex entnehmen konnte.


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Wed Oct 2 10:41:44 2002