Sarnowski, Daniella: Entwicklung eines Virtuellen Fachbibliotheksportals im Internet für die Film-, Fernseh- und Medienwissenschaft (Virtual Library Film and Media Studies) mithilfe der Erhebung und Bedarfsanalyse spezifischer Informationsanforderungen

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Kapitel 3. Analyse des Informationsbedarfsbedarfs potenzieller filmwissenschaftlicher Kunden

Film- und Fernsehsites sind im Internet auch als Unterhaltungsseiten verbreitet. Auf diesem Gebiet gibt es sehr viele Anbieter, die ein entsprechendes, Unterhaltung suchendes Publikum im Blick haben. Interessanter für den wissenschaftlichen Bereich sind jedoch Zielgruppen, die bisher weniger Beachtung fanden und denen ein Filmportal bei ihrer Arbeit helfen könnte.

Bevor die Auswahl der Zielgruppe aus möglichen Communities erfolgt, hier einige potenzielle Zielgruppen, die näher zu bestimmen und auszuwählen sind, um ein spezifisches Portal zu verwirklichen:

Die letzte Gruppe berührt schon den Bereich der potenziellen Kooperationspartner einer Virtuellen Fachbibliothek. Diese sind von Wiederhold<97> wie folgt aufgeführt:

Inwieweit diese Gruppen auch Benutzer von Bibliotheken sind, soll in diesem Zusammenhang nicht näher beleuchtet werden. Allerdings ist anzunehmen, dass Filmbibliotheksbenutzer oder Benutzer des Sondersammelgebiets Film nicht völlig kongruent sind mit den Nutzern der Internetangebote.

Der Bereich der Lehre wird im Rahmen dieser Arbeit einen besonderen Stellenwert einnehmen. So sollen vor allem Dozenten als Multiplikatoren der Lehre interviewt werden. Die Verflechtung von Wissenschaft und Wirtschaft muss allerdings auch berücksichtigt werden, um den Informationsmarkt der Ökonomie nicht zu vernachlässigen. Auf den Wettbewerb auch innerhalb des Informationsmarktes wies Kuhlen hin.<98> Der Informationstransfer wissenschaftlicher Forschung gegenüber der Wirtschaft soll dazu beitragen, die Fachinformation besser zu nutzen. Die entstehenden Wissens- und Multimediaindustrien haben einen Bedarf an wissenschaftlichen Mehrwertdiensten.

„Forciert wird die anfangs angesprochene Öffnung jeder einzelnen Hochschuleinrichtung durch die Globalisierung der elektronischen Märkte insgesamt. Mit der weltweiten Verbreitung des Internet als Verbund vieler Teilnetze ist im Prinzip jede wissenschaftliche Einrichtung unmittelbar und immer aktuell für alle anderen Teilnehmer einsehbar.<99>


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Neben Professoren als Hauptzielgruppe werden auch Studierende, Journalisten und Fernsehmacher die Seite benutzen. Sie werden aber hier nicht als A-Zielgruppe berücksichtigt, damit die spezifischen Bedürfnisse optimal herausgearbeitet werden können.

In den Filmbibliotheken der Filmschulen verteilen sich die eingetragenen Nutzer auf mehrere Gruppen. Als Beispiel aus der Hochschulbibliothek für Film und Fernsehen, Potsdam, kann festgestellt werden, dass den größten Anteil die externen Wissenschaftler mit ca. 50 % haben, gefolgt von den Studierenden (ca. 35 %) und den Lehrenden, die nur ungefähr 7 % ausmachen. <100>

Trotz der Verteilung sind die Prioritäten bei der Medienbeschaffung einer Filmhochschule wie folgt:

  1. Zielgruppe: Lehrende an Filmschulen und Instituten von Universitäten;
  2. Zielgruppe: Studierende;
  3. Zielgruppe: Wissenschaftler, sonstige Filmschaffende.

Die Gruppe der Lehrenden sind als Multiplikatoren besonders relevant.

Zur spezifischen und präzisen Bedarfseinschätzung wurde wegen ihrer Funktion die A- Zielgruppe (Lehrende) an Filmhochschulen ausgesucht und befragt, da diese eine zentrale Stellung im Lehrbetrieb einnimmt. Lehrende an Universitätsinstituten wurden nicht befragt, da dies erst in einer weiteren Aufbaustufe geschehen kann und der praktisch-künstlerische Bedarf von Filmhochschulen nicht vernachlässigt werden sollte. Beispiele für Lehre an Universitätsinstituten in Deutschland sind:

In Deutschland gibt es Filmhochschulen in Berlin, Ludwigsburg, München und Potsdam. Teilweise ist die Lehre in Universitätsfachbereiche integriert.

Für die vorliegende Studie wurden Lehrende aus der Hochschule für Fernsehen und Film, München, und der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg zunächst angeschrieben und dann in qualitativen Face-to-Face Interviews zu ihren Wünschen für eine wissenschaftliche Portalseite im Internet befragt. Es wurde die Form des qualitativen Interviews gewählt. Dabei lassen sich entweder teilstandardisierte Interviews oder auch Leitfaden-Interviews anwenden, die keine Antwortvorgaben enthalten, oder aber problemzentrierte Interviews, die einen knappen, der thematischen Orientierung dienenden Leitfaden mit


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dem Versuch einsetzen, den Befragten sehr weitgehende Artikulationschancen einzuräumen und sie zu freien Erzählungen anzuregen.“<101>

Zuvor sollen jedoch als wissenschaftliche Basis die Spezifika der filmwissenschaftlichen Infrastruktur dargestellt werden.

3.1 Fachspezifische Informationsinfrastruktur der Film-, Fernseh- und Medienwissenschaft

Die Film- und Fernsehwissenschaft wird unter den Medienwissenschaften subsumiert, die im Folgenden kurz als Filmwissenschaft bezeichnet werden soll.

Eine allgemeine Definition für Filmwissenschaft lautet „Wissenschaft zur Erforschung der vielfältigen historischen, künstlerischen, technischen und gesellschaftlich-politischen Probleme des Films sowie der ästhetischen, dramaturgischen und soziologischen Aspekte.“ <102>

Die Filmwissenschaft umfasst also alle Disziplinen, die der systematischen Erforschung von Filmen dienen, z.B. Filmgeschichte, Rezeptionsforschung oder Filmtheorie. Letztere „[...] bezeichnet jeden wissenschaftlichen Diskurs, der nach den Prinzipien fragt, die dem Film als Medium und Kunstform zu eigen sind.“<103>

Die Wissenschaftsgeschichte der Filmwissenschaft ist noch jung. Die ersten Filmaufführungen fanden 1895 mit den Brüdern Max und Emil Skladanowsky im Berliner „Wintergarten“ statt.<104> Mit der Zunahme wissenschaft


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licher Erkenntnisse begründete sich erst mit der Zeit die Disziplin der Filmwissenschaft.

Wuss beschreibt die geschichtliche Entwicklung des Films als Kunstwert und als massenmediales Phänomen, das sich durch das aufkommende Fernsehen veränderte und eine Krise der Gegenstandsauffassung durchlebte.<105>

Die Fernsehwissenschaft wird oft im gleichen Atemzug genannt, ist jedoch noch nicht umfassend definiert. So schrieb schon 1987 Hickethier von der „Notwendigkeit einer Film- und Fernsehwissenschaft.“<106> Eine umfassende deutsche Fernsehgeschichte wurde ebenfalls von Hickethier verfasst, der damit den Beginn der Fernsehforschung etablierte. Er sieht das Fernsehen als kulturelles Forum in einer ausgeprägten Medienkultur und schreibt: „Den technischen Medien Film, Radio und Fernsehen eignet insgesamt eine Neigung zum Ahistorischen, zum Vergessen der eigenen Geschichte. Noch bis in die fünfziger Jahre hinein ist beispielsweise Filmgeschichte ein Thema allein für Spezialisten. Ein breites, auch intellektuelles Publikum sah den Film als ein im Grunde unhistorisches Phänomen an. Beim Fernsehen war dies in beiden deutschen Staaten bis in die siebziger Jahre hinein der Fall.“<107>

Fernsehen beeinflusste die Alltagswelt als Massenmedium mehr und mehr. Die Fernsehwissenschaft entwickelte sich aus diesem gesellschaftlichen Phänomen. Das Zusammenwachsen mit dem Internet wird neue Möglichkeiten der Fernsehwissenschaft eröffnen, da neue Distributions


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wege zu entdecken sind. Anzeichen dafür ist schon jetzt die Flut der medienwissenschaftlichen Diplomarbeiten, die sich mit dem Thema Internet und Fernsehen auseinandersetzen. Fernseh- und Medientheorien vermischen sich, eine neue Wissenschaftsorganisation breitet sich langsam aus. „Ziel muß [..] eine umfassende Theorie eines Mediums sein, die alle relevanten Aspekte umschließt.“<108> Diese Aspekte gilt es näher zu bestimmen.

Unterschiedliche Disziplinen nehmen sich der Filmwissenschaft an: Publizistik, Theater- Medien- und Kommunikationswissenschaft, Literaturwissenschaft, Germanistik, ebenso wie Musikwissenschaft, Sozialwissenschaft, Psychologie und Wirtschaftswissenschaften betrachten die Thematik aus ihrem jeweiligen Blickwinkel. Die Angliederung an andere Fachbereiche bringt Interdisziplinarität mit sich, die ein spezifischer Ausdruck der Filmwissenschaft zu sein scheint. Die entsprechende Institutionalisierung ist bei der Hochschule für Film und Fernsehen, Potsdam-Babelsberg, als auch bei der Hochschule für Fernsehen und Film, München, gegeben. Die Lehre an diesen Hochschulen ist mit der Filmwissenschaft verquickt. Filmtheoretische Fachzeitschriften etablierten sich, so z.B. die Beiträge zur Film- und Fernsehwissenschaft (BFF<109>) oder die Zeitschrift Rundfunk und Fernsehen 1953.<110>

Auf die Medienwissenschaft als noch „jüngere“ Disziplin als die Filmwissenschaft weist Faulstich hin: „Teilweise bestehen wiederum Tendenzen zur eigenständigen Entwicklung der Medienwissenschaft, jedoch nicht mehr in Konkurrenz zur Kommunikations- und Publizistikwissenschaft,


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sondern eher im Zuge einer kontinuierlichen Ausdifferenzierung und Spezialisierung des Gegenstandsbereichs der Medienwissenschaft selbst (Buchwissenschaft, Theaterwissenschaft, Filmwissenschaft, Computerwissenschaft etc.).“<111>

Auf Abgrenzungsprobleme der Medienwissenschaft im Verhältnis zu Nachbardisziplinen weist Schmidt hin.<112>

Gerade durch die Zersplitterung und Überschneidung der interdisziplinären Bereiche ist eine Zusammenarbeit von Einzelforschern und die Integration von Forschungsperspektiven wichtig.<113> Medien- sowie Kommunikationswissenschaft umfassen in der weiteren Auslegung die Film- und Fernsehwissenschaft als AV-Medienwissenschaft. Diese inhaltliche Nähe sollte bei der Konzeption und Clusterbildung von Wissenschaftsfächern einer Virtuellen Fachbibliothek einfließen.

„Die Medien-Disziplinen, Philologien, Literatur-, Theater-, Film-, Fernseh- und Kommunikationswissenschaft, befinden sich gegenwärtig in einer Phase disziplinärer Umbrüche und Umgestaltungen, die weit in andere Disziplinen hineinwirken und zugleich umgekehrt auch aus zahlreichen anderen medienrelevanten Disziplinen angestoßen und verstärkt werden [...].“<114>

Inhalte der Filmwissenschaft spiegeln sich aber in den Systematiken der Hochschulbibliotheken wider. So umfassen sie Filme als Primärquelle, Rezensionen als Sekundärquelle, Bindestrichdisziplinen wie

Die Primärquellen (u.a. der Spielfilm) nehmen oft nicht den gleichen Sammelwert wie die Sekundärquellen (z.B. Rezensionen) ein. Der Film als Primärquelle in Deutschland ist sehr schwer zugänglich, da es keine nationale Kinemathek gibt und das Bundesarchiv/Filmarchiv nicht die gesamte deutsche Filmproduktion sammelt.

Neben den Filmmedien sind natürlich auch die so genannten Neuen Medien wie Multimedia und Internet wissenschaftlich relevant, ebenso wie Hörspiele, Musikalien/Filmmusik und auch kunstwissenschaftliche Sammlungen.

Die Fächervielfalt der HFF „Konrad Wolf“, Potsdam, als größte Hochschule für Film und Fernsehen Deutschlands gibt wohl die Fachbreite der Filmlehre am besten wieder:

Die älteste und größte von fünf Medienhochschulen in Deutschland wurde 1954 als Deutsche Hochschule für Filmkunst in Potsdam gegründet. Praxisorientierte, künstlerische Lehre steht im Vordergrund, aber auch Medienforschung wird betrieben, was sich auf das Sammelprofil der HFF-Hochschulbibliothek niederschlägt. So sind die Informations-


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dienstleistungen für die Medienwissenschaft am Standort Babelsberg ausgebaut worden.<115>

Da Film die Welt widerspiegelt, befasst sich die Filmwissenschaft mit diversen Aspekten wie Film und Psychoanalyse, Film und Feminismus, Film und Postmodernismus, Film und Homosexualität, Film und Soziologie usw. Auch ist die Forschung zu unterschiedlichen regionalen Filmentwicklungen wie z.B. in Europa, Hollywood, Indien, China usw. von Interesse.<116>

Das filmwissenschaftliche Institut der Universität Mainz erklärt den Gegenstand der Filmwissenschaft wie folgt:

„Filmwissenschaft befasst sich mit der Geschichte, mit den künstlerischen Regeln und mit der Theorie des Spiel- und Dokumentarfilms in Kino und Fernsehen. Die Lehrveranstaltungen widmen sich u.a. dem Werk eines Regisseurs, bestimmten Filmgattungen und Sendeformen (Fernsehspiel, dokumentarische Formen, Serien). Weitere Themenbereiche sind: Filmindustrie, Wirkung des Films und Filmkritik, Film im Verhältnis zu den anderen Künsten.“<117>

Ein Filmportal hat also ein breites Spektrum zu bedienen. Eine weitere Lehrstätte für Film ist die Deutsche Film- und Fernsehakademie in Berlin, die die Schwerpunkte Regie, Kamera und Produktion lehrt. Veranstaltungen zum Dokumentarfilm, zur Medienwirtschaft, zu einzelnen Genres, zur Drehbucherstellung, Filmanalyse u.a. gehören dazu.<118> An der HFF München werden hauptsächlich folgende drei Studiengänge angeboten: Film und Fernsehspiel, Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik Produktion und Medienwirtschaft.<119> In der Filmakademie Ludwigsburg sind es ebenfalls


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drei Studiengänge, nämlich Film und Medien, Produktion, Filmmusik und Sounddesign. Im Grundstudium werden Drehbuch, Regie, Kamera, Filmgestaltung und digitale Bildgestaltung gelehrt und im Hauptstudium mit Spielfilm, Dokumentarfilm, Werbefilm, Animation/digitale Bildgestaltung oder Media Design ausgebaut. <120>

Im Spannungsfeld zwischen Kunst, Praxis, Technik und Wissenschaft unterliegt die Forschung und Lehre an Filmhochschulen besonderen Anforderungen an die Informationsbereitstellung. Einzelthemen wie Deutscher Filmexpressionismus, Sowjetrussischer Revolutionsfilm, Avantgardefilm, Nouvelle Vague, Free Cinema usw. sind in der Filmgeschichte und somit in der Hochschullehre von Interesse. Gestaltungslehre im Film wie Narration, Montage, Stiltheorie sind dabei nur einige Gebiete, die durch filmtheoretische „Lehrforschung“ unterlegt werden.<121>

Bei der Entwicklung der virtuellen Dienstleistung eines wissenschaftlichen Filmportals muss berücksichtigt werden, dass sich die Film-, Medien- und Kunsthochschulen im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Kunst, Lehren und Forschen und schließlich der Praxis befinden. Der Aufbau von virtuellen Studiengängen und somit die neuen Formen des e-learnings müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Im englischsprachigen Bereich werden unter Film Studies an den Hochschulen hauptsächlich folgende Bereiche aufgefächert, die sich mit den deutschen Lehr- und Forschungsangeboten decken:

Außerdem wird im akademischen Bereich auch auf aesthetics, history, philosophy und communication Wert gelegt.<123> In den USA sind die Film Studies aufgrund der starken wirtschaftlichen Faktoren eine an den Universitäten eingeführte und selbständige Disziplin.

Inwiefern kann nun ein Filmportal von Hochschulbibliotheken für diese hier kurz skizzierten Fächer nützlich sein?

Die heutige Informationswelt ist durch verteilte und nach unterschiedlichen Systemen erschlossene Datenbestände gekennzeichnet. Normierungen sind über eine EDV-Lösung in Form von inhaltlichen Konkordanzen (Crosskonkordanzen) zu finden.<124>

„Wesentlich für die Datenstruktur ist, dass die Konkordanz stets zwischen zwei Klassifikationen gebildet wird und nicht alle Klassifikationen auf eine der verwendeten oder eine neue, eine Hyperklassifikation [sic!] abgebildet werden. Die Verknüpfung erfolgt über die Notation. Die Verknüpfung hat dabei nach unseren gegenwärtigen Vorstellungen eine Richtung, d.h., es ist denkbar, dass die Verknüpfung in der Gegenrichtung anders angelegt wird.“<125>

Außerdem stehen neben gedruckten Informationen zusätzlich digitale oder elektronisch gespeicherte Informationen.

Die Rolle der Bibliothek als unersetzbare Institution zwischen Informationslieferanten und -rezipienten ist nicht mehr eindeutig, seitdem andere Anbieter, gerade im Internet, auch mit wissenschaftlicher Information han


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deln.<126> In zunehmendem Maß befinden sich filmwissenschaftliche Informationen oder Bestandsnachweise von filmwissenschaftlichen Medien im Internet. Bibliotheken bieten qualitativ hochwertige Ressourcen, teilweise auch Volltextarchive. Das große Volumen der entertainment- und kommerziell orientierten Webseiten bringt ein Qualitätsproblem mit sich. Inhaltlich wertvolle Filminformationsangebote im Internet sind schwer zu finden, aber vorhanden. Qualitätsstandards müssen von einem wissenschaftlichen Filmportal entwickelt werden. Hier sind Bibliothekare und Dokumentare an Hochschulen die ausgewiesenen Fachkräfte. Allerdings dringen immer mehr externe Partner in das Bibliotheksumfeld ein und übernehmen entsprechende Aufgaben, sei es für diese im Auftrag (Outsourcing) oder sei es direkt als Konkurrenz.<127> Die Wissensprodukte an Hochschulen müssen durch Hochschulbibliotheken und Rechenzentren im globalen Netzwerk bereitgestellt werden. „Auf jeden Fall machen die mit der Internationalisierung von Wissenschaft entstehenden Kooperationsmöglichkeiten neue Koordinationsmechanismen erforderlich [...]. Universitäten können sich nur noch zu einem geringen Teil auf die internen, vorhandenen Informationsressourcen abstützen, sondern müssen Information auf dem Markt erwerben“<128>

Der sinnvollste Erwerb von Informationen findet durch Kooperation statt. Ein kooperatives wissenschaftliches Filmportal, das Institutionen auf diesem Gebiet vernetzt, würde so ein großes, überregional vernetztes Informations- und Medienangebot bieten.

Die intellektuelle Erschließung dieser digitalen Print- und AV-Medien durch Bibliotheken muss also über die allgemeinen Suchmaschinen und die an der „Spaßgesellschaft“ ausgerichteten Filmseiten im Internet weit hinausgehen, die sehr eingeschränkte Funktionsweisen haben. Zu viele Treffer bei der sachlichen Suche im Netz, zu großer Zeitaufwand bei der Recherche, unterschiedliche Qualität und Zuverlässigkeit der Sites prägen


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die gängigen Suchmaschinen. Die Inhalte müssen folglich durch Informationsfachleute aufbereitet werden.

Die Filmbibliothekare sind so zwischen Information und Wissen eingeschaltet, um eine hohe Qualität, einen dauerhaften und authentische Zugriff zu sichern.

Mittels eines transparenten Kriterienkatalogs kann die Bewertung nachvollzogen werden.

Mit einer Vernetzung der verteilten, d.h. regional verstreuten Filmbibliotheken sowie Linksammlungen und mit einem Lieferdienst ähnlich der Fernleihe bieten Bibliotheken die geeigneten Instrumente für die Entwicklung eines wissenschaftlichen Filmportals.

Das Besondere eines wissenschaftlichen Filmportals ist, dass gerade diese junge Wissenschaft eine Kooperation der diversen bestehenden Forschungsinseln auch in und durch Hochschulbibliotheken erforderlich macht. Spezifisch erscheinen auch die Möglichkeiten, die sich durch die Vermittlung von Bewegtbildangeboten ergeben.

Spezifische WWW-Filmportal-Ansprüche werden sich noch durch die Untersuchungen herauskristallisieren.

Fest steht bis hierhin:

Das Sondersammelgebiet „Theaterwissenschaft, Film“ ist ein DFG-geförderter Schwerpunkt im deutschen Bibliothekswesen, das der UB Frankfurt/M. angegliedert ist. Bis 1997 waren auch die Fachgebiete „Funk und Fernsehen“ darunter, die aber an die UB Leipzig abgegeben wurden und nun „Publikations-Medienwissenschaften und Publizistik“ heißen. Zu diesem SSG gehören auch Neue Medien, Medienökonomie, -politik, -ethik, -geschichte und -theorie. Der Sammelauftrag umfasst die ausländische Literatur, wie Lexika, Bibliographien, Einführungen, Forschungsliteratur, wichtige Zeitschriften u. a.

Die SSG-Bibliotheken bieten eine Dokumentenschnelllieferung außerhalb des Leihverkehrs an. Kopien von Zeitschriftenaufsätzen und Monografien sind kostenpflichtig. Neuerwerbungslisten werden vom SSG „Medienwissenschaft“ versandt, Erwerbungsvorschläge werden per E-Mail-Formular angenommen.

Vorhandene Strukturen bei Film/Fernsehen sind z.B. das „Netzwerk Mediatheken“, <131> das auf Initiative des Deutschen Rundfunkarchivs (DRA) und der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gegründet wurde. Hierfür schlossen sich im Jahr 2000 überregional bedeutende Archive, Bibliotheken und Dokumentationsstellen sowie Museen zu einem Netzwerk zusammen. Ziel ist es, ein Portal für AV-Medien aufzubauen, das für Lehrer, Wissenschaftler, Künstler usw. Quellen und Materialien sichert, erschließt und bereitstellt. Dabei wären die Sammlungen


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der Mediatheken für die Wissenschaft und Lehre von großem Interesse. Informationen über Medieninstitutionen und deren AV-Sammlungen geben Auskunft über Angebote der Einrichtungen, so sind in einem Veranstaltungskalender aktuelle Ausstellungen, Festivals, Symposien, Projektberichte ebenso wie eine Linksammlung zusammengetragen. Hier ergeben sich Berührungspunkte, die für ein Fachbibliotheksportal nutzbar sind.

Besonders bedeutungsvoll sind die Mediatheken bzw. Medienzentren an den Universitäten Freiburg, Mannheim und Siegen.

Auch die Kinematheken und das Bundesarchiv/Filmarchiv verfügen über das Medium Film als Primärquelle. Diese gerade in Deutschland besser recherchierbar zu machen ist ein primäres Ziel, das mit einem Filmportal der Bibliotheken einen ersten Anfang bieten kann.<132>


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Abbildung 12: Verteilung der Filmbibliotheken (Arbeitskreis FilmBibliotheken) in Deutschland

Die synoptische Zusammenfassung der größten Filmbibliotheken fand ihren Niederschlag in einer neuen Homepage, die im Mai 2002 eingerichtet wurde: Unter der prägnanten URL im Internet:

http://www.filmbibliotheken.de

sind alle deutschen Filmbibliotheken unter der Nutzung einfacher Mittel aufgelistet. Es wird klar, dass die verteilten Mediensammlungen eine umfassende Grundlage für Lehre und Forschung bieten.

Es gibt in Deutschland durch die föderalistische Struktur kein nationales Filmarchiv, während in der DDR ein zentrales Archiv bestand. Das Bundesarchiv Koblenz, die Stiftung Deutsche Kinemathek Berlin und das Deutsche Institut für Filmkunde in Frankfurt versuchten, sich die Aufgaben einer umfassenden Kinemathek zu teilen.


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Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde das staatliche Filmarchiv der DDR als Außenstelle Berlin dem Bundesarchiv Koblenz zugeordnet.<133> Bisher waren Filme in physischer, trägerorientierter Form wie Filmrollen, VHS oder DVD vorhanden. Video-on-demand ist in den letzten Jahren näher gerückt.<134> Versuche laufen in Berlin mit der Webfirma Media (netCom). Reine Web-TV-Sender wie tv1.de, die nur über Kabel senden, wollen den Markt erobern.

Da sich die Film- und Fernsehwissenschaft dynamisch weiterentwickelt und immer neue Themen untersucht, muss auch ein Filmportal dynamisch konzipiert sein, um neue Dienstleistungen zu integrieren. Ein Controlling in Form einer Erfolgsmessung im Wissensmanagement ist nach der Einführung des Filmportals notwendig.

Als Zwischenergebnis kann formuliert werden, dass sich aus den dargestellten Aspekten folgende Hauptaufgaben für ein virtuelles Filmportal ergeben:

  1. Einbindung der wichtigsten institutionellen Adressen auch nach Regionen;
  2. Clearinghouse für Linksammlungen (auch interdisziplinär):
  3. Integration heterogener Bibliotheks- und Mediatheksbestände, erweiterbar durch Filmarchive.

Ein regionaler bundeslandspezifischer und deutschlandweiter Ansatz kann aufgrund der globalisierten Filmbranche (Zunahme von Koproduktionen) nur ein erster Ansatz in der Ausbaustufe sein. Die europäische und internationale Verlinkung ist anzustreben, da die heutige Filmwirtschaft durch Kooperationen geprägt ist.

Die Analyse der vorhandenen spezifischen Informationsstruktur der Film- und Fernsehwissenschaft zeigte eine Vielfalt von unvernetzten Informati


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onsinseln und einen Partikularismus der Sammlungs- und Forschungsaktivitäten.

3.2 Bedarfsanalyse wissenschaftlicher Internetangebote/Methoden-Mix

Von der Frage geleitet, welche Bedürfnisse Dozenten der Film-, Fernseh- und Medienwissenschaften in Hinblick auf ein Internetportal haben, wurde im Rahmen dieser Arbeit eine Bedarfsanalyse durchgeführt. Diese Form der Exploration wurde gewählt, um die Nutzerorientierung in den Mittelpunkt zu stellen.

Dabei werden drei Untersuchungsmethoden angewandt, nämlich

Es wurde also ein Methoden-Mix eingesetzt. Der Aufbau der Empirie umfasst zwei parallel durchgeführte Methoden, nämlich einmal den quantitativen Ansatz, der das Instrument des Fragebogens einsetzt, und auf der andere Seite den tieferen Ansatz des Experteninterviews, der die qualitativen Seiten der Exploration anwendet.

„Ob jemand als Expertin angesprochen wird, ist in erster Linie abhängig vom jeweiligen Forschungsinteresse. [...] Der ExpertInnenstatus wird in gewisser Weise vom Forscher verliehen, begrenzt auf die spezifische Fragestellung.“<135>


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Neben den hier angewandten Experteninterviews existiert noch das narrative Interview, das Beobachtungsinterview, die Gruppendiskussion und die teilnehmende Beobachtung. Vollstandardisierte Interviews erschienen zu eng, um auf Wünsche der Dozenten einzugehen. Eine andere Form, das Telefoninterview, schied ebenfalls aus, da die Vorteile der persönlichen face-to-face Kommunikation entfallen.

„Experten“- das ist ein weit auszulegender Begriff. Die Experten sind in diesem Falle die Hochschuldozenten an Filmhochschulen.

Alle drei Methoden wurden mit folgenden, der Reihe nach ausgeführten Arbeitsschritten umgesetzt:

  1. Festlegung der Forschungsfragestellung: Wie soll ein Filmportal aufgebaut sein, damit es dem Bedarf der Hochschuldozenten entspricht, und welches Alltagswissen liegt dem Expertenhandeln zugrunde?
  2. Auswahl des Materials, der Untersuchungsgruppen:
  3. Vergleich der Methoden bei Fachbibliotheksportalen, Durchführung der Experteninterviews; Ausgabe der Fragebögen an Spezialbibliothekare und Datenerhebung;
  4. Analyse der Daten und Ergebnisformulierung sowie Verallgemeinerung der Ergebnisse zur Entwicklung einer Filmportalkonzeption.

In dieser Arbeit wurde die Methode der Befragung so gewählt, dass sie der Fragestellung angemessen war. Diese Vorgehensweise bietet sich vor der Erstellung eines Dienstleistungsproduktes an, um Anforderungen zu kategorisieren. Die Möglichkeit eines Workshops mit kleineren Gruppen wäre nur für ein weniger fachspezifisches Portal sinnvoll gewesen. Ein Konsens sollte in den Interviews nicht erreicht werden, weshalb die Delphi-Methode nicht genutzt wurde.

Bei der qualitativen Forschung wird menschliches Verhalten erfasst und interpretiert, so dass auf die individuelle Person eingegangen werden kann. Ein anderer Vorteil ist auch die Tiefe der Themen, die durch die Nachfragetechnik erreicht wird. Die Methode der qualitativen Forschung und speziell die des Leitfaden-Interviews hat zudem den Vorteil, die kom


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plexe Struktur der Wissensbedürfnisse zu erfassen. Dabei kommt es nicht auf Vollständigkeit, sondern auf Tendenzen der Wissensrichtung an. Die entscheidende Frage im Zusammenhang dieser Arbeit ist: Wie läuft der Prozess der Informationsgewinnung in der Film- und Fernsehwissenschaft ab?

Weitere Vorteile bei der Interviewmethode, die bei einer Befragung von Kunstbibliothekaren festgestellt worden waren: <136>

Bei der qualitativen Forschung wird zwar ein geringes Quantum an Daten erhoben, die dennoch intensiv hinterfragt werden müssen und schließlich zu einer Theorie führen. Qualitative Methoden beinhalten komplexe Sachzusammenhänge, die nicht durch Zahlen und Prozente auszudrücken sind. Es geht darum, die Praktiken der Informationsgewinnung der Science Community Filmwissenschaftler an Hochschulen erkennbar zu machen und zu strukturieren.

Der Nachteil ist, dass die Auswertung der Interpretation unterliegt und die Ergebnisse nicht quantifizierbar, d.h. in Zahlen messbar und nicht unbedingt wiederholbar sind. Durch einen Methoden-Mix wurde hier eine Verbindung von qualitativer und quantitativer Forschungsmethodik hergestellt. Die Fragebögen verhelfen zur Quantifizierbarkeit der Ergebnisse. Die Spezialbibliothekare als Intermediäre erweitern durch ihre Erfahrungen mit mehreren Hochschuldozenten das Spektrum.


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Im direkten Experteninterview können dagegen die Antworten sofort während des Interviewprozesses in den Gesamtzusammenhang eingeordnet und die dazu passenden Anschlussfragen gestellt werden. So ist eine intensivere Befragung als bei der standardisierten Fragebogen-Methode möglich.

Auch aus diesem Grund wird der Methoden-Mix in der neueren Sozialforschung vermehrt angewendet.<137>

3.3 Nutzerevaluation durch Experteninterviews

In den letzten Jahren wurden einige Nutzungsanalysen elektronischer Bibliotheksdienstleistungen durchgeführt.<138> Diese bezogen sich allerdings auf schon vorhandene Angebote, die nach der Erstellung in ihrer Akzeptanz und Nutzerfreundlichkeit untersucht wurden, oder auf einzelne Bibliotheken. Es dominierte dabei bisher die empirische Fragebogen-Methodik. Ausnahme waren eine Untersuchung des Informationsbedarfs von Rechtsanwälten in England<139> und die Interviews zur Nutzung medizinischer Information und Literatur.<140> In zuletzt genannter Arbeit wurde die Methode des Interviews als qualitative Studie beschrieben. Mit halbstandardisierten Fragebögen wurden maximal einstündige Interviews mit 15


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Professoren geführt. Die Thesen, die aus der Untersuchung resultierten waren u.a.:

Es ist bekannt, dass die Zufriedenheitsmessung der Nutzer relativ häufig erfolgt, meist aber lediglich zur Legitimierung von Angeboten. Jedoch ist die wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung von Dienstleistungen die Untersuchung des konkreten Bedarfs und der Nutzung von Information und Literatur.<142>

Eine interessante Studie wurde bereits 1997 in den USA herausgebracht, die mit Studierendeninterviews arbeiteten und sich ebenfalls mit bereits vorhandenen Bibliotheksangeboten beschäftigen: „Importance of a taxonomy; the method used for gathering data on user assessments of value [...].<143> Es sollten demnach Gründe herausgefunden werden, warum eine Bibliothek oder ein „information service“ genutzt wurde und welchen Wert dieser Besuch für den Nutzer hatte. Die Aussagen teilte man danach systematisch in ein Klassifikationsschema ein.


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Hauptfrage ist die Zielgruppenbestimmung: Wer wird die zu entwickelnde Seite besuchen, welches Bild wollen wir den Nutzern von uns vermitteln, und wie wollen wir zu ihnen in Beziehung treten?<144>

Zum Marketing elektronischer Publikationen schreibt Hobohm, „[...] dass der Auftritt am Markt nicht nur durch die einseitige Kommunikation in Richtung auf den Kunden - durch Werbung - geprägt ist, sondern dass sich das Angebot immer mehr der Nachfrage anzupassen habe, die Kommunikation also beidseitig ist.“<145> Durch Kundenbefragung lässt sich folglich der Bedarf in bestimmten Bereichen am ehesten feststellen.

Experteninterviews, die den Informationsbedarf von Film- und Fernsehwissenschaftlern überregional erfassen, sind eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung von Internet-Dienstleistungen.

Eine Fachnutzeranalyse gibt Auskunft, welche Bedürfnisse an das zukünftige Produkt gestellt werden.

Im Rahmen der Wissenschaft, Lehre und Forschung soll das Informationsangebot benutzerorientiert gestaltet werden. Öfter werden Nutzer nur nach ihrer Zufriedenheit befragt, aber seltener ermitteln Bibliothekare den Informationsbedarf vor der Entwicklung eines Dienstleistungsangebotes.<146> Dabei darf es nicht darum gehen, das zukünftige Produkt fadenscheinig zu legitimieren, sondern die Informationsbenutzung zu objektivieren, obwohl sie sehr komplex und individuell ist.

Ein weiterer Ansatz zur Bedarfserhebung stammt aus dem Bereich „ViLib Politikwissenschaft und Friedensforschung“. Hier befragte man in zwei 4-stündigen Workshops 8-10 Personen mithilfe von Szenarienbeschreibungen und Brainstormingmethoden. Diese Gruppenarbeit erspart zwar Zeit,


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doch darf man eine besondere inhaltliche Tiefe solcher Interviews nicht erwarten.

Eine weitere Möglichkeit der Erhebung stellt die Online-Befragung dar. Allerdings scheint sie in diesem Zusammenhang ungeeignet, da die tiefe des Themas der Möglichkeit der Nachfrage bedarf. Eine Gegenüberstellung der Face-to-face- und Online-Befragung:

Abbildung 13: Online Focus Group Methologies, entnommen aus: Internet Research: The Role of the Focus Group. In: Library & Information Science Research, Bd. 22, H. 4, S. 357-369, S. 363.

Die Methode des Interviews entstammt der qualitativen Forschung, d.h. hier sollen nicht statistische Verteilungen, sondern Probleme des wissenschaftlichen Informationsbedarfs und deren Beschaffenheit erfasst werden.


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„Qualitativer Forschung geht es nicht um eine große Zahl von Fällen, sondern um für die Fragestellung typische Fälle.“<147>

Eine tabellarische Auflistung der verschiedenen Formen von Leitfadeninterviews siehe in Abbildung 4, wobei für diese Arbeit die Form des Experteninterviews angewandt wurde.

Es existieren verschiedene Arten qualitativer Interviews. Für die vorliegende Untersuchung wurde das Interviewverfahren nach Witzel angewandt. Es besteht aus verschiedenen Instrumenten:

Die Orientierung am Interview-Leitfaden schließt aus, dass sich das Gespräch in anderen Themen verliert, zu subjektiv und damit nicht mehr vergleichbar wird. Das offene Interview hingegen ermöglicht es den Befragten, ihr Informationshandeln spezifisch zu rekonstruieren, darzustellen und Wünsche zu formulieren.


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Bei den Fragen nahm das Kriterium der Nicht-Beeinflussung einen vorrangigen Platz ein. Bei der Durchführung der Interviews wurde auf die Vermeidung von Suggestivfragen geachtet, d.h., trotz des Hypothesenkataloges der Autorin wurden Unterstellungen vermieden.<148> Die Art des Fragens durfte an keinem Punkt die Antwort nahe legen oder beeinflussen. Die offene Frage enthält keine festen Antwortkategorien. Zur Bedarfsermittlung ist die offene Frage ein gutes Mittel im Gegensatz zur geschlossenen Frage, die nur in Einzelfällen angewandt werden sollte (Beispiel: „Kennen Sie diese Bibliothek?“).

Bei der Fragetechnik und -strategie (z.B. Primär- und Sekundärfragen, „Nachbohren“) sind verschiedene Interviewtechniken zu berücksichtigen, die in dieser Arbeit auch angewandt wurden.<149> Das Sprachniveau sollte ähnlich sein, Frageformulierungen verständlich. Im Hinblick auf das Fragegerüst sollte die Reihenfolge der Fragen nur grob festgelegt sein, um die für die Informationsgewinnung nötige Offenheit zu gewährleisten.<150> „Bei einem wenig strukturierten Interview wird die Last der Kontrolle dem Interviewer übertragen.“<151> Der Spielraum, die Anordnung von Fragen individuell anzupassen, war in dieser Arbeit von Vorteil, da alle Interviews allein von der Autorin durchgeführt wurden. Eine Vergleichbarkeit der Frageweisen war hierdurch gegeben.

Der Hintergrund der Befragung, um dies nochmals in aller Kürze zu betonen, ist die Vorgehensweise der Dozenten bei der elektronischen Fachinformationssuche.

Anhand des folgenden Interviewleitfadens gestalteten sich die Befragungen:


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Tabelle 4: Interviewleitfaden:

Welche wissenschaftliche Stellung haben Sie an Ihrer Institution?

In welche Studienbereiche würden Sie Ihre Forschungs- bzw. Lehrtätigkeit einordnen?

Besteht auch auf anderen, angrenzenden Gebieten Informationsbedarf?

Wie sind Ihre konkreten Erfahrungen bei der Internetrecherche?

Wozu nutzen Sie im Rahmen Ihrer Tätigkeit die Internetinformation?

Gab es Probleme bei der Recherche?

Wie lange haben Sie durchschnittlich an einem Thema im Internet recherchiert?

Waren die Ergebnisse der elektronischen Recherche für Sie als Lehrenden an einer Hochschule passend?

War die Orientierung im Netz ausreichend?

Fanden Sie im Internet etwas n i c h t?

Wenn Sie bei Ihrer Suche nicht erfolgreich waren, was haben Sie alternativ unternommen?

Wenn Sie an Ihren Forschungs- bzw. Lehralltag denken, mit welchen Mitteln recherchieren Sie Information allgemein?

Welche Dokumententypen suchen Sie öfter?

Sekundärfragen:

Datenbanken (IMDB, FIAF), filmspezifische Suchmaschinen,

Videos, Studentenfilme,

Linksammlungen,

Sind Multimedia-Dokumente interessant?

Wären Sie bereit, für Dokumentenlieferung zu zahlen?

Nehmen Sie an Newsgroups teil?

Würden Sie Ihre Vorlesungsskripte ins Netz stellen?

Wie schätzen Sie den Umgang Ihrer Studierenden mit dem Internet ein?

Was ist Ihnen bei Internetangeboten wichtig und was weniger, damit Sie sie gerne und effektiv nutzen können?

Welche Wünsche haben Sie zu einem Filmportal ?

Gibt es Gebiete in der Fachinformationsrecherche im Internet, bei der Sie Unterstützung bräuchten?

Sagt Ihnen das Sondersammelgebiet Film an der Unibibliothek Frankfurt/M. etwas?

Gibt es noch etwas, was wir nicht angesprochen haben?

Haben Sie Interesse, die Ergebnisse zu erhalten?

Die Auswertung erfolgte anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.<152> Dabei werden die erhobenen Textdaten analysiert und verglichen, um daraus Aussagen zu ziehen, die repräsentativ sind. Das Material sind die Gesprächsaufzeichnungen. Nach Mayring wird das Material zergliedert, indem die Analyseaspekte vorher in Kategorien festgelegt wurden.<153> Zusammenfassen und Strukturieren des Materials heißt, gleiche Aussagen zu bündeln. Fallbeispiele und typische Äußerungen sollen dokumentiert werden. „Eine gute Paraphrase zeichnet sich durch ihr nicht-selektives Verhältnis zu den behandelten Themen und Inhalten aus; sie sollte - ausführlich oder abkürzend, jedenfalls protokollarisch - auf den Inhalt gerichtet sein, so dass antizipierte Themen und Aspekte nicht verloren gehen.“<154>


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Weitere Hinweise zur Analyse von Leitfadeninterviews wie materialorientierte Kategorienbildung, Auswertungsschlüssel und vertiefende Einzelfallanalysen wurden nach Schmidt erstellt <155>.

Das Paraphrasieren von inhaltsreichen und sinntragenden Textstellen erfordert die Generalisierung der Aussagen und schließlich eine Reduktion durch Selektion bedeutungsgleicher Paraphrasen. So fand eine Kategorienbildung statt.

Es wurden Transkriptionen von allen Interviews erstellt, die danach in Fragencluster, d.h. in einen gemeinsamen Themenkatalog eingeteilt wurden.<156> Dieser Themenkatalog erlaubte eine Verallgemeinerung der einzelnen Interviews. Bei den Themenüberschriften wurden auch Redewendungen der Interviewten direkt übernommen. Eine typische Paraphrase war dabei z.B.: „[...] jeder macht irgendwie ein bisschen Forschung.“

Ziel der abschließenden qualitativen Inhaltsanalyse war die systematische Bearbeitung des Materials, also der Protokolle. Die strukturierende Inhaltsanalyse „..hat das Ziel, bestimmte Aspekte aus dem Material herauszufiltern und unter vorher festgelegten Ordnungskriterien einen Querschnitt durch das Material zu legen.“<157>

Zuerst werden die theoretischen Strukturen festgelegt und dann die Unterkategorien zusammengestellt; dabei werden typische Textpassagen zitiert.

Nach dem Materialdurchlauf werden die Ergebnisse aufbereitet. Bedeutungsgleiche Texteinheiten werden gestrichen oder zusammengefasst. Zum Schluss wird geprüft, ob die Kategorien und Theorien überarbeitet werden müssen.


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Dann erfolgt die inhaltliche Auswertung des Materials: „Erst jetzt erfolgt eine Ablösung von den Texten. [...] Das Gemeinsame im Verschiedenen wird - im Rekurs auf soziologisches Wissen - begrifflich gestaltet, d.h. in Form einer Kategorie gegossen“.<158>

Vorgehensweise des Forschungsablaufs:

  1. Auswahl der Interviewpersonen;
  2. Interviewtechnik des Leitfadens, um wichtige Kriterien anzusprechen; und zwar bei gleichzeitiger Offenheit der Situation;
  3. qualitative Inhaltsanalyse durch Reduktion auf Kernaussagen und Kategorienbildung;
  4. Interpretationsphase, deren Ziel die Handlungsstrukturen bei der Informationsrecherche transparent werden lassen.

Die Dramaturgie der Interviews wurde nach dem Interview-Pretest im August 2001 von der Autorin modifiziert. Dieser Pretest war wichtig, um die Methodik und Funktionalität des Leitfadens zu prüfen. Ebenso wurden die Techniken einschließlich der Gerätetechnik einstudiert, die für die Transkription von großer Bedeutung sind.

Einige Fragen wurden von den Dozenten von sich aus angesprochen, so dass sie von der Autorin, die gleichzeitig Interviewerin war, ausgelassen werden konnten. Der Leitfaden wurde also dem aktuellem Gesprächsverlauf flexibel angepasst und bildete hauptsächlich eine Gedächtnisstütze für die Interviewerin, damit kein Themenkomplex ausgelassen werden konnte.

Die Menge und Vielfalt der Daten hatte zuerst überrascht, wobei sich beim Zusammentragen der Themenbereiche Ähnlichkeiten bei den Antworten offenbarten. Dieses Verfahren hat sich schon deshalb als geeignet herausgestellt, da die Lehrenden Themen ansprachen, die bei den Hypothesen so noch nicht berücksichtigt worden waren; man denke dabei nur an den Wunsch nach Kommunikation zwischen den Filmschulen.


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Dem Auswahlverfahren der Stichprobe wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt. „Bei der bewussten Auswahl werden Merkmalsträger danach ausgewählt, wie „brauchbar“ bzw. wie zentral ihre Untersuchung für die Beantwortung der gewählten Fragestellung ist.“<159>

Die Auswahl der Lehrenden an der HFF München erfolgte über die Homepage der Hochschule, und die Anfrage erfolgte über E-Mail. Es wurden insgesamt zwölf Dozenten angeschrieben, von denen sechs antworteten (50 %). Zwei davon waren generell bereit, allerdings nicht zu dem vorgeschlagenen Termin. Von Vorteil war, dass das Medium, um das es geht, auch gleich zur Kontaktaufnahme genutzt werden konnte.

Die kleine Stichprobe bezüglich der Filmdozenten der zwei Filmhochschulen lässt keine repräsentative Typisierung für alle (auch Universitätsdozenten) zu, doch ist eine qualitative Typisierung des Informationsbedarfs evident.

Insgesamt wurden dann acht Dozenten (jeweils vier von der HFF München und vier der HFF Potsdam) interviewt:

Vertraulichkeit musste vorab garantiert werden, um eine anonyme Informationsauswertung zu realisieren.<160>

In der untersuchten Stichprobe sind folgende Zielgruppentypen unter den Dozenten vertreten:


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Professoren und Mitarbeiter aus wissenschaftlichen und technischen Fachbereichen; da die Zielgruppe der lehrenden Filmemacher nicht vernachlässigt werden sollte, wurden an der HFF Potsdam, Babelsberg, Lehrende aus den Fachrichtungen Produktion, Ton, Schnitt, Regie und Kamera angeschrieben.

Studienbereiche der Dozenten bezüglich ihrer Lehrtätigkeit und angrenzende Fachgebiete:

Genannt werden z.B. Kinoforschung, Zuschauerforschung, Filmanalyse/ Filmästhetik, Wahrnehmungstheorie, Fotografie, Filmtechnik, Kommunikationspolitik und kommunikationswissenschaftliche Sichtweise sowie Produktion.

Die Potsdamer Interviews fanden im Zeitraum zwischen Ende September und Ende November 2001 statt und dauerten jeweils eine halbe bis eine knappe Stunde. Am 21.09.2001 erfolgten vier Interviews an der HFF/München. Die Befragungen mit Lehrenden der beiden Filmhochschulen fanden im Umfeld des jeweiligen Dozenten, also meist in deren Büros statt. Es wurde versucht, durch intensives Zuhören auch neue Perspektiven des Themas zuzulassen und sich in die Lage des betreffenden Professors zu versetzen.

Die Transkription der Interviewdaten wurde vom Tonband erstellt.

Für das Sampling der Stichprobe ist wichtig, dass aus der Basisgruppe „Lehrende an Filmschulen“ zwei regional unterschiedliche Filmhochschulen ausgewählt wurden, damit regionale Bedürfnisse nicht zu sehr einfließen. Bei einzelnen Hochschulbibliotheken ist eine individuelle Ausrichtung auf Einzelthemen der Dozenten leicht möglich. Eine überregionale Vernetzung relativiert die wissenschaftlichen Informationsbedürfnisse der Zielgruppe Dozenten der jeweiligen Fachrichtung.

Bei der komplexen Fragestellung des speziellen Nutzerbedarfs von Wissenschaftlern ist das qualitative Interview hilfreicher als empirische Mittel. Bibliothekarische Befragungen zielen meist auf empirische Daten über den Kunden ab oder beschäftigen sich mit einem bestimmten, schon vor


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handenes Angebot. Weniger Wert wurde anscheinend auf die Untersuchung der Informationsansprüche gelegt.<161>

Durch Interviews mit Wissenschaftlern können Bedarfsprofile und Angebote elektronischer Dienstleistungen präzisiert werden. Wie können sich die Filmbibliotheken, die bisher als Medien-Provider arbeiteten, außerdem als Service-Provider profilieren?

Oft setzen bibliothekarische Untersuchungen über elektronische Angebote erst beim fertigen Produkt an. Sinnvoller ist es, den spezifischen Bedarf der Angebote vorher zu untersuchen, um dann eine größere, bedarfsgerechte Akzeptanz zu evozieren. Bisher hinterfragten nämlich die meisten Bibliotheken kaum die Informationsanforderungen der Wissenschaftler (außer z.B. im Fach Medizin<162>).

Bei der Durchführung des Interviewvorhabens muss vorerst die Wissensaneignung der Medienwissenschaftler untersucht werden, und dabei besonders das Verhältnis zwischen dem Wissenschaftler und dem Informationsanbieter. „Der Wissenschaftler ist bei der Gewinnung neuer Erkenntnis von der bisherigen Erkenntnis abhängig. Der Zugang zu Information ist essentiell.“<163>

Die Interviewform des Leitfadens hatte zum Vorteil, dass sich der Informationsgewinnungsprozess zum Bedarf der Lehrenden mit jedem Interview weiterentwickelte. Die situative Benutzung der unterschiedlichen Fragen bedeutete eine gewisse Abstraktion vom Interviewleitfaden, aber auch ein Erinnern an vorher Gefragtes. Diese Rekursivität des Informationsprozesses ergab nach dem ersten Interviewblock ein Gesamtbild, das Unterschiede und Gleichheiten umriss:


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Die Einstiegsphase war bei allen wichtig, um eine Beziehungsebene aufzubauen, die Vertrauen in die Situation schaffen sollte. Aktives Zuhören durfte nicht zu überlangen Redesequenzen führen, die, wenn sie nicht sachdienlich waren, behutsam umgelenkt werden mussten. Die Zielgruppe der Lehrenden ist es gewohnt, über Wissenschaft zu sprechen, so dass dies kein Problem darstellte.

Kaum ein Befragter fühlte sich als Internet-Experte, obwohl sich meist herausstellte, dass alle das Internet für filmwissenschaftliche Recherchen nutzten. So wurde jedoch von einigen Befragten betont, dass Unsicherheiten auf diesem Gebiet bestehen.

3.4 Fragebogenanalyse Filmbibliothekare

Im Bereich des Online-Informationsmarktes sind verschiedene Intermediäre tätig. Zielgruppe eines virtuellen Filmportals sind nicht nur Wissenschaftler als Endnutzer, sondern auch Bibliothekare. Filmbibliothekare befinden sich an der Schnittstelle von informationssuchenden Filmwissenschaftlern und der spezifischen Information. Sie sind daher die geeigneten Intermediäre, um die Fragestellungen ihrer Klientel wiederzugeben. Man kann davon ausgehen, dass sie die Informations-Handlungsmuster der zu untersuchenden Akteure kennen. Sie sind in diesem Fachgebiet spezialisiert und nehmen den Wissenschaftlern auch teilweise Informationsrecherchen ab.

Die Filmbibliothekare verfügen über Kenntnisse des Informationsverhaltens von Medienwissenschaftlern nicht nur aus dem Hochschulbereich, sondern auch aus der Forschung und Wirtschaft, da sie in der Informationsauskunft tätig sind.

Der Fragebogen lieferte die quantitativen Aspekte der Erhebung. Allerdings waren die Aussagen der Filmbibliothekare nicht ganz so umfangreich wie erwartet. Auf mündliche Rückfrage teilten einige mit, dass bestimmte Aussagen nur Annahmen seien. Diese Unsicherheit resultierte auch aus der unterschiedlich fachlichen Ausrichtung der Dozenten.


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Fragebögen für die Filmbibliothekare als Intermediäre bei der Wissensvermittlung wurden eingesetzt, um das Wissen dieser Multiplikatoren auszuwerten. Sie sind Funktionsträger in einem institutionellen Kontext und können durch die damit verknüpften Aufgaben objektivierbare Aussagen zum Wissensbedarf ihrer Kundschaft machen.

Die repräsentative Stichprobengesamtheit für die Fragebogenaktion waren alle Filmschulen in Deutschland. Die gewählte Stichprobe umfasst die Teilmenge aller Filmschulbibliotheken, die im Arbeitskreis Film-Bibliotheken beteiligt sind.<164>

Schwierigkeit dabei war, dass die Filmbibliothekare Aussagen über das Informationshandeln der Zielgruppe nach ihren Erfahrungen angeben sollten, die natürlich auch recht subjektiv sein können. Diese theoretischen Annahmen beziehen sich auf die Betriebserfahrung, von der angenommen wird, dass sie die Annahmen festigt.

Im Januar 2002 wurden elf Fragebögen an die folgenden Teilnehmer des Arbeitskreises der Filmbibliotheken per E-Mail verschickt:


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Die SSG-Bibliothekare konnten die Fragebögen nicht ausfüllen, da der Kontakt zu den Filmdozenten in einer solch großen Einrichtung nicht gegeben ist und eher Medienwissenschaftler allgemein ihre Kunden sind. Die Anregung zur Zielgruppenerweiterung durch Medienwissenschaftler wurde an dieser Stelle registriert und später umgesetzt.

Eine Schwäche der Befragung war, dass es den Befragten schwer fällt, die eigenen erbrachten Informationsdienstleistungen aus der Außenperspektive ihrer Kunden zu betrachten. So wurden die Fragen sieben bis neun von der Hälfte der Antwortenden mit Fragezeichen versehen.

Bis zum März 2002 kamen sechs Fragebögen zurück, was einem 55 %-igen Rücklauf entspricht.

Zusammenfassend lässt sich die Bereitschaft der Filmbibliothekare zur Mitarbeit positiv würdigen.

Im Folgenden wird der Fragebogens wiedergegeben. Die eingetragenen Ziffern geben die Häufigkeitsverteilung bei den Antworten an.

Die Nennungen sind in Fettdruck angefügt:

Tabelle 5: Fragebogen Filmbibliothekare, Teil A, Antwortverteilung:

1. Wie schätzen Sie den Umgang von Medienwissenschaftlern mit dem Internet ein? Halten Sie diese für ...

eher erfahren

(5 x)

 

 

 

eher unerfahren

(1 x)

 

 

 

 

2. Nutzen Medienwissenschaftler bereits Internetdienste, um an Informationen für ihren Beruf zu gelangen?

Ja

6 (alle)

 

 

 

 

3. Welche Sorte fachlicher Anfragen erhalten Sie überwiegend?

Themensuche

(1x),

 

 

 

Genresuche

(1x),

 

 

 

Verfügbarkeit von Videos

(3x),

 

 

 

Sekundärliteratur

(1x).

 

 

 

 

4. Wird eher filmografische Information über den Film erfragt oder wird der Film (als Primärquelle) gesucht?

eher Film als Primärquelle

(6 x)

 

 

 

Sekundärinformation über Film

2 Antworten bei gleichzeitiger Nennung der Primärquelle

 

5. Mit welchen Mitteln recherchieren Film-Fernseh-Medienwissenschaftler?

- Virtuell

Ja

Nein

- Suchmaschinen

6

0

- Datenbanken z.B. FIAF

3

1

- IMDB (Internet Movie Database)

6

0

- Nachschlagewerke (Lexika ... )

4

2

- BibliotheksKataloge, OPAC

5

1

- Fernleihe, Dokumentenlieferung

1

4

- Würden Kosten in Kauf genommen werden?

2

1

- Filmwissenschaftl. Linksammlungen

3

2

- Elektronische Zeitschriften

1

3

- Festivals, Vorträge, Kongresse

1

3

 

6. Was ist den Lehrenden oder Dozenten bei film-fachspezifischen Angeboten im Internet Ihrer Meinung nach wichtig?

 

sehr relevant

eher relevant

eher nicht relevant

Über-haupt nicht relevant

- Zuverlässigkeit, Seriosität

4

2

0

0

- Übersichtlichkeit

4

2

0

0

- Gestaltung

0

3

2

1

- Inhaltliche Qualität

6

0

0

0

- Interaktivität

0

3

3

0

- Aktualität

5

1

0

0

- schneller Seitenaufbau

1

4

0

1

- weiterführende Links

0

5

1

0

- Weiteres, bitte Beispiel nennen:

Site-Map für Übersichtlichkeit, Videos

 

7. Welche Informationen werden nicht gefunden?

Europäische Statistiken, Osteuropadaten, Einspieldaten vor 1995, (1x keine Aussage), Bildinhalte, Bildmotive

 

8. Und was wird alternativ unternommen?

Keine Aussagen möglich, von Dozenten eigene Videosammlung, Bibliothek

 

9. Werden die filmwissenschaftlichen Linkdatensammlungen genutzt?

2 x ja

a. Wenn ja, welche?

1x HFF, Potsdam

b. Zu welchem Zweck?

1x Lehre

 

10. Welche Art von Dokumentennachweisen wären in einer virtuellen Internet-Fachbibliothek Film/Fernsehen für Wissenschaftler unbedingt relevant?:

Hier werden nur die Ja-Antworten gezählt. Im Gegensatz zur Frage 6, was den Dozenten z.Zt. wichtig sei, zielt diese Frage auf zukünftige Internetangebote:

 

Ja

- Zeitschriftenaufsätze

5

- Zeitschriftentitel

5

- Elektronische Zeitschriften

4

- Zeitungsausschnittsammlungen

2

- Current Contents (Zeitschrifteninhaltsverzeichnisse)

4

- Monografien

4

- Hochschulschriften allgemein

5

 

- Diplomarbeiten

3

 

- Dissertationen

6

 

- Seminararbeiten

1

 

- Semesterapparate

1

 

- Video

6

 

- DVD

6

 

- Filmrollen (16/35mm)

2

 

- CD

6

 

- CD-ROM

5

 

- Online-Datenbanken

5

- Ist eine Auskunft per E-Mail wichtig?

3

- Nachrichtendienste, Reviews, Neuerscheinungs- und Infodienste

3

- Newsgroups, wissenschaftl. Kommunikation

2

- aktuelle Neuigkeiten aus der Forschung

4

- Werden Online-Filmsequenzen benötigt?

1

- Bestellmöglichkeit für Medien

3

- Ist eine englische Version der Seite wichtig?

4

Sonstige Ideen: Hier werden Genrefilme genannt (Animationsfilm, Eastern etc.)


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Interpretation der Antwortverteilung, Fragebogen Filmbibliothekare:

Die befragten Bibliothekaren schätzen Medienwissenschaftler als eher erfahren im Umgang mit dem Internet eingeschätzt.

Alle Befragten sagten aus, dass Internetdienste für berufliche Zwecke genutzt werden.

Das Gros der Anfragen bezog sich auf die Verfügbarkeit von Videos, d.h., es wird eher der Film als Primärquelle bei den Bibliothekaren nachgefragt.

Alle befragten Bibliothekare nehmen an, dass Suchmaschinen zur virtuellen Recherche genutzt werden; hier insbesondere die IMDB (International Movie Database). Die Bibliothekskataloge und Nachschlagewerke werden auch häufig als Mittel der Informationsrecherche angegeben. Datenbanken und filmwissenschaftliche Linksammlungen folgen danach. Weniger relevant scheinen die Dokumentenlieferung und elektronische Zeitschriften zu sein. Auch Festivals, Vorträge und Kongresse werden als nicht so wichtig eingeschätzt.

Von allen befragten Bibliothekaren wurden Videos/DVDs und überraschenderweise CDs angegeben, ebenso Dissertationen, die in einer virtuellen Internetfachbibliothek interessant erscheinen. Erst dann folgen die Dokumentenarten Zeitschriftenaufsatz, -titel, Hochschulschriften allgemein, wobei Seminararbeiten als nicht relevant eingestuft wurden. Online-Datenbanken, CD-ROMs, Current Contents und aktuelle Neuigkeiten aus der Forschung sind auch noch messbar relevant in der Einschätzung. Eine englische Version der Seite scheint gerade für die Filmwissenschaft (international, Koproduktionen) interessant. Weniger oft genutzt wurden laut der Einschätzungen Zeitungsausschnittsammlungen sowie virtuelle Semesterapparate. Unsicherheit herrscht bei dem Angebot einer E-Mail-


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Auskunft, Newsgroups und Nachrichtendienste. Vielleicht sind diese Angebotsmöglichkeiten noch nicht hinreichend bekannt.

Vorrangig wird die inhaltliche Qualität als von allen Bibliothekaren äußerst relevant eingeschätzt, gefolgt von der Aktualität. Letztere scheint ein besonders wichtiges Kriterium zu sein, gerade für virtuelle Angebote. Sie bietet zudem einen Vorteil gegenüber konventionellen Informationsangeboten, die in gedruckter Form nur bedingt aktuellstes Material liefern können. Ein Beispiel dafür sind Adresshandbücher. Ferner wurden Zuverlässigkeit/ Seriosität und Übersichtlichkeit angekreuzt. Als „eher relevant“ wurden hauptsächlich weiterführende Links bewertet. Als „eher nicht relevant“ wird die Interaktivität eingestuft.

3.5 Ergebnisse und Interpretationen

„... und jeder macht irgendwie ein bisschen Forschung“ (Auszug aus einem Dozenteninterview)

In der ViFa Film stehen die Informationsbedürfnisse der untersuchten Gruppe im Mittelpunkt des Interesses. Die Dozenten arbeiten in unterschiedlichsten fachlichen Schwerpunkten (allein an der HFF-Babelsberg existieren zehn Studienrichtungen von Animation bis Szenografie). Dies ergibt einen Querschnitt durch die Informationsarten wie Adressinformation, Fachinformation, statistische Informationen usw. Die Dozententätigkeit ist von einer steten und rasanten Entwicklung des Faches geprägt. Oft wird interdisziplinär gearbeitet, d.h. die Grenzen z.B. zur Kunst- oder Kommunikationswissenschaft sind fließend. Theoretisches Wissen ist ebenso notwendig wie Kreativität. Unterschiedliche Dozenten sprachen diesen Spagat zwischen Ausbildung und Forschung an:

„Alle unsere Technikausbildungen hier haben nicht wissenschaftlichen Charakter, sondern anwendungsbezogen gestalterischen, also auf die gestalterische Anwendung bezogenen Charakter. Also, das ist ganz, ganz wichtig.“ (Auszug aus einem Dozenteninterview.)

Auch der Spagat zwischen Lehre und Forschung wurde angesprochen:


104

„[...] das heißt, mir geht‘s eben halt darum, sowohl für meine persönliche Forschung, als auch in dem, was ich in der Lehre versuche, den Studenten mitzugeben.“

Hauptaspekt der Interviews war, wie sich Lehrende der Film und Fernsehwissenschaft Informationen verschiedenartiger Quellen aneignen.

Als vorteilhaft erwies sich bei den Interviews, dass Rückfragen gestellt werden konnten, wenn die Aussagen unklar erschienen. Auch Gabrys-Deutscher stellt dies fest: Die mündliche Kommunikation bietet die Möglichkeit des Dialogs, was Missverständnisse vermeiden hilft und die Effizienz der Informationssuche steigert.<166>

Die Interviews verliefen in kollegialer Atmosphäre, die beiderseits von Neugier geprägt war, und zwar unabhängig vom Alter der Interviewten (das schätzungsweise zwischen 30 und 60 Jahren lag). Eher war eine Abhängigkeit der Antworten vom Fachgebiet signifikant. Technisch ausgerichtete Fachbereiche hatten natürlich eine höhere Technikaffinität, waren eher bereit, das Internet zu nutzen und fanden Bibliotheken manchmal zu kompliziert. Dozenten aus technischen Fachbereichen verlangten sogar Firmeninformationen; Kommunikationswissenschaftler hingegen suchten eher wissenschaftliche Abhandlungen und Untersuchungen. Die künstlerisch orientierten Dozenten (Photographie etc.) hingegen waren stark auf die konventionellen Printmedien orientiert. Eine zusammenfassende Typenbildung unterscheidet also die technisch-kommunikationswissenschaftlich orientierten Dozenten, die Internetangeboten gegenüber aufgeschlossener sind als Dozenten künstlerischer Fachrichtungen. Einige distanziert-ablehnende Aussagen betrafen die Frustration, sich Internetkompetenz selbst aneignen zu müssen.

Zu bemerken ist, dass alle Befragten das Internet nutzen, aber nicht jeder mit gleicher Häufigkeit in die entsprechende Filmbibliothek geht. Trotzdem halten nicht wenige der Interviewpartner gedruckte Quellen für seriöser.


105

Volltexte im Internet waren für alle interessant, wenn sie aus glaubhaften Quellen stammen.

Obwohl oft betont wird, wenig vom Internet zu verstehen, benutzen es alle Dozenten zu Recherchezwecken.

Die Forderung nach einem Verbund der Filmschulen wird als Bedürfnis der Studierenden vorausgesetzt und von Dozenten öfter explizit angesprochen.

Ein kritischer Grundtenor dem Internet gegenüber war bei einigen Befragten der HFF Potsdam zu bemerken, die aber trotzdem alle das Internet nutzen. Motivation dazu waren die „Trüffel“ (aus einem Interview), die immer wieder zu finden seien. Ein Beispiel dafür:

„Ich war auch am Anfang sehr enttäuscht, weil alle fanden das Internet wunderbar, und da dacht‘ ich, da steht doch eigentlich gar nichts drin ... Ich dachte Informationsfülle, was ich so mal gehört hab‘, und natürlich ist es insgesamt ’ne Informationsfülle.“

Zeichen für die rege Nutzung des Internet durch alle Dozenten waren die vorhandenen Bookmarklisten auf deren PCs. Die Kommunikation mit Studenten per E-Mail scheint üblich, wobei die Einschätzung des unüberlegten Umgangs der Studenten beinahe von allen Dozenten moniert wurde.

Beim Weg zur Information werden nicht, wie angenommen, Fachgespräche mit Kollegen genannt, sondern eher Tagungen oder virtueller Austausch per E-Mail.

Durch den Forschungsprozess ergaben sich neue Perspektiven und Hypothesen. So rückten durch die Interviews die Studierenden mehr in das Blickfeld. Die Dozenten nehmen einen Schulungsbedarf der Studenten bei der Recherche mit Suchmaschinen an.

An sich wäre zu erwarten gewesen, dass die Nutzung der verschiedenen filmwissenschaftlichen Internetangebote durch Dozenten schon erfolgt, was aber nur teilweise der Fall ist. Für das zu entwickelnde Filmportal folgt daraus, dass die Ergebnisse der Untersuchungen, nämlich u. a. die Not


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wendigkeit eines übersichtlichen Angebotes von realen und virtuellen Dienstleistungen für die Dozenten umgesetzt werden sollten.

Zusammengefasste Ergebnisse der Interviews sind:

Der Grundtenor der Interviews war, dass die Fülle des Informationsangebotes im Internet oft zu Ergebnissen führt, die den Ansprüchen der wissenschaftlichen Recherche nicht gerecht werden. Das Informationschaos bei gleichzeitigem Überangebot im Internet wurde moniert. „Verloren in der Netzstruktur“ war ein Ausdruck dafür. Worte, die oft auftauchten, waren „Chaos und Unübersichtlichkeit“. Der Wunsch, die automatische Recherche durch eine intellektuelle Recherche zu ergänzen, wurde angesprochen.

Zu allgemeinen Suchmaschinen lässt sich feststellen, dass Qualität von Suchmaschinen schwer zu verifizieren ist.


107

Experten sind auf ihr Fachgebiet konzentriert und haben wenig Zeit, sich um Informationsbeschaffung zu kümmern. Das Wissen befindet sich zumeist in Hochschulbibliotheken. Deren Leistungsfähigkeit stellt das Kapital der Hochschule dar.

Den Dozenten ist bekannt, dass ihre Studenten das Internet intensiv und häufig für Hausarbeiten u.ä. nutzen, jedoch oft auf „Scheinportale“, Trivialportale und schlechte WWW-Seiten hereinfallen. Studenten recherchieren ihre Information gegenwärtig anders als die Dozenten; vermutet wird von den Dozenten eine sehr häufige Inanspruchnahme des Internets.

Die Einstellung zur PC-Technik war bei den Dozenten zwar grundsätzlich positiv, obwohl immer wieder darauf hingewiesen wurde, dass die schriftliche Information im WWW flüchtig sei.

Hilfe wird benötigt:

Bücher für Lehrende lassen sich mittels Computer an entsprechend ausgerüsteten Bibliotheken leicht ermitteln, während das Suchen nach Artikeln in Monographien, Zeitschriftenartikeln und Videos sehr viel schwieriger und unergiebiger ist. Deshalb sollten diese Segmente in einem Filmportal als zentrales Element angeboten werden.

Aus den Befragungsergebnissen lässt sich für die Segmente eines Filminformationsportals folgern: Das Filmportal sollte

Exkurs: Qualitative Inhaltsanalyse

Bei der folgenden Auswertung, der Inhaltsanalyse, handelt es sich um eine Sortierung, Gruppierung und eine Reduzierung der Aussagen, die dann die Ergebnisse darstellen. Zu den Themenkomplexen, die in den Interviews angesprochen wurden, gibt es eine Zusammenfassung der prägnantesten Antworten in Zitatform. Der Wunsch nach der einen, einfach zu bedienenden Seite für die Medienschulen war offensichtlich.

Im ersten Schritt der Inhaltsanalyse wurden die Paraphrasen zu den einzelnen Themenbereichen isoliert, danach generalisiert und durch Reduktion zusammengefasst.


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Hier ein Beispiel qualitativer Inhaltsanalyse anhand von Transkriptionen:

  1. Die Aussage: „[...] und da gibt es Leute, die, also [...] jeder macht irgendwie ein bisschen Forschung.“<167> wird paraphrasiert zu: Jeder macht irgendwie ein bisschen Forschung. D. h. Füllwörter werden weggelassen, ein Satz wird gebildet.
  2. Die Generalisierung und Reduktion der Aussage lautet dann:
    In Deutschland wird an mehreren Orten medien- und filmwissenschaftlich geforscht. Die Kommunikation untereinander ist unzureichend, da eine Vernetzung fehlt.
  3. Interpretation der Aussage: Die Vernetzung der Medienwissenschaft ist notwendig, da an verschiedenen Stellen geforscht wird, aber eine Koordinierung dieser Forschungstätigkeiten nicht erfolgt.

Die offenen Interviews wichen manchmal von der Reihenfolge des Leitfadenfragebogens ab. Die Antworten und Fragen liefen nicht unbedingt in der angegebenen Reihenfolge, werden aber inhaltlich subsumiert, um die Auswertung der Ergebnisse übersichtlich zu halten. Beispielhafte Aussagen zu den einzelnen Themenkomplexen sind im Folgenden in Zitaten eingefügt.

Um die Objektivität bei den Aussagen zu gewährleisten dürfen keine Suggestivfragen<168> gestellt werden.

Die in der letzten Frage angesprochenen Sondersammelgebiete Film an der Universitätsbibliothek Frankfurt und SSG Medien an der Universitätsbibliothek Leipzig waren keinem Dozenten bekannt.

Übersicht über die Themen- und Aussagecluster der qualitativen Inhaltsanalyse:

In der folgenden Themengruppenbildung der prägnantesten Interviewstellen wurden zur Unterscheidung der Textpassagen verschiedener Dozenten verschiedene Schrifttypen gewählt.

In dem jeweils ersten Abschnitt stellt die Autorin eine inhaltliche Zusammenfassung der Ergebnisse voran.

Thema der Aussagen (im Folgenden unterlegt):

3.5.1 Erfahrungen bei der Internetrecherche

Die meisten Dozenten schätzten ihre Erfahrungen im Internet mittelmäßig bis gut ein. Nur zwei von ihnen hatten geringe oder schlechte Erfahrungen und fühlten sich damit alleingelassen; andere staunten, was sie im Netz fanden.

Zwei Dozenten gingen während des Interviews an ihren PC und zeigten diesbezüglich Seiten.

Nur wenige der Interviewpartner nutzten Mailinglisten für den wissenschaftlichen Diskurs. Der Fachaustausch per E-Mail ist mit Kollegen hingegen üblich.


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Das Problem der Unübersichtlichkeit wird fast in jedem Interview genannt:

„Überhaupt sind die Internetseiten sehr vollgestopft, find‘ ich. Unübersichtlich oder beides, unübersichtlich und man kommt dann doch nicht weiter. Das gibt denn so was wie Scheinlinks.“

Textbeispiele:

Medienstatistiken zum Beispiel, wenn ich meinen Bereich nehme, ich muss ja ständig aktualisieren, das Zahlenmaterial, da versuche ich halt im Internet was zu finden. Ich recherchiere dann etwa bei Medienunternehmen, die sich darstellen, im Internet, suche also auch filmwirtschaftliche Tatbestände.<169>
... da kam eine Anfrage aus der HFF: „Stellen Sie Businesspläne zusammen“. Dann habe ich für diese Problematik hier recherchiert und habe noch die tollsten Ausdrucke da rausgeholt. Man staunt ja selbst, was da drin steht.
... ich stoße auf die Sachen immer sehr zufällig letztendlich ... merke das dann immer, wenn ich irgendwo einen Suchbegriff eingebe und dann bei so was lande ... systematisch nutzen tue ich das eigentlich nicht.
Internet in der Beziehung benutze ich am häufigsten auf der Ebene von Katologrecherchen. Hier wird man schon fündig. Die andere Frage ist, ob man relativ einfach oder auch schnell an die Bücher herankommt. Da stapelt sich bei mir ja das Problem: Die Bibliothek ist geschlossen, die Bücher geklaut, ausgeliehen ...
... wenn man zum ersten Mal in die Bibliothek kommt, das sind dieselben Phänomene: Man ist erschlagen, man lernt aber auch, wie viel man wissen könnte.

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Thematisch gesehen hatte ich sehr gute Ergebnisse im Bereich „moderne digitale Videotechnik“. Da ist sehr viel im Internet. Schlecht sieht‘s eher, ich möchte mal sagen, bei klassisch geisteswissenschaftlichen Themen aus wie Dramaturgie. Da ist ein deutliches Qualitätsgefälle doch auszumachen zwischen technischen und geisteswissenschaftlichen Informationsinhalten.

Die Dozenten wiesen oft darauf hin, dass sie keine Experten im Internet sind, trotz aller Skepsis waren sie über ihren Rechercheerfolg erstaunt.

Auch im Bibliothekarfragebogen wurden die Dozenten als eher erfahren eingeschätzt.

3.5.2 Nutzen des Internets für Dozenten und ihre Tätigkeit

Der Vorteil von aktuellen Informationen im Netz wird betont:

... ich gehe natürlich ins Internet, wenn ich etwas Aktuelles suche, also zum Beispiel den Bericht der Kik, Kommission zur Ermittlung des Konzentrationsgrades in der Wirtschaft, die in Potsdam sitzt, oder wenn ich Statistiken suche ... und das mache ich auch schon selbst, dagegen wenn ich Literatur suchen lasse in Bibliotheken, dazu habe ich eine studentische Hilfskraft, die entsprechend dann für mich recherchiert.

Zeitschriften werden hier benannt:

Das Lesen macht einfach vom Papier auch viel mehr Spaß als vom Bildschirm, klarer Fall. Aber ich bin auch auf viele Zeitschriften gestoßen bzw. auch an Archive gekommen, die so für mich gar nicht einsehbar gewesen wären ohne Internet.

Textbeispiele:

Ich glaube, ich habe eine Statistik, was die Werbewirtschaft anbelangt, ich glaube, den neuesten Stand der werbewirtschaftlichen Statistik, den hatte ich mal da herausgeholt, den fand ich also nicht in den ... veröffentlichen Print-Produkten ...

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Ja, sie sind oft weniger sorgfältig recherchiert. Man findet eher Überblicke, Einführungen, aber wenn man tiefergehende Hintergründe, Analysen haben will, ist man im Internet am falschen Platz.
... wenn man Firmen kontaktiert oder wenn man ’ne Übersicht haben will über neue Produkte von den Filmmaterialherstellern oder auch für Technikfirmen, ... das habe ich schon hin und wieder mal genutzt.
Zur Recherche in Filmschulen wird genannt:

Wir wollen schon mal sehen, was die andere Hochschulen machen.

... ich gucke andere Hochschulen an. Da gibt es zwei Gründe. Das eine ist, wenn ich sehen will, wenn hier was nicht funktioniert institutionell, gucke ich, wenn, sagen wir mal, hier, das ist nun mein Arbeitsbereich, der so schwierig ist und die Geräte kaputtgehen. Wie machen es andere Hochschulen, wie organisieren sie z.B. die Verbindung von Lehre zu Technik, Hochschulausbildungstechnik?
So, dann gucke ich nach, wenn ich irgendwas Hochschulvertracktes machen muss wie die Prüfungsordnung. Dann gucke ich schnell fünf Prüfungsordnungen von vergleichbaren Hochschulen an.

3.5.3 Probleme bei der Recherche

Als Problem wurde fast in jedem Interview die Unübersichtlichkeit angegeben. Bei den Wünschen taucht dann die Forderung nach einer inhaltlichen Struktur auf:

Orientierung im Netz schwer, da offenes Forum, durch Mist waten, um die Perle zu finden. Alternativ ist der Bibliotheksbesuch, Formalrecherche im Netz, Sachrecherche in der Bibliothek. Bibliothekskatalog im Netz sehr wichtig um Vorbestellungen, Verlängerungen zu tätigen.
..natürlich hatte ich Rechercheprobleme, das heißt also, ich bin nicht einer dieser jungen Fans, die damit aufgewachsen sind, und insoweit muss ich natürlich mich immer schon da zurecht finden. Ich komme wohl von der Datenverarbeitung her, ich bin nicht ein Mensch, der dem Computer fern steht.

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Ich mache also ... try it on error ... und komm also dann doch vielleicht dort hin, wo ich es manchmal haben möchte ... manchmal komme ich auch nicht hin.

Der Weg ist problematisch. Wenn ich Vorschlagsverbesserungen machen würde, würde ich natürlich sagen, dass man da dringend eine Systematisierung bräuchte, dass das unwahrscheinlich schwierig ist, dass das sehr stark auf Zufällen beruht, wenn man auf solche Artikel stößt. Da gibt es für mich keinen Weg. Natürlich benutze ich alle Suchmaschinen und ich versuche über alle Suchmaschinen reinzugehen. Ich habe Probleme mit den Stichwörtern, denn die sind einfach - ich habe keine so große Auswahl an Stichworten, wenn ich die eingebe. Also, ich müsste das enger fassen können, auch bei der Suchmaschine.

Na ja, das ist immer ein bisschen frustrierend, weil es meistens nicht auf Anhieb klappt, aber ich nehm‘ mir irgendwie ’ne Suchmaschine und geb‘ den Namen ein.
Unter meiner Stichwortvorgabe ..., das ist sehr viel Arbeit, das herauszufiltern, was nun wirklich gut oder schlecht ist.
... ich finde das sehr unübersichtlich, vor allem ist mir noch nicht so richtig klar geworden, wie diese ganzen Sachen zusammenhängen.

Eine Aufgabe für ein Filmportal ist es also, eine fachliche Filterfunktion zu übernehmen. Links und Adressen sollten demnach nach Gültigkeit und Relevanz geprüft sein, damit weniger Treffer eine größere Übersichtlichkeit bieten.

3.5.4 Orientierung im Netz

Und dann fiel‘s mir schwer, und ich hab‘ das ganze System auch nicht so schnell durchschaut, oder sagen wir mal, ich hab‘s mal versucht und dachte mir, es ist so unübersichtlich ... also es ist schon irgendwie aktueller. Und wenn es um was Umfassendes geht, dann verlass‘ ich mich nicht auf‘s Internet, weil die Informationen mir viel zu oberflächlich oder gering sind.


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Auf die Nachfrage „Was wurde nicht im Internet gefunden?:

Eine gemeinschaftliche Seite mit der Übersicht aller Filmschulen Deutschlands bzw. Europas.
Am Anfang hab‘ ich ganz vieles nicht gefunden und weiß eigentlich auch gar nicht, was ich falsch gemacht habe, weil mir viele gesagt haben, ja das geht doch, das musst du doch finden können.

3.5.5 Durchschnittliche Recherchezeit im Internet

Durchschnittlich wurde angegeben, nicht mehr als 1/2 Std. pro Tag im Netz zu recherchieren, da der Frustrationslevel hoch sei, wobei sich auch private Forschungsvorhaben mit Recherchen für die Dozententätigkeit überschnitten. Der Zeitaufwand wird als zu groß angegeben und die Aufgabe deshalb auch teilweise an studentische Hilfskräfte delegiert. Ein übersichtlicheres Portal könnte also helfen, Zeit zu sparen.

... ich rufe zwei mal täglich meine E-Mails ab, wenn ich im Büro bin, schaue im Internet, meistens finde ich die Sachen über ein bestimmtes Thema, wo nicht im Hause die direkte Kompetenz da ist, z.B. irgendeinen Kollegen recherchieren muss, zum Beispiel zum Thema Computeranimation. Dann gehe ich ins Internet, dann bin ich also durchaus am Tag 2 oder 3 Stunden im Internet, aber das ist dann punktuell. Einen Durchschnittswert kann ich Ihnen jetzt schlecht nennen.
Vielleicht einen Durchschnittswert ... an normalen Tagen, ohne spezielle Rechercheanforderungen, eine halbe Stunde.
... es gibt eine gewisse Geduldsspanne, die ich habe. Und die liegt bei mir, ich schätze mal so, je nach Komplexität des Themas, zwischen einer halben und einer Stunde. Wenn bis dahin der Break-even-point nicht erreicht ist, dann stelle ich das ein. Entweder stell‘ ich es vorerst ein und probier‘s am nächsten Tag noch mal oder ich merke, dass ich mit den üblichen Suchmethoden im Internet offenkundig nicht weiterkomme und gehe runter in die Bibliothek.
Na ja, drei Stunden ist es. Jetzt nicht mehr so viel, früher am Anfang schon acht Stunden in der Woche. Da war ich schon überrascht.


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3.5.6 Alternativen zur Internetrecherche

Die häufigsten Nennungen betreffen Bibliotheken und Fachtagungen, wobei meist zuerst die schnelle Recherche im Netz erfolgt und erst dann zur Bibliothek gegangen wird. Manchmal recherchieren studentische Hilfskräfte. In einem Fall wird sogar die Sekretärin eines Dozenten beauftragt, neue Internetadressen aus dem Netz zu ziehen. Auch wenn die Bibliothek so nahe liegt wie an der HFF München und in Potsdam, wird als erster Schritt meist die Recherche im Internet angegeben, erst dann geht man in die Bibliothek. Der zeitliche Suchaufwand wird auch dadurch minimiert, dass im Online-Katalog recherchiert wird, ob das Medium in der Bibliothek vorhanden ist. Bei der Primärquelle „Film“ wird zuerst die Bibliothek/Mediathek konsultiert. Als Alternative zur Internetrecherche wird die Suche in Fachzeitschriften angegeben.

Textbeispiele:

Also, es sei vorweggenommen, dass ich die Informationen, die ich über das Internet bekommen kann, prinzipiell sehr skeptisch einschätze, weil sie in den seltensten Fällen in irgendeiner Form überprüft, evaluiert oder nach wissenschaftlichen Kriterien erstellt werden. Deshalb benutze ich das Internet in der Regel nur als Überblicksmedium, um mir kurz Überblick und Information zu verschaffen. Die eigentlichen Recherchen führe ich dann doch ganz traditionell in der Bibliothek durch.
Wir haben eine herausragende Bibliothek, und da bin ich dann erst mal und spreche mit den Leuten, habe dann natürlich auch meine Kolleginnen, mit denen ich mich dann irgendwo abspreche. Und generell versuche ich schon primär mit der Bibliothek und den Büchern zu arbeiten und nicht mit dem Internet.
... wenn ich mich auf eine Vorlesung vorbereite, da sind es erst mal die Bücher, da sind es erst mal meine Erarbeitungen, die ich selbst gemacht habe. Dann sind es die Bücher und dann ist es das Internet, das steht dann an dritter Stelle. Aber gerade, was so neue - da ist natürlich das Internet stark.

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Das ist natürlich ziemlich aufwendig, weil in den Zeitschriften immer nur einzelne Aufsätze dazu sind. Die finde ich entweder dann auch im Internet oder halt die Zeitschriften, die für uns irgendwo wichtig sind, und da tauschen wir uns dann auch aus innerhalb der Hochschule - innerhalb der Abteilungen, müsste man richtiger sagen.

3.5.7 Mittel der Informationsrecherche

Neben den klassischen Mitteln wie dem Telefonieren werden allgemeine Suchmaschinen genutzt.

Textbeispiele:

... wir vermitteln hier natürlich in erster Linie Grundlagen. Nichtsdestotrotz muss ich, und sozusagen auch die Assistenten, die hier sind, müssen sozusagen auch ein kleines bisschen immer die alleraktuellsten Entwicklungen verfolgen, und zwar in einer größeren Tiefe, als wir sie weiter vermitteln, das ist ja vollkommen klar. Mein Ziel ist sogar, inoffiziell immer zehn mal mehr zu wissen, als ich in meinen Vorlesungen vermittle. Das ist hoch gesteckt, aber das ist mein Anspruch ... und, dementsprechend ergibt sich dann mein Informationsbedarf.
... also nutze ich das Internet wie ein Telefonbuch. Also ich gucke, wen ich kontaktieren kann und ob eine Telefonnummer drin steht.
Ich hab‘ natürlich inzwischen meine Bookmarks, auf denen die für mich am nützlichsten scheinenden Quellen vermerkt sind. Wenn ich diese Bookmarks nicht benutzen kann, dann gehe ich über Suchmaschinen. Allerdings gehe ich dann nicht über normale Suchmaschinen, sondern ich gehe über eine Meta-Suchmaschine, die gleich mehrere Suchmaschinen hat.

3.5.8 Typen von gesuchten Dokumenten

Gefragt wurde nach den unterschiedlichen Dokumententypen wie

Linksammlungen, Suchmaschinen, e-Zeitschriften, Videos, Studentenfilme, Multimediangebote, Firmenverzeichnisse, Übersichten zu


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Newsgroups, Tagungen, Dissertationen, Vorlesungsskripte; s.a. Auswertung Bibliothekarfragebogen 3.4, Frage 5.

Zu seiner Linksammlung erzählt ein Dozent Folgendes:

... und die sind aber, ich kann sie aufzählen, in der Struktur ist mein Denken drin im Grunde. Also ich habe, ich fange oben rechts Montagetheorie an, dann kommt Montagetechnik und Support. Es sind, es gibt paar Dateien, ziemlich viele, so etwa dreißig Adressen, wo für Avidleute digitale Montage- Tipps drin sind. Die sind ziemlich unschätzbar. Cutter schreiben irgendwo in New York, dass sie dieses Problem so lösen. Und das ist einfach. Bis man es persönlich löst, dauert sehr, sehr lange. Ich hab‘ vielleicht nicht das Problem, aber ein Student hat vielleicht das Problem. Jetzt hab‘ ich sozusagen einen „How to do“. Das ist sehr reich, da gibt es zwei Online-Zeitungen in den USA, die sind sehr klasse.
... wie jede Strukturierung, also das ist ja ein bibliothekarisches Ding. Es ändert sich im Jahr. Dann ist es ’ne Systematik, die natürlich sehr interessenbezogen und sehr persönlichkeits- und fachbezogen ist.
Man kriegt dann irgendwie ’ne Stabilisierung. Und ich weiß, als ich merkte, jetzt hast du,, also nach ’nem halben Jahr, dann hab‘ ich z.B. den Studenten das zugeschickt. Aber wie ich strukturiere, ist natürlich sehr von mir auch abhängig. Was mich eigentlich interessiert und wie ich die Struktur, das stabilisiert sich dann und es braucht eigentlich keine Änderungen, ehrlich gesagt
Ja, es fällt mir noch ’nen dritter Punkt ein. Es sollten öfter mal die Quellen, die die Suchmaschinen angeben, gegengecheckt werden, weil, ich würde sagen, 30 bis 40 % der Treffer verweisen auf Fälle, die gar nicht mehr existieren.

[Dozent zeigt am PC die Linkzusammenstellung, deren Sammlung und Pflege beschrieben wird]:

Das ist meine Überschrift, so habe ich das getauft. Ich habe mir hier so ein paar Kategorien gemacht und habe dann da drunter meine Bookmarks gesetzt ... Landesmediendienste drin, Verband der Filmverleiher und solche anderen Sachen ... Verleihkataloge von bestimmten ... weiß ich, wie der Deutschen Kinemathek

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Ab und zu forste ich dann mal durch und versuche es neu zu ordnen, und dann im Eifer des Gefechtes setze ich irgendwo eine Bookmark und dann bleibt sie halt da. Dann habe ich hier als Medien-Hochschulen, das sind also so mehr oder weniger die, mit denen wir in Kontakt stehen.
Außerdem habe ich schon oft festgestellt, dass die, wenn die zum Beispiel zum bestimmten Thema die Lehrveranstaltungen haben.
Ich benutze z.B. auch die Homepage der Deutschen Kinemathek, obwohl das auch noch nicht erschöpfend ist, aber die haben schon einige Sachen, die sie im Verleih haben.
Auch wichtig ist die, aber auf dem Consumermarkt tut sich sehr vieles, was schneller geht.
Wenn diese Informationen hier nicht ausreichen, dann gehe ich auf die entsprechende Homepage ins Internet bei den Firmen.

3.5.8.1 IMDB (Internet Movie Database)

Ich habe plötzlich einen Zugriff von meinem Fachgebiet auf ... das ist diese Media Data Base, IMDB heißt die, glaub‘ ich. Die ist so ... ich kann z.B. gucken, ich habe hier einen Film, der interessiert mich, den hat der geschnitten. Was es früher nicht gab, ich kann jetzt den Querbezug, welche Filme schneidet diese Cutterin oder dieser Cutter.und das gab es früher ja nicht, sondern früher war ...
wenn ich ’nen Index in einem Filmbuch hatte, konnte ich den nach Regisseuren und Autoren ... Ich kann auch, wenn ich will, nach Kameraleuten jetzt suchen und kriege da eine Querauflistung. Ich kriege andere Querschnitte durch Filmdateien und Literatur.

Textbeispiele zum Design der IMDB:

... grauenhaftes Layout, zum Kotzen ... es ist unübersichtlich, geschmacklos.
Ja, da hat sich jetzt schon genug so geändert, dass man im Grunde jetzt ’ne neue Systematik machen könnte, die dann tragfähig wäre,

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zumindest für die ... für die nächsten fünf.. Jahre, aber das wird sich beschleunigen, diese Systematik. Die Anforderung, die Systematik zu verändern. Gut, hier ist natürlich, ist natürlich, ist klar, hier sind die größten Hits unserer Zeit, und das sind Neuerscheinungen und das sind Ankündigungen. Das heißt, das ist im Wesentlichen ...
Ich kann nur sagen, in unserer Bibliothek ist die Kategorienbildung auch nicht 100 %-ig gut. Das ist so gewachsen, und mit den neuen Medien kommen da sozusagen Überschneidungen und Verwerfungen rein, die gelöst werden müssen. Das weiß unser Bibliothekar auch, wir wissen, das wir da ran müssen ...
... wenn ich einen Vortrag halten muss, dann schaue ich erst mal bei der IMDB nach. Das ist meiner Meinung nach das beste Archivsystem über Kinofilme. Beim Fernsehen ist es so, dass es ... das schwankt dann auch. Also ich guck dann entweder mal direkt bei den einzelnen Sendern auf der Homepage nach.

3.5.8.2 Suchmaschinen

... also die Suchmaschinen, wenn es schon nur alleine darum geht, die Filmhochschulen Deutschlands herauszufinden, dann versagen schon viele Suchmaschinen, weil die teilweise auch aus Amerika kommen und dann eben nicht für die deutschen Verhältnisse richtig adaptiert worden sind, und was interessiert Yahoo, ob wir hier Filmhochschulen haben oder nicht. Die Suchkriterien sind da oftmals ziemlich unsinnig und also gerade im Bereich Film im Medienbereich sind die Kriterien und die Kategorien eh ... wenig praxistauglich. Also das muss man ganz klar sehen, ich benutze halt, weil ich damit angefangen habe, meistens Yahoo und finde bestimmte Sachen da drüber, aber bestimmte andere Sachen finde ich auch definitiv nicht.

3.5.8.3 Zeitungen/Zeitschriften

Die Pressebeobachtung von Zeitschriften wird von den Dozenten auf Nachfrage als relevant eingestuft. Dies deckt sich auch mit der Erkenntnis, dass Zeitschriften ein zentrales Medium des wissenschaftlichen Austausches sind.


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Bei den elektronischen Zeitschriften werden nur die frei zugänglichen genutzt.

Linksammlungen lohnen sich hier, Empfehlungen sparen Zeit und Arbeiten; die Weitergabe von Linkadressen, auch durch Freunde ist üblich;

Textbeispiele:

... die Medienseiten, und ich verweise auch immer die Studenten darauf, also ich mache auch in Seminaren ... lasse ich immer eine ..eine Seminarsitzung über das letzte Jahr einer Zeitschrift referieren und so etwas, dass ich die zwinge, sich es anzuhören, oder selbst auch zu tun und sagen.
Das ist schon - also ich gehe halt dann auch in die Seite, die die Filmzeitschriften aufmachen. Unter deren Webseiten suche ich dann, und da suche ich mir dann auch die Zeitschriften aus, die - oder wenn ich jetzt über alltägliche Dinge recherchiere, gehe ich auch in die normalen Tageszeitungen, um etwas herauszufinden.

3.5.8.4 Videos

Videos werden auch für den Unterricht benötigt, allerdings ist zu bedenken, dass die beiden berücksichtigten Hochschulinstitutionen eine gute Videoversorgung vor Ort besitzen. Das könnte bei anderen Filminstitutionen anders sein. Abspielvideos werden jedenfalls in Hochschulbibliotheken mindestens ebenso oft ausgeliehen wie Monografien.

Textbeispiele:

Mit VHS-Videos arbeite ich viel, viel häufiger (als mit Filmrollen).
... meistens, wenn so etwas ist, kommt es von der studentischen Seite her. Das heißt also, wenn ich jetzt mein Seminar Medienmanagement im Wintersemester mache, gibt‘s da Themen, wo Studenten sagen, also da würde ich gern noch so ein Video mit einspielen, während also ich von meiner Gesamtthematik her eigentlich nicht so die Notwendigkeit habe. Also, das kommt meist von studentischen Seite, wenn die ein Thema haben, das illustriert werden kann. Denn medien

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wirtschaftlich hat man da, glaube ich, keine so großen Bedürfnisse und keine so großen Möglichkeiten.

3.5.8.5 Studentenfilme

Da die Studentenfilme das Produkt eines Studiums sind, interessieren diese Filme auch die Dozenten besonders. Dabei sind auch die Filme anderer Hochschulen relevant.

[Dozent sitzt vor seinem PC:]

... wollen wir mal schaun, die Seite ... die Informationen sind mir hier ein bisschen spärlich, um die Seite finde ich es schick,..aber man könnte auch hier mehr machen, also, was mich zum Beispiel auch wundert, ist, dass die keine Filme im Internet haben. Ach, zum Beispiel so was, also ... die haben das Problem, dass sie das Personal nicht haben, das ist der einzige Grund, warum die das noch nicht haben,
nicht in der ganzen Länge natürlich, sondern als Trailer, als Ausschnitt.

3.5.8.6 Multimedia

Nur von zwei Dozenten wurde Multimedia als Chance für die Film-Lehre gesehen. Multimedia als Lehrmaterial wird als gut bewertet, aber keiner der Befragten nutzt derzeit die Möglichkeiten.

Textbeispiele:

Bei Wahrnehmungstheorie ist es lustig, da sind von einigen Hochschulen- u.a. ist das Mainz und Zürich - sind ganze Lehrbücher drin und die sind begnadet, weil das kann kein Lehrbuch auf Papier liefern, da sind die Beispiele animiert mit sogenannten Flashanimationen.
Ich finde im Internet da etwa auf der Textebene Sachen, die ich schon kenne; es ist eher ein Wiedererkennen, während ich in anderen Fachgebieten merke, da lösen Leute die Chance des animierten Bildes ein ... Das scheint bei Filmwissenschaftlern noch nicht durchgedrungen zu sein, dass man eigentlich, wenn man sich mit Film beschäftigt, dann müsste man ja eigentlich Bilder mehr benutzen oder Animation, dass es dem Gegenstand eigentlich gut tut, auch den Darstellern.

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Das ist ja auch ’ne Sache, die laut propagiert wird, mit der einen auch Studenten hier ansprechen an der Filmhochschule: „Ja, warum kommen unsere Filme nicht ins Internet“? ...
Ich denke, das Internet als Präsentationsmedium für Film wird ganz ganz weitgehend überschätzt. Mal abgesehen davon, dass ich das ganze Internet im Grunde für weitgehend überschätzt halte. Im Grunde ist es ein Telefonbuch mit Bildern für mich. Der Filmvertrieb wird sich dadurch nicht ändern ...
Problem Nummer 1 bei der ganzen Streaming-Geschichte im Internet ist die bis dato noch grauenhafte Qualität auf der Bild- und der Tonebene. Problem Nummer 2 sind die Download-Zeiten bzw. auch Download-Kapazitäten sowohl von den technischen Zuleitungen her als auch von den Kapazitäten des eigenen Servers, soll heißen, längere Filme kann ich im Grunde gar nicht runterladen bzw. auch gar nicht speichern. Dadurch wird‘s im Moment eigentlich nur interessant, um sich Ausschnitte auszugucken bzw. dann spezifische Kurzmetrageformen, die irgendwelche Spielfilme, die speziell für‘s Web konstruiert worden sind, Werbefilme, Spots und dergleichen mehr im Internet zu sichten. Trailer sind natürlich interessant von Filmvideos, die jetzt rauskommen. Ich denke, bis die Nutzung für Wissenschaftler interessant wird, die Filmnutzung und der Filmbezug über das Internet, werden noch einige Jahre vergehen, ebenso bis man das im Unterricht einsetzen kann.
Ich arbeite sehr viel mit dem Internet und - ich habe jetzt noch Probleme, z.B. mir die Filme anzuschauen, die Kurzfilme, die es im Internet gibt, weil mir das einfach zu lange dauert, bis die geladen sind. Und ich mache immer verschiedene Ansätze und höre dann wieder auf, weil ich im Grunde die Zeit und die Geduld nicht habe. Unsere Studenten arbeiten damit schon. Die geben mir ihre Kurzfilme schon, die haben mit Atomic-Film oder so die Möglichkeit und ich habe das bis jetzt auch noch nie geschafft.
Da müsste ja im Prinzip eigentlich, so wie wir auch in der DVD das dann in Kapitelstrukturen haben, weil, Sie können sich vorstellen, dass für jeden Wissenschaftler ja dann andere Szenen wichtig sind und ich frage mich auch, ob das dann sinnvoll ist, weil ... jeder setzt ja auch

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seine Sache, die er zusammenhängend sehen will, an anderen Stellen, also man müsste quasi so eine Art von Schnittprogramm haben, wo ich definieren kann, o.k. von hier bis hier interessiert mich der Film und das will ich jetzt sehen ... wäre vielleicht sogar besser. Ich weiß es nicht, es gibt auch immer solche Szenen, die so quasi ja schon eine Art von Prototyp-Charakter haben, wie die Kubrickszene von 2001, also das ist an sich schon im Prinzip ein Zitat..
Oder, wenn ich Kunstgeschichte unterrichten würde, wüsste ich, was es früher nicht gab, da konnte man irgendwie dreißig Dias kaufen, man hat jetzt einen Zugriff auf fast sämtliche Gemälde in der Bundesrepublik, fast alle Museen, man muss oft so auf Schleichpfade gehen, man kommt an Bilder ran.
..., das spielt beim Film und auch beim Schnitt ’ne große Rolle, von welcher Seite zeige ich was und wie variiere ich diese Aspekte des Hinblickens auf einen Gegenstand. Und da wollte ich Skulpturen, die von verschiedener Seite aufgenommen sind, fotografiert sind, die sehen natürlich von jeder Seite verschieden auch aus.
Es ist schrill, dass dann irgendwie z.B. ’ne gesamte Skulpturensammlung 20 Fotos von jeder Skulptur ins Internet stellt. Das gab‘s früher nicht, da bin ich fündig. Wüsste ich, würde ich Kunstgeschichte unterrichten, hätte ich dann ’ne vollkommen andere Ausgangslage. So, und für mein Fachgebiet veröffentlicht kaum jemand was. Das nehme ich an, dass es im Wissenschaftsbereich die Furcht ist, dass Veröffentlichungen geklaut werden.

3.5.8.7 Firmenverzeichnisse

Firmenauflistungen werden mit Vorsicht bewertet. Es soll keine Werbeseite an der Hochschule implementiert werden. Im Internet werden auch kommerzielle Anbieter, besonders von Videos gesucht.

Textbeispiele:

... erst mal zum Beispiel ein Herstellerverzeichnis der verschiedensten Produkte. Das heißt, da müssen sämtliche Kamerahersteller, sämtliche Rohfilmhersteller, sämtliche Fernsehtechnikhersteller rein u.s.w. Das werden sehr große, umfangreiche Dateien dann jedesmal, es wä

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re viel, wenn man von dieser Seite aus alles erschlagen kann, das wäre das, was ich erwarten würde. Das macht die Seite sehr umfangreich und die Gliederung sehr komplex.
... von der Produktion natürlich auch. Es sollen natürlich alle deutschen Filmproduktionen dort drin sein und mit Link vernetzt sein. Man muss ja auch direkt zu denen kommen ...
Die Produktionsfirmen-Seite könnte rein deutsch sein, die Homepage. So sollte sie zumindest anfangen und sich danach meinetwegen internationalisieren ...
Gerade wenn ich jetzt die Themen meiner Medienmanagement-Seminare anschaue, da habe ich also Themen drin, die Kostenstruktur, Controlling in Medienkonzernen und so etwas, um ... weil ich halt doch eine Reihe von Studenten hier habe in der Universität, man muss sich dann die Themen ein bisschen splitten, dann gebe ich also dem einen das Thema: „Untersuchen sie das am Beispiel von Bertelsmann, ... versuchen sie es herauszufinden, wie das bei Kirch läuft, oder wie das bei der Bavaria läuft“. Also, insoweit werden Firmen gesucht.
Das ist so, die Firmen, das ist alles, finde ich, relativ Nonsens. Die achten nicht auf Informationen, sondern sie gehen davon aus, dass sie sich darstellen müssen, und das macht die Sachen viel weniger informativ. Und selbst Firmen wie Avid, die eigentlich gute Handbücher haben oder Fehler beschreiben könnten bei ihren Geräten oder Debatten und Mail-Foren machen könnten, finde ich, erfüllen diesen Auftrag nicht.

3.5.8.8 Newsgroups

Newsgroups werden weniger genutzt. Dies liegt eventuell daran, dass es keine Newsgroup für Filmdozenten explizit gibt, oder dass die Fachgesellschaften inhaltliche Newsgroups anbieten, die dann auch genutzt werden wie z.B. die DG PUK<170> oder FKT<171>.


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Textbeispiele:

Das gibt es in Ansätzen, also die technikorientierten Sachen z.B., wie diese „How to do it“-Geschichten, die haben Newsgroups und die anderen, da gibt es einen Cutter, der hat ’ne Newsgruppen-Diskussion, das schwebt mir später mal hier vor. Thematische Arbeit eigentlich und vorwissenschaftliche Auseinandersetzung um Themenfelder, das finde ich klasse. Und die debattieren ästhetische Ansätze, aber das ist so, also es sprüht nicht, man merkt, es ist ’ne kleine Gemeinde.
...Wobei bei der FKT ist das was anderes. Dort funktioniert der ganze Kontakt mit den Mitgliedern im Wesentlichen übers Internet, die Zentrale sitzt in Berlin, auch der Chefredakteur dieser Zeitschrift, und es kommen alle Monate PDF-Files mit den neuesten Regionalveranstaltungen, ... dort sind immer auch die Web-Adressen der beteiligten Institutionen und meistens auch die E-Mail Adressen der Mitglieder.

3.5.8.9 Tagungen, Kongresse

Textbeispiele:

Ja, so was hat man ständig in der Post, bzw. in den einzelnen Fachzeitschriften wird das angekündigt. Das heißt also, da gibt‘s immer so eine ganze Seite von wichtigen Veranstaltungen oder Terminen oder so etwas, beziehungsweise da ist man Mitglied etwa in der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikation DG Puk, und wenn man dort Mitglied ist, dann kriegt man hier per E-Mail die Dinge zugesandt. Was also innerhalb dieser Vereinigung geschieht an Arbeitskreistagungen, an Jahrestagungen, aber auch dann, wenn wichtige Termine mitgeteilt werden, oder seit neuestem schickt mir nun der Südwestrundfunk aus Baden-Baden ein Newsletter zu, in dem also bestimmte Informationen da immer aktuell drin stehen, ja auch per Computer natürlich als E-Mail. Also das finde ich nützlich, ich fände es auch nützlich, wenn ich auf der Suche bin nach irgendeiner Tagung, dass die in irgendeiner Form dort festgehalten wird, also in einem größeren Terminkalender, das ist natürlich sinnvoll und ist ja auch leicht zu handhaben.

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Wo gibt es irgendwelche Tagungen? Das hole ich mir dann auch aus dem Internet. Also jetzt gerade Tagungen. Festivals, Kongresse - Kongress sicher auch, dass ich nachschaue, was passiert da. Wenn ich eine Einladung bekomme, gucke ich auch mal nach, ob ich nähere Informationen bekomme, ob da mehr im Internet ist, wer denn da Teilnehmer ist und so weiter.

3.5.8.10 Vorlesungsskripte im Netz

Der Grundtenor ist Skepsis bis Ablehnung. Ausweichende Antworten bezogen sich häufig auf das Urheberrecht. Sicher spielt auch eine gewisse Konkurrenz eine Rolle.

Textbeispiele:

Die Frage habe ich mir natürlich gleich von Anfang an gestellt, also mein Skript umfasst jetzt erst, insgesamt über alle Semester, etwa 210 Seiten.
Ich habe mich dann definitiv dagegen entschieden, weil ich auch so ein kleines bisschen die Kontrolle dann über die Verbreitung des Skriptes haben möchte. Zum Teil etwa aus urheberrechtlichen Verwertungsgründen. Es könnte ja sein, dass irgendeiner hingeht, das Ding kopiert und dann an anderen Orten weitervertickt ... das möchte ich nicht, das kann zwar so auch passiern, das möchte ich aber nicht und zunächst mal sind viele Skriptseiten aus einem Buch von mir.
Meine Studenten kriegen es. Die kriegen das in Stichpunkten. Ich will das ja auch nicht so ausarbeiten. Die bekommen ihre Stichpunkte. Es ist ja auch wichtig, dass ich ihnen nicht alles gebe, was ich sage, sondern ihnen immer nur Anregungen niederlege. Das bekommen die schon. Aber sie bekommen nicht die Voll-, die komplette Vorlesung, die sieht bei mir auch immer anders aus.
... und zum Bereitstellen von Inhalten wäre ich bereit, ja.
Also das ist natürlich auch eine Frage vom Verlag ... meine Aufsätze oder so ... oder Scripte ... theoretisch würde ich mal sagen ja.

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Warum stelle ich meine Vorlesungsskripte nicht ins Netz? Weil ich keine Lust hab‘, Rechteclearing zu betreiben. Vielleicht übertreib‘ ich das jetzt auch, aber im Bereich Produktion ist man mit solchen Sachen per se und auch aus Erfahrung sehr vorsichtig. Zweitens sind solche Texte nicht zur Publikation gedacht.
Ja, würde ich machen, aber ich müsste mehr, ich hab‘ an einer Sache angefangen. Ich wollte eine Montageanalyse mit Filmbeispielen machen, mit Quicktime-Filmen, und da war ich programmiermäßig noch nicht so gut und dann war ich auch erstaunt, dass es ein Riesendatenaufwand ist. Und was ich ins Internet gestellt habe, sind sechzig Seiten Theorieliste ...
Ja, Wahrnehmungstheorie, meine Seminarprogramme mache ich rein, dann so organisatorische Sachen, die Hausaufgaben, Hausarbeiten, Scheinformulare, um mir das Leben zu erleichtern
... man möchte ungern, dass die eigenen Gedanken bei anderen auftauchen und das habe ich auch mit Staunen gesehen.
... hab‘s zumindest bisher nicht geschafft, aber ich kann mir das schon als eine sinnvolle Lösung vorstellen, gegen die auch nichts einzuwenden ist, wobei die Frage auftritt, aber ich glaub‘s nicht, dass ich hier gegen urheberrechtliche Probleme verstoße ... ich zitiere immer die Seite und habe hinten drin die Quellen in einem Literaturverzeichnis, so dass also es eher eine Werbung für eine Veröffentlichung ist.
Was man einstellen könnte, wären z.B. Vorträge, die mal gehalten worden sind oder Zeitschriftenbeiträge, die jetzt schon weiter zurückliegen, wo die aktuelle Ausgabe gar nicht mehr verfügbar ist. Dass man so etwas einstellen könnte, finde ich schon.
Was ich mir bei den Vorlesungsskripten noch vorstellen könnte, wäre auf den hochschulinternen Server zu stellen mit Zugriff nur für Studenten und einen Pool für Thesenpapiere.

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3.5.8.11 Volltext

Volltextangebote werden prinzipiell begrüßt. Bei einem Angebot von Volltext-Dissertationen ist die Indexierung wichtig, ein Problem dabei ist, dass kein Qualitätssigel existiert.

Diplomarbeiten sollen als Eigentum des Fachbereichs angesehen werden.

Textbeispiele:

... ich komme ja gerade von dieser Tagung, bei der natürlich gesagt wurde, und das ist auch meine Ansicht, dass gerade wissenschaftliche Veröffentlichungen, auch Aufsätze, Fachzeitschriften, dass aber auch Dissertationen, dass die natürlich in der Zukunft nicht mehr in der Altversion kommen, sondern dass Books on demand, das ist ja naheliegend, denn die Auflage ist nicht all zu hoch, oder es stellt man also direkt ins Internet hinein, wobei, wie gesagt, die Verlage aus eigenem Interesse, aber natürlich auch mit sachlicher Argumentation, auf die Filter- Funktion ihrer Gutachtergremien verweisen, die also den einen Aufsatz in der Zeitschrift lassen oder auch nicht lassen und man hoffen kann, dass die eine objektive Auswahl treffen und nicht jeden „Schund“ dabei einspeichern. Aber ich denke, dass Volltext eine sinnvolle Sache ist, wobei nur dann halt über die Effizienz auch nachzudenken ist, zum Beispiel muss das online sein, es genügt ja vielleicht, das Abstract online zu haben.
Ja, und recherchieren tue ich ab und zu noch im Volltext, eine Datenbank z.B. über Zeitschriften. Es gibt ’ne Seite, wo noch mehr so Zeitschriften aufgeführt sind, Shorts häufig vom theoretischen Bereich, z.B. innerhalb von Frankreich läuft. Also die L‘ART DU CINEMA hat z.B. einige ältere Ausgaben, Texte aus älteren Ausgaben erarbeitet, und darin kann man schon ab und zu etwas finden.
Also ich hätte sehr gerne mehr Daten, die mehr auf Zugriff auf Forschungsergebnisse eröffnen, also da fehlt ein bisschen. Und was man sich immer mühsam zusammen klauen muss, das sind Neuerscheinungen von Büchern, zu bestimmten Themen, da klappere ich immer die Verlage ab und ihre Neuerscheinungsdinger.

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3.5.8.12 Dissertationen

Textbeispiele:

... das geht mir häufig so, dass das irgendwelche kommunikationswissenschaftliche Doktorarbeiten ... dass sie halt dann auch irgendwas machen und dann will ich halt mal gucken, was schreiben die da so. Deswegen will ich mir nicht das ganze Buch kaufen, noch das Buch ganz lesen, ich will auch nicht in die Bibliothek latschen und es mir ausleihen, und dann könnte ich ein Kapitel schnell mal lesen, oder eben halt, weiß ich, ein paar Seiten ausdrucken, und die Quelle wäre dann auch bekannt, finde ich es eigentlich ganz gut.
Die müssen natürlich korrigiert werden - oder ich denke, es darf ja nun nicht alles ins Netz kommen. Das ist ja das Problem. Also das - müssen schon abgesegnete Arbeiten sein. Das schaue ich mir auch an da - würde ich es auch für gut halten, wenn die so auch kenntlich gemacht sind, dass man sagt: Der ist es da und da. Und das ist als Arbeit eingereicht und angenommen und akzeptiert worden.
Und auch die Note - von wem, mit welcher Note und so weiter. Aber generell, denn ich werde durch spezifische Suche - arbeite ich mit Diplomarbeiten, die dann von der TU z.B. kommen, aber irgendwelche Aspekte doch mit drin sind, auf Ideen - ich würde gar nicht auf die Idee kommen, dass an der TU etwas über Film gemacht wird und so.

3.5.9 Einschätzung des Umgangs der Studierenden mit dem Internet

Drei Dozenten erwähnen den Missbrauch der wissenschaftlichen Internetrecherche durch die Einreichung von Plagiaten wissenschaftlicher Arbeiten Studierender. Dozenten haben Zitate aus dem Internet, die nicht mit Fußnoten versehen waren, aufgedeckt. Deshalb forderten sie eine „saubere“ Zitierweise der Netzpublikationen.

Generationsunterschiede ergeben sich daraus, dass der Umgang mit dem Internet schon in der Schule gelehrt wurde, wenn auch anscheinend noch nicht in ausreichendem Maße. Eine zu große Internetgläubigkeit der Studierenden wird von den meisten Dozenten als Problem benannt. Das


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wichtigste Ergebnis für das Filmportal ist die Ausrichtung auf die zweite Zielgruppe neben den Dozenten, nämlich die Studierenden, die durch ein solches Portal wissenschaftliche Angebote von allgemeinen Internetangeboten unterscheiden lernen sollen.

Textbeispiele:

... wir haben oben den Multimedia-Raum, da gehen Sie einfach hin, da sitzen die und gehen ins Internet, das ist einer der am meisten frequentierten Räume hier in unserem Haus. Der ist vor 3 Jahren eingerichtet worden und hat natürlich sofortige Akzeptanz gefunden. Die Studierenden sind natürlich im Netz weit kompetenter als, nicht gerade als ich, aber als viele im Haus, weil sie sich das selber aneignen.
Das Internet wird sehr genutzt, zum Teil auf eine Art, die uns auch nicht so entgegenkommen kann als Lehrkräfte. Ich hatte schon einmal den Fall, da hat mir dann jemand versucht, eine Hausarbeit unterzujubeln, die er auf der berühmten Seite „Hausarbeiten.de“ kopiert hatte. ...
Wird gern gemacht. Und außerdem stellt man fest, dass die Leute sich zum Teil bei der Recherche ihrer Arbeiten, gerade im Grundstudium, weitestgehend darauf beschränken, das Internet zu benutzen, ohne die Quelle kritisch zu reflektieren.
Ich denke, das ist auf eine Gewöhnung an das Netz zurückzuführen, die zeitlich vor der Studienzeit liegt. Die haben das schon zu ihrer Schulzeit so gemacht und setzen das einfach fort.
Internetadressen in Hausarbeiten ... die gibt‘s, die werden schon zahlreich genutzt, ... es wird akzeptiert, indem dahinter steht, an welchem Tag die Recherche durchgeführt worden ist. Wir haben das Problem, dass sich der Inhalt hier ständig ändern kann, aber das geschieht schon im großem Stil, da ermuntere ich die Studenten auch dazu, denn die sollen ja das neue Medium möglichst gut handhaben, auch für ihr zukünftiges Berufsleben, und das tun die auch, in Diplomarbeiten, in Seminararbeiten wird im großen Stil das gemacht. Meine Anmerkung ist also dazu, dass sie die genaue Adresse angeben mit dem Datum, an dem sie recherchiert haben, damit gebe ich mich zufrieden.

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... was das Internet hat, ja, neben dieser Informationskomponente, insbesondere die Kommunikationskomponente, und ich bin also von einem Urlaub zurückgekommen und habe dann hier am Bildschirm gesessen und habe etwa 2 ½ Stunden E-Mails beantwortet, ich mache meine Sprechstunde zu 30 - 40 % über E-Mail, insbesondere auch die Studenten der HFF haben Auslandsstudenten, die gehen nach Hollywood, die schicken mir aus Hollywood per E-Mail ihre Diplomarbeitsgliederungen, ich kommentiere sie und schicke sie wieder zurück, das ist ein höchst effizientes Mittel der Kommunikation ... solche Dinge nutzen wir natürlich im großen Stil, also das ist ja neben der reinen Recherchefunktion eine ganz wichtige Angelegenheit, meine ich.
... aber es wäre, glaube ich, sehr interessant, auch insbesondere, wenn die Studenten immer wieder darüber nachdenken, ob sie ein Stipendium wahrnehmen, an welche Universität sie gehen ... da hat man also gerade über ein Portal schon ihnen, sozusagen, die Ausbildungsmöglichkeiten ausländischer Hochschulen ... in welcher Form und in welchem Umfang weiß ich nicht, aber alleine schon Adressen, wichtige ... wichtige Informationen zu Angeboten, oder Schwerpunkten die dort sind, das fände ich auch schon gut.
... ich habe Arbeiten, da besteht das Quellenverzeichnis zu 80 % aus irgendwelchen Webseiten.
Das ist eine Generationsfrage und ich denke, die Studenten machen das gerne. Ich sehe die Gefahr darin, dass die eben nicht unterscheiden können: Was ist gut. Ich sage denen auch nicht: Recherchiert im Internet. Sondern ich gebe denen lieber Bücher und sage - gerade heute wollte einer über Einstellung, Motivation was haben. Da hätte ich auch sagen können: Guck im Internet oder so was. Ich schicke ihn in die Bibliothek, weil, dann weiß ich, also das sind die Bücher, die da sind. Ein Student kann auch nicht die Quellen unterscheiden. Er kann noch nicht sehen, wie seriös ist etwas und wie nicht. Und es gibt schon sehr viel schlechte Sachen im Internet - sehr wenig, die mit Wissenschaft zu tun haben. Das ist eine Gefahr.
... die kriegen das bei uns in der Abteilung Eins, Kommunikationswissenschaft, beigebracht, wie recherchiert man im Internet. Da gibt‘s extra Lehrveranstaltungen dafür.


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3.5.10 Wichtige Kriterien für Internetangebote

Eines der Ergebnisse ist, dass der Filmdozent nach den Kriterien Auffindbarkeit der Quelle und Qualität der enthaltenden Information auswählt.

Eine übersichtliche Struktur und ein eher puristisches Design wird präferiert, ebenso Benutzerfreundlichkeit und Aktualität.

Textbeispiele:

Wichtig ist nützliches Design, mit Betonung auf nützlich.
Der Inhalt ist natürlich auch wichtig, erst einmal die Aktualität.
Ich halte es [gemeint ist Design, Anm. d. Verf.] für wichtig. Heute habe ich mich z.B. schon ein bisschen geärgert, wenn man so was ausdruckt, das dauert ewig lang bei uns. Man muss das grün unterlegen. Mein Drucker braucht eine Viertelstunde, bis er das endlich ausgedruckt hat. Das halte ich für - Design muss Sinn machen.
Je mehr Text desto wichtiger. Das meiste Design ist ärgerlich. Also, wenn‘s Bauhausdesign wär‘, würd‘ ich es richtig finden. Das meiste ist Verschnörkeltes, es werden extra Untersuchungen Kitsch im Internet gemacht.
Design ist also nichts, sondern es muss schnell gehen. Dies ist ja klar, ich kann mit Design ziemlich viel zurumpeln oder ich kann zuviel Bilder einbauen. Die Bilder müssen so sein, dass ich sie nachher laden kann.

3.5.11 Wünsche an ein wissenschaftliches Filmportal

Überwältigend waren die Statements zu den Wünschen an ein solches Portal. Die vorangegangenen Teilfragen hatten anscheinend so viele Denkanstösse gegeben, dass hier zusammengefasst und wirklicher Bedarf frei formuliert wurde.

Die Studenten als zweite Zielgruppe wurden dabei immer wieder benannt.


134

Die Benutzbarkeit des Portals als Branchenbuch/Telefonbuch wurde öfter erwähnt, ebenso wie:

Zur kooperativen Partnersuche: Filmwissenschaftliche Gesellschaften (GFM), filmwissenschaftliche Mediatheken.

Textbeispiele:

Veröffentlichung „Film und Fernsehen in Forschung und Lehre“ eingestellt, diese Lücke ist zu schließen mit der Übersicht über den Stand der filmwissenschaftlichen Forschung.
... wir haben nun jetzt fünf Hochschulen hier in Deutschland. Wenn man da z.B. alles auch auf Internet findet ...
Sehr wichtig wäre, dass es integrativ ist, das heißt, dass es nicht ein rein geistes-wissenschaftliches Portal ist, dann würde es mich schon wieder nicht mehr so interessieren, dann gucke ich da alle Nase lang mal rein. Wenn es für die Filmhochschulen sein soll, dann müsste es alle Bereiche vereinigen, das heißt, da müssen auch ... da müssen riesige Links ... Batterien von Links drin sein, sei es jetzt zum BVK<172>, sei es zur ... Vereinigung der Filmtonmeister, ... sei es zu Schauspielakademien oder Drehbuchwerkstätten oder Weiterbildungsinstitutionen al

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ler Sorten, also das ist ein Opus magnum wird das ... und das würde die Seite sehr voll machen. Das ist sozusagen die eine Seite, auf die ich immer gehen kann und nicht die 15 Seiten, wo ich dann immer jeweils gucken muss, und vielleicht brauche ich die eine nur alle 2 Jahre, dann ... ist sie weg, oder hat sich verändert.
Sachen, die man, ich dachte, am Anfang erwartet man ja alles und erhofft sich auch viel, man erhofft sich logischerweise als Hochschullehrer viel Anregung für die Lehre.
Was ich mir wünschen würde, wäre, dass man die Ergonomie der Suchmaschinen verbessert. Ich könnt‘ jetzt nicht sagen wie, weil ich kein Informationswissenschaftler oder Informatiker bin, aber mir fällt immer wieder auf aus der Nutzersicht, dass eigentlich eindeutige Eingaben zum Suchbegriff in Suchmaschinen zu völlig konträren Ergebnissen führen.
... was aber vermutlich illusionär ist, der Wunsch nach intelligenten Agenten. Das heißt letzten Endes sei‘s ein Softwaretool, das Sie von Ihrem Rechner aus losschicken oder ein Softwaretool auf irgendeinem Server irgendwo in der Welt, mit dem Sie kommunizieren können, abstrakte Sachverhalte mit differenzierten Angaben.

Ein Dozent antwortet bemerkenswert und fasst zusammen (Hervorhebungen möglicher zukünftiger und zentraler Segmente eines Filmportals von der Verf.):

Also erst mal wäre es gut, wenn es was gibt, allein für die Studenten der HFF. Man könnte sie über ein solches Portal noch wesentlich besser ansprechen, könnte sie wahrscheinlich noch wesentlich besser motivieren, sie auch hinlinken zu Dingen, wo sie vielleicht sonst nicht so hingehen, zum Beispiel in die Bibliothek, ... was würde ich mir wünschen? Also ich sehe es aber natürlich vor allem eben auch aus studentischer Sicht, ich würde mir wünschen, dass ich einmal aktuelle ... einen aktuellen Link habe, dass ich zum Zweiten habe ..., Institutionen ..., auch bisschen zu Firmen vielleicht, die hier irgendwo aufgreifbar sind, dass ich zum anderen natürlich irgendeinen Spezialliteratur-zugriff habe, nicht also, irgendwo hier so eine allgemeine Bibliothek-Suchmaschine hier vorgeben muss, sondern dass es ein Segment

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gibt, ... Film und das könnte man auch mal unterteilen in Filmwirtschaft, in Filmästhetik, und Filmtheorie oder Filmwissenschaft, oder Filmtechnik; das wäre sehr hilfreich, wenn wir da gleich Unterteilungen hätten und könnten also da gleich anklicken.
Das war so das Aktuelle, das waren die Institutionen, das war ... die Bibliothek ... was ich immer ... schwer finde, und vielleicht gerade aus der medienwirtschaftlichen Seite könnte man mit der Institution auch zusammenhängen, zum Beispiel den schnellen Zugriff zu Kurzfassungen der Jahresabschlüsse von Medienunternehmen, die ja veröffentlichen müssen. Es sind noch nicht zu viele, aber immerhin die Öffentlich-Rechtlichen machen in ihrem ZDF- und ARD-Jahrbuch ... veröffentlichen sie, da könnte man überlegen, was man da an Zahlenmaterial hineingibt. [...] aber da gibt es schon eigentlich ganz gute Zugriffe, nur könnte man die Verlinkung herstellen, also zum Beispiel die Landesmedienanstalt, die sind ja ganz gut da drin, wie gesagt, die KIK ist vertreten, alle, die Interesse haben, Information- und Transparenz darzustellen, sind drin, aber man muss sie verlinken ... man muss dort hinkommen und Leute, die nicht so in der Sache drin sind, die haben ja nicht ... die Links im Kopf wie einer, der die Erfahrung über Jahre hat. Der findet es auch so, aber es wäre auch für den einfacher, wenn er über das Portal unmittelbar dort einsteigen könnte. Und wenn es schon ein Filmportal ist, dann darf natürlich das Bild nicht fehlen; da müsste man sich was einfallen lassen, alleine schon für den Laien, der das manchmal vielleicht angeht, es müssen Videosequenzen drin sein.

3.5.12 Unterstützung bei der Informationsrecherche

Hier wollen die Lehrenden Unterstützung bei der Information unabhängig vom Medium (Zeitschrift, Video, Buch, Internet etc.), also eher in ein Portal integriert; und eine leicht überschaubare, zuverlässige Information.

Textbeispiele:

Mein wichtigstes Gut hier ist natürlich meine Zeit und das heißt, da sich mein Gehalt nicht ändert, muss ich mit meiner Zeit möglichst optimal umgehen und wenn ich merke, dass die Recherche mich zu viel Zeit kostet, dann gebe ich das auch an die Sekretärin ..., die lädt mir

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dann oft auch ungefragt Sachen aus dem Internet runter, auf die sie stößt.
Ich müsste systematischer vorgehen können in meiner Recherche, d.h., ich müsste die Möglichkeit haben, meinen Bereich immer enger einzukreisen. [...] Wenn ich diese Möglichkeiten hätte, den Kreis der mir möglichst angebotenen Artikel enger zu schließen, dann würde das doch sehr viel Arbeit erleichtern und systematisieren. Das müsste ja auch gehen, meine ich, vom Aufbau - vom Internet her.
Das ist einfach diese - diese Hilflosigkeit bei der Suche von diesem unheimlich großen Informationsmaterial und dieseeigentlich mehr auf Zufall beruhende - ja, Möglichkeit, gute Dinge im Internet zu finden. Also diese Systematisierung, dass man von einem weiten Begriff immer enger kommt und dann auch wirklich ganz klar Quellen angegeben hat: Wer hat das gemacht? Mir wäre das sehr wichtig für die Studenten noch. Es wäre sehr wichtig für unsere Studenten, dass die nicht, wenn ich dann frage: Wo habt ihr das her? - Aus dem Internet. - Ja, und welche Quelle ist das oder so? Und ich denke, da sind die schon überfordert zu erkennen, was das ist. Ich warne immer davor, vor dem Umgang mit dem Internet. Ich warne sie immer davor, ganz genau sich die Quellen anzuschauen, woher das kommt.
Was ich mir da alles zusammengestellt hätte ... fände ich es auch nicht schlecht, wenn es so was extern gäbe, also das jemand hergeht und sagt, o.k ... wir machen hier jetzt also ... wir stellen uns Verbindungen her zu, weiß ich, allen Filmhochschulen die es so gibt in Deutschland, oder in Europa, oder in der ganzen Welt, also dass man es dann auch gliedert nach International ... das man sagt, o.k., welche Filmzeitschriften gibt‘s und wie sind ihre Internetadressen, wo findet man Forschungsergebnisse, wo gibt es quantitative Daten, ob es die GFK ist, oder Infratest, oder wer auch immer da Befragungen macht, oder wie sieht es aus mit solcher Filmstiftung in Nordrhein-Westfalen, was machen die eigentlich, wo kriegt man da Ergebnisse her? Das ist ja auch in Deutschland noch ein föderalistisches System, da gibt es die Filmgeschichte Nordrhein-Westfalen, dann gibt es den FFF in Bayern [...], dann gibt es Landesmedienanstalten ... und jeder macht irgendwie ein bisschen Forschung.

138

Zugriff auf Forschungsarbeiten von anderen Leuten fände ich sehr interessant ... in Deutschland, international hörte ich noch nie was ... das fände ich schon schön ...
... dass man eben nicht doppelt dran arbeitet oder dass man eben halt auch mal so was ... Synergieeffekte ... so was mal macht ... gerade in den seltensten Fällen ist es mit dem Thema identisch, also das habe ich noch nie erlebt. Ich habe schon oft erlebt, dass jemand sagt,“ oh verdammt, das mach‘ ich ja auch“, und man drüber spricht merkt man vollkommen andere Zugänge und andere Methodik.

Zur Internationalität der zukünftigen Seite:

Die Frage ist nur, inwieweit es dann noch übersichtlich bleibt. Man sollte sich, denke ich, wirklich schon auf Schwerpunkte beschränken - Deutschland. Auf jeden Fall noch auf den anglo-amerikanischen Raum.
Vielleicht auch noch wichtig ist ... wir gucken immer nach Hollywood. Das heißt also, wir müssten uns durchaus der internationalen Sichtweise öffnen.
Was sein könnte: Austauschen über Lehre und Forschung.
Ja, was es überhaupt nicht gibt, sind fachliche Auseinandersetzungen. Im Grunde, das Medium selber ist unkompliziert. Und es ist für Leute, die wissenschaftlich arbeiten, traumhaft. Also, es ist sozusagen schnell, aber nicht flüchtig. Das hat man selten. Und das wichtigste wären fachliche Auseinandersetzungen in einem Hin und Her und der Rest wäre logischerweise, dass man auch wünschte, es würden dann mehr Fachartikel drin sein.


139

3.6 Weitere Studien zur Nutzung elektronischer Fachinformationen

Im Kontext anderer Forschungsergebnisse ist die STEFI-Studie „Studieren mit elektronischen Fachinformationen“ <173> zentral bei der Exploration der Internetbenutzung in Hochschulen. So fasst auch Venschott seine Ergebnisse empirischer Untersuchungen über das Informationsverhalten von Wissenschaftlern zusammen: „Die Bibliotheken als erste Anlaufstelle zur Informations- und Literatursuche bekommen immer mehr Konkurrenz aus dem Internet.“<174>

Die rein quantitativ arbeitende Studie STEFI hat herausgefunden, dass das Internet in den Hochschulen zum Informationsmedium Nummer eins wird, jedoch große Defizite in der Nutzung bestehen. In einer bundesweiten schriftlichen Fragebogen-Untersuchung wurden Dekanate, Hochschullehrende und Studierende befragt. Das Ergebnis lautete, dass das Angebot im Internet als unübersichtlich empfunden wurde, was eine Unzufriedenheit mit der elektronischen Recherche nach sich zog. Nur 15 % der Studenten erwerben Informationskompetenz in Veranstaltungen von Bibliotheken; folglich wird Informationsaneignung vorwiegend autodidaktisch gelernt, wobei Versuch und Irrtum als Methode dienen. Gefordert wird aus Sicht der Studierenden ein übersichtlicheres Angebot.<175> Zweidrittel der Studierenden suchten elektronische Fachinformation mithilfe kommerzieller Suchmaschinen.

Während Studenten genauso häufig im Netz wie in der Hochschulbibliothek recherchieren, rangiert bei den Hochschullehrenden die Internetrecherche vor dem lokalen Server der Universitätsbibliothek. Auf die Frage,


140

wie Studierende die Nutzung der Information erlernen, wird geantwortet, dass es fast 80 % durch try and error versuchen.

Als Konsequenz aus dem Kernergebnis wurde die Forderung gestellt, den Studierenden und Lehrenden geprüfte Angebote elektronisch- wissenschaftlicher Information gemäß den fachlichen Anforderungen bereitzustellen, denn dies hatten die Befragten bisher vermisst.

Bei der Nutzung liegt die Online-Suche in Bibliothekskatalogen wie dem Karlsruher Virtuellen Katalog bei 40,8 %, wobei die Online-Datenbanken nur 29,6 % der Nutzung ausmachen. Dass ein Volltext-Download genutzt wird, wird von rund 17 % angegeben, wobei hier Physiker und Chemiker eher bereit sind, Kosten zu übernehmen.<176>

Maßnahmen zur Verbesserung der Nutzung elektronischer wissenschaftlicher Information im Studium aus Sicht der Lehrenden sind:

Die Ergebnisse lassen eine mangelnde Qualifizierung auch bei manchen Lehrenden erkennen, sich im Dickicht elektronischer wissenschaftlicher Information wirklich effizient zurechtzufinden. Auch einige Dozent/innen verschenken durch ihre vorwiegend autodidaktisch erworbenen Kompetenzen zur Nutzung elektronischer wissenschaftlicher Information offenbar die Chance des gezielten Zugangs zu systematischer, fachspezifischer, relevanter, bewerteter wissenschaftlicher Information zugunsten globaler, leicht zugänglicher, unübersichtlicher und zufallsanfälliger Informationswege.“<178>


141

Die Studie hat die Empfehlung gegeben, die Vermittlung von Informationskompetenz im Hochschulunterricht zu integrieren. Für das Selbststudium, für Distance Learners und auch zur Anwendung in Forschung und Lehre hat man sich gemeinsame Instrumente geschaffen, die Portalfunktionen und die Einführung in den Erwerb von Informationskompetenz bieten.

Beispielhaft ist das unter Federführung der Bibliothek der Chalmers Universität in Göteborg entwickelte Produkt „IntoInfo“,<179> das heute an 47 Universitäten in 18 Ländern genutzt wird: Es handelt sich hierbei um ein Tool, das sowohl von Studierenden zum Erlernen als auch von Lehrenden zum Vermitteln von Kenntnissen sowie für den Zugang zu relevanten Informationsressourcen genutzt werden kann.<180> Zu überprüfen bleibt, ob dies auch für Film- und Fernsehwissenschaftler zutrifft. Aus diesem Grund wurde der Fragebogen der Hochschullehrenden zu den Barrieren und Potenzialen der innovativen Mediennutzung auf ähnliche Fragestellungen überprüft.

Diese Hinweise sind zwar aus einer anderen Fachrichtung, waren aber für die Entwicklung des Interviewleitfadens dieser Arbeit relevant.

Ein großer Nachteil der STEFI-Studie ist, dass bei der Fragebogenumfrage nicht auf eventuelle Unklarheiten, z.B. bezüglich der Unterscheidung von WWW-Seiten und OPAC-Bibliotheksseiten, eingegangen werden konnte.

Analysen von Zielgruppen sollten vor der Entwicklung neuer Produkte oder Dienstleistung stehen. Auch bei Informationsangeboten scheint dies geboten, um nicht am Bedarf vorbei zu arbeiten. Angebote, die den potenziellen Kunden letztlich gar nicht interessieren, sind überflüssig.


142

Auch der Wissenschaftsrat stellt in seinen Empfehlungen 2001 fest, dass die Hochschulen die IuK-Möglichkeiten nicht genügend ausschöpfen,<181> was allerdings auch finanzielle und personelle Ursachen haben könnte. Eine Neuordnung der Angebotsstruktur wird gefordert.

Interessant ist, dass sich in der Zeit von 2000 bis 2001 nicht nur die oben genannten Forschungsberichte mit der Wissensaneignung von Wissenschaftlern beschäftigte: Zu ähnlichen Schlussfolgerungen gelangt auch der Bericht über das Informationsverhalten von Wissenschaftlern und Unternehmern, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung an Arthur D. Little in Auftrag gegeben wurde.<182> 11000 Fragebögen wurden versandt und ca. 1400 kamen zurück. Nur 1,2 % stammten von Kunstwissenschaftlern, so dass bei der Übertragung der Ergebnisse nicht allzu sehr verallgemeinert werden darf.

Es ist festzustellen, dass sich die Suche von Naturwissenschaftlern sich von jener der Geisteswissenschaftler unterscheidet. Naturwissenschaftler benutzen mehr Volltexte über das Internet, dafür greifen sie seltener auf die Bibliotheken zurück. Sie lassen eher studentische Hilfskräfte (47,9 %) als Bibliotheksmitarbeiter (34,9 %) recherchieren:<183>


143

Abbildung 14: Entnommen aus: Zukunft der wissenschaftlichen und technischen Information a.a.O. Anhang 1, D1., S. 13<184>

Der Zeitaufwand für die Suche und das „Aussortieren“ der Information wird bei Musikwissenschaftlern mit 30 Std. im Monat angegeben.<185> Bei den Interviewangaben der Filmwissenschaftler gegenüber der Autorin wird dieser Wert noch überschritten. Hier kann errechnet werden, welcher zeitliche Aufwand in die Recherchearbeit an jeder Hochschule betrieben wird.

Zur aktuellen Situation der Informationsversorgung (Suche in Datenbank) wird auf die Probleme bei der Recherche hingewiesen. Da oft mithilfe von Abstracts gesucht wird, sollten Besprechungen und Annotationen von Informationsanbietern umfangreicher angeboten werden.

Zusammenfassend wird festgestellt:

„Auswirkungen der beim Informationszugang auftretenden Probleme müssen auf unterschiedlichen Ebenen lokalisiert werden. So versuchen Wis


144

senschaftler die Informationszugangsprobleme häufig dadurch zu kompensieren, dass sie viel eigene Arbeitszeit in die Informationsrecherche und -beschaffung sowie in das Ausselektieren ungenau recherchierter Information investieren.“<186>

Abbildung 15: Antwortverteilung der Frage: Wie lässt sich die elektronische Informationsrecherche Ihrer Meinung nach verbessern?, aus: Zukunft der wissenschaftlichen und technischen Information in Deutschland, a.a.O.,S. 19.

„Zur Verbesserung ihrer eigenen Informationsversorgungs-Situation und zur Sicherstellung eines effizienten Informationszugangs haben die Wissenschaftler Vorschläge:


145

Interessant ist, dass bei der Informationsverwertung eine Bereitstellung der Forschungsarbeiten im Internet von 58,6 % der Befragten gefordert wird. (Frage E. 4.1 der Arthur-D.-Little-Studie).

Das „häufige“ Entstehen von unnötigen Doppelforschungen (weil andere Arbeiten nicht bekannt waren) vermuten immerhin 17,1 %.

Der Bedarf an einem Angebot zur Beschaffung, Aufbereitung und Verdichtung von Information ist bei 37,8 % der Befragten groß, ebenso der Bedarf an Diensten zur Dokumentenverwaltung (34 %) und der Vermittlung von Kontakten zu anderen Wissenschaftlern (33,1 %). Das ist besonders aufschlussreich, da dies auch in den Experteninterviews der vorliegenden Arbeit immer wieder gefordert wurde. Der kommunikative Aspekt von Internetangeboten sollte also nicht unterschätzt werden.

Abbildung 16: Zukunft der wissenschaftlichen und technischen Information in Deutschland, a.a.O., G1 Bedarf an Zusatzdiensten und neue Organisationsformen.

Dass 41,9 % der Befragten für Zusatzdienste nicht privat zahlen würden, deckt sich mit den Aussagen der Interviews mit den Mediendozenten.


146

Die Arbeitsweise der Wissenschaftler ändert sich demnach auf jeden Fall, und die netzbasierte Kommunikation nimmt generell zu.

An der Arthur-D.-Little-Studie wurde allerdings bald Kritik von Seiten der Bibliothekare laut, so bemängelt Wätjen die Konzentration auf STN-Fächer und den Mangel an klaren Empfehlungen.<188> Außerdem wird in seinen Augen die Rolle der Bibliotheken und der Bedarf an Printmedien unterschätzt. Ein weiterer Kritikpunkt war, dass das Potenzial des OAI-Konzeptes verkannt wurde.

Anderseits wurden hier in großem Umfang Anstrengungen gemacht, den Wissenschaftler und Benutzer als das „unbekannte Wesen“ im Informationsverhalten in ein neues Licht zu setzen. Aus dieser Diskussion ergibt sich die Erkenntnis, dass Dozenten und Hochschulbibliotheken bei der Informationsvermittlung besser zusammenarbeiten müssten. Bibliothekare sollten in Seminaren ihre Informationskompetenz aktiv an Lehrende und Studierende weitergeben.

Lederbogen kommt im Rahmen seiner Online-Untersuchung Informationsgebrauch von Journalisten im Internet zur Erkenntnis: „Die heterogenen Einrichtungen der Hochschulen, ergänzt durch die ebenfalls ausdifferenzierten außeruniversitären Forschungseinrichtungen, kommen mit ihrem Online-Auftritt dem Entstehen eines großen wissenschaftlichen Marktes entgegen, dem bislang nur eine gemeinsame Web-Adresse fehlt. Möglicherweise kann eine zentrale, koordinierte Informationsstruktur der deutschen Wissenschaftsorganisationen die Aufgaben der Information, Kommunikation und Präsentation von Wissen besser bewältigen, als es zur Zeit den Einzeleinrichtungen möglich ist.“ <189>


Fußnoten:

<97>

Wiederhold, Lutz: Elektronische Fachinformation Islamwissenschaft. Gegenwärtige Situation und Perspektiven im Rahmen einer Virtuellen Fachbibliothek Vorderer Orient/Nordafrika. Hrsg.: Heiner Schnelling. Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt. Halle /Saale 2000 (Schriften zum Bibliotheks- und Büchereiwesen in Sachsen-Anhalt 81), S. 70.

<98>

Vgl.: Kuhlen, Rainer: Informationsmarkt. Chancen und Risiken der Kommerzialisierung von Wissen. Konstanz: UVK, Univ.-Verl. 1995, S. 214.

<99>

Vgl.: Ebd., S. 240.

<100>

Angaben zur Zahl der Benutzer der Hochschulbibliothek der Hochschule für Film und Fernsehen, Potsdam als Mittelwert der Benutzergruppen, Stand Januar 2002 und Zahl der aktiven Nutzer für die Jahre 2001/2002.

<101>

Vgl.: Handbuch qualitative Sozialforschung. Grundlagen, Konzepte, Methoden und Anwendungen. Hrsg. Uwe Flick. 2. Aufl. Weinheim: Beltz, Psychologie-Verl. Union 1995, S.178.

<102>

Meyers Lexikon 2. Aufl. Bibliograph. Inst. Leipzig 1975, Band 11.

<103>

Sachlexikon Film. Hrsg. Rainer Rother. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1997, S. 125.

<104>

Vgl.: Wersig, Gernot: Informations- und Kommunikationstechnologien: Eine Einführung in Geschichte, Grundlagen und Zusammenhänge. Konstanz : UVK Medien, 2000, S. 67. Die ersten Tonfilme waren die von Sam und Harry Warner produzierten Filme „The Jazz Singer“ (6.10.1927). Ab 1915 stellte Kodak einen Zweifarbenfilm her. In der Zeit zwischen 1976 und 1979 brachten Sony, JVC und Philips ihre Videosysteme für Videorecorder auf den Markt, wobei sich VHS (Video Home System) um 1987 auf dem Markt durchsetzte.

<105>

Vgl.: Wuss, Peter: Kunstwert des Films und Massencharakter des Mediums: Konspekte zur Geschichte der Theorie des Spielfilms. Berlin : Henschel Verl., 1990, S. 476.

<106>

Bestandsaufnahme. Film- und Fernsehwissenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Dokumente einer Tagung. Ges. f. Film- und Fernsehwissenschaft. Münster: Nodus Publikationen 1987, S.7.

<107>

Hickethier, Knut: Geschichte des deutschen Fernsehens. Unter Mitarb. von Peter Hoff. Stuttgart: Metzler 1998, S.4.

<108>

Fernsehtheorien: Dokumentation der GFF-Tagung 1990. Hrsg.: Knut Hickethier; Irmela Schneider Berlin: Ed. Sigma Bohn 1992 (Sigma Medienwissenschaft; Bd.8) (Schriften der Gesellschaft für Film- und Fernsehwissenschaft; 4), S. 19.

<109>

Beiträge zur Film- und Fernsehwissenschaft (BFF) - eine Schriftenreihe der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“, Potsdam-Babelsberg. Hrsg. Dieter Wiedemann. Berlin: Vistas ab 1982 ff. Vorgängertitel waren die „Filmwissenschaftliche Beiträge“.

<110>

Rundfunk und Fernsehen Untertitel: Forum der Medienwissenschaft und Medienpraxis. Baden-Baden, Forts. ab 2000 u.d.T.: Medien- und Kommunikationswissenschaft. Baden-Baden: Nomos.

<111>

Grundwissen Medien. Hrsg.: Werner Faulstich. 4. Aufl. München: UTB, 2000, S.15.

<112>

Schmidt, Siegfried: Medienwissenschaft und Nachbardisziplinen. In: Einführung in die Medienwissenschaft. Konzeptionen, Theorien, Methoden, Anwendungen. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2002, S. 53-68, S. 59.

<113>

Vgl.: Grundwissen Medien a.a.O., S. 17.

<114>

Schmidt: Medienwissenschaft und Nachbardisziplinen a.a.O., S.9.

<115>

Vgl.: Sarnowski, Daniella: Die neue Mediathek in der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg. Informationsdienstleistung für die Filmwissenschaft und den Medienstandort Babelsberg. In: Buch und Bibliothek, 53, 2001, H.1, S. 46-50.

<116>

Themen entnommen aus : The Oxford Guide to Film Studies. Ed. by John Hill; Pamela Church Gibson. Consultant ed. Richard Dyer; E. Ann Kaplan. Oxford: Univ. Pr. 1998, S. VII-IX.

<117>

Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Filmwissenschaft

http://www.verwaltung.uni-mainz.de/zsb/Studienangebot/Facherangebot/Filmwissenschaft/filmwissenschaft.html 07.01.02 .

<118>

Deutsche Film- und Fernsehakademie

http://www.dffb.de 03.01.02 .

<119>

HFF München, Studiengänge

http://www.hff-muc.de 03.01.02 .

<120>

Filmakademie Ludwigsburg.

http://www.filmakademie.de 03.01.02 .

<121>

Vgl.: Wuss, Peter: Filmgeschichte an Medienhochschulen. In: Medienhochschulen und Wissenschaft: Strukturen-Profile-Positionen. Karl Friedrich Reimers; Gabriele Mehling (Hg.) Konstanz: UVK Verlagsges. 2001, S. 86-97, S. 97.

<122>

Vgl.: The London Film School: A Tradition of Innovation.

http://www.lifs.org.uk/index.html 20.12.01 .

<123>

Film Studies, Queen‘s Film.

http://www.film.queensu.ca/Skills.html 20.12.01 .

<124>

Ein Projekt im Bereich der Metadaten ist CARMEN. Content Analysis, Retrieval and MetaData: Effective Networking.

http://www.mathematik.uni-osnabrueck.de/projects/carmen 18.11.01 .

<125>

Geisselmann, Friedrich: Die Erschließung elektronischer Publikationen. Referat auf dem Österreichischen Bibliothekartag 2000,

http://bt2000.univie.ac.at/abstracts/Geisselmann/Geisselmann.htm 18.11.01 .

<126>

z.B. Infoball, Ihr Portal für Fachinformationen, direkt finden, direkt bestellen

http://www.infoball.de 18.11.01

(Dabei verspricht der Untertitel mehr als die unvollständigen Daten letztendlich liefern.)

<127>

Kuhlen, Rainer: Informationsmarkt: Chancen und Risiken der Kommerzialisierung von Wissen. Konstanz: UVK, Univ.-Verl. 1995, S. 489.

<128>

Vgl.: Ebd., S. 240-241.

<129>

Merck, Alex: Video on demand - jetzt? bald? überhaupt? In: Medien Bulletin 2001, H. 4, S. 92-95, S. 95.

<130>

ARD/ZDF-Online-Studie 1999. In. Media Perspektiven 1999, H. 8, S. 401-414.

<131>

Netzwerk Mediatheken.

http://www.dra.de/netzwerk.htm 17.11.01 .

Ab April 2002:

http://netzwerk-mediatheken.de

.

<132>

Die Übersicht des AK FilmBibliotheken bildet einen ersten Versuch der Übersicht: Arbeitskreis Filmbibliotheken.

http://www.filmbibliotheken.de 01.05.02

<133>

Eine Übersicht aller Filmbestände bietet: Topographie audiovisueller Quellenüberlieferung : Film- und Videobestände in Archiven und archivarischen Einrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland bearbeitet von Verena Bockshorn; Helmut Morsbach; Silke Ronneburg; Wolfgang Schmidt. Koblenz : Bundesarchiv 1996. (Materialien aus dem Bundesarchiv; 3).

<134>

Vgl.: Umlauf, Konrad: Medienkunde, a.a.O., S. 210.

<135>

Meuser, Michael; Ulrike Nagel: ExpertInneninterviews - vielfach erprobt, wenig bedacht. Ein Beitrag zur qualitativen Methodendiskussion. In: Qualitativ-empirische Sozialforschung. Konzepte, Methoden, Analysen. Hrsg.: Detlef Garz; Klaus Kraimer. Opladen: Westdt. Verl. 1991, S. 441-471, S. 443.

<136>

Vgl.: Möller, Carola: Die Situation der Kunst- und Museumsbibliotheken in Hannover. Diplomarbeit im Studiengang Bibliothekswesen an der FH Hannover 20.1. 2001, WS 2000/2001, S. 7.

<137>

Mayring, Philipp: Kombination und Integration qualitativer und quantitativer Analyse. Forum Qualitative Sozialforschung/Forum Qualitative Social Research, Online-Journal, Februar 2001, 1.

http://www.qualitative-research.net/fqs.htm 26.12.01 .

<138>

Mundt, Sebastian; Epho Bell: Daten über Daten - Telefonische Befragungen von Bibliothekskunden zur Nutzung elektronischer Dienstleistungen. In: Bibliothek. 2000, H. 3, S. 288-296. Equinox: Library Performance Measurement and Quality Management System.

http://equinox.dcu.ie 11.11.01 .

Hätscher, Petra, Oliver Kohl: „Mehr Licht! Oder die UB ist ein Highlight. Zur Methodik und Ergebnissen einer Befragung der Lehrenden an der Bibliothek der Universität Konstanz.

http://www.dbi-berlin.de/dbi_pub/bd_art/bd_99/99_03_01.htm 08.04.02 .

Lehmann, Andreas; Hagen Jahn: Eine Fragebogenstudie zur Nutzung von modernen Technologien (Computern) im Berufsalltag von Musikwissenschaftlern. In: FZMw. Jg. 2, 1999, S. 78-100.

http://www.uni-frankfurt.de/fb09/muwi/FZMw/1999/1999_4.htm 01.05.02 .

<139>

Otike, Japhet: The Information Needs and Seeking Habits of Lawyers in England. A pilot Study. In: International. Information. & Library Review, 1999, 31, 19-39.

<140>

Nitzsche, Jörg : Thesen zu Bedarf und Nutzung medizinischer Information und Literatur In: medizin - bibliothek - information, 2001, H. 1, S. 10-14 + 23.

<141>

Vgl.: Ebd. S. 14.

<142>

Vgl.: Ebd., S. 10.

<143>

Saracevic, Tefko; Paul B. Kantor: Studying the Value of Library and Information Services. Part 2, Methodology and Taxonomy. In: Journal of the American Society For Information Science. 48, 1997, S. 543 -563, S. 543.

<144>

Vgl.: Schulz, Ursula: „Das stiehlt meine Zeit.“ Über die Nutzungsqualität von Bibliothekswebsites. In: Buch und Bibliothek 2002, H.4, S. 223 - 229, S.223.

<145>

Hobohm, Hans-Christoph: Marketing elektronischer Publikationen. In: Wissenschaft online. Elektronisches Publizieren in Bibliothek und Hochschule. Hrsg. Von Beate Tröger. Frankfurt a.M. Klostermann 2000. S. 290-305, S. 290.

<146>

Nitzsche, Jörg: Thesen zu Bedarf und Nutzung medizinischer Information und Literatur. In: Medizin. Bibliothek Information, 2001, H.1, S. 10-23, S. 10.

<147>

Lamnek, Siegfried: Qualitative Sozialforschung. München: Psychologie Verlags Union 1988, S.178.

<148>

Vgl.: Die „Suggestivfrage“. Erwartungen und Unterstellungen im Interview. In: Qualitative Sozialforschung. Hrsg.: Christel Hopf;. Elmar Weingarten 2. Aufl. Stuttgart: Klett-Cotta 1984, S. 205-230.

<149>

Vgl.: Baumert, Andreas: Recherchegespräche: das Interview in der Informationsbeschaffung. Reutlingen: Doculine-Verl. 1999, S. 55.

<150>

Vgl.: Hugl, Ulrike: Qualitative Inhaltsanalyse und Mind-Mapping: Ein neuer Ansatz für Datenauswertung und Organisationsdiagnose. Wiesbaden: Gabler, 1995, S. 51.

<151>

Atteslander, Peter: Methoden der empirischen Sozialforschung. Unter Mitarb. von Jürgen Cromm. 9., neu bearb. Aufl. Berlin; New York: de Gruyter 2000, S. 141.

<152>

Mayring, Philipp: Einführung in die qualitative Sozialforschung. München: Psychologie Verlags Union, 1990.

<153>

Ebd., S. 86.

<154>

Vgl.: Qualitativ-empirische Sozialforschung. Konzepte, Methoden, Analysen. Hrsg.: Detlef Garz; Klaus Kraimer. Opladen: Westdt. Verl. 1991, S. 457.

<155>

Schmidt, Christiane: Analyse von Leitfadeninterviews. In: Qualitative Forschung : ein Handbuch. Hrsg.: Uwe Flick; Ernst von Kardoff; Ines Steinke. Hamburg : Rowohlt Taschenbuch Verl., 2000, S. 447-456.

<156>

Kowal, Sabine; Daniel C. O‘Conell: Zur Transkription von Gesprächen. In: Qualitative Forschung : ein Handbuch a.a.O., S. 437-447.

<157>

Handbuch qualitative Sozialforschung, a.a.O., S. 213.

<158>

Qualitativ-empirische Sozialforschung, a.a.O., S. 462.

<159>

Brosius, Hans-Bernd; Friederike Koschel: Methoden der empirischen Kommunikationsforschung: eine Einführung. Wiesbaden: Westdeutscher Verl. 2001, S. 91.

<160>

Vgl.: Deutsche Forschungsgemeinschaft: Qualitätskriterien der Umfrageforschung. Denkschrift. Hrsg. Max Kaase. Berlin: Akademie Verlag 1999.

<161>

Mundt, Sebastian; Epho Bell: Daten über Daten - Telefonische Befragungen von Bibliothekskunden zur Nutzung elektronischer Dienstleistungen. In: Bibliothek 2000, H.3, S. 288-296.

<162>

Die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZBMed) entwickelt einen Fragebogen, der als pop-up-Fenster beim Aufrufen der Homepage erscheint (

http://www.zbmed.de 18.10.01

) und die Gewohnheiten der Nutzer hinterfragt.

<163>

Löw, Wolfgang: Der Weg zum Wissen. Eine Betrachtung aus biowissenschaftlich-neurobiologischer Sicht. In: nfd 52, 2001, S. 5-12, S. 10.

<164>

Arbeitskreis Filmbibliotheken.

http://www.filmbibliotheken.de 01.05.02 .

<165>

Die Bibliothek der HFF Potsdam wurde bei dieser Befragung nicht einbezogen, da die Autorin in dieser Einrichtung tätig ist.

<166>

Vgl.: Gabrys-Deutscher: ViFaTec, a.a.O., S.5.

<167>

Die Aussage stammt aus einem Experteninterview des Kapitels 3.5.12, Themencluster „Unterstützung bei der Informationsrecherche“.

<168>

Zur Thematik der Suggestivfrage siehe auch 3.3.

<169>

Ab hier werden für die Interviewzitate auf Anführungsstriche verzichtet, dafür stehen die Zitate in Kursivdruck. Lange Erzählpausen werden mit ... angegeben, Textauslassungen mit [...]. Umgangssprache wurde nicht verbessert.

<170>

Deutsche Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft.

http://www.dgpuk.de 04.02.02 .

<171>

Fernseh- und Kinotechnische Gesellschaft (FKTG)

http://www.fktg.de 04.02.02

<172>

BVKamera. German Society for Cinematographers

http://www.bvkamera.org/init_index.php3 04.02.02 .

<173>

Klatt, Rüdiger, Gavriilidis, K., Kleinsimlinghaus, K.: Nutzung elektronischer wissenschaftlicher Information in der Hochschulausbildung. Barrieren und Potenziale der innovativen Mediennutzung im Lernalltag der Hochschulen. Eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Projektträger Fachinformation. Endbericht, Juni 2001.

http://www.stefi.de/download/bericht.pdf 30.11.01 .

<174>

Venschott, Brigitta: Die Virtuelle Fachbibliothek Pharmazie. Das Internet-Projekt des Sondersammelgebiets Pharmazie der Braunschweiger Universitätsbibliothek. In: Bibliotheksdienst 2, 2002, S. 172-181, S.172.

<175>

Vgl.: Klatt: Nutzung elektronischer, a.a.O., S. 17.

<176>

Vgl.: Ebd., S. 20.

<177>

Klatt: Nutzung elektronischer...., S. 26.

<178>

Vgl.: Ebd., S. 27.

<179>

Chalmers Bibliotek

http://www.lib.chalmers.se 29.11.01 .

<180>

Vgl.: Klatt: Nutzung elektronischer, a.a.O., S. 28.

<181>

Vgl.: Empfehlungen zur digitalen Informationsversorgung durch Hochschulbibliotheken. Wissenschaftsrat 16.7.2001.

http://www.wissenschaftsrat.de/texte/4935-01.pdf , S.42, 29.11.01 .

<182>

Zukunft der wissenschaftlichen und technischen Information in Deutschland. Zwischenbericht. Wiesbaden: Arthur D. Little im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Anhang 1 Abbildungen Wissenschaftler.

http://www.dl-forum.de/Foren/Strategiekonzept/ErsteErgebnisse1/ErsteErgebnisse2/Zusammenfassung.pdf 24.03.02 .

<183>

Vgl.: Zukunft der wissenschaftlichen und technischen Information in Deutschland. Zwischenbericht Wiesbaden: Arthur D. Little im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Digital Library Forum. Ergebnisse der empirischen Untersuchung über das Informationsverhalten von Wissenschaftlern und Unternehmern.

http://www.dl-forum.de/Foren/Strategiekonzept/ErsteErgebnisse1/ErsteErgebnisse2/index.html 16.05.02 .

Teil D. Fragen zur Organisation des Informationswesens insgesamt. Frage 19: Von wem werden Sie noch bei der Informationsrecherche und -beschaffung unterstützt?

<184>

Die Zukunft der wissenschaftlichen und technischen Information in Deutschland a.a.O.

<185>

Vgl.: Die Zukunft der wissenschaftlichen und technischen Information, Erste Ergebnisse,

http://www.dl-forum.de/Foren/Strategiekonzept/ErsteErgebnisse1/ErsteErgebnisse2/FBWissenschaftler.pdf 16.05.02

, Frage 20: Wie viel eigene Arbeitszeit verwenden Sie im Durchschnitt für Informationsrecherche, -bezug sowie „Aussortieren“ von nicht erwünschter Information?

<186>

Siehe ebd. Zukunft der wissenschaftlichen und technischen Information a.a.O. Zwischenbericht.

<187>

Ebd., S. 6.

<188>

Wätjen, Han: Konzeption der Bibliotheken zur Weiterentwicklung der Digitalen Bibliothek. Zur Zukunft der wissenschaftlichen und technischen Information in Deutschland- Arthur D. Little und die Bibliotheken. Vortrag auf dem 92. Deutschen Bibliothekartag Augsburg 9.-12.4.2002.

http://www.bis.uni-oldenburg.de/abt1/waetjen/#2002 26.05.02 .

<189>

Lederbogen, Lutz; Joachim Trebbe: Wissenschaft im Netz. Das Internet als Quelle für Wissenschaftsinformation - Ergebnisse einer Online-Befragung. In: Globalisierung von Wissensorganisation. Neue Aspekte für Wissen, Wissenschaft und Informationssysteme. Proceedings der 6. Tagung der Deutschen Sektion der Internationalen Gesellschaft für Wissensorganisation, Hamburg, 23.-25. September 1999. Hrsg.: Peter Ohly, Gerhard Rahmsdorf, Alexander Sigel. Würzburg: Ergon Verl. 2000, S. 105-117, S. 108.


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Wed Nov 19 10:20:01 2003