Sasse, Jörg: Plasmakonzentrationen von Prolaktin, Cortisol, Trijodthyronin und Thyroxin bei Schlafentzug-Respondern unter Tryptophan-Depletion im Rahmen einer endogenen Depression

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Kapitel 5. Zusammenfassung und Ausblick

Zielbereiche der vorliegenden Arbeit stellten sowohl die Analysen zur Auswirkung eines Schlafentzuges (SE) unter Tryptophan-Depletion (TD) auf die hormonellen Parameter Prolaktin (PRL), Cortisol, Thyreotropin (TSH), Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) als auch die daraus resultierenden Rückschlüsse im Hinblick auf eine Verzahnung dieser Parameter nicht nur mit der depressiven Symptomatik sondern auch mit den SE-Wirkmechanismen dar.

Zur Untersuchung dieser bislang im Rahmen der biologischen Depressionsforschung unberücksichtigten Kombination gelangten 22 SE-Responder, die sich einem doppelblind aktiv placebokontrollierten (SHAM) Parallelgruppendesign unterzogen.

Die eigenen Beobachtungen einer blanden Response nach SE unter TD im Vergleich zur SHAM-Version des PRL und TSH einerseits sowie des Cortisols andererseits im Sinne eines abgeschwächten Plasmakonzentrationsanstiegs bzw. -abfalls sprechen zugunsten der Hypothese, daß der SE über serotonerge Wirkmechanismen zumindest teilreguliert werden dürfte. Die Konzentrationsunterschiede zwischen den Untersuchungsgruppen, die am SE-Nachmittag für PRL, Cortisol und TSH signifikant ausfallen, trotz gleichzeitig deutlicher Besserung der depressiven Symptomatik aller Patienten, legen zudem die Folgerung nahe, daß die divergierende hormonelle Antwort auf eine TD als Trigger einer klinischen Differenzierbarkeit der Depressionstiefe insuffizient zu sein scheint.

Für die Zukunft wäre es darüberhinaus erstrebenswert, wenn sich weitere Studien anschließen würden, die zum einen komplementäre Transmittersysteme des Serotonins, wie z.B. Dopamin und Noradrenalin, zusätzlich detailiertere Parameter, wie z.B. adrenocorticotropes Hormon (ACTH) und freies T3/T4, sowie nachgeschaltete Second-Messenger-Prozesse nicht unberücksichtigt ließen und die zum anderen eine TD kombiniert mit sowohl engmaschigeren Blutentnahmezeitpunkten in der SE-Nacht als auch mit einem weniger aktiven Placebo in die Initialphase des SE vorverlägen, um das weiterhin vielversprechende Potential der TD bei SE noch intensiver ausschöpfen zu können.


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Wed Aug 2 18:11:47 2000