| Schade, Tobias: Sonographische Untersuchungen von fokalen nodulären Hyperplasien Retrospektive Analyse der Sonomorphologie, Beobachtungen des natürlichen Verlaufes und prospektive Untersuchungen mit Echosignalverstärkern unter dem Einsatz der Power-Doppler-Sonographie und 2nd Harmonic Imaging |
16
Ausgewertet wurden 161 Patienten, deren mittleres Alter zum Zeitpunkt der Diagnosestellung 39±10 Jahre betrug (Range 15-76 Jahre).
148 aller Fälle mit FNH waren Frauen (91,9%, Abb. 2 ).
Abb. 2: Alters- und Geschlechtsverteilung.

84,5% der Patienten waren beschwerdefrei oder machten keine Angaben. Bei 15,5% der Fälle erfolgte die Sonographie wegen Druckgefühl oder Schmerzen im rechten Oberbauch.
Die sonographischen Diagnosen der ersten Untersuchung sind in Tabelle 2 dargestellt. 95% aller FNH wurden auf Anhieb richtig erkannt. In keinem Fall wurde eine FNH als bösartiger Tumor fehlinterpretiert.
Tabelle 2: Sonographische Erstdiagnosen bei 161 fokalen nodulären Hyperplasien
|
Ultraschalldiagnose |
Anzahl |
||
|
n |
% |
||
|
Sichere Diagnose: |
FNH |
153 |
95,0 |
|
Nicht entscheidbar: |
FNH oder Leberadenom |
5 |
3,1 |
|
Verdachtsdiagnose: |
Leberadenom |
2 |
1,2 |
|
Verdachtsdiagnose: |
Benigner Lebertumor |
1 |
0,6 |
17
67 Hyperplasien befanden sich ausschließlich im linken Leberlappen inklusive des Lobus caudatus (41,6%). Im rechten Leberlappen waren 86 Tumoren (53,4%) gelegen. Ein interlobäres Auftreten wurde in acht Fällen (5,0%) registriert. Damit bestand keine signifikante Bevorzugung eines Leberlappens. Abbildung 4 läßt die topographische Verteilung der FNH auf die einzelnen Segmente erkennen.
Abb. 3: Topographische Verteilung der FNH auf die Lebersegmente.

Die Segmente III, IV, V und VI waren signifikant häufiger betroffen als die Segmente I, II und VII. In Abhängigkeit vom Geschlecht fand sich innerhalb der Gruppe aller untersuchten Frauen ebenfalls eine entsprechende Verteilung. Bei den Männern gab es keine eindeutige Bevorzugung eines bestimmten Segments. Auch in Bezug auf das Alter ergaben sich keine signifikanten Abhängigkeiten.
20% aller FNH waren segmentübergreifend angelegt ( Tabelle 3 ).
Tabelle 3: Anzahl der betroffenen Lebersegmente
|
Anzahl der betroffenen Segmente |
Anzahl der Patienten |
|
|
|
n |
% |
|
1 |
128 |
79,5 |
|
2 |
27 |
16,8 |
|
3 |
2 |
1,2 |
|
4 |
4 |
2,5 |
18
Bei 45 Patienten (28,0%) traten gleichzeitig mehrere FNH auf. Tabelle 4 zeigt die Anzahl der beobachteten Läsionen je Patient.
Tabelle 4: Häufigkeit multipler FNH bei 161 Patienten
|
FNH-Anzahl pro Patient |
Häufigkeit |
|
|
n |
% |
|
|
1 |
116 |
72,0 |
|
2 |
22 |
13,6 |
|
3 |
12 |
7,5 |
|
4 |
4 |
2,5 |
|
5 |
1 |
0,6 |
|
6 |
3 |
1,9 |
|
>7 |
3 |
1,9 |
Bei 33 Patienten (20,5%) waren neben der FNH zusätzliche Raumforderungen innerhalb des Leberparenchyms nachweisbar, die nicht einer fokalen nodulären Hyperplasie entsprachen (Tab. 5 und Abb. 5).
Tabelle 5: Vorkommen von Zweittumoren
|
Zweittumor |
Häufigkeit |
|
|
n |
% |
|
|
Hämangiom |
23 |
14,3 |
|
Dysontogenetische Zyste |
9 |
5,6 |
|
Adenom |
1 |
0,6 |
19
Abb. 4: Gleichzeitiges Auftreten einer FNH und eines Hämangioms im rechten Leberlappen

Bei 108 Patienten lag der Tumor subkapsulär, das heißt, er erreichte oder überragte die Leberkonturen (67,1%). Fünf Tumoren pendulierten am Leberrand (3,1%). 42 Knoten befanden sich intraparenchymatös ohne Kontakt zur Leberkapsel (26,1%, Tab. 6).
Die Durchmesser der zentral gelegenen Raumforderungen betrugen im Mittel 44,4±24,9 mm. Diese waren hochsignifikant kleiner als die subkapsulär gelegenen Tumoren (Mittelwert: 68,6 ±29,8 mm).
Tabelle 6: Beziehungen zu den Organkonturen bei 155 fokalen nodulären Hyperplasien
|
Lage der FNH |
Fallzahl |
|
|
n |
% |
|
|
vom Lebergewebe eingeschlossen |
42 |
26,1 |
|
subkapsuläre Lage |
108 |
67,1 |
|
pendulierender Tumor |
5 |
3,1 |
|
keine Angabe |
6 |
3,7 |
Bei 30,4% der Raumforderungen war ein enger Kontakt bzw. eine Verdrängung benachbarter Organe und Strukturen vorhanden. Zu diesen zählten in 24 Fällen die Gallenblase bzw. der Gallengang (14,9%), die rechte, mittlere oder linke Lebervene bei 21 Patienten (13,0%), die Vena cava inferior sowie die Pfortader in 11 Fällen (6,8%). Zweimal war die rechte Niere im Kontakt mit einer FNH (1,2%, Abb. 5 ).
20
Abb. 5: Die Organkontur hervorwölbende FNH mit Pelottierung des Stammes der V. hepatica sinistra

Der mittlere Durchmesser aller FNH betrug 63±31 mm (Range 17-200, Median 60 mm). Die Größenverteilung ist in Abb. 6 dargestellt. Ein signifikanter Unterschied zwischen den Durchmessern der Raumforderungen in Abhängigkeit vom Geschlecht oder der Einnahme von Kontrazeptiva wurde nicht beobachtet.
Abb. 6: Größenverteilung der 161 fokalen nodulären Hyperplasien.

Im Beobachtungszeitraum von maximal 14 Jahren ergab sich bei 69 von 102 Tumoren eine Größenänderung von mehr als 10% in Bezug auf den Ausgangswert. Dabei schrumpfte die Raumforderung in 52 Fällen (51,0%). Bei 17 Patienten (16,7%) wuchs die FNH. In den übrigen 33 Fällen (32,3%) war keine wesentliche Änderung zu beobachten.
21
Tabelle 7 zeigt die prozentualen Größenänderungen aller FNH, die im Verlauf kleiner wurden.Tabelle 7: Abnahme der Tumorgröße von 79 FNH in Abhängigkeit vom Beobachtungszeitraum
In Tabelle 8 sind die Größenänderungen der FNH dargestellt, die im Beobachtungszeitraum gewachsen sind.
Tabelle 8: Zunahme der Tumorgröße von 23 FNH in Abhängikeit vom Beobachtungszeitraum
|
Zunahme von der Ausgangsgröße |
Fallzahl |
Beobachtungszeitraum |
|
% |
n |
Monate |
|
1-10 |
6 |
8-61 |
|
11-20 |
12 |
6-55 |
|
21-30 |
1 |
12 |
|
31-40 |
3 |
7-110 |
|
41-50 |
0 |
|
|
51-60 |
0 |
|
|
61-70 |
1 |
37 |
22
Der Fettgehalt der Leberzellen hat Auswirkungen auf Reflexion, Beugung und Streuung von Schallwellen. Deshalb führt eine Parenchymverfettung zur Änderung der Echogenität aller soliden Leberraumforderungen. Die Beurteilung der Leberechogenität erfolgte nach Haupt- und Nebenkriterien. Das Hauptkriterium ist eine
Nebenkriterien sind:
Eine Parenchymverfettung lag vor, wenn das Haupt- und mindestens zwei Nebenkriterien nachweisbar waren.
115 Patienten (71,4%) wiesen demnach ein normales Leberparenchym auf. Bei 43 Patienten (26,7%) wurde eine Verfettung des Organs beschrieben.
Aussagen über die Echostruktur des Tumors lassen sich aus der Tabelle 9 entnehmen.
Tabelle 9: Echogenität von 161 fokalen nodulären Hyperplasien
|
Echogenität der FNH |
Fallzahl |
|
|
n |
% |
|
|
echoarm |
85 |
52,8 |
|
echoreich |
40 |
24,8 |
|
echogleich |
32 |
19,9 |
|
echokomplex |
4 |
2,5 |
23
Abb. 7: Echoarme FNH im rechten Leberlappen bei Parenchymverfettung

Abb. 8: Echoarme FNH im linken Leberlappen bei normaler Parenchymechogenität

Bei einer Verfettung des umgebenden Leberparenchyms stieg der Anteil der echoarmen Läsionen auf 93%. Zusätzlich variierte die Echogenität in Abhängigkeit von der Tumorgröße (Tab. 10, Abb. 7 bis Abb. 10 ).
Tabelle 10: Echogenität der FNH in Abhängigkeit von der Tumorgröße
|
Echogenität |
Tumordurchmesser < 60 mm |
Tumordurchmesser |
|
echoarm |
61% |
45% |
|
echogleich |
8% |
31% |
|
echoreich |
27% |
23% |
|
echokomplex |
4% |
1% |
24
Abb. 9: Zentral gelegene echoarme FNH in einer Fettleber

Abb. 10: Zentral gelegene echoreiche FNH mit Verdrängung der Lebervenenstämme

Bei 17 von 102 Patienten (16,7%) traten während des Beobachtungszeitraumes Veränderungen des Echomusters der FNH auf. 15 FNH wurden echoreicher, zwei Läsionen reflexärmer.
Bei 31 Läsionen (30,4%) wurden in Verlaufsuntersuchungen degenerative Veränderungen festgestellt (Gefäßverödungen, Vergrößerung des Narbenanteiles und/oder Verkalkungsnachweis). Bei einem Patienten mit einer ursprünglich 40 mm großen FNH war die Läsion nach fünfjährigem Verlauf sonographisch nicht mehr abgrenzbar.
Bei 152 Patienten war die Tumorkontur lobuliert (94,4%). Vier Raumforderungen stellten sich glatt dar (2,5%). 137 Läsionen (85,1%) zeigten sich scharf begrenzt ( Abb. 12 ). 17 Raumforderungen (10,6%) waren primär unscharf, zwei weitere wurden als zunehmend schlechter abgrenzbar beschrieben. In einem Fall stellte sich eine vormals unscharfe Struktur nach mehreren Jahren deutlicher dar.
25
155 FNH (96,3%) ließen in ihrer Sonomorphologie eine zentral konfluierende Narbe erkennen (Narbenstern, und Abb. 12 ). Bei sechs Tumoren (3,7%) war dieser nicht nachweisbar.
Abb. 11: Echogleiche FNH mit Narbenstern

Abb. 12: Scharf abgrenzbare FNH mit lobulierter Kontur und zentralem Narbenstern

Bei 11 Patienten (6,8%) wurde anläßlich der ersten sonographischen Untersuchung eine FNH-Verkalkung beschrieben. 13 weitere Herde (8,1%) zeigten erst nach einem mittleren Beobachtungszeitraum von 5,2±2,4 Jahren Kalk innerhalb der FNH.
Ein kapselähnlicher glatter, schmaler und echoreicher Randsaum wurde nur bei zwei aller Patienten festgestellt (1,2 %). Ein als Halo bzw. Pseudohalo bezeichneter echoarmer Rand ließ sich bei 35 Patienten nachweisen (21,7%).
26
In 21 Fällen (13,0%) verursachte der Tumor im B-Bild eine distale Schallverstärkung, die in der Hälfte dieser Fälle jedoch nur schwach ausgeprägt war.
In Tabelle 11 sind die sonomorphologischen Kriterien der FNH zusammenfassend aufgelistet.
27
Tabelle 11: Sonomorphologische Merkmale der FNH (n=161)
|
Morphologisches Merkmal |
Fallzahl |
|
|
N |
% |
|
|
Leberparenchym |
|
|
|
unauffällig |
115 |
71,4 |
|
verfettet |
43 |
26,7 |
|
keine Angabe |
3 |
1,9 |
|
Echogenität |
|
|
|
echoarm |
85 |
52,8 |
|
echoreich |
40 |
24,8 |
|
echogleich |
32 |
19,9 |
|
echokomplex |
4 |
2,5 |
|
Abgrenzbarkeit |
|
|
|
scharf |
137 |
85,1 |
|
unscharf |
17 |
10,6 |
|
keine Angabe |
4 |
2,5 |
|
Änderung der Abgrenzbarkeit im zeitl. Verlauf |
|
|
|
zunehmend unscharf |
2 |
1,2 |
|
zunehmend scharf |
1 |
0,6 |
|
Kontur |
|
|
|
lobuliert (blumenkohlartig) |
152 |
94,4 |
|
glatt |
4 |
2,5 |
|
keine Angabe |
5 |
3,1 |
|
Zentraler Narbenstern |
|
|
|
vorhanden |
155 |
96,3 |
|
nicht vorhanden |
6 |
3,7 |
|
Intratumorale Verkalkung |
|
|
|
vorhanden im Erstbefund |
11 |
6,8 |
|
Auftreten im Verlauf |
13 |
8,1 |
|
nicht vorhanden |
137 |
85,1 |
|
Echoreicher kapselartiger Saum |
2 |
1,2 |
|
Echoarmes Halo |
35 |
21,7 |
|
Distale Schallverstärkung |
|
|
|
deutlich |
11 |
6,8 |
|
diskret |
10 |
6,2 |
|
Bezug zur Organgrenze |
|
|
|
zentral intraparenchymatös |
42 |
26,1 |
|
subkapsulär |
108 |
67,1 |
|
pendulierend |
5 |
3,1 |
|
keine Angabe |
6 |
3,7 |
|
Kontakt zu benachbarten Organen |
|
|
|
Gallenblase bzw. Gallengang |
24 |
14,9 |
|
Vena cava inferior |
11 |
6,8 |
|
Lebervenen |
21 |
13,0 |
|
Pfortader |
11 |
6,8 |
|
rechte Niere |
2 |
1,2 |
|
nicht vorhanden |
112 |
69,6 |
28
In 154 Fällen (95,6%) konnten mit dem fundamentalem pw- oder dem Farb-Doppler Aussagen über den Gefäßgehalt der FNH getroffen werden. Danach waren 149 Läsionen gefäßreich (96,7%). Als gefäßarm wurden fünf Raumforderungen (3,1%) eingeordnet (). In sieben Läsionen, die zu Beginn der Untersuchung noch eine Hypervaskularisation aufwiesen, waren nach 84±31 Monaten nur noch rarifizierte Gefäßsignale nachweisbar.
Bei 14 Patienten mit einem mittleren Durchmesser der FNH von 92±27 mm erfolgte die Ausmessung des Kalibers der zuführenden Arterie. Deren mittlerer Gefäßdurchmesser lag bei 5,2 ±1,2 mm. In 41 weiteren Fällen wurde der Diameter des zuführenden Gefäßes als auffallend kräftig beschrieben.
Abb. 13: Darstellung des Gefäßreichtums einer FNH mit dem Farb-Doppler

Von 116 Patienten wurden die fokalen nodulären Hyperplasien mit der dreidimensionalen Power-Angiographie untersucht (Volumen-Scan). Dabei konnten in 105 Fällen (90,5%) folgende für die FNH als typisch klassifizierten Befunde erhoben werden:
29
11 Patienten (9,5%) hatten keinen typischen Gefäßbaum einer fokalen nodulären Hyperplasie.
Abb. 14: Dreidimensionale Rekonstruktion des Gefäßbaums

(TM-ART = zuführende Tumorarterie, RPD = Ramus principales dexter, RPS = Ramus principales sinister, AHS = Arteria hepatica sinistra, VCI = Vena cava inferior)
Abb. 15: Dreidimensionale Rekonstruktion des Gefäßbaums

(aPV = anteriore Segmentvene, Rpd = Ramus principales dexter, pPV = posteriore Segmentvene, Vp = Vena portae)
In zwei Fällen wurden durch die Doppler-Untersuchung portovenöse Shunts sowie bei einem Patienten eine Pfortaderthrombose detektiert.
Der maximale systolische Fluß wurde bei 26 Patienten gemessen und betrug im Mittel 58,4±35,1 cm/s.
30
Exakte Angaben zur Strömungsgeschwindigkeit lagen in dieser Kategorie nur von sieben Patienten vor. Der Mittelwert betrug 35,8±23,5 cm/s. Bei 27 weiteren Untersuchungen wurde aus der Abschätzung des Widerstandsindexes (RI <0,4) auf einen besonders hohen enddiastolischen Fluß geschlossen.
Mittels des fundamentalen pw-Dopplers wurden in 132 Fällen (82%) intratumorale Arterien nachgewiesen. Gleichzeitig gelang in 58 Tumoren (36%) der Nachweis venöser Spektren.
Für 123 Patienten wurde der Resistenzindex arterieller Tumorgefäße bestimmt. Der Mittelwert lag bei 0,42±0,11 (Range 0,14-0,78,
Abb. 17 und Abb. 18 ).
Der RI wurde zusätzlich an verschiedenen Abschnitten der Arteria hepatica bestimmt. Die Auswertung erfolgte getrennt nach Lokalisation der FNH im rechten oder linken Leberlappen (Tab. 12 undTab. 13).
Tabelle 12: RI der Leberarterien, FNH im linken Leberlappen
|
Arterie |
Mittelwert |
Median |
Standardabw. |
Minimum |
Maximum |
Fallzahl |
|
A. hep. dextra |
0,60 |
0,61 |
0,13 |
0,3 |
0,84 |
24 |
|
A. hep. sinistra |
0,59 |
0,61 |
0,1 |
0,36 |
0,77 |
27 |
|
A. hep. propria |
0,63 |
0,63 |
0,1 |
0,45 |
0,85 |
23 |
|
A. hep. communis |
0,69 |
0,71 |
0,1 |
0,51 |
0,86 |
23 |
Tabelle 13: RI der Leberarterien, FNH im rechten Leberlappen
|
Arterie |
Mittelwert |
Median |
Standardabw. |
Minimum |
Maximum |
Fallzahl |
|
A. hep. dextra |
0,59 |
0,59 |
0,1 |
0,31 |
0,74 |
31 |
|
A. hep. sinistra |
0,61 |
0,60 |
0,1 |
0,36 |
0,79 |
27 |
|
A. hep. propria |
0,64 |
0,64 |
0,1 |
0,43 |
0,85 |
24 |
|
A. hep. communis |
0,73 |
0,75 |
0,09 |
0,55 |
0,86 |
24 |
31
Aus diesen Zahlen ergibt sich eine Differenz zwischen dem mittleren RI der Tumorarterien und dem mittleren RI der zugehörigen Leberlappenarterie von 0,16 (linker Lappen) und 0,19 (rechter Lappen). Im Wertevergleich des RI der Tumorarterie mit der Arteria hepatica communis beträgt diese Differenz im Mittel 0,34±0,13 (Range 0,09-0,59; p = 0,0001).In jedem Fall war der Gefäßwiderstand der Tumorarterien kleiner als der vergleichbare Meßwert in der A. hepatica communis.
Abb. 16: RI der Tumorarterie im Vergleich mit dem RI der zugehörigen Arteria hepatica communis.

Bei 104 Patienten mit FNH wurde der PI der zuführenden Tumorarterien bestimmt. Er betrug im Mittel sowie im Median 0,57±0,20 (Range 0,16-1,16, Abb. 17 und Abb. 18 ).
Die Pulsatilitätsindices der der zuführenden FNH-Arterie vorgeschalteten Leberarterien sind aus Tabelle 14 und Tabelle 15 ersichtlich. Daraus geht hervor, daß die FNH keinen signifikanten Einfluß auf die Pulsatilitätsindices der zuführenden Arterien haben. Eine erneute Bestimmung des PI bei 23 Patienten ergab keine signifikante Änderung im zeitlichen Verlauf.
32
Tabelle 14: PI der Leberarterien, FNH im linken Leberlappen
|
Arterie |
Mittelwert |
Median |
Standardabw. |
Minimum |
Maximum |
Fallzahl |
|
A. hep. dextra |
0,99 |
0,97 |
0,42 |
0,34 |
2,4 |
24 |
|
A. hep. sinistra |
0,95 |
0,99 |
0,25 |
0,42 |
1,34 |
27 |
|
A. hep. propria |
1,1 |
1,1 |
0,31 |
0,61 |
1,92 |
23 |
|
A. hep. communis |
1,3 |
1,3 |
0,39 |
0,73 |
2,04 |
23 |
Tabelle 15: PI der Leberarterien, FNH im rechten Leberlappen
|
Arterie |
Mittelwert |
Median |
Standardabw. |
Minimum |
Maximum |
Fallzahl |
|
A. hep. dextra |
0,95 |
0,93 |
0,30 |
0,3 |
1,83 |
31 |
|
A. hep. sinistra |
1,03 |
0,99 |
0,32 |
0,46 |
1,69 |
27 |
|
A. hep. propria |
1,1 |
1,04 |
0,27 |
0,55 |
1,67 |
24 |
|
A. hep. communis |
1,51 |
1,57 |
0,48 |
0,82 |
2,37 |
24 |
Abb. 17: Dopplerspektrum der zentralen Tumorarterie

Abb. 18: Dopplerspektrum einer Tumorsegmentarterie in der Peripherie der Läsion

33
In die vorliegende Studie gingen die Daten von 138 Patienten mit fokalen nodulären Hyperplasien ein. Dieses Patientenkollektiv setzt sich aus zwei Gruppen zusammen, die mit unterschiedlicher Zielstellung untersucht wurden.
Zunächst erfolgten kontrastmittelgestützte Untersuchungen an 26 Patienten mit bekannter FNH. Die Diagnose war zuvor mittels Histologie (18 Fälle) oder durch die eindeutigen Diagnosen aus der Choleszintigraphie bei gleichzeitig vorliegendem MRT-Befund (8 Fälle) gestellt worden.
Ziel dieser Teilstudie war die Erfassung phasenspezifischer Merkmale der Tumorperfusion und deren Darstellung unter den Bedingungen von 2nd Harmonic Imaging (Tab. 16).
Tabelle 16: Signalverhalten von 26 bekannten fokalen nodulären Hyperplasien nach Bolusinjektion von Levovist® unter 2nd Harmonic Imaging
|
Beobachtetes Merkmal |
Auftreten nach Bolusbeginn (Sekunden p.i.) |
|
|
Kontrastierung der zuführenden Arterie |
11,1±2,4 |
(Range 4-14) |
|
Zentrifugale Auffüllung radspeichenartiger Gefäße |
12,1±2,4 |
(Range 6-15) |
|
Scharfe Abgrenzung bei intensiver Tumorkontrastierung |
20,6±3,5 |
(Range 16-25) |
|
Erreichen des Signalmaximums |
39,3±6,1 |
(Range 30-45) |
|
Auswaschen des Kontrastmittels |
179,3±61,0 |
(Range 50-285) |
Tabelle 16 zeigt,
34
112 Patienten mit in der Enddiagnose gesicherter FNH fanden Eingang in eine prospektive Untersuchungsstudie. Dabei handelte es sich um Fälle mit zunächst unklaren Leberraumforderungen. Die signalverstärke Power-Doppler-Sonographie wurde als erstes Untersuchungsverfahren zur Abklärung der Läsionen eingesetzt. Anschließend wurde die Folgediagnostik zur Sicherung bzw. Bestätigung der sonographisch gestellten Diagnose veranlaßt (Biopsie oder eine Kombinationen von Spiral-CT, MRT mit leberspezifischem Kontrastmittel, Choleszintigraphie oder Angiographie, Tab. 1).
Während der Power-Doppler-Sonographie unter Einsatz eines Echosignalverstärkers und 2nd Harmonic Imaging wurde die Kontrastphasenzuordnung von Flußphänomenen und die Möglichkeit der Artdiagnostik der fokalen nodulären Hyperplasie überprüft.
Die verabreichte Dosierung in Abhängigkeit vom Körpergewicht des Patienten sowie der Anzahl zu beobachtender Läsionen ist in Tabelle 17 dargestellt.
Tabelle 17: Dosierungen von Levovist®
|
Levovist®-Dosis |
Fallzahl (n) |
|
2,5 g |
72 |
|
4g |
15 |
|
>4g |
25 |
Bei der Verwendung von Levovist® wurden keine gravierenden Nebenwirkungen festgestellt. Vereinzelt traten lokale Wärmegefühle im kleinen Becken, sowie an der Injektionsstelle auf.
Abb. 19: Echogleiche FNH vor der Kontrastmittelinjektion.

35
Abb. 20: FNH 12s nach Bolusinjektion in der früharteriellen Phase.

Abb. 21: FNH 16 Sekunden p.i., arterielle Phase.

36
Abb. 23: FNH 26 Sekunden p.i., kapilläre Phase.

Abb. 24: FNH 37 Sekunden p.i., Portalphase.

Der Ablauf der Tumorkontrastierung in Bezug auf die kontrastspezifischen Phasen ist Tabelle 18 zu entnehmen.
Tabelle 18: Signalintensitätsablauf fokaler nodulärer Hyperplasien nach Kontrastmittelinjektion (n=112)
|
Kriterium |
Nachweis |
Auftreten in der kontrastspezifischen Phase |
||
|
n |
% |
Phase |
% |
|
|
Kontrastierung der zuführenden Arterie(n) |
108 |
96,4 |
früharteriell |
99,1 |
|
Zentrifugale Signalanreicherung der Läsion |
109 |
97,3 |
früharteriell - arteriell |
100 |
|
Abgrenzung von der Umgebung - homogen und scharf konturiert - inhomogen fleckförmig - scharf, inhomogen, signalarm |
96 5 6 |
85,7 4,5 5,4 |
kapillär |
98,1 |
|
Maximale Tumorkontrastierung |
111 |
99,1 |
portal |
92,8 |
|
Auswaschen des Signalverstärkers |
109 |
97,3 |
spät |
100 |
37
Kennzeichen:
Der Beginn der Signalanreicherung in der zuführenden Tumorarterie wurde in 108 Fällen zeitlich genau dokumentiert. In 57 Fällen lag dieser Zeitpunkt unmittelbar um oder vor der 10. Sekunde nach Beginn der intravenösen Bolusinjektion. Bei weiteren 51 Tumoren fiel die Kontrastierung des zentralen Tumorgefäßes in den Zeitraum zwischen der 11. und 14. Sekunde p.i. (Tab. 18).
Kennzeichen:
Angaben zur Art der Signalanreicherung der Raumforderung in der arteriellen Phase liegen von 109 Patienten vor (96,4%). Demnach verteilte sich das Kontrastmittel in 108 Untersuchungen (99,1%) zentrifugal von der zentral in den Tumor ziehenden Arterie und in einem Fall (0,9%) zentripetal ausgehend vom Randbereich der FNH (Tab. 18 und Abb. 20 ).
Kennzeichen:
In 96 Fällen (85,7%) fiel eine besonders scharfe Herdabgrenzung auf (Tab. 18). Sechs weitere Läsionen (5,4%) waren von der Konturierung zwar scharf, in der Signalintensität aber nur schwach von der Umgebung abzugrenzen. Fünf Raumforderungen (4,5%) kontrastierten sich inhomogen.
Bei sieben Tumoren traten Powersignale lediglich in den ventralen Abschnitten auf. Diese Erscheinung ist durch Schattenbildungen aufgrund der Kontrastmitteldichte zu erklären. Durchweg handelte es sich um Tumoren >8 cm Durchmesser.
Kennzeichen:
38
Bei 103 Patienten (92,8%) trat in dieser Phase das Signalmaximum auf (Tab. 18). In sechs weiteren Fällen lag der Zeitpunkt der maximalen Intensität bereits im Zeitraum der kapillären Phase.Bei sieben Patienten fiel eine insgesamt inhomogene bzw. vergleichsweise geringe Kontrastierung auf, die Folge degenerativer Veränderungen sein muß.
Kennzeichen:
Das Auswaschen des Echosignalverstärkers fiel bei getriggerter Insonation am auffälligsten um die 90. Sekunde nach Bolusinjektion auf.
Bei 94,2% der Patienten der prospektiven Gruppe (105/112) wurde das Tumorerscheinungsbild anhand der Kontrastkriterien als typisch für eine fokale noduläre Hyperplasie eingestuft ( Abb. 19 bis Abb. 24 ). Darunter fallen sieben Patienten (6,3%) mit insgesamt FNH-typischer Kontrastierung, die regressive Veränderungen an der Läsion durch Abschwächungen in der Signalintensität oder einen zeitlich verzögerten Kontrastverlauf aufwiesen. Die maßgeblichen Phasen der Kontrastierung der zuführenden Arterie mit ihrer radspeichenartigen intratumoralen Aufzweigung, der scharfen Tumorkontrastierung in der kapillären Phase und dem nachfolgendenden Signalmaximum waren immer nachweisbar.
Sieben FNH (6,3%) zeigten einen insgesamt nicht eindeutig einzuordnenden Signalverlauf. Dabei handelte es sich überwiegend um Tumoren mit Lokalisation in den kraniodorsalen Lebersegmenten.
Verlaufsuntersuchungen unter Signalverstärkerinjektion erfolgten im Mittel ein Jahr nach der Erstuntersuchung. Bei 60 von 63 Patienten (95%) waren die erstbeschriebenen Kriterien der Signalanflutung unter kontrastmittelgestützten Verlaufssonographien komplett reproduzierbar. In 6% der Fälle sind durch degenerative Veränderungen an den Tumorgefäßen deutliche Intensitätsabnahmen in der Tumorkontrastierung aufgetreten.
39
Tabelle 19: Untersuchungsbefunde von 161 fokalen nodulären Hyperplasien mit dem fundamentalen Farb- und pw-Doppler
|
Morphologisches Merkmal |
Fallzahl |
|
|
n |
% |
|
|
Tumorvaskularisation |
|
|
|
untersuchte Fälle |
154 |
95,7 |
|
hypervaskularisiert |
149 |
96,8 |
|
hypovaskularisiert |
5 |
3,2 |
|
Radspeichenartiges Gefäßnetz |
|
|
|
vorhanden |
145 |
90,1 |
|
nicht beschrieben |
16 |
9,9 |
|
Gefäßbaum im 3D-Powerangiogramm |
|
|
|
untersuchte Fälle |
116 |
72,0 |
|
typisch |
105 |
90,5 |
|
untypisch |
11 |
9,5 |
|
Vaskuläre Besonderheiten |
|
|
|
portovenöse Shunts |
2 |
1,2 |
|
Pfortaderthrombose |
1 |
0,6 |
|
Aneurysma innerhalb einer FNH |
1 |
0,6 |
Tabelle 20: Signalverhalten von 112 prospektiv untersuchten FNH nach Bolusinjektion von Echosignalverstärkern (Power-Doppler-Sonographie unter 2nd Harmonic Imaging)
|
Perfusionsphase |
Beobachtetes Merkmal |
Häufigkeit |
|
|
n |
% |
||
|
Früharterielle Phase |
Kontrastierung der zuführenden Arterie |
107 |
95,5 |
|
(8-14 s p.i.) |
|||
|
Arterielle Phase |
Radspeichenartige Tumorgefäßauffüllung |
109 |
97,3 |
|
(15-20 s p.i.) |
zentrifugal |
108 |
96,4 |
|
|
zentripetal |
1 |
0,9 |
|
Kapilläre Phase |
Scharfe Tumorabgrenzung |
102 |
91,1 |
|
(21-35 s p.i.) |
|||
|
Portalvenöse Phase |
Eintritt des Signalmaximums |
103 |
92,0 |
|
(36-90 s p.i.) |
|||
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