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3  Untersuchungen

3.1 Vorbetrachtungen

3.1.1 Problemstellung

Sprache stellt einen wesentlichen Bestandteil der Persönlichkeit dar; Sprachentwicklung ist somit Teil der gesamten Persönlichkeitsentwicklung, d.h. sie vollzieht sich in ständiger Wechselbeziehung mit der Entwicklung anderer Persönlichkeitsbereiche. Sprachstörungen können daher globale Aus­wirkungen auf die gesamte Persönlichkeit bzw. die Entwicklung verschiedener Persönlichkeitsberei­che haben (2.3.).

Da die veränderten anatomischen Bedingungen bei Kindern mit Spaltbildungen von Geburt an sichtbar sind, kann und muß eine rehabilitationspädagogische Intervention so früh wie möglich einsetzen und so effizient d.h. so spezifisch wie möglich gestaltet werden. Die Notwendigkeit ergibt sich aus neurophysiologischen und –psychologischen Erkenntnissen über die kindliche Entwicklung in den frühen Phasen (2.4.4.3.1.).
Wird die Möglichkeit einer Frühförderung nicht genutzt, verstreichen die sensiblen, besonders aufnahmefähigen Phasen des prägenden und entwicklungsintensiven Kleinkindalters (0-3 Jahre) ungenutzt und falsche Sprechbewegungsmuster können sich manifestieren. Grundsätzlich ist es jedoch leichter, korrekte Sprechbewegungsmuster anzubahnen und aufzubauen, als falsche zu inhibieren, um durch neue, korrekte ersetzt werden zu können.
„Je älter der Patient, desto schwieriger und länger ist die Sprachbehandlung und desto unsicherer ist der Erfolg. ... Es gibt Patienten, die im Beisein des Sprachheilpädagogen einwandfrei sprechen, die sogar auf Wunsch richtige und falsche Sprechweise nacheinander bringen können und doch im spontanen Sprechen immer wieder rückfällig werden. Das kann daran liegen, daß die jahrelang falsch eingeschliffenen Bahnen sich gegenüber den neuen weiter behaupten. ... Bei diesen Patienten sind durch jahrelange falsche Laut- und Stimmbildung ... sprechmotorische und sprechakustische Fehler eingeschliffen und verankert worden. ... .“ (WULFF/WULFF 1981, 185f)

Soll eine spezifische Behandlung geplant werden, müssen (neben einer individuellen Diagnostik ) Erkenntnisse und Informationen über den allgemeinen Entwicklungsverlaufbzw. über Entwicklungs­tendenzen, wie sie i.d.R. auffallen, vorliegen. Diese charakterisieren die Ausgangssituation und dienen als Grundlage für die Therapieplanung.

Literaturaussagen zur Sprachentwicklung von Kindern mit Spaltbildung konzentrieren sich meist auf die Entwicklung der Sprachstruktur bzw. der Symptomatik der Gaumenspaltensprache ab einem Alter von ca. 3 Jahren. Besonders wichtig ist jedoch die Entwicklung bis zum Alter von 3 Jahren.

Die Fragestellung ist: Gibt es Gemeinsamkeiten, allgemeingültige Entwicklungsprinzipien und –tendenzen in der frühen phonetisch-phonologischen Entwicklung bei Kindern mit Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten trotz aller individuell unterschiedlicher Bedingungen (z.B. Spaltformen, Sprachangebot bzw. –vorbild, sozio-ökonomischer Status der Eltern, ... )?

In der Schreicharakteristik wurden bereits bei Kindern mit Spaltbildungen Abweichungen im Ver­gleich zu der altersgleicher Kinder ohne Spaltbildung festgestellt (2.4.2.1.1.1.). Daher liegt auch die Vermutung nahe, daß auch Abweichungen in den Lautproduktionen während der Lallphasen (prälin­guistische Phase) und der frühen Sprachentwicklung (linguistische Phase) auftreten (2.4.2.1.1.2.-2.4.2.1.1.3.).

Da genauere Angaben über den temporalen bzw. strukturellen Verlauf (bevorzugte Artikulations­zonen, Laute, Lautklassen; Umfang des aktiven Wortschatzes) in der Literatur nicht gemacht werden, sich nach eigenen Beobachtungen spezifische Abweichungen aber bereits in (vor-)sprachlichen Stadien herauszubilden scheinen, sollen die Phasen


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untersucht und dokumentiert werden.

Die Schreiphase kann unberücksichtigt bleiben, da

Die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit Störungen auf der Lautebene (phonetisch-phonolo­gische Sprachebene) besonders während der Entwicklung ergibt sich nicht nur aus der situativen, kommunikativen Beeinträchtigung des Kindes, sondern auch aus den möglichen Folgebeeinträchti­gungen (Entwicklungsstörungen) auf lexikalisch-semantischer und morphologisch-syntaktischer Sprachebene, die diese nach sich ziehen können.


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3.1.2  Hypothesen

Folgende Charakteristik läßt sich über den Erwerb und die Entwicklung des kindlichen phonetischen Systems , insbesondere des konsonantischen Systems, in den frühen Phasen darstellen (2.3.2.1.2.-2.3.2.1.3.):

1.

Temporaler Verlauf

1.1.

Die 1.Lallphase beginnt im Alter von ca. 0;2 Jahren.

1.2.

Die 2.Lallphase beginnt im Alter von ca. 0;6 Jahren.

1.3.

Die Phase des Sprechens (linguistische Phase) beginnt im Alter von ca. 1;0 Jahren.

2.

Struktureller Verlauf

2.1.

Während der 1.Lallphase beinhaltet das phonetische Inventar i.d.R. Laute der hinteren Artikulationszonen . Es werden hauptsächlich Frikative und Hauchlaute realisiert.

2.2.

Während der 2.Lallphase beinhaltet das phonetische Inventar Laute aller 4 Artikulationszo­nen. Dabei läßt sich die Tendenz der Vorverlagerung von produzierten Konsonanten beobachten, d.h. es werden hauptsächlich labiale und dental-alveolare Laute (1. und 2.Artikulationszone) gebildet. Diese Laute gehören vorwiegend den Lautklassen der Plosive und Nasale an.

2.3.

In der Phase des Sprechbeginns (linguistische Phase) wird der Erwerb des konsonantischen Systems durch Regeln gekennzeichnet.

2.3.1.

Es werden zuerst Laute der vorderen Artikulationszonen (1. und 2.), später erst der hinteren Artikulationszonen (3. und 4.) verwendet.

2.3.2.

Das phonetische Inventar beinhaltet vorwiegend Laute der vorderen Artikulationszonen.

2.3.3.

Es werden zuerst Laute der Lautklassen Plosive und Nasale, später erst der Frikative und Liquide erworben.

2.3.4.

Der aktive Wortschatz umfaßt bei Kindern bis zum Alter von 1;6 Jahren i.d.R. ca. 50 Wörter.

Ziel der Untersuchung ist es, nachzuweisen und darzustellen, daß sich die Sprachentwicklung bei Kindern mit Spaltbildungen bereits in den (vor-)sprachlichen Stadien von der altersgleicher Kinder ohne Spaltbildungen unterscheidet.

Folgende Hypothesen werden aufgestellt:


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1.

Der temporale Verlauf der (vor-)sprachlichen Phasen unterscheidet sich nach eigenen klinischen Beobachtungen bei Kindern mit Spaltbildungen nicht von dem altersgleicher Kinder ohne Spaltbildungen, da sie über die gleichen mentalen Voraussetzungen und basalen Grundfähigkeiten zum Spracherwerb verfügen wie andere Kinder auch.

1.1.

Die 1.Lallphase beginnt im Alter von ca. 0;2 Jahren.

1.2.

Die 2.Lallphase beginnt im Alter von ca. 0;6 Jahren.

1.3.

Die Phase des Sprechens (linguistische Phase) beginnt im Alter von ca. 1;0 Jahren.

2.

Der strukturelle Verlauf der (vor-)sprachlichen Phasen unterscheidet sich bei Kindern mit Spaltbildungen vorrangig bedingt durch die anatomischen Fehlbildungen teilweise und dann in typischer Weise von dem altersgleicher Kinder ohne Spaltbildungen.

2.1.

Während der 1.Lallphase ist das phonetische Inventar eingeschränkt und beinhaltet vorwiegend Laute der hinteren Artikulationszonen (3. und 4.). Aus diesem Grund treten Abweichungen in der phonetischen Entwicklung noch nicht deutlich in Erscheinung. Es dominieren Laute der 4. gegenüber denjenigen der 3.Artikulationszone.

2.2.

Während der 2.Lallphase ist das phonetische Inventar eingeschränkt und beinhaltet Laute aller 4 Artikulationszonen. Es läßt sich die unphysiologische Tendenz der Rückverlagerung von produzierten Konsonanten beobachten, d.h. es werden übermäßig häufig palatale, velare, uvulare, pharyngeale und laryngeale Laute (3. und 4.Artikulationszone) gebildet. Es werden vorwiegend Laute der Lautklassen Nasale, Liquide und Approximanten (Sonoranten) sowie Hauchlaute, weniger der Frikative und seltener der Plosive (Obstruenten) artikuliert.

2.3.

In der Phase des Sprechbeginns (linguistische Phase) wird der Erwerb des konsonantischen Systems durch spezifische Regeln gekennzeichnet.

2.3.1.

Es werden Laute aller 4 Artikulationszonen verwendet.

2.3.2.

Das phonetische Inventar ist an den ersten 3 Hauptartikulationszonen eingeschränkt. An der 4.Artikulationszone werden zusätzlich untypische (Ersatz-) Lautbildungen realisiert.

2.3.3.

Es werden häufiger Laute der Lautklassen Nasale, Liquide und Approximanten (Sonoranten), weniger der Frikative und selten der Plosive (Obstruenten) erworben.

2.3.4.

Der aktive Wortschatz bei Kindern mit Spaltbildungen umfaßt eine geringereAnzahl von Wörtern als bei altersgleichen Kindern ohne Spaltbildungen.


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3.1.3  Vorgehen (Hauptphasen)

Das Vorgehen bei der Untersuchung läßt sich in 3 Hauptphasen gliedern:

I. Phase

Die Phase der Planung und Vorbereitung der Untersuchung diente der ausführlichen Literaturaus­wertung, der Hypothesenerarbeitung und –aufstellung sowie der Auswahl der Probanden, die gewisse Bedingungen erfüllen mußten.

II. Phase

Die Untersuchung umfaßte einen Zeitraum von 1;6 Jahren (Alter der Probanden: 0-1;6 Jahre). Am Anfang stand die systematische Anleitung und Instruktion der Eltern zur Beobachtung ihrer Kinder. Diese erfolgte durch:

  1. mündliche Aufklärungsarbeit
    Von der Abteilung Logopädie/Stimm- und Sprachheilpädagogik wurde den Eltern das Angebot einer speziellen sprachheilpädagogischen Beratung unterbreitet (unabhängig vom Forschungsvorhaben), in deren Rahmen die Bitte um Beteiligung an der Untersuchung geäußert wurde.
    Bei Zusage wurden in einem hierzu vereinbarten Gespräch neben detaillierten Informationen zum Ziel, zum genauen Verlauf und zur Durchführung der Untersuchung auch Hinweise zum Sprachent­wicklungsverlauf bei Kindern mit Spaltbildungen erteilt.
  2. schriftliche Hinweise
    Als erstes Aufklärungsmaterial erhielten die Eltern die Broschüre „Leitfaden für Eltern – Lippen-Kiefer-Gaumenspalten“ (BERNAU u.a. 1990).
    Desweiteren erfolgte die Vergabe eines in der Klinik selbstverfaßten Skriptums mit Hinweisen zur Sprachentwicklung von Kindern mit Spaltbildungen im Alter von 0-1;6 Jahren. Darin enthalten waren übersichtliche Sprachentwicklungstabellen, die den Sprachentwicklungsverlauf von altersgleichen Kindern ohne Spaltbildungen (so wie er sich in der Regel gestaltet), dokumentierten. Diese Tabellen waren halbjährig aufgebaut,
    Teil 1: 0;0 – 0;6 Jahre
    Teil 2: 0;7 – 1;0 Jahre
    Teil 3: 1;1 – 1;6 Jahre,
    und zeigten in exemplarischer Form nach Monaten differenziert, in welchem Zeitraum welche Entwicklungsphasen i.d.R. erreicht werden bzw. welche lautlichen Äußerungen erfolgen können (z.B. 0;6 Jahre – beginnendes Silbenplappern: mamama..., nanana..., ...). Im Vergleich dazu wurden in der Tabelle gegenüberstellend, ebenfalls in exemplarischer Form, bereits bekannte typische Abweichun­gen, wie sie in der Sprachentwicklung von Kindern mit Spaltbildungen auftreten können, dargestellt (z.B. /papa/ - [haha]).
    Letztlich erhielt jede Familie eine eigene (noch unausgefüllte) Sprachtabelle, in welcher der Sprach­entwicklungsverlauf ihres Kindes beschrieben und dokumentiert werden sollte. In den prälinguisti­schen Phasen lag der Schwerpunkt auf der Erfassung lautlicher Äußerungen (z.B. 0;2 Jahre – [ej], [ha]), in der linguistischen Phase auf der Erfassung sprachlicher Äußerungen in der Gegenüberstel­lung: Zielwort – Realisierung (z.B. /kakao/ - [aa]). Es konnten zusätzliche Bemerkungen (z.B. nasale Zusatzgeräusche, Pfeifen u.s.w.) erfolgen.
  3. auditive Demonstrationen
    Auch tontechnische Aufzeichnungen dienten dazu, die Aufmerksamkeit der Eltern auf sprachliche Äußerungen von Kindern zu lenken bzw. das Gehör für typische Symptome der Gaumenspaltensprache zu sensibilisieren.
  4. visuelle Darstellungen
    Zur Verdeutlichung der Aufgabenstellung wurden den Eltern exemplarische [Seite 111↓]Sprachentwicklungstabel­len von Kindern mit Spaltbildungen vorgelegt, die die Schwerpunkte der Untersuchung hervorheben sollten (Tab. 15).

Die Datenerhebung erfolgte zunächst grob und tendenziell über die auditive Wahrnehmung aller kindlichen Laut- bzw. Sprachproduktionen durch die Eltern. Diese fertigten zum Teil tontechnische Aufzeichnungen an und trugen die Ergebnisse der eigenen Beobachtungen gemäß ihrem Vermögen in die Tabelle ein.

Zur Hauptdatenerhebung und Verlaufskontrolle wurden mehrmalige (ca.7x) obligatorische und auch fakultative (bei Bedarf) Konsultationen vereinbart, die bei den einzelnen Probanden durch die Planung chirurgischer Interventionen individuell, d.h. zu unterschiedlichen Zeitpunkten (bzw. in unterschiedlichem Alter), festgelegt werden mußten. Das Ziel war, die Sitzungen in einem zeitlichen Abstand von jeweils ca. 2-3 Monaten durchzuführen. Die Termine wurden individuell vereinbart oder aber wenn möglich in Verbindung mit Wiedervorstellungen (WV) in der Klinik wie folgt festgelegt (Tab. 14):

Tab. 14: Sitzungen zur Datenerhebung.

Geburt

Erstvorstellung in der Klinik

0 – 2.Monat

1.Sitzung

(WV-Termin: Elternberatung)

3. – 4.Monat

2.Sitzung

(WV-Termin: Festlegung des Termins für die Lippen-OP)

5. – 7.Monat

3.Sitzung

(WV-Termin: chirurgische Kontrolle nach Lippen-OP)

8. – 9.Monat

4.Sitzung

(WV-Termin: Narbenkontrolle nach Lippen-OP)

10. – 12.Monat

5.Sitzung

(zeitlich individuell vereinbarter Termin)

13. – 15.Monat

6.Sitzung

(WV-Termin: Festlegung des Termins für die Gaumen-OP)

18.Monat

7.Sitzung

(WV-Termin: Vergabe des Früherziehungsplanes)

Diese Termine dienten der eigenen Datenerhebung bzw. zwischenzeitlichen Überprüfungen durch Vergleiche der kindlichen Vokalisationen mit bereits notierten Daten (Tabellen, Tonband) mittels des geschulten Ohres des Sprachheilpädagogen. Dieses Vorgehen reflektiert die klinische Realität, da meist nur 1 erfahrener und spezialisierter Hörer die auditiv-perzeptuelle Einschätzung des Sprachsta­tus (ohrenphonetische Analyse) vornimmt. Daher wurde diese Form der Bewertung für die Untersu­chung als ausreichend erachtet.
Die Dauer einer Sitzung betrug jeweils ca. 1-2 Stunden (in der Regel ca. 1 ½ Stunden), um eine repräsentative Stichprobe der kindlichen Vokalisationen zu erhalten. Diese wurden auf Tonband aufgezeichnet und später ausgewertet.
Das Fachpersonal war neben bewußter Zurückhaltung aktiven Eingreifens in die Mutter (Vater)-Kind-Interaktion bemüht, in doch fremder Umgebung eine möglichst vertrauteAtmosphäre für Probanden und Angehörige durch Herstellen bzw. Nachstellen alltäglicher gewohnter Situationen (z.B. Wickeln, Fläschchen geben, An- und Umziehen, Spielen, ...) zu schaffen. Diese sollte bei den Kindern Sprech­freude wecken und zu lautlichen bzw. sprachlichen Äußerungen anregen.
Es konnten daneben mit den Eltern Rücksprachen gehalten, Befragungen und Beratungen durchge­führt sowie Hinweise zum Weiterführen der Sprachtabellen gegeben werden.
Insgesamt wurde diese Untersuchung nach einem Zeitraum von 14 Jahren (1978-1992) abgeschlossen. Dieser lange Untersuchungszeitraum diente zum einen der Datenerhebung einer relativ umfangreichen und repräsentativen Stichprobe. Letztere besteht sicherlich durch das Prinzip der Zufallswahrschein­lichkeit. Zum anderen ließen sich in der Folge- und Beobachtungszeit evtl. zusätzliche Behinderungen und/oder Entwicklungsbeeinträchtigungen der Probanden ausschließen bzw. erkennen.


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III. Phase

Nach der Erhebung und Transkription der Daten, die von Frau Dr. Hochmuth (Leiterin der Abteilung Logopädie/Stimm- und Sprachheilpädagogik) durchgeführt wurden, erfolgte deren Auswertung .

Tab. 15: Exemplarische Sprachentwicklungstabelle.

Alter (in Jahren)

Stimmliche, lautliche bzw.
sprachliche Äußerungen

Erläuterungen/
Bemerkungen

0 - ca. 0;1

ca. 0;2

Schreien
unterschiedliches Schreien

- klingt zunächst immer gleich

- bei Hunger, Wärme/Kälte, Schmerz, Langeweile

- Nahrungsaufnahme über Flasche

ca. 0;2 – 0;3

Lallen von
erre, erre ......
ra, ra ......
ejejeje ......
hahaha ......

u.a.m

- beim Spielen, Ansprechen

- Lächeln

ca. 0;3 – 0;5

Lustschreie, Töne des Behagens, Quietschen

- bei Wohlfühlen

- beim Essen kommt Brei oft durch die Nase

 

ca. 0;5 – 0;7

Lallen von
mamama .......
bababa ........
wawawa .......
dadada .........
nanana .........
hahaha .........

u.a.m

- reagiert auf Singen und Musik

- hört auf seinen Namen durch Aufhorchen und Zuwenden

ca. 0;10

Variationen beim Lallen

- reagiert auf Frage „Wo ist ...?“ mit Zeigen

- sucht und bringt bei Aufforderung Gegenstände

 

ca. 1;0 – 1;6

Sprechbeginn
Zielwort → Realisierung
Mama → mama
Papa → haha
Oma → ama
Opa → oha
wau →υa
essen → ham
ʝa → ja
da → ha
auweiʝa →υeija
Kakao →aa
Auto → aho
nein → nei
mein → ma
hier → hi
Ei → ei

- Lallen als Antwort auf Vorsingen

- spricht Silben, Ausrufe und Wörter nach

- spricht etwas nasal, Luft entweicht beim Sprechen durch die Nase

 


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3.1.4  Methoden

Folgende Forschungsmethoden wurden angewandt:

Literaturstudium
Vorbereitend wurde ein Literaturstudium durchgeführt, um die theoretischen Grundlagen für die Untersuchung erarbeiten zu können.

Dokumentenanalyse
Für die Auswahl der Probanden war eine Auswertung zugänglicher medizinischer Unterlagen (Dokumentenanalyse) erforderlich, die sich v.a. auf folgende Materialien erstreckte: Anamnesen, Epikrisen, medizinische Gutachten und Berichte, Diagnoseschemata. So konnte eine Vorauswahl der Probanden bezüglich der geforderten Kriterien erfolgen. Die endgültige Probandenauswahl wurde am Ende der Untersuchung, d.h. nach nochmaliger Überprüfung der Probanden und Auswertung der Unterlagen in einem fortgeschrittenem Entwicklungsalter, vorgenommen.

Erarbeitung einer theoretischen Konzeption
Aufgrund der eigenen Beobachtungen, des Literaturstudiums und der Dokumentenanalyse konnten wesentliche Charakteristika über den temporalen und strukturellen Verlauf der phonetischen Entwicklung in den frühen Phasen bei Kindern ohne Spaltbildungen erarbeitet werden. Auf diesen Erkenntnissen aufbauend konnten nun wiederum Hypothesen über die Sprachentwicklung von Kindern mit Spaltbildungen hinsichtlich tendenzieller Übereinstimmungen bzw. Abweichungen abgeleitet sowie eine theoretische Konzeption zur Beweisführung entwickelt werden.

Instruktion und Anleitung
Mit Hilfe mündlicher Aufklärungsarbeit, schriftlicher Hinweise, auditiver Demonstrationen und visueller Darstellungen wurde die systematische Elternanleitung bezüglich der Teilnahme an der Untersuchung, der Beobachtung der Kinder und der Interpretation sprachlicher Äußerungen durchgeführt.

Beobachtung
Nach der Elternanleitung erfolgte die Dauerbeobachtung der Probanden über einen Zeitraum von 1;6 Jahren primär durch die Sprachheilpädagogin, die sekundär durch die Beobachtung der Eltern tendenziell vorbereitet und begleitet wurde.

Befragung
Die in dieser Zeit gewonnenen Informationen wurden neben den eigenen Aktualbeobachtungen der Probanden auch durch Befragungen der Eltern zum zeitweiligen Entwicklungsstand der Kinder ergänzt.

Auswertung der Untersuchungsergebnisse
Bei der Auswertung und Darstellung der Untersuchungsergebnisse werden Formen der beschreiben­den Statistik (Tabellen, graphische Darstellungen, Modelle, Diagramme u.a.m.) verwendet.


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3.1.5  Probanden

Die Probanden (Tab. 22) entstammen dem Patientengut der

Berliner Charité (Campus Mitte)
Universitätsklinikum der Humboldt-Universität
Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie / Plastische Operationen.

Die 1.Vorstellung (Erstvorstellung) der Eltern fand bereits wenige Tage nach der Geburt der Kinder (i.d.R. 2 bis 10 Tage) in der Klinik statt. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte die Anlage der Patientenakte mit Aufnahme der

In der Regel wurde jedes vorstellige Elternpaar bezüglich des Forschungsvorhabens angesprochen. Insgesamt erhielten ca. 500 Elternpaare, die sich bereit erklärt hatten, an der Untersuchung teilzuneh­men, die Unterlagen von der Leiterin der Abteilung Logopädie/Stimm- und Sprachheilpädagogik Frau Dr. Hochmuth, die die Untersuchung leitete und auch durchführte. Bei einigen Kindern konnte die Datenerhebung nicht kontinuierlich über den gesamten Zeitraum von 1;6 Jahren fortgeführt werden (z.B. durch Krankheit, längere Krankenhausaufenthalte, Umzug, individuelle Familiensituation). Bei anderen Kindern wurden in der Folgezeit noch zusätzliche Entwicklungsstörungen, Behinderungen oder Fehlbildungen diagnostiziert, so daß diese ebenfalls nicht in die Auswertung mit einbezogen werden konnten. Des weiteren konnten nicht bei allen Kindern während der Sitzungen auswertbare Daten erhoben werden, da sie sich nicht kontinuierlich vokalisationsbereit zeigten.
So begrenzte sich die Anzahl der Probanden auf insgesamt 100 Kinder.

Die Patienten stammten aus dem gesamten Gebiet der neuen Bundesländer. Schwerpunkt bildete Berlin (Ost).

Aufgrund des frühen Alters der Kinder konnten dialektale Einflüsse unberücksichtigt bleiben.

Hinsichtlich der sozialen Schichtzugehörigkeit der Eltern wurden folgende Einteilungskategorien unterschieden:

0 – keine Ausbildung
1 – Fachberufsausbildung
2 – Fachhochschulausbildung
3 – Hochschulausbildung.

Insgesamt verfügten von den 200 Müttern und Vätern 115 (57,5%) über eine Fachberufsausbildung, 44 (22,0%) über eine Hochschulausbildung, 36 (18,0%) über eine Fachhochschulausbildung und 4 (2,0%) über keine Ausbildung. Bei einem Elternteil (0,5%) lagen keine Angaben vor (Tab. 16).


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Tab. 16: Tabelle zur Schichtzugehörigkeit der 200 Mütter und Väter.

Kategorien

n

%

keine Angaben

0

1

2

3

1

4

115

36

44

0,5%

2,0%

57,5%

18,0%

22,0%

Insgesamt

200

100%

Von den Elternteilen der 100 Elternpaare wiesen 58 (58,0%) den selben Berufsstatus vor. Davon verfügten die Elternteile von 40 Paaren (40,0%) jeweils über eine Fachberufsausbildung, von 14 Paaren (14,0%) jeweils über eine Hochschulausbildung und von 4 Paaren (4,0%) jeweils über eine Fachhochschulausbildung.
Bei 41 Paaren (41,0%) wurden keine bzw. Berufsausbildungen unterschiedlicher Kategorien von den Eltern abgeschlossen. Bei 21 Paaren (21,0%) verfügten die Eltern jeweils über eine Fachberufs- bzw. Fachhochschulausbildung, bei 9 Paaren (9,0%) über eine Fachberufs- bzw. Hochschulausbildung, bei 7 Paaren (7,0%) über eine Fachhochschul- bzw. Hochschulausbildung und bei 4 Paaren (4,0%) über keine bzw. eine Fachberufsausbildung.
Bei einem Elternpaar lagen für einen Elternteil (1,0%) keine Angaben vor (Tab. 17).

Tab. 17: Tabelle zur Schichtzugehörigkeit der 100 Elternpaare.

Kategorien

n

gleicher
Status

0/0

1/1

2/2

3/3

0

40 (40,0%)

4 (4,0%)

14 (14,0%)

58 (58,0%)

unterschiedlicher
Status

0/1 bzw. 1/0

0/2 bzw. 2/0

0/3 bzw. 3/0

1/2 bzw. 2/1

1/3 bzw. 3/1

2/3 bzw. 3/2

4 (4,0%)

0

0

21 (21,0%)

9 (9,0%)

7 (7,0%)

41 (41,0%)

sonstiges

0/- bzw. -/0

1/- bzw. -/1

2/- bzw. -/2

3/- bzw. -/3

0

1 (1,0%)

0

0

1 (1,0%)

Insgesamt

100 (100%)

  

Die Geschlechtsverteilung lag bei 1 : 1,4 zugunsten der männlichen Probanden (Tab. 18):

Tab. 18: Geschlechtsverteilung bei den Probanden.

weiblich

männlich

41

59


[Seite 116↓]

Folgende Voraussetzungen mußten die Probanden erfüllen:

a) Es mußte entweder eine totale (einseitige/doppelseitige) LKG-Spalte oder eine isolierte Gaumen­spalte vorliegen, da nur diese Spaltformen typische Sprachentwicklungs-störungen bzw. –behinde­rungen bedingen.
Lippen- oder Lippen-, Kieferspalten führen nur in seltenen Fällen und dann zu andersartigen Sprach­auffälligkeiten (BERNAU u.a. 1990; HOCHMUTH 1993; DIECKMANN 1996; SCHÖNWEILER/­SCHÖNWEILER/ SCHMELZEISEN 1996).
Die Spaltformverteilung stellte sich in der Probandengruppe folgendermaßen dar (Tab. 19):

Tab. 19: Tabelle zur Spaltformverteilung bei den Probanden.

Totale LKG-Spalte

Isolierte Gaumenspalte

einseitig

doppelseitig

25

rechts

links

19

19

37

56

 

75

  

100

   

Insgesamt lagen bei den 100 Probanden 75 totale (ein- und doppelseitige) LKG-Spalten und 25 isolie­rte Gaumenspalten vor. Von den 75 Probanden mit totalen LKG-Spalten hatten 56 eine einseitige und 19 eine doppelseitige Spaltbildung. Unter den 56 Probanden mit einseitigen totalen LKG-Spalten befanden sich 37 links- und 19 rechtsseitige Spaltträger.

Die Lippenverschlußoperation fand bei 35 Kindern (46,7%) im Alter von 4 Monaten, bei 20 Kindern (26,7%) mit 5 Monaten, bei 12 Kindern (16,0%) mit 3 Monaten, bei 4 Kindern (5,3%) mit 6 Monaten, bei 2 Kindern (2,7%) mit 8 Monaten und bei jeweils 1 Kind (1,3%) im Alter von 8 bzw. 9 Monaten statt (Tab. 20). Die unterschiedlichen Zeitpunkte wurden in Abhängigkeit vom individuellen Entwick­lungsstatus festgelegt (z.B. Gewicht, physische Konstitution).

Tab. 20: Tabelle zu den Zeitpunkten der Lippenverschlußoperation.

OP-Zeitpunkt

n

%

3.Monat

4.Monat

5.Monat

6.Monat

7.Monat

8.Monat

9.Monat

12

35

20

4

1

2

1

16,0%

46,7%

26,7%

5,3%

1,3%

2,7%

1,3%

Insgesamt

75

100%

b) Außer der Spaltbildung durften die Probanden keine zusätzlichen Fehlbildungen, Behinderun­gen, Entwicklungsstörungen u.a.m. aufweisen; d.h. die Spaltbildung mußte einziges Merkmal und durfte nicht eine von mehreren Auffälligkeiten innerhalb eines Syndroms sein.
Ansonsten bestand die Gefahr der Ergebnisverfälschung. So kann sich beispielsweise eine Hörbehin­derung ebenfalls auf den temporalen und strukturellen Sprachentwicklungs-verlauf auswirken (FRIEDRICH/MOSSBÖCK/BURKERT/ PFALLER 1985).

Die Überprüfung auditiver Beeinträchtigungen wurde den Pädiatern überlassen (Vorsorgeunter­suchungen U1-U6). Eine zusätzliche Kontrolle von Schalleitungsschwerhörigkeiten wäre wünschens­wert gewesen, erfolgte aber zu dieser Zeit erst bei der Lippen-OP während des stationären Aufenthal­[Seite 117↓]tes durch HNO-Ärzte. Die Versorgung mit PHP-Röhrchen (Paukenhöhlenpunktion) erfolgte in der Regel gleichzeitig beim operativen Gaumenspaltverschluß erst im Alter von 1;6 Jahren.

Neurologische Begutachtungen wurden nur im Bedarfsfall, d.h. bei Bestehen einer Indikation bzw. Auffälligkeit (wie bei anderen Kindern auch) veranlaßt.

Bei 34 Kindern traten während des Schwangerschafts- und/oder Geburtsverlaufs folgende Komplikationen (in der Häufigkeitsreihenfolge) auf (Tab. 21):
Bei 11 Müttern traten während der Schwangerschaft Blutungen, bei 8 starkes Erbrechen, bei 3 grippale Infekte und bei jeweils 2 Müttern Röteln und Toxoplasmose auf. 2 weitere Mütter erhielten eine Cerclage. Bei jeweils 1 Mutter wurde eine Nierenbeckenentzündung, eine Nierenstauung, eine Kreislaufstörung, ein Ischiassyndrom sowie eine Magenerkrankung diagnostiziert.
Die Überprüfung des Geburtsverlaufs ergab bei 5 Kindern eine Zangengeburt und bei jeweils 4 Kindern eine Vakuumextraktion (VE), eine Kaiserschnittentbindung bzw. eine Steißlage. Bei 1 Kind lag der Geburtszeitpunkt bereits in der 36.Schwangerschaftswoche (SSW).

Tab. 21: Tabelle zum Schwangerschaft- und Geburtsverlauf.

Schwangerschaftsverlauf

n

Geburtsverlauf

n

Blutungen

starkes Erbrechen

grippale Infekte

Röteln

Toxoplasmose

Cerclage

Nierenbeckenentzündung

Nierenstauung

Kreislaufstörung

Ischiassyndrom

Magenerkrankung

11

8

3

2

2

2

1

1

1

1

1

Zangengeburt

Vakuumextraktion (VE)

Kaiserschnittentbindung

Steißlage

36.SSW Geburt

5

4

4

4

1

Frühkindliche Erkrankungen im 1.Lebensjahr wurden bei insgesamt 7 Kindern festgestellt:


[Seite 118↓]

Tab. 22: Probandenliste.


[Seite 119↓]

(Fortsetzung Tab. 22: Probandenliste.)


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(Fortsetzung Tab. 22: Probandenliste.)


[Seite 121↓]

(Fortsetzung Tab. 22: Probandenliste.)


[Seite 122↓]

(Fortsetzung Tab. 22: Probandenliste.)


[Seite 123↓]

(Fortsetzung Tab. 22: Probandenliste.)


[Seite 124↓]

(Fortsetzung Tab. 22: Probandenliste.)


[Seite 125↓]

(Fortsetzung Tab. 22: Probandenliste.)


[Seite 126↓]

(Fortsetzung Tab. 22: Probandenliste.)

Legende zur Tabelle:

LKG-Spalte

Lippen-, Kiefer-,

Gaumenspalte

do

doppelt

GV

Geburtsverlauf

Mo

Monat

0

keine Ausbildung

G

Geschlecht

GGw

Geburtsgewicht

A

Ausbildung

1

Fachberufsausbildung

G-Spalte

Gaumenspalte

m

männlich

GGr

Geburtsgröße

V

Vater

2

Fachhochschulausbildung

li

links

w

weiblich

GR

Geschwisterreihe

M

Mutter

3

Hochschulausbildung

re

rechts

SV

Schwangerschaftsverlauf

Wo

Woche


[Seite 127↓]

3.1.6  Untersuchungsgegenstand / Auswertung

Die Untersuchung wurde ausgewertet als

3.1.6.1 Querschnittuntersuchung

In der Querschnittuntersuchung wurde zu jeder Phase (1. und 2.Lallphase, Phase des Sprechbeginns) der

Entwicklungsverlauf erfaßt.

3.1.6.1.1 Temporaler Verlauf

Es wurde der Zeitpunkt des Beginns von Lautproduktionen der 100 Probanden in jeder Phase festgestellt. Anschließend wurde der prozentuale Anteil derjenigen Kinder ermittelt, die in einem Zeitraum zu lallen bzw. sprechen begannen, der als normgerecht bzw. nicht normgerecht bezeichnet werden kann. Folgende zeitliche Begrenzungen wurden der Auswertung zugrunde gelegt:

Der Toleranzbereich lag bei ± 1 bzw. 2 Monaten in jeder Phase, da auch Literaturaussagen unter Berücksichtigung individueller Entwicklungsverläufe (Früh- bzw. Spätentwickler) in den Zeitangaben um diesen Bereich schwanken (2.3.2.1.2.1. / 2.3.2.1.2.2. / 2.3.2.1.3.).
Außerdem fand in der Zeit zwischen dem 3. – 6.Monat die Lippenoperation statt, die sich zunächst meist nachteilig auf die Lalltätigkeit auswirkt.
In der Regel kommt es ca. 6–8 Wochen nach der Operation zu einem Rückgang der Lalläußerungen. Nach der Habituation (Gewöhnung) an die neuen anatomischen Bedingungen erfolgt aber i.d.R. die Wiederaufnahme der Lalltätigkeit.


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3.1.6.1.2  Struktureller Verlauf

Untersuchungsgegenstand waren die Lautproduktionen der prälinguistischen und linguistische(n) Phase(n):

Als Untersuchungs- bzw. Sprachmaterial dienten freie Sprachproben bzw. sämtliche spontane lautliche und sprachliche Äußerungen.

Ziel der Untersuchung war eine segmentale Analyse, d.h. die Isolierung kleinster sprachlicher Einheiten (Segmente), in vorliegender Untersuchung von Phonen.

„Ein Phon ist die kleinste durch Segmentierung des Lautstroms gewonnene Lauteinheit, die noch nicht in Bezug auf ihre sprachsystematische Funktion analysiert, noch nicht als Allophon eines bestimmten Phonems klassifiziert worden ist. Vom Standpunkt segmentaler Phonologie aus ist ein Phon die materielle Realisierung eines Phonems. ... Unter Segmentierung wird die Zerlegung einer Kette zusammengehörender sprachlicher Elemente (eines Syntagmas) in einzelne, kleinste Elemente (Segmente) dieser Kette verstanden; z.B. die Zerlegung einer Lautreihe in einzelne Phone, eines Wortes in Morphe. Als Kriterium zur Durchführung der Segmentierung dient die Austauschbarkeit eines Segmentes mit anderen gleichartigen Segmenten. Die durch Segmentierung gewonnenen einzelnen Segmente können klassifiziert werden, indem sie durch Vergleich bestimmten Klassen gleichartiger Elemente, d.h. solchen mit gleichen linguistisch relevanten Eigenschaften, zugeordnet werden. Durch Klassifizierung können Paradigmen (paradigmatische Beziehungen) gebildet werden.“ (HENGARTNER/NIEDERHAUSER 1993, 136f)
Grundlage für die Identifikation von phonetischen Elementareinheiten (Minimalereignisse) ist deren (relativ) äquivalente Reproduktion. Diese Minimalereigniskategorien lautsprachlicher Erscheinungen werden durch ein Symbolsystem (Alphabet der „International Phonetic Association“, IPA) nach den ihnen zugrundeliegenden artikulatorischen Merkmalen systematisiert (POMPINO-MARSCHALL 1995).

Die Erfassung suprasegmentaler (segmentübergreifender) und diakritischer Charakteristika blieb dagegen unberücksichtigt, um die Lautvielfalt einzugrenzen und die Vergleichbarkeit zu erleichtern.

Als Suprasegmentalia werden diejenigen Elemente der Sprache bezeichnet, deren Geltungsbereich größer als das Einzelsegment ist. Sie benötigen gewöhnlich eine segmentale Basis für ihre Realisierung, sind jedoch ein völlig eigenständiger Bereich, in welchem sie strengen Beziehungen zueinander unterliegen (PERTURSSON/NEPPERT 1996). Suprasegmentale Eigenschaften umfassen nichtsegmentale, für die Inhaltsunterscheidung relevante distinktive (bedeutungsunterscheidende) Merkmale sprachlicher Äußerungen, die nicht segmentierbar, nicht aus dem Sprachkontinuum abtrennbar sind (z.B. Akzent, Intonation, Silbenschnitt, Prosodie).

Diakritika sind Zusätze über, neben oder unter Schriftzeichen zur Kennzeichnung „geringfügiger Lautdifferenzen“, mit denen bestimmte Unterscheidungen getroffen werden sollen. Als ökonomische Hilfszeichen haben sie die Funktion, den Bestand an phonetischen Grundzeichen möglichst klein und übersichtlich zu halten (BUßMANN 1990; POMPINO-MARSCHALL 1995).


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3.1.6.1.2.1  Prälinguistische Phasen

Erfaßt wurden die Auftretenshäufigkeiten

3.1.6.1.2.1.1 Verwendung von Artikulationszonen

Als erstes wurden die Auftretenshäufigkeiten von Lautrealisierungen an den einzelnen Artikulations­zonen separat ermittelt, um Aussagen darüber treffen zu können, welche Artikulationszonen am häufigsten und welche am seltensten für die Lautbildung gebraucht wurden.

Anschließend wurde die Verwendung von Artikulationszonen insgesamt auf die 100 Probanden bezogen betrachtet. Dabei sollte deutlich werden, ob Präferenzen für die Lautbildung an einer (und dann an welcher) Artikulationszone oder an mehreren Artikulationszonen gleichzeitig bestehen.

Es erfolgte die prozentuale Berechnung und Darstellung der Ergebnisse.

3.1.6.1.2.1.2 Phoninventar

3.1.6.1.2.1.2.1 Konsonantische Segmente

Um die Sprachlaute zu formen, werden die aktiven Teile im Ansatzrohr im wesentlichen auf 2 Arten wirksam (POMPINO-MARSCHALL 1995; PETURSSON/NEPPERT 1996):

  1. in der Größenveränderung des Resonanzraumes
    (Prinzip der Hohlraumgestaltung bei der Produktion von Vokalen)
  2. in der Verengung des Luftweges in Mundhöhle, Rachen, Kehlkopf oder der Sprengung eines Verschlusses
    (Prinzip der Bildung von Hemmstellen/Sekundärschallquellen bei der Produktion von Konsonanten)

Die Erhebung des phonetischen Lautinventars beschränkte sich auf den Bestand konsonantischer Segmente . Da die Produktion vokalischer Segmente keine Hemmstellenbildungen sondern „nur“ Konfigurationsänderungen des Ansatzrohres erfordern, waren diese für die Untersuchung nicht relevant.

Die Konsonanten sind nach 3 artikulatorischen Kriterien differenzierbar (SCHANER-WOLLES 1994; POMPINO-MARSCHALL 1995; RAMERS 1998; BRAUN 1999):


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3.1.6.1.2.1.2.1.1  Ort der Lautbildung (Artikulationsstellen bzw. –zonen)

Bei der Bestimmung von Artikulationsstellen werden zwei Bezugspunkte berücksichtigt: das bewegliche artikulierende Organ und der feste Artikulationsort.

Unter Artikulationszonen versteht man jene Bereiche des Ansatzrohres, in denen die einzelnen Laute gebildet werden. Über die Anzahl der Artikulationsgebiete besteht in der Literatur Uneinheitlichkeit (BRAUN 1999). Hauptsächlich werden 4 Artikulationszonen unterschieden (BECKER/SOVAK 1983; FRANKE 1998):

Die Artikulationszonen umfassen (meist) mehrere Artikulationsstellen. In der vorliegenden Untersu­chung wurden bei der Auswertung nur Artikulationszonen (Abb. 18) berücksichtigt, da eine präzise Zuordnung zu den einzelnen Artikulationsstellen über die auditive Wahrnehmung sich sehr schwierig gestaltet und diese für die Auswertungen auch weitestgehend unerheblich war.

Ersatzlautbildungen wurden dementsprechend ausnahmslos in der 4.Artikulationszone lokalisiert und keiner festen Artikulationsstelle zugeordnet. Das heißt, alle dort notierten stimmlosen/stimm­haften Plosiv- [, ] und Frikativlaute [, ] sowie Nasale [Δ] können sowohl pharyngealer als auch laryngealer bzw. posterior-nasaler Art sein. Eine eindeutige Festlegung kann über die hier praktizierte Erhebungsmethode der auditiven Wahrnehmung nicht erfolgen. Sie ist im Rahmen dieser Arbeit auch nicht notwendig, da sie keine rehabilitationspädagogischen Konsequenzen nach sich ziehen würde.

Als Transkriptionssystem diente die Lautschrift der International Phonetic Association (IPA) (POMPI­NO-MARSCHALL 1995), die durch Lautsymbole zur Kennzeichnung spezifischer Lautrealisierun­gen, wie sie bei Kindern mit Spaltbildungen auftreten können, nach HARDING/GRUNWELL (1996) ergänzt wurden.

3.1.6.1.2.1.2.1.2 Bildungsmechanismus / Artikulationsmodus

Je nach Artikulationsmodus (verschiedene Schließungsgrade, die ein artikulierendes Organ erreicht) werden bestimmte Lautklassen in der Auswertung unterschieden (Abb. 18):

Obstruenten


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Sonoranten

Bei der Bildung von Obstruenten ist der Aufbau eines Hindernisses zwischen Artikulationsorgan und –stelle für den Phonationsstrom im supraglottalen Bereich des Ansatzrohres erforderlich (RAMERS 1998).
Bei den Plosiven handelt es sich um eine Verschlußstellen- und bei den Frikativen um eine Hemm­stellenbildung. Die Frikative bilden die Lautklasse mit der artikulatorisch größten Ausdifferenzierung; daher werden diese stark (in den meisten Sprachen der Welt) für bedeutungsunterscheidende Oppositi­onen genutzt. Wird die bei dem jeweilig herrschenden Luftstrom für die Geräuschbildung kritische Enge nicht erreicht, so entsteht der Artikulationsmodus der sog. Approximanten (POMPINO-MARSCHALL 1995).
Da bei den Hauchlauten keine Hindernisbildung i.e.S. im supraglottalen Resonanzraum erfolgt, nehmen diese eine Sonderstellung ein.

Bei den Sonoranten (Abb. 17) kommt es zu kaum einer Geräuschbildung durch eine Hemmstelle. Es überwiegt akustisch-auditiv der Resonanzcharakter bzw. die Klangstruktur. Sie werden grundsätzlich nur stimmhaft realisiert. Es gilt die allgemein gültige Klassifikation für Sonoranten (SCHANER-WOLLES 1994; RAMERS 1998):

Abb. 17: Einteilung der Sonoranten (in RAMERS 1998).

Die Nasallaute werden mittels Verschluß der Mundhöhle an einer der 3 Hauptartikulationszonen durch die Zunge gebildet, so daß der Luftstrom durch die Nase entweichen kann.
Die Liquide umfassen die Lautklassen der Laterale und Vibranten.
Bei der Bildung von Lateralen erfolgt zwar eine Annäherung von Artikulationsorgan und Artikula­tionsstelle, doch erhält der stimmhafte Phonationsstrom lateral freie orale Passage. Daher entsteht nur eine geringe Geräuschbildung bzw. eine nicht geräuschbildende Enge.
Vibranten sind durch intermittierende Unterbrechungen des tönenden Luftstromes durch primäres Schwingen muskulärer Gebilde (Zungenspitze, Uvula) gegen ihre Artikulationsstellen gekennzeichnet.

BUßMANN (1990) ordnet den Sonoranten alle stimmhaften Sprachlaute, die keine Obstruenten (Plosive/Frikative) sind, zu. Demnach würden auch die Approximanten hinzugezählt werden müssen. Approximanten bieten dem Phonationsstrom die geringste Hemmung unter den Konsonanten. Es handelt sich um stimmhafte Engelaute ohne Reibungsgeräusch. Wegen ihrer vokalähnlichen Eigen­schaften werden sie in älteren phonetischen Beschreibungen gelegentlich auch als Halbvokale be­zeichnet. Nach neueren Klassifizierungen (und auch im Rahmen dieser Arbeit) erscheint eine Teilung der traditionellen Art nur nach Vokalen und Konsonanten als sinnvoll. Daher werden Approximanten als Konsonanten eingeordnet (MEINHOLD/STOCK 1982; WIRTH 1990; SCHANER-WOLLES 1994; POMPINO-MARSCHALL 1995; PETURSSON/NEPPERT 1996; RAMERS 1998).


[Seite 132↓]

3.1.6.1.2.1.2.1.3  Stimmbeteiligungsparameter (Stimmlosig- bzw. –haftigkeit)

Konsonanten bestehen im physikalischen Sinn (WIRTH 1990) entweder aus

Es gibt jedoch gleitende Übergänge bei den Konsonanten von Klängen zu Geräuschen. WIRTH (1990) unterscheidet:

Konsonanten mit Klangübergewicht

Konsonanten mit Geräuschübergewicht

echte Konsonanten ( reine Geräuschlaute )

CLEMENTS (in GILLIS/DE SCHUTTER 1996) stellte folgende „sonority scale“ auf:

Obstruenten < Nasale < Liquide < glides (Approx.) < Vokale.

3.1.6.1.2.1.2.2 Erhebung

Die Lauterhebung umfaßte die Realisierung von „true consonants“ (gemäß dem IPA) und nicht von stimmlichen Parametern (z.B. Kreischen, Knurren), emotionalen Lauten (z.B. Lachen, Weinen) oder vegetativen Geräuschen (z.B. Schmatzen). Ein konsonantisches Element mußte wenigstens 3x auftre­ten, um als dem Phoninventar zugehörig betrachtet werden zu können.

Bei der Lautproduktion wurden zunächst die Auftretenshäufigkeiten aller registrierten Laute überprüft. Dabei wurde ermittelt, welche(r) Laut(e) am häufigsten und welche(r) am seltensten auftrat(en).

Als nächstes erfolgte die Analyse der Phoninventare an den einzelnen Artikulationszonen. Es wurde dabei erfaßt, welche Laute an den jeweiligen Artikulationszonen entweder ausschließlich oder mit anderen Lauten gleichzeitig (und wenn dann welche Laute) auftraten.

Besondere Aufmerksamkeit wurde dabei der Obstruentenlautbildung an der 4.AZ geschenkt. Hier wurde die unphysiologische Frikativ- und Plosivlautbildung auf charakteristische Tendenzen in der Symptomatik der jeweiligen Sprachtypen (Abschnitt 2.4.2.1.1.3.4.) überprüft. Es wurde ermittelt, ob hier häufiger Frikative, Plosive bzw. Frikative und Plosive gleichzeitig von den Probanden realisiert wurden sowie ob bei der Bildung der Laute jener Lautklassen häufiger die stimmhafte, die stimmlose bzw. die stimmhafte und stimmlose Variante gleichzeitig realisiert wurden.
[Seite 133↓]Dabei wurden folgende Risikogruppen für die Entwicklung einer Symptomatik, die sich der des überspannten Sprachtyps nähert, unterschieden:

Da der unterspannte Sprachtyp, wenn überhaupt, nur geringe Verlagerungstendenzen in der Artikula­tion zeigt, wird bei dem ausschließlichen Auftreten der Laute [h], [Δ] oder gar keiner Laute der 4.Artikulationszone im Phoninventar von einer Tendenz in der Lautbildung dieses Sprachtyps bzw. einer adäquaten Muskelspannung ausgegangen (Risikogruppe 0). Die Begründung liegt in der geringen Lautbildungsschwierigkeit.

Die Gewichtung bzw. die Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen ist physiologisch in den einzelnen Entwicklungsphasen unterschiedlich und wurde bei der Auswertung berücksichtigt und in den entsprechenden Abschnitten besprochen.

Der überspannte Sprachtyp zeigt dagegen sehr starke und ausgeprägte Artikulationsverlagerungen bis hin zu Glottisschlägen. Beim Auftreten von [] bzw.[], dem stimmlosen bzw. stimmhaften Plosivlaut der 4.Artikulationszone, erfolgte hier eine Zuordnung zur Risikogruppe 2, zur tendenziellen Lautbil­dung des überspannten Sprachtyps, da die Lautbildung von Plosiven (und hier des stimmlosen gegen­über des stimmhaften) gegenüber der aller anderen Laute die höchste Muskelspannung erfordert (POMPINO-MRASCHALL 1995).

Die Laute [] bzw. [] werden in der Lautbildungstendenz der Risikogruppe 1 zugeordnet. Sie könn­ten in der Symptomatik auf eine mögliche Gefährdung hinweisen, da eine gewisse Artikulationsverla­gerung vorhanden ist, diese jedoch mit einer geringeren Muskelspannung einhergeht als bei der Artikulation von Plosiven.

3.1.6.1.2.1.3 Lautklassen

Die Analyse von Lauten nach Lautklassen erfolgte zunächst separat nach Artikulationszonen . So wird erkennbar, welche Lautklassen an welchen Artikulationszonen bevorzugt auftreten.

Danach wurde die Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen insgesamt an allen Artikulationszonen überprüft. Somit werden allgemeine Aussagen darüber möglich, welche Lautklassen am häufigsten und welche am seltensten vertreten sind.

Die Berücksichtigung sonorantischer Eigenschaften der Laute innerhalb der Lautklassen erfolgte sowohl separat an den einzelnen Artikulationszonen als auch insgesamt an allen Artikulationszonen.
Zuletzt wurde der Anteil stimmhafter dem stimmloser Laute von allen registrierten Lauten gegenüber­gestellt, um eine eventuell vorliegende Präferenz für Laute mit bzw. ohne sonorantischem Charakter ausfindig zu machen.


[Seite 134↓]

Abb. 18: Darstellung der Artikulationszonen, der Laute und Lautklassen (modifiziert nach SCHLENKER-SCHULTE u.a. 1990; POMPINO-MARSCHALL 1995).


[Seite 135↓]

3.1.6.1.2.2  Linguistische Phase

In der linguistischen Phase, der Phase des Sprechbeginns (1.Wort bis 1;6 Jahre), wurde die Analyse des Sprachmaterials nach folgenden Aspekten durchgeführt:

3.1.6.1.2.2.1 Lexikalisch-semantische Ebene

Die lexikalisch-semantische Analyse des Sprachmaterials beinhaltete als erstes die Erhebung des aktiven Wortschatzes (Umfang), d.h. es wurde die Anzahl der von jedem Probanden produzierten Wörter bis zum Alter von 1;6 Jahren festgestellt. Die Auswertung wurde mit Hilfe der folgenden Einteilungsskalen vorgenommen:

I

0 Wörter

II

1-10 Wörter

III

11-20 Wörter

IV

21-30 Wörter

V

31-40 Wörter

VI

41-50 Wörter

VII

mehr als 50 Wörter

Als nächstes wurden die Wortstrukturen , d.h. die Wortzusammensetzung nach ein-, zwei- bzw. mehrsilbig (z.B. S, SS, SSS, ...), analysiert.

Des weiteren wurde die Silbenstruktur , d.h. die Silbenszusammensetzung aus vokalischen bzw. konsonantischen Segmenten (z.B. KV, KVKV, KVK, ...), erfaßt.

Es folgte ein Vergleich der aufgetretenen Formen in der Probandengruppe mit denen altersgleicher Kinder ohne Spaltbildungen, wie sie in der Literatur beschrieben werden.

3.1.6.1.2.2.2 Phonetische Ebene

Die phonetische Analyse des Sprachmaterials umfaßte die Erhebung der selben Kategorien wie in der prälinguistischen Phase. Diese sind in der Übersicht dargestellt:

Verwendung von Artikulationszonen

Phoninventar

Lautklassen

3.1.6.2 Längsschnittuntersuchung

In der Längsschnittuntersuchung wurde der

Entwicklungsverlauf über den gesamten Zeitraum von 1;6 Jahren erfaßt.

3.1.6.2.1 Temporaler Verlauf

Es wurde der Beginn der 3 Phasen (1.LP, 2.LP, SB) der 100 Probanden über den gesamten Zeitraum von 1;6 Jahren ermittelt.
Dabei wurde festgestellt, ob der überwiegende Teil der Probanden einen kontinuierlichen bzw. nicht kontinuierlichen temporalen Verlauf zeigte.

3.1.6.2.2 Struktureller Verlauf

Die Längsschnittuntersuchung zum strukturellen Verlauf ermittelte, ob über den gesamten Zeitraum von 1;6 Jahren gemeinsame Entwicklungsstrategien der 100 Probanden bestanden hinsichtlich:

der Verwendung von Artikulationszonen (AZ)

des Phoninventars

der Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen (LK)

Es wurde in der Regel die gleiche Reihenfolge wie in der Querschnittsuntersuchung eingehalten.


[Seite 137↓]

3.2  Ergebnisdarstellung

3.2.1 Querschnittuntersuchung

3.2.1.1 1.Lallphase

3.2.1.1.1 Temporaler Verlauf

Von 9 der insgesamt 100 Probanden konnten zu den Lautproduktionen weder in temporaler noch struktureller Hinsicht in dieser Phase Daten erhoben werden.
8 (Nr. 38; 51; 53; 63; 69; 78; 88; 100) dieser 9 Probanden wurden erst in einem Alter von 0;3-0;4 Jahre (3-4 Monate) in der Klinik vorstellig, so daß der Entwicklungszeitraum von der Geburt bis zu diesem Alter nicht erfaßt werden konnte.
Bei 1 (Nr. 54) der 9 Probanden begann die Beobachtung und Dokumentation der Entwicklung, wie bei allen anderen Probanden auch, schon wenige Tage nach der Geburt, doch aufgrund seltener und dann äußerst reduzierter Lautäußerungen konnten weder von den Eltern in Eigenbeobachtung noch von der Sprachheilpädagogin in klinischer Beobachtung präzise und damit auswertbare Daten erhoben werden.
Diese 9 Probanden sind in der Rubrik „keine Angaben“ erfaßt.

Der Zeitpunkt des Beginns der 1.Lallphase der 100 Probanden wurde folgendermaßen konstatiert (Tab. 23, 24, Abb. 19):

Von den übrigen 91 Probanden nahmen 36 Probanden (39,5%) im Alter von 0;2 Jahre (2 Monate), 19 Probanden (20,9%) im Alter von 0;3 Jahre (3 Monate), 15 Probanden (16,5%) im Alter von 0;1 Jahre (1 Monat), 9 Probanden (9,9%) im Alter von 0;4 Jahre (4 Monate), 4 Probanden (4,4%) im Alter von 0-0;1 Jahre (< 1 Monat), 3 Probanden (3,3%) im Alter von 0;6 Jahre (6 Monate), 2 Probanden (2,2%) im Alter von 0;5 Jahre (5 Monate) und 2 Probanden (2,2%) im Alter von 0;7 Jahre (7 Monate) ihre Lalltätigkeit auf.
Nur 1 Proband (1,1%) begann erst im Alter von 0;8 Jahre (8 Monate) mit der Produktion lalltypischer Äußerungen.

Tab. 23: Probandenanteile zum Zeitpunkt des Beginns der 1.Lallphase.

Alter

Probandenanzahl (n)

Prozentualer Anteil (%)

0 Jahre (<1 Monat)

4

4,4%

0;1 Jahre ( 1 Monat)

15

16,5%

0;2 Jahre ( 2 Monate)

36

39,5%

0;3 Jahre ( 3 Monate)

19

20,9%

0;4 Jahre ( 4 Monate)

9

9,9%

0;5 Jahre ( 5 Monate)

2

2,2%

0;6 Jahre ( 6 Monate)

3

3,3%

0;7 Jahre ( 7 Monate)

2

2,2%

0;8 Jahre ( 8 Monate)

1

1,1%

keine Angaben

9

Insgesamt

100

100%


[Seite 138↓]

Abb. 19: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zum Zeitpunkt des Beginns der 1.Lallphase.

In dem als normgerecht definierten Zeitraum von 0;1-0;3 Jahre (1-3 Monate) lag für insgesamt 70 Probanden (76,9%) der Beginn der 1.Lallphase.
Nur 21 Probanden (23,1%) begannen außerhalb dieses Zeitraums mit der lalltypischen Lautproduk­tion. Davon zeigten 4 Probanden (4,4%) diese Lautrealisierungen in einem Alter vor 0;1 Jahre und 17 Probanden (18,7%) in einem Alter ab 0;4 Jahren (Abb. 20).

Abb. 20: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zum Zeitpunkt des Beginns der 1.Lallphase (Normbereich).


[Seite 139↓]

Tab. 24: Probandenliste zum temporalen Verlauf in der 1.LP.

n

1.LP / Beginn

n

1.LP / Beginn

n

1.LP / Beginn

n

1.LP / Beginn

1

0;1 Jahre

26

0;2 Jahre

51

keine Angaben

76

0;3 Jahre

2

0-0;1 Jahre

27

0;4 Jahre

52

0;1 Jahre

77

0;7 Jahre

3

0;3 Jahre

28

0;3 Jahre

53

keine Angaben

78

keine Angaben

4

0;2 Jahre

29

0;2 Jahre

54

keine Angaben

79

0;3 Jahre

5

0;1 Jahre

30

0;2 Jahre

55

0;1 Jahre

80

0;4 Jahre

6

0;2 Jahre

31

0;3 Jahre

56

0;4 Jahre

81

0;3 Jahre

7

0;1 Jahre

32

0;3 Jahre

57

0-0;1 Jahre

82

0;4 Jahre

8

0;8 Jahre

33

0;2 Jahre

58

0;1 Jahre

83

0;2 Jahre

9

0;3 Jahre

34

0;4 Jahre

59

0;2 Jahre

84

0;2 Jahre

10

0;1 Jahre

35

0;2 Jahre

60

0;2 Jahre

85

0;3 Jahre

11

0;1 Jahre

36

0;2 Jahre

61

0;6 Jahre

86

0;6 Jahre

12

0;2 Jahre

37

0;3 Jahre

62

0;2 Jahre

87

0;1 Jahre

13

0;1 Jahre

38

keine Angaben

63

keine Angaben

88

keine Angaben

14

0;2 Jahre

39

0;2 Jahre

64

0;2 Jahre

89

0;2 Jahre

15

0;5 Jahre

40

0;2 Jahre

65

0;3 Jahre

90

0;2 Jahre

16

0;3 Jahre

41

0;1 Jahre

66

0;2 Jahre

91

0;3 Jahre

17

0;4 Jahre

42

0;4 Jahre

67

0;2 Jahre

92

0;4 Jahre

18

0;2 Jahre

43

0;3 Jahre

68

0;3 Jahre

93

0;3 Jahre

19

0;2 Jahre

44

0;2 Jahre

69

keine Angaben

94

0-0;1 Jahre

20

0;2 Jahre

45

0;1 Jahre

70

0;3 Jahre

95

0;2 Jahre

21

0;2 Jahre

46

0;2 Jahre

71

0;5 Jahre

96

0;3 Jahre

22

0-0;1 Jahre

47

0;2 Jahre

72

0;2 Jahre

97

0;7 Jahre

23

0;1 Jahre

48

0;2 Jahre

73

0;1 Jahre

98

0;2 Jahre

24

0;1 Jahre

49

0;6 Jahre

74

0;2 Jahre

99

0;3 Jahre

25

0;2 Jahre

50

0;2 Jahre

75

0;4 Jahre

100

keine Angaben


[Seite 140↓]

3.2.1.1.2  Struktureller Verlauf

3.2.1.1.2.1 Verwendung von Artikulationszonen

Die Betrachtung der einzelnen Artikulationszonen (AZ), die jeweils von den 100 Probanden bei der Lautbildung verwendet wurden, ergab folgende Häufigkeitsverteilung:

Von den 91 Probanden (keine Angaben: 9 Probanden) wurde für die Lautbildung in der 1.Lallphase die 4.Artikulationszone mit Abstand am häufigsten, von 90 Probanden (98,9%), gebraucht. In größerer Distanz folgte in der Häufigkeitsreihenfolge die 3.Artikulationszone , die von 30 Probanden (32,9%) verwendet wurde. Die 1.Artikulationszone wurde von 27 Probanden (29,7%) und die 2.Artikulationszone von 19 Probanden (20,9%) benötigt (Tab. 25, 27, Abb. 21).

Tab. 25: Probandenanteile zur Verwendung der einzelnen Artikulationszonen in der 1.LP.

AZ

Probandenanzahl n

Prozentualer Anteil

1.AZ

27 Probanden (v.H.)

29,7% (v.H.)

2.AZ

19 Probanden (v.H.)

20,9% (v.H.)

3.AZ

30 Probanden (v.H.)

32,9% (v.H.)

4.AZ

90 Probanden (v.H.)

98,9% (v.H.)

keine Angaben

9 Probanden (v.H.)

Abb. 21: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Verwendung der einzelnen Artikulationszonen (AZ) in der 1.LP.


[Seite 141↓]

Die Betrachtung der Verwendung der Artikulationszonen insgesamt auf die 100 Probanden bezogen ergab folgende Häufigkeitsverteilung:

Der größte Anteil von 36 Probanden (39,5%) verwendete ausschließlich die 4.AZ für die Lautbildung. Von 15 Probanden (16,5%) wurde die 3./4.AZ gebraucht. 12 Probanden (13,2%) realisierten an der 1./4.AZ ihre Lautbildung. 9 Probanden (9,9%) benötigten die 2./4.AZ . Bei 8 Probanden (8,8%) erfolgte die Lautbildung an der 1./3./4.AZ . Von 4 Probanden (4,4%) wurde die 1./2./4.AZ verwendet. Jeweils 3 Probanden (3,3%) produzierten an der 1./2./3./4.AZ und an der 2./3./4.AZ Laute. Nur 1 Proband (1,1%) verwendete ausschließlich die 3.AZ (Tab. 26, Abb. 22).

Tab. 26: Probandenanteile zur Verwendung von AZ insgesamt in der 1.LP.

AZ

Probandenanzahl n

Prozentualer Anteil

1.

1./2.

1./2./3.

1./2./3./4.

1./2./ 4.

1./ 3./4.

1./ 4.

1./ 3.

3 Probanden

4 Probanden

8 Probanden

12 Probanden

3,3%

4,4%

8,8%

13,2%

2.

2./3.

2./3./4.

2./ 4.

3 Probanden

9 Probanden

3,3%

9,9%

3.

3./4.

1 Proband

15 Probanden

1,1%

16,5%

4.

36 Probanden

39,5%

keine Angaben

9 Probanden

Insgesamt

100 Probanden

100%

Abb. 22: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Verwendung von AZ insgesamt in der 1.LP.


[Seite 142↓]

Tab. 27: Probandenliste zur Verwendung von AZ in der 1.LP.

n

AZ

n

AZ

n

AZ

n

AZ

1

4.

26

4.

51

keine Angaben

76

4.

2

1./2./3./4.

27

1./4.

52

1./3./4.

77

4.

3

4.

28

2./4.

53

keine Angaben

78

keine Angaben

4

1./2./3./4.

29

1./2./4.

54

keine Angaben

79

4.

5

2./3./4.

30

3.

55

3./4.

80

3./4.

6

1./4.

31

1./3./4.

56

4.

81

2./3./4.

7

2./4.

32

1./4.

57

4.

82

1./2./4.

8

1./3./4.

33

4.

58

3./4.

83

1./4.

9

1./3./4.

34

1./4.

59

4.

84

2./4.

10

1./3./4.

35

1./4.

60

4.

85

3./4.

11

3./4.

36

1./4.

61

4.

86

4.

12

2./4.

37

1./3./4.

62

1./4.

87

1./2./4.

13

1./4.

38

keine Angaben

63

keine Angaben

88

keine Angaben

14

4.

39

4.

64

3./4.

89

4.

15

1./2./3./4.

40

4.

65

3./4.

90

3./4.

16

4.

41

2./3./4.

66

4.

91

4.

17

4.

42

1./4.

67

3./4.

92

2./4.

18

3./4.

43

4.

68

4.

93

4.

19

4.

44

1./3./4.

69

keine Angaben

94

4.

20

4.

45

4.

70

4.

95

4.

21

3./4.

46

2./4.

71

4.

96

3./4.

22

3./4.

47

4.

72

2./4.

97

1./4.

23

1./3./4.

48

1./2./4.

73

2./4.

98

3./4.

24

4.

49

3./4.

74

1./4.

99

4.

25

4.

50

2./4.

75

4.

100

keine Angaben


[Seite 143↓]

3.2.1.1.2.2  Phoninventar

Bei der Betrachtung der aufgetretenen Laute an den jeweiligen AZ ergab sich folgende Häufigkeits­verteilung (Abb. 23, Tab. 28, 34):

An der 1.Artikulationszone wurden am häufigsten die Laute [m] von 27 Probanden (29,7%) und [υ] von 14 Probanden (15,4%) gebildet. Mit geringerer Auftretenshäufigkeit erschienen des weiteren die Laute [β] bei 4 Probanden (4,4%), [f] bei 3 Probanden (3,3%), [b] bei 2 Probanden (2,2%) und [v] bei 1 Probanden (1,1%).

Die 2.Artikulationszone wurde am häufigsten für die Bildung der Laute [l] bei 17 Probanden (18,7%) und [n] bei 6 Probanden (6,6%) benötigt. Außerdem traten die Laute [ð] bei 2 Probanden (2,2%) und [d] bei 1 Probanden (1,1%) auf.

An der 3.Artikulationszone wurde von 28 Probanden (30,7%) das [j], von 8 Probanden (8,8%) das [] und von 7 Probanden (7,7%) das [] realisiert. Bei jeweils 3 Probanden erschienen die Laute [g] und [ʝ], bei jeweils 2 Probanden (2,2%) die Laute [ç] und []. 1 Proband (1,1%) bildete den Laut [k].

An der 4.Artikulationszone traten am häufigsten der Laut [h] mit einer Beteiligung von 81 Probanden (89,0%) und der Laut [] mit 80 Probanden (87,9%) auf. Mit größerem Abstand von diesen Probandenzahlen folgten die Laute [] mit einem Anteil von 44 Probanden (48,3%) und [] mit 36 Probanden (39,5%). Die Laute [] produzierten 15 Probanden (16,5%) und [Δ] 6 Probanden (6,6%).

Abb. 23: Darstellung der prozentualen Probandenanteile von Lauten an den AZ in der 1.LP.


[Seite 144↓]

Tab. 28: Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten an den AZ in der 1.LP.

AZ

LK

Laute

Probandenanzahl n

Proz. Anteil (%)

1.AZ

Plosive

stl.

sth.

[p]

[b]

0 Probanden (v.H.)

2 Probanden (v.H.)

2,2% (v.H.)

Frikative

stl.

sth.

[φ]
[β]

0 Probanden (v.H.)

4 Probanden (v.H.)

4,4% (v.H.)

stl.

sth.

[f]

[v]

3 Probanden (v.H.)

1 Proband (v.H.)

3,3% (v.H.)

1,1% (v.H.)

Approximanten

sth.

[υ]

14 Probanden (v.H.)

15,4% (v.H.)

Nasale

sth.

[m]

27 Probanden (v.H.)

29,7% (v.H.)

2.AZ

Plosive

stl.

sth.

[t]

[d]

0 Probanden (v.H.)

1 Proband (v.H.)

1,1% (v.H.)

Frikative

stl.

sth.

[θ]
[ð]

0 Probanden (v.H.)

2 Probanden (v.H.)

2,2% (v.H.)

stl.

sth.

[s]

[z]

0 Probanden (v.H.)

0 Probanden (v.H.)

stl.

sth.

[∫]
[]

0 Probanden (v.H.)

0 Probanden (v.H.)

Vibranten

sth.

[r]

0 Probanden (v.H.)

Laterale

sth.

[l]

17 Probanden (v.H.)

18,7% (v.H.)

Nasale

sth.

[n]

6 Probanden (v.H.)

6,6% (v.H.)

3.AZ

Plosive

stl.

sth.

[k]

[g]

1 Proband (v.H.)

3 Probanden (v.H.)

1,1% (v.H.)

3,3% (v.H.)

Frikative

stl.

sth.

[ç]
[ʝ]

2 Probanden (v.H.)

3 Probanden (v.H.)

2,2% (v.H.)

3,3% (v.H.)

stl.

sth.

[x]
[]

0 Probanden (v.H.)

0 Probanden (v.H.)

stl.

sth.

[χ]
[]

0 Probanden (v.H.)

2 Probanden (v.H.)

2,2% (v.H.)

Vibranten

sth.

[R]

0 Probanden (v.H.)

Laterale

sth.

[]

7 Probanden (v.H.)

7,7% (v.H.)

Approximanten

sth.

[j]

28 Probanden (v.H.)

30,7% (v.H.)

Nasale

sth.

[]

8 Probanden (v.H.)

8,8% (v.H.)

4.AZ

Plosive

stl.

sth.

[]
[]

15 Probanden (v.H.)

36 Probanden (v.H.)

16,5% (v.H.)

39,5% (v.H.)

Frikative

stl.

sth.

[]
[]

44 Probanden (v.H.)

80 Probanden (v.H.)

48,3% (v.H.)

87,9% (v.H.)

Hauchlaute

stl.

[h]

81 Probanden (v.H.)

89,0% (v.H.)

Nasale

sth.

[Δ]

6 Probanden (v.H.)

6,6% (v.H.)


[Seite 145↓]

Es ergab sich eine Haufigkeitsreihenfolge im Auftreten der Laute von [h], [], [], [], [j], [m], [l], [], [υ], [], [], [n], [Δ], [β], [f], [g], [ʝ], [b], [ð], [ç], [], [v], [d], [k].

Bei der Betrachtung der Lautproduktionen der 100 Probanden wurden folgende Phoninventare analysiert (Tab. 29):

An der 1.Artikulationszone enthielt das Phoninventar des größten Anteils von 64 Probanden (70,1%) keine Laute dieser AZ.
Bei 10 Probanden (11,0%) bestand das Inventar aus dem Laut [m] und bei 8 Probanden (8,8%) aus den Lauten [m, υ].
2 Probanden (2,2%) verfügten über die Laute [β, υ, m].
Jeweils 1 Proband (1,1%) zeigte in seinem Inventar die Laute [v, υ, m], [b, m], [f, υ, m], [b, υ, m], [f, m], [β, f, υ, m] sowie [β, m].

Auch an der 2.Artikulationszone zeigte der größte Anteil von 72 Probanden (79,1%) keine Laute dieser AZ.
Bei 11 Probanden (12,1%) trat ausschließlich der Laut [l] im Inventar auf.
3 Probanden verfügten über ein Inventar von [l, n].
Bei jeweils 2 Probanden (2,2%) umfaßten die Inventare die Laute [n] und [ð, l].
Nur 1 Proband (1,1%) enthielt in seinem Inventar die Laute [d, l, n].

An der 3.Artikulationszone verfügte ebenfalls der größte Anteil von 61 Probanden (67,0%) über keine Laute dieser AZ.
Das phonetische Inventar von 14 Kindern (15,4%) bestand lediglich aus dem einen Laut [j]
Jeweils 3 Probanden (3,3%) verfügten über die Inventare [, j] und [j, ].
Bei 2 Probanden (2,2%) enthielt das Phoninventar die Laute [g, j].
Jeweils 1 Proband (1,1%) zeigte in seinem Inventar die Laute [g, , j], [ç, ʝ, j], [ʝ, , , j], [], [k, ç, , j, ], [ʝ, j, ], [, j, ] und [, ].

Die an der 4.Artikulationszone am häufigsten aufgetretenen phonetischen Inventare umfaßten zum einen die Laute [, , h] mit einem Probandenanteil von 17 Kindern (18,7%) und zum anderen die Laute [, h] von 16 Kindern (17,5%).
Bei den nächstgrößten Gruppen von Probandenanteilen enthielt das phonetische Inventar die Laute [, , , h] bei 11 Kindern (12,1%) und die Laute [, , h] bei 9 Kindern (9,9%).
Das Inventar von 7 Kindern (7,7%) umfaßte die Laute [, , , , h].
Die folgenden Anteile von jeweils 5 Probanden (5,5%) zeigten die phonetischen Inventare [, ] und [, h].
4 Probanden (4,4%) verfügten über ein Inventar von [, , , h].
Bei jeweils 3 Probanden (3,3%) umfaßte das Phoninventar die Laute [], [h] und [, h, Δ].
Jeweils 2 Probanden (2,2%) wiesen in ihrem Inventar die Laute [, , , h] und [h, Δ] auf.
Die geringsten Anteile von jeweils 1 Probanden (1,1%) entfielen auf die Lautinventare [, , h], [, , ] und [, , h, Δ]. Ebenfalls nur 1 Kind (1,0%) realisierte keine Laute der 4.AZ.


[Seite 146↓]

Tab. 29: Phoninventare der 91 Probanden in der 1.LP.


[Seite 147↓]

Bei der Überprüfung der Lautinventare der 4.AZ auf charakteristische Tendenzen in der Symptomatik der jeweiligen Sprachtypen ergab sich hinsichtlich der Probandenzahlen folgende Verteilung (Tab. 30, Abb. 24):

Der geringste Probandenanteil von 6 Kindern (6,6%) in der Risikogruppe 0 verfügte über ein phonetisches Inventar von [h], [Δ] oder produzierte keine Laute der 4.Artikulationszone.

Das Phoninventar des zweitgrößten Probandenanteils von 41 Kindern (45,1%) enthielt in der Risikogruppe 2 neben anderen Lauten die Plosivlaute[] bzw. [].

Der größte Probandenanteil von 44 Kindern (48,3%) enthielt in seinem phonetischen Inventar hauptsächlich die Laute [] sowie [] und wurde daher der Risikogruppe 1 zugeordnet.

Tab. 30: Probandenanteile zu charakteristischen Tendenzen in der Lautbildung in der 1.LP.


[Seite 148↓]

Abb. 24: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zu charakteristischen Tendenzen in der Lautbildung in der 1.LP.

Das Auftreten von Obstruenten (Frikative / Plosive) an der 4.AZ ist in Tab. 31 dargestellt. Insgesamt 85 Probanden (93,4%) bildeten Frikative und/oder Plosive an der 4.AZ. Davon traten bei der größten Probandenanzahl von 44 Kindern (48,3%) ausschließlich Fikative auf. Bei 41 Probanden (45,1%) erschienen gleichzeitig Frikative und Plosive im Phoninventar. Probanden, die ausschließlich Plosive ohne gleichzeitige Frikativbildungen realisierten, wurden nicht ermittelt.

Tab. 31: Probandenanteile zur Frikativ- und Plosivproduktion an der 4.AZ in der 1.LP.

LK

Probandenanzahl n

prozentualer Anteil (%)

Frikative

44

85

85

44

48,3%

93,4%

93,4%

48,3%

Frikative/Plosive

41

 

45,1%

 

Plosive

0

0

 

 

keine F. u/o P.

6

6,6%

      

keine Angaben

9

      

Insgesamt

100

100%

      


[Seite 149↓]

Die Anzahl der Probanden, welche Frikative an der 4.AZ realisierten, ist in Tab. 32 dargestellt. Der größte Probandenanteil von 41 Kindern (45,1%) realisierte ausschließlich die stimmhafte Frikativform [] ohne stimmlose Lautvariante. Beim nächstgrößten Probandenanteil von 39 Kindern (42,8%) traten beide sonorantischen Lautvarianten [, ] gleichzeitig im Phoninventar auf. Bei der geringsten Pro­bandenanzahl von 5 Kindern (5,5%) erfolgte ausschließlich die Bildung des stimmlosen Frikativs [].

Tab. 32: Probandenzahlen zur Frikativlautproduktion an der 4.AZ in der 1.LP.

Bei der Betrachtung der Probanden, welche an der 4.Artikulationszone Plosive produzierten, ergab sich eine ähnliche Verteilung (Tab. 33): Bei der überwiegenden Mehrheit von 50 Probanden (54,9%) erschienen keine Plosivbildungen. Der größte Probandenanteil von 26 Kindern (28,6%) produzierte den stimmhaften Plosiv [] ohne stimmlose Lautergänzung. Beide Lautvarianten wurden von 10 Probanden (11,0%) realisiert. Der geringste Anteil von 5 Probanden (5,5%) bildete ausschließlich den stimmlosen Lauttyp [].

Tab. 33: Probandenanteile zur Plosivlautproduktion an der 4.AZ in der 1.LP.


[Seite 150↓]

Tab. 34: Probandenliste zum Phoninventar in der 1.LP.


[Seite 151↓]

(Fortsetzung Tab.34: Probandenliste zum Phoninventar in der 1.LP.)


[Seite 152↓]

(Fortsetzung Tab.34: Probandenliste zum Phoninventar in der 1.LP.)


[Seite 153↓]

3.2.1.1.2.3  Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen

Die Betrachtung der Auftretenshäufigkeiten von Lauten nach Lautklassen insgesamt an den jeweiligen Artikulationszonen ergab folgende Verteilung (Tab. 35; Abb. 25):

An der 1.Artikulationszone erfolgte an der Gesamtlautzahl (393) gemessen am häufigsten die Bildung von Nasalen (27x) und Approximanten (14x). Des weiteren zeigten sich zu geringeren Anteilen Frikative (8x) und Plosive (2x).
An der 2.Artikulationszone erschienen überwiegend Laterale (17x) und Nasale (6x). Außerdem wurden zu geringeren Anteilen Frikative (2x) und Plosive (1x) registriert. Vibranten wurden nicht realisiert.
An der 3.Artikulationszone traten vorrangig Approximanten (28x) auf. Nasale (8x), Frikative (7x), Laterale (7x) und Plosive (4x) wurden seltener beobachtet. Die Realisierung von Vibranten konnte nicht festgestellt werden.
An der 4.Artikulationszone wurden am häufigsten Frikative (124x) registriert. Es folgten in der Häufigkeitsreihenfolge Hauchlaute (81x), Plosive (51x) und Nasale (6x).

Tab. 35: Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen insgesamt an allen Artikulationszonen in der 1.LP.

Lautklasse

Artikulationszonen

Insgesamt

%

1.AZ

2.AZ

3.AZ

4.AZ

Plosive

2

1

4

51

58

14,8%

Frikative

8

2

7

124

141

35,9%

Hauchlaute

81

81

20,6%

Vibranten

0

0

0

Laterale

17

7

24

6,1%

Approx.

14

28

42

10,7%

Nasale

27

6

8

6

47

11,9%

Insgesamt

51

26

54

262

393

100%

Insgesamt wurden 393 Laute erfaßt (Tab. 35; Abb. 27).

Den größten Anteil davon bildeten die stimmhaften und stimmlosen Frikative mit einer Auftretens­frequenz von 141x. Sie stellten einen prozentualen Anteil von 35,9% an der Gesamtproduktion aller 393 registrierten Laute (100 %) dar.
Es folgten die Hauchlaute , die insgesamt 81x (20,6%) auftraten.
Die Laute der Lautklasse Plosive wurden 58x (14,8%) beobachtet.
Nasallaute traten 47x (11,9%) auf.
Approximanten erschienen 42x (10,7%).
Laute der Lautklasse Laterale wurden 24x (6,1%) erfaßt.
Vibranten wurden nicht registriert.


[Seite 154↓]

So ergab sich folgende Reihenfolge in der Auftretenshäufigkeit von Lauten in den Lautklassen:

Frikative > Hauchlaute > Plosive > Nasale > Approximanten > Laterale.

Diese Lautanteile der Lautklassen stehen in folgendem Verhältnis (Abb. 25) zueinander:

5,2

:

3,4

:

2,1

:

1,9

:

1,7

:

1.

Abb. 25: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen insgesamt an allen Artikulationszonen in der 1.LP.

Es traten 280 Obstruenten (71,2%) und 113 Sonoranten (28,8%) auf. Die Lautanteile stehen in einem Verhältnis von 2,5 : 1 zueinander.

Die Analyse der Laute nach Lautklassen gemäß ihrer sonorantischen Eigenschaften insgesamt ergab folgende Verteilung (Abb. 26, 27):
Von den insgesamt 393 registrierten Lauten trugen 247 Laute (62,8%) stimmhaften und 146 Laute (37,2%) stimmlosen Charakter . Die Anzahl der Laute mit den Merkmalen der Stimmhaftig- bzw. –losigkeit stehen in einem Verhältnis von 1,7 : 1 zueinander.

Abb. 26: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zurAuftretenshäufigkeit von Lauten gemäß ihrer sonorantischen Eigenschaften in der 1.LP.


[Seite 155↓]

Bei Berücksichtigung sonorantischer Eigenschaften ergaben sich folgende Auftretenshäufigkeiten von Lauten nach Lautklassen an den einzelnen Artikulationszonen (Abb. 27):

An der 1.Artikulationszone erschienen am häufigsten Nasale (27x) und Approximanten (14x), die ausschließlich stimmhafter Natur sind. Bei dem insgesamt relativ geringen Anteil der Frikative wurden etwas häufiger stimmhafte (5x) als stimmlose (3x) Laute registriert. Plosive wurden selten (2x) und stimmhaft gebildet.
Die 2.Artikulationszone ermöglichte in der Probandengruppe ausschließlich die Bildung stimmhafter Laute. Laterale (17x) und Nasale (6x), die überwiegend erschienen, tragen grundsätzlich stimmm­haften Charakter. Aber auch die äußerst selten beobachteten Frikative (2x) und Plosive (1x) wurden ausnahmslos stimmhaft realisiert.
An der 3.Artikulationszone wurden vorrangig Approximanten (28x), Nasale (8x) und Laterale (7x) erfaßt, die stets das Merkmal der Stimmhaftigkeit zeigen. Bei den insgesamt relativ kleinen Anteilen der Frikative und Plosive wurden etwas häufiger stimmhafte (5x, 3x) als stimmlose (2x, 1x) Laute beobachtet.
Die 4.Artikulationszone erlaubte die Bildung von Lauten vier verschiedener Lautklassen: Sowohl bei den Plosiven als auch bei den Frikativen trat die stimmhafte Variante der Lautrealisation ([] 36x / [] 80x) jeweils ca. doppelt so häufig wie die stimmlose Form ([] 15x / [] 44x) auf. Hauchlaute, in dieser Lautklasse gibt es nur eine stimmlose Variante [h], wurden 81x produziert. Nasale, stets stimmhafter Natur, traten 6x auf.


[Seite 156↓]

Abb. 27: Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen insgesamt und an den jeweiligen Artikulationszonen in der 1.LP in Abhängigkeit von der erfaßten Gesamtlautzahl.


[Seite 157↓]

3.2.1.2  2.Lallphase

3.2.1.2.1 Temporaler Verlauf

Insgesamt konnten von allen 100 Probanden auswertbare Daten erhoben werden. Auf die Kategorie „keine Angaben“ entfallen somit 0 (keine) Probanden.

Die 2.Lallphase begann in der Häufigkeitsreihenfolge der Probandenzahlen für 28 Probanden (28,0%) im Alter von 0;6 Jahre (6 Monate), für 19 Probanden (19,0%) im Alter von 0;7 Jahre (7 Monate), für 17 Probanden (17,0%) im Alter von 0;8 Jahre (8 Monate), für 10 Probanden (10,0%) im Alter von 0;5 Jahre (5 Monate), für 10 Probanden (10,0%) im Alter von 0;9 Jahre (9 Monate), für 8 Probanden (8,0%) im Alter von 0;10 Jahre (10 Monate), für 5 Probanden (5,0%) im Alter von 0;11 Jahre (11 Monate), für 2 Probanden (2,0%) im Alter von 1;0 Jahre (12 Monate) und für 1 Probanden (1;0%) im Alter von 0;4 Jahre (4 Monate) (Tab. 36, 37; Abb. 28).

Tab. 36: Probandenanteile zum Zeitpunkt des Beginns der 2.Lallphase.

Alter

Probandenanzahl (n)

Prozentualer Anteil (%)

0;4 Jahre ( 4 Monate)

1

1%

0;5 Jahre ( 5 Monate)

10

10%

0;6 Jahre ( 6 Monate)

28

28%

0;7 Jahre ( 7 Monate)

19

19%

0;8 Jahre ( 8 Monate)

17

17%

0;9 Jahre ( 9 Monate)

10

10%

0;10 Jahre (10 Monate)

8

8%

0;11 Jahre (11 Monate)

5

5%

1;0 Jahre (12 Monate)

2

2%

keine Angaben

0

Insgesamt

100

100%

Abb. 28: Darstellung der Probandenanteile zum Zeitpunkt des Beginns der 2.Lallphase.


[Seite 158↓]

In dem Zeitraum von 0;4-0;8 Jahre (4-8 Monate), der für den Beginn der 2.Lallphase als normgerecht festgelegt wurde, begannen 75 Probanden (75,0%) mit der für die 2.Lallphase charakteristischen Lalltätigkeit.
25 Probanden (25,0%) lagen mit dem Zeitpunkt des Beginns der 2.Lallphase außerhalb dieses Intervalls und begannen diese Phase erst später (Abb. 29).

Abb. 29: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zum Zeitpunkt des Beginns der 2.Lallphase (Normbereich).


[Seite 159↓]

Tab. 37: : Probandenliste zum temporalen Verlauf in der 2.LP.

n

2.LP / Beginn

n

2.LP / Beginn

n

2.LP / Beginn

n

2.LP / Beginn

1

0;7 Jahre

26

0;6 Jahre

51

0;6 Jahre

76

0;7 Jahre

2

0;7 Jahre

27

0;8 Jahre

52

0;8 Jahre

77

0;9 Jahre

3

0;6 Jahre

28

0;6 Jahre

53

0;6 Jahre

78

0;9 Jahre

4

0;6 Jahre

29

0;6 Jahre

54

0;6 Jahre

79

0;5 Jahre

5

0;5 Jahre

30

0;6 Jahre

55

0;9 Jahre

80

0;10 Jahre

6

0;7 Jahre

31

0;5 Jahre

56

0;7 Jahre

81

0;8 Jahre

7

0;7 Jahre

32

0;7 Jahre

57

0;7 Jahre

82

1;0 Jahre

8

0;11 Jahre

33

0;10 Jahre

58

0;8 Jahre

83

0;8 Jahre

9

0;6 Jahre

34

0;8 Jahre

59

0;5 Jahre

84

0;7 Jahre

10

0;5 Jahre

35

0;7 Jahre

60

0;6 Jahre

85

0;6 Jahre

11

0;10 Jahre

36

0;7 Jahre

61

0;9 Jahre

86

0;10 Jahre

12

0;6 Jahre

37

0;6 Jahre

62

0;9 Jahre

87

0;7 Jahre

13

0;8 Jahre

38

0;6 Jahre

63

0;7 Jahre

88

0;6 Jahre

14

0;8 Jahre

39

0;6 Jahre

64

0;5 Jahre

89

0;7 Jahre

15

0;11 Jahre

40

0;9 Jahre

65

0;8 Jahre

90

0;7 Jahre

16

0;9 Jahre

41

0;6 Jahre

66

0;8 Jahre

91

0;8 Jahre

17

0;11 Jahre

42

0;7 Jahre

67

0;6 Jahre

92

0;11 Jahre

18

0;8 Jahre

43

0;8 Jahre

68

0;6 Jahre

93

0;5 Jahre

19

0;6 Jahre

44

0;6 Jahre

69

0;6 Jahre

94

0;11 Jahre

20

0;5 Jahre

45

0;7 Jahre

70

0;6 Jahre

95

0;5 Jahre

21

0;5 Jahre

46

0;6 Jahre

71

0;8 Jahre

96

0;10 Jahre

22

0;7 Jahre

47

0;7 Jahre

72

0;6 Jahre

97

0;9 Jahre

23

0;6 Jahre

48

0;8 Jahre

73

0;6 Jahre

98

0;9 Jahre

24

0;10 Jahre

49

0;8 Jahre

74

0;6 Jahre

99

0;8 Jahre

25

0;4 Jahre

50

0;10 Jahre

75

1;0 Jahre

100

0;10 Jahre


[Seite 160↓]

3.2.1.2.2  Struktureller Verlauf

3.2.1.2.2.1 Verwendung von Artikulationszonen

Bei der Betrachtung der einzelnen Artikulationszonen (AZ), die von den Probanden verwendet wurden, ergab sich folgende Häufigkeitsverteilung (Tab. 38, 40; Abb. 30):

Die am häufigsten für die Lautbildung von 99 Kindern (99,0%) verwendete Artikulationszone war die 1.Artikulationszone . Fast ebenso häufig, nämlich von 90 Kindern (90,0%), wurde die 4.Artikula­tionszone für die Lautbildung gebraucht. Etwa ¾ aller Probanden, 78 Kinder (78,0%), bildeten Laute an der 2.Artikulationszone . Am seltensten wurde von 51 Kindern (51,0%), also ca. der Hälfte aller Probanden, die 3.Artikulationszone genutzt.

Tab. 38: Probandenanteile zur Verwendung der einzelnen Artikulationszonen in der 2.LP.

AZ

Probandenanzahl n

Prozentualer Anteil

1.AZ

99 Probanden (v.H.)

99,0% (v.H.)

2.AZ

78 Probanden (v.H.)

78,0% (v.H.)

3.AZ

51 Probanden (v.H.)

51,0% (v.H.)

4.AZ

90 Probanden (v.H.)

90,0% (v.H.)

keine Angaben

0 Probanden (v.H.)

Abb. 30: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Verwendung der einzelnen Artikulationszonen (AZ) in der 2.LP.


[Seite 161↓]

Bei der Betrachtung der Verwendung von Artikulationszonen insgesamt auf die 100 Probanden bezogen ergab sich folgende Verteilung:

Die beiden größten Probandenanteile von 39 (39,0%) bzw. 31 Probanden (31,0%) entfielen auf Lautbildungen, die an der 1./2./3. und 4.Artikulationszone bzw. an der 1./2. und 4.Artikulations­zone vollzogen wurden. Der nächstgrößte Probandenanteil bestand aus 11 Kindern (11,0%), die für ihre Lautbildung die 1. und 4.Artikulationszone verwendeten. Es folgte in der Häufigkeitsverteilung ein Probandenanteil von 9 Kindern (9,0%), welche die 1./3. und 4.Artikulationszone für die Lautbildung einbezogen. Bei 5 Kindern (5,0%) erfolgte die Lautbildung ausschließlich an der 1. und 2.Artikulationszone . Jeweils 2 Kinder (2,0%) gebrauchten für die Lautbildung zum einen ausschließlich die 1.Artikulationszone sowie zum anderen die 1./2. und 3.Artikulationszone . Nur 1 Proband realisierte seine Lautbildungen an der 2. und 3.Artikulationszone (Tab. 39; Abb. 31).

Tab. 39: Probandenanteile zur Verwendung von AZ insgesamt in der 2.LP.

AZ

Probandenanzahl n

Prozentualer Anteil

1.

1./2.

1./2./3.

1./2./3./4.

1./2./ 4.

1./ 3./4.

1./ 4.

1./ 3.

2 Probanden

5 Probanden

2 Probanden

39 Probanden

31 Probanden

9 Probanden

11 Probanden

2,0%

5,0%

2,0%

39,0%

31,0%

9,0%

11,0%

2.

2./3.

2./3./4.

2./ 4.

1 Proband

1,0%

3.

3./4.

4.

keine Angaben

0 Probanden

Insgesamt

100 Probanden

100%

Abb. 31: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Verwendung von AZ insgesamt in der 2.LP.


[Seite 162↓]

Tab. 40: Probandenliste zur Verwendung von AZ in der 2.LP.

n

AZ

n

AZ

n

AZ

n

AZ

1

1./4.

26

1./2./4.

51

1./2./3./4.

76

1./2./4.

2

1./2./3./4.

27

1./2./4.

52

1./2./3./4.

77

1./2./4.

3

1./2./4.

28

1./2./3./4.

53

1./4.

78

1./2./4.

4

1./2./3./4.

29

1./2./3./4.

54

1./2./3./4.

79

1./2./3./4.

5

1./2./3./4.

30

1./3./4.

55

1./3./4.

80

1./4.

6

1./2./3./4.

31

1./3./4.

56

1./3./4.

81

1./2./3./4.

7

1./2./4.

32

1./2./3./4.

57

1./2./4.

82

1./2./3./4.

8

1./2./3.

33

1./2.

58

1./2./3./4.

83

1./3./4.

9

1./3./4.

34

1./2./4.

59

1./2./3./4.

84

1./2./3./4.

10

1./2./3./4.

35

1./2./4.

60

1./4.

85

1./2./4.

11

1./3./4.

36

1.

61

1./4.

86

1./2./4.

12

1./2.

37

1./2./4.

62

1./2./3./4.

87

1./2./3.

13

1./3./4.

38

1.

63

1./4.

88

1./2./4.

14

1./2./4.

39

1./2./4.

64

1./2./3./4.

89

1./4.

15

1./2./3./4.

40

1./2./4.

65

1./2./3./4.

90

1./2./3./4.

16

1./2./4.

41

1./2./3./4.

66

1./2./4.

91

1./2./4.

17

1./2./3./4.

42

1./2./3./4.

67

1./3./4.

92

1./2./4.

18

1./2./3./4.

43

1./2.

68

1./4.

93

1./2./3./4.

19

1./2.

44

1./2./3./4.

69

1./2./4.

94

1./2./3./4.

20

1./2./3./4.

45

1./2./4.

70

1./2./4.

95

1./2./3./4.

21

1./2./4.

46

1./2./4.

71

1./2.

96

1./2./3./4.

22

1./2./3./4.

47

1./4.

72

1./2./3./4.

97

1./2./4.

23

1./4.

48

1./2./4.

73

1./2./4.

98

1./2./3./4.

24

1./2./3./4.

49

1./2./3./4.

74

1./2./3./4.

99

1./4.

25

2./3.

50

1./2./4.

75

1./2./4.

100

1./2./3./4.


[Seite 163↓]

3.2.1.2.2.2  Phoninventar

An der 1.Artikulationszone traten am häufigsten das [m], von 99 Probanden (99,0%) produziert, und das [υ], von 41 Probanden (41,0%) realisiert, auf. Mit äußerst geringer Auftretenshäufigkeit wurden die Laute [φ] und [v], von jeweils 3 Probanden (3,0%) gebildet, und die Laute [p], [b], [β] und [f], von jeweils 1 Probanden (1,0%) realisiert, registriert.

An der 2.Artikulationszone wurden die Laute [l], von 69 Kindern (69,0%) gebildet, und [n], bei einem Probandenanteil von 40 Kindern (40,0%) erschienen, am häufigsten beobachtet. Des weiteren waren die Laute [d] bei 4 Probanden (4,0%), [ð] bei 3 Probanden (3,0%), [θ] bei 2 Probanden (2,0%) sowie [t] und [] bei jeweils 1 Probanden (1,0%) erfaßt worden.

An der 3.Artikulationszone erschienen am häufigsten das [j] bei 46 Probanden (46,0%), das [] bei 12 Probanden (12,0%) und das [] bei 10 Probanden (10,0%). Außerdem wurden die Laute [g] und [ʝ] bei jeweils 2 Probanden (2,0%) sowie [k], [ç] und [] bei jeweils 1 Probanden (1,0%) beobachtet.

An der 4.Artikulationszone wurde am häufigsten der Laut [h] von 72 Probanden (72,0%) realisiert. Als nächsthäufigste Laute wurden das [] von 53 Probanden (53,0%) und das [] von 49 Probanden (49,0%) gebildet. Der Laut [] trat mit einer Probandenbeteiligung von 39 Kindern (39,0%), der Laut [] von 21 Kindern (21,0%) auf. Der Laut [Δ] erschien nur bei 3 Probanden (3,0%) (Abb. 32, Tab. 41, 47).

Abb. 32: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten an den AZ in der 2.LP.


[Seite 164↓]

Tab. 41: Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten an den AZ in der 2.LP.

AZ

LK

Laute

Probandenanzahl n

Proz. Anteil (%)

1.AZ

Plosive

stl.

sth.

[p]

[b]

1 Proband (v.H.)

1 Proband (v.H.)

1,0% (v.H.)

1,0% (v.H.)

Frikative

stl.

sth.

[φ]
[β]

3 Probanden (v.H.)

1 Proband (v.H.)

3,0% (v.H.)

1,0% (v.H.)

stl.

sth.

[f]

[v]

1 Proband (v.H.)

3 Probanden (v.H.)

1,0% (v.H.)

3,0% (v.H.)

Approximanten

sth.

[υ]

41 Probanden (v.H.)

41,0% (v.H.)

Nasale

sth.

[m]

99 Probanden (v.H.)

99,0% (v.H.)

2.AZ

Plosive

stl.

sth.

[t]

[d]

1 Proband (v.H.)

4 Probanden (v.H.)

1,0% (v.H.)

4,0% (v.H.)

Frikative

stl.

sth.

[θ]
[ð]

2 Probanden (v.H.)

3 Probanden (v.H.)

2,0% (v.H.)

3,0% (v.H.)

stl.

sth.

[s]

[z]

0 Probanden (v.H.)

0 Probanden (v.H.)

stl.

sth.

[∫]
[]

0 Probanden (v.H.)

1 Proband (v.H.)

1,0% (v.H.)

Vibranten

sth.

[r]

0 Probanden (v.H.)

Laterale

sth.

[l]

69 Probanden (v.H.)

69,0% (v.H.)

Nasale

sth.

[n]

40 Probanden (v.H.)

40,0% (v.H.)

3.AZ

Plosive

stl.

sth.

[k]

[g]

1 Proband (v.H.)

2 Probanden (v.H.)

1,0% (v.H.)

2,0% (v.H.)

Frikative

stl.

sth.

[ç]
[ʝ]

1 Proband (v.H.)

2 Probanden (v.H.)

1,0% (v.H.)

2,0% (v.H.)

stl.

sth.

[x]
[]

0 Probanden (v.H.)

0 Probanden (v.H.)

stl.

sth.

[χ]
[]

0 Probanden (v.H.)

1 Proband (v.H.)

1,0% (v.H.)

Vibranten

sth.

[R]

0 Probanden (v.H.)

Laterale

sth.

[]

10 Probanden (v.H.)

10,0% (v.H.)

Approximanten

sth.

[j]

46 Probanden (v.H.)

46,0% (v.H.)

Nasale

sth.

[]

12 Probanden (v.H.)

12,0% (v.H.)

4.AZ

Plosive

stl.

sth.

[]
[]

21 Probanden (v.H.)

39 Probanden (v.H.)

21,0% (v.H.)

39,0% (v.H.)

Frikative

stl.

sth.

[]
[]

53 Probanden (v.H.)

49 Probanden (v.H.)

53,0% (v.H.)

49,0% (v.H.)

Hauchlaute

stl.

[h]

72 Probanden (v.H.)

72,0% (v.H.)

Nasale

sth.

[Δ]

3 Probanden (v.H.)

3,0% (v.H.)


[Seite 165↓]

Bei der Betrachtung aller Laute ergab sich folgende Reihenfolge nach der Auftretenshäufigkeit: [m], [h], [l], [], [], [j], [υ], [n], [], [], [], [], [d], [φ], [v], [ð], [Δ], [θ], [g], [ʝ], [p], [b], [β], [f], [t], [], [k], [ç], [].

Das phonetische Inventar der 100 Probanden enthielt an den einzelnen Artikulationszonen folgende Laute (Tab. 42):

An der 1.Artikulationzone bestand das Phoninventar am häufigsten bei 58 Probanden (58,0%) aus dem Laut [m] und bei 33 Probanden (33,0%) aus den Lauten [m, υ].
Nur 2 Probanden (2,0%) zeigten ein phonetisches Inventar von [φ, υ, m].
Jeweils nur 1 Proband (1,0%) verfügte über keine Laute der 1.AZ bzw. über das phonetische Inventar von [v, υ, m], [b, υ, m], [f, v, υ, m], [p, υ, m],[β, υ, m] und [φ, v, υ, m].

Das am häufigsten an der 2.Artikulationszone aufgetretene phonetische Inventar umfaßte mit einem Probandenanteil von 38 Kindern (38,0%) den Laut [l].
Keine Laute der 2.AZ enthielt das Phoninventar von 22 Probanden (22,0%).
Bei 20 Probanden (20,0%) setzte sich das Phoninventar aus den Lauten [l, n] zusammen.
Ein Anteil von 9 Probanden (9,0%) umfaßte in seinem Phoninventar ausschließlich den Laut [n].
4 Probanden (4,0%) wiesen ein Phoninventar von [d, l, n] auf.
Das Inventar von 3 Probanden (3,0%) enthielt die Laute [ð, l, n].
Bei 2 Probanden (2,0%) bestand das Phoninventar aus [θ, l, n].
Jeweils 1 Proband (1,0%) zeigte ein Inventar von [t, l, n] und [, l, n].

An der 3.Artikulationszone erschien beim größten Anteil von 49 Probanden (49,0%) keine Laute der 3.AZ.
Bei 28 Probanden (28,0%) bestand das Phoninventar ausschließlich aus dem Laut [j].
6 Probanden (6,0%) verfügten über ein Inventar von [j, ].
Bei 5 Probanden (5,0%) enthielt das phonetische Inventar die Laute [, j].
Das Inventar von 3 Probanden (3,0%) bestand aus dem Laut [].
Bei jeweils 2 Probanden (2,0%) erschienen die Laute [g, j] und [, ].
Jeweils 1 Proband (1,0%) verfügte über ein Inventar von [k, j, ], [ʝ, j], [ʝ, , j], [ç, , j] und [, , j].

An der 4.Artikulationszone bestand das Phoninventar am häufigsten, bei 14 Probanden (14,0%), aus dem einzigen Laut [h].
Das phonetische Inventar von 11 Probanden (11,0%) verfügte über die Laute [, , , h].
Bei jeweils 10 Probanden (10,0%) enthielt das phonetische Inventar die Laute [[, , , , h] und [, h] oder keinerlei Laute der 4.Artikulationszone.
Das Phoninventar von 7 Probanden (7,0%) setzte sich aus den Lauten [, h] zusammen.
Bei einem Probandenanteil von 6 Kindern (6,0%) bestand das Phoninventar aus [, , h], bei 5 Kindern (5,0%) aus [, , h] und bei 4 Probanden (4,0%) aus [].
Das Phoninventar von 3 Kindern (3,0%) verfügte über die Laute [] und [, , , h].
Auf jeweils 2 Probanden (2,0%) entfielen die Phoninventare [, , , h], [, ] und [].
Jeweils 1 Proband (1,0%) zeigte in seinem Phoninventare die Laute [, h], [, h, Δ], [, ], [, , ], [, , ], [, , h], [, , Δ], [, , ], [, , h], [, ] und [, Δ].

Tab. 42: Phoninventare der Probanden in der 2.LP.


[Seite 166↓]


[Seite 167↓]

Die Überprüfung der Lautproduktionen auf charakteristische Tendenzen, wie sie in der Symptomatik der einzelnen Sprachtypen auftreten, ergab folgende Verteilung (Tab. 43; Abb. 33):

Der geringste Probandenanteil von 24 Kindern (24,0%) enthielt in seinem Phoninventar die Laute [h], [Δ] oder gar keine Laute der 4.Artikulationszone. Diese Kinder könnten gemäß der Risikogruppe 0 daher eher physiologische Spannungsverhältnisse bzw. möglicherweise Tendenzen der Symptomatik des unterspannten Sprachtyps aufweisen.

Die 30 Kinder (30,0%) des zweitgrößten Probandenanteils verfügten in ihrem Phoninventar über die stimmhaften und/oder stimmlosen Frikative [] bzw. [] und sind daher der Risikogruppe 1 zuzuordnen.

Das Phoninventar des Probandenanteils mit der größten Probandenanzahl von 46 Kindern (46,0%) zeigte in der Risikogruppe 2 die stimmhaften und/oder stimmlosen Plosive [] bzw. [] und damit die stärkste Gefährdung in der Tendenz der Lautbildung eine Symptomatik des überspannten Sprachtyps entsprechend zu entwickeln.

Tab. 43: Probandenanteile zu charakteristischen Tendenzen in der Lautbildung in der 2.LP.


[Seite 168↓]

Abb. 33: Darstellung der prozentualen Probandennateile zu charakteristischen Tendenzen in der Lautbildung in der 2.LP.

Das Auftreten von Obstruenten (Frikativen/Plosiven) an der 4.AZ ist in Tab. 44 dargestellt. Insgesamt wurden von 76 Probanden (76,0%) diese Obstruenten gebildet. Der größte Probandenanteil von 41 Kindern (41,0%) realisierte dabei sowohl Frikative als auch Plosive. Bei 30 Probanden (30,0%) erschienen im Phoninventar ausschließlich Frikative. Nur 5 Probanden (5,0%) produzierten ausschließlich Plosive ohne gleichzeitiges Auftreten von Frikativen.

Tab. 44: Probandenanteile zur Frikativ- und Plosivlautproduktion an der 4.AZ in der 2.LP.

LK

Probandenanzahl n

prozentualer Anteil (%)

Frikative

30

76

71

30

30,0%

76,0%

71,0%

30,0%

Frikative/Plosive

41

 

41,0%

 

Plosive

5

5

 

5,0

5,0

 

keine F. u/o P.

24

24,0%

      

keine Angaben

0

      

Insgesamt

100

100%

      


[Seite 169↓]

Die Verteilung der Probanden, welche Frikative bildeten, ist in Tab. 45 dargestellt. Insgesamt wurden von 71 Probanden (71,0%) Frikative produziert. Bei 31 Probanden (31,0%) erfolgte die Bildung beider sonorantischer Lautvariationen [, ]. Die stimmlose Form [] trat bei 22 Probanden (22,0%) auf. Der geringste Probandenanteil von 18 Kindern (18,0%) realisierte ausschließlich den stimmhaften Laut [].

Tab. 45: Probandenanteile zur Frikativlautproduktion an der 4.AZ in der 2.LP.

Die Betrachtung der produzierten stimmhaften bzw. stimmlosen Plosive an der 4.Artikulationszone hinsichtlich der Probandenzahlen ergab folgende Häufigkeitsverteilung (Tab. 46): Die Mehrheit der Kinder - nämlich etwas mehr als die Hälfte aller Probanden, 54 Kinder (54,0%) - produzierten weder stimmhafte noch stimmlose Plosive. Beim größten Probandenanteil von 25 Kindern (25,0%) erschien ausschließlich der stimmhafte Laut im Phoninventar. Beide sonorantischen Lautvarianten erschienen bei 14 Probanden (14,0%). Nur 7 Probanden (7,0%) bildeten ausschließlich den stimmlosen Laut.

Tab. 46: Probandenanteile zur Plosivlautproduktion an der 4.AZ in der 2.LP.


[Seite 170↓]

Tab. 47: Probandenliste zum Phoninventar in der 2.LP.


[Seite 171↓]

(Fortsetzung Tab.47: Probandenliste zum Phoninventar in der 2.LP.)


[Seite 172↓]

(Fortsetzung Tab 47: Probandenliste zum Phoninventar in der 2.LP.)


[Seite 173↓]

3.2.1.2.2.3  Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen

Die Analyse der realisierten Laute nach Lautklassen an den jeweiligen Artikulationszonen ergab folgende Häufigkeitsverteilung (Tab. 48; Abb. 34):

An der 1.Artikulationszone wurden vorrangig Laute der Lautklassen Nasale (99x) und Approxi­manten (41x), gemessen an der Gesamtlautzahl (569 Laute), registriert. Außerdem konnten mit weit geringerer Auftretenshäufigkeit Frikative (8x) und Plosive (2x) festgestellt werden. Vibranten wurden nicht realisiert.
An der 2.Artikulationszone traten am häufigsten Laute der Lautklassen Laterale (69x) und Nasale (40x) auf. Des weiteren erschienen Frikative (6x) und Plosive (5x).
An der 3.Artikulationszone wurden überwiegend Approximanten (46x), Laterale (10x) und Nasale (12x) realisiert. Frikative (4x) und Plosive (3x) wurden mit geringerer Auftretenshäufigkeit beobachtet. Die Bildung von Vibranten konnte nicht festgestellt werden.
An der 4.Artikulationszone erfolgte am häufigsten die Bildung von Frikativen (102x). Außerdem traten Hauchlaute (72x) und auch Plosive (60x) auf. Am seltensten erschienen Nasale (3x).

Tab. 48: Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen insgesamt an allen AZ in der 2.LP.

Lautklasse

Artikulationszonen

Insgesamt

%

1.AZ

2.AZ

3.AZ

4.AZ

Plosive

2

5

3

60

70

12,0%

Frikative

8

6

4

102

120

20,6%

Hauchlaute

72

72

12,4%

Vibranten

0

0

0

Laterale

69

10

79

13,6%

Approx.

41

46

87

14,9%

Nasale

99

40

12

3

154

26,5%

Insgesamt

150

120

75

237

582

100%

Insgesamt wurden 582 Laute (100%) registriert (Tab. 48; Abb. 36).

Der größte Anteil wurde von den Nasalen , die 154x auftraten, dargestellt. Sie machten einen prozentualen Anteil von 26,5% an der Gesamtproduktion aller Laute (100%) aus.
Es folgten Laute der Lautklasse Frikative , die 120x (20,6%) registriert wurden.
Approximanten wurden 87x (14,9%) realisiert.
Die Lautklasse der Laterale wurde 79x (13,6%) beobachtet.
Hauchlaute traten 72x (12,4%) auf.
Mit der geringsten Auftretenshäufigkeit wurden die Laute der Lautklasse Plosive mit 70x (12,0%) beobachtet.
Vibranten wurden nicht realisiert.


[Seite 174↓]

Es ergab sich somit folgende Reihenfolge in der Auftretenshäufigkeit von Lauten verschiedener Lautklassen:

Nasale > Frikative > Approximanten > Laterale > Hauchlaute > Plosive.

Die Lautanteile der Lautklassen stehen in einem Verhältnis (Abb. 34) zueinander von:

2,2

:

1,7

:

1,2

:

1,1

:

1,02

:

1

Abb. 34: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen insgesamt an allen Artikulationszonen in der 2.LP.

Es wurden 262 Obstruenten (45,1%) und 320 Sonoranten (54,9%) registriert. Die Anteile stehen in einem Verhältnis von 1 : 1,2 zueinander (Abb. 36).

Die Betrachtung der Laute nach Lautklassen gemäß ihrer sonorantischen Eigenschaften insgesamt , d.h. an sämtlichen Artikulationszonen, ergab folgende Verteilung (Abb. 35, 36):
Insgesamt wurden 582 Laute registriert. Davon trugen 426 Laute, das sind fast 3/4 (73,2%) der Gesamtanzahl, stimmhaften Charakter .
Das sonorantische Merkmal Stimmlosigkeit zeigten dagegen 156 Laute. Diese stellen ca. 1/4 (26,8%) aller produzierten Laute dar.
Die Anteile der Laute mit den Eigenschaften der Stimmhaftig- bzw. –losigkeit stehen in einem Verhältnis von 2,7 : 1 zueinander. Das heißt, daß stimmhafte Laute insgesamt gesehen fast 3x so häufig wie stimmlose Laute auftraten.


[Seite 175↓]

Abb. 35: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zurAuftretenshäufigkeit von Lauten gemäß ihrer sonorantischen Eigenschaften in der 2.LP.

Die Berücksichtigung sonorantischer Eigenschaften der Laute innerhalb der Lautklassen ergab folgende Auftretenshäufigkeiten von Lauten nach Lautklassen an den jeweiligen Artikulationszonen (Abb. 36):

An der 1.Artikulationszone traten am häufigsten Nasale (99x) und Approximanten (41x) auf, die grundsätzlich stimmhaften Charakter tragen.
Laute der Lautklassen Plosive (1x bzw.1x) und Frikative (4x bzw. 4x) erschienen in gleichen stimmhaften und stimmlosen Anteilen.
An der 2.Artikulationszone erschienen in der Häufigkeitsreihenfolge an erster Stelle die Laterale (69x) und Nasale (40x). Diese besitzen stets das sonorantische Merkmal der Stimmhaftigkeit. Eine stimmlose Variante gibt es in der deutschen Sprache nicht.
In den Lautklassen der Plosive, die insgesamt sehr selten erschienen, traten mehr stimmhafte (4x) als stimmlose (1x) Laute auf. Ebenso verhielt es sich bei den Frikativen: hier wurden, bei insgesamt sehr geringer Auftretenshäufigkeit etwas mehr stimmhafte (4x) als stimmlose (2x) Laute gefunden.
An der 3.Artikulationszone wurden überwiegend Approximanten (46x), Nasale (12x) und Laterale (10x) realisiert. Die Laute dieser Lautklassen sind stets stimmhafter Natur. Bei den insgesamt mit der geringsten Auftretenshäufigkeit erfaßten Lauten der Plosive und Frikative traten jeweils mehr stimmhafte (2x bzw. 3x) als stimmlose (1x bzw. 1x) Laute auf.
Bei den Lauten der Lautklasse Plosive an der 4.Artikulationszone zeigte die stimmhafte Variante (39x) eine fast doppelt so hohe Auftretensrate wie die stimmlose (21x).
In der Lautklasse der Frikative überwog mit einer etwas gering höheren Probandenbeteiligung die Produktion von stimmlosen Lauten (53x) gegenüber stimmhaften (49x).
Hauchlaute, die dagegen nur in stimmloser Variante auftreten, wurden sehr häufig (72x) registriert. Nasale, stets stimmhaften Charakters, erschienen mit der geringsten Auftretenshäufigkeit (3x).


[Seite 176↓]

Abb. 36: Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen insgesamt und an den jeweiligen Artikulationszonen in der 2.LP in Abhängigkeit von der erfaßten Gesamtlautzahl.


[Seite 177↓]

3.2.1.3  Phase des Sprechbeginns

3.2.1.3.1 Temporaler Verlauf

Insgesamt konnten von allen 100 Probanden auswertbare Daten erfaßt werden. Auf die Kategorie „keine Angaben“ entfallen daher 0 (keine) Probanden.

Der Zeitpunkt des Beginns der linguistischen Phase lag in der Häufigkeitsreihenfolge der Probandenzahlen für 23 Probanden (23,0%) im Alter von 1;0 Jahre (12 Monate), für 18 Probanden (18,0%) im Alter von 0;10 Jahre (10 Monate), für 14Probanden (14,0%) im Alter von 0;11 Jahre (11 Monate), für 14 Probanden (14,0%) im Alter von 1;2 Jahr (14 Monate), für 8 Probanden (8,0%) im Alter von 1;1 Jahre (13 Monate), für 8 Probanden (8,0%) im Alter von 1;3 Jahre (15 Monate), für 4 Probanden (4,0%) im Alter von 0;9 Jahre (9 Monate), für 4 Probanden (4,0%) im Alter von 1;5 Jahre (17 Monate) und für 3 Probanden (3,0%) im Alter von 1;4 Jahre (16 Monate).
Für 4 Probanden konnte bis zu einem Alter von 1;6 Jahre (18 Monate) kein intentional gebrauchtes Wort festgestellt werden. Diese wurden in der Kategorie „ Alter: > 1;6 Jahre (>18 Monate)“ erfaßt (Tab. 49, 50; Abb. 37).

Tab. 49: Probandenanteile zum Zeitpunkt des Beginns der Phase des SB.

Alter

Probandenanzahl (n)

Prozent. Anteil (%)

0;9 Jahre ( 9 Monate)

4

4%

0;10 Jahre (10 Monate)

18

18%

0;11 Jahre (11 Monate)

14

14%

1;0 Jahre (12 Monate)

23

23%

1;1 Jahre (13 Monate)

8

8%

1;2 Jahre (14 Monate)

14

14%

1;3 Jahre (15 Monate)

8

8%

1;4 Jahre (16 Monate)

3

3%

1;5 Jahre (17 Monate)

4

4%

>1;6 Jahre (>18 Monate)

4

4%

keine Angaben

0

Insgesamt

100

100%


[Seite 178↓]

Abb. 37: Darstellung der Probandenanteile zum Zeitpunkt des Beginns der Phase des SB.

Der als normgerecht definierte Zeitpunkt des Beginns der linguistischen Phase wurde für den Zeitraum von 0;10-1;2 Jahre (10-14 Monate) festgelegt.
In diesem Zeitraum begannen 77 Probanden (77,0%) erstmals mit dem Gebrauch von Wörtern. Bei 23 Probanden (23,0%) erfolgten die ersten Wortäußerungen zu einem Zeitpunkt, der außerhalb dieses Intervalls lag. Die Anteile stehen in einem Verhältnis von 1:3,3 zueinander (Abb. 38).
4 Probanden (4,0%) verwendeten erstmals Wörter in einem Alter von 0;9 Jahre (9 Monate), also zu einem früheren Zeitpunkt. 19 Probanden (19,0%) begannen in einem Alter ab 1;3 Jahre (15 Monate) mit den Wortproduktionen, also zu einem späteren Zeitpunkt.

Abb. 38: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zum Zeitpunkt des Beginns der Phase des SB (Normbereich).


[Seite 179↓]

Tab. 50: Probandenliste zum temporalen Verlauf in der Phase des SB.

n

Sprechbeginn

n

Sprechbeginn

n

Sprechbeginn

n

Sprechbeginn

1

1;0 Jahre

26

0;10 Jahre

51

1;0 Jahre

76

0;10 Jahre

2

1;2 Jahre

27

1;2 Jahre

52

1;0 Jahre

77

0;11 Jahre

3

1;0 Jahre

28

1;0 Jahre

53

0;10 Jahre

78

1;1 Jahre

4

1;5 Jahre

29

0;11 Jahre

54

1;0 Jahre

79

0;11 Jahre

5

1;0 Jahre

30

0;11 Jahre

55

0;10 Jahre

80

1;3 Jahre

6

0;10 Jahre

31

0;9 Jahre

56

0;11 Jahre

81

1;2 Jahre

7

0;11 Jahre

32

1;0 Jahre

57

0;10 Jahre

82

>1;6 Jahre

8

1;3 Jahre

33

1;1 Jahre

58

1;1 Jahre

83

1;0 Jahre

9

1;0 Jahre

34

0;11 Jahre

59

0;10 Jahre

84

1;0 Jahre

10

1;0 Jahre

35

1;0 Jahre

60

0;10 Jahre

85

1;0 Jahre

11

1;3 Jahre

36

1;0 Jahre

61

1;2 Jahre

86

1;2 Jahre

12

1;1 Jahre

37

0;10 Jahre

62

>1;6 Jahre

87

1;2 Jahre

13

0;10 Jahre

38

1;0 Jahre

63

1;2 Jahre

88

0;9 Jahre

14

0;10 Jahre

39

0;9 Jahre

64

0;11 Jahre

89

0;11 Jahre

15

1;1 Jahre

40

1;3 Jahre

65

1;5 Jahre

90

1;2 Jahre

16

1;2 Jahre

41

0;10 Jahre

66

0;11 Jahre

91

0;11 Jahre

17

>1;6 Jahre

42

1;3 Jahre

67

1;3 Jahre

92

1;4 Jahre

18

0;11 Jahre

43

1;2 Jahre

68

1;1 Jahre

93

1;3 Jahre

19

1;0 Jahre

44

1;2 Jahre

69

0;10 Jahre

94

1;5 Jahre

20

1;0 Jahre

45

1;1 Jahre

70

0;10 Jahre

95

1;0 Jahre

21

0;10 Jahre

46

0;10 Jahre

71

1;2 Jahre

96

1;0 Jahre

22

>1;6 Jahre

47

1;2 Jahre

72

0;9 Jahre

97

1;0 Jahre

23

0;10 Jahre

48

1;4 Jahre

73

0;11 Jahre

98

0;11 Jahre

24

1;0 Jahre

49

1;2 Jahre

74

1;0 Jahre

99

0;10 Jahre

25

1;5 Jahre

50

1;4 Jahre

75

1;3 Jahre

100

1;1 Jahre


[Seite 180↓]

3.2.1.3.2  Struktureller Verlauf

3.2.1.3.2.1 Lexikalisch-semantische Sprachebene

3.2.1.3.2.1.1 Aktiver Wortschatz

Insgesamt wurden von 96Probanden (96,0%) bis zu einem Alter von 1;6 Jahre (18 Monate) Wörter produziert. Bei 4Probanden (4,0%) trat das erste aktive Wort erst zu einem Zeitpunkt ab einem Alter von 1;6 Jahre (18 Monate) auf, d.h. die Anzahl der Wörter betrug bis zu einem Alter von 1;6 Jahre (18 Monate) 0 (keine) Wörter.

Nach der Einteilung der Wörteranzahl in die Skalen

I

0 Wörter

II

1 – 10 Wörter

III

11 – 20 Wörter

IV

21 – 30 Wörter

V

31 – 40 Wörter

VI

41 – 50 Wörter

VII

mehr als 50 Wörter

entfiel die höchste Probandenanzahl auf die Skala II , d.h. der größte Anteil von 70 Probanden (70,0%) verfügte bis zu einem Alter von 1;6 Jahre (18 Monate) über einen aktiven Wortschatz von mindestens 1 Wort bis maximal 10 Wörtern. Der nächst größte Probandenanteil lag in der Skala III ; hier enthielt der Wortschatz von 19 Probanden (19,0%) mindestens 11 bis maximal 20 Wörter. Es folgte die Skala IV , in der 5 Probanden (5,0%) mindestens 21 bis maximal 30 Wörter produzierten. Der kleinste Probandenanteil entfiel auf die Skala V ; hier verfügten 2 Probanden (2,0%) über einen aktiven Wortschatz von mindestens 31 bis maximal 40 Wörter. Mehr als 40 Wörter umfaßte der Umfang des aktiven Wortschatzes bei 0 (keinem) Probanden (Abb. 39; Tab. 51).

Insgesamt reichte der Umfang des aktiven Wortschatzes der 100 Probanden von 0 (keinem) Wort bis maximal 34 Wörtern (Abb. 40; Tab. 52).

Abb. 39: Darstellung prozentualer Probandenanteile zum Umfang des aktiven Wortschatzes nach den Einteilungsskalen in der Phase des SB.


[Seite 181↓]

Tab. 51: Umfang des aktiven Wortschatzes nach Einteilungsskalen in der Phase des SB.

Einteilungs-
skalen

Anzahl
der Wörter

Anzahl
der Probanden

Prozentuale
Anteile

I

0

4

4

4%

II

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

1

4

4

14

11

8

5

11

6

6

70

70%

III

11

12

13

14

15

16

17

18

19

20

6

4

2

2

1

2

1

1

19

19%

IV

21

22

23

24

25

26

27

28

29

30

1

2

2

5

5%

V

31

32

33

34

35

36

37

38

39

40

1

1

2

2%

Insgesamt

100

100%

  


[Seite 182↓]

Abb. 40: Darstellung der Probandenzahlen und der Wörteranzahl (aktiver Wortschatz).


[Seite 183↓]

Tab. 52: Probandenliste zum Umfang des aktiven Wortschatzes in der Phase des SB.

n

Akt.Wortschatz

n

Akt.Wortschatz

n

Akt.Wortschatz

n

Akt.Wortschatz

1

6 Wörter

26

10 Wörter

51

8 Wörter

76

8 Wörter

2

9 Wörter

27

8 Wörter

52

8 Wörter

77

23 Wörter

3

2 Wörter

28

17 Wörter

53

11 Wörter

78

5 Wörter

4

5 Wörter

29

20 Wörter

54

5 Wörter

79

11 Wörter

5

4 Wörter

30

14 Wörter

55

6 Wörter

80

3 Wörter

6

10 Wörter

31

16 Wörter

56

9 Wörter

81

8 Wörter

7

9 Wörter

32

5 Wörter

57

11 Wörter

82

8

7 Wörter

33

8 Wörter

58

10 Wörter

83

14 Wörter

9

15 Wörter

34

12 Wörter

59

7 Wörter

84

9 Wörter

10

11 Wörter

35

4 Wörter

60

2 Wörter

85

23 Wörter

11

4 Wörter

36

6 Wörter

61

4 Wörter

86

3 Wörter

12

9 Wörter

37

34 Wörter

62

87

5 Wörter

13

31 Wörter

38

4 Wörter

63

4 Wörter

88

4 Wörter

14

4 Wörter

39

8 Wörter

64

9 Wörter

89

4 Wörter

15

6 Wörter

40

5 Wörter

65

12 Wörter

90

8 Wörter

16

2 Wörter

41

21 Wörter

66

15 Wörter

91

4 Wörter

17

42

6 Wörter

67

5 Wörter

92

6 Wörter

18

11 Wörter

43

8 Wörter

68

7 Wörter

93

7 Wörter

19

10 Wörter

44

4 Wörter

69

6 Wörter

94

1 Wort

20

5 Wörter

45

8 Wörter

70

11 Wörter

95

4 Wörter

21

22 Wörter

46

3 Wörter

71

8 Wörter

96

10 Wörter

22

47

2 Wörter

72

10 Wörter

97

6 Wörter

23

5 Wörter

48

4 Wörter

73

22 Wörter

98

19 Wörter

24

12 Wörter

49

5 Wörter

74

7 Wörter

99

5 Wörter

25

3 Wörter

50

4 Wörter

75

12 Wörter

100

17 Wörter


[Seite 184↓]

3.2.1.3.2.1.2  Wortstruktur

Der größte Anteil der insgesamt 854 erfaßten Wörter (Tab. 53; Abb. 41) bestand aus zweisilbigen Wörtern. Von den 577 zweisilbigen Wörtern (67,6%) lag die Betonung bei 551 Wörtern (64,5%) auf der initialen Silbe und bei 10 Wörtern (1,2%) auf der finalen Silbe. Bei 16 Wörtern (1,9%) konnte keine bevorzugt betonte Silbe festgestellt werden.
Der zweitgrößte Anteil von 31,1% entfiel auf die einsilbigen Wörter.
Die insgesamt 11 dreisilbigen Wörter (1,3%) stellten den geringsten Anteil an der Gesamtwörteran­zahl dar. Bei 6 von diesen Wörtern (0,7%) war die initiale Silbe (SSS) und bei 5 Wörtern (0,6%) die mediale Silbe (SSS) die betonte Silbe. Es wurden keine dreisilbigen Wörter mit einer betonten finalen Silbe erfaßt.

Tab. 53: Tabelle zu Probandenanteilen gemäß verwendeter Wortstrukturen (Gesamtwörter-zahl) in der Phase des SB.

Silben

Wörteranzahl

prozentualer Anteil

S

S

266

266

31,1%

31,1%

SS

SS

551

577

64,5%

67,6%

SS

10

1,2%

SS

16

1,9%

SSS

SSS

6

11

0,7%

1,3%

SSS

5

0,6%

SSS

0

Insgesamt

854

100%

   

Abb. 41: Darstellung der prozentualen Probandenanteile gemäß verwendeter Wortstrukturen (Gesamtwörterzahl) in der Phase des SB.


[Seite 185↓]

3.2.1.3.2.1.3  Silbenstruktur

Der größte Anteil von 311 Wörtern (36,4%) wies in der Silbenzusammensetzung die Segmentstruktur Konsonant-Vokal-Konsonant-Vokal ( KVKV ) auf. Zusammen mit dem aufgetretenen Anteil der Silbenstruktur Konsonant-Vokal ( KV ) von 15,6% ergab sich ein Anteil von insgesamt 52,0% dieser (einfachen bzw. silbenverdoppelten) Form.
Bei 203 Wörtern (23,8%) zeigte sich die Silbenzusammensetzung Vokal-Konsonant-Vokal ( VKV ).
71 Wörter (8,3%) enthielten die Segmente Konsonant-Vokal-Konsonant ( KVK ).
Die übrigen 136 Wörter (15,9%) wiesen sonstige Silbenstrukturen auf. Von diesen ragte zahlen- und anteilmäßig keine Form mehr heraus (Tab. 54; Abb. 42).

Tab. 54: Tabelle zu Probandenanteilen gemäß Silbenstruktur in der Phase des SB.

vokalische/konsonan­
tische Segmente

Wörter­
anzahl

prozentualer
Anteil

KVKV

KV

VKV

KVK

311

133

444

718

36,4%

15,6%

52,0%

84,1%

203

71

274

23,8%

8,3%

32,1%

VV

VK

V

KVKVK

VKVK

VKVKV

KVKVKV

KVKKV

VKKV

36

32

31

13

8

7

4

3

2

136

4,2%

3,7%

3,6%

1,5%

0,9%

0,8%

0,5%

0,4%

0,3%

15,9%

  

Insgesamt

854

100%

    

Abb. 42: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Silbenstruktur in der Phase des SB.


[Seite 186↓]

3.2.1.3.2.2  Phonetische Ebene

3.2.1.3.2.2.1 Verwendung von Artikulationszonen

Die Betrachtung der einzelnen Artikulationszonen (AZ), die von den Probanden bei der Lautbildung verwendet wurden, ergab folgende Häufigkeitsverteilung:

Die 1.Artikulationszone wurde mit einem Probandenanteil von 95 Kindern (98,9%) am häufigsten gebraucht. Mit nur gering weniger Probandenbeteiligung folgte die 4.Artikulationszone , die von 85 Kindern (88,5%) frequentiert wurde. Von 69 Probanden (71,9%) erfolgte die Lautbildung an der 2.Artikulationszone . Der geringste Probandenanteil von 40 Kindern (41,7%) entfiel auf die Verwendung der 3.Artikulationszone . Von 4 Kindern lagen keine Angaben (keine Wörter bis 1;6 Jahre) vor (Tab. 55, 57; Abb. 43).

Tab. 55: Probandenanteile zur Verwendung der einzelnen AZ in der Phase des SB.

AZ

Probandenanzahl n

Prozentualer Anteil

1.AZ

95 Probanden (v.H.)

98,9% (v.H.)

2.AZ

69 Probanden (v.H.)

71,9% (v.H.)

3.AZ

40 Probanden (v.H.)

41,7% (v.H.)

4.AZ

85 Probanden (v.H.)

88,5% (v.H.)

keine Angaben

4 Probanden (v.H.)

Abb. 43: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Verwendung der einzelnen Artikulationszonen (AZ) in der Phase des SB.


[Seite 187↓]

Insgesamt wurden von den 100 bzw. 96 Probanden folgende Artikulationszonen bei der Lautbildung verwendet:

Der größte Probandenanteil von 32 Kindern (33,3%) nutzte für seine Lautbildung die 1./2./3. und 4.Artikulationszone . Der nächstgrößte Anteil von 31 Kindern (32,3%) gebrauchte die 1./2. und 4.Artikulationszone . Bei 16 Kindern (16,7%) erfolgte die Lautbildung an der 1. und 4.Artikula­tionszone . Jeweils 5 Kinder (5,2%) produzierten Laute ausschließlich an der 1.Artikulationszone sowie an der 1./3. und 4.Artikulationszone . 4 Kinder (4,2%) realisierten ihre Lautbildungen an der 1. und 2.Artikulationszone . Die 1./2. und 3.Artikulationszone wurde von 2 Probanden (2,1%) und die 3. und 4.Artikulationszone von 1 Probanden (1,0%) verwendet (Tab. 56; Abb. 44).

Tab. 56: Probandenanteile zur Verwendung von AZ insgesamt in der Phase des SB.

AZ

Probandenanzahl n

Prozentualer Anteil

1.

1./2.

1./2./3.

1./2./3./4.

1./2./ 4.

1./ 3./4.

1./ 4.

1./ 3.

5 Probanden

4 Probanden

2 Probanden

32 Probanden

31 Probanden

5 Probanden

16 Probanden

5,2%

4,2%

2,1%

33,3%

32,3%

5,2%

16,7%

2.

2./3.

2./3./4.

2./ 4.

3.

3./4.

1 Proband

1.0%

4.

keine Angaben

4 Probanden

Insgesamt

100 Probanden

100%

Abb. 44: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Verwendung von AZ insgesamt in der Phase des SB.


[Seite 188↓]

Tab. 57: Probandenliste zur Verwendung von AZ in der Phase des SB.

n

AZ

n

AZ

n

AZ

n

AZ

1

1./2./4.

26

1./2./4.

51

1./2./4.

76

1./2./3./4.

2

1./2./4.

27

1./2./3./4.

52

1./2./3./4.

77

1./2./3./4.

3

1.

28

1./2./3./4.

53

1./2./3./4.

78

1./2./4.

4

1./2./3.

29

1./2./3./4.

54

1./3./4.

79

1./2./4.

5

1./2./4.

30

1./2./3./4.

55

1./2.

80

1./2.

6

1./2./3./4.

31

1./2./3./4.

56

1./2./3./4.

81

1./3./4.

7

1./2./4.

32

1./2.

57

1./4.

82

8

1./4.

33

1./2./4.

58

1./2./3./4.

83

1./2./3./4.

9

1./2./3./4.

34

1./2./4.

59

1./2./4.

84

1./2./4.

10

1./2./3./4.

35

1./4.

60

1.

85

1./2./3./4.

11

1./2./3.

36

1./2./4.

61

1./4.

86

1./4.

12

1./2./4.

37

1./2./3./4.

62

87

1./2./3./4.

13

1./2./4.

38

1./4.

63

1.

88

1./2./4.

14

1./3./4.

39

1./2./3./4.

64

1./2./3./4.

89

1./4.

15

1./2./4.

40

1./4.

65

1./2./3./4.

90

1./2./3./4.

16

1.

41

1./2./3./4.

66

1./2./4.

91

1./2./4.

17

42

1./2./4.

67

1./2./4.

92

1./3./4.

18

1./2./4.

43

1./2./4.

68

1./2./4.

93

1./2./3./4.

19

1./2./3./4.

44

1./2.

69

1./2./4.

94

3./4.

20

1./4.

45

1./2./4.

70

1./2./3./4.

95

1./3./4.

21

1./2./3./4.

46

1.

71

1./2./4.

96

1./4.

22

47

1./4.

72

1./2./3./4.

97

1./2./4.

23

1./2./3./4.

48

1./4.

73

1./2./3./4.

98

1./2./4.

24

1./2./4.

49

1./4.

74

1./2./3./4.

99

1./4.

25

1./4.

50

1./4.

75

1./2./4.

100

1./2./3./4.


[Seite 189↓]

3.2.1.3.2.2.2  Phoninventar

DieBetrachtung der aufgetretenen Laute an den einzelnen Artikulationszonen ergab folgende Häufigkeitsverteilung (Abb. 45; Tab. 58, 64):

An der 1.Artikulationszone wurden am häufigsten die Laute [m] von 94 Probanden (97,9%) und [υ] von 39 Probanden (40,6%) produziert. Außerdem traten die Laute [v] bei 2 Probanden (2,1%) und [f] bei 1 Probanden (1,0%) auf.

An der 2.Artikulationszone erschienen am häufigsten die Laute [l] bei 55 Probanden (57,3%) und [n] bei 42 Probanden (43,7%). In weit geringerer Auftretenshäufigkeit erfolgte die Bildung von [d] bei 2 Probanden (2,1%).

An der 3.Artikulationszone traten am häufigsten die Laute [j] bei 31 Probanden (32,3%), [] bei 14 Probanden (14,6%) und [] bei 9 Probanden (9,4%) auf. Des weiteren wurden die Laute [ʝ] bei 4 Probanden (4,2%) und [k] bei 1 Probanden (1,0%) beobachtet.

An der 4.Artikulationszone wurde am häufigsten das [h] von 73 Kindern (76,0%) gebildet.

Mit ca. 1/3 Probandenbeteiligung wurden jeweils das [] bei 32 Kindern (33,3%), das [] bei 31 Kindern (32,3%) und das [] bei 29 Kindern (30,2%) erfaßt. Das [] realisierten 10 Probanden (10,4%) und das [Δ] 4 Probanden (4,2%).

Abb. 45: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten an den AZ in der Phase des SB.


[Seite 190↓]

Tab. 58: Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten an den AZ in der Phase des SB.


[Seite 191↓]

Betrachtet man alle Laute der 4 Artikulationszonen, so ergab sich im Auftreten folgende Häufigkeitsreihenfolge : [m], [h], [l], [n], [υ], [], [j], [], [], [], [], [], [ʝ], [Δ], [v], [d], [f], [k].

Das phonetische Inventar der Probanden umfaßte an den jeweiligen Artikulationszonen folgende Laute (Tab. 59):

An der 1.Artikulationszone bestand das Phoninventar mit einem Probandenanteil von 56 Kindern (58,4%) am häufigsten aus dem Laut [m].
Das Inventar der zweitgrößten Probandengruppe von 35 Kindern (36,5%) umfaßte die Laute [υ, m].
Bei 2 Probanden (2,1%) enthielt das Inventar die Laute [v, υ, m] und bei jeweils 1 Probanden (1,0%) die Laute [f, υ, m] und [υ].
Keine Laute der 1.Artikulationszone zeigte ebenfalls nur 1 Proband (1,0 %) in seinem Inventar.

Die größten Probandenanteile von jeweils 27 Kindern (28,1%) verfügten an der 2.Artikulationszone in ihrem Phoninventar über gar keine Laute dieser AZ bzw. ausschließlich über den Laut [l].
Das Inventar von 26 Kindern (27,1%) enthielt die Laute [l, n].
Bei 14 Kindern (14,6%) bestand das Inventar ausschließlich aus dem Laut [n].
Nur 2 Probanden (2,1%) verfügten über die Laute [d, l, n].

Die Laute der 3.Artikulationszone gehörten beim größten Probandenanteil von 56 Kindern (58,4%) nicht dem Phoninventar an.
Bei einem Anteil von 20 Probanden (20,9%) bestand das Inventar an dieser Artikulationszone ausschließlich aus dem Laut [j].
5 Probanden (5,2%) verfügten über die Laute [, ].
Bei 4 Probanden (4,2%) enthielt das Phoninventar die Laute [j, ], bei jeweils 3 Probanden (3,1%) die Laute [] und [, j].
Das Inventar von 2 Probanden (2,1%) bestand aus [ʝ, j].
Jeweils 1 Proband (1,0%) enthielt in seinem Inventar die Laute [k, ], [ʝ, , j] sowie [ʝ, j, ].

An der 4.Artikulationszone traten folgende Phoninventare auf: Das Inventar des größten Probandenanteils von 25 Kindern (26,1%) enthielt ausschließlich das [h].
11 Kinder (11,5 %) verfügten über keine Laute der 4.Artikulationszone.
Bei 10 Kindern (10,5%) bestand das Phoninventar aus [, h].
Jeweils 6 Kinder (6,3%) gebrauchten in ihrem Inventar die Laute [, , h] sowie [, h].
Das Inventar [, h] zeigte sich bei 5 Kindern (5,2%).
Bei einem Probandenanteil von jeweils 4 Kindern (4,2%) trat ein Phoninventar von [, , , h] sowie [, , , h] auf.
Bei jeweils einem Probandenanteil von 3 Kindern erschienen die phonetischen Inventare [, , h], [, ] und [].
Jeweils 2 Kinder (2,1%) verfügten über ein Inventar von [, ], [, , h], [, , h] und [h, Δ].
Bei jeweils einem Anteil von 1 Probanden (1,0%) bestand das phonetische Inventar aus [], [, , , , h], [, , , h], [, Δ], [, ], [, , , h], [, , , h, Δ] und [].


[Seite 192↓]

Tab. 59: Phoninventare der Probanden in der Phase des SB.


[Seite 193↓]

Bei der Überprüfung des Gebrauchs von Lauten im phonetischen Inventar der Probanden hinsichtlich charakteristischer Tendenzen in der Symptomatik der jeweiligen Sprachtypen ergab sich folgende Verteilung (Tab. 60; Abb. 46):

Das Inventar des kleinsten Probandenanteils von 13 Kindern (13,5%) zeigte vorrangig die stimmhaf­ten und stimmlosen Frikative [] und [] ( Risikogruppe 1 ).

Der zweitgrößte Probandenanteil von 38 Kindern (39,6%) in der Risikogruppe 0 verfügte in seinem phonetischen Inventar hauptsächlich über die Laute [h], [Δ] oder keine Laute der 4.Artikulationszone.

Die 45 Kinder (46,9%) des größten Probandenanteils in Risikogruppe 2 enthielten am häufigsten die Laute [] und [] in ihrem phonetischen Inventar.

Tab. 60: Probandenanteile zu charakteristischen Tendenzen in der Lautbildung in der Phase des SB.


[Seite 194↓]

Abb. 46: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zu charakteristischen Tendenzen in der Lautbildung in der Phase des SB.

Das Auftreten von Obstruenten (Frikative/Plosive) an der 4.AZ wird in Tab. 61 dargestellt. Fast 2/3 der Probanden (60,4%) produzierte Frikative und/oder Plosive. Der größte Probandenanteil von 25 Kindern (26,1%) bildete ausschließlich Plosive. Bei 20 Probanden (20,8%) erfolgte die gleichzeitige Frikativ- und Plosivlautbildung. Der geringste Probandenanteil von 13 Kindern (13,5%) realisierte ausschließlich Frikative.

Tab. 61: Probandenanteile zur Frikativ- und Plosivlautproduktion an der 4.AZ in der Phase des SB.

LK

Probandenanzahl n

prozentualer Anteil (%)

Frikative

13

58

33

13

13,5%

60,4%

34,4%

13,5%

Frikative/Plosive

20

 

20,8%

 

Plosive

25

25

 

26,1

26,1%

 

keine F. u/o P.

38

39,6%

      

keine Angaben

4

      

Insgesamt

100

100%

      


[Seite 195↓]

Die Anzahl der Probanden, welche Frikative bildete, wird in Tab. 62 dargestellt. Insgesamt erschienen bei der überwiegenden Anzahl von 63 Probanden (65,6%) keine Frikative im Phoninventar. Der größte Probandenanteil von 23 Kindern (24,0%) produzierte ausschließlich die stimmlose Form []. Bei 9 Probanden (9,4%) erschienen beide sonorantischen Varianten. Aber nur 1 Proband (1,0%) bildete ausschließlich den stimmhaften Lauttyp [].

Tab. 62: Probandenanteile zur Frikativlautproduktion an der 4.AZ in der Phase des SB.

Bei der Betrachtung der verwendeten Plosive an der 4.AZ ergab sich folgende Verteilung hinsichtlich der Probandenzahlen (Abb. 73c): Insgesamt wurden von der Mehrheit der Probanden (53,1%) keine Plosive gebildet. Von den 45 Probanden (46,9%), welche Plosive produzierten, zeigten 16 Probanden (16,7%) die ausschließliche Produktion der stimmlosen Form. Bei 15 Probanden (15,6%) erschienen beide sonorantischen Varianten. Beim geringsten Probandenanteil erfolgte die ausschließliche Bildung der stimmhaften Form.

Tab. 63: Probandenanteile zur Plosivlautproduktion an der 4.AZ in der Phase des SB.


[Seite 196↓]

Tab. 64: Probandenliste zum Phoninventar in der Phase des SB.


[Seite 197↓]

(Fortsetzung Tab 64: Probandenliste zum Phoninventar in der Phase des SB.


[Seite 198↓]

(Fortsetzung Tab 64: Probandenliste zum Phoninventar in der Phase des SB.


[Seite 199↓]

3.2.1.3.2.2.3  Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen

Die Betrachtung der erfaßten Laute nach Lautklassen an den einzelnen Artikulationszonen ergab folgende Häufigkeitsverteilung (Tab. 65; Abb. 47):

An der 1.Artikulationszone erfolgte gemessen an der Gesamtlautzahl am häufigsten die Bildung von Nasalen (94x) und Approximanten (39x). Frikative (3x) traten äußerst selten auf. Plosive erschienen überhaupt nicht.
An der 2.Artikulationszone traten am häufigsten Laterale (55x) und Nasale (42x) auf. Plosive (2x) wurden mit Abstand in geringster Auftretenshäufigkeit registriert. Die Bildung von Frikativen und Vibranten wurde überhaupt nicht registriert.
An der 3.Artikulationszone erschienen am häufigsten Approximanten (31x), Nasale (14x) und Laterale (9x). Frikative (4x) und Plosive (1x) wurden mit der geringsten Auftretensfrequenz beobachtet. Die Bildung von Vibranten konnte überhaupt nicht festgestellt werden.
An der 4.Artikulationszone wurden am häufigsten Hauchlaute (73x) realisiert. Es folgten in der Häufigkeitsreihenfolge Plosive (60x) und Frikative (42x). Mit der geringsten Auftretenshäufigkeit erschienen die Nasale (4x).

Tab. 65: Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen insgesamt an allen AZ in der Phase des SB.

Lautklasse

Artikulationszonen

Insgesamt

%

1.AZ

2.AZ

3.AZ

4.AZ

Plosive

0

2

1

60

63

13,3%

Frikative

3

0

4

42

49

10,4%

Hauchlaute

73

73

15,4%

Vibranten

0

0

0

Laterale

55

9

64

13,5%

Approx.

39

31

70

14,8%

Nasale

94

42

14

4

154

32,6%

Insgesamt

136

99

59

179

473

100%

Insgesamt wurden 473 Laute (100%) erfaßt.

Den größten Anteil stellten davon die Nasale , die 154x (32,6%) produziert wurden, dar.
Hauchlaute , 73x erschienen, traten mit einem Anteil von 15,4% aller Laute am zweithäufigsten auf.
Es folgte in der Häufigkeitsreihenfolge mit einer Auftretensfrequenz von 70x (14,8%) die Lautklasse der Approximanten .
Laterale erschienen 64x (13,5%).
Die Lautklasse der Plosive wurde 63x (13,3%) vertreten.
Am seltensten wurden mit der geringsten Auftretenshäufigkeit von 49x (10,4%) Laute der Lautklasse Frikative registriert.
Vibranten wurden nicht realisiert.


[Seite 200↓]

Somit ergab sich folgende Reihenfolge in der Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen:

Nasale > Hauchlaute > Approximanten > Laterale > Plosive > Frikative.

Die Lautanteile der Lautklassen an der Gesamtlautzahl stehen in folgendem Verhältnis (Abb. 47) zueinander:

3,1

:

1,5

:

1,4:

:

1,3

:

1,2

:

1.

Abb. 47: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen insgesamt an allen Artikulationszonen in der Phase des SB.

Es wurden 185 Obstruenten (39,1%) und 288 Sonoranten (60,9%) realisiert. Die Anteile stehen in einem Verhältnis von 1 : 1,6 zueinander (Abb. 49).

Die Überprüfung der Laute nach Lautklassen hinsichtlich sonorantischer Kategorien insgesamt an allen 4.Artikulationszonen ergab folgende Verteilung (Abb. 48, 49):
Von den insgesamt 473 registrierten und ausgewerteten Lauten wurden 335 Laute (70,8%), das sind ca. 2/3 von der Gesamtanzahl, durch das Merkmal der Stimmhaftigkeit charakterisiert.
Die übrigen 138 Laute (29,2%), die ca. 1/3 aller Laute darstellten, waren durch die (sonorantische) Eigenschaft der Stimmlosigkeit gekennzeichnet.
Die Anteile der Laute mit den Spezifika der Stimmhaftig- bzw. –losigkeit stehen in einem Verhältnis von 2,4 : 1 zueinander. Das heißt, stimmhafte Laute traten insgesamt gesehen ca. 2x so häufig wie stimmlose auf.


[Seite 201↓]

Abb. 48: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zurAuftretenshäufigkeit von Lauten gemäß ihrer sonorantischen Eigenschaften in der Phase des SB.

An den einzelnen Artikulationszonen ergaben sich bei Berücksichtigung sonorantischer Eigenschaften folgende Auftretenshäufigkeiten von Lauten nach Lautklassen (Abb. 49):

An der 1.Artikulationszone erschien überwiegend die Bildung von Lauten der Lautklassen Nasale (94x) und Approximanten (39), die grundsätzlich stimmhaften Charakter tragen. Bei den Frikativen trat die stimmhafte Variante (2x) häufiger als die stimmlose (1x) auf. Plosive wurden weder in stimmhafter noch stimmloser Form registriert.
An der 2.Artikulationszone erfolgte am häufigsten die Bildung von Lateralen (55x) und Nasalen (42x), die stets stimmhafter Natur sind. Plosive wurden nur in stimmhafter Form (2x) realisiert, ein stimmloser Typ trat nicht auf. Frikative und Vibranten wurden nicht gebildet.
An der 3.Artikulationszone traten vorrangig Approximanten (31x), Nasale (14x) und Laterale (9x) auf, die stets stimmhaft realisiert werden. Frikative wurden ausschließlich stimmhaft (4x) und Plosive stimmlos (1x) gebildet. Die Bildung von Vibranten erfolgte nicht.
An der 4.Artikulationszone zeigte sich jedoch nun eine verhältnismäßig umgekehrte Auftretenshäu­figkeit bezüglich stimmhafter bzw. stimmloser Laute:
Bei der Lautklasse der Plosive traten mit einer gering höheren Auftretenshäufigkeit überwiegend stimmlose (32x) als stimmhafte Laute (31x) auf.
Die stimmlosen Laute ( 32) der Lautklasse Frikative erschienen sogar ca. 3x so häufig wie die stimmhaften (10x).
Die Hauchlaute, welche stets stimmlosen Charakter tragen, wurden 73x registriert.
Nasale, stets stimmhafter Natur, wurden 4x realisiert.


[Seite 202↓]

Abb. 49: Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen insgesamt und an den jeweiligen Artikulationszonen in der Phase des SB in Abhängigkeit von der erfaßten Gesamtlautzahl.


[Seite 203↓]

3.2.2  Längsschnittuntersuchung

3.2.2.1 Temporaler Verlauf

Die Erhebung der Daten zum temporalen Verlauf in der Längsschnittuntersuchung (Tab. 66, 67) konnte bei 91 Probanden durchgeführt werden (für 9 Probanden lagen in der 1.LP keine Angaben vor: Nr. 38, 51, 53, 54, 63, 69, 78, 88, 100).

Diese ergab, daß der größte Probandenanteil von 55 Kindern (60,4%) in allen 3 Entwicklungsphasen zeitgemäß mit den phasenspezifischen Äußerungen begann (Gruppe 1).
Ein Anteil von 7 Probanden (7,7%) wies nur in der 2.Lallphase einen verspäteten Beginn auf (Gruppe 2).
Bei ebenfalls 7 Probanden (7,7%) lag ausschließlich der Sprechbeginn außerhalb des Toleranzberei­ches (Gruppe 3).
Ein Anteil von 6 Probanden (6,6%) zeigte in allen 3 Phasen eine verspäteten Beginn außerhalb des Toleranzbereiches (Gruppe 4).
Bei jeweils 5 Probanden (5,5%) lag der Beginn der 1.Lallphase (Gruppe 5), der 1.und 2.Lallphase (Gruppe 6) sowie der 2.Lallphase und der Phase des Sprechbeginns (Gruppe 7) außerhalb des Toleranzbereiches.
Nur 1 Proband (1,1%) wies in der 1.Lallphase und in der Phase des Sprechbeginns Verzögerungen auf (Gruppe 8).

Tab. 66: : Probandenzahlen zum temporalen Verlauf in der Längsschnittuntersuchung.
( T – Beginn in einem Alter, das innerhalb des Toleranzbereiches bzw. davor lag
A – Beginn in einem Alter, das außerhalb des Toleranzbereiches bzw. danach lag)

Gruppe

Phase

n

%

Nr.

1.LP

2.LP

SB

1

T

T

T

55

60,4%

1-3, 5-7, 9, 10, 12-14, 18, 20, 21, 23, 26, 28-32, 35-37, 39, 41, 43-47, 52, 57-60, 64, 66, 68, 70, 72-74, 76, 79, 81, 83-85, 87, 89, 90, 91, 95, 99

2

T

A

T

7

7,7%

16, 19, 24, 33, 55, 96, 98

3

T

T

A

7

7,7%

4, 22, 25, 48, 65, 67, 93

4

A

A

A

6

6,6%

8, 17, 75, 80, 82, 92

5

A

T

T

5

5,5%

27, 34, 49, 56, 71

6

A

A

T

5

5,5%

15, 61, 77, 86, 97

7

T

A

A

5

5,5%

11, 40, 50, 62, 94

8

A

T

A

1

1,1%

42

Insgesamt

91

100%

    


[Seite 204↓]

Tab. 67: Probandenliste zum temporalen Verlauf in allen 3 Phasen. (k.A. – keine Angaben)

n

1.LP

2.LP

SB

n

1.LP

2.LP

SB

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50

0;1 Jahre

0-0;1 Jahre

0;3 Jahre

0;2 Jahre

0;1 Jahre

0;2 Jahre

0;1 Jahre

0;8 Jahre

0;3 Jahre

0;1 Jahre

0;1 Jahre

0;2 Jahre

0;1 Jahre

0;2 Jahre

0;5 Jahre

0;3 Jahre

0;4 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0-0;1 Jahre

0;1 Jahre

0;1 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;4 Jahre

0;3 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;3 Jahre

0;3 Jahre

0;2 Jahre

0;4 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;3 Jahre

k. A.

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;1 Jahre

0;4 Jahre

0;3 Jahre

0;2 Jahre

0;1 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;6 Jahre

0;2 Jahre

0;7 Jahre

0;7 Jahre

0;6 Jahre

0;6 Jahre

0;5 Jahre

0;7 Jahre

0;7 Jahre

0;11 Jahre

0;6 Jahre

0;5 Jahre

0;10 Jahre

0;6 Jahre

0;8 Jahre

0;8 Jahre

0;11 Jahre

0;9 Jahre

0;11 Jahre

0;8 Jahre

0;9 Jahre

0;5 Jahre

0;5 Jahre

0;7 Jahre

0;6 Jahre

0;10 Jahre

0;4 Jahre

0;6 Jahre

0;8 Jahre

0;6 Jahre

0;6 Jahre

0;6 Jahre

0;5 Jahre

0;7 Jahre

0;10 Jahre

0;8 Jahre

0;7 Jahre

0;7 Jahre

0;6 Jahre

0;6 Jahre

0;6 Jahre

0;9 Jahre

0;6 Jahre

0;7 Jahre

0;8 Jahre

0;6 Jahre

0;7 Jahre

0;6 Jahre

0;7 Jahre

0;8 Jahre

0;8 Jahre

0;10 Jahre

1;0 Jahre

1;2 Jahre

1;0 Jahre

1;5 Jahre

1;0 Jahre

0;10 Jahre

0;11 Jahre

1;3 Jahre

1;0 Jahre

1;0 Jahre

1;3 Jahre

1;1 Jahre

0;10 Jahre

0;10 Jahre

1;1 Jahre

1;2 Jahre

>1;6 Jahre

0;11 Jahre

1;0 Jahre

1;0 Jahre

0;10 Jahre

>1;6 Jahre

0;10 Jahre

1;0 Jahre

1;5 Jahre

0;10 Jahre

1;2 Jahre

1;0 Jahre

0;11 Jahre

0;11 Jahre

0;9 Jahre

1;0 Jahre

1;1 Jahre

0;11 Jahre

1;0 Jahre

1;0 Jahre

0;10 Jahre

1;0 Jahre

0;9 Jahre

1;3 Jahre

0;10 Jahre

1;3 Jahre

1;2 Jahre

1;2 Jahre

1;1 Jahre

0;10 Jahre

1;2 Jahre

1;4 Jahre

1;2 Jahre

1;4 Jahre

51
52
53
54
55
56
57
58
59
60
61
62
63
64
65
66
67
68
69
70
71
72
73
74
75
76
77
78
79
80
81
82
83
84
85
86
87
88
89
90
91
92
93
94
95
96
97
98
99
100

k.A.

0;2 Jahre

k.A.

k.A.

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

k.A.

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

k.A.

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

k.A.

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

k.A.

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

0;2 Jahre

k.A.

0;6 Jahre

0;8 Jahre

0;6 Jahre

0;6 Jahre

0;9 Jahre

0;7 Jahre

0;7 Jahre

0;8 Jahre

0;5 Jahre

0;6 Jahre

0;9 Jahre

0;9 Jahre

0;7 Jahre

0;5 Jahre

0;8 Jahre

0;8 Jahre

0;6 Jahre

0;6 Jahre

0;6 Jahre

0;6 Jahre

0;8 Jahre

0;6 Jahre

0;6 Jahre

0;6 Jahre

1;0 Jahre

0;7 Jahre

0;9 Jahre

0;9 Jahre

0;5 Jahre

0;10 Jahre

0;8 Jahre

1;0 Jahre

0;8 Jahre

0;7 Jahre

0;6 Jahre

0;10 Jahre

0;7 Jahre

0;6 Jahre

0;7 Jahre

0;7 Jahre

0;8 Jahre

0;11 Jahre

0;5 Jahre

0;11 Jahre

0;5 Jahre

0;10 Jahre

0;9 Jahre

0;9 Jahre

0;8 Jahre

0;10 Jahre

1;0 Jahre

1;0 Jahre

0;10 Jahre

1;0 Jahre

0;10 Jahre

0;11 Jahre

0;10 Jahre

1;1 Jahre

0;10 Jahre

0;10 Jahre

1;2 Jahre

>1;6 Jahre

1;2 Jahre

0;11 Jahre

1;5 Jahre

0;11 Jahre

1;3 Jahre

1;1 Jahre

0;10 Jahre

0;10 Jahre

1;2 Jahre

0;9 Jahre

0;11 Jahre

1;0 Jahre

1;3 Jahre

0;10 Jahre

0;11 Jahre

1;1 Jahre

0;11 Jahre

1;3 Jahre

1;2 Jahre

>1;6 Jahre

1;0 Jahre

1;0 Jahre

1;0 Jahre

1;2 Jahre

1;2 Jahre

0;9 Jahre

0;11 Jahre

1;2 Jahre

0;11 Jahre

1;4 Jahre

1;3 Jahre

1;5 Jahre

1;0 Jahre

1;0 Jahre

1;0 Jahre

0;11 Jahre

0;10 Jahre

1;1 Jahre


[Seite 205↓]

3.2.2.2  Struktureller Verlauf

3.2.2.2.1 Verwendung von Artikulationszonen

Die Datenauswertung in der Längsschnittuntersuchung hinsichtlich des Gebrauchs von Artikulationszonen (Tab. 73) konnte nur bei 87 Probanden erfolgen (für 9 Probanden lagen in der 1.Lallphase keine Angaben vor: Nr. 38, 51, 53, 54, 63, 69, 78, 88, 100; bei 4 Probanden lag der Zeitpunkt des Sprechbeginns in einem Alter nach 1;6 Jahren: Nr. 17, 22, 62, 82).

Diese ergab, daß über die Lautbildungen der 1.Artikulationszone (Tab. 68) der größte Probandenanteil von 60 Probanden (69,0%) sowohl in der 2.Lallphase als auch in der Phase des Sprechbeginns verfügte (Gruppe 6).
25 Probanden (28,8%) gebrauchten die 1.AZ in allen 3 Phasen (1.LP/2.LP/SB)(Gruppe 4).
Bei jeweils 1 Probanden (1,1%) erschienen Lautbildungen dieser AZ ausschließlich in der 2.Lallphase (Gruppe 2) bzw. in der Phase des Sprechbeginns (Gruppe 3).
Es gab allerdings keine Probanden, welche die 1.AZ ausschließlich in der 1.Lallphase (Gruppe 1), in der 1. und 2.Lallphase (Gruppe 5), in der 1.Lallphase und in der Phase des Sprechbeginns (Gruppe 7) für die Lautbildung verwendeten bzw. keine Laute dieser AZ in irgendeiner Phase bildeten (Gruppe 8).

Tab. 68: Probandenanteile zur Verwendung der 1.AZ in der Längsschnittstudie.

Gruppe

Phase

n

%

Nr.

1

1.LP

0

2

2.LP

1

1,1%

94

3

SB

1

1,1%

25

4

1.LP, 2.LP, SB

25

28,8%

2, 4, 6, 8, 9, 10, 13, 15, 23, 27, 29, 31, 32, 34, 35, 36, 37, 42, 44, 48, 52, 74, 83, 87, 97

5

1.LP, 2.LP

0

6

2.LP, SB

60

69,0%

1, 3, 5, 7, 11, 12, 14, 16, 18-21, 24, 26, 28, 30, 33, 39, 40, 41, 43, 45-47, 49, 50, 55, 56-61, 64-68, 70-73, 75-77, 79-81, 84-86, 89-93, 95, 96, 98, 99

7

1.LP, SB

0

8

keine Laute der 1.AZ

0

Insgesamt

87

100%

  

Der Gebrauch der 2.Artikulationszone (Tab. 69) erfolgte von der größten Probandenanzahl von 36 Kindern (41,4%) sowohl in der 2.Lallphase als auch in der Phase des Sprechbeginns (Gruppe 6).
Bei jeweils 14 Probanden (16,1%) traten Lautbildungen dieser AZ ausschließlich in der 2.Lallphase auf (Gruppe 2) bzw. in der Phase des Sprechbeginns (Gruppe 3).
Bei 13 Probanden (14,9%) erfolgte die Lautbildung an dieser AZ in allen 3 Phasen auf (Gruppe 4).
Jeweils 5 Probanden (5,7%) gebrauchten die 2.AZ in der 1. und 2. Lallphase (Gruppe 5) bzw. realisierten keine Laute der 2.AZ (Gruppe 8).
Es wurden keine Probanden registriert, die diese Lautbildungen ausschließlich in der 1.Lallphase (Gruppe 1) bzw. in der 1.Lallphase und in der Phase des Sprechbeginns (Gruppe 7) realisierten.


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Tab. 69: Probandenanteile zur Verwendung der 2.AZ in der Längsschnittstudie.