|
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Sprache stellt einen wesentlichen Bestandteil der Persönlichkeit dar; Sprachentwicklung ist somit Teil der gesamten Persönlichkeitsentwicklung, d.h. sie vollzieht sich in ständiger Wechselbeziehung mit der Entwicklung anderer Persönlichkeitsbereiche. Sprachstörungen können daher globale Auswirkungen auf die gesamte Persönlichkeit bzw. die Entwicklung verschiedener Persönlichkeitsbereiche haben (2.3.).
Da die veränderten anatomischen Bedingungen bei Kindern mit Spaltbildungen
von Geburt an sichtbar sind, kann und muß eine
rehabilitationspädagogische Intervention
so früh wie möglich einsetzen und so effizient d.h. so spezifisch wie
möglich gestaltet werden. Die Notwendigkeit ergibt sich aus neurophysiologischen und –psychologischen
Erkenntnissen über die kindliche Entwicklung in den frühen Phasen
(2.4.4.3.1.).
Wird die Möglichkeit einer
Frühförderung
nicht genutzt, verstreichen die sensiblen, besonders aufnahmefähigen
Phasen des prägenden und entwicklungsintensiven
Kleinkindalters (0-3 Jahre) ungenutzt und falsche Sprechbewegungsmuster
können sich manifestieren. Grundsätzlich ist es jedoch leichter, korrekte
Sprechbewegungsmuster anzubahnen und aufzubauen, als falsche zu inhibieren,
um durch neue, korrekte ersetzt werden zu können.
„Je älter der Patient,
desto schwieriger und länger ist die Sprachbehandlung und desto unsicherer
ist der Erfolg. ... Es gibt Patienten, die im Beisein des
Sprachheilpädagogen einwandfrei sprechen, die sogar auf Wunsch richtige und
falsche Sprechweise nacheinander bringen können und doch im spontanen
Sprechen immer wieder rückfällig werden. Das kann daran liegen, daß die
jahrelang falsch eingeschliffenen Bahnen sich gegenüber den neuen weiter
behaupten. ... Bei diesen Patienten sind durch jahrelange falsche Laut- und
Stimmbildung ... sprechmotorische und sprechakustische Fehler eingeschliffen
und verankert worden. ... .“ (WULFF/WULFF 1981, 185f)
Soll eine spezifische Behandlung geplant werden, müssen (neben einer individuellen Diagnostik ) Erkenntnisse und Informationen über den allgemeinen Entwicklungsverlaufbzw. über Entwicklungstendenzen, wie sie i.d.R. auffallen, vorliegen. Diese charakterisieren die Ausgangssituation und dienen als Grundlage für die Therapieplanung.
Literaturaussagen zur Sprachentwicklung von Kindern mit Spaltbildung konzentrieren sich meist auf die Entwicklung der Sprachstruktur bzw. der Symptomatik der Gaumenspaltensprache ab einem Alter von ca. 3 Jahren. Besonders wichtig ist jedoch die Entwicklung bis zum Alter von 3 Jahren.
Die Fragestellung ist: Gibt es Gemeinsamkeiten, allgemeingültige Entwicklungsprinzipien und –tendenzen in der frühen phonetisch-phonologischen Entwicklung bei Kindern mit Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten trotz aller individuell unterschiedlicher Bedingungen (z.B. Spaltformen, Sprachangebot bzw. –vorbild, sozio-ökonomischer Status der Eltern, ... )?
In der Schreicharakteristik wurden bereits bei Kindern mit Spaltbildungen Abweichungen im Vergleich zu der altersgleicher Kinder ohne Spaltbildung festgestellt (2.4.2.1.1.1.). Daher liegt auch die Vermutung nahe, daß auch Abweichungen in den Lautproduktionen während der Lallphasen (prälinguistische Phase) und der frühen Sprachentwicklung (linguistische Phase) auftreten (2.4.2.1.1.2.-2.4.2.1.1.3.).
Da genauere Angaben über den temporalen bzw. strukturellen Verlauf (bevorzugte Artikulationszonen, Laute, Lautklassen; Umfang des aktiven Wortschatzes) in der Literatur nicht gemacht werden, sich nach eigenen Beobachtungen spezifische Abweichungen aber bereits in (vor-)sprachlichen Stadien herauszubilden scheinen, sollen die Phasen
|
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untersucht und dokumentiert werden.
Die Schreiphase kann unberücksichtigt bleiben, da
Die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit Störungen auf der Lautebene (phonetisch-phonologische Sprachebene) besonders während der Entwicklung ergibt sich nicht nur aus der situativen, kommunikativen Beeinträchtigung des Kindes, sondern auch aus den möglichen Folgebeeinträchtigungen (Entwicklungsstörungen) auf lexikalisch-semantischer und morphologisch-syntaktischer Sprachebene, die diese nach sich ziehen können.
|
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Folgende Charakteristik läßt sich über den Erwerb und die Entwicklung des kindlichen phonetischen Systems , insbesondere des konsonantischen Systems, in den frühen Phasen darstellen (2.3.2.1.2.-2.3.2.1.3.):
|
1. |
Temporaler Verlauf |
|
1.1. |
Die 1.Lallphase beginnt im Alter von ca. 0;2 Jahren. |
|
1.2. |
Die 2.Lallphase beginnt im Alter von ca. 0;6 Jahren. |
|
1.3. |
Die Phase des Sprechens (linguistische Phase) beginnt im Alter von ca. 1;0 Jahren. |
|
2. |
Struktureller Verlauf |
|
2.1. |
Während der 1.Lallphase beinhaltet das phonetische Inventar i.d.R. Laute der hinteren Artikulationszonen . Es werden hauptsächlich Frikative und Hauchlaute realisiert. |
|
2.2. |
Während der 2.Lallphase beinhaltet das phonetische Inventar Laute aller 4 Artikulationszonen. Dabei läßt sich die Tendenz der Vorverlagerung von produzierten Konsonanten beobachten, d.h. es werden hauptsächlich labiale und dental-alveolare Laute (1. und 2.Artikulationszone) gebildet. Diese Laute gehören vorwiegend den Lautklassen der Plosive und Nasale an. |
|
2.3. |
In der Phase des Sprechbeginns (linguistische Phase) wird der Erwerb des konsonantischen Systems durch Regeln gekennzeichnet. |
|
2.3.1. |
Es werden zuerst Laute der vorderen Artikulationszonen (1. und 2.), später erst der hinteren Artikulationszonen (3. und 4.) verwendet. |
|
2.3.2. |
Das phonetische Inventar beinhaltet vorwiegend Laute der vorderen Artikulationszonen. |
|
2.3.3. |
Es werden zuerst Laute der Lautklassen Plosive und Nasale, später erst der Frikative und Liquide erworben. |
|
2.3.4. |
Der aktive Wortschatz umfaßt bei Kindern bis zum Alter von 1;6 Jahren i.d.R. ca. 50 Wörter. |
Ziel der Untersuchung ist es, nachzuweisen und darzustellen, daß sich die Sprachentwicklung bei Kindern mit Spaltbildungen bereits in den (vor-)sprachlichen Stadien von der altersgleicher Kinder ohne Spaltbildungen unterscheidet.
Folgende Hypothesen werden aufgestellt:
|
|
|
| [Seite 110↓] |
Das Vorgehen bei der Untersuchung läßt sich in 3 Hauptphasen gliedern:
I. Phase
Die Phase der Planung und Vorbereitung der Untersuchung diente der ausführlichen Literaturauswertung, der Hypothesenerarbeitung und –aufstellung sowie der Auswahl der Probanden, die gewisse Bedingungen erfüllen mußten.
II. Phase
Die Untersuchung umfaßte einen Zeitraum von 1;6 Jahren (Alter der Probanden: 0-1;6 Jahre). Am Anfang stand die systematische Anleitung und Instruktion der Eltern zur Beobachtung ihrer Kinder. Diese erfolgte durch:
Die Datenerhebung erfolgte zunächst grob und tendenziell über die auditive Wahrnehmung aller kindlichen Laut- bzw. Sprachproduktionen durch die Eltern. Diese fertigten zum Teil tontechnische Aufzeichnungen an und trugen die Ergebnisse der eigenen Beobachtungen gemäß ihrem Vermögen in die Tabelle ein.
Zur Hauptdatenerhebung und Verlaufskontrolle wurden mehrmalige (ca.7x) obligatorische und auch fakultative (bei Bedarf) Konsultationen vereinbart, die bei den einzelnen Probanden durch die Planung chirurgischer Interventionen individuell, d.h. zu unterschiedlichen Zeitpunkten (bzw. in unterschiedlichem Alter), festgelegt werden mußten. Das Ziel war, die Sitzungen in einem zeitlichen Abstand von jeweils ca. 2-3 Monaten durchzuführen. Die Termine wurden individuell vereinbart oder aber wenn möglich in Verbindung mit Wiedervorstellungen (WV) in der Klinik wie folgt festgelegt (Tab. 14):
Tab. 14: Sitzungen zur Datenerhebung.
|
Geburt |
Erstvorstellung in der Klinik |
|
0 – 2.Monat |
1.Sitzung (WV-Termin: Elternberatung) |
|
3. – 4.Monat |
2.Sitzung (WV-Termin: Festlegung des Termins für die Lippen-OP) |
|
5. – 7.Monat |
3.Sitzung (WV-Termin: chirurgische Kontrolle nach Lippen-OP) |
|
8. – 9.Monat |
4.Sitzung (WV-Termin: Narbenkontrolle nach Lippen-OP) |
|
10. – 12.Monat |
5.Sitzung (zeitlich individuell vereinbarter Termin) |
|
13. – 15.Monat |
6.Sitzung (WV-Termin: Festlegung des Termins für die Gaumen-OP) |
|
18.Monat |
7.Sitzung (WV-Termin: Vergabe des Früherziehungsplanes) |
Diese Termine dienten der eigenen Datenerhebung bzw. zwischenzeitlichen
Überprüfungen durch Vergleiche der kindlichen Vokalisationen mit bereits
notierten Daten (Tabellen, Tonband) mittels des geschulten Ohres des
Sprachheilpädagogen. Dieses Vorgehen reflektiert die klinische Realität, da
meist nur 1 erfahrener und spezialisierter Hörer die auditiv-perzeptuelle
Einschätzung des Sprachstatus (ohrenphonetische Analyse) vornimmt. Daher
wurde diese Form der Bewertung für die Untersuchung als ausreichend
erachtet.
Die Dauer einer Sitzung betrug jeweils ca. 1-2 Stunden (in der
Regel ca. 1 ½ Stunden), um eine repräsentative Stichprobe der kindlichen
Vokalisationen zu erhalten. Diese wurden auf Tonband aufgezeichnet und
später ausgewertet.
Das Fachpersonal war neben bewußter Zurückhaltung
aktiven Eingreifens in die Mutter (Vater)-Kind-Interaktion bemüht, in doch
fremder Umgebung eine möglichst vertrauteAtmosphäre für Probanden und
Angehörige durch Herstellen bzw. Nachstellen alltäglicher gewohnter
Situationen (z.B. Wickeln, Fläschchen geben, An- und Umziehen, Spielen, ...)
zu schaffen. Diese sollte bei den Kindern Sprechfreude wecken und zu
lautlichen bzw. sprachlichen Äußerungen anregen.
Es konnten daneben mit
den Eltern Rücksprachen gehalten, Befragungen und Beratungen durchgeführt
sowie Hinweise zum Weiterführen der Sprachtabellen gegeben
werden.
Insgesamt wurde diese Untersuchung nach einem Zeitraum von 14
Jahren (1978-1992) abgeschlossen. Dieser lange Untersuchungszeitraum diente
zum einen der Datenerhebung einer relativ umfangreichen und repräsentativen
Stichprobe. Letztere besteht sicherlich durch das Prinzip der
Zufallswahrscheinlichkeit. Zum anderen ließen sich in der Folge- und
Beobachtungszeit evtl. zusätzliche Behinderungen und/oder
Entwicklungsbeeinträchtigungen der Probanden ausschließen bzw. erkennen.
|
| [Seite 112↓] |
III. Phase
Nach der Erhebung und Transkription der Daten, die von Frau Dr. Hochmuth (Leiterin der Abteilung Logopädie/Stimm- und Sprachheilpädagogik) durchgeführt wurden, erfolgte deren Auswertung .
Tab. 15: Exemplarische Sprachentwicklungstabelle.
|
Alter (in Jahren) |
Stimmliche, lautliche
bzw. |
Erläuterungen/ |
|
|
0 - ca. 0;1 ca. 0;2 |
Schreien
|
- klingt zunächst immer gleich - bei Hunger, Wärme/Kälte, Schmerz, Langeweile - Nahrungsaufnahme über Flasche |
|
|
ca. 0;2 – 0;3 |
Lallen
von |
u.a.m |
- beim Spielen, Ansprechen - Lächeln |
|
ca. 0;3 – 0;5 |
Lustschreie, Töne des Behagens, Quietschen |
- bei Wohlfühlen - beim Essen kommt Brei oft durch die Nase | |
|
ca. 0;5 – 0;7 |
Lallen
von |
u.a.m |
- reagiert auf Singen und Musik - hört auf seinen Namen durch Aufhorchen und Zuwenden |
|
ca. 0;10 |
Variationen beim Lallen |
- reagiert auf Frage „Wo ist ...?“ mit Zeigen - sucht und bringt bei Aufforderung Gegenstände | |
|
ca. 1;0 – 1;6 |
Sprechbeginn
|
- Lallen als Antwort auf Vorsingen - spricht Silben, Ausrufe und Wörter nach - spricht etwas nasal, Luft entweicht beim Sprechen durch die Nase |
|
| [Seite 113↓] |
Folgende Forschungsmethoden wurden angewandt:
Literaturstudium
Vorbereitend wurde ein Literaturstudium durchgeführt, um die
theoretischen Grundlagen für die Untersuchung erarbeiten zu können.
Dokumentenanalyse
Für die Auswahl der Probanden war eine Auswertung zugänglicher
medizinischer Unterlagen (Dokumentenanalyse) erforderlich, die sich v.a. auf
folgende Materialien erstreckte: Anamnesen, Epikrisen, medizinische
Gutachten und Berichte, Diagnoseschemata. So konnte eine Vorauswahl der
Probanden bezüglich der geforderten Kriterien erfolgen. Die endgültige
Probandenauswahl wurde am Ende der Untersuchung, d.h. nach nochmaliger
Überprüfung der Probanden und Auswertung der Unterlagen in einem
fortgeschrittenem Entwicklungsalter, vorgenommen.
Erarbeitung einer theoretischen Konzeption
Aufgrund der eigenen Beobachtungen, des Literaturstudiums und der
Dokumentenanalyse konnten wesentliche Charakteristika über den temporalen
und strukturellen Verlauf der phonetischen Entwicklung in den frühen Phasen
bei Kindern ohne Spaltbildungen erarbeitet werden. Auf diesen Erkenntnissen
aufbauend konnten nun wiederum Hypothesen über die Sprachentwicklung von
Kindern mit Spaltbildungen hinsichtlich tendenzieller Übereinstimmungen bzw.
Abweichungen abgeleitet sowie eine theoretische Konzeption zur Beweisführung
entwickelt werden.
Instruktion und Anleitung
Mit Hilfe mündlicher Aufklärungsarbeit, schriftlicher Hinweise,
auditiver Demonstrationen und visueller Darstellungen wurde die
systematische Elternanleitung bezüglich der Teilnahme an der Untersuchung,
der Beobachtung der Kinder und der Interpretation sprachlicher Äußerungen durchgeführt.
Beobachtung
Nach der Elternanleitung erfolgte die Dauerbeobachtung der Probanden
über einen Zeitraum von 1;6 Jahren primär durch die Sprachheilpädagogin, die
sekundär durch die Beobachtung der Eltern tendenziell vorbereitet und
begleitet wurde.
Befragung
Die in dieser Zeit gewonnenen Informationen wurden neben den eigenen
Aktualbeobachtungen der Probanden auch durch Befragungen der Eltern zum
zeitweiligen Entwicklungsstand der Kinder ergänzt.
Auswertung der Untersuchungsergebnisse
Bei der Auswertung und Darstellung der Untersuchungsergebnisse werden
Formen der beschreibenden Statistik (Tabellen, graphische Darstellungen,
Modelle, Diagramme u.a.m.) verwendet.
|
| [Seite 114↓] |
Die Probanden (Tab. 22) entstammen dem Patientengut der
Berliner Charité (Campus Mitte)
Universitätsklinikum der
Humboldt-Universität
Klinik für Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie / Plastische Operationen.
Die 1.Vorstellung (Erstvorstellung) der Eltern fand bereits wenige Tage nach der Geburt der Kinder (i.d.R. 2 bis 10 Tage) in der Klinik statt. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte die Anlage der Patientenakte mit Aufnahme der
In der Regel wurde jedes vorstellige Elternpaar bezüglich des
Forschungsvorhabens angesprochen. Insgesamt erhielten ca. 500 Elternpaare,
die sich bereit erklärt hatten, an der Untersuchung teilzunehmen, die
Unterlagen von der Leiterin der Abteilung Logopädie/Stimm- und
Sprachheilpädagogik Frau Dr. Hochmuth, die die Untersuchung leitete und auch
durchführte. Bei einigen Kindern konnte die Datenerhebung nicht
kontinuierlich über den gesamten Zeitraum von 1;6 Jahren fortgeführt werden
(z.B. durch Krankheit, längere Krankenhausaufenthalte, Umzug, individuelle
Familiensituation). Bei anderen Kindern wurden in der Folgezeit noch
zusätzliche Entwicklungsstörungen, Behinderungen oder Fehlbildungen
diagnostiziert, so daß diese ebenfalls nicht in die Auswertung mit
einbezogen werden konnten. Des weiteren konnten nicht bei allen Kindern
während der Sitzungen auswertbare Daten erhoben werden, da sie sich nicht
kontinuierlich vokalisationsbereit zeigten.
So begrenzte sich die
Anzahl
der Probanden auf insgesamt 100 Kinder.
Die Patienten stammten aus dem gesamten Gebiet der neuen Bundesländer. Schwerpunkt bildete Berlin (Ost).
Aufgrund des frühen Alters der Kinder konnten dialektale Einflüsse unberücksichtigt bleiben.
Hinsichtlich der sozialen Schichtzugehörigkeit der Eltern wurden folgende Einteilungskategorien unterschieden:
0 – keine Ausbildung
1 – Fachberufsausbildung
2 –
Fachhochschulausbildung
3 – Hochschulausbildung.
Insgesamt verfügten von den 200 Müttern und Vätern 115 (57,5%) über eine Fachberufsausbildung, 44 (22,0%) über eine Hochschulausbildung, 36 (18,0%) über eine Fachhochschulausbildung und 4 (2,0%) über keine Ausbildung. Bei einem Elternteil (0,5%) lagen keine Angaben vor (Tab. 16).
|
|
Tab. 16: Tabelle zur Schichtzugehörigkeit der 200 Mütter und Väter.
|
Kategorien |
n |
% |
|
keine Angaben 0 1 2 3 |
1 4 115 36 44 |
0,5% 2,0% 57,5% 18,0% 22,0% |
|
Insgesamt |
200 |
100% |
Von den Elternteilen der 100 Elternpaare wiesen 58 (58,0%) den selben
Berufsstatus vor. Davon verfügten die Elternteile von 40 Paaren (40,0%)
jeweils über eine Fachberufsausbildung, von 14 Paaren (14,0%) jeweils über
eine Hochschulausbildung und von 4 Paaren (4,0%) jeweils über eine
Fachhochschulausbildung.
Bei 41 Paaren (41,0%) wurden keine bzw.
Berufsausbildungen unterschiedlicher Kategorien von den Eltern
abgeschlossen. Bei 21 Paaren (21,0%) verfügten die Eltern jeweils über eine
Fachberufs- bzw. Fachhochschulausbildung, bei 9 Paaren (9,0%) über eine
Fachberufs- bzw. Hochschulausbildung, bei 7 Paaren (7,0%) über eine
Fachhochschul- bzw. Hochschulausbildung und bei 4 Paaren (4,0%) über keine
bzw. eine Fachberufsausbildung.
Bei einem Elternpaar lagen für einen
Elternteil (1,0%) keine Angaben vor (Tab. 17).
Tab. 17: Tabelle zur Schichtzugehörigkeit der 100 Elternpaare.
|
Kategorien |
n |
||
|
gleicher |
0/0 1/1 2/2 3/3 |
0 40 (40,0%) 4 (4,0%) 14 (14,0%) |
58 (58,0%) |
|
unterschiedlicher |
0/1 bzw. 1/0 0/2 bzw. 2/0 0/3 bzw. 3/0 1/2 bzw. 2/1 1/3 bzw. 3/1 2/3 bzw. 3/2 |
4 (4,0%) 0 0 21 (21,0%) 9 (9,0%) 7 (7,0%) |
41 (41,0%) |
|
sonstiges |
0/- bzw. -/0 1/- bzw. -/1 2/- bzw. -/2 3/- bzw. -/3 |
0 1 (1,0%) 0 0 |
1 (1,0%) |
|
Insgesamt |
100 (100%) |
Die Geschlechtsverteilung lag bei 1 : 1,4 zugunsten der männlichen Probanden (Tab. 18):
Tab. 18: Geschlechtsverteilung bei den Probanden.
|
weiblich |
männlich |
|
41 |
59 |
|
| [Seite 116↓] |
Folgende Voraussetzungen mußten die Probanden erfüllen:
a) Es mußte entweder eine totale (einseitige/doppelseitige) LKG-Spalte oder
eine isolierte Gaumenspalte vorliegen, da nur diese Spaltformen typische
Sprachentwicklungs-störungen bzw. –behinderungen bedingen.
Lippen- oder
Lippen-, Kieferspalten führen nur in seltenen Fällen und dann zu
andersartigen Sprachauffälligkeiten (BERNAU u.a. 1990; HOCHMUTH 1993;
DIECKMANN 1996; SCHÖNWEILER/SCHÖNWEILER/ SCHMELZEISEN 1996).
Die
Spaltformverteilung
stellte sich in der Probandengruppe folgendermaßen dar (Tab. 19):
Tab. 19: Tabelle zur Spaltformverteilung bei den Probanden.
|
Totale LKG-Spalte |
Isolierte Gaumenspalte |
||
|
einseitig |
doppelseitig |
25 |
|
|
rechts |
links |
19 |
|
|
19 |
37 |
||
|
56 | |||
|
75 | |||
|
100 |
Insgesamt lagen bei den 100 Probanden 75 totale (ein- und doppelseitige) LKG-Spalten und 25 isolierte Gaumenspalten vor. Von den 75 Probanden mit totalen LKG-Spalten hatten 56 eine einseitige und 19 eine doppelseitige Spaltbildung. Unter den 56 Probanden mit einseitigen totalen LKG-Spalten befanden sich 37 links- und 19 rechtsseitige Spaltträger.
Die Lippenverschlußoperation fand bei 35 Kindern (46,7%) im Alter von 4 Monaten, bei 20 Kindern (26,7%) mit 5 Monaten, bei 12 Kindern (16,0%) mit 3 Monaten, bei 4 Kindern (5,3%) mit 6 Monaten, bei 2 Kindern (2,7%) mit 8 Monaten und bei jeweils 1 Kind (1,3%) im Alter von 8 bzw. 9 Monaten statt (Tab. 20). Die unterschiedlichen Zeitpunkte wurden in Abhängigkeit vom individuellen Entwicklungsstatus festgelegt (z.B. Gewicht, physische Konstitution).
Tab. 20: Tabelle zu den Zeitpunkten der Lippenverschlußoperation.
|
OP-Zeitpunkt |
n |
% |
|
3.Monat 4.Monat 5.Monat 6.Monat 7.Monat 8.Monat 9.Monat |
12 35 20 4 1 2 1 |
16,0% 46,7% 26,7% 5,3% 1,3% 2,7% 1,3% |
|
Insgesamt |
75 |
100% |
b) Außer der Spaltbildung durften die Probanden
keine zusätzlichen Fehlbildungen, Behinderungen, Entwicklungsstörungen
u.a.m. aufweisen; d.h. die Spaltbildung mußte einziges Merkmal und
durfte nicht eine von mehreren Auffälligkeiten innerhalb eines Syndroms
sein.
Ansonsten bestand die Gefahr der Ergebnisverfälschung. So kann
sich beispielsweise eine Hörbehinderung ebenfalls auf den temporalen und
strukturellen Sprachentwicklungs-verlauf auswirken
(FRIEDRICH/MOSSBÖCK/BURKERT/ PFALLER 1985).
Die Überprüfung auditiver Beeinträchtigungen wurde den Pädiatern überlassen (Vorsorgeuntersuchungen U1-U6). Eine zusätzliche Kontrolle von Schalleitungsschwerhörigkeiten wäre wünschenswert gewesen, erfolgte aber zu dieser Zeit erst bei der Lippen-OP während des stationären Aufenthal[Seite 117↓]tes durch HNO-Ärzte. Die Versorgung mit PHP-Röhrchen (Paukenhöhlenpunktion) erfolgte in der Regel gleichzeitig beim operativen Gaumenspaltverschluß erst im Alter von 1;6 Jahren.
Neurologische Begutachtungen wurden nur im Bedarfsfall, d.h. bei Bestehen einer Indikation bzw. Auffälligkeit (wie bei anderen Kindern auch) veranlaßt.
Bei 34 Kindern traten während des
Schwangerschafts- und/oder Geburtsverlaufs
folgende Komplikationen (in der Häufigkeitsreihenfolge) auf (Tab.
21):
Bei 11 Müttern traten während der
Schwangerschaft
Blutungen, bei 8 starkes Erbrechen, bei 3 grippale Infekte und bei
jeweils 2 Müttern Röteln und Toxoplasmose auf. 2 weitere Mütter erhielten
eine Cerclage. Bei jeweils 1 Mutter wurde eine Nierenbeckenentzündung, eine
Nierenstauung, eine Kreislaufstörung, ein Ischiassyndrom sowie eine
Magenerkrankung diagnostiziert.
Die Überprüfung des
Geburtsverlaufs
ergab bei 5 Kindern eine Zangengeburt und bei jeweils 4 Kindern eine
Vakuumextraktion (VE), eine Kaiserschnittentbindung bzw. eine Steißlage. Bei
1 Kind lag der Geburtszeitpunkt bereits in der 36.Schwangerschaftswoche (SSW).
Tab. 21: Tabelle zum Schwangerschaft- und Geburtsverlauf.
|
Schwangerschaftsverlauf |
n |
Geburtsverlauf |
n |
|
Blutungen starkes Erbrechen grippale Infekte Röteln Toxoplasmose Cerclage Nierenbeckenentzündung Nierenstauung Kreislaufstörung Ischiassyndrom Magenerkrankung |
11 8 3 2 2 2 1 1 1 1 1 |
Zangengeburt Vakuumextraktion (VE) Kaiserschnittentbindung Steißlage 36.SSW Geburt |
5 4 4 4 1 |
Frühkindliche Erkrankungen im 1.Lebensjahr wurden bei insgesamt 7 Kindern festgestellt:
|
|
|
| [Seite 119↓] |
(Fortsetzung Tab. 22: Probandenliste.)
|
| [Seite 120↓] |
(Fortsetzung Tab. 22: Probandenliste.)
|
| [Seite 121↓] |
(Fortsetzung Tab. 22: Probandenliste.)
|
| [Seite 122↓] |
(Fortsetzung Tab. 22: Probandenliste.)
|
| [Seite 123↓] |
(Fortsetzung Tab. 22: Probandenliste.)
|
| [Seite 124↓] |
(Fortsetzung Tab. 22: Probandenliste.)
|
| [Seite 125↓] |
(Fortsetzung Tab. 22: Probandenliste.)
|
| [Seite 126↓] |
(Fortsetzung Tab. 22: Probandenliste.)
|
Legende zur Tabelle: |
|||||||||
|
LKG-Spalte |
Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte |
do |
doppelt |
GV |
Geburtsverlauf |
Mo |
Monat |
0 |
keine Ausbildung |
|
G |
Geschlecht |
GGw |
Geburtsgewicht |
A |
Ausbildung |
1 |
Fachberufsausbildung |
||
|
G-Spalte |
Gaumenspalte |
m |
männlich |
GGr |
Geburtsgröße |
V |
Vater |
2 |
Fachhochschulausbildung |
|
li |
links |
w |
weiblich |
GR |
Geschwisterreihe |
M |
Mutter |
3 |
Hochschulausbildung |
|
re |
rechts |
SV |
Schwangerschaftsverlauf |
Wo |
Woche |
|
| [Seite 127↓] |
Die Untersuchung wurde ausgewertet als
In der Querschnittuntersuchung wurde zu jeder Phase (1. und 2.Lallphase, Phase des Sprechbeginns) der
Entwicklungsverlauf erfaßt.
Es wurde der Zeitpunkt des Beginns von Lautproduktionen der 100 Probanden in jeder Phase festgestellt. Anschließend wurde der prozentuale Anteil derjenigen Kinder ermittelt, die in einem Zeitraum zu lallen bzw. sprechen begannen, der als normgerecht bzw. nicht normgerecht bezeichnet werden kann. Folgende zeitliche Begrenzungen wurden der Auswertung zugrunde gelegt:
Der
Toleranzbereich
lag bei ± 1 bzw. 2 Monaten in jeder Phase, da auch
Literaturaussagen unter Berücksichtigung individueller
Entwicklungsverläufe (Früh- bzw. Spätentwickler) in den Zeitangaben
um diesen Bereich schwanken (2.3.2.1.2.1. / 2.3.2.1.2.2. /
2.3.2.1.3.).
Außerdem fand in der Zeit zwischen dem 3. – 6.Monat
die Lippenoperation statt, die sich zunächst meist nachteilig auf
die Lalltätigkeit auswirkt.
In der Regel kommt es ca. 6–8 Wochen
nach der Operation zu einem Rückgang der Lalläußerungen. Nach der
Habituation (Gewöhnung) an die neuen anatomischen Bedingungen
erfolgt aber i.d.R. die Wiederaufnahme der Lalltätigkeit.
|
| [Seite 128↓] |
Untersuchungsgegenstand waren die Lautproduktionen der prälinguistischen und linguistische(n) Phase(n):
Als Untersuchungs- bzw. Sprachmaterial dienten freie Sprachproben bzw. sämtliche spontane lautliche und sprachliche Äußerungen.
Ziel der Untersuchung war eine segmentale Analyse, d.h. die Isolierung kleinster sprachlicher Einheiten (Segmente), in vorliegender Untersuchung von Phonen.
„Ein
Phon
ist die kleinste durch Segmentierung des Lautstroms gewonnene
Lauteinheit, die noch nicht in Bezug auf ihre sprachsystematische
Funktion analysiert, noch nicht als Allophon eines bestimmten
Phonems klassifiziert worden ist. Vom Standpunkt segmentaler
Phonologie aus ist ein Phon die materielle Realisierung eines
Phonems. ... Unter
Segmentierung
wird die Zerlegung einer Kette zusammengehörender sprachlicher
Elemente (eines Syntagmas) in einzelne, kleinste Elemente (Segmente)
dieser Kette verstanden; z.B. die Zerlegung einer Lautreihe in
einzelne Phone, eines Wortes in Morphe. Als Kriterium zur
Durchführung der Segmentierung dient die Austauschbarkeit eines
Segmentes mit anderen gleichartigen Segmenten. Die durch
Segmentierung gewonnenen einzelnen Segmente können klassifiziert
werden, indem sie durch Vergleich bestimmten Klassen gleichartiger
Elemente, d.h. solchen mit gleichen linguistisch relevanten
Eigenschaften, zugeordnet werden. Durch
Klassifizierung
können Paradigmen (paradigmatische Beziehungen) gebildet
werden.“ (HENGARTNER/NIEDERHAUSER 1993, 136f)
Grundlage für die
Identifikation von phonetischen Elementareinheiten
(Minimalereignisse) ist deren (relativ) äquivalente Reproduktion.
Diese Minimalereigniskategorien lautsprachlicher Erscheinungen
werden durch ein Symbolsystem (Alphabet der „International Phonetic
Association“, IPA) nach den ihnen zugrundeliegenden
artikulatorischen Merkmalen systematisiert (POMPINO-MARSCHALL 1995).
Die Erfassung suprasegmentaler (segmentübergreifender) und diakritischer Charakteristika blieb dagegen unberücksichtigt, um die Lautvielfalt einzugrenzen und die Vergleichbarkeit zu erleichtern.
Als Suprasegmentalia werden diejenigen Elemente der Sprache bezeichnet, deren Geltungsbereich größer als das Einzelsegment ist. Sie benötigen gewöhnlich eine segmentale Basis für ihre Realisierung, sind jedoch ein völlig eigenständiger Bereich, in welchem sie strengen Beziehungen zueinander unterliegen (PERTURSSON/NEPPERT 1996). Suprasegmentale Eigenschaften umfassen nichtsegmentale, für die Inhaltsunterscheidung relevante distinktive (bedeutungsunterscheidende) Merkmale sprachlicher Äußerungen, die nicht segmentierbar, nicht aus dem Sprachkontinuum abtrennbar sind (z.B. Akzent, Intonation, Silbenschnitt, Prosodie).
Diakritika sind Zusätze über, neben oder unter Schriftzeichen zur Kennzeichnung „geringfügiger Lautdifferenzen“, mit denen bestimmte Unterscheidungen getroffen werden sollen. Als ökonomische Hilfszeichen haben sie die Funktion, den Bestand an phonetischen Grundzeichen möglichst klein und übersichtlich zu halten (BUßMANN 1990; POMPINO-MARSCHALL 1995).
|
| [Seite 129↓] |
Erfaßt wurden die Auftretenshäufigkeiten
Als erstes wurden die Auftretenshäufigkeiten von Lautrealisierungen an den einzelnen Artikulationszonen separat ermittelt, um Aussagen darüber treffen zu können, welche Artikulationszonen am häufigsten und welche am seltensten für die Lautbildung gebraucht wurden.
Anschließend wurde die Verwendung von Artikulationszonen insgesamt auf die 100 Probanden bezogen betrachtet. Dabei sollte deutlich werden, ob Präferenzen für die Lautbildung an einer (und dann an welcher) Artikulationszone oder an mehreren Artikulationszonen gleichzeitig bestehen.
Es erfolgte die prozentuale Berechnung und Darstellung der Ergebnisse.
Um die Sprachlaute zu formen, werden die aktiven Teile im Ansatzrohr im wesentlichen auf 2 Arten wirksam (POMPINO-MARSCHALL 1995; PETURSSON/NEPPERT 1996):
Die Erhebung des phonetischen Lautinventars beschränkte sich auf den Bestand konsonantischer Segmente . Da die Produktion vokalischer Segmente keine Hemmstellenbildungen sondern „nur“ Konfigurationsänderungen des Ansatzrohres erfordern, waren diese für die Untersuchung nicht relevant.
Die Konsonanten sind nach 3 artikulatorischen Kriterien differenzierbar (SCHANER-WOLLES 1994; POMPINO-MARSCHALL 1995; RAMERS 1998; BRAUN 1999):
|
| [Seite 130↓] |
Bei der Bestimmung von Artikulationsstellen werden zwei Bezugspunkte berücksichtigt: das bewegliche artikulierende Organ und der feste Artikulationsort.
Unter Artikulationszonen versteht man jene Bereiche des Ansatzrohres, in denen die einzelnen Laute gebildet werden. Über die Anzahl der Artikulationsgebiete besteht in der Literatur Uneinheitlichkeit (BRAUN 1999). Hauptsächlich werden 4 Artikulationszonen unterschieden (BECKER/SOVAK 1983; FRANKE 1998):
Die Artikulationszonen umfassen (meist) mehrere Artikulationsstellen. In der vorliegenden Untersuchung wurden bei der Auswertung nur Artikulationszonen (Abb. 18) berücksichtigt, da eine präzise Zuordnung zu den einzelnen Artikulationsstellen über die auditive Wahrnehmung sich sehr schwierig gestaltet und diese für die Auswertungen auch weitestgehend unerheblich war.
Ersatzlautbildungen wurden dementsprechend ausnahmslos in der 4.Artikulationszone lokalisiert und keiner festen Artikulationsstelle zugeordnet. Das heißt, alle dort notierten stimmlosen/stimmhaften Plosiv- [, ] und Frikativlaute [, ] sowie Nasale [Δ] können sowohl pharyngealer als auch laryngealer bzw. posterior-nasaler Art sein. Eine eindeutige Festlegung kann über die hier praktizierte Erhebungsmethode der auditiven Wahrnehmung nicht erfolgen. Sie ist im Rahmen dieser Arbeit auch nicht notwendig, da sie keine rehabilitationspädagogischen Konsequenzen nach sich ziehen würde.
Als Transkriptionssystem diente die Lautschrift der International Phonetic Association (IPA) (POMPINO-MARSCHALL 1995), die durch Lautsymbole zur Kennzeichnung spezifischer Lautrealisierungen, wie sie bei Kindern mit Spaltbildungen auftreten können, nach HARDING/GRUNWELL (1996) ergänzt wurden.
Je nach Artikulationsmodus (verschiedene Schließungsgrade, die ein artikulierendes Organ erreicht) werden bestimmte Lautklassen in der Auswertung unterschieden (Abb. 18):
Obstruenten
|
| [Seite 131↓] |
Sonoranten
Bei der Bildung von
Obstruenten
ist der Aufbau eines Hindernisses zwischen
Artikulationsorgan und –stelle für den
Phonationsstrom im supraglottalen Bereich des
Ansatzrohres erforderlich (RAMERS 1998).
Bei den
Plosiven
handelt es sich um eine Verschlußstellen- und
bei den
Frikativen
um eine Hemmstellenbildung. Die Frikative
bilden die Lautklasse mit der artikulatorisch
größten Ausdifferenzierung; daher werden diese stark
(in den meisten Sprachen der Welt) für
bedeutungsunterscheidende Oppositionen genutzt.
Wird die bei dem jeweilig herrschenden Luftstrom für
die Geräuschbildung kritische Enge nicht erreicht,
so entsteht der Artikulationsmodus der sog.
Approximanten (POMPINO-MARSCHALL 1995).
Da bei
den
Hauchlauten
keine Hindernisbildung i.e.S. im
supraglottalen Resonanzraum erfolgt, nehmen diese
eine Sonderstellung ein.
Bei den Sonoranten (Abb. 17) kommt es zu kaum einer Geräuschbildung durch eine Hemmstelle. Es überwiegt akustisch-auditiv der Resonanzcharakter bzw. die Klangstruktur. Sie werden grundsätzlich nur stimmhaft realisiert. Es gilt die allgemein gültige Klassifikation für Sonoranten (SCHANER-WOLLES 1994; RAMERS 1998):
| Abb. 17: Einteilung der Sonoranten (in RAMERS 1998). | ||
|
|
Die
Nasallaute
werden mittels Verschluß der Mundhöhle an
einer der 3 Hauptartikulationszonen durch die Zunge
gebildet, so daß der Luftstrom durch die Nase
entweichen kann.
Die
Liquide
umfassen die Lautklassen der Laterale und
Vibranten.
Bei der Bildung von
Lateralen
erfolgt zwar eine Annäherung von
Artikulationsorgan und Artikulationsstelle, doch
erhält der stimmhafte Phonationsstrom lateral freie
orale Passage. Daher entsteht nur eine geringe
Geräuschbildung bzw. eine nicht geräuschbildende Enge.
Vibranten
sind durch intermittierende Unterbrechungen
des tönenden Luftstromes durch primäres Schwingen
muskulärer Gebilde (Zungenspitze, Uvula) gegen ihre
Artikulationsstellen gekennzeichnet.
BUßMANN (1990) ordnet den Sonoranten alle stimmhaften Sprachlaute, die keine Obstruenten (Plosive/Frikative) sind, zu. Demnach würden auch die Approximanten hinzugezählt werden müssen. Approximanten bieten dem Phonationsstrom die geringste Hemmung unter den Konsonanten. Es handelt sich um stimmhafte Engelaute ohne Reibungsgeräusch. Wegen ihrer vokalähnlichen Eigenschaften werden sie in älteren phonetischen Beschreibungen gelegentlich auch als Halbvokale bezeichnet. Nach neueren Klassifizierungen (und auch im Rahmen dieser Arbeit) erscheint eine Teilung der traditionellen Art nur nach Vokalen und Konsonanten als sinnvoll. Daher werden Approximanten als Konsonanten eingeordnet (MEINHOLD/STOCK 1982; WIRTH 1990; SCHANER-WOLLES 1994; POMPINO-MARSCHALL 1995; PETURSSON/NEPPERT 1996; RAMERS 1998).
|
| [Seite 132↓] |
Konsonanten bestehen im physikalischen Sinn (WIRTH 1990) entweder aus
Es gibt jedoch gleitende Übergänge bei den Konsonanten von Klängen zu Geräuschen. WIRTH (1990) unterscheidet:
Konsonanten mit Klangübergewicht
Konsonanten mit Geräuschübergewicht
echte Konsonanten ( reine Geräuschlaute )
CLEMENTS (in GILLIS/DE SCHUTTER 1996) stellte folgende „sonority scale“ auf:
Obstruenten < Nasale < Liquide < glides (Approx.) < Vokale.
Die Lauterhebung umfaßte die Realisierung von „true consonants“ (gemäß dem IPA) und nicht von stimmlichen Parametern (z.B. Kreischen, Knurren), emotionalen Lauten (z.B. Lachen, Weinen) oder vegetativen Geräuschen (z.B. Schmatzen). Ein konsonantisches Element mußte wenigstens 3x auftreten, um als dem Phoninventar zugehörig betrachtet werden zu können.
Bei der Lautproduktion wurden zunächst die Auftretenshäufigkeiten aller registrierten Laute überprüft. Dabei wurde ermittelt, welche(r) Laut(e) am häufigsten und welche(r) am seltensten auftrat(en).
Als nächstes erfolgte die Analyse der Phoninventare an den einzelnen Artikulationszonen. Es wurde dabei erfaßt, welche Laute an den jeweiligen Artikulationszonen entweder ausschließlich oder mit anderen Lauten gleichzeitig (und wenn dann welche Laute) auftraten.
Besondere Aufmerksamkeit wurde dabei der
Obstruentenlautbildung
an der 4.AZ geschenkt. Hier wurde die
unphysiologische Frikativ- und Plosivlautbildung auf
charakteristische Tendenzen in der Symptomatik der
jeweiligen
Sprachtypen
(Abschnitt 2.4.2.1.1.3.4.) überprüft. Es wurde
ermittelt, ob hier häufiger Frikative, Plosive bzw.
Frikative und Plosive gleichzeitig von den Probanden
realisiert wurden sowie ob bei der Bildung der Laute
jener Lautklassen häufiger die stimmhafte, die stimmlose
bzw. die stimmhafte und stimmlose Variante gleichzeitig
realisiert wurden.
[Seite 133↓]Dabei wurden
folgende Risikogruppen für die Entwicklung einer
Symptomatik, die sich der des überspannten Sprachtyps
nähert, unterschieden:
Da der unterspannte Sprachtyp, wenn überhaupt, nur geringe Verlagerungstendenzen in der Artikulation zeigt, wird bei dem ausschließlichen Auftreten der Laute [h], [Δ] oder gar keiner Laute der 4.Artikulationszone im Phoninventar von einer Tendenz in der Lautbildung dieses Sprachtyps bzw. einer adäquaten Muskelspannung ausgegangen (Risikogruppe 0). Die Begründung liegt in der geringen Lautbildungsschwierigkeit.
Die Gewichtung bzw. die Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen ist physiologisch in den einzelnen Entwicklungsphasen unterschiedlich und wurde bei der Auswertung berücksichtigt und in den entsprechenden Abschnitten besprochen.
Der überspannte Sprachtyp zeigt dagegen sehr starke und ausgeprägte Artikulationsverlagerungen bis hin zu Glottisschlägen. Beim Auftreten von [] bzw.[], dem stimmlosen bzw. stimmhaften Plosivlaut der 4.Artikulationszone, erfolgte hier eine Zuordnung zur Risikogruppe 2, zur tendenziellen Lautbildung des überspannten Sprachtyps, da die Lautbildung von Plosiven (und hier des stimmlosen gegenüber des stimmhaften) gegenüber der aller anderen Laute die höchste Muskelspannung erfordert (POMPINO-MRASCHALL 1995).
Die Laute [] bzw. [] werden in der Lautbildungstendenz der Risikogruppe 1 zugeordnet. Sie könnten in der Symptomatik auf eine mögliche Gefährdung hinweisen, da eine gewisse Artikulationsverlagerung vorhanden ist, diese jedoch mit einer geringeren Muskelspannung einhergeht als bei der Artikulation von Plosiven.
Die Analyse von Lauten nach Lautklassen erfolgte zunächst separat nach Artikulationszonen . So wird erkennbar, welche Lautklassen an welchen Artikulationszonen bevorzugt auftreten.
Danach wurde die Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen insgesamt an allen Artikulationszonen überprüft. Somit werden allgemeine Aussagen darüber möglich, welche Lautklassen am häufigsten und welche am seltensten vertreten sind.
Die Berücksichtigung
sonorantischer Eigenschaften
der Laute innerhalb der Lautklassen erfolgte sowohl
separat an den einzelnen Artikulationszonen als auch
insgesamt an allen Artikulationszonen.
Zuletzt wurde der
Anteil stimmhafter dem stimmloser Laute von allen
registrierten Lauten gegenübergestellt, um eine eventuell
vorliegende Präferenz für Laute mit bzw. ohne sonorantischem
Charakter ausfindig zu machen.
|
| [Seite 134↓] |
| Abb. 18: Darstellung der Artikulationszonen, der Laute und Lautklassen (modifiziert nach SCHLENKER-SCHULTE u.a. 1990; POMPINO-MARSCHALL 1995). | ||
|
|
|
| [Seite 135↓] |
In der linguistischen Phase, der Phase des Sprechbeginns (1.Wort bis 1;6 Jahre), wurde die Analyse des Sprachmaterials nach folgenden Aspekten durchgeführt:
Die lexikalisch-semantische Analyse des Sprachmaterials beinhaltete als erstes die Erhebung des aktiven Wortschatzes (Umfang), d.h. es wurde die Anzahl der von jedem Probanden produzierten Wörter bis zum Alter von 1;6 Jahren festgestellt. Die Auswertung wurde mit Hilfe der folgenden Einteilungsskalen vorgenommen:
|
I |
0 Wörter |
|
II |
1-10 Wörter |
|
III |
11-20 Wörter |
|
IV |
21-30 Wörter |
|
V |
31-40 Wörter |
|
VI |
41-50 Wörter |
|
VII |
mehr als 50 Wörter |
Als nächstes wurden die Wortstrukturen , d.h. die Wortzusammensetzung nach ein-, zwei- bzw. mehrsilbig (z.B. S, SS, SSS, ...), analysiert.
Des weiteren wurde die Silbenstruktur , d.h. die Silbenszusammensetzung aus vokalischen bzw. konsonantischen Segmenten (z.B. KV, KVKV, KVK, ...), erfaßt.
Es folgte ein Vergleich der aufgetretenen Formen in der Probandengruppe mit denen altersgleicher Kinder ohne Spaltbildungen, wie sie in der Literatur beschrieben werden.
Die phonetische Analyse des Sprachmaterials umfaßte die Erhebung der selben Kategorien wie in der prälinguistischen Phase. Diese sind in der Übersicht dargestellt:
Verwendung von Artikulationszonen
Phoninventar
Lautklassen
In der Längsschnittuntersuchung wurde der
Entwicklungsverlauf über den gesamten Zeitraum von 1;6 Jahren erfaßt.
Es wurde der Beginn der 3 Phasen (1.LP, 2.LP, SB) der 100 Probanden
über den gesamten Zeitraum von 1;6 Jahren ermittelt.
Dabei wurde
festgestellt, ob der überwiegende Teil der Probanden einen
kontinuierlichen bzw. nicht kontinuierlichen temporalen Verlauf zeigte.
Die Längsschnittuntersuchung zum strukturellen Verlauf ermittelte, ob über den gesamten Zeitraum von 1;6 Jahren gemeinsame Entwicklungsstrategien der 100 Probanden bestanden hinsichtlich:
der Verwendung von Artikulationszonen (AZ)
des Phoninventars
der Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen (LK)
Es wurde in der Regel die gleiche Reihenfolge wie in der Querschnittsuntersuchung eingehalten.
|
| [Seite 137↓] |
Von 9 der insgesamt 100 Probanden konnten zu den Lautproduktionen
weder in temporaler noch struktureller Hinsicht in dieser Phase
Daten erhoben werden.
8 (Nr. 38; 51; 53; 63; 69; 78; 88; 100)
dieser 9 Probanden wurden erst in einem Alter von 0;3-0;4 Jahre (3-4
Monate) in der Klinik vorstellig, so daß der Entwicklungszeitraum
von der Geburt bis zu diesem Alter nicht erfaßt werden
konnte.
Bei 1 (Nr. 54) der 9 Probanden begann die Beobachtung
und Dokumentation der Entwicklung, wie bei allen anderen Probanden
auch, schon wenige Tage nach der Geburt, doch aufgrund seltener und
dann äußerst reduzierter Lautäußerungen konnten weder von den Eltern
in Eigenbeobachtung noch von der Sprachheilpädagogin in klinischer
Beobachtung präzise und damit auswertbare Daten erhoben
werden.
Diese 9 Probanden sind in der Rubrik „keine Angaben“ erfaßt.
Der Zeitpunkt des Beginns der 1.Lallphase der 100 Probanden wurde folgendermaßen konstatiert (Tab. 23, 24, Abb. 19):
Von den übrigen 91 Probanden nahmen 36 Probanden (39,5%) im Alter von
0;2 Jahre (2 Monate), 19 Probanden (20,9%) im Alter von 0;3 Jahre (3
Monate), 15 Probanden (16,5%) im Alter von 0;1 Jahre (1 Monat), 9
Probanden (9,9%) im Alter von 0;4 Jahre (4 Monate), 4 Probanden
(4,4%) im Alter von 0-0;1 Jahre (< 1 Monat), 3 Probanden
(3,3%) im Alter von 0;6 Jahre (6 Monate), 2 Probanden (2,2%) im
Alter von 0;5 Jahre (5 Monate) und 2 Probanden (2,2%) im Alter von
0;7 Jahre (7 Monate) ihre Lalltätigkeit auf.
Nur 1 Proband
(1,1%) begann erst im Alter von 0;8 Jahre (8 Monate) mit der
Produktion lalltypischer Äußerungen.
Tab. 23: Probandenanteile zum Zeitpunkt des Beginns der 1.Lallphase.
|
Alter |
Probandenanzahl (n) |
Prozentualer Anteil (%) |
|
0 Jahre (<1 Monat) |
4 |
4,4% |
|
0;1 Jahre ( 1 Monat) |
15 |
16,5% |
|
0;2 Jahre ( 2 Monate) |
36 |
39,5% |
|
0;3 Jahre ( 3 Monate) |
19 |
20,9% |
|
0;4 Jahre ( 4 Monate) |
9 |
9,9% |
|
0;5 Jahre ( 5 Monate) |
2 |
2,2% |
|
0;6 Jahre ( 6 Monate) |
3 |
3,3% |
|
0;7 Jahre ( 7 Monate) |
2 |
2,2% |
|
0;8 Jahre ( 8 Monate) |
1 |
1,1% |
|
keine Angaben |
9 |
— |
|
Insgesamt |
100 |
100% |
|
| [Seite 138↓] |
| Abb. 19: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zum Zeitpunkt des Beginns der 1.Lallphase. | ||
|
|
In dem als normgerecht definierten
Zeitraum von 0;1-0;3 Jahre
(1-3 Monate) lag für insgesamt 70 Probanden (76,9%) der Beginn
der 1.Lallphase.
Nur 21 Probanden (23,1%) begannen außerhalb
dieses Zeitraums mit der lalltypischen Lautproduktion. Davon
zeigten 4 Probanden (4,4%) diese Lautrealisierungen in einem Alter
vor 0;1 Jahre und 17 Probanden (18,7%) in einem Alter ab 0;4 Jahren
(Abb. 20).
| Abb. 20: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zum Zeitpunkt des Beginns der 1.Lallphase (Normbereich). | ||
|
|
|
| [Seite 139↓] |
Tab. 24: Probandenliste zum temporalen Verlauf in der 1.LP.
|
n |
1.LP / Beginn |
n |
1.LP / Beginn |
n |
1.LP / Beginn |
n |
1.LP / Beginn |
|
1 |
0;1 Jahre |
26 |
0;2 Jahre |
51 |
keine Angaben |
76 |
0;3 Jahre |
|
2 |
0-0;1 Jahre |
27 |
0;4 Jahre |
52 |
0;1 Jahre |
77 |
0;7 Jahre |
|
3 |
0;3 Jahre |
28 |
0;3 Jahre |
53 |
keine Angaben |
78 |
keine Angaben |
|
4 |
0;2 Jahre |
29 |
0;2 Jahre |
54 |
keine Angaben |
79 |
0;3 Jahre |
|
5 |
0;1 Jahre |
30 |
0;2 Jahre |
55 |
0;1 Jahre |
80 |
0;4 Jahre |
|
6 |
0;2 Jahre |
31 |
0;3 Jahre |
56 |
0;4 Jahre |
81 |
0;3 Jahre |
|
7 |
0;1 Jahre |
32 |
0;3 Jahre |
57 |
0-0;1 Jahre |
82 |
0;4 Jahre |
|
8 |
0;8 Jahre |
33 |
0;2 Jahre |
58 |
0;1 Jahre |
83 |
0;2 Jahre |
|
9 |
0;3 Jahre |
34 |
0;4 Jahre |
59 |
0;2 Jahre |
84 |
0;2 Jahre |
|
10 |
0;1 Jahre |
35 |
0;2 Jahre |
60 |
0;2 Jahre |
85 |
0;3 Jahre |
|
11 |
0;1 Jahre |
36 |
0;2 Jahre |
61 |
0;6 Jahre |
86 |
0;6 Jahre |
|
12 |
0;2 Jahre |
37 |
0;3 Jahre |
62 |
0;2 Jahre |
87 |
0;1 Jahre |
|
13 |
0;1 Jahre |
38 |
keine Angaben |
63 |
keine Angaben |
88 |
keine Angaben |
|
14 |
0;2 Jahre |
39 |
0;2 Jahre |
64 |
0;2 Jahre |
89 |
0;2 Jahre |
|
15 |
0;5 Jahre |
40 |
0;2 Jahre |
65 |
0;3 Jahre |
90 |
0;2 Jahre |
|
16 |
0;3 Jahre |
41 |
0;1 Jahre |
66 |
0;2 Jahre |
91 |
0;3 Jahre |
|
17 |
0;4 Jahre |
42 |
0;4 Jahre |
67 |
0;2 Jahre |
92 |
0;4 Jahre |
|
18 |
0;2 Jahre |
43 |
0;3 Jahre |
68 |
0;3 Jahre |
93 |
0;3 Jahre |
|
19 |
0;2 Jahre |
44 |
0;2 Jahre |
69 |
keine Angaben |
94 |
0-0;1 Jahre |
|
20 |
0;2 Jahre |
45 |
0;1 Jahre |
70 |
0;3 Jahre |
95 |
0;2 Jahre |
|
21 |
0;2 Jahre |
46 |
0;2 Jahre |
71 |
0;5 Jahre |
96 |
0;3 Jahre |
|
22 |
0-0;1 Jahre |
47 |
0;2 Jahre |
72 |
0;2 Jahre |
97 |
0;7 Jahre |
|
23 |
0;1 Jahre |
48 |
0;2 Jahre |
73 |
0;1 Jahre |
98 |
0;2 Jahre |
|
24 |
0;1 Jahre |
49 |
0;6 Jahre |
74 |
0;2 Jahre |
99 |
0;3 Jahre |
|
25 |
0;2 Jahre |
50 |
0;2 Jahre |
75 |
0;4 Jahre |
100 |
keine Angaben |
|
| [Seite 140↓] |
Die Betrachtung der einzelnen Artikulationszonen (AZ), die jeweils von den 100 Probanden bei der Lautbildung verwendet wurden, ergab folgende Häufigkeitsverteilung:
Von den 91 Probanden (keine Angaben: 9 Probanden) wurde für die Lautbildung in der 1.Lallphase die 4.Artikulationszone mit Abstand am häufigsten, von 90 Probanden (98,9%), gebraucht. In größerer Distanz folgte in der Häufigkeitsreihenfolge die 3.Artikulationszone , die von 30 Probanden (32,9%) verwendet wurde. Die 1.Artikulationszone wurde von 27 Probanden (29,7%) und die 2.Artikulationszone von 19 Probanden (20,9%) benötigt (Tab. 25, 27, Abb. 21).
Tab. 25: Probandenanteile zur Verwendung der einzelnen Artikulationszonen in der 1.LP.
|
AZ |
Probandenanzahl n |
Prozentualer Anteil |
|
1.AZ |
27 Probanden (v.H.) |
29,7% (v.H.) |
|
2.AZ |
19 Probanden (v.H.) |
20,9% (v.H.) |
|
3.AZ |
30 Probanden (v.H.) |
32,9% (v.H.) |
|
4.AZ |
90 Probanden (v.H.) |
98,9% (v.H.) |
|
keine Angaben |
9 Probanden (v.H.) |
— |
| Abb. 21: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Verwendung der einzelnen Artikulationszonen (AZ) in der 1.LP. | ||
|
|
|
| [Seite 141↓] |
Die Betrachtung der Verwendung der Artikulationszonen insgesamt auf die 100 Probanden bezogen ergab folgende Häufigkeitsverteilung:
Der größte Anteil von 36 Probanden (39,5%) verwendete ausschließlich die 4.AZ für die Lautbildung. Von 15 Probanden (16,5%) wurde die 3./4.AZ gebraucht. 12 Probanden (13,2%) realisierten an der 1./4.AZ ihre Lautbildung. 9 Probanden (9,9%) benötigten die 2./4.AZ . Bei 8 Probanden (8,8%) erfolgte die Lautbildung an der 1./3./4.AZ . Von 4 Probanden (4,4%) wurde die 1./2./4.AZ verwendet. Jeweils 3 Probanden (3,3%) produzierten an der 1./2./3./4.AZ und an der 2./3./4.AZ Laute. Nur 1 Proband (1,1%) verwendete ausschließlich die 3.AZ (Tab. 26, Abb. 22).
Tab. 26: Probandenanteile zur Verwendung von AZ insgesamt in der 1.LP.
|
AZ |
Probandenanzahl n |
Prozentualer Anteil |
|
1. 1./2. 1./2./3. 1./2./3./4. 1./2./ 4. 1./ 3./4. 1./ 4. 1./ 3. |
— — — 3 Probanden 4 Probanden 8 Probanden 12 Probanden — |
— — — 3,3% 4,4% 8,8% 13,2% — |
|
2. 2./3. 2./3./4. 2./ 4. |
— — 3 Probanden 9 Probanden |
— — 3,3% 9,9% |
|
3. 3./4. |
1 Proband 15 Probanden |
1,1% 16,5% |
|
4. |
36 Probanden |
39,5% |
|
keine Angaben |
9 Probanden |
— |
|
Insgesamt |
100 Probanden |
100% |
| Abb. 22: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Verwendung von AZ insgesamt in der 1.LP. | ||
|
|
|
| [Seite 142↓] |
Tab. 27: Probandenliste zur Verwendung von AZ in der 1.LP.
|
n |
AZ |
n |
AZ |
n |
AZ |
n |
AZ |
|
1 |
4. |
26 |
4. |
51 |
keine Angaben |
76 |
4. |
|
2 |
1./2./3./4. |
27 |
1./4. |
52 |
1./3./4. |
77 |
4. |
|
3 |
4. |
28 |
2./4. |
53 |
keine Angaben |
78 |
keine Angaben |
|
4 |
1./2./3./4. |
29 |
1./2./4. |
54 |
keine Angaben |
79 |
4. |
|
5 |
2./3./4. |
30 |
3. |
55 |
3./4. |
80 |
3./4. |
|
6 |
1./4. |
31 |
1./3./4. |
56 |
4. |
81 |
2./3./4. |
|
7 |
2./4. |
32 |
1./4. |
57 |
4. |
82 |
1./2./4. |
|
8 |
1./3./4. |
33 |
4. |
58 |
3./4. |
83 |
1./4. |
|
9 |
1./3./4. |
34 |
1./4. |
59 |
4. |
84 |
2./4. |
|
10 |
1./3./4. |
35 |
1./4. |
60 |
4. |
85 |
3./4. |
|
11 |
3./4. |
36 |
1./4. |
61 |
4. |
86 |
4. |
|
12 |
2./4. |
37 |
1./3./4. |
62 |
1./4. |
87 |
1./2./4. |
|
13 |
1./4. |
38 |
keine Angaben |
63 |
keine Angaben |
88 |
keine Angaben |
|
14 |
4. |
39 |
4. |
64 |
3./4. |
89 |
4. |
|
15 |
1./2./3./4. |
40 |
4. |
65 |
3./4. |
90 |
3./4. |
|
16 |
4. |
41 |
2./3./4. |
66 |
4. |
91 |
4. |
|
17 |
4. |
42 |
1./4. |
67 |
3./4. |
92 |
2./4. |
|
18 |
3./4. |
43 |
4. |
68 |
4. |
93 |
4. |
|
19 |
4. |
44 |
1./3./4. |
69 |
keine Angaben |
94 |
4. |
|
20 |
4. |
45 |
4. |
70 |
4. |
95 |
4. |
|
21 |
3./4. |
46 |
2./4. |
71 |
4. |
96 |
3./4. |
|
22 |
3./4. |
47 |
4. |
72 |
2./4. |
97 |
1./4. |
|
23 |
1./3./4. |
48 |
1./2./4. |
73 |
2./4. |
98 |
3./4. |
|
24 |
4. |
49 |
3./4. |
74 |
1./4. |
99 |
4. |
|
25 |
4. |
50 |
2./4. |
75 |
4. |
100 |
keine Angaben |
|
| [Seite 143↓] |
Bei der Betrachtung der aufgetretenen Laute an den jeweiligen AZ ergab sich folgende Häufigkeitsverteilung (Abb. 23, Tab. 28, 34):
An der 1.Artikulationszone wurden am häufigsten die Laute [m] von 27 Probanden (29,7%) und [υ] von 14 Probanden (15,4%) gebildet. Mit geringerer Auftretenshäufigkeit erschienen des weiteren die Laute [β] bei 4 Probanden (4,4%), [f] bei 3 Probanden (3,3%), [b] bei 2 Probanden (2,2%) und [v] bei 1 Probanden (1,1%).
Die 2.Artikulationszone wurde am häufigsten für die Bildung der Laute [l] bei 17 Probanden (18,7%) und [n] bei 6 Probanden (6,6%) benötigt. Außerdem traten die Laute [ð] bei 2 Probanden (2,2%) und [d] bei 1 Probanden (1,1%) auf.
An der 3.Artikulationszone wurde von 28 Probanden (30,7%) das [j], von 8 Probanden (8,8%) das [] und von 7 Probanden (7,7%) das [] realisiert. Bei jeweils 3 Probanden erschienen die Laute [g] und [ʝ], bei jeweils 2 Probanden (2,2%) die Laute [ç] und []. 1 Proband (1,1%) bildete den Laut [k].
An der 4.Artikulationszone traten am häufigsten der Laut [h] mit einer Beteiligung von 81 Probanden (89,0%) und der Laut [] mit 80 Probanden (87,9%) auf. Mit größerem Abstand von diesen Probandenzahlen folgten die Laute [] mit einem Anteil von 44 Probanden (48,3%) und [] mit 36 Probanden (39,5%). Die Laute [] produzierten 15 Probanden (16,5%) und [Δ] 6 Probanden (6,6%).
| Abb. 23: Darstellung der prozentualen Probandenanteile von Lauten an den AZ in der 1.LP. | ||
|
|
|
|
Tab. 28: Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten an den AZ in der 1.LP.
|
AZ |
LK |
Laute |
Probandenanzahl n |
Proz. Anteil (%) |
|
|
1.AZ |
Plosive |
stl. sth. |
[p] [b] |
0 Probanden (v.H.) 2 Probanden (v.H.) |
— 2,2% (v.H.) |
|
Frikative |
stl. sth. |
[φ] |
0 Probanden (v.H.) 4 Probanden (v.H.) |
— 4,4% (v.H.) |
|
|
stl. sth. |
[f] [v] |
3 Probanden (v.H.) 1 Proband (v.H.) |
3,3% (v.H.) 1,1% (v.H.) |
||
|
Approximanten |
sth. |
[υ] |
14 Probanden (v.H.) |
15,4% (v.H.) |
|
|
Nasale |
sth. |
[m] |
27 Probanden (v.H.) |
29,7% (v.H.) |
|
|
2.AZ |
Plosive |
stl. sth. |
[t] [d] |
0 Probanden (v.H.) 1 Proband (v.H.) |
— 1,1% (v.H.) |
|
Frikative |
stl. sth. |
[θ] |
0 Probanden (v.H.) 2 Probanden (v.H.) |
— 2,2% (v.H.) |
|
|
stl. sth. |
[s] [z] |
0 Probanden (v.H.) 0 Probanden (v.H.) |
— — |
||
|
stl. sth. |
[∫] |
0 Probanden (v.H.) 0 Probanden (v.H.) |
— — |
||
|
Vibranten |
sth. |
[r] |
0 Probanden (v.H.) |
— |
|
|
Laterale |
sth. |
[l] |
17 Probanden (v.H.) |
18,7% (v.H.) |
|
|
Nasale |
sth. |
[n] |
6 Probanden (v.H.) |
6,6% (v.H.) |
|
|
3.AZ |
Plosive |
stl. sth. |
[k] [g] |
1 Proband (v.H.) 3 Probanden (v.H.) |
1,1% (v.H.) 3,3% (v.H.) |
|
Frikative |
stl. sth. |
[ç] |
2 Probanden (v.H.) 3 Probanden (v.H.) |
2,2% (v.H.) 3,3% (v.H.) |
|
|
stl. sth. |
[x] |
0 Probanden (v.H.) 0 Probanden (v.H.) |
— — |
||
|
stl. sth. |
[χ] |
0 Probanden (v.H.) 2 Probanden (v.H.) |
— 2,2% (v.H.) |
||
|
Vibranten |
sth. |
[R] |
0 Probanden (v.H.) |
— |
|
|
Laterale |
sth. |
[] |
7 Probanden (v.H.) |
7,7% (v.H.) |
|
|
Approximanten |
sth. |
[j] |
28 Probanden (v.H.) |
30,7% (v.H.) |
|
|
Nasale |
sth. |
[] |
8 Probanden (v.H.) |
8,8% (v.H.) |
|
|
4.AZ |
Plosive |
stl. sth. |
[] |
15 Probanden (v.H.) 36 Probanden (v.H.) |
16,5% (v.H.) 39,5% (v.H.) |
|
Frikative |
stl. sth. |
[] |
44 Probanden (v.H.) 80 Probanden (v.H.) |
48,3% (v.H.) 87,9% (v.H.) |
|
|
Hauchlaute |
stl. |
[h] |
81 Probanden (v.H.) |
89,0% (v.H.) |
|
|
Nasale |
sth. |
[Δ] |
6 Probanden (v.H.) |
6,6% (v.H.) |
|
| [Seite 145↓] |
Es ergab sich eine Haufigkeitsreihenfolge im Auftreten der Laute von [h], [], [], [], [j], [m], [l], [], [υ], [], [], [n], [Δ], [β], [f], [g], [ʝ], [b], [ð], [ç], [], [v], [d], [k].
Bei der Betrachtung der Lautproduktionen der 100 Probanden wurden folgende Phoninventare analysiert (Tab. 29):
An der
1.Artikulationszone
enthielt das Phoninventar des größten Anteils von 64
Probanden (70,1%) keine Laute dieser AZ.
Bei 10 Probanden
(11,0%) bestand das Inventar aus dem Laut [m] und bei 8
Probanden (8,8%) aus den Lauten [m, υ].
2 Probanden (2,2%)
verfügten über die Laute [β, υ, m].
Jeweils 1 Proband (1,1%)
zeigte in seinem Inventar die Laute [v, υ, m], [b, m], [f, υ,
m], [b, υ, m], [f, m], [β, f, υ, m] sowie [β, m].
Auch an der
2.Artikulationszone
zeigte der größte Anteil von 72 Probanden (79,1%) keine
Laute dieser AZ.
Bei 11 Probanden (12,1%) trat
ausschließlich der Laut [l] im Inventar auf.
3 Probanden
verfügten über ein Inventar von [l, n].
Bei jeweils 2
Probanden (2,2%) umfaßten die Inventare die Laute [n] und [ð,
l].
Nur 1 Proband (1,1%) enthielt in seinem Inventar die
Laute [d, l, n].
An der
3.Artikulationszone
verfügte ebenfalls der größte Anteil von 61 Probanden
(67,0%) über keine Laute dieser AZ.
Das phonetische Inventar
von 14 Kindern (15,4%) bestand lediglich aus dem einen Laut
[j]
Jeweils 3 Probanden (3,3%) verfügten über die Inventare
[, j] und [j, ].
Bei 2 Probanden (2,2%) enthielt das
Phoninventar die Laute [g, j].
Jeweils 1 Proband (1,1%)
zeigte in seinem Inventar die Laute [g, , j], [ç, ʝ, j], [ʝ, ,
, j], [], [k, ç, , j, ], [ʝ, j, ], [, j, ] und [, ].
Die an der
4.Artikulationszone
am häufigsten aufgetretenen phonetischen Inventare
umfaßten zum einen die Laute [, , h] mit einem Probandenanteil
von 17 Kindern (18,7%) und zum anderen die Laute [, h] von 16
Kindern (17,5%).
Bei den nächstgrößten Gruppen von
Probandenanteilen enthielt das phonetische Inventar die Laute
[, , , h] bei 11 Kindern (12,1%) und die Laute [, , h] bei
9 Kindern (9,9%).
Das Inventar von 7 Kindern (7,7%) umfaßte
die Laute [, , , , h].
Die folgenden Anteile von
jeweils 5 Probanden (5,5%) zeigten die phonetischen Inventare
[, ] und [, h].
4 Probanden (4,4%) verfügten über ein
Inventar von [, , , h].
Bei jeweils 3 Probanden (3,3%)
umfaßte das Phoninventar die Laute [], [h] und [, h,
Δ].
Jeweils 2 Probanden (2,2%) wiesen in ihrem Inventar die
Laute [, , , h] und [h, Δ] auf.
Die geringsten Anteile
von jeweils 1 Probanden (1,1%) entfielen auf die Lautinventare
[, , h], [, , ] und [, , h, Δ]. Ebenfalls nur 1 Kind
(1,0%) realisierte keine Laute der 4.AZ.
|
|
Tab. 29: Phoninventare der 91 Probanden in der 1.LP.
|
| [Seite 147↓] |
Bei der Überprüfung der Lautinventare der 4.AZ auf charakteristische Tendenzen in der Symptomatik der jeweiligen Sprachtypen ergab sich hinsichtlich der Probandenzahlen folgende Verteilung (Tab. 30, Abb. 24):
Der geringste Probandenanteil von 6 Kindern (6,6%) in der Risikogruppe 0 verfügte über ein phonetisches Inventar von [h], [Δ] oder produzierte keine Laute der 4.Artikulationszone.
Das Phoninventar des zweitgrößten Probandenanteils von 41 Kindern (45,1%) enthielt in der Risikogruppe 2 neben anderen Lauten die Plosivlaute[] bzw. [].
Der größte Probandenanteil von 44 Kindern (48,3%) enthielt in seinem phonetischen Inventar hauptsächlich die Laute [] sowie [] und wurde daher der Risikogruppe 1 zugeordnet.
Tab. 30: Probandenanteile zu charakteristischen Tendenzen in der Lautbildung in der 1.LP.
|
| [Seite 148↓] |
| Abb. 24: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zu charakteristischen Tendenzen in der Lautbildung in der 1.LP. | ||
|
|
Das Auftreten von Obstruenten (Frikative / Plosive) an der 4.AZ ist in Tab. 31 dargestellt. Insgesamt 85 Probanden (93,4%) bildeten Frikative und/oder Plosive an der 4.AZ. Davon traten bei der größten Probandenanzahl von 44 Kindern (48,3%) ausschließlich Fikative auf. Bei 41 Probanden (45,1%) erschienen gleichzeitig Frikative und Plosive im Phoninventar. Probanden, die ausschließlich Plosive ohne gleichzeitige Frikativbildungen realisierten, wurden nicht ermittelt.
Tab. 31: Probandenanteile zur Frikativ- und Plosivproduktion an der 4.AZ in der 1.LP.
|
LK |
Probandenanzahl n |
prozentualer Anteil (%) |
||||||
|
Frikative |
44 |
85 |
85 |
44 |
48,3% |
93,4% |
93,4% |
48,3% |
|
Frikative/Plosive |
41 |
45,1% | ||||||
|
Plosive |
0 |
0 |
— |
— | ||||
|
keine F. u/o P. |
6 |
6,6% | ||||||
|
keine Angaben |
9 |
— | ||||||
|
Insgesamt |
100 |
100% |
|
| [Seite 149↓] |
Die Anzahl der Probanden, welche Frikative an der 4.AZ realisierten, ist in Tab. 32 dargestellt. Der größte Probandenanteil von 41 Kindern (45,1%) realisierte ausschließlich die stimmhafte Frikativform [] ohne stimmlose Lautvariante. Beim nächstgrößten Probandenanteil von 39 Kindern (42,8%) traten beide sonorantischen Lautvarianten [, ] gleichzeitig im Phoninventar auf. Bei der geringsten Probandenanzahl von 5 Kindern (5,5%) erfolgte ausschließlich die Bildung des stimmlosen Frikativs [].
Tab. 32: Probandenzahlen zur Frikativlautproduktion an der 4.AZ in der 1.LP.
Bei der Betrachtung der Probanden, welche an der 4.Artikulationszone Plosive produzierten, ergab sich eine ähnliche Verteilung (Tab. 33): Bei der überwiegenden Mehrheit von 50 Probanden (54,9%) erschienen keine Plosivbildungen. Der größte Probandenanteil von 26 Kindern (28,6%) produzierte den stimmhaften Plosiv [] ohne stimmlose Lautergänzung. Beide Lautvarianten wurden von 10 Probanden (11,0%) realisiert. Der geringste Anteil von 5 Probanden (5,5%) bildete ausschließlich den stimmlosen Lauttyp [].
Tab. 33: Probandenanteile zur Plosivlautproduktion an der 4.AZ in der 1.LP.
|
| [Seite 150↓] |
Tab. 34: Probandenliste zum Phoninventar in der 1.LP.
|
| [Seite 151↓] |
(Fortsetzung Tab.34: Probandenliste zum Phoninventar in der 1.LP.)
|
| [Seite 152↓] |
(Fortsetzung Tab.34: Probandenliste zum Phoninventar in der 1.LP.)
|
| [Seite 153↓] |
Die Betrachtung der Auftretenshäufigkeiten von Lauten nach Lautklassen insgesamt an den jeweiligen Artikulationszonen ergab folgende Verteilung (Tab. 35; Abb. 25):
An der
1.Artikulationszone
erfolgte an der Gesamtlautzahl (393) gemessen am
häufigsten die Bildung von Nasalen (27x) und Approximanten
(14x). Des weiteren zeigten sich zu geringeren Anteilen
Frikative (8x) und Plosive (2x).
An der
2.Artikulationszone
erschienen überwiegend Laterale (17x) und Nasale (6x).
Außerdem wurden zu geringeren Anteilen Frikative (2x) und
Plosive (1x) registriert. Vibranten wurden nicht
realisiert.
An der
3.Artikulationszone
traten vorrangig Approximanten (28x) auf. Nasale (8x),
Frikative (7x), Laterale (7x) und Plosive (4x) wurden seltener
beobachtet. Die Realisierung von Vibranten konnte nicht
festgestellt werden.
An der
4.Artikulationszone
wurden am häufigsten Frikative (124x) registriert. Es
folgten in der Häufigkeitsreihenfolge Hauchlaute (81x), Plosive
(51x) und Nasale (6x).
|
Lautklasse |
Artikulationszonen |
Insgesamt |
% |
|||
|
1.AZ |
2.AZ |
3.AZ |
4.AZ |
|||
|
Plosive |
2 |
1 |
4 |
51 |
58 |
14,8% |
|
Frikative |
8 |
2 |
7 |
124 |
141 |
35,9% |
|
Hauchlaute |
— |
— |
— |
81 |
81 |
20,6% |
|
Vibranten |
— |
0 |
0 |
— |
0 |
— |
|
Laterale |
— |
17 |
7 |
— |
24 |
6,1% |
|
Approx. |
14 |
— |
28 |
— |
42 |
10,7% |
|
Nasale |
27 |
6 |
8 |
6 |
47 |
11,9% |
|
Insgesamt |
51 |
26 |
54 |
262 |
393 |
100% |
Insgesamt wurden 393 Laute erfaßt (Tab. 35; Abb. 27).
Den größten Anteil davon bildeten die stimmhaften und stimmlosen
Frikative
mit einer Auftretensfrequenz von 141x. Sie stellten einen
prozentualen Anteil von 35,9% an der Gesamtproduktion aller 393
registrierten Laute (100 %) dar.
Es folgten die
Hauchlaute
, die insgesamt 81x (20,6%) auftraten.
Die Laute der
Lautklasse
Plosive
wurden 58x (14,8%) beobachtet.
Nasallaute
traten 47x (11,9%) auf.
Approximanten
erschienen 42x (10,7%).
Laute der Lautklasse
Laterale
wurden 24x (6,1%) erfaßt.
Vibranten
wurden nicht registriert.
|
| [Seite 154↓] |
So ergab sich folgende Reihenfolge in der Auftretenshäufigkeit von Lauten in den Lautklassen:
Frikative > Hauchlaute > Plosive > Nasale > Approximanten > Laterale.
Diese Lautanteile der Lautklassen stehen in folgendem Verhältnis (Abb. 25) zueinander:
|
5,2 |
: |
3,4 |
: |
2,1 |
: |
1,9 |
: |
1,7 |
: |
1. |
| Abb. 25: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen insgesamt an allen Artikulationszonen in der 1.LP. | ||
|
|
Es traten 280 Obstruenten (71,2%) und 113 Sonoranten (28,8%) auf. Die Lautanteile stehen in einem Verhältnis von 2,5 : 1 zueinander.
Die Analyse der Laute nach Lautklassen gemäß ihrer
sonorantischen Eigenschaften insgesamt
ergab folgende Verteilung (Abb. 26, 27):
Von den
insgesamt 393 registrierten Lauten trugen 247 Laute (62,8%)
stimmhaften
und 146 Laute (37,2%)
stimmlosen Charakter
. Die Anzahl der Laute mit den Merkmalen der Stimmhaftig-
bzw. –losigkeit stehen in einem
Verhältnis
von 1,7 : 1 zueinander.
| Abb. 26: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zurAuftretenshäufigkeit von Lauten gemäß ihrer sonorantischen Eigenschaften in der 1.LP. | ||
|
|
|
| [Seite 155↓] |
Bei Berücksichtigung sonorantischer Eigenschaften ergaben sich folgende Auftretenshäufigkeiten von Lauten nach Lautklassen an den einzelnen Artikulationszonen (Abb. 27):
An der
1.Artikulationszone
erschienen am häufigsten Nasale (27x) und Approximanten
(14x), die ausschließlich stimmhafter Natur sind. Bei dem
insgesamt relativ geringen Anteil der Frikative wurden etwas
häufiger stimmhafte (5x) als stimmlose (3x) Laute registriert.
Plosive wurden selten (2x) und stimmhaft gebildet.
Die
2.Artikulationszone
ermöglichte in der Probandengruppe ausschließlich die
Bildung stimmhafter Laute. Laterale (17x) und Nasale (6x), die
überwiegend erschienen, tragen grundsätzlich stimmmhaften
Charakter. Aber auch die äußerst selten beobachteten Frikative
(2x) und Plosive (1x) wurden ausnahmslos stimmhaft
realisiert.
An der
3.Artikulationszone
wurden vorrangig Approximanten (28x), Nasale (8x) und
Laterale (7x) erfaßt, die stets das Merkmal der Stimmhaftigkeit
zeigen. Bei den insgesamt relativ kleinen Anteilen der Frikative
und Plosive wurden etwas häufiger stimmhafte (5x, 3x) als
stimmlose (2x, 1x) Laute beobachtet.
Die
4.Artikulationszone
erlaubte die Bildung von Lauten vier verschiedener
Lautklassen: Sowohl bei den Plosiven als auch bei den Frikativen
trat die stimmhafte Variante der Lautrealisation ([] 36x / []
80x) jeweils ca. doppelt so häufig wie die stimmlose Form ([]
15x / [] 44x) auf. Hauchlaute, in dieser Lautklasse gibt es nur
eine stimmlose Variante [h], wurden 81x produziert. Nasale,
stets stimmhafter Natur, traten 6x auf.
|
| [Seite 156↓] |
| Abb. 27: Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen insgesamt und an den jeweiligen Artikulationszonen in der 1.LP in Abhängigkeit von der erfaßten Gesamtlautzahl. | ||
|
|
|
| [Seite 157↓] |
Insgesamt konnten von allen 100 Probanden auswertbare Daten erhoben werden. Auf die Kategorie „keine Angaben“ entfallen somit 0 (keine) Probanden.
Die 2.Lallphase begann in der Häufigkeitsreihenfolge der Probandenzahlen für 28 Probanden (28,0%) im Alter von 0;6 Jahre (6 Monate), für 19 Probanden (19,0%) im Alter von 0;7 Jahre (7 Monate), für 17 Probanden (17,0%) im Alter von 0;8 Jahre (8 Monate), für 10 Probanden (10,0%) im Alter von 0;5 Jahre (5 Monate), für 10 Probanden (10,0%) im Alter von 0;9 Jahre (9 Monate), für 8 Probanden (8,0%) im Alter von 0;10 Jahre (10 Monate), für 5 Probanden (5,0%) im Alter von 0;11 Jahre (11 Monate), für 2 Probanden (2,0%) im Alter von 1;0 Jahre (12 Monate) und für 1 Probanden (1;0%) im Alter von 0;4 Jahre (4 Monate) (Tab. 36, 37; Abb. 28).
Tab. 36: Probandenanteile zum Zeitpunkt des Beginns der 2.Lallphase.
|
Alter |
Probandenanzahl (n) |
Prozentualer Anteil (%) |
|
0;4 Jahre ( 4 Monate) |
1 |
1% |
|
0;5 Jahre ( 5 Monate) |
10 |
10% |
|
0;6 Jahre ( 6 Monate) |
28 |
28% |
|
0;7 Jahre ( 7 Monate) |
19 |
19% |
|
0;8 Jahre ( 8 Monate) |
17 |
17% |
|
0;9 Jahre ( 9 Monate) |
10 |
10% |
|
0;10 Jahre (10 Monate) |
8 |
8% |
|
0;11 Jahre (11 Monate) |
5 |
5% |
|
1;0 Jahre (12 Monate) |
2 |
2% |
|
keine Angaben |
0 |
— |
|
Insgesamt |
100 |
100% |
| Abb. 28: Darstellung der Probandenanteile zum Zeitpunkt des Beginns der 2.Lallphase. | ||
|
|
|
| [Seite 158↓] |
In dem
Zeitraum von 0;4-0;8 Jahre
(4-8 Monate), der für den Beginn der 2.Lallphase als
normgerecht festgelegt wurde, begannen 75 Probanden (75,0%) mit der
für die 2.Lallphase charakteristischen Lalltätigkeit.
25
Probanden (25,0%) lagen mit dem Zeitpunkt des Beginns der
2.Lallphase außerhalb dieses Intervalls und begannen diese Phase
erst später (Abb. 29).
| Abb. 29: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zum Zeitpunkt des Beginns der 2.Lallphase (Normbereich). | ||
|
|
|
| [Seite 159↓] |
Tab. 37: : Probandenliste zum temporalen Verlauf in der 2.LP.
|
n |
2.LP / Beginn |
n |
2.LP / Beginn |
n |
2.LP / Beginn |
n |
2.LP / Beginn |
|
1 |
0;7 Jahre |
26 |
0;6 Jahre |
51 |
0;6 Jahre |
76 |
0;7 Jahre |
|
2 |
0;7 Jahre |
27 |
0;8 Jahre |
52 |
0;8 Jahre |
77 |
0;9 Jahre |
|
3 |
0;6 Jahre |
28 |
0;6 Jahre |
53 |
0;6 Jahre |
78 |
0;9 Jahre |
|
4 |
0;6 Jahre |
29 |
0;6 Jahre |
54 |
0;6 Jahre |
79 |
0;5 Jahre |
|
5 |
0;5 Jahre |
30 |
0;6 Jahre |
55 |
0;9 Jahre |
80 |
0;10 Jahre |
|
6 |
0;7 Jahre |
31 |
0;5 Jahre |
56 |
0;7 Jahre |
81 |
0;8 Jahre |
|
7 |
0;7 Jahre |
32 |
0;7 Jahre |
57 |
0;7 Jahre |
82 |
1;0 Jahre |
|
8 |
0;11 Jahre |
33 |
0;10 Jahre |
58 |
0;8 Jahre |
83 |
0;8 Jahre |
|
9 |
0;6 Jahre |
34 |
0;8 Jahre |
59 |
0;5 Jahre |
84 |
0;7 Jahre |
|
10 |
0;5 Jahre |
35 |
0;7 Jahre |
60 |
0;6 Jahre |
85 |
0;6 Jahre |
|
11 |
0;10 Jahre |
36 |
0;7 Jahre |
61 |
0;9 Jahre |
86 |
0;10 Jahre |
|
12 |
0;6 Jahre |
37 |
0;6 Jahre |
62 |
0;9 Jahre |
87 |
0;7 Jahre |
|
13 |
0;8 Jahre |
38 |
0;6 Jahre |
63 |
0;7 Jahre |
88 |
0;6 Jahre |
|
14 |
0;8 Jahre |
39 |
0;6 Jahre |
64 |
0;5 Jahre |
89 |
0;7 Jahre |
|
15 |
0;11 Jahre |
40 |
0;9 Jahre |
65 |
0;8 Jahre |
90 |
0;7 Jahre |
|
16 |
0;9 Jahre |
41 |
0;6 Jahre |
66 |
0;8 Jahre |
91 |
0;8 Jahre |
|
17 |
0;11 Jahre |
42 |
0;7 Jahre |
67 |
0;6 Jahre |
92 |
0;11 Jahre |
|
18 |
0;8 Jahre |
43 |
0;8 Jahre |
68 |
0;6 Jahre |
93 |
0;5 Jahre |
|
19 |
0;6 Jahre |
44 |
0;6 Jahre |
69 |
0;6 Jahre |
94 |
0;11 Jahre |
|
20 |
0;5 Jahre |
45 |
0;7 Jahre |
70 |
0;6 Jahre |
95 |
0;5 Jahre |
|
21 |
0;5 Jahre |
46 |
0;6 Jahre |
71 |
0;8 Jahre |
96 |
0;10 Jahre |
|
22 |
0;7 Jahre |
47 |
0;7 Jahre |
72 |
0;6 Jahre |
97 |
0;9 Jahre |
|
23 |
0;6 Jahre |
48 |
0;8 Jahre |
73 |
0;6 Jahre |
98 |
0;9 Jahre |
|
24 |
0;10 Jahre |
49 |
0;8 Jahre |
74 |
0;6 Jahre |
99 |
0;8 Jahre |
|
25 |
0;4 Jahre |
50 |
0;10 Jahre |
75 |
1;0 Jahre |
100 |
0;10 Jahre |
|
| [Seite 160↓] |
Bei der Betrachtung der einzelnen Artikulationszonen (AZ), die von den Probanden verwendet wurden, ergab sich folgende Häufigkeitsverteilung (Tab. 38, 40; Abb. 30):
Die am häufigsten für die Lautbildung von 99 Kindern (99,0%) verwendete Artikulationszone war die 1.Artikulationszone . Fast ebenso häufig, nämlich von 90 Kindern (90,0%), wurde die 4.Artikulationszone für die Lautbildung gebraucht. Etwa ¾ aller Probanden, 78 Kinder (78,0%), bildeten Laute an der 2.Artikulationszone . Am seltensten wurde von 51 Kindern (51,0%), also ca. der Hälfte aller Probanden, die 3.Artikulationszone genutzt.
Tab. 38: Probandenanteile zur Verwendung der einzelnen Artikulationszonen in der 2.LP.
|
AZ |
Probandenanzahl n |
Prozentualer Anteil |
|
1.AZ |
99 Probanden (v.H.) |
99,0% (v.H.) |
|
2.AZ |
78 Probanden (v.H.) |
78,0% (v.H.) |
|
3.AZ |
51 Probanden (v.H.) |
51,0% (v.H.) |
|
4.AZ |
90 Probanden (v.H.) |
90,0% (v.H.) |
|
keine Angaben |
0 Probanden (v.H.) |
— |
| Abb. 30: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Verwendung der einzelnen Artikulationszonen (AZ) in der 2.LP. | ||
|
|
|
| [Seite 161↓] |
Bei der Betrachtung der Verwendung von Artikulationszonen insgesamt auf die 100 Probanden bezogen ergab sich folgende Verteilung:
Die beiden größten Probandenanteile von 39 (39,0%) bzw. 31 Probanden (31,0%) entfielen auf Lautbildungen, die an der 1./2./3. und 4.Artikulationszone bzw. an der 1./2. und 4.Artikulationszone vollzogen wurden. Der nächstgrößte Probandenanteil bestand aus 11 Kindern (11,0%), die für ihre Lautbildung die 1. und 4.Artikulationszone verwendeten. Es folgte in der Häufigkeitsverteilung ein Probandenanteil von 9 Kindern (9,0%), welche die 1./3. und 4.Artikulationszone für die Lautbildung einbezogen. Bei 5 Kindern (5,0%) erfolgte die Lautbildung ausschließlich an der 1. und 2.Artikulationszone . Jeweils 2 Kinder (2,0%) gebrauchten für die Lautbildung zum einen ausschließlich die 1.Artikulationszone sowie zum anderen die 1./2. und 3.Artikulationszone . Nur 1 Proband realisierte seine Lautbildungen an der 2. und 3.Artikulationszone (Tab. 39; Abb. 31).
Tab. 39: Probandenanteile zur Verwendung von AZ insgesamt in der 2.LP.
|
AZ |
Probandenanzahl n |
Prozentualer Anteil |
|
1. 1./2. 1./2./3. 1./2./3./4. 1./2./ 4. 1./ 3./4. 1./ 4. 1./ 3. |
2 Probanden 5 Probanden 2 Probanden 39 Probanden 31 Probanden 9 Probanden 11 Probanden — |
2,0% 5,0% 2,0% 39,0% 31,0% 9,0% 11,0% — |
|
2. 2./3. 2./3./4. 2./ 4. |
— 1 Proband — — |
— 1,0% — — |
|
3. 3./4. |
— — |
— — |
|
4. |
— |
— |
|
keine Angaben |
0 Probanden |
— |
|
Insgesamt |
100 Probanden |
100% |
| Abb. 31: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Verwendung von AZ insgesamt in der 2.LP. | ||
|
|
|
| [Seite 162↓] |
Tab. 40: Probandenliste zur Verwendung von AZ in der 2.LP.
|
n |
AZ |
n |
AZ |
n |
AZ |
n |
AZ |
|
1 |
1./4. |
26 |
1./2./4. |
51 |
1./2./3./4. |
76 |
1./2./4. |
|
2 |
1./2./3./4. |
27 |
1./2./4. |
52 |
1./2./3./4. |
77 |
1./2./4. |
|
3 |
1./2./4. |
28 |
1./2./3./4. |
53 |
1./4. |
78 |
1./2./4. |
|
4 |
1./2./3./4. |
29 |
1./2./3./4. |
54 |
1./2./3./4. |
79 |
1./2./3./4. |
|
5 |
1./2./3./4. |
30 |
1./3./4. |
55 |
1./3./4. |
80 |
1./4. |
|
6 |
1./2./3./4. |
31 |
1./3./4. |
56 |
1./3./4. |
81 |
1./2./3./4. |
|
7 |
1./2./4. |
32 |
1./2./3./4. |
57 |
1./2./4. |
82 |
1./2./3./4. |
|
8 |
1./2./3. |
33 |
1./2. |
58 |
1./2./3./4. |
83 |
1./3./4. |
|
9 |
1./3./4. |
34 |
1./2./4. |
59 |
1./2./3./4. |
84 |
1./2./3./4. |
|
10 |
1./2./3./4. |
35 |
1./2./4. |
60 |
1./4. |
85 |
1./2./4. |
|
11 |
1./3./4. |
36 |
1. |
61 |
1./4. |
86 |
1./2./4. |
|
12 |
1./2. |
37 |
1./2./4. |
62 |
1./2./3./4. |
87 |
1./2./3. |
|
13 |
1./3./4. |
38 |
1. |
63 |
1./4. |
88 |
1./2./4. |
|
14 |
1./2./4. |
39 |
1./2./4. |
64 |
1./2./3./4. |
89 |
1./4. |
|
15 |
1./2./3./4. |
40 |
1./2./4. |
65 |
1./2./3./4. |
90 |
1./2./3./4. |
|
16 |
1./2./4. |
41 |
1./2./3./4. |
66 |
1./2./4. |
91 |
1./2./4. |
|
17 |
1./2./3./4. |
42 |
1./2./3./4. |
67 |
1./3./4. |
92 |
1./2./4. |
|
18 |
1./2./3./4. |
43 |
1./2. |
68 |
1./4. |
93 |
1./2./3./4. |
|
19 |
1./2. |
44 |
1./2./3./4. |
69 |
1./2./4. |
94 |
1./2./3./4. |
|
20 |
1./2./3./4. |
45 |
1./2./4. |
70 |
1./2./4. |
95 |
1./2./3./4. |
|
21 |
1./2./4. |
46 |
1./2./4. |
71 |
1./2. |
96 |
1./2./3./4. |
|
22 |
1./2./3./4. |
47 |
1./4. |
72 |
1./2./3./4. |
97 |
1./2./4. |
|
23 |
1./4. |
48 |
1./2./4. |
73 |
1./2./4. |
98 |
1./2./3./4. |
|
24 |
1./2./3./4. |
49 |
1./2./3./4. |
74 |
1./2./3./4. |
99 |
1./4. |
|
25 |
2./3. |
50 |
1./2./4. |
75 |
1./2./4. |
100 |
1./2./3./4. |
|
| [Seite 163↓] |
An der 1.Artikulationszone traten am häufigsten das [m], von 99 Probanden (99,0%) produziert, und das [υ], von 41 Probanden (41,0%) realisiert, auf. Mit äußerst geringer Auftretenshäufigkeit wurden die Laute [φ] und [v], von jeweils 3 Probanden (3,0%) gebildet, und die Laute [p], [b], [β] und [f], von jeweils 1 Probanden (1,0%) realisiert, registriert.
An der 2.Artikulationszone wurden die Laute [l], von 69 Kindern (69,0%) gebildet, und [n], bei einem Probandenanteil von 40 Kindern (40,0%) erschienen, am häufigsten beobachtet. Des weiteren waren die Laute [d] bei 4 Probanden (4,0%), [ð] bei 3 Probanden (3,0%), [θ] bei 2 Probanden (2,0%) sowie [t] und [] bei jeweils 1 Probanden (1,0%) erfaßt worden.
An der 3.Artikulationszone erschienen am häufigsten das [j] bei 46 Probanden (46,0%), das [] bei 12 Probanden (12,0%) und das [] bei 10 Probanden (10,0%). Außerdem wurden die Laute [g] und [ʝ] bei jeweils 2 Probanden (2,0%) sowie [k], [ç] und [] bei jeweils 1 Probanden (1,0%) beobachtet.
An der 4.Artikulationszone wurde am häufigsten der Laut [h] von 72 Probanden (72,0%) realisiert. Als nächsthäufigste Laute wurden das [] von 53 Probanden (53,0%) und das [] von 49 Probanden (49,0%) gebildet. Der Laut [] trat mit einer Probandenbeteiligung von 39 Kindern (39,0%), der Laut [] von 21 Kindern (21,0%) auf. Der Laut [Δ] erschien nur bei 3 Probanden (3,0%) (Abb. 32, Tab. 41, 47).
| Abb. 32: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten an den AZ in der 2.LP. | ||
|
|
|
|
Tab. 41: Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten an den AZ in der 2.LP.
|
AZ |
LK |
Laute |
Probandenanzahl n |
Proz. Anteil (%) |
|
|
1.AZ |
Plosive |
stl. sth. |
[p] [b] |
1 Proband (v.H.) 1 Proband (v.H.) |
1,0% (v.H.) 1,0% (v.H.) |
|
Frikative |
stl. sth. |
[φ] |
3 Probanden (v.H.) 1 Proband (v.H.) |
3,0% (v.H.) 1,0% (v.H.) |
|
|
stl. sth. |
[f] [v] |
1 Proband (v.H.) 3 Probanden (v.H.) |
1,0% (v.H.) 3,0% (v.H.) |
||
|
Approximanten |
sth. |
[υ] |
41 Probanden (v.H.) |
41,0% (v.H.) |
|
|
Nasale |
sth. |
[m] |
99 Probanden (v.H.) |
99,0% (v.H.) |
|
|
2.AZ |
Plosive |
stl. sth. |
[t] [d] |
1 Proband (v.H.) 4 Probanden (v.H.) |
1,0% (v.H.) 4,0% (v.H.) |
|
Frikative |
stl. sth. |
[θ] |
2 Probanden (v.H.) 3 Probanden (v.H.) |
2,0% (v.H.) 3,0% (v.H.) |
|
|
stl. sth. |
[s] [z] |
0 Probanden (v.H.) 0 Probanden (v.H.) |
— — |
||
|
stl. sth. |
[∫] |
0 Probanden (v.H.) 1 Proband (v.H.) |
— 1,0% (v.H.) |
||
|
Vibranten |
sth. |
[r] |
0 Probanden (v.H.) |
— |
|
|
Laterale |
sth. |
[l] |
69 Probanden (v.H.) |
69,0% (v.H.) |
|
|
Nasale |
sth. |
[n] |
40 Probanden (v.H.) |
40,0% (v.H.) |
|
|
3.AZ |
Plosive |
stl. sth. |
[k] [g] |
1 Proband (v.H.) 2 Probanden (v.H.) |
1,0% (v.H.) 2,0% (v.H.) |
|
Frikative |
stl. sth. |
[ç] |
1 Proband (v.H.) 2 Probanden (v.H.) |
1,0% (v.H.) 2,0% (v.H.) |
|
|
stl. sth. |
[x] |
0 Probanden (v.H.) 0 Probanden (v.H.) |
— — |
||
|
stl. sth. |
[χ] |
0 Probanden (v.H.) 1 Proband (v.H.) |
— 1,0% (v.H.) |
||
|
Vibranten |
sth. |
[R] |
0 Probanden (v.H.) |
— |
|
|
Laterale |
sth. |
[] |
10 Probanden (v.H.) |
10,0% (v.H.) |
|
|
Approximanten |
sth. |
[j] |
46 Probanden (v.H.) |
46,0% (v.H.) |
|
|
Nasale |
sth. |
[] |
12 Probanden (v.H.) |
12,0% (v.H.) |
|
|
4.AZ |
Plosive |
stl. sth. |
[] |
21 Probanden (v.H.) 39 Probanden (v.H.) |
21,0% (v.H.) 39,0% (v.H.) |
|
Frikative |
stl. sth. |
[] |
53 Probanden (v.H.) 49 Probanden (v.H.) |
53,0% (v.H.) 49,0% (v.H.) |
|
|
Hauchlaute |
stl. |
[h] |
72 Probanden (v.H.) |
72,0% (v.H.) |
|
|
Nasale |
sth. |
[Δ] |
3 Probanden (v.H.) |
3,0% (v.H.) |
|
| [Seite 165↓] |
Bei der Betrachtung aller Laute ergab sich folgende Reihenfolge nach der Auftretenshäufigkeit: [m], [h], [l], [], [], [j], [υ], [n], [], [], [], [], [d], [φ], [v], [ð], [Δ], [θ], [g], [ʝ], [p], [b], [β], [f], [t], [], [k], [ç], [].
Das phonetische Inventar der 100 Probanden enthielt an den einzelnen Artikulationszonen folgende Laute (Tab. 42):
An der
1.Artikulationzone
bestand das Phoninventar am häufigsten bei 58 Probanden
(58,0%) aus dem Laut [m] und bei 33 Probanden (33,0%) aus den
Lauten [m, υ].
Nur 2 Probanden (2,0%) zeigten ein
phonetisches Inventar von [φ, υ, m].
Jeweils nur 1 Proband
(1,0%) verfügte über keine Laute der 1.AZ bzw. über das
phonetische Inventar von [v, υ, m], [b, υ, m], [f, v, υ, m], [p,
υ, m],[β, υ, m] und [φ, v, υ, m].
Das am häufigsten an der
2.Artikulationszone
aufgetretene phonetische Inventar umfaßte mit einem
Probandenanteil von 38 Kindern (38,0%) den Laut [l].
Keine
Laute der 2.AZ enthielt das Phoninventar von 22 Probanden
(22,0%).
Bei 20 Probanden (20,0%) setzte sich das
Phoninventar aus den Lauten [l, n] zusammen.
Ein Anteil von
9 Probanden (9,0%) umfaßte in seinem Phoninventar ausschließlich
den Laut [n].
4 Probanden (4,0%) wiesen ein Phoninventar von
[d, l, n] auf.
Das Inventar von 3 Probanden (3,0%) enthielt
die Laute [ð, l, n].
Bei 2 Probanden (2,0%) bestand das
Phoninventar aus [θ, l, n].
Jeweils 1 Proband (1,0%) zeigte
ein Inventar von [t, l, n] und [, l, n].
An der
3.Artikulationszone
erschien beim größten Anteil von 49 Probanden (49,0%)
keine Laute der 3.AZ.
Bei 28 Probanden (28,0%) bestand das
Phoninventar ausschließlich aus dem Laut [j].
6 Probanden
(6,0%) verfügten über ein Inventar von [j, ].
Bei 5
Probanden (5,0%) enthielt das phonetische Inventar die Laute [,
j].
Das Inventar von 3 Probanden (3,0%) bestand aus dem Laut
[].
Bei jeweils 2 Probanden (2,0%) erschienen die Laute [g,
j] und [, ].
Jeweils 1 Proband (1,0%) verfügte über ein
Inventar von [k, j, ], [ʝ, j], [ʝ, , j], [ç, , j] und [, , j].
An der
4.Artikulationszone
bestand das Phoninventar am häufigsten, bei 14 Probanden
(14,0%), aus dem einzigen Laut [h].
Das phonetische Inventar
von 11 Probanden (11,0%) verfügte über die Laute [, , ,
h].
Bei jeweils 10 Probanden (10,0%) enthielt das
phonetische Inventar die Laute [[, , , , h] und [, h] oder
keinerlei Laute der 4.Artikulationszone.
Das Phoninventar
von 7 Probanden (7,0%) setzte sich aus den Lauten [, h]
zusammen.
Bei einem Probandenanteil von 6 Kindern (6,0%)
bestand das Phoninventar aus [, , h], bei 5 Kindern (5,0%) aus
[, , h] und bei 4 Probanden (4,0%) aus [].
Das
Phoninventar von 3 Kindern (3,0%) verfügte über die Laute []
und [, , , h].
Auf jeweils 2 Probanden (2,0%) entfielen
die Phoninventare [, , , h], [, ] und [].
Jeweils 1
Proband (1,0%) zeigte in seinem Phoninventare die Laute [, h],
[, h, Δ], [, ], [, , ], [, , ], [, , h], [, ,
Δ], [, , ], [, , h], [, ] und [, Δ].
Tab. 42: Phoninventare der Probanden in der 2.LP.
|
| [Seite 166↓] |
|
| [Seite 167↓] |
Die Überprüfung der Lautproduktionen auf charakteristische Tendenzen, wie sie in der Symptomatik der einzelnen Sprachtypen auftreten, ergab folgende Verteilung (Tab. 43; Abb. 33):
Der geringste Probandenanteil von 24 Kindern (24,0%) enthielt in seinem Phoninventar die Laute [h], [Δ] oder gar keine Laute der 4.Artikulationszone. Diese Kinder könnten gemäß der Risikogruppe 0 daher eher physiologische Spannungsverhältnisse bzw. möglicherweise Tendenzen der Symptomatik des unterspannten Sprachtyps aufweisen.
Die 30 Kinder (30,0%) des zweitgrößten Probandenanteils verfügten in ihrem Phoninventar über die stimmhaften und/oder stimmlosen Frikative [] bzw. [] und sind daher der Risikogruppe 1 zuzuordnen.
Das Phoninventar des Probandenanteils mit der größten Probandenanzahl von 46 Kindern (46,0%) zeigte in der Risikogruppe 2 die stimmhaften und/oder stimmlosen Plosive [] bzw. [] und damit die stärkste Gefährdung in der Tendenz der Lautbildung eine Symptomatik des überspannten Sprachtyps entsprechend zu entwickeln.
Tab. 43: Probandenanteile zu charakteristischen Tendenzen in der Lautbildung in der 2.LP.
|
| [Seite 168↓] |
| Abb. 33: Darstellung der prozentualen Probandennateile zu charakteristischen Tendenzen in der Lautbildung in der 2.LP. | ||
|
|
Das Auftreten von Obstruenten (Frikativen/Plosiven) an der 4.AZ ist in Tab. 44 dargestellt. Insgesamt wurden von 76 Probanden (76,0%) diese Obstruenten gebildet. Der größte Probandenanteil von 41 Kindern (41,0%) realisierte dabei sowohl Frikative als auch Plosive. Bei 30 Probanden (30,0%) erschienen im Phoninventar ausschließlich Frikative. Nur 5 Probanden (5,0%) produzierten ausschließlich Plosive ohne gleichzeitiges Auftreten von Frikativen.
Tab. 44: Probandenanteile zur Frikativ- und Plosivlautproduktion an der 4.AZ in der 2.LP.
|
LK |
Probandenanzahl n |
prozentualer Anteil (%) |
||||||
|
Frikative |
30 |
76 |
71 |
30 |
30,0% |
76,0% |
71,0% |
30,0% |
|
Frikative/Plosive |
41 |
41,0% | ||||||
|
Plosive |
5 |
5 |
5,0 |
5,0 | ||||
|
keine F. u/o P. |
24 |
24,0% | ||||||
|
keine Angaben |
0 |
— | ||||||
|
Insgesamt |
100 |
100% |
|
| [Seite 169↓] |
Die Verteilung der Probanden, welche Frikative bildeten, ist in Tab. 45 dargestellt. Insgesamt wurden von 71 Probanden (71,0%) Frikative produziert. Bei 31 Probanden (31,0%) erfolgte die Bildung beider sonorantischer Lautvariationen [, ]. Die stimmlose Form [] trat bei 22 Probanden (22,0%) auf. Der geringste Probandenanteil von 18 Kindern (18,0%) realisierte ausschließlich den stimmhaften Laut [].
Tab. 45: Probandenanteile zur Frikativlautproduktion an der 4.AZ in der 2.LP.
Die Betrachtung der produzierten stimmhaften bzw. stimmlosen Plosive an der 4.Artikulationszone hinsichtlich der Probandenzahlen ergab folgende Häufigkeitsverteilung (Tab. 46): Die Mehrheit der Kinder - nämlich etwas mehr als die Hälfte aller Probanden, 54 Kinder (54,0%) - produzierten weder stimmhafte noch stimmlose Plosive. Beim größten Probandenanteil von 25 Kindern (25,0%) erschien ausschließlich der stimmhafte Laut im Phoninventar. Beide sonorantischen Lautvarianten erschienen bei 14 Probanden (14,0%). Nur 7 Probanden (7,0%) bildeten ausschließlich den stimmlosen Laut.
Tab. 46: Probandenanteile zur Plosivlautproduktion an der 4.AZ in der 2.LP.
|
| [Seite 170↓] |
Tab. 47: Probandenliste zum Phoninventar in der 2.LP.
|
| [Seite 171↓] |
(Fortsetzung Tab.47: Probandenliste zum Phoninventar in der 2.LP.)
|
| [Seite 172↓] |
(Fortsetzung Tab 47: Probandenliste zum Phoninventar in der 2.LP.)
|
| [Seite 173↓] |
Die Analyse der realisierten Laute nach Lautklassen an den jeweiligen Artikulationszonen ergab folgende Häufigkeitsverteilung (Tab. 48; Abb. 34):
An der
1.Artikulationszone
wurden vorrangig Laute der Lautklassen Nasale (99x) und
Approximanten (41x), gemessen an der Gesamtlautzahl (569
Laute), registriert. Außerdem konnten mit weit geringerer
Auftretenshäufigkeit Frikative (8x) und Plosive (2x)
festgestellt werden. Vibranten wurden nicht realisiert.
An
der
2.Artikulationszone
traten am häufigsten Laute der Lautklassen Laterale (69x)
und Nasale (40x) auf. Des weiteren erschienen Frikative (6x) und
Plosive (5x).
An der
3.Artikulationszone
wurden überwiegend Approximanten (46x), Laterale (10x)
und Nasale (12x) realisiert. Frikative (4x) und Plosive (3x)
wurden mit geringerer Auftretenshäufigkeit beobachtet. Die
Bildung von Vibranten konnte nicht festgestellt werden.
An
der
4.Artikulationszone
erfolgte am häufigsten die Bildung von Frikativen (102x).
Außerdem traten Hauchlaute (72x) und auch Plosive (60x) auf. Am
seltensten erschienen Nasale (3x).
|
Lautklasse |
Artikulationszonen |
Insgesamt |
% |
|||
|
1.AZ |
2.AZ |
3.AZ |
4.AZ |
|||
|
Plosive |
2 |
5 |
3 |
60 |
70 |
12,0% |
|
Frikative |
8 |
6 |
4 |
102 |
120 |
20,6% |
|
Hauchlaute |
— |
— |
— |
72 |
72 |
12,4% |
|
Vibranten |
— |
0 |
0 |
— |
0 |
— |
|
Laterale |
— |
69 |
10 |
— |
79 |
13,6% |
|
Approx. |
41 |
— |
46 |
— |
87 |
14,9% |
|
Nasale |
99 |
40 |
12 |
3 |
154 |
26,5% |
|
Insgesamt |
150 |
120 |
75 |
237 |
582 |
100% |
Insgesamt wurden 582 Laute (100%) registriert (Tab. 48; Abb. 36).
Der größte Anteil wurde von den
Nasalen
, die 154x auftraten, dargestellt. Sie machten einen
prozentualen Anteil von 26,5% an der Gesamtproduktion aller
Laute (100%) aus.
Es folgten Laute der Lautklasse
Frikative
, die 120x (20,6%) registriert wurden.
Approximanten
wurden 87x (14,9%) realisiert.
Die Lautklasse der
Laterale
wurde 79x (13,6%) beobachtet.
Hauchlaute
traten 72x (12,4%) auf.
Mit der geringsten
Auftretenshäufigkeit wurden die Laute der Lautklasse
Plosive
mit 70x (12,0%) beobachtet.
Vibranten
wurden nicht realisiert.
|
| [Seite 174↓] |
Es ergab sich somit folgende Reihenfolge in der Auftretenshäufigkeit von Lauten verschiedener Lautklassen:
Nasale > Frikative > Approximanten > Laterale > Hauchlaute > Plosive.
Die Lautanteile der Lautklassen stehen in einem Verhältnis (Abb. 34) zueinander von:
|
2,2 |
: |
1,7 |
: |
1,2 |
: |
1,1 |
: |
1,02 |
: |
1 |
| Abb. 34: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen insgesamt an allen Artikulationszonen in der 2.LP. | ||
|
|
Es wurden 262 Obstruenten (45,1%) und 320 Sonoranten (54,9%) registriert. Die Anteile stehen in einem Verhältnis von 1 : 1,2 zueinander (Abb. 36).
Die Betrachtung der Laute nach Lautklassen gemäß ihrer
sonorantischen Eigenschaften insgesamt
, d.h. an sämtlichen Artikulationszonen, ergab folgende
Verteilung (Abb. 35, 36):
Insgesamt wurden 582 Laute
registriert. Davon trugen 426 Laute, das sind fast 3/4 (73,2%)
der Gesamtanzahl,
stimmhaften Charakter
.
Das sonorantische Merkmal
Stimmlosigkeit
zeigten dagegen 156 Laute. Diese stellen ca. 1/4 (26,8%)
aller produzierten Laute dar.
Die Anteile der Laute mit den
Eigenschaften der Stimmhaftig- bzw. –losigkeit stehen in einem
Verhältnis
von 2,7 : 1 zueinander. Das heißt, daß stimmhafte Laute
insgesamt gesehen fast 3x so häufig wie stimmlose Laute auftraten.
|
| [Seite 175↓] |
| Abb. 35: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zurAuftretenshäufigkeit von Lauten gemäß ihrer sonorantischen Eigenschaften in der 2.LP. | ||
|
|
Die Berücksichtigung sonorantischer Eigenschaften der Laute innerhalb der Lautklassen ergab folgende Auftretenshäufigkeiten von Lauten nach Lautklassen an den jeweiligen Artikulationszonen (Abb. 36):
An der
1.Artikulationszone
traten am häufigsten Nasale (99x) und Approximanten (41x)
auf, die grundsätzlich stimmhaften Charakter tragen.
Laute
der Lautklassen Plosive (1x bzw.1x) und Frikative (4x bzw. 4x)
erschienen in gleichen stimmhaften und stimmlosen
Anteilen.
An der
2.Artikulationszone
erschienen in der Häufigkeitsreihenfolge an erster Stelle
die Laterale (69x) und Nasale (40x). Diese besitzen stets das
sonorantische Merkmal der Stimmhaftigkeit. Eine stimmlose
Variante gibt es in der deutschen Sprache nicht.
In den
Lautklassen der Plosive, die insgesamt sehr selten erschienen,
traten mehr stimmhafte (4x) als stimmlose (1x) Laute auf. Ebenso
verhielt es sich bei den Frikativen: hier wurden, bei insgesamt
sehr geringer Auftretenshäufigkeit etwas mehr stimmhafte (4x)
als stimmlose (2x) Laute gefunden.
An der
3.Artikulationszone
wurden überwiegend Approximanten (46x), Nasale (12x) und
Laterale (10x) realisiert. Die Laute dieser Lautklassen sind
stets stimmhafter Natur. Bei den insgesamt mit der geringsten
Auftretenshäufigkeit erfaßten Lauten der Plosive und Frikative
traten jeweils mehr stimmhafte (2x bzw. 3x) als stimmlose (1x
bzw. 1x) Laute auf.
Bei den Lauten der Lautklasse Plosive an
der
4.Artikulationszone
zeigte die stimmhafte Variante (39x) eine fast doppelt so
hohe Auftretensrate wie die stimmlose (21x).
In der
Lautklasse der Frikative überwog mit einer etwas gering höheren
Probandenbeteiligung die Produktion von stimmlosen Lauten (53x)
gegenüber stimmhaften (49x).
Hauchlaute, die dagegen nur in
stimmloser Variante auftreten, wurden sehr häufig (72x)
registriert. Nasale, stets stimmhaften Charakters, erschienen
mit der geringsten Auftretenshäufigkeit (3x).
|
| [Seite 176↓] |
| Abb. 36: Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen insgesamt und an den jeweiligen Artikulationszonen in der 2.LP in Abhängigkeit von der erfaßten Gesamtlautzahl. | ||
|
|
|
| [Seite 177↓] |
Insgesamt konnten von allen 100 Probanden auswertbare Daten erfaßt werden. Auf die Kategorie „keine Angaben“ entfallen daher 0 (keine) Probanden.
Der Zeitpunkt des Beginns der linguistischen Phase lag in der
Häufigkeitsreihenfolge der Probandenzahlen für 23 Probanden (23,0%)
im Alter von 1;0 Jahre (12 Monate), für 18 Probanden (18,0%) im
Alter von 0;10 Jahre (10 Monate), für 14Probanden (14,0%)
im Alter von 0;11 Jahre (11 Monate), für 14 Probanden (14,0%) im
Alter von 1;2 Jahr (14 Monate), für 8 Probanden (8,0%) im Alter von
1;1 Jahre (13 Monate), für 8 Probanden (8,0%) im Alter von 1;3 Jahre
(15 Monate), für 4 Probanden (4,0%) im Alter von 0;9 Jahre (9
Monate), für 4 Probanden (4,0%) im Alter von 1;5 Jahre (17 Monate)
und für 3 Probanden (3,0%) im Alter von 1;4 Jahre (16
Monate).
Für 4 Probanden konnte bis zu einem Alter von 1;6 Jahre
(18 Monate) kein intentional gebrauchtes Wort festgestellt werden.
Diese wurden in der Kategorie „ Alter: > 1;6 Jahre
(>18 Monate)“ erfaßt (Tab. 49, 50; Abb. 37).
Tab. 49: Probandenanteile zum Zeitpunkt des Beginns der Phase des SB.
|
Alter |
Probandenanzahl (n) |
Prozent. Anteil (%) |
|
0;9 Jahre ( 9 Monate) |
4 |
4% |
|
0;10 Jahre (10 Monate) |
18 |
18% |
|
0;11 Jahre (11 Monate) |
14 |
14% |
|
1;0 Jahre (12 Monate) |
23 |
23% |
|
1;1 Jahre (13 Monate) |
8 |
8% |
|
1;2 Jahre (14 Monate) |
14 |
14% |
|
1;3 Jahre (15 Monate) |
8 |
8% |
|
1;4 Jahre (16 Monate) |
3 |
3% |
|
1;5 Jahre (17 Monate) |
4 |
4% |
|
>1;6 Jahre (>18 Monate) |
4 |
4% |
|
keine Angaben |
0 |
— |
|
Insgesamt |
100 |
100% |
|
| [Seite 178↓] |
| Abb. 37: Darstellung der Probandenanteile zum Zeitpunkt des Beginns der Phase des SB. | ||
|
|
Der als normgerecht definierte Zeitpunkt des Beginns der
linguistischen Phase wurde für den
Zeitraum von 0;10-1;2 Jahre
(10-14 Monate) festgelegt.
In diesem Zeitraum begannen 77
Probanden (77,0%) erstmals mit dem Gebrauch von Wörtern. Bei 23
Probanden (23,0%) erfolgten die ersten Wortäußerungen zu einem
Zeitpunkt, der außerhalb dieses Intervalls lag. Die Anteile stehen
in einem Verhältnis von 1:3,3 zueinander (Abb. 38).
4 Probanden
(4,0%) verwendeten erstmals Wörter in einem Alter von 0;9 Jahre (9
Monate), also zu einem
früheren
Zeitpunkt. 19 Probanden (19,0%) begannen in einem Alter ab 1;3
Jahre (15 Monate) mit den Wortproduktionen, also zu einem
späteren
Zeitpunkt.
| Abb. 38: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zum Zeitpunkt des Beginns der Phase des SB (Normbereich). | ||
|
|
|
| [Seite 179↓] |
Tab. 50: Probandenliste zum temporalen Verlauf in der Phase des SB.
|
n |
Sprechbeginn |
n |
Sprechbeginn |
n |
Sprechbeginn |
n |
Sprechbeginn |
|
1 |
1;0 Jahre |
26 |
0;10 Jahre |
51 |
1;0 Jahre |
76 |
0;10 Jahre |
|
2 |
1;2 Jahre |
27 |
1;2 Jahre |
52 |
1;0 Jahre |
77 |
0;11 Jahre |
|
3 |
1;0 Jahre |
28 |
1;0 Jahre |
53 |
0;10 Jahre |
78 |
1;1 Jahre |
|
4 |
1;5 Jahre |
29 |
0;11 Jahre |
54 |
1;0 Jahre |
79 |
0;11 Jahre |
|
5 |
1;0 Jahre |
30 |
0;11 Jahre |
55 |
0;10 Jahre |
80 |
1;3 Jahre |
|
6 |
0;10 Jahre |
31 |
0;9 Jahre |
56 |
0;11 Jahre |
81 |
1;2 Jahre |
|
7 |
0;11 Jahre |
32 |
1;0 Jahre |
57 |
0;10 Jahre |
82 |
>1;6 Jahre |
|
8 |
1;3 Jahre |
33 |
1;1 Jahre |
58 |
1;1 Jahre |
83 |
1;0 Jahre |
|
9 |
1;0 Jahre |
34 |
0;11 Jahre |
59 |
0;10 Jahre |
84 |
1;0 Jahre |
|
10 |
1;0 Jahre |
35 |
1;0 Jahre |
60 |
0;10 Jahre |
85 |
1;0 Jahre |
|
11 |
1;3 Jahre |
36 |
1;0 Jahre |
61 |
1;2 Jahre |
86 |
1;2 Jahre |
|
12 |
1;1 Jahre |
37 |
0;10 Jahre |
62 |
>1;6 Jahre |
87 |
1;2 Jahre |
|
13 |
0;10 Jahre |
38 |
1;0 Jahre |
63 |
1;2 Jahre |
88 |
0;9 Jahre |
|
14 |
0;10 Jahre |
39 |
0;9 Jahre |
64 |
0;11 Jahre |
89 |
0;11 Jahre |
|
15 |
1;1 Jahre |
40 |
1;3 Jahre |
65 |
1;5 Jahre |
90 |
1;2 Jahre |
|
16 |
1;2 Jahre |
41 |
0;10 Jahre |
66 |
0;11 Jahre |
91 |
0;11 Jahre |
|
17 |
>1;6 Jahre |
42 |
1;3 Jahre |
67 |
1;3 Jahre |
92 |
1;4 Jahre |
|
18 |
0;11 Jahre |
43 |
1;2 Jahre |
68 |
1;1 Jahre |
93 |
1;3 Jahre |
|
19 |
1;0 Jahre |
44 |
1;2 Jahre |
69 |
0;10 Jahre |
94 |
1;5 Jahre |
|
20 |
1;0 Jahre |
45 |
1;1 Jahre |
70 |
0;10 Jahre |
95 |
1;0 Jahre |
|
21 |
0;10 Jahre |
46 |
0;10 Jahre |
71 |
1;2 Jahre |
96 |
1;0 Jahre |
|
22 |
>1;6 Jahre |
47 |
1;2 Jahre |
72 |
0;9 Jahre |
97 |
1;0 Jahre |
|
23 |
0;10 Jahre |
48 |
1;4 Jahre |
73 |
0;11 Jahre |
98 |
0;11 Jahre |
|
24 |
1;0 Jahre |
49 |
1;2 Jahre |
74 |
1;0 Jahre |
99 |
0;10 Jahre |
|
25 |
1;5 Jahre |
50 |
1;4 Jahre |
75 |
1;3 Jahre |
100 |
1;1 Jahre |
|
| [Seite 180↓] |
Insgesamt wurden von 96Probanden (96,0%) bis zu einem Alter von 1;6 Jahre (18 Monate) Wörter produziert. Bei 4Probanden (4,0%) trat das erste aktive Wort erst zu einem Zeitpunkt ab einem Alter von 1;6 Jahre (18 Monate) auf, d.h. die Anzahl der Wörter betrug bis zu einem Alter von 1;6 Jahre (18 Monate) 0 (keine) Wörter.
Nach der Einteilung der Wörteranzahl in die Skalen
|
I |
0 Wörter |
|
II |
1 – 10 Wörter |
|
III |
11 – 20 Wörter |
|
IV |
21 – 30 Wörter |
|
V |
31 – 40 Wörter |
|
VI |
41 – 50 Wörter |
|
VII |
mehr als 50 Wörter |
entfiel die höchste Probandenanzahl auf die Skala II , d.h. der größte Anteil von 70 Probanden (70,0%) verfügte bis zu einem Alter von 1;6 Jahre (18 Monate) über einen aktiven Wortschatz von mindestens 1 Wort bis maximal 10 Wörtern. Der nächst größte Probandenanteil lag in der Skala III ; hier enthielt der Wortschatz von 19 Probanden (19,0%) mindestens 11 bis maximal 20 Wörter. Es folgte die Skala IV , in der 5 Probanden (5,0%) mindestens 21 bis maximal 30 Wörter produzierten. Der kleinste Probandenanteil entfiel auf die Skala V ; hier verfügten 2 Probanden (2,0%) über einen aktiven Wortschatz von mindestens 31 bis maximal 40 Wörter. Mehr als 40 Wörter umfaßte der Umfang des aktiven Wortschatzes bei 0 (keinem) Probanden (Abb. 39; Tab. 51).
Insgesamt reichte der Umfang des aktiven Wortschatzes der 100 Probanden von 0 (keinem) Wort bis maximal 34 Wörtern (Abb. 40; Tab. 52).
| Abb. 39: Darstellung prozentualer Probandenanteile zum Umfang des aktiven Wortschatzes nach den Einteilungsskalen in der Phase des SB. | ||
|
|
|
| [Seite 181↓] |
Tab. 51: Umfang des aktiven Wortschatzes nach Einteilungsskalen in der Phase des SB.
|
Einteilungs- |
Anzahl |
Anzahl |
Prozentuale |
|
|
I |
0 |
4 |
4 |
4% |
|
II |
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 |
1 4 4 14 11 8 5 11 6 6 |
70 |
70% |
|
III |
11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 |
6 4 — 2 2 1 2 — 1 1 |
19 |
19% |
|
IV |
21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 |
1 2 2 — — — — — — — |
5 |
5% |
|
V |
31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 |
1 — — 1 — — — — — — |
2 |
2% |
|
Insgesamt |
100 |
100% |
|
| [Seite 182↓] |
| Abb. 40: Darstellung der Probandenzahlen und der Wörteranzahl (aktiver Wortschatz). | ||
|
|
|
|
Tab. 52: Probandenliste zum Umfang des aktiven Wortschatzes in der Phase des SB.
|
n |
Akt.Wortschatz |
n |
Akt.Wortschatz |
n |
Akt.Wortschatz |
n |
Akt.Wortschatz |
|
1 |
6 Wörter |
26 |
10 Wörter |
51 |
8 Wörter |
76 |
8 Wörter |
|
2 |
9 Wörter |
27 |
8 Wörter |
52 |
8 Wörter |
77 |
23 Wörter |
|
3 |
2 Wörter |
28 |
17 Wörter |
53 |
11 Wörter |
78 |
5 Wörter |
|
4 |
5 Wörter |
29 |
20 Wörter |
54 |
5 Wörter |
79 |
11 Wörter |
|
5 |
4 Wörter |
30 |
14 Wörter |
55 |
6 Wörter |
80 |
3 Wörter |
|
6 |
10 Wörter |
31 |
16 Wörter |
56 |
9 Wörter |
81 |
8 Wörter |
|
7 |
9 Wörter |
32 |
5 Wörter |
57 |
11 Wörter |
82 |
— |
|
8 |
7 Wörter |
33 |
8 Wörter |
58 |
10 Wörter |
83 |
14 Wörter |
|
9 |
15 Wörter |
34 |
12 Wörter |
59 |
7 Wörter |
84 |
9 Wörter |
|
10 |
11 Wörter |
35 |
4 Wörter |
60 |
2 Wörter |
85 |
23 Wörter |
|
11 |
4 Wörter |
36 |
6 Wörter |
61 |
4 Wörter |
86 |
3 Wörter |
|
12 |
9 Wörter |
37 |
34 Wörter |
62 |
— |
87 |
5 Wörter |
|
13 |
31 Wörter |
38 |
4 Wörter |
63 |
4 Wörter |
88 |
4 Wörter |
|
14 |
4 Wörter |
39 |
8 Wörter |
64 |
9 Wörter |
89 |
4 Wörter |
|
15 |
6 Wörter |
40 |
5 Wörter |
65 |
12 Wörter |
90 |
8 Wörter |
|
16 |
2 Wörter |
41 |
21 Wörter |
66 |
15 Wörter |
91 |
4 Wörter |
|
17 |
— |
42 |
6 Wörter |
67 |
5 Wörter |
92 |
6 Wörter |
|
18 |
11 Wörter |
43 |
8 Wörter |
68 |
7 Wörter |
93 |
7 Wörter |
|
19 |
10 Wörter |
44 |
4 Wörter |
69 |
6 Wörter |
94 |
1 Wort |
|
20 |
5 Wörter |
45 |
8 Wörter |
70 |
11 Wörter |
95 |
4 Wörter |
|
21 |
22 Wörter |
46 |
3 Wörter |
71 |
8 Wörter |
96 |
10 Wörter |
|
22 |
— |
47 |
2 Wörter |
72 |
10 Wörter |
97 |
6 Wörter |
|
23 |
5 Wörter |
48 |
4 Wörter |
73 |
22 Wörter |
98 |
19 Wörter |
|
24 |
12 Wörter |
49 |
5 Wörter |
74 |
7 Wörter |
99 |
5 Wörter |
|
25 |
3 Wörter |
50 |
4 Wörter |
75 |
12 Wörter |
100 |
17 Wörter |
|
| [Seite 184↓] |
Der größte Anteil der insgesamt 854 erfaßten Wörter (Tab. 53;
Abb. 41) bestand aus
zweisilbigen
Wörtern. Von den 577 zweisilbigen Wörtern (67,6%) lag
die Betonung bei 551 Wörtern (64,5%) auf der initialen Silbe
und bei 10 Wörtern (1,2%) auf der finalen Silbe. Bei 16
Wörtern (1,9%) konnte keine bevorzugt betonte Silbe
festgestellt werden.
Der zweitgrößte Anteil von 31,1%
entfiel auf die
einsilbigen
Wörter.
Die insgesamt 11
dreisilbigen
Wörter (1,3%) stellten den geringsten Anteil an der
Gesamtwörteranzahl dar. Bei 6 von diesen Wörtern (0,7%) war
die initiale Silbe (SSS) und bei 5 Wörtern (0,6%) die
mediale Silbe (SSS) die betonte Silbe. Es wurden
keine dreisilbigen Wörter mit einer betonten finalen Silbe erfaßt.
|
Silben |
Wörteranzahl |
prozentualer Anteil |
|||
|
S |
S |
266 |
266 |
31,1% |
31,1% |
|
SS |
SS |
551 |
577 |
64,5% |
67,6% |
|
SS |
10 |
1,2% |
|||
|
SS |
16 |
1,9% |
|||
|
SSS |
SSS |
6 |
11 |
0,7% |
1,3% |
|
SSS |
5 |
0,6% |
|||
|
SSS |
0 |
— |
|||
|
Insgesamt |
854 |
100% |
| Abb. 41: Darstellung der prozentualen Probandenanteile gemäß verwendeter Wortstrukturen (Gesamtwörterzahl) in der Phase des SB. | ||
|
|
|
| [Seite 185↓] |
Der größte Anteil von 311 Wörtern (36,4%) wies in der
Silbenzusammensetzung die Segmentstruktur
Konsonant-Vokal-Konsonant-Vokal (
KVKV
) auf. Zusammen mit dem aufgetretenen Anteil der
Silbenstruktur Konsonant-Vokal (
KV
) von 15,6% ergab sich ein Anteil von insgesamt 52,0%
dieser (einfachen bzw. silbenverdoppelten) Form.
Bei 203
Wörtern (23,8%) zeigte sich die Silbenzusammensetzung
Vokal-Konsonant-Vokal (
VKV
).
71 Wörter (8,3%) enthielten die Segmente
Konsonant-Vokal-Konsonant (
KVK
).
Die übrigen 136 Wörter (15,9%) wiesen
sonstige
Silbenstrukturen auf. Von diesen ragte zahlen- und
anteilmäßig keine Form mehr heraus (Tab. 54; Abb. 42).
Tab. 54: Tabelle zu Probandenanteilen gemäß Silbenstruktur in der Phase des SB.
|
vokalische/konsonan |
Wörter |
prozentualer |
||||
|
KVKV KV VKV KVK |
311 133 |
444 |
718 |
36,4% 15,6% |
52,0% |
84,1% |
|
203 71 |
274 |
23,8% 8,3% |
32,1% |
|||
|
VV VK V KVKVK VKVK VKVKV KVKVKV KVKKV VKKV |
36 32 31 13 8 7 4 3 2 |
136 |
4,2% 3,7% 3,6% 1,5% 0,9% 0,8% 0,5% 0,4% 0,3% |
15,9% | ||
|
Insgesamt |
854 |
100% |
| Abb. 42: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Silbenstruktur in der Phase des SB. | ||
|
|
|
| [Seite 186↓] |
Die Betrachtung der einzelnen Artikulationszonen (AZ), die von den Probanden bei der Lautbildung verwendet wurden, ergab folgende Häufigkeitsverteilung:
Die 1.Artikulationszone wurde mit einem Probandenanteil von 95 Kindern (98,9%) am häufigsten gebraucht. Mit nur gering weniger Probandenbeteiligung folgte die 4.Artikulationszone , die von 85 Kindern (88,5%) frequentiert wurde. Von 69 Probanden (71,9%) erfolgte die Lautbildung an der 2.Artikulationszone . Der geringste Probandenanteil von 40 Kindern (41,7%) entfiel auf die Verwendung der 3.Artikulationszone . Von 4 Kindern lagen keine Angaben (keine Wörter bis 1;6 Jahre) vor (Tab. 55, 57; Abb. 43).
Tab. 55: Probandenanteile zur Verwendung der einzelnen AZ in der Phase des SB.
|
AZ |
Probandenanzahl n |
Prozentualer Anteil |
|
1.AZ |
95 Probanden (v.H.) |
98,9% (v.H.) |
|
2.AZ |
69 Probanden (v.H.) |
71,9% (v.H.) |
|
3.AZ |
40 Probanden (v.H.) |
41,7% (v.H.) |
|
4.AZ |
85 Probanden (v.H.) |
88,5% (v.H.) |
|
keine Angaben |
4 Probanden (v.H.) |
— |
| Abb. 43: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Verwendung der einzelnen Artikulationszonen (AZ) in der Phase des SB. | ||
|
|
|
| [Seite 187↓] |
Insgesamt wurden von den 100 bzw. 96 Probanden folgende Artikulationszonen bei der Lautbildung verwendet:
Der größte Probandenanteil von 32 Kindern (33,3%) nutzte für seine Lautbildung die 1./2./3. und 4.Artikulationszone . Der nächstgrößte Anteil von 31 Kindern (32,3%) gebrauchte die 1./2. und 4.Artikulationszone . Bei 16 Kindern (16,7%) erfolgte die Lautbildung an der 1. und 4.Artikulationszone . Jeweils 5 Kinder (5,2%) produzierten Laute ausschließlich an der 1.Artikulationszone sowie an der 1./3. und 4.Artikulationszone . 4 Kinder (4,2%) realisierten ihre Lautbildungen an der 1. und 2.Artikulationszone . Die 1./2. und 3.Artikulationszone wurde von 2 Probanden (2,1%) und die 3. und 4.Artikulationszone von 1 Probanden (1,0%) verwendet (Tab. 56; Abb. 44).
Tab. 56: Probandenanteile zur Verwendung von AZ insgesamt in der Phase des SB.
|
AZ |
Probandenanzahl n |
Prozentualer Anteil |
|
1. 1./2. 1./2./3. 1./2./3./4. 1./2./ 4. 1./ 3./4. 1./ 4. 1./ 3. |
5 Probanden 4 Probanden 2 Probanden 32 Probanden 31 Probanden 5 Probanden 16 Probanden — |
5,2% 4,2% 2,1% 33,3% 32,3% 5,2% 16,7% — |
|
2. 2./3. 2./3./4. 2./ 4. |
— — — — |
— — — — |
|
3. 3./4. |
— 1 Proband |
— 1.0% |
|
4. |
— |
— |
|
keine Angaben |
4 Probanden |
— |
|
Insgesamt |
100 Probanden |
100% |
| Abb. 44: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Verwendung von AZ insgesamt in der Phase des SB. | ||
|
|
|
| [Seite 188↓] |
Tab. 57: Probandenliste zur Verwendung von AZ in der Phase des SB.
|
n |
AZ |
n |
AZ |
n |
AZ |
n |
AZ |
|
1 |
1./2./4. |
26 |
1./2./4. |
51 |
1./2./4. |
76 |
1./2./3./4. |
|
2 |
1./2./4. |
27 |
1./2./3./4. |
52 |
1./2./3./4. |
77 |
1./2./3./4. |
|
3 |
1. |
28 |
1./2./3./4. |
53 |
1./2./3./4. |
78 |
1./2./4. |
|
4 |
1./2./3. |
29 |
1./2./3./4. |
54 |
1./3./4. |
79 |
1./2./4. |
|
5 |
1./2./4. |
30 |
1./2./3./4. |
55 |
1./2. |
80 |
1./2. |
|
6 |
1./2./3./4. |
31 |
1./2./3./4. |
56 |
1./2./3./4. |
81 |
1./3./4. |
|
7 |
1./2./4. |
32 |
1./2. |
57 |
1./4. |
82 |
— |
|
8 |
1./4. |
33 |
1./2./4. |
58 |
1./2./3./4. |
83 |
1./2./3./4. |
|
9 |
1./2./3./4. |
34 |
1./2./4. |
59 |
1./2./4. |
84 |
1./2./4. |
|
10 |
1./2./3./4. |
35 |
1./4. |
60 |
1. |
85 |
1./2./3./4. |
|
11 |
1./2./3. |
36 |
1./2./4. |
61 |
1./4. |
86 |
1./4. |
|
12 |
1./2./4. |
37 |
1./2./3./4. |
62 |
— |
87 |
1./2./3./4. |
|
13 |
1./2./4. |
38 |
1./4. |
63 |
1. |
88 |
1./2./4. |
|
14 |
1./3./4. |
39 |
1./2./3./4. |
64 |
1./2./3./4. |
89 |
1./4. |
|
15 |
1./2./4. |
40 |
1./4. |
65 |
1./2./3./4. |
90 |
1./2./3./4. |
|
16 |
1. |
41 |
1./2./3./4. |
66 |
1./2./4. |
91 |
1./2./4. |
|
17 |
— |
42 |
1./2./4. |
67 |
1./2./4. |
92 |
1./3./4. |
|
18 |
1./2./4. |
43 |
1./2./4. |
68 |
1./2./4. |
93 |
1./2./3./4. |
|
19 |
1./2./3./4. |
44 |
1./2. |
69 |
1./2./4. |
94 |
3./4. |
|
20 |
1./4. |
45 |
1./2./4. |
70 |
1./2./3./4. |
95 |
1./3./4. |
|
21 |
1./2./3./4. |
46 |
1. |
71 |
1./2./4. |
96 |
1./4. |
|
22 |
— |
47 |
1./4. |
72 |
1./2./3./4. |
97 |
1./2./4. |
|
23 |
1./2./3./4. |
48 |
1./4. |
73 |
1./2./3./4. |
98 |
1./2./4. |
|
24 |
1./2./4. |
49 |
1./4. |
74 |
1./2./3./4. |
99 |
1./4. |
|
25 |
1./4. |
50 |
1./4. |
75 |
1./2./4. |
100 |
1./2./3./4. |
|
| [Seite 189↓] |
DieBetrachtung der aufgetretenen Laute an den einzelnen Artikulationszonen ergab folgende Häufigkeitsverteilung (Abb. 45; Tab. 58, 64):
An der 1.Artikulationszone wurden am häufigsten die Laute [m] von 94 Probanden (97,9%) und [υ] von 39 Probanden (40,6%) produziert. Außerdem traten die Laute [v] bei 2 Probanden (2,1%) und [f] bei 1 Probanden (1,0%) auf.
An der 2.Artikulationszone erschienen am häufigsten die Laute [l] bei 55 Probanden (57,3%) und [n] bei 42 Probanden (43,7%). In weit geringerer Auftretenshäufigkeit erfolgte die Bildung von [d] bei 2 Probanden (2,1%).
An der 3.Artikulationszone traten am häufigsten die Laute [j] bei 31 Probanden (32,3%), [] bei 14 Probanden (14,6%) und [] bei 9 Probanden (9,4%) auf. Des weiteren wurden die Laute [ʝ] bei 4 Probanden (4,2%) und [k] bei 1 Probanden (1,0%) beobachtet.
An der 4.Artikulationszone wurde am häufigsten das [h] von 73 Kindern (76,0%) gebildet.
Mit ca. 1/3 Probandenbeteiligung wurden jeweils das [] bei 32 Kindern (33,3%), das [] bei 31 Kindern (32,3%) und das [] bei 29 Kindern (30,2%) erfaßt. Das [] realisierten 10 Probanden (10,4%) und das [Δ] 4 Probanden (4,2%).
| Abb. 45: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten an den AZ in der Phase des SB. | ||
|
|
|
|
Tab. 58: Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten an den AZ in der Phase des SB.
|
| [Seite 191↓] |
Betrachtet man alle Laute der 4 Artikulationszonen, so ergab sich im Auftreten folgende Häufigkeitsreihenfolge : [m], [h], [l], [n], [υ], [], [j], [], [], [], [], [], [ʝ], [Δ], [v], [d], [f], [k].
Das phonetische Inventar der Probanden umfaßte an den jeweiligen Artikulationszonen folgende Laute (Tab. 59):
An der
1.Artikulationszone
bestand das Phoninventar mit einem Probandenanteil von
56 Kindern (58,4%) am häufigsten aus dem Laut [m].
Das
Inventar der zweitgrößten Probandengruppe von 35 Kindern
(36,5%) umfaßte die Laute [υ, m].
Bei 2 Probanden (2,1%)
enthielt das Inventar die Laute [v, υ, m] und bei jeweils 1
Probanden (1,0%) die Laute [f, υ, m] und [υ].
Keine
Laute der 1.Artikulationszone zeigte ebenfalls nur 1 Proband
(1,0 %) in seinem Inventar.
Die größten Probandenanteile von jeweils 27 Kindern (28,1%)
verfügten an der
2.Artikulationszone
in ihrem Phoninventar über gar keine Laute dieser AZ
bzw. ausschließlich über den Laut [l].
Das Inventar von
26 Kindern (27,1%) enthielt die Laute [l, n].
Bei 14
Kindern (14,6%) bestand das Inventar ausschließlich aus dem
Laut [n].
Nur 2 Probanden (2,1%) verfügten über die
Laute [d, l, n].
Die Laute der
3.Artikulationszone
gehörten beim größten Probandenanteil von 56 Kindern
(58,4%) nicht dem Phoninventar an.
Bei einem Anteil von
20 Probanden (20,9%) bestand das Inventar an dieser
Artikulationszone ausschließlich aus dem Laut [j].
5
Probanden (5,2%) verfügten über die Laute [, ].
Bei 4
Probanden (4,2%) enthielt das Phoninventar die Laute [j, ],
bei jeweils 3 Probanden (3,1%) die Laute [] und [,
j].
Das Inventar von 2 Probanden (2,1%) bestand aus [ʝ,
j].
Jeweils 1 Proband (1,0%) enthielt in seinem Inventar
die Laute [k, ], [ʝ, , j] sowie [ʝ, j, ].
An der
4.Artikulationszone
traten folgende Phoninventare auf: Das Inventar des
größten Probandenanteils von 25 Kindern (26,1%) enthielt
ausschließlich das [h].
11 Kinder (11,5 %) verfügten
über keine Laute der 4.Artikulationszone.
Bei 10 Kindern
(10,5%) bestand das Phoninventar aus [, h].
Jeweils 6
Kinder (6,3%) gebrauchten in ihrem Inventar die Laute [,
, h] sowie [, h].
Das Inventar [, h] zeigte sich bei
5 Kindern (5,2%).
Bei einem Probandenanteil von jeweils
4 Kindern (4,2%) trat ein Phoninventar von [, , , h]
sowie [, , , h] auf.
Bei jeweils einem
Probandenanteil von 3 Kindern erschienen die phonetischen
Inventare [, , h], [, ] und [].
Jeweils 2 Kinder
(2,1%) verfügten über ein Inventar von [, ], [, , h],
[, , h] und [h, Δ].
Bei jeweils einem Anteil von 1
Probanden (1,0%) bestand das phonetische Inventar aus [],
[, , , , h], [, , , h], [, Δ], [, ], [, , ,
h], [, , , h, Δ] und [].
|
| [Seite 192↓] |
Tab. 59: Phoninventare der Probanden in der Phase des SB.
|
| [Seite 193↓] |
Bei der Überprüfung des Gebrauchs von Lauten im phonetischen Inventar der Probanden hinsichtlich charakteristischer Tendenzen in der Symptomatik der jeweiligen Sprachtypen ergab sich folgende Verteilung (Tab. 60; Abb. 46):
Das Inventar des kleinsten Probandenanteils von 13 Kindern (13,5%) zeigte vorrangig die stimmhaften und stimmlosen Frikative [] und [] ( Risikogruppe 1 ).
Der zweitgrößte Probandenanteil von 38 Kindern (39,6%) in der Risikogruppe 0 verfügte in seinem phonetischen Inventar hauptsächlich über die Laute [h], [Δ] oder keine Laute der 4.Artikulationszone.
Die 45 Kinder (46,9%) des größten Probandenanteils in Risikogruppe 2 enthielten am häufigsten die Laute [] und [] in ihrem phonetischen Inventar.
Tab. 60: Probandenanteile zu charakteristischen Tendenzen in der Lautbildung in der Phase des SB.
|
| [Seite 194↓] |
| Abb. 46: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zu charakteristischen Tendenzen in der Lautbildung in der Phase des SB. | ||
|
|
Das Auftreten von Obstruenten (Frikative/Plosive) an der 4.AZ wird in Tab. 61 dargestellt. Fast 2/3 der Probanden (60,4%) produzierte Frikative und/oder Plosive. Der größte Probandenanteil von 25 Kindern (26,1%) bildete ausschließlich Plosive. Bei 20 Probanden (20,8%) erfolgte die gleichzeitige Frikativ- und Plosivlautbildung. Der geringste Probandenanteil von 13 Kindern (13,5%) realisierte ausschließlich Frikative.
Tab. 61: Probandenanteile zur Frikativ- und Plosivlautproduktion an der 4.AZ in der Phase des SB.
|
LK |
Probandenanzahl n |
prozentualer Anteil (%) |
||||||
|
Frikative |
13 |
58 |
33 |
13 |
13,5% |
60,4% |
34,4% |
13,5% |
|
Frikative/Plosive |
20 |
20,8% | ||||||
|
Plosive |
25 |
25 |
26,1 |
26,1% | ||||
|
keine F. u/o P. |
38 |
39,6% | ||||||
|
keine Angaben |
4 |
— | ||||||
|
Insgesamt |
100 |
100% |
|
| [Seite 195↓] |
Die Anzahl der Probanden, welche Frikative bildete, wird in Tab. 62 dargestellt. Insgesamt erschienen bei der überwiegenden Anzahl von 63 Probanden (65,6%) keine Frikative im Phoninventar. Der größte Probandenanteil von 23 Kindern (24,0%) produzierte ausschließlich die stimmlose Form []. Bei 9 Probanden (9,4%) erschienen beide sonorantischen Varianten. Aber nur 1 Proband (1,0%) bildete ausschließlich den stimmhaften Lauttyp [].
Tab. 62: Probandenanteile zur Frikativlautproduktion an der 4.AZ in der Phase des SB.
Bei der Betrachtung der verwendeten Plosive an der 4.AZ ergab sich folgende Verteilung hinsichtlich der Probandenzahlen (Abb. 73c): Insgesamt wurden von der Mehrheit der Probanden (53,1%) keine Plosive gebildet. Von den 45 Probanden (46,9%), welche Plosive produzierten, zeigten 16 Probanden (16,7%) die ausschließliche Produktion der stimmlosen Form. Bei 15 Probanden (15,6%) erschienen beide sonorantischen Varianten. Beim geringsten Probandenanteil erfolgte die ausschließliche Bildung der stimmhaften Form.
Tab. 63: Probandenanteile zur Plosivlautproduktion an der 4.AZ in der Phase des SB.
|
| [Seite 196↓] |
Tab. 64: Probandenliste zum Phoninventar in der Phase des SB.
|
| [Seite 197↓] |
(Fortsetzung Tab 64: Probandenliste zum Phoninventar in der Phase des SB.
|
| [Seite 198↓] |
(Fortsetzung Tab 64: Probandenliste zum Phoninventar in der Phase des SB.
|
| [Seite 199↓] |
Die Betrachtung der erfaßten Laute nach Lautklassen an den einzelnen Artikulationszonen ergab folgende Häufigkeitsverteilung (Tab. 65; Abb. 47):
An der
1.Artikulationszone
erfolgte gemessen an der Gesamtlautzahl am
häufigsten die Bildung von Nasalen (94x) und Approximanten
(39x). Frikative (3x) traten äußerst selten auf. Plosive
erschienen überhaupt nicht.
An der
2.Artikulationszone
traten am häufigsten Laterale (55x) und Nasale
(42x) auf. Plosive (2x) wurden mit Abstand in geringster
Auftretenshäufigkeit registriert. Die Bildung von Frikativen
und Vibranten wurde überhaupt nicht registriert.
An der
3.Artikulationszone
erschienen am häufigsten Approximanten (31x),
Nasale (14x) und Laterale (9x). Frikative (4x) und Plosive
(1x) wurden mit der geringsten Auftretensfrequenz
beobachtet. Die Bildung von Vibranten konnte überhaupt nicht
festgestellt werden.
An der
4.Artikulationszone
wurden am häufigsten Hauchlaute (73x) realisiert.
Es folgten in der Häufigkeitsreihenfolge Plosive (60x) und
Frikative (42x). Mit der geringsten Auftretenshäufigkeit
erschienen die Nasale (4x).
|
Lautklasse |
Artikulationszonen |
Insgesamt |
% |
|||
|
1.AZ |
2.AZ |
3.AZ |
4.AZ |
|||
|
Plosive |
0 |
2 |
1 |
60 |
63 |
13,3% |
|
Frikative |
3 |
0 |
4 |
42 |
49 |
10,4% |
|
Hauchlaute |
— |
— |
— |
73 |
73 |
15,4% |
|
Vibranten |
— |
0 |
0 |
— |
0 |
— |
|
Laterale |
— |
55 |
9 |
— |
64 |
13,5% |
|
Approx. |
39 |
— |
31 |
— |
70 |
14,8% |
|
Nasale |
94 |
42 |
14 |
4 |
154 |
32,6% |
|
Insgesamt |
136 |
99 |
59 |
179 |
473 |
100% |
Insgesamt wurden 473 Laute (100%) erfaßt.
Den größten Anteil stellten davon die
Nasale
, die 154x (32,6%) produziert wurden, dar.
Hauchlaute
, 73x erschienen, traten mit einem Anteil von 15,4%
aller Laute am zweithäufigsten auf.
Es folgte in der
Häufigkeitsreihenfolge mit einer Auftretensfrequenz von 70x
(14,8%) die Lautklasse der
Approximanten
.
Laterale
erschienen 64x (13,5%).
Die Lautklasse der
Plosive
wurde 63x (13,3%) vertreten.
Am seltensten wurden
mit der geringsten Auftretenshäufigkeit von 49x (10,4%)
Laute der Lautklasse
Frikative
registriert.
Vibranten
wurden nicht realisiert.
|
| [Seite 200↓] |
Somit ergab sich folgende Reihenfolge in der Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen:
Nasale > Hauchlaute > Approximanten > Laterale > Plosive > Frikative.
Die Lautanteile der Lautklassen an der Gesamtlautzahl stehen in folgendem Verhältnis (Abb. 47) zueinander:
|
3,1 |
: |
1,5 |
: |
1,4: |
: |
1,3 |
: |
1,2 |
: |
1. |
| Abb. 47: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen insgesamt an allen Artikulationszonen in der Phase des SB. | ||
|
|
Es wurden 185 Obstruenten (39,1%) und 288 Sonoranten (60,9%) realisiert. Die Anteile stehen in einem Verhältnis von 1 : 1,6 zueinander (Abb. 49).
Die Überprüfung der Laute nach Lautklassen hinsichtlich
sonorantischer Kategorien insgesamt
an allen 4.Artikulationszonen ergab folgende
Verteilung (Abb. 48, 49):
Von den insgesamt 473
registrierten und ausgewerteten Lauten wurden 335 Laute
(70,8%), das sind ca. 2/3 von der Gesamtanzahl, durch das
Merkmal der
Stimmhaftigkeit
charakterisiert.
Die übrigen 138 Laute (29,2%),
die ca. 1/3 aller Laute darstellten, waren durch die
(sonorantische) Eigenschaft der
Stimmlosigkeit
gekennzeichnet.
Die Anteile der Laute mit den
Spezifika der Stimmhaftig- bzw. –losigkeit stehen in einem
Verhältnis
von 2,4 : 1 zueinander. Das heißt, stimmhafte Laute
traten insgesamt gesehen ca. 2x so häufig wie stimmlose auf.
|
| [Seite 201↓] |
| Abb. 48: Darstellung der prozentualen Probandenanteile zurAuftretenshäufigkeit von Lauten gemäß ihrer sonorantischen Eigenschaften in der Phase des SB. | ||
|
|
An den einzelnen Artikulationszonen ergaben sich bei Berücksichtigung sonorantischer Eigenschaften folgende Auftretenshäufigkeiten von Lauten nach Lautklassen (Abb. 49):
An der
1.Artikulationszone
erschien überwiegend die Bildung von Lauten der
Lautklassen Nasale (94x) und Approximanten (39), die
grundsätzlich stimmhaften Charakter tragen. Bei den
Frikativen trat die stimmhafte Variante (2x) häufiger als
die stimmlose (1x) auf. Plosive wurden weder in stimmhafter
noch stimmloser Form registriert.
An der
2.Artikulationszone
erfolgte am häufigsten die Bildung von Lateralen (55x)
und Nasalen (42x), die stets stimmhafter Natur sind. Plosive
wurden nur in stimmhafter Form (2x) realisiert, ein
stimmloser Typ trat nicht auf. Frikative und Vibranten
wurden nicht gebildet.
An der
3.Artikulationszone
traten vorrangig Approximanten (31x), Nasale (14x) und
Laterale (9x) auf, die stets stimmhaft realisiert werden.
Frikative wurden ausschließlich stimmhaft (4x) und Plosive
stimmlos (1x) gebildet. Die Bildung von Vibranten erfolgte
nicht.
An der
4.Artikulationszone
zeigte sich jedoch nun eine verhältnismäßig umgekehrte
Auftretenshäufigkeit bezüglich stimmhafter bzw. stimmloser
Laute:
Bei der Lautklasse der Plosive traten mit einer
gering höheren Auftretenshäufigkeit überwiegend stimmlose
(32x) als stimmhafte Laute (31x) auf.
Die stimmlosen
Laute ( 32) der Lautklasse Frikative erschienen sogar ca. 3x
so häufig wie die stimmhaften (10x).
Die Hauchlaute,
welche stets stimmlosen Charakter tragen, wurden 73x
registriert.
Nasale, stets stimmhafter Natur, wurden 4x realisiert.
|
| [Seite 202↓] |
| Abb. 49: Probandenanteile zur Auftretenshäufigkeit von Lauten nach Lautklassen insgesamt und an den jeweiligen Artikulationszonen in der Phase des SB in Abhängigkeit von der erfaßten Gesamtlautzahl. | ||
|
|
|
| [Seite 203↓] |
Die Erhebung der Daten zum temporalen Verlauf in der Längsschnittuntersuchung (Tab. 66, 67) konnte bei 91 Probanden durchgeführt werden (für 9 Probanden lagen in der 1.LP keine Angaben vor: Nr. 38, 51, 53, 54, 63, 69, 78, 88, 100).
Diese ergab, daß der größte Probandenanteil von 55 Kindern (60,4%) in
allen 3 Entwicklungsphasen zeitgemäß mit den phasenspezifischen
Äußerungen begann (Gruppe 1).
Ein Anteil von 7 Probanden (7,7%) wies
nur in der 2.Lallphase einen verspäteten Beginn auf (Gruppe 2).
Bei
ebenfalls 7 Probanden (7,7%) lag ausschließlich der Sprechbeginn
außerhalb des Toleranzbereiches (Gruppe 3).
Ein Anteil von 6
Probanden (6,6%) zeigte in allen 3 Phasen eine verspäteten Beginn
außerhalb des Toleranzbereiches (Gruppe 4).
Bei jeweils 5 Probanden
(5,5%) lag der Beginn der 1.Lallphase (Gruppe 5), der 1.und 2.Lallphase
(Gruppe 6) sowie der 2.Lallphase und der Phase des Sprechbeginns (Gruppe
7) außerhalb des Toleranzbereiches.
Nur 1 Proband (1,1%) wies in der
1.Lallphase und in der Phase des Sprechbeginns Verzögerungen auf (Gruppe 8).
|
Gruppe |
Phase |
n |
% |
Nr. |
||
|
1.LP |
2.LP |
SB |
||||
|
1 |
T |
T |
T |
55 |
60,4% |
1-3, 5-7, 9, 10, 12-14, 18, 20, 21, 23, 26, 28-32, 35-37, 39, 41, 43-47, 52, 57-60, 64, 66, 68, 70, 72-74, 76, 79, 81, 83-85, 87, 89, 90, 91, 95, 99 |
|
2 |
T |
A |
T |
7 |
7,7% |
16, 19, 24, 33, 55, 96, 98 |
|
3 |
T |
T |
A |
7 |
7,7% |
4, 22, 25, 48, 65, 67, 93 |
|
4 |
A |
A |
A |
6 |
6,6% |
8, 17, 75, 80, 82, 92 |
|
5 |
A |
T |
T |
5 |
5,5% |
27, 34, 49, 56, 71 |
|
6 |
A |
A |
T |
5 |
5,5% |
15, 61, 77, 86, 97 |
|
7 |
T |
A |
A |
5 |
5,5% |
11, 40, 50, 62, 94 |
|
8 |
A |
T |
A |
1 |
1,1% |
42 |
|
Insgesamt |
91 |
100% |
|
| [Seite 204↓] |
Tab. 67: Probandenliste zum temporalen Verlauf in allen 3 Phasen. (k.A. – keine Angaben)
|
n |
1.LP |
2.LP |
SB |
n |
1.LP |
2.LP |
SB |
|
1 |
0;1 Jahre 0-0;1 Jahre 0;3 Jahre 0;2 Jahre 0;1 Jahre 0;2 Jahre 0;1 Jahre 0;8 Jahre 0;3 Jahre 0;1 Jahre 0;1 Jahre 0;2 Jahre 0;1 Jahre 0;2 Jahre 0;5 Jahre 0;3 Jahre 0;4 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0-0;1 Jahre 0;1 Jahre 0;1 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;4 Jahre 0;3 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;3 Jahre 0;3 Jahre 0;2 Jahre 0;4 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;3 Jahre k. A. 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;1 Jahre 0;4 Jahre 0;3 Jahre 0;2 Jahre 0;1 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;6 Jahre 0;2 Jahre |
0;7 Jahre 0;7 Jahre 0;6 Jahre 0;6 Jahre 0;5 Jahre 0;7 Jahre 0;7 Jahre 0;11 Jahre 0;6 Jahre 0;5 Jahre 0;10 Jahre 0;6 Jahre 0;8 Jahre 0;8 Jahre 0;11 Jahre 0;9 Jahre 0;11 Jahre 0;8 Jahre 0;9 Jahre 0;5 Jahre 0;5 Jahre 0;7 Jahre 0;6 Jahre 0;10 Jahre 0;4 Jahre 0;6 Jahre 0;8 Jahre 0;6 Jahre 0;6 Jahre 0;6 Jahre 0;5 Jahre 0;7 Jahre 0;10 Jahre 0;8 Jahre 0;7 Jahre 0;7 Jahre 0;6 Jahre 0;6 Jahre 0;6 Jahre 0;9 Jahre 0;6 Jahre 0;7 Jahre 0;8 Jahre 0;6 Jahre 0;7 Jahre 0;6 Jahre 0;7 Jahre 0;8 Jahre 0;8 Jahre 0;10 Jahre |
1;0 Jahre 1;2 Jahre 1;0 Jahre 1;5 Jahre 1;0 Jahre 0;10 Jahre 0;11 Jahre 1;3 Jahre 1;0 Jahre 1;0 Jahre 1;3 Jahre 1;1 Jahre 0;10 Jahre 0;10 Jahre 1;1 Jahre 1;2 Jahre >1;6 Jahre 0;11 Jahre 1;0 Jahre 1;0 Jahre 0;10 Jahre >1;6 Jahre 0;10 Jahre 1;0 Jahre 1;5 Jahre 0;10 Jahre 1;2 Jahre 1;0 Jahre 0;11 Jahre 0;11 Jahre 0;9 Jahre 1;0 Jahre 1;1 Jahre 0;11 Jahre 1;0 Jahre 1;0 Jahre 0;10 Jahre 1;0 Jahre 0;9 Jahre 1;3 Jahre 0;10 Jahre 1;3 Jahre 1;2 Jahre 1;2 Jahre 1;1 Jahre 0;10 Jahre 1;2 Jahre 1;4 Jahre 1;2 Jahre 1;4 Jahre |
51 |
k.A. 0;2 Jahre k.A. k.A. 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre k.A. 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre k.A. 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre k.A. 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre k.A. 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre 0;2 Jahre k.A. |
0;6 Jahre 0;8 Jahre 0;6 Jahre 0;6 Jahre 0;9 Jahre 0;7 Jahre 0;7 Jahre 0;8 Jahre 0;5 Jahre 0;6 Jahre 0;9 Jahre 0;9 Jahre 0;7 Jahre 0;5 Jahre 0;8 Jahre 0;8 Jahre 0;6 Jahre 0;6 Jahre 0;6 Jahre 0;6 Jahre 0;8 Jahre 0;6 Jahre 0;6 Jahre 0;6 Jahre 1;0 Jahre 0;7 Jahre 0;9 Jahre 0;9 Jahre 0;5 Jahre 0;10 Jahre 0;8 Jahre 1;0 Jahre 0;8 Jahre 0;7 Jahre 0;6 Jahre 0;10 Jahre 0;7 Jahre 0;6 Jahre 0;7 Jahre 0;7 Jahre 0;8 Jahre 0;11 Jahre 0;5 Jahre 0;11 Jahre 0;5 Jahre 0;10 Jahre 0;9 Jahre 0;9 Jahre 0;8 Jahre 0;10 Jahre |
1;0 Jahre 1;0 Jahre 0;10 Jahre 1;0 Jahre 0;10 Jahre 0;11 Jahre 0;10 Jahre 1;1 Jahre 0;10 Jahre 0;10 Jahre 1;2 Jahre >1;6 Jahre 1;2 Jahre 0;11 Jahre 1;5 Jahre 0;11 Jahre 1;3 Jahre 1;1 Jahre 0;10 Jahre 0;10 Jahre 1;2 Jahre 0;9 Jahre 0;11 Jahre 1;0 Jahre 1;3 Jahre 0;10 Jahre 0;11 Jahre 1;1 Jahre 0;11 Jahre 1;3 Jahre 1;2 Jahre >1;6 Jahre 1;0 Jahre 1;0 Jahre 1;0 Jahre 1;2 Jahre 1;2 Jahre 0;9 Jahre 0;11 Jahre 1;2 Jahre 0;11 Jahre 1;4 Jahre 1;3 Jahre 1;5 Jahre 1;0 Jahre 1;0 Jahre 1;0 Jahre 0;11 Jahre 0;10 Jahre 1;1 Jahre |
|
| [Seite 205↓] |
Die Datenauswertung in der Längsschnittuntersuchung hinsichtlich des Gebrauchs von Artikulationszonen (Tab. 73) konnte nur bei 87 Probanden erfolgen (für 9 Probanden lagen in der 1.Lallphase keine Angaben vor: Nr. 38, 51, 53, 54, 63, 69, 78, 88, 100; bei 4 Probanden lag der Zeitpunkt des Sprechbeginns in einem Alter nach 1;6 Jahren: Nr. 17, 22, 62, 82).
Diese ergab, daß über die Lautbildungen der
1.Artikulationszone
(Tab. 68) der größte Probandenanteil von 60 Probanden (69,0%)
sowohl in der 2.Lallphase als auch in der Phase des Sprechbeginns
verfügte (Gruppe 6).
25 Probanden (28,8%) gebrauchten die 1.AZ
in allen 3 Phasen (1.LP/2.LP/SB)(Gruppe 4).
Bei jeweils 1
Probanden (1,1%) erschienen Lautbildungen dieser AZ ausschließlich
in der 2.Lallphase (Gruppe 2) bzw. in der Phase des Sprechbeginns
(Gruppe 3).
Es gab allerdings keine Probanden, welche die 1.AZ
ausschließlich in der 1.Lallphase (Gruppe 1), in der 1. und
2.Lallphase (Gruppe 5), in der 1.Lallphase und in der Phase des
Sprechbeginns (Gruppe 7) für die Lautbildung verwendeten bzw. keine
Laute dieser AZ in irgendeiner Phase bildeten (Gruppe 8).
Tab. 68: Probandenanteile zur Verwendung der 1.AZ in der Längsschnittstudie.
|
Gruppe |
Phase |
n |
% |
Nr. |
|
1 |
1.LP |
0 |
— |
— |
|
2 |
2.LP |
1 |
1,1% |
94 |
|
3 |
SB |
1 |
1,1% |
25 |
|
4 |
1.LP, 2.LP, SB |
25 |
28,8% |
2, 4, 6, 8, 9, 10, 13, 15, 23, 27, 29, 31, 32, 34, 35, 36, 37, 42, 44, 48, 52, 74, 83, 87, 97 |
|
5 |
1.LP, 2.LP |
0 |
— |
— |
|
6 |
2.LP, SB |
60 |
69,0% |
1, 3, 5, 7, 11, 12, 14, 16, 18-21, 24, 26, 28, 30, 33, 39, 40, 41, 43, 45-47, 49, 50, 55, 56-61, 64-68, 70-73, 75-77, 79-81, 84-86, 89-93, 95, 96, 98, 99 |
|
7 |
1.LP, SB |
0 |
— |
— |
|
8 |
keine Laute der 1.AZ |
0 |
— |
— |
|
Insgesamt |
87 |
100% |
Der Gebrauch der
2.Artikulationszone
(Tab. 69) erfolgte von der größten Probandenanzahl von 36
Kindern (41,4%) sowohl in der 2.Lallphase als auch in der Phase des
Sprechbeginns (Gruppe 6).
Bei jeweils 14 Probanden (16,1%)
traten Lautbildungen dieser AZ ausschließlich in der 2.Lallphase auf
(Gruppe 2) bzw. in der Phase des Sprechbeginns (Gruppe 3).
Bei
13 Probanden (14,9%) erfolgte die Lautbildung an dieser AZ in allen
3 Phasen auf (Gruppe 4).
Jeweils 5 Probanden (5,7%) gebrauchten
die 2.AZ in der 1. und 2. Lallphase (Gruppe 5) bzw. realisierten
keine Laute der 2.AZ (Gruppe 8).
Es wurden keine Probanden
registriert, die diese Lautbildungen ausschließlich in der
1.Lallphase (Gruppe 1) bzw. in der 1.Lallphase und in der Phase des
Sprechbeginns (Gruppe 7) realisierten.
|
|
Tab. 69: Probandenanteile zur Verwendung der 2.AZ in der Längsschnittstudie.
|
|