The Effect of Having Too Much Choice

Dissertation

zur Erlangung des akademischen Grades Dr. rer. nat.
im Fach Psychologie

eingereicht an der
Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät II
der Humboldt-Universität zu Berlin

von

Dipl. Psych. Benjamin   Scheibehenne ,

geboren am 11. Januar 1977 in Marburg an der Lahn

Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin
Prof. Dr. Christoph Markschies

Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät II
Prof. Dr. Wolfgang Coy

Gutachter:
1. Frau Prof. Dr. Elke van der Meer, Humboldt-Universität Berlin, Institut für Psychologie
2. Herr Prof. Dr. Gerd Gigerenzer, Humboldt-Universität Berlin, Institut für Psychologie; MPI für Bildungsforschung
3. Herr Prof. Dr. Peter M. Todd, Indiana University

Tag der Verteidigung: 21. Januar 2008

English Abstract

This dissertation explores the so-called too-much-choice effect, according to which an overabundance of options eventually leads to negative consequences, such as a diminished motivation to choose any option or a decreased satisfaction with the finally chosen alternative. While strong instances of this effect have been found in a small number of studies in the past, its theoretical underpinnings are still somewhat unspecific. Because the effect challenges basic axioms of rational choice theory and it also has important implications for applied fields such as marketing and public policy making, it is important to get a better understanding of the mechanisms that lead to the effect. As a starting point to test these mechanisms, an experimental paradigm is needed in which the effect reliably occurs. Therefore, I first strived to replicate previous experiments that reported large effect sizes. Yet in a series of three replications in the field and in the lab with a total of 850 participants, I did not find an effect of too much choice, suggesting that the effect is less robust than previously thought and that it depends on certain boundary conditions instead. To find out why the effect occurs and which specific conditions are necessary to reliably elicit it, I subsequently examined several boundary conditions that figure in previous research on decision making in psychology and related fields and then tested the conditions empirically in a series of six laboratory experiments. Based on the results of these experiments with a total of 595 participants, most of the tested boundary conditions could be ruled out as explanations of why and when the effect of too much choice occurs. The results of a meta-analysis of published and unpublished data including my own suggest that the effect of too much choice is smaller than previously thought and that the differences between the studies that found the effect and those that did not cannot be explained by mere chance. As a consequence, a further search for moderator variables in future research seems justified.

Deutsches Abstrakt

Die vorliegende Dissertation beschäftigt sich mit dem so genannten „Effekt zu großer Auswahl“. Der Effekt besagt, dass ein Überangebot von Auswahlalternativen negative Konsequenzen hat, in dem es beispielsweise die Motivation verringert, überhaupt eine Entscheidung zu treffen oder in dem es die subjektive Zufriedenheit mit der letztlich gewählten Alternative verringert. Der Effekt wurde von einigen wenigen experimentellen Studien in der Vergangenheit empirisch nachgewiesen. Seine theoretische Erklärung sowie die zugrunde liegenden Entscheidungsmechanismen sind jedoch bisher nur unzureichend präzisiert. Der Effekt steht im Widerspruch zu Axiomen der klassischen rationalen Entscheidungstheorie. Ein sicherer Nachweis des Effektes hätte daher Konsequenzen für die Theorienbildung in der Psychologie. Außerdem hätte der Effekt praktische Relevanz in angewandten Bereichen wie zum Beispiel im Konsumgütermarketing oder in der Politik. Daher ist es wichtig, ein genaueres Verständnis der Mechanismen zu erlangen, die zur Entstehung des Effektes führen. Um diese Mechanismen zu untersuchen wird zunächst ein experimentelles Paradigma benötigt, in dem der Effekt reliabel auftritt. Aus diesem Grund wird in der vorliegenden Arbeit der Versuch unternommen, bereits publizierte Studien zu replizieren, in denen große Effektstärken gefunden wurden. In einer Serie von insgesamt drei Replikationen (Zwei Feldexperimente und ein Laborexperiment) mit insgesamt 850 Versuchsteilnehmern konnte ich jedoch den Effekt zu großer Auswahl nicht replizieren. In der Konsequenz dieser Ergebnisse ist davon auszugehen, dass der Effekt weit weniger generalisierbar ist als bisher angenommen und dass sein Auftreten wesentlich von spezifischen Randbedingungen abhängt. Ausgehend von dieser Tatsache untersuche ich im Weiteren die Frage wann, wieso und unter welchen Randbedingungen ein Effekt zu großer Auswahl zu erwarten ist. Dabei arbeite ich basierend auf etablierten empirischen und theoretischen Erkenntnissen in der Psychologie und in verwandten Forschungsfeldern eine Reihe potenzieller Randbedingungen heraus und teste diese in sechs weiteren Experimententen mit insgesamt 595 Teilnehmern. Basierend auf den Ergebnissen dieser Experimente können die meisten der getesteten Randbedingungen als Erklärung für das Auftreten des Effektes ausgeschlossen werden. Die Ergebnisse einer sich daran anschließenden Meta-Analyse veröffentlichter und unveröffentlichter Daten zeigt jedoch, dass der Unterschied zwischen Studien die einen Effekt nachweisen und solchen, in denen kein Effekt auftritt, vermutlich nicht allein durch Zufallsprozesse erklärbar ist. Demnach ist eine Suche nach weiteren Randbedingungen in zukünftiger Forschung gerechtfertigt.

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der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
24.09.2008