Vorbemerkung

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Die etwa 20 skulpturalen Arbeiten, welche dem so genannten Meister HW auf der Basis stilkritischer Untersuchungen zugeschrieben werden, entstanden innerhalb eines Zeitraums von zehn bis fünfzehn Jahren. Sie gruppieren sich um drei monogrammierte und datierte Bildwerke: die Figur der Hl. Helena von der Hl.-Kreuz-Kapelle des Rathauses in Halle/Saale (1501/1502), das Altarretabel in der Bornaer Marienkirche (1511) und die Schöne Tür von der Franziskanerklosterkirche in Annaberg (1512). Neben zwei Arbeiten in Goslar und Braunschweig konzentrieren sich die Erhaltungsorte und die Provenienzen im albertinisch regierten sächsischen Raum, wobei insbesondere die Städte Chemnitz und Freiberg, Annaberg und Ehrenfriedersdorf im oberen Erzgebirge sowie die südlich bzw. südwestlich von Leipzig gelegenen Orte Borna und Pegau hervortreten.

Seit den grundlegenden 1938 von Walter Hentschel vorgelegten Untersuchungen, in denen der Bildbestand in einer relativ abschließenden Form dargestellt ist, standen die Bildwerke bisher nicht im Mittelpunkt einer weiteren wissenschaftlichen Arbeit.

Die erneute Beschäftigung mit den Werken im Rahmen der hier vorgelegten Arbeit kann auf umfangreiche Forschungen zu bildkünstlerischen Äußerungen des ausgehenden Mittelalters und der beginnenden Neuzeit aufbauen. Im Vordergrund stehen die umfassenden Untersuchungen der drei monogrammierten und datierten Bildwerke sowie der Tulpenkanzel in der Freiberger Marienkirche. Die Untersuchungen zu den künstlerischen Voraussetzungen gewähren nicht nur Einblicke in den Schaffensprozess des Bildhauers und Bildschnitzers, sie ermöglichen zugleich eine Positionsbestimmung der skulpturalen Arbeiten im Kontext des bildnerischen und raumkünstlerischen Geschehens des ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts innerhalb des deutschen Sprachraums.


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14.01.2008