Das internationale Privatrecht als globales System

Dissertation

zur Erlangung des akademischen Grades Dr. iur.

Eingereicht am: 15. Februar 2005

bei der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin

von: Scherer , Gabriele

geb. am 18.02.1973 in Kaiserslautern

Präsident/Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin
Prof. Dr. Jürgen Ml y nek

Dekan: Dekan/Dekanin der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin
Prof. Dr. Michael Kloepfer

Gutachter:
1. Prof. Dr. Axel Flessner
2. Prof. Dr. Hans-Peter Schwintowski

Tag der mündlichen Prüfung: 24. Oktober 2005

Zusammenfassung

Diese Arbeit hat die Frage zum Gegenstand, innerhalb welchen konzeptionellen Rahmens das internationale Privatrecht (IPR) sich angesichts moderner Entwicklungen bewegen sollte.

Das „klassische“ IPR geht von Recht als einem zwangsläufig staatlich gesetzten Phänomen aus, weswegen sich internationalprivatrechtliche Systeme bislang nur innerhalb der Grenzen der jeweiligen nationalen Rechtssysteme denken ließen. Die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte zeigen jedoch, dass die soziale Realität mehr und mehr staatlich-territorialen Festlegungen entwächst und sich stattdessen funktionell ausdifferenzierte Sektoren herausbilden, für die Landesgrenzen keine Relevanz mehr besitzen. In einer globalisierten Welt, so die Argumentation dieser Abhandlung, entsteht globaler Regulierungsbedarf außerhalb der traditionellen staatlichen Rechtssysteme.

Um diesem Bedarf adäquat zu begegnen, muss das IPR als übergreifendes System gedacht werden, innerhalb dessen den einzelnen Staaten lediglich die Rolle unselbständiger Subsysteme zukommt.

Die Auswirkungen dieser neuen Sichtweise werden anhand des Problems der Anwendung „fremden“ Rechts untersucht.

Eigene Schlagworte: IPR, Anwendung fremden Rechts, lex mercatoria, Globalisierung, legal pluralism, Systemtheorie

Abstract

This thesis addresses the question of what conceptual framework is adequate for private international law in the light of modern developments.

“Classic” private international law conceives of “the Law” as necessarily being issued by a state entity, as a consequence of which systems of private international law so far have been conceptually limited to the realm of national law systems. The developments of recent decades, however, show that social reality transcends governmental and territorial determinations with the creation of functionally differentiated sectors regardless of territorial boundaries. According to my argumentation, globalization entails global regulation necessities outside of the traditional national systems of law.

In order to adequately meet the requirements of this new reality, private international law should be conceived of as an overarching system which comprises the national systems as mere subsystems.

The consequences of this new perspective are being analyzed with regard to the problem of the application of "foreign" law.

Keywords: Conflict of laws, application of foreign law, lex mercatoria, globalization, legal pluralism, systems theory

Inhaltsverzeichnis



© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
DiML DTD Version 4.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
23.03.2006