2 Zielsetzung

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Die vorliegende Dissertation untersucht die genetische Modifikation der humanen Natürlichen Killer-(NK)-Zellinie YT mit tumorspezifischen Rezeptorkonstrukten zur Erweiterung ihrer zytotoxischen Eigenschaften. Im Rahmen dieser Aufgabenstellung werden chimäre Rezeptoren mit den Erkennungseigenschaften tumorspezifischer Antikörper konstruiert und in die YT-Zellinie transfiziert. Die rezeptorgenmodifizierten YT-Zellen sollen auf ihre Wirkung gegenüber Tumorzellen untersucht werden.

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die Konstruktion von chimären Rezeptorgenen, die ein „Tumor targeting“ der NK-Zellinie YT ermöglichen. Die Bindungsdomänen der Rezeptoren werden als single-chain-Antikörper-Fragmente aus den humanisierten variablen Regionen des CEA-spezifischen Antikörpers BW431/26 und des CD33-spezifischen Antikörpers HuM195 erzeugt. Die scFv-Konstrukte sollen auf ihre Bindungseigenschaften überprüft und zur Färbung von Tumorzellen eingesetzt werden. Um die Antigenerkennung dieser scFv-Fragmente mit den Effektoreigenschaften der NK-Zellinie YT zu koppeln, werden sie mit der CD3 ζ-Signalkette zu chimären Rezeptorgenkonstrukten fusioniert. Außerdem soll ein Kontrollrezeptorkonstrukt, das keine zellulären Antigene erkennt, erzeugt werden.

Die NK-Zellinie YT soll mit diesen Rezeptorgenen durch Elektroporation transfiziert und geeignete Verfahren zur Selektion und Anreicherung der transgenen NK-Zellen evaluiert werden. Die genmodifizierten YT-Zellen werden in vitro auf ihre Zytotoxizität gegenüber Tumorzellinien getestet. Dabei soll die Relevanz von zirkulierendem Antigen untersucht werden. Für einen sicheren klinischen Einsatz von Effektorzellinien im Patienten muß ihr Wachstum beschränkt werden. Zu diesem Zweck sollen die rezeptorgenmodifizierten YT-Zellen bestrahlt und ihr Wachstum sowie ihre zytotoxischen Eigenschaften nach γ-Bestrahlung untersucht werden. Die Wirksamkeit der bestrahlten rezeptortransfizierten YT-Zellen gegenüber Tumoren soll in vivo in einem NOD/SCID-Mausmodell überprüft werden. Da die Wirkung adoptiv transferierter Effektorzellen von einer Abstoßung durch das Immunsystem des Patienten abhängt, sollen die YT-Zellen vor und nach Rezeptorgentransfer auf ihre Sensibilität gegenüber allogenen Blutlymphozyten in vitro untersucht werden.

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Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen klären helfen, ob sich ein „Tumortargeting“ der humanen NK-Zellinie YT durch den Gentransfer tumorspezifischer chimärer Rezeptorkonstrukte erreichen läßt und ob ein Potential für den Einsatz rezeptorgenmodifizierter YT-Zellen zur adoptiven Immuntherapie von Tumorerkrankungen besteht.


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28.10.2005