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Humboldt-Universität zu Berlin

Gleichheit - Freiheit - Gerechtigkeit<BR>Versuch einer Ortsbestimmung<BR>in praktischer Absicht Dissertation zur Erlangung des Grades Dr. phil.
im Promotionsfach Philosophie

vorgelegt der Philosophischen Fakultät I
der Humboldt-Universität zu Berlin

von
Christian SchlüterMünzstraße 8
10178 Berlin

Eingereicht: 21.12.1999 Tag der Promotion: 12.07.2000

Kommissionsvorsitz: Prof. Dr. R. Jay Wallace Erstgutachter: Prof. Dr. Herbert Schnädelbach Zweitgutachter: Prof. Dr. Volker Gerhardt

Dekan der
Philosophischen Fakultät I: Prof. Dr. W. Nippel
2Zusammenfassung

Thema dieser Arbeit ist der Begriff der “Gerechtigkeit” in verschiedenen philosophischen Theorien. Dabei geht es mir nicht um allein eine Erörterung abstrakter Prinzipien, sondern um die Suche nach der sehr viel grundlegenderen Bedeutung eines pragmatischen ‚jemanden mit oder durch etwas gerecht werden’.

Nach einem kurzen Aufriss des Problems in der Einleitung (1) widme ich mich den historischen und gegenwärtigen Verwendungsweisen von ‚Gerechtigkeit’ und ‚gerecht’ (2 u. 3). Deutlich wird hier, bis hin zu den modernen Positionen, dass zur Gerechtigkeit immer auch ein Jenseits gehört, etwas, das sich nicht in Prinzipien einfangen lässt. Um diese These zu belegen, beschäftige ich mich im 4. Kapitel mit dem Prinzip der Gleichheit, vor allem mit der Reziprozität bei Habermas und Luhmann, und mit der Unparteilichkeit bei Frankfurt u.a. Dabei zeigt sich, dass ohne ein Konzept von Freiheit ‚Gerechtigkeit’ nur ein abstraktes Wort bleibt, ohne jeden praktischen Sinn. Im 5. Kapitel versuche ich deswegen ein Konzept von sozialer (nicht transzendentaler oder bewusstseinsphilosophischer) Freiheit und Verantwortung zu entfalten: Vor allem in Hinblick auf Merleau-Ponty, Heidegger und dem späten Wittgenstein. Deutlich wird, dass Freiheit in grundlegender Weise ein Konzept der Verpflichtung ist (und nicht etwa der Ungebundenheit). Im 6. Kapitel schließlich führe ich die Ergebnisse aus den beiden vorangegangenen Kapiteln zusammen. Dabei steht vor allem die Soziaphilosophie von Emmanuel Lévinas im Vordergrund. Ergänzt wird sie, im Anschluss an Foucault, um eine modifizierte Theorie der Macht. Abschließend (7) fasse ich die Resultate dieser Arbeit zusammen und gebe einen Ausblick auf weiter führende Konzepte (Gnade, Billigkeit und Widerstand).

Freiheit, Gerechtigkeit, Lèvinas, Foucault 3Abstract

In this essay, I try to examine the concept of ‘justice’ in several philosophical theories. For this I do not want to discuss abstract principles (of justice) alone, but to search for the fundamental meaning of the pragmatic ‘to do justice to someone by doing something’.

After a short elevation of the problem in the introduction (1) I examine the use of the notion ‘justice’ or ‘just’ in historical and present contexts (2 & 3). This will make clear that to every concept of ‘justice’ there belongs something that lies beyond: a peculiar meaning of ‘justice’ that does not fit to abstract principles. To proof this thesis I discuss in Chapter 4 the principle of equality, especially the principle of reciprocity in Habermas and Luhmann, and the principle of impartiality in Frankfurt et al. The conclusion is, that without a concept of liberty ‘justice’ only remains an abstract word, without any pragmatic meaning (and importance). For this reason I try to enfold in chapter 5 a concept of social (not transcendental or idealistic) freedom and responsibility: especially with regard to Merleau-Ponty, Heidegger and the late Wittgenstein. This will make clear that basically liberty (freedom) is a concept of deep commitment. In chapter 6 I connect the results from chapter 4 and 5. Here the social philosophy of Emmanuel Levinas becomes important. She will be, following Foucault, supplemented by a modified theory of power. Finally I (7) conclude the results of this paper and give an outlook to further concepts like mercy/grace, equitableness and resistance.

freedom, liberty, justice, Levinas, Foucault 4 &ded;
&ch1;&ch2;&ch3;&ch4;&ch5;&ch6;&ch7; &bib;&ack;&vita;&decl;