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Anhang: Datenquellen Fallstudien

Einen Überblick über die Datenquellen gibt die folgende Zusammenstellung. Der Versuch, die Datenerhebung zu quantifizieren kann nur ein unvollständiges Bild geben, da die zahlreichen informellen Gespräche hinzukommen, von denen teils nur die wichtigsten Erkenntnisse notiert werden konnten. Auch die Angaben über die Zahl von Versammlungen, an denen ich teilgenommen habe, können eher als ein unterer Grenzwert betrachtet werden.

Datenquellen Fallstudie PAET

Die Zielgruppe der Forschung über Intensivierung mit Mechanisierung und Maßnahmen zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit kann aufgeteilt werden in Teilnehmer an den Projekten (22 Altamira, 14 Uruará), direkt Interessierten, auch in Anapu (etwa 100) und der potentiellen Ziel­gruppe, die man auf 15% der nach meiner vorsichtigen Schätzung von etwa 35.000 Betrieben in den 11 Munizipien des heutigen Einzugsgebietes in einer ersten Phase einschätzen könnte, was 5.000 Bauern ergibt. Tatsächlich ist der Druck aufgrund der Gesetzgebung hoch, die eine Waldschutzzone von 80% in jedem Betrieb vorsieht (vgl. Kap. 1.5.3).

Die Kerngruppe des MPST dürfte wohl 10 Personen betragen haben. Hinzu kommen Kerngruppen von etwa 3 bis 4 Gewerkschafter in den Munizipien, die den größten Teil der Arbeit der Organisationen übernehmen. Die Zahlen weisen eine große Fluktuation über den Zeitraum auf. Das LAET kommt auf etwa 8 permanente und 4 assoziierte Forscher während des größten Teils des beschriebenen Zeitraumes. Das gesamte vom NEAF geleitete Programm PFD (Pesquisa - Formação - Desenvolvimento) in Belém, Marabá und Altamira umfaßte etwa 25 Forscher und Dozenten.

Es wurden insgesamt 94 Befragungen von Bauern im Rahmen der Forschung über Intensivierung durchgeführt, davon 80 mit halbstandardisierten Fragebögen, die übrigen anhand von Leitfaden­interviews. 40 dieser Befragungen habe ich selbst durchgeführt. 14 davon behandelten unter anderem die Frage der Intrige während der Aktionsforschung und die Beziehung sowie den Informations­austausch unter den beteiligten Bauern. Ich habe an etwa 15 Versammlungen mit den Bauern der Aktionsforschung teilgenommen, die zwischen 1 und 3 Tage dauerten und die meist von individuellen Besuchen in den Betrieben und auf der Versuchsparzelle begleitet waren. Darüber hinaus fanden Besuche der Kollegen (Agraringenieure, Agrartechniker) statt, über die ein regelmäßiger Austausch geführt wurde. Die Besuche des Agrartechnikers erfolgten in Abständen von 1 bis 2 Monaten je nach Bedarf. Darüber hinaus haben zu verschiedenen Zeitpunkten ausführ­liche Befragungen der 4 Bauern stattgefunden, die über einen längeren Zeitraum mit den Forschern experimentierten, unter anderem auch noch 1 Jahr nach der Beendigung des Projektes. 11 Personen des PAET und Beteiligte an den Verhandlungen zu der Beziehung LAET - MPST wurden ausführlich befragt (davon die Hälfte in Leitfadeninterviews, die übrigen als rezeptive Interviews). Einen Teil der Ereignisse habe ich in den zahlreichen Versammlungen des PAET und in größeren Planungs- und Evaluierungsversammlungen mit den Bauern selbst beobachten können. Weiter wurden 5 Befragungen von staatlichen Beratern durchgeführt, ein Teil in Leitungsposition.


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Es wurden 41 Dokumente des PAET ausgewertet, ein gemeinsamer Bericht verfaßt; die Problematik der partizipativen Forschung und ihre Ergebnisse wurden in 14 Artikeln und Vorträgen in Kongressen vorgestellt, darunter 11 gemeinsam mit Kollegen, was zu einer stärkeren Rückmeldung über die eigene Sichtweise führt. 5 Dissertationen über das PAET (2 für den Grad des Doktors, die übrigen für den Grad des Masters) und 18 Artikel von Kollegen wurden ausgewertet, in denen zum Teil ausführlich die Probleme partizipativer Arbeit und die Beziehung zwischen Forscher und Bauer behandelt wurden. Die Text erlauben eine Bestätigung oder Korrektur der eigenen Sicht und liefern wertvolle Hinweise auf die Sichtweise, das Verhalten und die Beziehungen der Beteiligten.

Datenquellen Fallstudie Lumiar

Die direkte Zielgruppe von Lumiar an der Transamazônica kann auf etwa 2.000 Familien in den drei betreuten Ansiedlungsgebieten geschätzt werden. Ein funktionierender Beratungsdienst würde sich jedoch auf die etwa 200.000 bäuerlichen Betriebe in Pará erstrecken. Es waren 14 Berater an der Transamazônica tätig. Auf der Ebene des Bundesstaates arbeiteten 9 Supervisoren, die Comissão Estadual Procera / Lumiar (CEPRO, eine Kommission auf der Ebene des Bundesstaates, das Entscheidungsorgan für die Kreditlinie Procera1 und das Lumiar-Projekt) hatte 6 Mitglieder und zusätzlich die Chefin der Abteilung für Ansiedlungsgebiete als Präsidentin. Die Treffen mit den Bauern zur Arbeitsplanung und die Evaluierungsversammlungen in den Munizipien konnten mit 40 und 65 Teilnehmern rechnen, wobei ich an etwa 7 solcher Treffen teilnahm. Hinzu kommen 3 Treffen mit bäuerlichen Interessengruppen.

Es standen 6 Diagnosen, 13 Berichte der Equipen, 10 Berichte der Supervisoren an der Transamazônica zur Verfügung. 6 veröffentlichte Artikel behandeln die Problematik der partizipativen Beratung, speziell die Erfahrung des Lumiar-Projektes, davon 2 gemeinsam mit Kollegen. Weiter wurden 2 Berichte des MPST zu dem konfliktiven Thema des Kredits zu Beginn des Lumiar-Projektes ausgewertet.

Es fanden Interviews mit 4 Vertretern der Führung der FETAGRI zu Lumiar und Vorschlägen für einen neuen Beratungsdienst statt. Es wurden 4 Vertreter staatlicher Beratungsdienste zu der Perspektive der Erneuerung der Dienste befragt. 12 Befragungen mit Beteiligten des Lumiar-Projektes (Supervisoren, Berater, Bauernführer) wurden zur Problematik der partizipativen Beratung des Lumiar-Projektes geführt (darunter 8 als Leitfadeninterviews, die übrigen als rezeptive Interviews). Darüber hinaus fand regelmäßiger Austausch mit den Equipen per Telefon statt, worüber ebenfalls Notizen angelegt wurden. Ich habe an über 40 Versammlungen der Supervisoren teilgenommen, oft zusammen mit der CEPRO. Allein die Notizen im Rahmen von Lumiar füllen 7 Hefte von jeweils 100 Seiten.


Fußnoten und Endnoten

1 Procera (Programa de Crédito Especial para a Reforma Agrária) ist eine günstige Kreditlinie für die An­siedlungs­programme.



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13.08.2004