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6  ZUSAMMENFASSUNG

Die meisten transfusionsassoziierten anaphylaktischen und anaphylaktoiden Reaktionen werden auf das Vorliegen von anti-IgA Antikörpern zurückgeführt [5,6,8]. Die genaue Inzidenz ist jedoch unbekannt [6,17]. Der Nachweis dieser Antikörper war bisher schwierig und konnte nur in wenigen Einrichtungen durchgeführt werden.

Nach Entwicklung des Particle Gel Immuno Assay (PaGIA) wurden unter Verwendung von 105 Seren gesunder Blutspender Vergleiche mit der bisherigen Standardmethode der Passiven Hämagglutination (PHA) vorgenommen und es konnte gezeigt werden, daß der PaGIA hochspezifisch, praktikabel und einfach durchführbar ist. Anschließend wurden 34 Seren von Patienten mit einem IgA-Mangel bzw. kombinierten Immundefekten untersucht. In 10 Fällen konnten nur relativ schwache Antikörper (Titer 1:1 bis 1:256) gefunden werden. Anamnestisch hatte nur eine Patientin einen anaphylaktischen Schock nach Gabe von Anti-D-Prophylaxe. Der Antikörpertiter bei dieser Patientin war relativ hoch (1:256). Bei einer zweiten Patientin mit einem relativ hohen Titer wurden bis zur Untersuchung keine Blutprodukte gegeben. Somit blieb die klinische Relevanz dieses Antikörpers unklar.

Schwache Antikörper sind klinisch offensichtlich ohne Bedeutung, da einige Patienten ohne Komplikationen mit Immunglobulinen behandelt wurden [48]. Darüber hinaus ergaben die Nachuntersuchungen keinen Hinweis auf einen Titeranstieg der Antikörper.

Der Vorteil des PaGIA liegt in seiner einfachen und schnellen Durchführung und der Blutgruppenunabhängigkeit. Die Beads sind gebrauchsfertig bis zu einem Jahr haltbar. Mit der Standardausstattung des ID-Micro Typing System, das in vielen Laboratorien verbreitet ist, ist dieser Test stets in der serologischen Routinediagnostik anwendbar. Er bietet erstmals die Möglichkeit, große Zahlen an Seren zu untersuchen, um so ein genaueres Bild über anti-IgA Antikörper und ihre jeweili[Seite 39↓]ge klinische Bedeutung zu erhalten. Insbesondere kann davon ausgehend ihre Rolle bei anaphylaktischen Transfusionsreaktionen eventuell neu bewertet werden.


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07.06.2005