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6  Zusammenfassung und Thesen

6.1 Zusammenfassung

Molekularbiologische Methoden und durchflußzytometrische Analysen haben sich seit ca. 10 Jahren in Diagnostik und Monitoring des Sézary Syndroms etabliert. Dabei wurde dem Klonalitätsnachweis im Blut und der immunophänotypischen Analyse der PBMC besondere Beachtung geschenkt. Es gelang über die Amplifikation des TCR-γ-Gen Rearrangements der Nachweis von klonalen T-Zellen im Blut. In Ansätzen wurde versucht mit Hilfe von anti-TCR-Vβ-Antikörpern, klonale Zellen zu identifizieren. Weitergehende durchflußzytometrische Analysen beschreiben den Verlust von T-Zell Antigenen, insbesondere CD7 und CD26, auf den PBMC beim Sézary Syndrom.

Ziel dieser Arbeit war die Entwicklung einer Methode zur Identifizierung klonal expandierter T-Zellen in PBMC, die Charakterisierung der CD7 und CD26 Expression auf den PBMC und die Entwicklung einer Methode zur Beschreibung der CD7 und CD26 Expression der klonalen Zellen.

Hierzu wurden zunächst für alle Patienten die TCR-γ und TCR-β Sequenz des T-Zell-Klons ermittelt. Anschließend erfolgte die Entwicklung klonspezifischer Primer und die Etablierung einer qualitativen klonspezifischen PCR. Es konnte für alle Patienten eine klonspezifische PCR mit Hilfe klonspezifischer Primer etabliert werden.

Die PBMC von an Sézary Syndrom erkrankten Patienten wurde in einer durchflußzytometrischen Analyse auf die Expression von CD7 und CD26 untersucht (FACS) und entsprechend in positive und negative Zellpopulationen aufgetrennt. Im Anschluss an die DNA-Gewinnung aus den mittels CellSorter präparierten Zellen wurde eine qualitative und quantitative klonspezifische PCR durchgeführt. Die an den sortierten PBMC durchgeführte qualitative PCR wies klonale Zellen sowohl in den CD7+/- als auch in den CD26+/- Populationen nach. Anhand der Daten der quantitativen PCR war die Bestimmung der Verteilung der klonalen Zellen auf die einzelnen Populationen möglich.

Die Analysen erbrachten folgende grundsätzliche Ergebnisse: Der genetisch definierte Tumorzellklon beim Sézary Syndrom zeigt verschiedene Phänotypen, wobei CD3+CD7-CD26- und CD3+CD7+CD26- Tumorzellen dominieren und zeitgleich bei ein und demselben Patienten vorkommen können. Aufgrund des konstanten CD26- Phänotyps der Tumorzellen ist eine Abschätzung der Tumorlast über die Bestimmung der CD3+CD26- Zellen möglich.

Im einzelnen stellten sich die Ergebnisse wie folgt dar: Die CD7-Expression der CD3+[Seite 89↓]Zellen im Blut von Sézary Syndrom Patienten ist geringer als bei gesunden Personen. Der CD7-Phänotyp der PBMC ist beim einzelnen Patienten weitestgehend konstant, er variiert jedoch erheblich zwischen den Patienten. Die CD26-Expression der CD3+ Zellen ist geringer ausgeprägt als bei gesunden Personen, zeigt teilweise intraindividuelle Schwankungen und variiert zwischen den Patienten, jedoch nicht so stark wie CD7.

Desweiteren zeigte sich, dass die Entwicklung von klonspezifischen Primern zum qualitativen und quantitativen Nachweis des Tumorzellklons möglich ist.

Die Analyse der klonalen Zellen erbrachte, dass die CD7-Expression des dominanten T-Zellklons im Blut von Sézary Syndrom Patienten inhomogen ist, d.h. die klonalen Zellen können sowohl CD7+ als auch CD7- sein. Der Phänotyp der klonalen Zellen unterliegt im individuellen Verlauf nur geringen Schwankungen, zeigte aber große interindividuelle Unterschiede. Diese ermöglichen eine Einteilung in eine überwiegend CD7+, überwiegend CD7- und intermediäre Expression. Hinsichtlich der CD26 Expression ließ sich für die klonalen Zellen ein überwiegend CD26- Phänotyp zeigen, der nahezu keinen intra- und interindividuellen Schwankungen unterliegt. Die CD26 Expression der klonalen Zellen ist dominiert von einer CD26- Zellen und unterliegt nahezu keinen intra- und interindividuellen Schwankungen.

Anhand des Überlebens der Patienten lassen sich drei prognostische Gruppen abgrenzen: eine Gruppe repräsentiert die zum Ende des Beobachtungszeitraumes noch lebenden Patienten, hier finden sich im Blut ein hoher Anteil CD7+ Tumorzellen. Darüber hinaus existiert ein erheblicher Anteil CD3+CD26+ nicht-klonaler Zellen. Eine weitere Gruppe beinhaltet die Patienten mit einer Überlebenszeit von mehr als fünf Jahren. Hier zeigen sich im Blut klonale Zellen, die fast ausschließlich CD7- und CD26- sind. Die dritte Gruppe stellt die Gruppe mit der schlechtesten Prognose dar, hier konnten im Blut sowohl CD7+ als auch CD7- Tumorzellen nachgewiesen werden. Desweiteren existierte nur eine minimale Anzahl CD26+ nicht-klonaler Zellen

Anhand dieser Ergebnisse können folgende Schlussfolgerungen gezogen werden:


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1.

Bestimmung des Anteils der CD7+ an den CD3+ Zellen.

→ Ist dieser Anteil dominant negativ, kann von einer Überlebenszeit von mehr als fünf Jahren ausgegangen werden.

→ stellt sich dieser Anteil als intermediär oder positiv heraus folgt Untersuchung 2.

 

2.

Bestimmung der CD26+ an den CD3+ oder Bestimmung der CD7+CD26+

→ ist der Anteil dieser Zellen gering, liegt die Überlebenszeit unter fünf Jahre

→ ist dieser Anteil hoch, kann mit einem langen Überleben der Krankheit gerechnet werden.

Für die hier dargestellten Aussagen müssen jedoch die Einschränkung aufgrund der geringen Fallzahl dieser Studie, den unterschiedlichen Therapieschemata und dem kurzen Beobachtungszeitraum beachtet werden.

6.2 Thesen


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22.10.2004