Scholz, Martina: In vitro-Permeationsstudien von hydrophilen und lipophilen Arzneistoffen an okularen Geweben und Zellkulturen

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Kapitel 2. PROBLEMSTELLUNG

Die vorliegende Dissertation befasst sich vorrangig mit der Permeation des hydrophilen Wirk-stoffs Pilocarpin-HCl (P-HCl) durch isolierte, unbehandelte und gelaserte Schweinecornea (SC) sowie durch unbehandelte Schweinesklera (SS), Kaninchenkonjunktiva (KK) und cor-neale (KCEZ) bzw. konjunktivale Kaninchenepithelzellkultur (KKEZ). Weiterhin wurde die synthetische Membran Nephrophan® (NP) eingesetzt. Es sollten die Durchlässigkeit dieser Permeationsbarrieren für den Modellarzneistoff, die Korrelierbarkeit von isolierten Geweben mit Zellkulturen und der Einfluss verschiedener Formulierungsparameter (BAC, EDTA, pH, Tonizität) auf die Diffusion von P-HCl studiert werden, um einen Beitrag zum Verständnis der okularen Permeation hydrophiler Stoffe zu leisten.

Weiterhin wurden vergleichende Permeationsstudien an isolierter, unbehandelter und gelaser-ter SC sowie unbehandelter SS mit dem relativ lipophilen Wirkstoff Diclofenac-Na (D-Na), der u.a. zur Nachbehandlung der PRK eingesetzt wird [17,18,19,20,21], durchgeführt. Trotz häufiger Anwendung dieser laserchirurgischen Methode zur Beseitigung von Fehlsichtigkei-ten ist wenig über die Permeation von Arzneistoffen durch gelaserte Hornhäute bekannt. Das Entfernen von Epithelschichten der SC mittels Excimer-Laser sollte den Heilungsverlauf, vor allem die zeitabhängige Reepithelisierung der Cornea nach erfolgter PRK, simulieren. Die Untersuchung des Wirkstofftransports durch abladierte Hornhäute mit unterschiedlicher Epi-theldicke hatte zum Ziel, Aussagen über die Barrierefunktion der Hornhautepithelschichten gegenüber hydrophilen und lipophilen Stoffen zu erbringen.

Ein weiteres Anliegen der Arbeit bestand darin, eine okular applizierbare Formulierung des Immunsuppressivums Mycophenolatmofetil (MMF), das bislang lediglich nach Nieren- und Herztransplantationen (CellCept®) eingesetzt [22,23,24,25] bzw. systemisch verabreicht bei Augenleiden getestet wurde [26,27,28], zu entwickeln und die in vitro-Verfügbarkeit des Arzneistoffs zu bestimmen. Sowohl für das Prodrug MMF als auch für dessen aktiven Meta-boliten Mycophenolsäure (MPA) wurde die Permeabilität von SC getestet, um eine Eignung beider Arzneistoffe zur topischen Applikation am Auge zu überprüfen.


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Tue Sep 16 16:33:54 2003