Schulz, Jürgen: Management von Risiko- und Krisenkommunikation - zur Bestandserhaltung und Anschlußfähigkeit von Kommunikationssystemen

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Kapitel 4. Handlungsverläufe, Rollen und dramaturgische Überlegungen

Die ganze Welt ist wie eine Bühne, wir stolzieren und ärgern uns ja ein Stündchen auf ihr herum, und dann ist unsere Zeit um. Doch was hat es mit der Bühne auf sich und mit den Gestalten, die sie bevölkern? GOFFMAN (1974: 143)

Nach Klärung der Begriffe und Rahmenbedingungen geht es nun darum, ein Verständnis für die Handlungsverläufe zu gewinnen.

Die Erfahrung ist, dass die "story" Risiko oder Krise auf besonderes Interesse seitens der Medien und der Öffentlichkeit trifft. Wir wollen daher Risiko- und Krisenkommunikation als Spiel verstehen, in dem mehrere Beteiligte versuchen, ihre Interessen durchzusetzen. Denn mit jedem Risiko und mit jeder Krise kommt es zu einem Wettstreit der Meinungen, Ansichten, Deutungen, Ansprüche, Forderungen etc.. Der Konflikt konstituiert ein Kommunikationssystem, das wir als Handlungsspiel von Kommunikations-partnern erleben und das aufgrund noch zu klärender Strukturen das Publikum fasziniert.

Abbildung 20:

"Thriller!" lautet entsprechend die Titelüberschrift des Wirtschaftsmagazins THE ECONOMIST zur Krise der amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2000.

Das Schaubild zeigt die Basiskonstellation des Schauspiels: Mindestens zwei Beteiligte, die auf einer öffentlichen Bühne vor einem Publikum um die Durchsetzung ihrer Interessen kämpfen.


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Abbildung 21:Basis-Konstellation des Schauspiels der Risiko- und Krisenkommunikation

Wir gehen damit von einer Situation des Wettstreits aus und verabschieden uns damit grundsätzlich von allen konsensorientierten Vorstellungen der Kommunikation, die später (Kapitel 5.3) noch kritisch untersucht werden. Die Nähe zum Theater und seinen Spielformen, wird in HUIZINGAs Überlegung deutlich:

Auch der Inhalt des Dramas selber, namentlich der Komödie, ist agonaler Art. Es wird in ihm ein Kampf ausgefochten und auch eine Person oder ein Standpunkt angegriffen. (1938: 160)

Konstitutiv für solche Spielhandlungen sind Beteiligte (Rollen), die in einem anschließbaren Handlungs- beziehungsweise Kommunikationszusammenhang stehen. Die Spielhandlung grenzt sich durch Anfang und Ende von anderen Ereignissen und Verläufen ab. Im Vordergrund steht die Handlung, das Spiel, das Drama, die Tragödie und natürlich ihre Akteure.

Beispielhaft tritt die Bedeutung von Handelnden und Handlungen in der BARSCHEL-Affäre hervor.

Sowohl dessen Rücktritt als auch sein späterer Selbstmord waren das Resultat des Verbundes zahlreicher Handelnder und ihrer Handlungen in einem definierbaren Rahmenwerk gesellschaftlicher Ideen und Institutionen. KÄSLER (1989: 307f)

HUIZINGA dehnt seinen Spielbegriff weit aus und erfaßt damit auch die essentiellen Fragen der menschlichen Existenz, wie wir sie in der Tragödie behandelt finden.

Der Rechtshandel ist ein Streit um Recht und Unrecht, um Gewinnen und Verlieren. Wenn wir nun unseren Blick von der Ausübung des Rechts in hochentwickelten Kulturformen auf die Rechtspflege in minder fortgeschrittenen Kulturstufen zurück-wenden, sehen wir, wie die Idee des Gewinnens oder Verlierens, d.h. der rein agonale Gedanke, gewissermaßen überschattet. [...] Eine Gedankensphäre scheint sich vor uns aufzutun, in der die Begriffe der Entscheidung durch Orakel, durch Gottesurteil, durch Loswerfen, also durch ein Spiel - denn die unumstößliche Endgültigkeit der Entscheidung beruht einzig und allein auf einer Spielregel - und der Begriff der Entscheidung durch Ritterspruch noch einen einzigen Komplex bilden. (1938: 91f)

Hierbei müssen wir wieder unterscheiden zwischen dem Thema, das ein Kommunikationssystem konstituiert und den Bedeutungen, die dieses Thema für die am Kommunikationssystem beteiligten Anspruchsgruppen annimmt (vgl. a. Überlegungen zum Symbolischen Interaktionismus bei BLUMER 1973).

Mit der Entscheidung und dem möglichen Ende des Spiels ist keine Garantie für die Richtigkeit der Entscheidung verbunden, obwohl selbst Juristen davon überzeugt sein mögen, den Fall richtig beendet zu haben, rät LUHMANN ab von der Suche nach dem richtigen und verbindlichen Urteil.

Die damit erreichbare Konformität wird von Soziologen oft überschätzt und erst recht von vorsoziologischen Rechtstheorien, die meinen, durch Verbreitung der richtigen Überzeugungen seien alle Probleme zu lösen. (1969: 35)

Es fällt auf, dass vor allem Journalisten und auch Vertreter der Public Relations gerne mit Kategorien wie Wahrheit und Richtigkeit argumentieren.

Von vielen PR-Praktikern wurde und wird angenommen, es gebe nur eine einzige Wahrheit, die, wenn sie bekannt sei, zu großer Harmonie führe. KUNCZIK (1993: 82)

Wir werden diesen Trugschluß immer wieder aufgreifen und kritisieren, wollen uns nun jedoch auf den


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Spielaspekt konzentrieren und dazu auf Merkmale von Risiko- und Krisenverläufen eingehen.

Risiko, Krise und besonders Skandale erinnern an theatralischen Handlungsverläufe. Zur Verdeutlichung der Zusammenhänge zählt GELFERT wesentliche Elemente der Tragödie auf:

Die Tragödie ist die dramatische Darstellung eines Geschehens, in dem ein Held, der weder ein Verbrecher noch ein Heiliger sein darf, durch eine schuldhafte Verfehlung (Hamartia) zuerst in Gefahr gerät und nach einem Wendepunkt (Peripetie) unter Ge-wahrwerdung seiner Verstrickung (Anagnorisis) ins unausweichliche Verderben stürzt, was im Zuschauer zuerst Schauder (Phobos) und nach dem Wendepunkt Jammer (Eleos) hervorruft, worauf ein Gefühl der emotionalen Entlastung (Katharsis) zurückbleibt. (1995: 19)

Diese Strukturen besitzen für das Publikum seit jeher eine faszinative Bedeutung. So haben tragische Geschichten immer schon die Resonanz des Publikums gefunden. MÜHL-BENNINGHAUS hebt zum Vergleich die Anziehungskraft der aischyleischen Orestie hervor:

Anziehend wirkt die Trilogie vor allem deshalb, weil die aischyleische Bearbeitung der mythischen Vorlage die individuellen Schicksale der handelnden Personen auf eine Weise zur Darstellung bringt, die uns die Menschen in seinem Oszillieren zwischen Freiheit und Notwendigkeit präsentiert. (181)

An der Orestie lassen sich eine Reihe bisheriger Überlegungen zur Komplexität und Kontingenz (vgl. 3.1) anschließen. In der Begriffsklärung haben wir auf die Zurechnung von Entscheidungen im Zusammenhang mit Risiken hingewiesen. MÜHL-BENNINGHAUS sieht in der Orestie

...immer wieder den Zusammenhang von der Idee des Zusammentreffens von menschlicher Wahl aus verschiedenen Handlungsmöglichkeiten und göttlichem Willen. Dieser Zusammenhang offenbart sich nun als durchgehendes Konstitutionsmerkmal der aischyleischen Tragödien. (183)

Ebenso auffällig ist ein scheinbar unlösbare Konflikt. Auf Inter-Gruppenkonflikte und Entscheidungskonflikte sind wir ebenfalls ausführlich eingegangen (vgl. 2.4.1).

Hier deutet sich schon die zentrale Problemstellung der Eumeniden an: Wie ist zu verfahren, wenn zwei Ansprüche in ihrer jeweiligen Unbedingtheit aufeinanderprallen? Oder anders, wie ist zu verfahren, wenn bei zwei Rechtsansprüchen kein Kompromiß möglich ist? (ebd.: 202)

Die Aktualität nicht nur der aischyleischen Tragödien zeigt sich wiederum am Beispiel des CDU- Parteispendenskandals. Neben dem Einzelschicksal geht es besonders um das Gruppenschicksal der gesamten Partei.

In der Literatur finden sie an den verschiedensten Stellen Hinweise auf Begriffe wie Freiheit, Notwendigkeit, Wahl, Entscheidung, persönlicher Verantwortung in der Vorstellung des Aischylos. Sicher ist auch unbestreitbar, dass die Faszination, die von der Orestie ausgeht, viel mit diesen Begriffen und ihren Inhalten zu tun haben. So deutlich das Einzelschicksal des Agamemnons, der Klytaimestras und Orestis in ihrer Tragik herausgearbeitet wurden, am Ende in den Eumeniden wird das persönliche Los des Orestes in das Schicksal der Polis übergeleitet. MÜHL-BENNINGHAUS (ebd.: 183f)

Ebenso wie Orest um die Rettung und Heilung der Polis bemüht ist, kämpft KOHL in der Öffentlichkeit bis zum "letzten Hemd", dem eigenen Sparbuch, um die finanzielle Rettung der Partei. Insgesamt verkörpert KOHL einen "Helden", wie wir ihn in den Tragödien des SOPHOKLES dargestellt finden. Helden lassen sich bei SOPHOKLES auch durch eine krisenhafte Situation nicht beeinflussen, sondern gehen ihren Weg trotzig bis zum Ende.

Der Spannungsbogen einer Tragödie ist durchaus vergleichbar mit dem zeitlichen Verlauf von Krisen. Der Fall BARSCHEL aus der Politik ist ebenso zitierfähig wie Krisen von Wirtschaftsunternehmen.

Kommen wir noch einmal zurück auf die Strukturmerkmale der Tragödie. Es fällt auf, dass im Verlauf von Risiko und Krise häufig das Phänomen der "Reinigung" auftaucht.

Das Ritual des Skandals und die Bestrafung der Verantwortlichen versorgt soziale Systeme mit Instrumenten der Selbstlegitimierung und Reinigung.
MARKOVITS/SILVESTEIN (1989: 154)

Auch die Katharsis ist laut Definition ein zentrales Merkmal, das die Erlebnisqualität für das Publikum zu steigern vermag.

Uwe BARSCHEL starb stellvertretend für unsere Ängste vor der völligen Korruption der Parteipolitik, für unsere Hoffnungen auf den immer möglichen Sieg demokratischer

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"Selbstheilungsprozesse", für unseren Glauben, dass die Massenmedien unkontrollierter Machtausübung entgegenhalten, für unsere Hoffnung, dass "mißbrauchtes" Vertrauen mit Machtverlust bestraft wird, und er starb für unsere atavistische Lust am Blut des Sühne-Opfers. KÄSLER (1989: 330)

MARKOVITS/SILVERSTEIN (1989: 154f) nennen vier Phasen des Skandalverlaufs

1) Begrenzte Handlung zwischen Verursacher und unmittelbarem Opfer
2) Dritte Partei, "Saubermann" tritt auf
3) Ereignis wird öffentlich, Ruf nach Bestrafung und Wiedergutmachung
4) Reinigung durch Bestrafung und Reformen

Ein wesentlicher Aspekt der Dramaturgie im Theater ist der unterschiedliche Informationsstand von Publikum und Akteuren. Das Publikum hat den Eindruck, gleich gut, schlechter oder besser über die erwartbaren Handlungen informiert zu sein. In Risiko- oder Krisensituationen können wir ähnliche Erfahrungen machen. Die Protagonisten nehmen freiwillig oder unfreiwillig ihre Rollen ein und bestimmen dadurch die Erwar-tungshaltung des Publikums, beziehungsweise das Publikum erwartet aufgrund der Rollenzuschreibung bestimmte Handlungen. Der Protagonist kann sich seiner Rolle fügen oder die Rolle wechseln. Auf der politischen Bühne gehört der Rücktritt zu den üblichen Handlungserwartungen. Bis es soweit ist, spielt der Protagonist munter weiter. Nur das Publikum weiß schon, dass es bald soweit sein wird.

Die bisherigen Ausführungen sollen nicht den Eindruck hinterlassen, als seien die Akteure einem Automatismus ausgesetzt, der sie in das Korsett eines Dramas oder einer Tragödie zwingt. Es gibt sehr wohl Handlungsmöglichkeiten. Hier liegen eine Reihe von Befunden zum symbolischen Handeln (EDELMANN 1964 und 1988), zur Inszenierung und Dramatisierung (KÄSLER 1991: 34) von Politikern vor.

In diesem Zusammenhang inszeniert sich die FDP und besonders Guido WESTERWELLE nicht erst im Rahmen der CDU-Spendenaffäre als "Saubermann" der Nation.

So wurde der Part des Saubermanns im Laufe der Geschichte von Kassandras, Sehern, Propheten, politischen Parteien, Untersuchungsausschüssen und in letzter Zeit auch von den Medien übernommen. MARKOVITS/SILVERSTEIN (1989: 155)

Auch Protestgruppen sind bekanntlich sehr erfolgreich in der Inszenierung von Konflikten. Die Umweltschützer von ROBIN WOOD verstanden es schon durch ihren Namen, das Publikum darauf hinzuweisen, wer die Guten sind. Und wer wird nicht bei den waghalsigen Seemanövern von GREENPEACE-Aktivisten bei seinen Sympathien für Freibeuter und Piraten abgeholt?

Das Thema konstituiert nur ein Kommunikationssystem, in dem Rollen und Inszenierungen dominieren. KÄSLER findet eine treffenden Charakterisierung dieser nicht-rationalen Dimension des politischen Handelns:

Für die meisten Menschen ist Politik eine Parade von Symbolen und Mythen, die sie aufgrund ihrer Erfahrungen und Vorurteile als "günstig" oder "ungünstig" bewerten. Politik verkörpert für die Mehrzahl der Menschen eine Welt mit starken ideologischen und gefühlsmäßigen Assoziationen, und deshalb sind politische Ereignisse willkommene Gelegenheiten, bei denen man seine Gefühle, Bewertungen und Normen überprüfen, bestätigen oder verändern kann. Politik wird zur "Projektionswand" starker Ängste und großer Hoffnungen, positiver und negativer Identifikationen und Übertragungen, ein öffentlicher "Kult". (1989: 317)

Wir wollen allerdings noch auf einen entscheidenden Unterschied zwischen Symbol und Mythos hinweisen. HUTH verdeutlicht den Erlebnischarakter des Mythischen im Gegensatz zur Objektbezogenheit von Symbolen.

Solange bewusst bleibt, dass das Objekt ein Zeichen für etwas ist, halten wir uns im Bereich des Symbols auf. Im Mythos dagegen ist diese Trennung aufgehoben: etwa, wenn eine Fahne nicht mehr nur den Standort eines Regimentes anzeigt, sondern selbst Gegenstand des Kampfes und Ziel der Eroberung wird. (1993: 26)

Risiko und Krise haben eine mythische Dimension. Tschernobyl ist mehr als ein Symbol. Mit dem GAU von Tschernobyl werden erstmals die abstrakten Risiken und Gefahren der Kernenergie in Europa erlebbar. Fälle der Risiko- und Krisenkommunikation haben nicht zuletzt durch die Dramatisierung in den Medien ein besonderes Erlebnispotential (vgl. zur Konstruktion von Erlebniswelten: BOLTZ 1994).


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Die Wirtschaftskommunikation hat sich diesen Überlegungen in den Public Relations bisher weitgehend verschlossen und reagiert meist überrascht.

Die Situation der Unternehmenskommunikation erinnert an eine Szene aus dem Film, "Le Charme Discret de la Bourgeoisie", von Luis BUÑUEL. Eine Gruppe Gleichgesinnter trifft sich und plötzlich geht der Vorhang auf und man befindet sich auf einer Bühne, einem kritischen Publikum ausgesetzt, das eine Vorstellung erwartet, doch den Freunden fehlt das Drehbuch.

Abbildung 22: Szene aus dem Film:“Le Charme Disretde la Bougeoisie“., von Luis Bunuel.In:TAYLOR(1987:99)

Nur langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass die medialen Inszenierungsmöglichkeiten von Ereignissen höhere Anforderungen an die Unternehmenskommunikation stellen.

"It's a CNN world. And that means it's a show-me world, and not the trust-me world of the past." John JENNINGS, Chairman of SHELL UK. THE ANTIDOTE (1999: 5)

In der Managementliteratur haben nur wenige den Boulevard des öffentlichen Interesses bisher bemerkt. WINTER/STEGER weisen deutlich darauf hin, dass es um eine gute story geht und nicht um Information, wie viele PR-Manager immer noch annehmen.

What the media wants is a good story, so rather than just providing good information, companies should try to "tell the story". (1998: 245)

Die story ist gut, wenn sie den Nachrichtenfaktoren der Medien gerecht wird. Prominente Akteure sind ein wichtiger Faktor. Für eine story müssen allerdings verschiedene Nachrichtenfaktoren zusammenkommen und nicht zuletzt geht es dabei auch um das Prinzip der Anschlußfähigkeit.

Nachdem die Strukturen aufgedeckt sind, geht es nun um die Akteure und ihre Rollen im Schauspiel von Risiko und Krise.

4.1 Themenebene und Rollenebene

Kommunikation findet statt zwischen Kommunikationspartnern, die sich in bestimmten Rollen am Kommunikationsprozeß zu einem Thema beteiligen. SCHWARTZENBERG hebt die Dominanz von Rollen für die politische Kommunikation hervor.

Früher bestimmten Ideen die Politik, heute sind es Personen, oder besser gesagt, Rollenträger, denn jeder leitende Politiker scheint eine Rolle zu besetzen und einen Part zu spielen, genau wie auf der Bühne. [...] Die Politik bewegt sich nach den Gesetzen der Regie, und jeder Politiker exhibitioniert sich als eine Art Star. Auf diese Weise vollzieht sich die Personalisierung der Macht, der Etymologie des Wortes entsprechend, denn bekanntlich kommt das Wort "Person" vom lateinischen "persona", Theatermaske. (1980: 9)


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Das "SCHRÖDER-Blair-Papier" oder "EICHELs Sparpläne" bezeichnen Themen, doch gleichzeitig verdeutlichen sie den Stellenwert von Personen in der politischen Kommunikation. Unstrittig ist inzwischen auch, dass erfolgreiche Politiker markt- und mediengerecht sein müssen. Und bekanntlich sind mit einer beharrlichen, massiven Galionsfigur Fragen zum politischen Kurs obsolet.

Auch in der Berichterstattung zu Krisen und Risiken, fällt auf, dass es immer seltener um Sachprobleme als vielmehr um das Handeln der Akteure geht. Die Handlungen haben etwas Bühnenhaftes. Nicht ohne Grund präsentiert KÄSLER (1991) ausgewählte politische Skandale mit Hilfe der Metapher "Politik als Theater". Das alljährliche "Sommertheater" und die "politische Bühne" sind sprachliche Hinweise für die Bedeutung von Rollen in der politischen Kommunikation. SCHULZ et al. untermauern die zunehmende Bedeutung von Personen und Rollen anhand der Veröffentlichungen zum Castor-Konflikt.

Die Medien setzen sich mehr mit dem Handeln der Akteure im Castor-Konflikt auseinander als mit Problemen der Kernenergie. (1998: 104)

In der Politik unterscheidet BUDE (1989) folgende Typen von Skandalierten:

Nach dem Motto, wo gehobelt wird fallen Späne, nimmt dieser Typus Skandale billigend in Kauf. Er steht für den überzeugten Politiker, dem die Gunst des Publikums weitgehend egal ist. Eine kriminelle Energie ist daher kaum nachzuweisen.

Skandale können einen Politiker oder eine Partei nicht nur unfreiwillig in Bedrängnis führen, sondern auch geschickt inszeniert sein, um Kontroversen auszulösen. Im Detail geht HITZLER (1989: 334-354) auf diese Form der Skandalierung ein. Politiker, die mit diesem Vorgehen eigene oder Parteiinteressen vertreten. Dieser Typus erweist sich als Stratege und geschickter Taktiker, ohne hierbei als Person Imageschäden davonzutragen.

Dieser Typus lebt einzig durch seine Publicity beziehungsweise die Gunst des Publikums. Er zerbricht im Spannungsfeld von Selbstbild und Fremdbild.

BUDE vertritt die These, dass der Hauch des skandalösen Politikern zu einem besonderen Charisma verhilft.

Sie vermitteln dem Publikum das Gefühl, dass man sich in der Politik mit diabolischen Mächten einlassen muss, die leidenschaftliche Hingabe fordern. Wer einen Nervenstrang der Geschichte in seinen Händen halten will, für den besteht immer die Gefahr der Verführbarkeit durch macht, Geld und Sex. Der skandalöse Held erscheint als Reduktionsform des charismatischen Helden. (1989: 412f)

Eine Fallstudie zur Krisenkommunikation der "DAIMLER-BENZ A-Klasse" zeigt die Bedeutung öffentlichkeitswirksamer Rollen in der Wirtschaft.


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Abbildung 23: Analyse von 1365 Presseartikeln Quelle: Töpfer (1999a: 67)

Der Vergleich der Meinungsbarometer zeigt einen ähnlichen Verlauf für alle vier Image-profile. Bestimmte Ereignisse wie der Kriseneintritt oder der Auslieferungsstopp haben, mitunter geringfügig zeitlich versetzt, gleiche Auswirkungen auf die betrachteten Images. TÖPFER (1999a: 70)

Es kommt hier zu einem Imagetransfer. Das negative Image der A-Klasse zieht die Images der Unternehmenspersönlichkeit DAIMLER-BENZ und der Vorstände HUBBERT und SCHREMPP zunächst nach unten. Beide besetzen die Rolle Beschuldigter beziehungsweise Verursacher.

Auffällig ist, dass J.E. SCHREMPP ab dem Ausliefrungsstopp deutlich positiver bewertet wird als das Produkt A-Klasse, das Unternehmen DAIMLER-BENZ und das Vorstands-mitglied J. HUBBERT. Er wird als der Problemlöser im Krisenfall A-Klasse auch in der Rückschau gewertet. TÖPFER (1999a: 70)

Im weiteren Verlauf der Krise gelingt es SCHREMPP, die Rolle des Retters einzunehmen. Damit ist ein weiterer, diesmal positiver, Imagetransfer verbunden. Das positive Image des Retters überträgt sich auf das Produkt- und Unternehmensimage.

Dieser Zusammenhang überrascht nicht, vor allem wenn man die Nachrichtenfaktoren "Personalisierung" und "Bezug auf Elitepersonen" berücksichtigt. Risiko- und Krisenkommunikation erscheinen auf der Bühne der Massenmedien als Handlungsspiel, bei dem die Akteure besondere Rollen einnehmen. Für die weiteren Überlegungen konzentrieren wir uns auf Rollenkonstellationen.

4.2 Rollen - Entscheider und Betroffene

Wie wir gezeigt haben, liegen Konzepte vor, um die verschieden Teilöffentlichkeiten eines Unternehmens als Zielgruppen, Bezugs- und Anspruchsgruppen zu unterschieden (vergl. JANISCH 1993). Es fehlt aber eine Berücksichtigung der Rollen, die erst durch die Medienberichterstattung besetzt werden.

Wir haben in der Definition von Risiko bereits auf die wichtige Unterscheidung von beteiligten Entscheidern und Betroffenen hingewiesen. Hieraus ergeben sich wichtige Zusammenhänge für die Krisenkommunikation. Entscheidend ist die Rolle des Defendenten/Kommunikators als Verursacher oder Betroffener.


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Risikokommunikation vergl. LUHMANN (1991: 111ff)

Entscheider versus

Betroffene

Krisenkommunikation

Verursacher versus

Betroffene

Die Rollenzuschreibung (durch die Massenmedien) ist essentiell für Beginn und Verlauf der Krisenkommunikation. Wir sind dabei LUHMANNS Unterscheidung von Risiko und Gefahr gefolgt (vgl. 2.1, LUHMANN 1991). Wer entscheidet und ein Risiko auf sich nimmt, trägt die Verantwortung für mögliche Schäden. Ein Kapitän, der eine gefährliche Route wählt, nimmt ein Risiko auf sich. Die mögliche Kollision mit einem Eisberg ist für ihn als Entscheider ein Risiko, während die Passagiere die Situation als Gefahr wahrnehmen. Mit dieser Unterscheidung sind ganz klare Rollenabgrenzungen verbun-den. Die Passagiere haben keinen Einfluß auf den Kurs des Kapitäns. Im Falle der Havarie sind sie Betroffene der Entscheidung. Hingegen erwarten Sie, dass der Kapitän durch seine Entscheidung Gefahren von ihnen abwendet.

Unverständlich ist die Kritik von OBERMEIER an LUHMANNs Unterscheidung von Risiko und Gefahr.
Nun entstammt diese Differenzierung LUHMANNscher Begriffsvernebelung und babylonischer Sprachverwirrung. Würde man LUHMANN ernst nehmen, so müßte man den Begriff "Elementarrisiken", der doch für Erdbeben, Stürme, Springfluten etc. steht, abschaffen. Oder glaubt LUHMANN, dass Erdbeben auf Entscheidungen des Menschen zurückzuführen sind? (1995: 23)

Unverständlich auch deshalb, weil OBERMEIER (1995: 21f) mit dem "Metarmorphosezyklus: von der Gefahr zum Risiko" im Sinne von LUHMANN argumentiert. Denn die Gefahr der Gefahr liegt in der Schuldzuweisung. Betroffene suchen nachträglich nach beteiligten Entscheidern (Verursachern), um den Schaden zuzurechnen. LUHMANN verweist auf die historische Dimension solcher Schuldzuweisungen durch die Betroffenen:

Aber bei Gefahren werden Schuldzurechnungen anders geregelt, so die Pest im Mittel-alter als eine Art terroristische Aktivität der Juden. Unter solchen Bedingungen ent-wickeln sich Mechanismen der "Victimisierung", des Opfers, der Reinigung; in der domi-nanten Struktur der Gesellschaft aber Normen der Reziprozität, der wechselseitigen Hilfe, des Zeitausgleichs von Schäden, die im einzelnen unabsehbar eintrafen. (1991: 112)

Grundlegend ist die Wirklichkeitskonstruktion der Betroffenen. Und hierbei fungieren die Medien als Sprachrohr der öffentlichen Meinung (vergl. RICKER 1994: 247). Betroffene suchen nach Entscheidern bzw. Verursachern, die für ihre Schäden verantwortlich sind.

Es gibt immer Entscheider und Betroffene. Entscheidungen erzeugen Betroffenheit. Betroffensein ist also ein Gegenbegriff zu Entscheidung - oder jedenfalls erklärt diese Position die heutige semantische Karriere des Wortes. LUHMANN (1991: 115)

Für die Krisenkommunikation kann dieser Zusammenhang sogar ausgeweitet werden. Nach einem Flugzeugabsturz, ja sogar nach einem Erdbeben wird nach Institutionen gefahndet, die durch ihre Entscheidung an den Folgen des Unglücks beteiligt sind. Während in der Risikokommunikation Entscheidungen wie der Bau eines Atomkraftwerkes Betroffenheit erzeugen, konstruiert Betroffenheit im Krisenfall zurechenbare Entscheidungsträger.

Selbst die Folgen des Erdbebens in der Türkei werden auf menschliches Versagen der Baufirmen, Behörden und Rettungskräfte geschoben. Und die Folgen von El Niño sind der umweltverschmutzenden Industrie zu verantworten. Im Interesse der Betroffenen, fahnden die Medien nach einem Schuldigen oder Verantwortlichen und nach weiteren Rollen. LUHMANN stellt fest, dass die Gesellschaft zu sehr auf die Identifikation von Entscheidern aus ist.

Wir müssen deshalb mit der Möglichkeit rechnen, dass die moderne Gesellschaft zu viel auf Entscheidungen zurechnet und dies auch dort tut, wo der Entscheider (Person oder Organisation) gar nicht identifiziert werden kann. (1991: 130)

Für die Krisenkommunikation besteht die große Aufgabe darin, unter Umständen eine tragende Rolle auszuschlagen - nämlich die des Entscheiders und Verursachers.

Vor diesem Hintergrund war es ein strategischer Schachzug, dass sich das Lebensmittel-unternehmen THOMY nach dem bekanntwerden von Giftanschlägen vor der Presse als "Opfer des THOMY Erpressers" darstellte. Verbraucher und Unternehmen waren somit gleichsam Betroffene. In dieser Situation ist es für die Medien häufig leicht, das Unternehmen wegen mangelnder Informationspolitik und Gefährdung der


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Verbraucher zu diskreditieren. Der Weg vom Betroffenen zum Verursacher ist in diesen Fällen sehr kurz. Dass zudem leicht ein Klima kollektiver Betroffenheit entstehen kann, werden wir noch ausführlich darstellen.

Wir können aber an dieser Stelle einen entscheidenden Unterschied zwischen Risiko- und Krisenkommunikation festhalten. Risikokommunikation verfolgt das Ziel, die Distanz zwischen Betroffenen und Entscheidern zu reduzieren. Dies gelingt vor allem dadurch, dass man Betroffene zu Entscheidern macht.

Krisenkommunikation verfolgt hingegen das Ziel,

Das gelingt, indem man sich wie im Falle des THOMY-Erpressers auf die Opferseite schlägt.

Auch in der Kontroverse zwischen dem Fußballtrainer DAUM und dem Fußballmanager HOENEß gab es anfänglich bis zur "Haaranalyse" nur Betroffene und einen Täter - die Münchener ABENDZEITUNG.

Ist der direkte Weg zur Opferrolle versperrt, bedient man sich gewöhnlich der Metaphorik von Naturereignissen, um die Entwicklung als Gefahr darzustellen. Da ist dann von einem "Strudel" der Ereignisse mit einer unberechenbaren "Sogwirkung" die Rede oder es löst sich eine verheerende "Lawine". Auch im Fall DAUM schrieb der SPIEGEL (2000,44: 146) über die Droge, die den "designierten Bundestrainer Christoph Daum in den Abgrund trieb".

4.3 Rollen in der Risiko- und Krisenkommunikation

Das Bild des Schauspiels paßt sehr gut, um die Vielfalt und Variabilität von Rollen beteiligter Anspruchsgruppen besser zu verstehen. Die Tragödie von der Antike über Shakespeare bis heute verdeutlicht die Jahrtausende währende Aktualität der Risiko- und Krisenkommunikation.

Wir wollen uns daher nachfolgend mit verschiedenen Rollen der Risiko- und Krisen-kommunikation beschäftigen. Wir gehen dabei aus vom soziologischen Rollenbegriff und versuchen dieses Schema auf die Krisenkommunikation zu übertragen.

Eine umfassende Begriffsbestimmung für den soziologischen Rollenbegriff bietet BAHRDT:

Soziale Rolle wird verstanden als ein aus speziellen Normen bestehendes Bündel von Verhaltenserwartungen, die von einer Bezugsgruppe (oder mehreren Bezugsgruppen) an Inhaber bestimmter sozialer Positionen herangetragen werden. Von den Positions-inhabern wird erwartet, dass sich aus der Erfüllung der speziellen Normen regelmäßiges und daher voraussehbares Verhalten ergibt, auf das sich das Verhalten anderer Menschen, die ihrerseits gleichartige oder andere Positionen innehaben (dement-sprechend gleichartige oder andere Rollen spielen) einstellen kann. Hierdurch wird regelmäßige und kontinuierlich planbare Interaktion möglich. (1997: 67)

Es existiert damit ein vielfältiges Rollengefüge. Zum einen gibt es je nach Situation unter-schiedliche Rollen, die an sozialer Kommunikation beteiligt sind. Darüber hinaus müssen wir die Variabilität von Rollen beachten. Das heißt jedes Mitglied bzw. jede Gruppe verfügt über verschiedene Rollenoptionen. Für unseren Zusammenhang ist es interessant festzustellen, dass im Rahmen der Risiko- und Krisenkommunikation die Rollenverteilung freiwillig oder unfreiwillig wechseln kann. Eine politische Partei, die als Fürsprecher der Industrie gilt, wird in einem Umweltskandal zum erklärten Gegner.

Einige Rollenträger sehen sich mit festen Rollennormen konfrontiert. Die Polizei und die Justiz sind zum Beispiel ihren Rollen verpflichtet. In der Rolle eines Polizisten kann man sich nicht plötzlich auf die Seite der Demonstranten schlagen, obwohl man in anderen gesellschaftlichen Situationen durchaus Partei ergreifen würde für die Anti-Atomkraft-bewegung. Auch Vorstandssprecher, Politiker oder Verfassungsrichter sind den Normen ihrer jeweiligen Rollen unterworfen. Verstöße gegen diese Normen begeistern in der Regel die Medien und die Öffentlichkeit.

Zur Aktualität dieser Überlegungen für die Risiko- und Krisenkommunikation sei auf MITROFF et al. (1999: 19) verwiesen, die vor der Gefahr einer Stigmatisierung durch Öffentlichkeit und Medien zwischen hero, victim und villian unterscheiden.


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Abbildung 24: der Spiegel Nr.46/6.12.1999, S.25

Eine auf den CDU-Spendenskandal bezogene Besetzungsliste präsentiert der SPIEGEL.

Im Gegensatz hierzu geht es und darum, generalisierbare Rollentypen für die Risiko- und Krisenkommunikation zu finden.

HUTH/SCHULZ (1998) definieren folgende Standardrollen der Risiko- und Krisen-Kommunikation.

1) Verursacher

6) Der Mediator

2) Der Auslöser

7) Das hohe Gericht (als Entscheider)

3) Der Protagonist

8) Die Neutrale Instanz

4) Das Opfer

9) Der Retter

5) Das Publikum

10) Der Wartungsspezialist (vgl. GOFFMAN 1969: 140)

(1) Verursacher

Jedes Risiko und jede Krise hat einen Verursacher, der durch sein Verhalten erst den Grund für einen Risiko- oder Krisenfall bestimmt. Allerdings wird er in den seltensten Fälle auch als Verursacher der Risiko- und Krisenkommunikation fungieren. In der Rolle des Beschuldigten wird die kommunikative Bedeutung deutlich. Wir unterscheiden zwischen Beschuldigtem/Defendent und Verursacher. In der Affäre um den


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VW-Ein-kaufschef LÓPEZ war dieser offensichtlich der Verursacher der Krise. Dagegen galten der VW-Konzern und besonders dessen Vorstandsvorsitzender als Beschuldigte. Diese Unter-scheidung ist keine Spitzfindigkeit. Zahlreiche Beispiele verdeutlichen dies. So zum Beispiel die Kommunikation um die Parteispendenaffäre der CDU.

Darüber hinaus fahndet das Verursacherprinzip nach Schuldigen und garantiert so die Unschuld aller Nichtbeschuldigten (vgl. LUHMANN 1986: 28). Verwandte Rollen sind der "Sündenbock" und der "Schwarze Peter".

Unter kommunikativen Gesichtspunkten ist die Personifizierung eines Risiko-/Krisenfalls interessant. Neben natürlichen Personen - "Fall LÓPEZ", der "Fall SCHNEIDER" - können ebenso juristische Personen als Verursacher/Beschuldigte generalisiert werden - der "Fall SANDOZ", der "Fall HOECHST" etc..

Der Verursacher ist die auf den Krisenfall transformierte Rolle des Entscheiders. Damit ist gleichermaßen die Unterlassung von Entscheidungen berücksichtigt. Auffallend ist, dass auch bei Unglücken, die nicht auf menschliches Fehlverhalten zuzurechnen sind, ein Schuldiger gesucht und häufig sogar gefunden wird.

(2) Der Auslöser

WISCHMEYER findet eine satirische Beschreibung für diesen Typus.

Der Anwohner ist eine saturierte Mittelstandskrampe, die sich vorzugsweise und voller Niedertracht in der Einflugschneise eines internationalen Flughafens ansiedelt, um per Oberlandesgerichtsentscheid in der Mittagspause den kompletten Flugverkehr lahmzu-legen. (1997: 10)

Auslöser veranlassen die Kommunikation und bestimmen gleichzeitig den oder die Verursacher.

Die Rolle des Auslösers wird gerne eingenommen von

GOFFMAN wählt den Ausdruck "Netsbeschmutzer" für Auslöser oder Katalysatoren aus den eigenen Reihen.

Eine andere Art der Enttäuschung begegnet uns , wenn jemand sich gehen lässt oder regressive Tendenzen entwickelt, und sich in keiner Weise bemüht, die Fassade zu bewahren, die seine Kollegen und sein Publikum auf Grund seines autorisierten Status von ihm erwarten. Von solchen Abtrünnigen sagt man, dass sie "das eigene Nest beschmutzen". (1969: 151)

Beispiele im CDU-Parteispendenskandal sind GEIßLER, SCHREIBER und WEIHRAUCH

Es ist einem enttäuschten Kollegen immer möglich, zum Überläufer zu werden und dem Publikum die Geheimnisse des Stücks zu verraten, das seine ehemaligen Kollegen noch immer spielen. Jede Rolle hat ihre entlaufenen Priester, die uns erzählen, was im Kloster vor sich geht, und die Presse hat stets lebhaftes Interesse an derartigen Bekenntnissen und Enthüllungen bewiesen. GOFFMAN (1969: 150)

Vor allem in den 70er und 80er Jahren sorgten die Reportagen von Günter WALLRAFF als "Aufmacher" bei der BILD-Zeitung und als einfacher Arbeiter in der Schwerindustrie für Furore.

(3) Der Protagonist

Die selben Personengruppen, die als Auslöser in Frage kommen, können die Rolle des Protagonisten übernehmen. Bekannte Beispiel finden sich wiederum im investigativen Journalismus. Zu nennen sind die


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beiden Redakteure der Washington Post, die den WATERGATE-Skandal auslösten und mit ihren weiteren Recherchen die Voraus-setzungen schufen für den Rücktritt von Präsident NIXON. Die Rolle des Auslösers geht also häufig über in die Rolle des Protagonisten. Gegebenenfalls kann daraus sogar eine Protestbewegung entstehen.

Abbildung 25: “Vote Nader“ BRANDT EINS (2000: 69)

Die Protagonistenkarriere des US-Anwalts Ralph NADER begann vor allem in den 60er Jahren mit dem Kampf gegen Sicherheitsmängel der Autoindustrie.

Im Fall HOECHST/Störfall Griesheim kam es zu einer Symbiose zwischen dem Wissenschaftler WASSERMANN und der BILD-Zeitung. Der Protagonist WASSERMANN hatte dadurch die Möglichkeit, seinen Protest gegen das Unternehmen HOECHST über ein Massenblatt zu veröffentlichen (vgl. KEPPLINGER/HARTUNG 1995: 94f).

(4) Das Opfer

Bei der Opferrolle ist zu unterscheiden zwischen verschiedenen Formen der Betroffen-heit:

"Opfer" haben in der Regel keine Möglichkeit der Einflußnahme auf Entscheidungen. Zur Opferrolle paßt daher auch der Eindruck unzureichender Information zum Beispiel nach einem Störfall bei dem Giftstoffe in die nähere Umwelt freigesetzt werden.

Als Unbeteiligte interpretieren Opfer Risiken grundsätzlich als Gefahr (vergl. LUHMANN 1991: 111ff). Die psychologische Dimension der Opferrolle beschreibt BERNE als "Arme Teufel" (1967: 198)

Eine interessante Spezies sind die kollektiv Betroffenen, also jene Menschen, die fernab der Ereignisse stehen und sich trotzdem mit den direkt Betroffenen solidarisieren oder sogar fraternisieren.

Mehr und mehr erklären heute Unbetroffene sich für betroffen - zum Beispiel Weiße durch die Diskriminierung anderer Rassen oder Satte durch Hunger in anderen Ländern. Mehr und mehr wird damit Betroffenheit zur Frage der sozialen Definition, zur Frage der Selbstbestimmung auf individueller und organisatorischer Ebene. LUHMANN (1991: 115f)

Das Phänomen kollektive Betroffenheit lässt sich mit den Theorien und Modellen von Öffentlichkeit und öffentlicher Meinung erklären. Öffentliche Meinung hat sehr viel mit Erwartungen an die Meinungen der Anderen zu tun (vergl. SCHULZ (1992: 92). Das Bild vom selbständigen und unabhängig denkenden Menschen hat einen Schwachpunkt - "seine empfindliche soziale Haut" NOELLE-NEUMANN (1996: 90).


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In Risiko- und Krisensituationen ist dem Betroffenen die soziale Anerkennung gewiß. Die Teilnahme an Demonstrationen dient vor allem der sozialen Positionierung. Bekannte Kommentare der Demonstranten sind dann: "ich war auch dabei" und "wir sind auch dagegen". Menschen verhalten sich in der Regel so, dass sie sich nicht isolieren oder so, dass sie gerade gesellschaftliche Konformität darstellen. Die doppelte Lesart, von öffentlicher Meinung finden wir bei NOELLE-NEUMANN:

Unter öffentlicher Meinung versteht man wertgeladene, insbesondere moralisch aufgela-dene Meinungen und Verhaltensweisen, die man - wo es sich um festgewordene Übereinstimmungen handelt, zum Beispiel Sitte, Dogma - öffentlich zeigen muss, wenn man sich nicht isolieren will; oder bei im Wandel begriffenen "flüssigen" (Tönnies) Zustand öffentlich zeigen kann, ohne sich zu isolieren. Meinung wird dabei auch als Einstellungen und Verhaltensweisen in wertbesetzten Bereichen verstanden. (1996: 343f)

Kollektiv Betroffene haben die Erwartung, dass ihre Betroffenheit konform geht mit der öffentlichen Meinung. DONSBACH/GATTWINKEL fragen sich, warum kollektive Betrof-fenheit besonders ein deutsches Phänomen zu sein scheint:

Ähnlich wie bei BRENT SPAR und anderen Aktionen kann man sich wieder fragen, warum dieses Afrika am Rhein stattfand und nicht an der Seine oder Themse. Dafür gibt es viele Gründe, zum Beispiel auch Zufälligkeiten wie die räumliche Nähe von nigerianischen Oppositionellen, deren studentische Sympathisanten, Politikern der Grünen und für das Thema aufgeschlossene Journalisten in Aachen. Insgesamt bedeutender für die Thematisierung des neuerlichen Konflikts um SHELL gerade in Deutschland dürften aber die Wertestruktur und das Meinungsklima von Teilen der deutschen Bevölkerung und des Journalismus sein. Empörungshandeln auf der Grundlage postmaterieller Werte ist bei uns besonders leicht möglich. (1998: 158)

Damit sind die kollektiv Betroffenen hierzulande für alle Unternehmen eine ernstzunehmende Gruppierung, die gerne moralische Feldzüge anführt. Anlässe finden sich leicht in allen politischen, sozialen und technologischen Bereichen. So wird aus der Human Genomforschung leicht Nazi-Eugenik. Aber auch auf Seiten der Entscheider ist die soziale Haut gewöhnlich recht dünn. Die Zugeständnisse gegenüber der hoch subventionierten Steinkohleförderung in NRW lassen dies jedenfalls vermuten.

Mehr oder weniger Erheiterndes zu diesem Thema finden wir bei Cora STEPHAN (1994), Der Betroffenheitskult, oder satirisch DROSTE (1994: 32-35), "Der Schokoladenonkel bei der Arbeit - Eine Opferrolle vorwärts".

(5) Das Publikum

Wir wählen statt Öffentlichkeit diesen Begriff, um die Rollenkonstellation zu verdeut-lichen. Das Publikum ist der eigentliche Antrieb der Aufführung. Einen sehr bildlichen, aber bezogen auf die anderen Akteure auch sehr reduzierten, Eindruck vermittelt OBERMEIER:

Das Bühnenstück mit dem Titel "Risiko und Risikokommunikation" hat Hauptdarsteller, eine Unzahl von Laiendarstellern und eine Menge von Zuschauern. Dadurch, dass auch diese Zuschauer ein wesentlicher Bestandteil des Spektakels sind, wird dieses Theater-stück noch komplexer. ... Die Inszenierung erfolgt durch die Medien und Stakeholder, also Interessengruppen; den Applaus und die Buh-Rufe, die Begeisterung und die Empörung besorgen die Zuschauer. (1999: 56)

LUHMANN bezeichnet die Rolle der Zuschauer respektive des Publikums zunächst als die des "Dritten".

Man ist Dritter ursprünglich nicht in einer eigens dafür geschaffenen Rolle, als ein mit Zuschauen beschäftigter Zuschauer, sondern als jemand, der mit anderen Dingen beschäftigt ist, aber möglicherweise für ein aktuelles Miterleben, Miturteilen, Mithandeln zu gewinnen ist. (1972: 66)

Die Mobilisierung der "Dritten" ist erklärtes Ziel der Massenmedien. In "Die Gesellschaft der Gesellschaft" beschreibt LUHMANN das Publikum als "unbeteiligt-beteiligten Zuschauer":

Aber auf der Ebene dessen, was kommuniziert wird und dessen, was kommunikativ anschlußfähig ist, erscheint die Gesellschaft als eine sich über sich aufregende, sich selbst alarmierende Gesellschaft. Sie reproduziert daher in sich selbst die Schizophrenie des doppelten Wunsches: an Änderungen teilnehmen zu können und gegen ihre Folgen abgesichert zu werden. Und sie schafft für diese Schizophrenie die Position des unbeteiligt-beteiligten Zuschauers.(1997: 1100)

GOFFMAN (1969: 152) hebt hervor, dass "die Mitglieder während einer Vorstellung keinen persönlichen Kontakt miteinander haben". Sie "aber schließlich doch ihre Reaktionen auf die Vorstellung, die sie


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unabhängig voneinander gesehen haben, vergleichen". Dieser Vergleich besteht überwiegend in Erwartungen. Im Vordergrund steht die Frage, was erwartet wird und ob ich mich gegebenenfalls ausschließe oder den Erwartungen gerecht werden kann (vgl. 3.2.2 Öffentliche Meinung...).

Allerdings ist die Begeisterungsfähigkeit des Publikums beschränkt. Nach dem Motto, "wenn die Mäuse satt sind, ist das Mehl bitter", entwickelt das Publikum ein ökono-misches Verhältnis zu den Ereignissen, die von den Massenmedien auf die Agenda gesetzt werden.

Eine interessante kulturhistorische Interpretation für die Rezeption des Zuschauens bietet ELIAS im Rahmen seiner Arbeit über die Zivilisierung:

Schon in der Erziehung, in den Konditionierungsvorschriften für den jungen Menschen wird diese Verwandlung dessen, was ursprünglich als aktive, oft aggressive Lustäußerung auftritt, in die passive, gesittetere Lust am Zusehen, also in eine bloße Augenlust, in Angriff genommen. (1997a: 373)

(6) Der Mediator

Der Mediator ist als Medienvertreter zwar unparteiisch, dafür aber umso mehr der Stimme des Volkes verpflichtet. Sabine CHRISTIANSEN verkörpert die Rolle des derzeit bekanntesten TV-Mediators.

(7) Das hohe Gericht (als Entscheider)

Die Rechtsprechung ist ein Versuch, den Kommunikationsverlauf durch eine verbind-liche Entscheidung im Rahmen eines legitimierenden Verfahrens zu beenden. Voraus-setzung ist die Akzeptanz des Urteils.

(8) Die Neutrale Instanz

Die neutrale Instanz hat die Aufgabe, eine Konfliktlösung zu moderieren. Im Gegensatz zum Retter und Mediator bleibt die neutrale Instanz eher im Hintergrund. Allerdings ist die neutrale Instanz in der Regel auch eine Rolle mit hohem gesellschaftlichen Ansehen, begründet durch moralische oder fachliche Kompetenzen. Mit ihr verbinden sich eine Reihe von Hoffnungen und Erwartungen hinsichtlich einer Lösung der Probleme, z.B. als Schlichter in einer Tarifauseinandersetzung.

(9) Der Retter

Der Retter ist der eigentliche Held. Er betritt die Bühne in der Regel unerwartet. Die Irritation dieses plötzlichen Auftritts trägt in vielen Fällen mit dazu bei, das Problem zu lösen. Der Retter ist im Gegensatz zur Neutralen Instanz nicht an Neutralität gebunden. Seine Persönlichkeit und seine Reputation sollte jedoch allgemein akzeptiert sein.

Häufig tritt der Retter dort auf, wo Personen ausgewechselt werden - auf der Trainerbank ebenso wie auf der politischen Bühne oder in Wirtschaftsunternehmen als Sanierer.

(10) Der Wartungsspezialist

Der Wartungsspezialist geht auf GOFFMAN zurück:

Wartungsspezialisten sind insoweit Mitglieder des Ensembles, als sie die Geheimnisse des Schauspiels kennenlernen und es von der Hinterbühne aus sehen. Im Gegensatz zu richtigen Ensemblemitgliedern erfahren die anderen, obgleich er ihre Geheimnisse erfährt, keine entsprechenden Geheimnisse über ihn. (1969: 140)

Als bekanntester Wartungsspezialist trat im CDU-Parteispendenskandal der ehemalige Hauptabteilungsleiter und KOHL-Getreue Hans TERLINDEN auf. In der Regel verbergen sich hinter einer starken Figur wie KOHL meist viele größere und kleiner Wartungsspezialisten, die unter Umständen selbst gewartet werden müssen.


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In einfachen Sozialsystemen pflegt der "Darsteller" gegenüber einem bestimmten Publikum stets die selbe Rolle zu spielen. Jedenfalls erwartet das Publikum dies von ihm. Gleichzeitig kann der "Darsteller" verschiedene publikumsspezifische Teilrollen in sich vereinen.

Wenn wir soziale Rolle als die Ausübung von Rechten und Pflichten definieren, die mit einem Status verknüpft sind, dann können wir sagen, dass eine soziale Rolle eine oder mehrere Teilrollen umfaßt und dass jede dieser verschiedenen Rollen von dem Darsteller bei einer Reihe von Gelegenheiten vor gleichartigem Publikum oder vor dem gleichen Publikum dargestellt werden kann. GOFFMAN (1969: 18)

Im öffentlichen Raum erleben wir dagegen, dass die Rollen durch die Medien mitbestimmt werden. Gleichzeitig versucht auch der "Darsteller" eine möglichst kongruente Rollenvorstellung abzugeben.

Mit der Veränderung der Erkenntnislage im CDU-Parteispendenskandal wechselten bekanntermaßen auch die Rollen der CDU-Politiker. Wolfgang SCHÄUBLE positionierte sich zunächst als Aufklärer, geriet dann in die Rolle des Verursachers/Defendenten, um schließlich in einer tragischen Opferrolle seine politische Karriere zu beenden. Der hessische Ministerpräsident KOCH war mehrmals Opfer, geriet zwischenzeitlich ebenfalls in die Verursacher-/Defendentenrolle und startete schließlich einen Anlauf als brutalst möglicher Aufklärer.

4.4 Die Massenmedien als Vermittler des Schauspiels

Süß, wenn auf hohem Meer die Stürme die Weiten erregen,
ist es, des anderen mächtige Not vom Lande zu sehen,
nicht weil wohlige Wonne das ist, dass ein andrer sich abquält,
sondern zu merken, weil süß es ist, welcher Leiden du ledig.
LUKREZ "De reruum natura", Buch II, Vers 1-4

Die Massenmedien nehmen insofern eine besondere Rolle ein, weil sie gleichzeitig Vermittler und Akteur sind. Das Schauspiel entsteht durch die Vermittlung der Massenmedien. Bereits MEAD vergleicht die Funktionen von Journalismus und Drama:

Die große Wichtigkeit von Kommunikationsmitteln wie dem des Journalismus ist ohne weiteres offenkundig, da sie über Situationen berichten, die uns helfen, in die Haltungen und Erfahrungen anderer Personen einzudringen. Das Drama erfüllte einst diese Funktion, indem es als wichtig erachtete Situationen aufzeigte. Es wählte Charaktere aus, die im Denken der Menschen traditionell verankert sind, so wie es die Griechen in ihren Tragödien taten, und drückte dann durch diese Charaktere Situationen aus, die der eigenen Zeit angehörten, aber die Einzelnen über die Schranken hinausführten, die zwischen ihnen als Mitglieder verschiedener Klassen und Gemeinschaften bestanden. (1934: 303f)

Der Vergleich mit dem Theater ist insofern angemessen, weil Risiko und Krise das Publikum unterhalten. Für die Öffentlichkeit ist das Scheitern einer Fusion bekannter Großunternehmen ebenso ein Ereignis, bei dem sich Schadenfreude einstellt. Mit einer Tragödie hat das nicht immer etwas zu tun, weil in diesen Fällen die soziale Spannung durch die Preisgabe der Lächerlichkeit gelöst wird. Doch auch Humor ist ein Ventil, um zwischenmenschliche und gesellschaftliche Spannungen zu verarbeiten. Drama, Tragö-die und Komödie sind daher nicht grundlos die strukturbildenden Rahmen von Risiko- und Krisenverläufen. Je nach politischer Einstellung und Perspektive gewinnt somit auch die Figur des Altkanzlers Helmut KOHL eher etwas Tragisches oder Lustspielhaftes.

Der Unterhaltungswert, den die Medienberichterstattung über Risiken und Krisen für das Publikum hat, wurde bereits von KATZ et al. (1974) mit dem uses and gratifications-approach plausibel modelliert. Kategorien wie Eskapismus, Prominenz und Projektion bestimmen auch die Attraktivität des Medienangebots und zweifelsohne besitzen Risiko und Krise das Potential, um die Bedürfnisse der Öffentlichkeit in diesem Punkt zu befrie-digen.

Was wir erleben, ist selbstverständlich "die Realität der Massenmedien" (vgl. LUHMANN 1996a), die aber nach MERTEN (1999: 253) eine Verbindung von "fiktionaler" und "realer Wirklichkeit" ist. Personalisierung und Dramatisierung sind dabei wichtige Gestaltungs-mittel (vgl. KÄSLER 1991: 25).


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Der Eindruck wächst, dass die unterhaltungserfahrene Mediengesellschaft sich mehr zu Skandalen und Spektakeln prominenter Persönlichkeiten hingezogen fühlt. Unterneh-men sind hierbei ebenso als Persönlichkeit zu verstehen. "Boulevardthemen wie auch die Aspektualisierung von Teilsystem-spezifischen Themen unter Boulevard-Gesichtspunk-ten haben eine erhebliche gesellschaftsintegrierende Funktion", lautet entsprechend die These von HUTH (1999: 3/35).

Mit der BILD-Zeitung verfügen wir über ein viel geschmähtes und doch gelesenes Medi-um, das dieses Bedürfnis seit Jahrzehnten erfolgreich befriedigt. Und der SPIEGEL bietet seinen Lesern Risiken, Krisen und Skandale in wöchentlicher Regelmäßigkeit. Beides sind Integrationsmedien für ein breites Publikum.

Die Ausführungen haben deutlich gemacht, dass Risiko und Krise ein besonderes Rezeptionsangebot darstellen. In vielen Fällen können Strukturmerkmale des Theaters oder andere Unterhaltungsangebote vermittelt werden, die beim Publikum auf Resonanz treffen.

Risiko- und Krisenkommunikation bietet aufgrund der vielfältigen Rollenstruktur vari-able Kommunikationsanschlüsse. Auch das erhöht den Reiz für die Massenmedien, da sie als Vermittler und Akteur aktiv in die Handlung eingreifen können.

Für das Mangement der Risiko- und Krisenkommunikation ist die Story, d.h. der Komplex anschlußfähiger Kommunikation entscheidend. Themenwechsel modifizieren die Ent-scheidungsprämissen und d.h. unter Umständen, dass man vom Akteur zum Statisten degradiert wird. Die Folgen sind dann nicht mehr kalkulierbar, wie z.B. SHELL im Fall BRENT SPAR erleben musste.


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