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2  Fragestellung

Ausgehend von der Bedeutung, die den sauerstoffradikal-abhängigen Reaktionen in der Pathogenese der Herzinsuffizienz zugeschrieben ist, überrascht es nicht, dass die Gabe von Antioxidantien zur Hemmung des Sauerstoffradikal-Stoffwechsels als präventive bzw. therapeutische Optionen vorgeschlagen wurden (30). Untersuchungen in vitro hatten darüber hinaus gezeigt, dass die Hemmung von RAS (AT1-Blockade, ACE-Inhibition) und β-adrenergem System bei Herzinsuffizienz zu einer verminderten Bildung von Sauerstoffradikalen und einer Hemmung der zytotoxischen Folgereaktionen (Lipidperoxidation) führt (9). Davon ausgehend haben wir die Hypothese formuliert, dass die protektive Modulation des myokardialen Sauerstoffradikal-Stoffwechsels durch ACE-Inhibition und β-Blockade einen Mechanismus darstellen kann, der entscheidend zum therapeutischen Nutzen von ACE-Inhibitoren und β-Blockern bei Patienten mit Herzinsuffizienz beiträgt.

Ziel der Arbeit ist es, am Rattenmodell zu prüfen, ob eine mögliche protektive Wirkung von ACE-Inhibition und β-Blockade auf die myokardinfarktinduzierte Herzinsuffizienz mit der Modulation des myokardialen Sauerstoffradikal-Stoffwechsels einhergeht. Dazu wurde im Myokard der Sauerstoffradikal-Stoffwechsel (Aktivitäten von Superoxiddismutase, Glutathionperoxidase und Lipidperoxid-Konzentrationen) analysiert, die Abschätzung eines Protektionserfolges erfolgte über die Charakterisierung der linksventrikulären hämodynamischen Funktion sowie die Bestimmung des Ausmaßes an Herzhypertrophie und der kontraktilen Funktion isolierter Papillarmuskeln.

Die Grundlage für die kombinierte Gabe von Ramipril und Metoprolol sind die MERITH- (34) und die CIBIS II-Studie (35), in denen nachgewiesen wurde, dass die Kombination beider Medikamente sich hinsichtlich des therapeutischen Nutzens bei Patienten mit Herzinsuffizienz additiv verhält. Unbekannt ist, ob sich auch die Effekte im Sauerstoffradikal-Stoffwechsel in gleicher Weise verstärken.


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13.01.2005