[Seite 41↓]

3  Ergebnisse

3.1 Probanden

Bei allen Probanden konnten mittels des Chemical-Shift-Imaging-Verfahrens typische Leberspektren gewonnen werden.

Abbildung 5 : typisches Leberspektrum eines Probanden mit großem PDE- und kleinem PME-Peak

Diese zeichneten sich durch einen hohen Phosphodiester-Peak sowie schmale Peaks im Bereich der Phosphomonoester und des anorganischen Phosphats aus (Abbildung 5 ).

Tabelle 1 : relative Peakgröße im Verhältnis zu allen Peaks der Probanden

 

PME

Pi

PDE

-NTP

-NTP

-NTP

       

Mittelwert

7,8%

7,5%

23,6%

16,7%

24,9%

19,4%

Standardabweichung

3,8%

4,9%

5,0%

4,6%

6,4%

4,8%

Aus den einzelnen Peaks wurden verschiedene Quotienten berechnet. Die Mittelwerte des PME/ß-NTP Quotienten (0,45 ± 0,28), PME/PDE (0,33 ± 0,16), PDE/ß-NTP (1,32 ± 0,47) und Pi/ß-NTP (0,42 ± 0,30) lagen im Bereich der Werte für normales Leberparenchym (Tabelle 1 ).


[Seite 42↓]

3.2  Patienten

3.2.1 prätherapeutische Untersuchungen

Die Patienten zeigten prätherapeutisch im Bereich der malignen Leberläsionen deutliche Unterschiede im Vergleich zum normalen Lebergewebe. Auffällig war insbesondere ein erhöhter PME-Peak (+ 67,8 %), was sich auch in den Veränderungen der mit diesem Wert gebildeten Quotienten zeigte. Die Mittelwerte des PME/ß-NTP-Quotienten (+ 64,4 %), PME/PDE (+ 125,0 %) und PME/Pi (+ 77,3 %) waren im Vergleich zum normalen Leberparenchym der Probanden erhöht (Abbildung 6 , Abbildung 7 ).

Abbildung 6 : prätherapeutisches Spektrum eines Patienten mit hepatozellulärem Karzinom: normales Leberparenchym mit kleinem PME-Peak


[Seite 43↓]

Abbildung 7 : prätherapeutisches Spektrum eines Patienten mit hepatozellulärem Karzinom: HCC mit erhöhtem PME und verringertem PDE

Im Vergleich der Werte für die NTP-Peaks ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zu den Werten der Probanden. Auch das Signal des anorganischen Phosphats unterschied sich bei einer durchschnittlichen Verringerung um 10,8 % nicht signifikant von den Werten des gesunden Lebergewebes.

Die Werte des PME/ß-NTP-Quotienten unterschieden sich nicht signifikant zwischen der Gruppe der hepatozellulären Karzinome und der Gruppe der Lebermetastasen (0,77 versus 0,61). Die Wertebereiche beider Gruppen überlappten sich deutlich [29 ]. Ebenso verhielt es sich für den PME/PDE-Quotienten (0,75 versus 0,73) und den PDE/ß-NTP-Quotienten (1,45 versus 1,06) (Abbildung 8 ).


[Seite 44↓]

Abbildung 8 : Histogramm des PME/ß-NTP-Quotienten für Probanden, HCC und Lebermetastasen

3.2.2 posttherapeutische Untersuchungen

Die Patienten wurden jeweils ein bis zwei Tage nach erfolgreicher Chemoembolisation spektroskopisch nachuntersucht. Bei erfolgreicher Chemoembolisation zeigte sich generell ein Anstieg des anorganischen Phosphats um durchschnittlich 90,1 Prozent im Verhältnis zu den prätherapeutischen Werten. Wegen der gleichzeitigen Verkleinerung des ß-NTP-Peaks erhöhte sich der Pi/ß-NTP-Quotient sogar um 191,4 %. Alle drei NTP-Peaks zusammen verringerten sich geringgradig um durchschnittlich 4,3 %. Dieser NTP-Verlust wurde hauptsächlich durch die Verringerung des ß-NTP verursacht, welches sich durchschnittlich um 19,1 % relativ zu den prätherapeutischen Werten verringerte (Tabelle 2 ).

Im Rahmen der ersten Chemoembolisation zeigten sich bei allen Patienten eine durch­schnitt­liche Zunahme des PME-Peaks um 35,4 %, das anorganische Phosphat nahm um 69,4 % zu und die Phosphodiester nahmen um 16,3 % zu. Bei den Peaks der Nukleosidtriphosphate zeigten das -NTP und das -NTP einen geringen Anstieg. Hingegen nahm das ß-NTP um fast 20 % ab.

Im weiteren Verlauf verstärkten sich diese Veränderungen nach dem 2. und 3. Zyklus der TACE. Die Zunahme des anorganischen Phosphats verdoppelte sich nahezu von 69,4 % auf 122,1 % nach der 3. TACE. Ebenso verstärkte sich die Abnahme des ß-NTP von 18,5 % auf 23,4 % ( Tabelle 3 ).


[Seite 45↓]

Im Verlauf von sechs Wochen nach der TACE normalisierten sich die Veränderungen des anorganischen Phosphats und des ß-NTP wieder. Im Verlauf der 3 Zyklen zeigte sich die Zunahme des ß-NTP-Peaks im Vergleich zu den posttherapeutischen Ausgangswerten immer weniger ausgeprägt. Vor dem 2. Zyklus erhöhte sich das abgefallene ß-NTP um 58,2 % nach dem 3. Zyklus nur noch um 17,2 % im gleichen Zeitraum von 6 Wochen.

Im Mittel veränderten sich im posttherapeutischen Verlauf die PME-, -NTP- und -NTP-Peaks nur geringfügig. Das anorganische Phosphat normalisierte sich posttherapeutisch und nahm durchschnittlich um 13,8 % ab. Der ß-NTP-Peak erhöhte sich um durchschnittlich 43,3 %.

Zusätzlich wurde posttherapeutisch neben dem kurzfristigen Verlauf zwischen der Ausgangsmessung und der Messung nach der TACE auch der längere zeitliche Verlauf zwischen der Ausgangsmessung und der Messung vor dem nächsten Zyklus der Chemoembolisation ausgewertet (Tabelle 4 ).

Tabelle 2 : Peakveränderungen direkt nach TACE (Vergleich prätherapeutisch zu posttherapeutisch)

 

PME

Pi

PDE

-NTP

-NTP

-NTP

       

Mittelwert

35,4%

69,4%

16,3%

10,6%

5,6%

-18,5%

SD

81,7%

102,3%

79,9%

69,5%

32,1%

28,3%

nach 1. TACE

      
       

Mittelwert

8,9%

114,3%

-4,0%

29,4%

3,8%

-21,1%

SD

54,8%

174,1%

33,4%

48,1%

25,7%

19,5%

nach 2. TACE

      
       

Mittelwert

44,0%

122,1%

32,1%

6,1%

23,2%

-23,4%

SD

96,4%

409,6%

105,7%

60,1%

48,4%

31,8%

nach 3. TACE

      
       

Mittelwert

25,8%

90,4%

14,4%

13,3%

9,3%

-19,1%

SD

69,6%

216,1%

73,5%

53,8%

34,6%

25,7%

Tabelle 3 : Peakveränderungen im Verlauf nach TACE (Vergleich posttherapeutisch zu Kontrolle nach ca. 6 Wochen)

 

PME

Pi

PDE

-NTP

-NTP

-NTP

       

Mittelwert

-0,3%

-23,7%

17,0%

3,1%

4,7%

58,2%

SD

43,7%

41,5%

47,9%

49,6%

33,2%

73,1%

vor 2. TACE

      
       

Mittelwert

-4,1%

-34,8%

21,2%

13,7%

1,4%

45,7%

SD

43,5%

31,7%

56,6%

63,1%

30,5%

53,2%

vor 3. TACE

      
       

Mittelwert

0,9%

40,8%

45,2%

6,3%

-13,6%

17,2%

SD

71,6%

129,5%

68,0%

58,5%

30,1%

46,4%

nach 3. TACE

      
       

Mittelwert

-2,2%

-13,8%

25,5%

8,7%

-0,4%

43,3%

SD

52,4%

72,0%

55,8%

55,0%

31,4%

61,3%

Tabelle 4 : Peakveränderungen im langfristigen Verlauf nach TACE (Vergleich prätherapeutisch zu Kontrolle nach ca. 6 Wochen)

 

PME

Pi

PDE

-NTP

-NTP

-NTP

       

Mittelwert

34,2%

7,2%

30,7%

-6,4%

2,9%

16,9%

SD

94,9%

65,8%

136,8%

27,2%

42,1%

46,3%

nach 1. TACE

      
       

Mittelwert

-4,7%

6,6%

5,0%

31,5%

-0,8%

8,4%

SD

62,5%

61,7%

44,0%

53,9%

29,5%

36,7%

nach 2. TACE

      
       

Mittelwert

19,8%

79,3%

75,2%

-11,6%

-6,0%

-5,4%

SD

78,2%

227,3%

143,4%

51,7%

28,0%

25,5%

nach 3. TACE

      
       

Mittelwert

18,2%

27,2%

35,2%

3,8%

-0,7%

8,0%

SD

81,9%

133,6%

119,9%

47,3%

34,6%

39,1%

Dabei zeigten sich sehr uneinheitliche Veränderungen der Phosphorpeaks. Im Verlauf der Zyklen erhöhte sich der ß-NTP-Peak vor der 2. TACE und geringer auch vor der 3. TACE. Im langfristigen Verlauf nahm er dann nach der 3. TACE ab.

Nach einer TACE verdoppelte sich der Peak des anorganischen Phosphats fast, bei einer Abnahme des ß-NTP um etwa 20 %. Im posttherapeutischen Verlauf nahm das ß-NTP wieder zu und das anorganische Phosphat normalisierte sich. Die Veränderungen der einzelnen Peaks spiegelten sich auch in den Quotienten wider (Tabelle 5 ).


[Seite 47↓]

Die deutliche Zunahme des anorganischen Phosphats bei Abnahme des ß-NTP bedingte die Erhöhung des Pi/ß-NTP-Quotienten um durchschnittlich fast 200 %. Weiterhin zeigte dieser Quotient im Verlauf eine Zunahme von der 1. zur 3. TACE, wobei er sich auf mehr als das 3,5-fache erhöhte.

Die Normalisierung des anorganischen Phosphats und Erholung des ß-NTP bedingte die Verringerung des Pi/ß-NTP-Quotienten um durchschnittlich 16,4 % im Verlauf nach einer TACE (Tabelle 6 ).

Tabelle 5 : Quotientenveränderungen direkt nach TACE (Vergleich prätherapeutisch zu posttherapeutisch)

 

PME/Pi

PME/

PME/PDE

PDE/

Pi/

      

Mittelwert

14,1%

87,1%

85,1%

57,2%

159,9%

SD

85,0%

117,7%

233,3%

91,0%

214,2%

nach 1. TACE

     
      

Mittelwert

-10,3%

50,5%

38,1%

28,4%

216,8%

SD

90,2%

89,9%

97,5%

52,4%

316,2%

nach 2. TACE

     
      

Mittelwert

75,6%

128,4%

58,2%

107,4%

271,9%

SD

174,8%

203,8%

119,1%

162,3%

725,1%

nach 3. TACE

     
      

Mittelwert

19,5%

77,9%

54,1%

59,3%

191,9%

SD

109,5%

128,8%

147,3%

104,2%

389,4%

Tabelle 6 : Quotientenveränderungen im Verlauf nach TACE (Vergleich posttherapeutisch zu Kontrolle nach ca. 6 Wochen)

 

PME/Pi

PME/

PME/PDE

PDE/

Pi/

      

Mittelwert

103,8%

-21,0%

7,7%

-4,4%

-35,8%

SD

196,3%

48,5%

79,4%

67,6%

53,2%

vor 2. TACE

     
      

Mittelwert

82,1%

-20,2%

25,1%

14,6%

-43,2%

SD

109,4%

51,5%

117,7%

138,6%

45,4%

vor 3. TACE

     
      

Mittelwert

43,3%

-0,7%

-13,4%

60,5%

66,2%

SD

165,2%

85,4%

62,0%

139,8%

256,2%

nach 3. TACE

     
      

Mittelwert

83,3%

-16,4%

5,9%

17,6%

-16,4%

SD

162,6%

61,3%

90,9%

104,4%

124,3%

Tabelle 7 : Quotientenveränderungen im langfristigen Verlauf nach TACE (Vergleich prätherapeutisch zu Kontrolle nach ca. 6 Wochen)

 

PME/Pi

PME/

PME/PDE

PDE/

Pi/

      

Mittelwert

111,8%

41,1%

57,0%

31,2%

9,2%

SD

396,4%

142,0%

156,8%

133,0%

83,9%

nach 1. TACE

     
      

Mittelwert

18,8%

-1,3%

30,8%

26,7%

17,8%

SD

97,6%

69,8%

132,7%

126,5%

86,0%

nach 2. TACE

     
      

Mittelwert

72,4%

46,1%

2,6%

128,4%

93,4%

SD

206,7%

116,7%

119,0%

306,1%

245,1%

nach 3. TACE

     
      

Mittelwert

72,0%

29,4%

33,7%

57,0%

35,4%

SD

281,4%

116,9%

139,5%

197,7%

150,1%

Wie schon im Verlauf der einzelnen Phosphorpeaks zeigten sich auch bei den Quotienten sehr uneinheitliche Veränderungen. Die Abnahme des ß-NTP-Peaks spiegelte sich in der Verdoppelung des PDE/ß-NTP-Quotienten nach der 3. TACE wider. Gleiches zeigte sich bei der Zunahme des Pi/ß-NTP-Quotienten besonders im Verlauf nach der 3. TACE (Tabelle 7 ).


[Seite 49↓]

3.2.2.1  Schwankungsbreite

Auffällig war die sehr große interindividuelle Schwankungsbreite der einzelnen Signal­inten­sitäten und Quotienten [25 ]. Ein einzelnes Spektrum konnte nicht eindeutig einer bestim­mten Gruppe zugeordnet werden. Die Mittelung der Werte ergab deshalb große Standard­ab­weichungen bei geringen Unterschieden der Werte zwischen den einzelnen Zyklen. Wichtig war der intraindividuelle Vergleich der einzelnen Parameter und Quotienten. Anhand dieser wurde im Verlauf der Therapie der Behandlungserfolg bewertet [76 ].

3.2.2.2 Verlaufsgruppen

Nach jedem einzelnen Zyklus Chemoembolisation zeigten sich verschiedene Gruppen in Abhängigkeit der Veränderungen insbesondere des PME- und PDE-Peaks. Unterschieden wurden dabei die Veränderungen während der Kontrolluntersuchungen direkt nach der Chemo­embolisation und vor dem nächsten Zyklus.

Eine Gruppe zeigte einen Verlust von PME und eine Zunahme des PDE direkt nach der TACE. Sechs Wochen später, vor dem nächsten Zyklus, zeigte sich PME konstant oder geringgradig erhöht sowie PDE konstant oder etwas verringert. Direkt nach Embolisation war das ß-NTP verringert sowie das anorganische Phosphat erhöht. Vor der nächsten Embolisation befanden sich diese Werte dann wieder auf prätherapeutischem Niveau.

In der frühen Kontrolle zeigte eine weitere Gruppe eine mäßige Verringerung des PME bei durchschnittlicher Abnahme des ß-NTP und Zunahme des anorganischen Phosphats. Während der Spätkontrolle dieser Patienten zeigten sich dann eine Verringerung des PME bei Zunahme des PDE sowie eine Normalisierung von ß-NTP und Pi.

Eine weitere Gruppe von Patienten zeigte nur geringe Veränderungen von PME und PDE direkt nach TACE. Die Abnahme des ß-NTP bei Zunahme des anorganischen Phosphats unterschied sich nicht von den Veränderungen in den anderen Gruppen. Im langfristigen Verlauf fanden sich eine Zunahme des PME-Peaks und eine Abnahme des PDE-Peaks.


[Seite 50↓]

Ergab sich im Verlauf des Therapiezyklus eine Größenreduktion des Tumors auf weniger als 50 % des Ausgangsvolumens, zeigte sich bei 87,5 % der Patienten eine Verringerung des PME- und Pi-Peaks und ein Vergrößerung des PDE-Peaks. Bei ungefähr der Hälfte (44,4 %) der Patienten mit unverändertem Tumorvolumen konnten die gleichen Veränderungen beobachtet werden. Im Falle einer Tumorprogression wurde bei allen Patienten ein Anstieg des PME-Peaks und ein Abfallen des PDE-Peaks beobachtet.

Die Lebermetastasen zeigten im Rahmen der Kontrolluntersuchungen oft ein zirkuläres Muster der Lipiodolspeicherung. In diesen Fällen konnte dann spektroskopisch kein Therapie­ansprechen nachgewiesen werden. Über 90 % der Patienten mit einer Lipiodolspeicherung in mehr als 75 % des Tumorvolumens zeigten eine Verringerung des PME-, Pi-Peaks und eine Ver­größerung des PDE-Peaks. Nur bei einem Drittel der Patienten mit einer Lipiodol­speicherung von weniger als 75 % zeigten sich auch derartige Veränderungen.

Geringe Einlagerung des Lipiodols beziehungsweise rasche Entspeicherung wurde sehr oft bei einem Therapieversagen beobachtet.

3.2.3 Patientenverläufe

Anhand einzelner Patienten sollen die spektroskopischen Verlaufsmuster demonstriert werden.

3.2.3.1 Patient #1

Ein 81-jähriger Patient mit einem solitären hepatozellulären Karzinom wurde bei gegebener Inoperabilität in die Studie aufgenommen. Der Tumor verursachte ein Druckgefühl im Bereich des Oberbauches. Bereits bei der Inspektion war er als Vorwölbung im Epigastrium deutlich sichtbar. Palpatorisch stellte er sich als derber, rundlicher und gut abgrenzbarer Leberknoten dar. Das HCC stellte sich im CT mit Kontrastmittel als ein solider hypodenser Tumor im Bereich des Lebersegmentes 3 dar (Abbildung 9 ).


[Seite 51↓]

Abbildung 9 : prätherapeutisches CT mit Kontrastmittel eines Patienten (81 Jahre) mit HCC: hypodenser Tumorknoten im Lebersegment 3

Der Tumor wurde selektiv mit abschließender guter Einlagerung embolisiert. Das native posttherapeutische CT des Oberbauches zeigte die gute Einlagerung des Lipiodols im Bereich des Tumors und des linken Leberlappens. Innerhalb des HCC war die Einlagerung zwar inhomogen aber in allen Bereichen nachweisbar (Abbildung 10 ).

Abbildung 10 : posttherapeutisches natives CT eines Patienten (81 Jahre) mit HCC: Embolisateinlagerung im Bereich der linken Leber


[Seite 52↓]

Der Patient wurde im Abstand von jeweils 6 Wochen insgesamt dreimal chemoembolisiert. Der Patient tolerierte die Behandlungen sehr gut ohne langwierige Nebenwirkungen. Sowohl sub­jektiv als auch klinisch war im Verlauf eine wesentliche Größenreduktion des Tumors nach­weis­bar. Bei der Kontrolluntersuchung sechs Wochen nach der 3. TACE zeigte sich der Tumor deutlich verkleinert bei weiterhin erhaltener guter Lipiodoleinlagerung im Bereich des verblie­benen Tumorrestes (Abbildung 11 ).

Abbildung 11 : natives Kontroll-CT 6 Wochen nach letzter TACE eines Patienten (81 Jahre) mit HCC: erhaltene Embolisateinlagerung im Bereich des verkleinerten Tumors

Spektroskopisch zeigte der PDE-Peak jeweils einen Abfall nach der TACE und einen Anstieg nach sechs Wochen. Ähnlich verhielt sich der Peak des PME, der nach der 1. TACE anstieg und dann im Verlauf nahezu konstant blieb. Ebenso vergrößerte er sich direkt nach der 2. TACE nur minimal, um sich im Verlauf zu verringern. Nach der 3. TACE kam es wieder zu einem Anstieg gefolgt von dem langfristigen Abfall (Abbildung 12 ).


[Seite 53↓]

Abbildung 12 : Verlauf der relativen Peakgrößen von PME und PDE eines Patienten (81 Jahre) mit HCC: Abnahme von PDE direkt nach TACE, Zunahme im Verlauf

Die Veränderungen der Phosphoester spiegelten sich auch im Verlauf der aus ihnen gebildeten Quotienten wider.

Die Zunahme des PDE im langfristigen Verlauf nach jeder TACE bei Abnahme direkt nach TACE wurde auch im Verlauf des PDE/ß-NTP-Quotienten nachvollziehbar. Der Quotient aus PME und PDE zeigte einen gegenteiligen Verlauf – Zunahme direkt nach TACE und Abnahme im Verlauf (Abbildung 13 ).


[Seite 54↓]

Abbildung 13 : Verlauf der Quotienten PME/ß-NTP, PDE/ß-NTP, PME/PDE eines Patienten (81 Jahre) mit HCC

3.2.3.2 Patient #2

Bei einer 35-jährigen Patientin wurde wegen eines HCC-Rezidivs die Indikation zur transarteriellen Chemoembolisation gestellt. Die Patientin hatte sich bereits einer Operation wegen des Tumors unterzogen. Nach der rechtsseitigen Hemihepatektomie zeigte sich ein Rezidiv im Bereich des verbliebenen linken Leberlappens. Im nativen CT nach der ersten Chemoembolisation konnte eine umfangreiche und homogene Einlagerung im Bereich des Tumors nachgewiesen werden (Abbildung 14 ).


[Seite 55↓]

Abbildung 14 : posttherapeutisches natives CT einer Patientin (35 Jahre) mit HCC: homogene Einlagerung im Bereich des HCC-Rezidivs

Direkt nach der 1. TACE verringerte sich der PDE/ß-NTP-Quotient zunächst nur geringfügig und nach sechs Wochen dann jedoch deutlicher. Der PME/PDE-Quotient und der PME/ß-NTP-Quotient erhöhten sich nur geringfügig. Nach sechs Wochen zeigte sich sowohl in der Kontrolluntersuchung ein Abfall des PME/PDE-Quotienten und des PME/ß-NTP-Quotienten als auch direkt nach der 2. TACE. PDE/ß-NTP stieg direkt nach der 2. Chemoembolisation an und fiel vor der nächsten wieder ab. Danach stieg er sowohl direkt nach der 3. TACE als auch im weiteren Verlauf an. PME/PDE und PME/ß-NTP stiegen direkt nach der letzten TACE an und fielen dann im weiteren Verlauf ab.

Bei einer weiteren Verlaufskontrolle nach 8 Monaten zeigten alle drei Quotienten nur geringe Veränderungen bei Fortsetzung der Tendenz nach der 3. TACE (Abbildung 15 ).


[Seite 56↓]

Abbildung 15 : Verlauf der Quotienten PME/ß-NTP, PDE/ß-NTP, PME/PDE einer Patientin (35 Jahre) mit HCC

Das zum gleichen Zeitpunkt durchgeführte native Kontroll-CT zeigte weiterhin eine gute Einlagerung des Embolisats bei geringer Größenabnahme des HCC-Knotens. Jedoch zeigten sich zusätzlich neue HCC-Knoten. Aufgrund des verschlechterten Allgemeinzustandes konnte keine weitere Chemoembolisation durchgeführt werden (Abbildung 16 ).

Abbildung 16 : Kontroll-CT 8 Monate nach letzter TACE einer Patientin (35 Jahre) mit HCC: erhaltene Embolisateinlagerung und weitere HCC-Knoten


[Seite 57↓]

Auch bei der Betrachtung nur der längeren Kontrolluntersuchungen verhält sich der Verlauf der einzelnen Quotienten ähnlich (Abbildung 17 ).

Abbildung 17 : Quotienten PME/ß-NTP, PDE/ß-NTP, PME/PDE im langfristigen Verlauf einer Patientin (35 Jahre) mit HCC

3.2.3.3 Patient #3

Bei einer 40-jährigen Patientin mit einem hepatozellulären Karzinom im Segment 4a/b wurden 3 Chemoembolisationen durchgeführt. Im Verlauf der Quotienten zu Beginn und im sechswöchigen Abstand zeigte sich eine kontinuierliche Abnahme des PME/ß-NTP- und PME/PDE-Quotienten. Der PME/ß-NTP-Quotient stieg zunächst jeweils nach den ersten beiden TACE an, fiel in der jeweils folgenden Untersuchung und insbesondere nach der 3. TACE deutlich ab (Abbildung 18 ).


[Seite 58↓]

Abbildung 18 : Verlauf der Quotienten PME/ß-NTP, PME/PDE einer Patientin (40 Jahre) mit HCC

Die native CT-Kontrolluntersuchung nach der ersten Intervention konnte nur eine geringe Embolisateinlagerung nachweisen (Abbildung 19 ). Bei den folgenden Interventionen reicherte das HCC das Embolisat wesentlich umfangreicher an (Abbildung 20 , Abbildung 21 ).

Abbildung 19 : natives Kontroll-CT einer Patientin (40 Jahre) mit HCC: nur geringe Embolisateinlagerung im Tumor (Segment 4) nach der 1. TACE


[Seite 59↓]

Abbildung 20 : natives Kontroll-CT einer Patientin (40 Jahre) mit HCC: umfangreichere Embolisateinlagerung im Tumor nach der 2. TACE als nach der 1. TACE

Abbildung 21 : natives Kontroll-CT einer Patientin (40 Jahre) mit HCC: deutliche Embolisateinlagerung im Tumor nach der 3. TACE

Im langfristigen Verlauf des PME/ß-NTP- und des PME/PDE-Quotienten zeigte sich ein kontinuierlicher Abfall der Quotienten zwischen den Spektroskopien im Abstand von 6 Wochen. Nach der 1. TACE war der Abfall noch gering ausgeprägt, im Verlauf nach den weiteren Interventionen verstärkte sich dieser Trend (Abbildung 22 ).

Für diese Patientin konnte ein Überleben von mehr als 28 Monaten dokumentiert werden.


[Seite 60↓]

Abbildung 22 : Quotienten PME/ß-NTP, PME/PDE im langfristigen Verlauf einer Patientin (40 Jahre) mit HCC

3.2.3.4 Patient #4

Bei einem 61-jährigen Patienten mit Lebermetastasen eines Kolonkarzinoms konnte im Verlauf durch die Chemoembolisationen keine Verbesserung der Erkrankung erreicht werden. Der Patient verstarb zwei Monate nach der letzten TACE.

Abbildung 23 : Verlauf der Quotienten PME/ß-NTP, PDE/ß-NTP, PME/PDE eines Patienten (61 Jahre) mit Lebermetastasen eines Kolonkarzinoms


[Seite 61↓]

Direkt nach der 1. TACE stiegen alle Quotienten an und fielen dann vor der nächsten ab. Im weiteren Verlauf verringerte sich der PDE/ß-NTP-Quotient auch nach der 2. TACE kontinuierlich. PME/PDE stieg im weiteren Verlauf nach der 1. TACE an (Abbildung 23 ).

3.3 Überlebenszeiten

Die dokumentierten Überlebenszeiten lagen zwischen einem Monat und 4,6 Jahren. Für alle Patienten betrug die durchschnittliche Überlebenszeit 16,3 Monate. Die Patienten überlebten durchschnittlich 16,5 Monate mit einem HCC und 15,6 Monate mit Lebermetastasen. Der Median beider Patientengruppen lag bei 11 Monaten.

Die Überlebenszeiten innerhalb der Patientengruppe mit Lebermetastasen unterschieden sich sehr deutlich. Vier der neun Patienten (44,4 %) überlebten einen Zeitraum von mehr als 15 Monaten mit einem mittleren Überleben von 29,5 Monaten. Die restlichen Patienten überlebten hingegen nur durchschnittlich 4,4 Monate.

Länger als ein Jahr nach Therapiebeginn überlebten 21 Patienten (53,8 %). Diese Patienten­gruppe setzte sich aus 17 Patienten mit einem HCC und 4 Patienten mit Lebermetastasen zusammen. Spektroskopisch konnte in dieser Gruppe bei 95,2 % der Patienten eine Verringerung des PME-, Pi-Peaks und eine Vergrößerung des PDE-Peaks beobachtet werden. Gegenteilige Veränderungen zeigten 88,9 % der Patienten mit einer Überlebenszeit von unter einem Jahr.


© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
DiML DTD Version 3.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
04.08.2003