VORBEMERKUNG - SOUVENIR UND SCHIBBOLETH

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Better by far you should forget and smile

Than that you should remember and be sad.

Christina Rosetti, Remember 1

Ô souvenir, l’âme renonce,

Effrayée, à te concevoir ;

Mais, jusqu’où ton regard s’enfonce,

Au chaos des ans j’irai voir ;

[...]

Mais j’étais autrefois ! Mon être

Ne peut commencer ni finir.

Ce que j’étais avant de naître,

N’en sait-tu rien, ô souvenir ?

[...]

L’histoire, passante oublieuse,

Ne m’a pas appris d’où je sors,

Et la terre silencieuse

N’a jamais dit où vont les morts.

Sully Prudhomme, La mémoire 2

Christina Rosettis Ermahnung zum Glück des Vergessens, die an Friedrich Nietzsches Ausführungen zum Nachteil der Historie für das Leben erinnert, ist Teil einer größeren Beschäftigung mit den Dingen der Vergangenheit, nicht nur im Viktorianischen Britannien. Die Zeilen geben in knapper Form einen ganz eigenen imperativen Sinn zur kulturellen Einrichtung auf dem nordamerikanischen Kontinent wieder, eine Fußnote zum Motto des Pursuit of Happiness.3 Der Titel des Gedichts freilich ist auch als gegenteilige Aufforderung zu lesen, andernfalls lautete er Don’t Remember. Die Poesie der Zeit belegt das Interesse an der persönlichen Erinnerung: Emily Jane Brontës Remembrance, Robert Brownings Memorabilia und Thomas Hoods I remember, I remember finden sich in den Anthologien zur Literatur, deren Bezeichnung und zeitliche Grenzen von der Amtszeit Königin Victorias I. (1837-1901) bestimmt werden.

Sully Prudhomme fragt 1865, im zweiten Teil seines Gedichts La mémoire, nach dem Gehalt eines Gedächtnisses, das weiter in die Vergangenheit reicht als die Dauer eines Menschenlebens.Aus dem Zwiegespräch mit Memoria erfährt der Leser von einem Wesen ohne Anfang und Ende; nur die Erinnerung, le souvenir, habe die Macht, die Fragen nach der Herkunft zu beantworten.4 Die Geschichte sei vergesslich und die Erde verschweige den Ort, zu dem sich die Toten begeben. Die Zeilen Prudhommes entsprechen jener intensiven « occupation » mit der Erinnerung und den Wurzeln von « Schicksalsgemeinschaften », die das späte 19. Jahrhundert im Kontext der allgemeinen Alphabetisierung und pädagogischen Sozialisierung großer, im Sinne der nationalen Zugehörigkeit nach innen formal gleichgestellter und nach außen betont souveräner, Bevölkerungen zeichnen sollte. Das gemeinsame Gedächtnis stellte das symbolische Unterpfand für die Idee einer weit in die Vergangenheit reichenden gemeinsamen Geschichte dar, gleichsam ohne wirklichen Anfang und ohne Ende.

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Ein langes (aller historischen Evidenz folgend kein gutes) Jahrhundert später erlebt das Thema der Erinnerung eine neue, nunmehr auch akademische Konjunktur. Diese aktuelle Befragung der Formen des kollektiven Gedächtnisses kann auf frühe Ansätze zurückgreifen, die in den Arbeiten Aby Warburgs und Maurice Halbwachs’ zum « sozialen Gedächtnis » bzw. der « mémoire collective » Ausdruck fanden. Sie stellt dennoch in ihrer Breite ein Phänomen des ausgehenden 20. Jahrhunderts dar.

Verbindet man heute mit dem Begriff « Souvenir » auch vornehmlich ein für mehr oder weniger wertvoll erachtetes Reisepräsent, so verbirgt sich hinter diesem « Geschenk zum Andenken, Erinnerungsstück » (Wahrig) doch die wenig selbstverständliche Idee der Repräsentation: ein Abwesendes anwesend machen. Dieser Wortsinn entspricht dem Werkzeug subjektiver Erinnerung, auf das H. Bergson mit dem Begriff « mémoire-souvenir » abzielte.5 Das Souvenir, im Ergebnis einer ‘globalisierten’ Verbreitung in unzähligen Sprachen zu finden, ist Zeichen für einen Ort und eine verstrichene Zeit. Die Etymologie des Begriffs lässt an diesem Bezug keine Zweifel, es geht um nichts anderes als um Erinnerung, um etwas, das in die Gedanken komme. Das Souvenir steht mit seinem dynamischen Verbsinn (sub-venire) zunächst nicht für einen Zustand, sondern für einen Vorgang, etwas immer wieder in Gedanken Kommendes.

Das französische Lexikon definiert die Handlung se souvenir mit den Worten « Avoir présent à l’esprit » – etwas im Geiste gegenwärtig haben.6 Das Souvenir ist hier weitaus mehr als ein Objekt touristischer Erinnerungsvorsorge: « eine Idee, die das Gedächtnis von einer Sache bewahrt ».7 In dieser Bedeutung findet man den Begriff souvenir auch im Englischen der kanadischen Provinz Québec, als einer der Gallizismen, die sprachlich von der Nahtstelle zweier Kulturen zeugen.8

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Wörterbücher belegen die unterschiedliche Organisation der assoziativen Felder und die Überschneidung der Sinnformatierung von Bezeichnungen. « Erinnerung » und « Gedächtnis » illustrieren neben memory, remember, reminder, mémoire, se souvenir und rappel das ‘Wie’ gesellschaftlicher Imagination. Die Autoren der vom Noraschen Konzept der « lieux de mémoire » inspirierten Deutschen Erinnerungsorte9 entsprechen in ihrer Wortwahl diesem Problem, indem sie nicht von Gedächtnisorten sprechen, sondern die Idee eines « lieu-souvenir » und eines « lieu-rappel » implizieren. Erinnerung als Fähigkeit und Vorgang eines Vergangenheitsbezugs ist Funktion des kulturellen Gedächtnisses, einer « konnektiven Struktur » (J. Assmann) mit ihren zeitlichen und sozialen Dimensionen.

Mit dem Thema und dem gewählten Gegenstand der Untersuchungen der vorliegenden Arbeit ist eine Darstellung der Erinnerungsfunktion in der Kultur aus mehrerer Hinsicht vorgegeben. Zum einen führt jede Beschäftigung mit der Entwicklung nationaler Kultur, ihrer Rhetorik und ihren Institutionen in das Jahrhundert von Nation, Geschichte und Erinnerung. Liegt der Trennung in prähistorische und historische Zeit die Verschriftlichung von Wissen zugrunde10, so wird mit dem Ende des dynastischen Prinzips und dem Beginn nationaler Souveränität eine Geschichtsschreibung möglich und nötig, die neue legitimierende und mobilisierende Aufgaben erfüllt. Erzählt wird nunmehr die Geschichte eines Territoriums und seiner nationalisierten Bewohner.

Zum anderen betonen die Verweise der Politik auf das kulturelle Bewusstsein der Bevölkerung Québecs explizit den Charakter öffentlicher Erinnerungsverwaltung: jedes in Québec immatrikulierte Fahrzeug trägt in großen Lettern das Motto der Provinz Je me souviens – Ich erinnere mich (s. Anhang, S. 289). Auf die Frage nach der Bedeutung der Devise erhält ein Neuankömmling in Thierry Le Bruns Un certain souvenir Antworten, die in ihrer Verschiedenheit auf die vielgestaltigen Formen der Erinnerung verweisen.11 Der englischsprachige Titel des Films drückt in bestechender Weise den mehrdeutigen Gehalt des Nummernschildes aus: A License to Remember: Je me souviens.

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Diese allgegenwärtige Erinnerung an das kollektive Erinnern wird als ‘konjugiertes und dekliniertes Souvenir’, in der einen oder anderen Form immer wieder neu aufgenommen. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit verschiedenen Instanzen dieser kommemorativen Anstrengungen in Québec: einem Gedächtnisakt ( Acte du souvenir ) zu Ehren des 1759 auf den Abrahamshöhen vor Québec gefallenen Marquis de Montcalm, den « official souvenirs » des Tercentenariums von 1908, einer Erinnerungsmesse ( Messe du souvenir ) für die Aufständischen von 1837-38 und einem Erinnerungstag ( Jour du souvenir ) im kanadischen Festkalender des 20. Jahrhunderts, dem in Québec sowohl die offizielle als auch die mehrheitlich-populäre Unterstützung fehlt, um einen Eintrag im Gedächtniskalender zu finden. Den genannten Instanzen und anderen Aufrufen zur Erinnerung ( Souvenons-nous! ) ist die Aktualität gemein – es geht um gegenwärtige Verhandlungen zum Sinn der Geschichte. Das Souvenir als symbolische Verkörperung des modernen Erinnerungsbetriebes, mit seiner privaten Seite der persönlichen Erinnerung, die im deutschen Wortsinn im Vordergrund steht, ist neben und als Teil einer Erinnerung zu lesen, die unter dem Begriff des kollektiven Gedächtnisses gefasst werden kann.

Ein zweites Wort überschreibt neben « Souvenir » die Vorbemerkung. Das Buch Richter im Alten Testament schildert die Auseinandersetzungen zwischen den Städten Gilead und Ephraim, nördlich des Toten Meeres. Die Gileaditer besetzten die Furten des Jordan und « wenn nun einer von den Flüchtlingen Ephraims sprach: Laß mich hinübergehen!, so sprachen die Männer von Gilead zu ihm: Bist du ein Ephraimiter? Wenn er dann antwortete: Nein!, ließen sie ihn sprechen: Schibboleth. Sprach er aber: Sibboleth, weil er’s nicht richtig aussprechen konnte, dann ergriffen sie ihn und erschlugen ihn... » (Ri 12,5.6). Der Text nennt auch die Zahl derer, die die falsche Aussprache des Wortes für « Ähre » oder « Flut » mit ihrem Leben bezahlten: zweiundvierzigtausend.

Schibboleth steht für das Losungswort, mit dem eine Trennung vorgenommen wird. Kein « privilegiertes Auge » teilt hier, sondern das Ohr. Keine phänotypische, eine akustische Konfiguration entscheidet über Ausschluss und Einschluss. Es ist freilich nicht die sprachliche Differenz in der Aussprache, die hier gerichtet wird, sondern ein Anderssein, für das diese steht. Sprache ist kein privates Unterfangen, sie verweist auf sozial und kulturell Gemeinsames und kann dieses konstituieren, im zitierten Beispiel mit fatalen Folgen. Das Schicksal der Ephraimiter lag nicht außerhalb ihrer Sprache, genauso wenig im Übrigen wie das der Gileaditer. Diese Aussage kann auf alle anderen konkreten Instanzen kultureller Identität übertragen werden. Eine Betrachtung, die sich den Formen menschlicher Gemeinschaft und Fragen von Kultur und Identität widmet, kommt nicht umhin, sich dem Problem der Sprache zu stellen. Diese Einschätzung trifft für die menschliche Sprache zu, weil sie die Grundlage jedes politischen Daseins ist und das ‘eigentliche Zeug’ des Menschen ermöglicht.12 Sie trifft genauer genommen vor allem auf die jeweilige Einzelsprache von Menschen und Gemeinschaften zu. Dabei ist es zunächst nebensächlich, ob eine Sprache als Tätigkeit (Energeia) und « äußerliche Erscheinung des Geistes der Völker »13, als ein System, das einen spezifischen Blick auf die Welt und daraus folgendes Handeln prägt14, oder aber als Institution verstanden wird, die als Repräsentant sozialer Positionen verschiedenste Integrations- und Exklusionsfunktionen in eigener Weise übernehmen kann.15

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Es geht um die Tatsache der im sozialen Sinne konstitutiven Wirkung sprachlicher Realitäten.16 Souvenir steht für die hier zu beschreibenden Formen von sprachlich und in Bildern vermitteltem kollektiven Gedächtnis im Kontext der Begegnung von Kulturen. Diese Formen haben immer auch persönliche Dimensionen, weil sich Menschen begegnen, erinnern und ihre Verhältnisse verhandeln. Die Vorgänge um das ‘Sibboleth’ am Jordan, Zeichen eines bestraften Andersseins, sind zuvörderst ein politisches, kein kulturelles oder religiöses Problem. Dort geht es um Diskriminierung, die Politisierung der Distinktion. Die hier aufgeworfenen Fragen zu den Formen einer Begegnung in Nordamerika sind von der Überzeugung getragen, dass Unterschiede jenseits von normalisierter Universalität und konfigurierter Hierarchie eine Bereicherung darstellen und dass für die Bewertung einer betonten Differenz nach ihrer Funktion gefragt werden muss. Diese Begegnung wird in ganz besonderer Weise von den Sprachen der Menschen geprägt, die gemeinsam im politischen Gebilde Québec leben. Von keiner babylonischen Strafe oder einem inhärenten Problem soll hier die Rede sein, sondern von Partnern, deren verschiedene Sprachen unabgeschlossene Ankünfte, keine Vertreibung verkörpern. In diesem Sinne stehen hier der kommemorative Gebrauch der Unterschiede und die gegenseitigen, trennenden und verbindenden Abhängigkeiten im Vordergrund. Gestellt wird keine ontologische Frage nach dem Haus der Sprache, aber nach singulären Befindlichkeiten im pluralen Haus der Sprachen gesucht.17 Dies führt uns in Québec zu einer politischen Angelegenheit, der Frage, ob es sich um ein Haus oder Häuser handeln solle und wie es dem kanadischen House of Difference 18gelingt, aus vielstimmigen Histories Zukunft entstehen zu lassen.

Der Montréaler Leonard Cohen schrieb vor fünfzehn Jahren die folgenden Zeilen, die sich auch als Kommentar zu Québecs Motto « Je me souviens » und seinen Akteuren lesen lassen:

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I said this can't be me, must be my double.
And I can't forget, I can't forget,
I can't forget but I don't remember what.19


Fußnoten und Endnoten

1  Christina Rosetti: Remember; in: Victorian Poetry; Selected by Paul Driver, Penguin Books, London 1995, S. 72.

2  Sully Prudhomme: Poésies. 1865-1866. Stances et poèmes; Coll. Œuvres de Sully Prudhomme, Librairie Alphonse Lemerre, Paris, k.J., S.31 f.

3  Man könnte meinen, es handelt sich um ein alternatives Motto zu den Worten, mit denen Walt Whitman das Vorwort von Leaves of Grass beginnt: « America does not repel the past... » Whitman selbst lässt aber keinen Zweifel am zukunftsgewandten Blick seines ‘Amerika’: « There will be no more priests. Their work is done. » An anderer Stelle spricht er vom gebauten, ewigen Glück, das auf Vergangenheit und Gegenwart verzichten kann: « Do you see O my brothers and sisters?/It is not chaos or death―it is form, union, plan―it is eternal life―it/is Happiness.//The past and present wilt―I have fill’d them, emptied them,/And proceed to fill my next fold of the future. » Walt Whitman: Preface to the 1855 Edition of Leaves of Grass; George McMichael (Hg.): Concise Anthology of American Literature; 2nd Ed., Macmillan, New York 1985, S. 900, 912 bzw. Song of Myself, ebda., S. 958.

4  Sidonie Peters übersetzt den ersten Teil, La mémoire, mit « Gedächtnis », den zweiten, Le souvenir, mit « Erinnerung »: « Oh, Erinnerung! Die Seele verzichtet/voll Schrecken, dich je zu begreifen./Doch wohin dein Blick sich richtet,/in’s Chaos der Zeit möcht’ ich schweifen. [...] Doch jenseits der Zeiten, – mein Wesen,/was hat es wohl in sich getragen?/Was vor der Geburt ich gewesen,/das kannst du, Erinnerung, nicht sagen? [...] Der Geschichte vergeßliche Boten/wissen nicht, was ich war und werde,/und wohin, ach, gehen die Toten?/Nie sagt es die schweigende Erde. » Dürerbund (Hg.): Pantheon. Werke der Nobelpreisträger. Zweiter Band. Schlüter, Leipzig 1928, S. 440-443.

5  Vgl. Henri Bergson: Materie und Gedächtnis: eine Abhandlung über die Beziehung zwischen Körper und Geist; [Übers. von Julius Frankenberger], Meiner, Hamburg 1991 (1896), S. 70f.

6  Eintrag Se souvenir, Petit Larousse illustré, Librairie Larousse, Paris 1977.

7  « Impression, idée que la mémoire conserve d’une chose » Eintrag Souvenir, ebda.

8  Vgl. Wolfgang Viereck et al.: dtv-Atlas Englische Sprache; Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2002, S.179.

9  Étienne François, Hagen Schulze (Hg.): Deutsche Erinnerungsorte; Beck, München 2001. Die Autoren gehen auf den Begriff « Erinnerungsort » ein, thematisieren den Unterschied zu « Gedächtnisort » aber nicht. Einführung, bes. S. 17f.

10  Für eine frühe Kritik am Nexus von Geschichtsbewusstsein und Schrift und eine Trennung von Geschichte und « historischem Sinn » siehe: Rüdiger Schott: « Das Geschichtsbewußtsein schriftloser Völker »; in: Archiv für Begriffsgeschichte 12, 1968, S. 166-205.

11  Thierry Le Brun: Un certain souvenir, Office national du Film du Canada, 2002.

12  In den Formulierungen von H. Arendt bzw. B. L. Whorf: « Speech is what makes man a political being. » Hannah Arendt: The Human Condition; University of Chicago Press, Chicago 1958, S. 3, bzw. « Speech is the best show man puts on. It is his own ‘act’ on the stage of evolution, in which he comes before the cosmic backdrop and really ‘does his stuff.’ » Benjamin Lee Whorf: « Language, Mind, and Reality. » (1941) in: Language, Thought and Reality; Selected Writings by Benjamin Lee Whorf, Selected by John B. Carroll. MIT Press, Massachusetts 2000 (1956). S. 246-270, S. 249.

13  Siehe: « Übergang zur näheren Betrachtung der Sprache » in der Einleitung zum Kawi-Werk; in: Wilhelm v. Humboldt. Schriften zur Sprache, hg. von Michael Böhler; Reclam, Stuttgart 2000 (1973), S. 33.

14  B.L. Whorf definiert wie folgt: « ...every language is a vast pattern-system, different from others, in which are culturally ordained the forms and categories by which the personality not only communicates, but also analyzes nature, notices or neglects types of relationsships and phenomena, channels his reasoning, and builds the house of consciousness. » Whorf: a.a.O., S. 252. Whorf sieht den Zusammenhang zwischen Sprache und Kultur dabei keineswegs als direkte Entsprechung: « The idea of ‘correlation’ between language and culture, in the generally accepted sense of correlation, is certainly a mistaken one. » bzw. « There are connections but not correlations or diagnostic correspondances between cultural norms and linguistic patterns. » B. Whorf: « The relation of habitual thought and behavior to language », ebda. S. 134-159, Fußnote 1 S. 139, S. 159.

15  Die schwerlich bestreitbare Tatsache, dass Sprache auch ein Instrument der Herrschaft ist, bedeutet nicht, dass sich die Formen sozialer Domination und ihre Träger außerhalb der Sprache befinden bzw. über diese arbiträr verfügen können.

16  Die Frage nach dem performativen Potential der Sprache kann hier nicht im Einzelnen diskutiert werden. Verwiesen sei an dieser Stelle lediglich auf eine von Emily Schultz gestellte Frage zu deren Sinn und eine mögliche Antwort: « Why is Whorf so threatening to rationalist philosophers and formal linguists? If his project is legitimate and if its lessons are unforgettable, it gives the lie to their project. Their pursuit of a single, objective, impersonal truth valid in all times and all places for all people turns out to be misguided. The hope of being able to assimilate the whole of truth within the harmonious categories of a single consciousness is similarly doomed. The image of the rational man of Western philosophy and science, the rugged individualist who masters the universe on his own, is shown to have feet of clay. Indeed, the self-image of Western man since the Enlightenment is called seriously in question, as are vast areas of knowledge and practice which depend on the plausability of that self-image. » Emily A. Schultz: Dialogue at the Margins, Whorf, Bakhtin, and Linguistic Relativity; The University of Wisconsin Press, Madison 1990, S. 143.

17  Neutestamentlich verortet ist hier Paulus’ Erster Brief an die Korinther von Interesse, nicht der Brief Jakobus. Vgl. 1.Kor 14,10-11 u. Jak 3,5-8.

18  Anspielung auf Eva Mackeys Studie The House of Difference: Cultural Politics and National Identity in Canada; Routledge, London 1999.

19  I Can't Forget, written by Leonard Cohen. I'm Your Man. CBS Records Inc., 1988.



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31.10.2006