Siegmann, Stefanie : Primäre bildgebende Diagnostik von polytraumatisierten Patienten mittels Spiralcomputertomographie

Aus dem Institut für Röntgendiagnostik
der Medizinischen Fakultät Charité
der Humboldt-Universität zu Berlin


DISSERTATION


Primäre bildgebende Diagnostik von polytraumatisierten Patienten mittels Spiralcomputertomographie


Zur Erlangung des akademischen Grades
doctor medicinae (Dr. med.)



Vorgelegt der Medizinischen Fakultät Charité
der Humboldt-Universität zu Berlin

Von
Stefanie Siegmann
aus: Erfurt

Dekan: Prof. Dr. Joachim W. Dudenhausen

Gutachter:
1. PD Dr. med Mutze
2. Prof. Dr. med K.H. Hauenstein
3. Prof. Dr. med. N. Hosten

Datum der Einreichung: 18.01.2002
Datum der Promotion: 18.09.2002

Zusammenfassung

Die Behandlung polytraumatisierter Patienten stellt in ihrer Komplexität hohe Anforderungen an die aparativen und personellen Voraussetzungen einer Klinik. Dies bedingt einen erheblichen Kostenaufwand sowohl für die primäre Diagnostik und Therapie als auch für die Rehabilitation.

Im Unfallkrankenhaus Berlin sieht der Algorithmus der Polytraumaversorgung nach klinischer Erstversorgung und sonographischer Untersuchung von Abdomen und Thorax die weitere primäre radiologische Diagnostik von Schädel, Halswirbelsäule, Thorax, Abdomen und Becken mittels Spiral-Computertomographie nach einem standardisiertem Untersuchungsprotokoll vor. Im Zeitraum von September 1997 bis Juli 1999 wurden 334 aufeinander folgende Patienten erfasst, bei denen unter dem Verdacht auf ein Polytrauma eine CT-Untersuchung im Rahmen des klinikinternen Algorithmus durchgeführt wurde. Unter Kenntnis aller Untersuchungsbefunde erfolgte die retrospektive Gruppenbildung mit Unterscheidung in polytraumatisierte (n=116) und nicht polytraumatisierte (n=220) Patienten. Der durchschnittliche ISS lag bei 32 (+/- 10) in der Gruppe der tatsächlich polytraumatisierten Patienten und bei 15 (+/- 9,4) in der Gruppe der nicht polytraumatisierten Patienten. In der weiteren Auswertung wurden die in der primären CT-Untersuchung erhobenen Diagnosen anhand des klinischen Verlaufs, operativer und anderer therapeutischer Maßnahmen sowie der weiteren Bildgebung überprüft.

In der vorliegenden Untersuchung konnte gezeigt werden, dass die Spiral-Computertomographie in der Lage ist, das Verletzungsmuster eines polytraumatisierten Patienten, abgesehen von Extremitätenverletzungen, nahezu vollständig und mit großer Sicherheit zeiteffizient zu erfassen. Dabei konnte auf Grund der Verkürzung der Untersuchungszeit die Indikationsstellung auf Patienten mit kritischen Kreislaufsituationen ausgedehnt werden. Als strukturelle Voraussetzung muss jedoch die unmittelbare Nachbarschaft von Schockraum und CT-Untersuchungsraum sowie ein routiniertes Team gewährleistet sein. Insgesamt profitierten insbesondere die tatsächlich polytraumatisierten Patienten von der Durchführung des standardisierten Untersuchungsprotokolls bei der Aufdeckung von Verletzungen. Der große Anteil der nicht polytraumatisierten Patienten profitierte vorwiegend vom Verletzungsausschluss. Hier muss die Indikationsstellung überaus kritisch erfolgen.

Schlagwörter:
Polytrauma, Computertomographie , Polytraumamanagement , Notfalldiagnostik

Summary

The complex treatment of patients with multiple traumas requires a high standard of staff and equipment causing considerable expense at the point of primary diagnosis and treatment as well as at the rehabilitation stage. Conforming to a standardised examination routine, the algorithm of treating patients with multiple traumas at the Unfallkrankenhaus Berlin includes, after primary clinical treatment and ultrasound examination of abdomen and thorax , the further primary radiological diagnosis of the skull, the cervical spine, the thorax, the abdomen and the pelvis via spiral CT.

Between September 1997 and July 1999 we registered 334 successive patients with suspected multiple traumas who underwent a CT examination according to our clinical algorithm. In the knowledge of all diagnoses the patients were subdevided into two groups: patients suffering from multiple traumas (n=116) and patients without multiple traumas (n=220). The average ISS was 32(+/- 10) for the group of patients actually suffering from multiple traumas and 15 (+/- 10) for the group of patients without multiple traumas. The diagnoses based on the primary CT examination were analysed in the light of the clinical course, surgical and other therapeutic measures as well as compared with other imaging methods (modalities). This study shows that, apart from injuries of the extremities, the spiral CT can reveal the injuries of a patient suffering from multiple traumas efficiently and quickly. Because of the shorter time needed for examination the diagnosis can be extended to patients with critical haemodynamical conditions. Yet it is important that the emergency romm and CT examination rooms are in close vicinity and that the team of examiners is well trained. Especially patients with multiple traumas benefit from this standardised routine of examinations. The majority of patients without multiple traumas benefit from the exclusion of injuries. Here the medical indication has to be carefully considered.

Keywords:
Multiple trauma , Computed tomography , Multiple trauma management , Emergency radiology


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Inhaltsverzeichnis

TitelseitePrimäre bildgebende Diagnostik von polytraumatisierten Patienten mittels Spiralcomputertomographie
1 Einleitung
1.1Begriffsdefinition
1.2Epidemiologie
1.3Algorithmus
1.4Scoringsysteme
1.5Bildgebende Diagnostik
1.5.1Schädel-Hirn-Trauma
1.5.2Gesichtsschädel
1.5.3Thorax
1.5.4Abdomen
1.5.5Becken
1.5.6Wirbelsäule
1.5.7Extremitäten
1.6Neue Ansätze in der Polytraumadiagnostik
1.7Spiral-Computertomographie
2 Patienten und Methoden
2.1Untersuchte Patienten und erfasste Daten
2.1.1Anzahl
2.1.2Alter der Patienten
2.1.3Unfallmechanismus
2.1.4Patientengruppen und Verletzungsschwere
2.2Diagnostikkonzept
2.3Statistik
3 Ergebnisse
3.1Polytraumatisierte Patienten
3.1.1Schädel-Hirn-Trauma und Mittelgesichtsverletzung
3.1.2Thorax
3.1.3Abdomen
3.1.4Becken
3.1.5Wirbelsäule
3.1.5.1Halswirbelsäule
3.1.5.2Brustwirbelsäule
3.1.5.3Lendenwirbelsäule
3.2Nicht polytraumatisierte Patienten
3.2.1Schädel-Hirn-Trauma und Mittelgesichtsverletzung
3.2.2Thorax
3.2.3Abdomen
3.2.4Becken
3.2.5Wirbelsäule
3.2.5.1Halswirbelsäule
3.2.5.2Brustwirbelsäule
3.2.5.3Lendenwirbelsäule
3.3Vergleich der beiden Gruppen
3.3.1Schädel-Hirn-Trauma und Mittelgesichtsverletzungen
3.3.2Thorax
3.3.3Abdomen
3.3.4Becken
3.3.5Wirbelsäule
3.3.5.1Halswirbelsäule
3.3.5.2Brustwirbelsäule
3.3.5.3Lendenwirbelsäule
3.4Zeiterfassung
4 Diskussion
4.1Schädel-Hirn-Trauma und Mittelgesichtsverletzung
4.2Thorax
4.3Abdomen
4.4Becken
4.5Wirbelsäule
5 Zusammenfassung
Abkürzungsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis
Bibliographie Literatur
Selbständigkeitserklärung
Lebenslauf
Danksagung

Tabellenverzeichnis

sieheCT-Diagnosen im Bereich des Schädels und therapeutische Konsequenzen
sieheCT-Diagnosen im thorakalen Bereich und therapeutische Konsequenzen
sieheCT-Diagnosen im abdominellen Bereich und therapeutische Konsequenzen
sieheCT-Diagnosen im Bereich des Beckens und therapeutische Konsequenzen
sieheCT-Diagnosen im Bereich der Wirbelsäule und therapeutische Konsequenzen

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Altersverteilung aller 340 erfassten Patienten
Abb. 2: Unfallmechanismen aller Patienten
Abb. 3: Untersuchungsprotokoll des Schädels
Abb. 4: Untersuchungsprotokoll für HWS und Gesichtsschädel
Abb. 5: Untersuchungsprotokoll für Thorax, Abdomen und Becken
Abb. 6: Lungenkontusion und ventraler Pneumothorax rechts
Abb. 7: traumatische Aortendissektion
Abb. 8: Lerbereinriss und Milzeinris mit aktiver Blutung
Abb. 9: aktive Nebennierenblutung
Abb. 10: mesenteriale Blutung
Abb. 11: Fraktur vorderer und hinterer Pfeiler
Abb. 12: Densfraktur
Abbildung 13: Luxationsfraktur
Abb. 14: Ergebnisse cCT und CT-MG im Vergleich
Abb. 15: Ergebnisse der CT des Thorax im Vergleich
Abb. 16: Ergebnisse der CT des Abdomens im Vergleich
Abb. 17: Ergebnisse der CT des Beckens im Vergleich
Abb. 18: Ergebnisse der CT der Wirbelsäule im Vergleich

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Wed Jan 29 14:43:53 2003