1. Einleitung

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Etwa ein Drittel der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland ist Grünland.

Wiesen und Weiden prägen das Landschaftsbild in vielen Gebieten und sind unverzichtbar für den Arten- und Biotopschutz.

Für das natürliche Grünland ist aus Gründen des Naturschutzes und der Erhaltung der Kulturlandschaft eine Nutzungsform notwendig, so auch für Thüringen.

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In der Agrarstatistik Thüringens wurden im Jahr 2003 ca. 796.000 ha LF erfasst.

Diese Fläche entspricht etwa der Hälfte des Territoriums Thüringens und 4,7 % der LF Deutschlands.

Im Landesdurchschnitt wurden 77,6 % der LF als Ackerland, 21,9 % als Grünland und 0,5 % als sonstige LF (Obstanlagen, Dauerkulturen) bewirtschaftet.

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Der Tierbesatz in Thüringen ist mit 0,50 GVE je ha LF vergleichsweise gering und liegt weit unter dem von vergleichbaren Standorten in der Europäischen Union.

Entsprechend der natürlichen Standortbedingungen wie Höhenlagen, Niederschläge und Temperaturen ist die Relation zwischen Acker- und Grünland sehr verschieden.

Die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche innerhalb des Landes Thüringen befinden sich auf Mittelgebirgs- und Vorgebirgsstandorten mit ertragsschwächeren Böden und ungünstigeren geologischen und klimatischen Standortbedingungen.

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Das bewirtschaftete Grünland Thüringens mit Grünlandzahlen von 23 bis 53 unterliegt zu ca. 86% den Auflagen des Programmes zur Förderung von umweltgerechter Landwirtschaft, Erhaltung der Kulturlandschaft, Naturschutz und Landschaftspflege in Thüringen (KULAP).

Die extensive Bewirtschaftungsweise führte zu niedrigeren Erträgen. Diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren weiter fortsetzen.

Während auf bevorzugten Ackerstandorten des Thüringer Beckens und im Altenburger Land etwa 4 % als Wiesen und Weiden genutzt werden, sind es im Thüringer Wald zwischen 50 und 100 %.

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Hier herrscht typisch für deutsche Mittelgebirgslagen die Rinderhaltung vor.

In diesen Gebieten stehen etwa 56 % des gesamten Milchkuhbestandes Thüringens.

Die intensive Milchproduktion, einschliesslich deren Jungrinder- und Färsenaufzucht, sollte auch aus arbeitswirtschaftlicher Sicht in Stallhaltung erfolgen.

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Auf den Grünlandstandorten ist die Mutterkuh- und Schafhaltung sowie die Futterproduktion von Anwelksilage und Heu verbreitet.

Weitere Grünlandflächen sind aber vorhanden, eine alternative Nutzungsform stellt die Färsenaufzucht dar.

Im Zeitraum 1960 bis 1980 wurden eine Vielzahl von wissenschaftliche Untersuchungen zur Weideaufzucht von Färsen mit einem anderen Rassespektrum, geringerem Leistungsniveau und unter anderen Rahmenbedingungen durchgeführt.

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In den folgenden Jahrzehnten wurden nur wenige wissenschaftliche Arbeiten zur Weidehaltung von weiblichen Jungrindern und Färsen erstellt.

Deshalb waren aktuelle Untersuchungen notwendig, die die Einflüsse der Weidehaltung auf die Entwicklung der Jungrinder/Färsen und der späteren Milchkühe analysieren.

Dabei sollte folgende Frage beantwortet werden:

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Welche Konsequenzen hat eine zeitlich begrenzte Weidehaltung von Jungrindern zwischen dem 15. und 21. Lebensmonat im Vergleich zur Stallhaltung auf deren Wachstum und späteren Entwicklung als Milchkuh ?

Im einzelnen wurden folgende Parameter untersucht:


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17.11.2006