Humboldt-Universität zu Berlin

Dissertation

Eine vergleichende Analyse von Scrambling im Deutschen und Koreanischen

Zur Erlangung des akademischen Grades
doctor philosophiae

( Dr. phil. )

Eingereicht an der Philosophischen Fakultät II der Humboldt-Universität zu Berlin

von Seok-Hee Song

Dekan: Prof. Dr. Verena Lobsien

Gutachter:
1. Prof. Dr. Manfred Bierwisch
2. Prof. Dr. Peter Erdmann

eingereicht: 07.10.2002

Datum der Promotion: 24.04.2003

Zusammenfassung

Das Thema ist der Versuch einer vergleichenden Analyse von Scrambling im Deutschen und Koreanischen. Die Arbeit stellt hauptsächlich die Frage, ob Topik und Fokus als morphosyntaktische Merkmale der lexikalischen Elemente betrachtet werden können. Allgemein werden beide aus pragmatischer Sicht als kontext- bzw. informationsstrukturelle Merkmale angesehen. In Bezug auf Scrambling im Deutschen und Koreanischen wird - der lexikalischen Sicht (Bierwisch 1970, 86, 96, 97) folgend - diese Frage so beantwortet, dass die nominalen Merkmale der Satzglieder Topik und Fokus darstellen. Scrambling wird als eine Beschreibung der Dimensionierung des Paarbegriffes "Topik und Fokus" mit nominalen Elementen definiert. Das Scrambling wird von den morphosyntaktischen Merkmalen als Ausformung der kontinuierlichen Relativierungs-Merkmale "Topik und Fokus" bei dem nominalen funktionalen Kopf Determinator verursacht. Unter Scrambling werden die voneinander abhängigen Begriffe "Topik und Fokus" syntaktisch aktualisiert. In dieser Arbeit werden "Topik und Fokus" durch die Entfernung der nominalen Elemente vom Prädikat graduell definiert. Das topikalste Element steht in der vom Prädikat entferntesten Position; das fokalste in der dem Prädikat nächsten. Im Satz erscheinen nominale Ausdrücke als Topik- und/oder Fokusträger. Diese nominalen Ausdrücke, z.B. die Nomina mit dem Artikel im Deutschen und mit dem Kasusmorphem im Koreanischen, bilden die Scramblingobjekte. Die deutschen Kasusträger (z.B. Artikel) kennzeichnen aber keine Topik- und/oder Fokusfunktion. In der gemischtköpfigen deutschen Sprache erscheinen links und rechts die nicht-nominalen Einheiten, z.B. Konjunktionen, finite Verben. Sie verkörpern eine Grenze für die Topik-Fokus-Graduierung in nominalen Satzgliedern. Im Deutschen ist daher langes und Multi-Scrambling nicht möglich. Im Gegensatz dazu treten in der rechtsköpfigen koreanischen Sprache die nicht-nominalen bzw. verbalen Elemente uniform am Ende des Satzes auf, und Kasusträger im Koreanischen (Kasusmorpheme) fungieren als Topik- und/oder Fokusmarker bei Scrambling, was langes und mehrfaches Scrambling ermöglicht.

Abstract

This research is the study of the comparative analysis of scrambling in German and Korean. The main question of this study is whether topic and focus can be considered as morphosyntactic features of lexical items. Generally, the two are regarded as context- or information-structural features from pragmatic view. As far as scrambling in German and Korean goes, the question is, according to the lexical view (Bierwisch 1970, 86, 96, 97), answered as the nominal features of the sentence elements describe topic and focus. Scrambling is defined as a description of the dimension of the pair concept "topic and focus" with nominal elements. It is caused by the morphosyntactic features as form of the relative features "topic and focus" in the nominal functional head determinator. Under scrambling, the interdependent notions "topic and focus" are syntactically actualized. In this work, "topic and focus" is gradually defined by the distance of the nominal elements from the predicate. The most topical element stands in the most remote position from the predicate; the most focal element in the nearest position. The nominal expressions, for example, the nouns with the article in German or with the case morpheme in Korean, therefore form the scrambling objects. But the cases in German don't mark lexically the topic and/or focus function. In the head-mixed language like German, the non-nominal units, namely, conjunctions, and finite verbs, appear left and right. They embody a boundary on the topic-focus-graduation in nominal elements. As a result in German long and multiple scrambling is impossible. By contrast, the non-nominal or verbal elements occur uniformly at the end of a sentence in the head-right language like Korean and the cases in Korean function as lexical topic and focus markers in scrambling, which enables long and multiple scrambling to be possible.

Inhaltsverzeichnis



© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
DiML DTD Version 3.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
20.11.2003