Vorwort

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Untersuchungen zur Wirksamkeit stationärer Heimerziehung für junge Menschen und ihren Familien liegen bislang nur wenige vor. An empirisch fundierten und aktuellen Studien zu einer geschlossenen Heimerziehung fehlt es gänzlich. Insofern besteht eine bedeutende Forschungslücke, die mit der vorliegenden Arbeit geschlossen werden soll. Sowohl vor dem Hintergrund der allgemeinen Forderung nach Qualitätsentwicklung und –sicherung erzieherischer Hilfen als auch aus ökonomischen Gründen gewinnen Studien mit solchen Schwerpunktsetzungen zunehmend an Bedeutung.

Die zentrale Frage der hiesigen Studie ist die Wirksamkeit pädagogisch-therapeutischer Hilfen im geschlossenen Setting. Berücksichtigt werden dabei subjektive Aspekte wie Zufriedenheit der Heimbewohnerinnen mit der Einrichtung – im Vergleich dazu subjektive Fremdeinschätzungen durch das pädagogische Personal -, zusätzlich werden aber auch objektive Aspekte wie etwa Testauswertungen in Kombination mit Interviews unter Einbeziehung von faktischen Lebensdaten und Diagnosen die Klientel betreffend sowie eine Datenauswertung durch ein externes unabhängiges Institut herangezogen.

Das Problem, gerade bei pädagogisch-therapeutischen Leistungen den Erfolg bzw. Misserfolg zu bestimmen, wird in der Fachöffentlichkeit kontrovers diskutiert, eben weil sich die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität in der Jugendhilfe nicht an Zahlen zur Umsatz- und Produktivitätssteigerung ablesen lässt. Dass es nicht ausgeschlossen ist, den Wirkungsgrad des Einsatzes von Ressourcen nachzufragen und Qualitätsstandards zu sichern bzw. diese fortzuentwickeln, will die hier erarbeitete Dokumentation aufzeigen.

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Auch wenn mit der vorliegenden Studie nicht alle Fragen abschließend beantwortet werden können, hat sie sich einem umfassenden Themenkomplex gestellt und leistet einen wichtigen Beitrag zur weiteren Qualitätsdiskussion in der (geschlossenen) Jugendhilfe.

Sich meinen Fragen und Testungen gestellt und erstere offen-kritisch beantwortet zu haben, dafür möchte ich allen betroffenen Mädchen herzlich danken: für ihre Unterstützung, Offenheit und ihr Vertrauen.

Ein herzliches Dankeschön gilt auch meinem Vorgesetzten Herrn Robert Brugger, der bereits in den 80-er Jahren eine umfangreiche Datenbank mit Struktur-, Prozess- und Ergebnisvariablen bzgl. der hiesigen Klientel einrichtete, auf welche ich zurückgreifen konnte.

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Weiterhin bedanken möchte ich mich für die Beratung in Statistikfragen bei Frau Johanna Graf und Frau Kathrin Beck von der Universität München. Und nicht zuletzt und ganz ausdrücklich danke ich Professor Dr. Bernd Ahrbeck für seine kollegiale Supervision und seine engagierte Unterstützung.

Auf die alberne geschlechtsneutrale Schreibweise „Innen“ verzichte ich bewusst. In abwechselnder Weise werde ich weibliche und männliche Endformen verwenden.

Januar 2005
Bernhard Stadler


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30.03.2006