Aus dem Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie
der Medizinischen Fakultät Charité
der Humboldt-Universität zu Berlin

Dissertation

Zusammenhang zwischen Umweltlärmbelästigung und Lärmempfindlichkeit – epidemiologische Untersuchung im Rahmen der Berliner Lärmstudie

Zur Erlangung des akademischen Grades
Doktor medicinae (Dr. med.)

vorgelegt der Medizinischen Fakultät Charité
der Humboldt-Universität zu Berlin

von
Katharina Stölzel
aus Berlin


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Dekan: Prof. Dr. med. Dr. h. c. R. Felix

Gutachter:
1. Prof. Dr. S.N. Willich
2. PD Dr. Ing. C. Maschke
3. Prof. Dr. P. Lercher, M.P.H.

eingereicht: 26.06.2003

Datum der Promotion: 04.02.2004


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Head Abstract-Deutsch

Die hohe Inzidenz von 300 bis 400 Herzinfarkten pro 100000 Personen der Bevölkerung pro Jahr zeigt die hohe gesundheitspolitische Bedeutung der Vorsorge. Die Betrachtung des Lärms als möglicher Kofaktor bei der Pathogenese des Herzinfarktes beziehungsweise des plötzlichen Herztodes bildete den Schwerpunkt der epidemiologischen Lärmstudie Berlin. Die vorliegende Arbeit beschäftigte sich dabei vorwiegend mit dem Zusammenhang zwischen der Lärmbelästigung durch Straßenverkehrslärm und der Lärmempfindlichkeit. In den Analysen wurde die Korrelation zwischen beiden Variablen und die mögliche Beeinflussung dieser Korrelation durch soziodemografische Faktoren bestimmt. Im Rahmen einer Fall-Kontroll-Studie wurden für den Zeitraum von zwei Jahren die Angaben von 2235 Probanden ausgewertet. Die Datenerhebung fand im Rahmen eines ca. einstündigen Interviews im Krankenhaus statt. Die Gruppe der Fälle bildeten die Patienten mit akuten Herzinfarkt. Die Kontrollgruppe setzte sich aus chirurgischen Patienten zusammen. Die Lärmbelästigung am Tag und die Lärmempfindlichkeit hatten eine geringe Korrelation von r p = 0.23. Die Stärke der Korrelation zwischen der Lärmbelästigung in der Nacht und der Lärmempfindlichkeit betrug r p = 0.19. Im mehrfaktoriellen Modell zeigte sich, dass 19 Prozent der Variationen der Lärmbelästigung am Tag neben der Lärmempfindlichkeit durch Geschlecht, Haushaltsnettoeinkommen und Familienstand erklärt wurden. Nachts wurden 18 Prozent der Variationen der Lärmbelästigung durch die Lärmempfindlichkeit, das Alter und den Schulabschluss erklärt. Betrachtete man die Lärmempfindlichkeit als abhängige Variable von der Lärmbelästigung, dem Geschlecht, dem Alter und den soziodemografischen Faktoren waren 17 Prozent der Variationen der Lärmempfindlichkeit durch die Faktoren erklärbar. Es besteht eine signifikante, aber nur geringgradige Beziehung zwischen der Lärmbelästigung und der Lärmempfindlichkeit. In klinischen Studien zu Herz-Kreislauferkrankungen, die die Lärmempfindlichkeit und die Lärmbelästigung durch Straßenverkehrslärm als Risikofaktoren einbeziehen, sollte daher eine unabhängige und separate Betrachtung beider Faktoren erfolgen.

Eigene Schlagworte: Lärmempfindlichkeit, Lärmbelästigung, SoziodemografischeFaktoren, Herz-Kreislauferkrankungen


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Head Abstract-Englisch

The high incidence of heart attacks in Germany (approximately 300 to 400 cases for every 100000 people) emphasises the importance of heart attack prevention as a public health issue.Consequently, an epidemiologic study investigating chronic noise as a cofactor of the pathogenesis of the heart attack or sudden heart death is being conducted at the Charite University Hospital, Berlin.

This thesis describes the relation between noise annoyance through road traffic noise and noise sensitivity as part of the aforementioned study. The correlations were determined by analysis between both variables while taking into account the possible influence of socialogical factors such as age, sex, lifestyle.To this end, data from 2235 persons were evaluated in a case-control-study within a two year period. Collection and evaluation of the data took place in the hospital and included a 1 hour 1 interview with the subjects. The subjects were taken from a pool of patients with current acute heart attacks, defined as having a acute heart attack within the period of two to ten days previous to the interview. Surgical patients without current heart complications were used as the control study group.

Noise annoyance in the daytime and noise sensitivity had a little correlation of rp = 0,23. Correlation was rp = 0,19 between noise annoyance in the nighttime and noise sensitivity.

19 percent of variations of noise annoyance in the daytime were explained by noise sensitivity, sex, income and marital status in a multivariate analysis. 18 percent of variations noise annoyance in the nighttime were explained by noise sensitivity, age and education. 17 percent of variations were explained by noise annoyance and all socialogical factors in the case of dependence of noise sensitivity.

There is a significant, but only little correlation between noise sensitivity and noise annoyance. An independent and separate inspection of both factors should be made in clinical studies of heart and circulation diseases, which include noise sensitivity and noise annoyance.

Keywords: noise sensitivity, noise annoyance, socialogical factors, heart-circulation diseases


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Meinen Eltern

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01.03.2004