3 Ergebnisse

3.1 Goldstandard (Histologie und Verlaufskontrolle) und MRT-Befunde

↓30

In der MRT wurden nach dem Goldstandard (Histologie und Verlaufsbeurteilung) 97 Ovarien mit 15 benignen einfachen Zysten, 19 benignen komplizierten Zysten, fünf Dermoiden, zwei Fibromen, 21 Malignomen, einem luteinisierten Thekom und einem Tuboovarialabszeß untersucht. 33 Ovarien waren unauffällig, es wurden lediglich vier Myome, eine Hydrosalpinx und ein entzündlicher Prozess der Tube gefunden.

↓31

Tab. 5: Einteilung der benignen einfachen Zysten (n=15) nach der Einteilung (S. 28/29 ), 1-6 Histologie, 7-15 Verlaufsbeurteilung

Zyste

Gruppe

Gruppe

Gruppe

1

A

1

I

2

A

1

I

3

A

2

I

4

A

2

I

5

A

2

IV

6

A

1

IV

7

A

1

I

8

A

1

I

9

A

1

I

10

A

1

I

11

A

1

I

12

A

2

I

13

A

1

I

14

A

2

I

15

A

2

I

Damit wurden sämtliche Zysten als rein zystisch eingestuft. In 60% der Fälle zeigte sich in keiner Phase eine Signalsteigerung, in 40% gering in der venösen Phase. In ca. 87% konnte eine dicke Wand ohne Septen und in ca. 13% eine dünne Wand ebenfalls ohne Septen gesehen werden.

Tab. 6: Einteilung der benignen komplizierten Zysten (n=19) nach der Einteilung (S. 28/29), 1-18 Histologie, 19 Verlaufsbeurteilung

Zyste

Gruppe

Gruppe

Gruppe

1

A

7

I

2

A

6

IV

3

A

7

I

4

A

2

I

5

A

2

I

6

A

2

I

7

A

1

I

8

A

3

I

9

A

3

I

10

A

2

V

11

A

2

II

12

A

1

II

13

A

3

I

14

A

2

VI

15

A

4

II

16

A

1

I

17

A

3

IV

18

A

6

I

19

A

3

II

↓32

Damit wurden sämtliche Zysten als rein zystisch eingestuft. In ca. 16% der Fälle zeigte sich in keiner Phase eine Signalsteigerung, in ca. 32% gering in der venösen, in ca. 26% kräftig in der venösen, in ca. 5% gering in der arteriellen und venösen, in ca. 11% gering in der arteriellen und kräftig in der venösen und in ca. 11% kräftig in beiden Phasen. In ca. 58% konnte eine dünne Wand ohne Septen, in ca. 21% eine dünne Wand und dünne Septen, in ca. 11% eine dicke Wand ohne Septen, in ca. 5% eine dicke Wand und dünne Septen und in ca. 5% eine dicke Wand und dicke Septen gesehen werden.

Tab. 7: Gruppenzuordnung der Dermoide (n=5) nach der Einteilung (S. 28/29), 1-5 Histologie

Tumor

Gruppe

Gruppe

Gruppe

1

C

2

I

2

A

3

II

3

C

1

I

4

C

3

I

5

A

2

I

Damit wurden zwei Dermoide als rein zystisch und drei als zystisch-solide eingestuft. In 20% der Fälle zeigte sich in keiner Phase eine Signalsteigerung, in 40% gering in der venösen und in 40% kräftig in der venösen Phasen. In 80% konnte eine dünne Wand ohne Septen und in 20% eine dünne Wand und dünne Septen gesehen werden.

↓33

Die Fibrome wurden mit Hilfe der Einteilung (S. 28/29) folgenden Gruppen zugeordnet:

Gruppe B, Gruppe 2 sowie Gruppe B, Gruppe 6, beide Histologie. Somit sind beide als rein solide und mit einer geringen Signalsteigerung in der venösen bzw. geringen Signalsteigerung in der arteriellen und kräftigen in der venösen gesehen worden.

Tab. 8: Gruppenzuordnung der Malignome nach der Einteilung (S. 28/29), Histologie 1-19

Malignom

Gruppe

Gruppe

Gruppe

1

A

1

I

2

A

6

VI

3

C

6

IV

4

C

3

III

5

A

3

VI

6

C

7

VI

7

C

7

IV

8

A

1

IV

9

C

3

IV

10

C

7

IV

11

C

7

IV

12

C

7

IV

13

C

7

II

14

C

7

II

15

C

7

IV

16

C

6

V

17

C

6

V

18

C

7

II

19

C

7

II

↓34

Damit wurden vier Malignome als rein zystisch (ca. 21%) und 15 als zystisch-solide (ca. 79%) eingestuft. In ca. 10% der Fälle zeigte sich in keiner Phase eine Signalsteigerung, in ca. 21% gering in der arteriellen und kräftig in der venösen, in ca. 16% kräftig in der venösen und in ca. 53% kräftig in beiden Phasen. In weniger als 1% konnte eine dünne Wand ohne Septen, in ca. 16% eine dicke Wand und dicke Septen, in ca. 42% eine dicke Wand, aber keine Septen, in unter 1% eine dünne Wand und dicke Septen, in ca. 1% eine dünne Wand und dünne Septen und in ca. 11% eine dicke Wand und dünne Septen gesehen werden.

Zwei Borderline-Tumoren wurden mit Hilfe der Einteilung (S. 28/29) folgenden Gruppen zugeordnet: Gruppe A, Gruppe 7, Gruppe VI sowieGruppe B, Gruppe 3, beide Histologie. Somit erschien einer der Tumoren als rein zystisch mit einer kräftigen Signalsteigerung in beiden Phasen und einer dicken Wand und dicken Septen und der andere solide mit einer kräftigen Signalsteigerung in der venösen Phase.

Das luteinisierte Thekom wurde mit Hilfe der Kriterien folgenden Gruppen zugeordnet:Gruppe C, Gruppe 6, Gruppe V (Histologie), also zystisch-solid mit einer geringen Signalsteigerung in der arteriellen und einer kräftigen in der venösen Phase und einer dicken Wand und dicken Septen.

↓35

Der Tuboovarialabszeß wurde mit Hilfe der Kriterien folgenden Gruppen zugeordnet:Gruppe A, Gruppe 7, Gruppe IV (operativ), also rein zystisch mit kräftiger Signalsteigerung in beiden Phasen und dicker Wand ohne Septen.

Tab. 9: Anzahl der Ovarialraumforderungen (n=64) in den Gruppen A, B, C (entsprechend der Einteilung S. 28) nach dem Goldstandard

Gruppe

A

(n=42)

B

(n=3)

C

(n=19)

benigne einfache Zyste

15

0

0

benigne komplizierte Zyste

19

0

0

Dermoid / Teratom

2

0

3

Fibrom

0

2

0

Borderline Tumoren

1

1

0

Malignom

4

0

15

Luteinisiertes Thekom

0

0

1

Tuboovarialabzsess

1

0

0

Tab. 10: Anzahl der Ovarialraumforderungen (n=64) in den Gruppen 1 - 8 (entsprechend der Einteilung S. 29) nach dem Goldstandard für die arterielle / venöse Phase

Gruppe

1

(n=15)

2

(n=15)

3

(n=11)

4

(n=1)

5

(n=0)

6

(n=8)

7

(n=14)

8

(n=0)

benigne einfache Zyste

9

6

0

0

0

0

0

0

benigne komplizierte Zyste

3

6

5

1

0

2

2

0

Dermoid / Teratom

1

2

2

0

0

0

0

0

Fibrom

0

1

0

0

0

1

0

0

Borderline Tumoren

0

0

1

0

0

0

1

0

Malignom

2

0

3

0

0

4

10

0

Luteinisiertes Thekom

0

0

0

0

0

1

0

0

Tuboovarial-abzsess

0

0

0

0

0

0

1

0

↓36

Tab. 11: Anzahl der Ovarialraumforderungen (n=64) in den Gruppen I - VI (entsprechend der Einteilung S. 29) nach dem Goldstandard

Gruppe

I

(n=29)

II

(n=9)

III

(n=1)

IV

(n=13)

V

(n=5)

VI

(n=5)

benigne einfache Zyste

13

0

0

2

0

0

benigne komplizierte Zyste

11

4

0

2

1

1

Dermoid

4

1

0

0

0

0

Borderline Tumoren

0

0

0

0

1

1

Malignom

1

4

1

8

2

3

Luteinisiertes Thekom

0

0

0

0

1

3

Tuboovarialabszess

0

0

0

1

0

0

In der MRT wurden diagnostiziert 24 benigne einfache Zysten, 14 benigne komplizierte Zysten (vier eingeblutet, sieben septiert, drei eingeblutet und septiert), vier Dermoide, zwei Fibromen, 20 Malignome.

Tab. 12: Einteilung der benignen einfachen Zysten (n=24) nach der Einteilung S. 28/29

Zyste

Gruppe

Gruppe

Gruppe

1

A

1

I

2

A

7

I

3

A

2

I

4

A

1

I

5

A

1

I

6

A

2

I

7

A

2

I

8

A

2

I

9

A

2

I

10

A

1

I

11

A

2

IV

12

A

1

IV

13

A

1

I

14

A

3

I

15

A

3

I

16

A

1

I

17

A

1

I

18

C

2

I

19

A

1

I

20

A

1

I

21

A

2

I

22

A

1

I

23

A

2

I

24

A

2

I

↓37

In 15 Fällen erfolgte eine histopathologische Aufarbeitung des Befundes. Er bestätigte sich in sechs Fällen (1, 5, 6, 9, 11, 12). Sechs der als einfache Zysten diagnostizierten Befunde stellten sich histologisch eingeblutet dar (2, 3, 7, 8, 13, 15). Eine Zyste zeigte sich septiert (15). Bei einer Zyste handelte es sich um ein Dermoid (18) und bei einer anderen Zyste um einen malignen Tumor (17). Neun einfache benigne Zysten (4, 10, 16, 19 - 24) wurden im Verlauf weiter beobachtet.

Tab. 13: Einteilung der benignen komplizierten septierten Zysten (n=7) nach der Einteilung S. 28/29

Zyste

Gruppe

Gruppe

Gruppe

1

A

2

V

2

A

2

II

3

A

1

II

4

A

7

VI

5

A

6

VI

6

A

3

V

7

A

3

II

Tab. 14: Einteilung der benignen komplizierten (eingeblutete bzw. septiert und eingeblutete) Zysten nach der Einteilung S. 28/29

Zyste

Gruppe

Gruppe

Gruppe

1

A

3

I

2

A

2

VI

3

A

4

II

4

A

1

I

5

A

3

IV

6

A

6

I

7

A

3

II

↓38

In der MRT stellten sich zehn Zysten septiert dar. Davon waren drei Zysten eingeblutet und septiert (Tabelle 14 2, 3, 7). Neun Zysten wurden histopathologisch untersucht, davon zwei eingeblutete und septierte Zysten. Der Befund bestätigte sich in den genannten Fällen. In drei Fällen handelte es sich um ein Zystadenom (Tabelle 13 1, 2, 3). Die eindeutige Identifikation als Zystadenom / Zystadenofibrom oder gar die Unterscheidung zwischen einem muzinösen und einem serösen Zystadenom in der MRT war bei den benignen Tumoren in keinem Fall möglich. In den anderen vier Fällen handelte es sich um ein Dermoid (7), um zwei Borderline-Tumoren (4, 6) und um ein Malignom (5).

In unseren MRT-Untersuchungen traten sieben eingeblutete benigne Zysten bei sieben Patientinnen auf. Drei Zysten waren zusätzlich septiert (Tabelle 14 2, 3, 7). Bis auf eine Zyste (Tabelle 14 7) wurden diese histologisch untersucht, und es wurde die Diagnose einer Endometriosezyste gestellt. Eine Differenzierung eingebluteter Zysten von Endometriosezysten wurde in der MRT nicht vorgenommen. Die restlichen vier Zysten wurden ebenfalls histologisch untersucht. In einem Fall handelte es sich um ein mehrkammeriges, muzinöses Zystadenom (Tabelle 14 5). In den drei anderen Fällen wurde ebenfalls eine Endometriosezyste (Tabelle 14 1, 4, 6) diagnostiziert.

Unter den Malignomen gab es zwei Tumoren, die eingeblutet erschienen. Diese sollen hier aber nicht im einzelnen betrachtet werden, da sie im Abschnitt Malignom aufgeführt sind.

↓39

Die Abbildungen 1a-c zeigen als Beispiel für eingeblutete Zysten den Befund einer 44jährigen Patientin mit einer 145 x 80 x 105 mm durchmessenden zystisch erscheinenden Raumforderung mit glatter äußerer Berandung, zarten Septen und liquider Füllung. Abbildung 1a zeigt dabei eine FLASH 2D-Aufnahme der Zyste. Hier stellt sie sich mit mittlerer Signalintensität dar. Abbildung 1b zeigt dazu die protonengewichtete Aufnahme. Die Signalintensität ist größer als in den Aufnahmen mit geringerer Repetitionszeit. Zur Differenzierung eines eventuell vorliegenden Dermoids ist in Abbildung 1c die fettsuppremierte Aufnahme wiedergegeben. Die hohe Signalintensität bleibt erhalten, was die Diagnose Endometriosezyste wahrscheinlich macht.

Abb. 1: FLASH 2D-Aufnahme einer eingebluteten Zyste

Abb. 2: protonengewichtete Aufnahme einer eingebluteten Zyste

↓40

Abb. 3: fettsuppremierte Aufnahme einer eingeblutueten Zyste

Tab. 15: Einteilung der Dermoide nach der Einteilung S. 28/29

Tumor

Gruppe

Gruppe

Gruppe

1

A

7

I

2

C

1

I

3

C

3

I

4

A

2

I

5

C

2

I

6

A

3

II

In vier Fällern (1 - 4) wurde ein Dermoid, ein reifes zystisches Teratom, vermutet. Sie wurden histologisch untersucht. Der Befund bestätigte sich in drei Fällen. Zwei histologisch diagnostizierte Dermoide (5 und 6) wurden in der MRT nicht als solche erkannt. In einem Fall wurde dabei die Verdachtsdiagnose einer septierten Zyste (6) und in dem anderen Fall einer einfachen Zyste (5) gestellt. Bei einer Patientin mit der Verdachtsdiagnose Dermoid (1) konnte histologisch der Befund einer eingebluteten Zyste gestellt werden.

↓41

Die Abbildungen 2a/b zeigen als Beispiel den Befund einer 45jährigen Patientin mit einem 75 mm durchmessenden reifen Teratom. Klinisch auffällig war bei ihr ein im Mittelbauch liegender und bis zum Nabel reichender Tumor. Abbildung 2a zeigt in der FLASH 2D-Aufnahme eine glatt begrenzte, zystisch aufgebaute Raumforderung mit soliden Binnenstrukturen. Die Zyste bildet einen Spiegel, wobei oberhalb des Spiegels fettreiche Substanz liegt. Das es sich um fettreiche Substanz handelt, wird in der fettsuppremierten Aufnahme 2b deutlich. Die Signalintensität ist hier kleiner als in der FLASH 2D-Aufnahme.

Abb. 4: FLASH 2D-Aufnahme eines reifen Teratoms

Abb. 5: fettsuppremierten Aufnahme eines reifen Teratoms

↓42

Damit wurden zwei Dermoide als rein zystisch und drei als zystisch-solide eingestuft. In 20% der Fälle zeigte sich in keiner Phase eine Signalsteigerung, in 40% gering in der venösen und in 40% kräftig in der venösen Phasen. In 80% konnte eine dünne Wand ohne Septen und in 20% eine dünne Wand und dünne Septen gesehen werden.

In der MRT konnten mit den aus der Literatur bekannten Kriterien zwei Fibrome diagnostiziert werden. Der Befund bestätigte sich in beiden Fällen histologisch. Die beiden Fibrome stellten sich in der MRT als vollständig solide Tumoren ohne zystische Anteile dar. Sie waren glatt berandet. Es gab keine Malignitätskriterien, wie Aszites oder Lymphknotenvergrößerungen, so dass die Diagnose Fibrom gestellt werden konnte. Sie

wurden mit Hilfe der Einteilung (S. 28/29) folgenden Gruppen zugeordnet:

↓43

Gruppe B, Gruppe 2 sowie Gruppe B, Gruppe 6.

Die Abbildung 3 zeigt als Beispiel den Befund einer 49jährigen Patientin mit einem stark ödemisierten Fibrom des linken Ovars. Die 70 mm durchmessende Raumforderung stellt sich glatt begrenzt und solide, aber inhomogen aufgebaut dar. Die Abbildung zeigt das signalreiche Stroma mit mehreren unterschiedlich großen signalarmen Bereichen.

Abb. 6: fettsupprimierte Aufnahme eines Fibrom

Mit den in den vorigen Abschnitten aufgeführten Kriterien wurde in der MRT bei 20 Ovarien der Befund eines malignen Tumors gestellt.

↓44

Tab. 16: Einteilung der Malignome mit Hilfe der Einteilung (S. 28/29)

Malignom

Gruppe

Gruppe

Gruppe

1

A

6

IV

2

C

6

V

3

A

7

IV

4

C

6

IV

5

C

3

III

6

A

3

VI

7

C

7

VI

8

C

7

IV

9

A

1

IV

10

C

3

IV

11

C

7

IV

12

C

7

IV

13

C

7

IV

14

C

7

II

15

C

7

II

16

C

7

IV

17

C

6

V

18

C

6

V

19

C

7

II

20

C

7

II

Alle Raumforderungen mit dem Verdacht auf einen malignen Tumor wurden histologisch untersucht. In drei Fällen (1 - 3) wurde dabei eine benigne Veränderung gefunden. Im ersten Fall (1) handelte es sich um eine benigne eingeblutete Zyste, im zweiten Fall (2) um ein luteinisiertes Thekom und im dritten Fall (3) um einen Tuboovarialabszeß.

Die dicken Wände und die starke Kontrastmittelaufnahme führte zur Fehldiagnose der drei erstgenannten Veränderungen. Hingegen trugen diese Kriterien in den 17 weiteren Fällen und dort besonders in den zwei Fällen, die keine soliden Anteile zeigten, zur richtigen Diagnose bei.

↓45

Vier maligne Tumoren wurden in der MRT nicht als solche erkannt. Tabelle 17 zeigt die Gruppeneinteilung dieser. Dabei handelte es sich um zwei Borderline-Tumoren und ein beidseitiges mikropapilläres seröses Karzinom.

Tab. 17: Gruppeneinteilung der MR-angiographisch falsch benignen Veränderungen mit Hilfe der Einteilung (S. 28/29)

Art des Tumors

Gruppe

Gruppe

Gruppe

Borderline-Tumor

A

7

VI

Borderline-Tumor

A

3

V

mikropapilläres seröses Karzinom

A

6

VI

mikropapilläres seröses Karzinom

A

1

I

Tab. 18: Anzahl der Raumforderungen in den Gruppen A,B,C nach der MRT-Diagnose (mit Hilfe der Einteilung S. 28)

Gruppe

A

(n=43)

B

(n=2)

C

(n=19)

benigne einfache Zyste

23

0

1

benigne komplizierte Zyste

14

0

0

Dermoid

2

0

2

Fibrom

0

2

0

Malignom

4

0

16

↓46

Tab. 19: Anzahl der Raumforderungen in den Gruppen 1-8 nach der MRT-Diagnose für die arterielle / venöse Phase mit Hilfe der Einteilung (S. 29)

Gruppe

1

(n=43)

2

(n=20)

3

(n=11)

4

(n=3)

5

(n=0)

6

(n=6)

7

(n=14)

8

(n=0)

unauffällige Ovarien

28

3

0

2

0

0

0

0

benigne einfache Zyste

11

10

2

0

0

0

1

0

benigne komplizierte Zyste

2

5

5

1

0

0

1

0

Dermoid

1

1

1

0

0

0

1

0

Fibrom

0

1

0

0

0

1

0

0

Malignom

1

0

3

0

0

5

11

0

Tab. 20: Anzahl der Raumforderungen in den Gruppen 1-8 nach der MRT-Diagnose für die venöse Phase / FLASH 2D-Aufnahmen mit Hilfe der Einteilung (S. 29)

Gruppe

1

(n=40)

2

(n=3)

3

(n=0)

4

(n=8)

5

(n=0)

6

(n=13)

7

(n=32)

8

(n=1)

Unauffällige Ovarien

27

1

0

2

0

3

0

0

Benigne einfache Zyste

10

1

0

4

0

6

3

1

Benigne komplizierte Zyste

1

1

0

1

0

3

7

0

Dermoid

1

0

0

0

0

1

2

0

Fibrom

0

0

0

1

0

0

1

0

Malignom

1

0

0

0

0

0

19

0

Tab. 21: Anzahl der Raumforderungen in den Gruppen I-VI nach der MRT-Diagnose mit Hilfe der Einteilung (S. 29)

Gruppe

I

(n=29)

II

(n=9)

III

(n=1)

IV

(n=13)

V

(n=5)

VI

(n=5)

Benigne einfache Zyste

22

0

0

2

0

0

Benigne komplizierte Zyste

3

5

0

1

2

3

Dermoid

4

0

0

0

0

0

Fibrom

0

0

0

0

0

0

Malignom

0

4

1

10

3

2

3.2 Ergebnisse der einzelnen Kriterien

↓47

Der kleinste gemessene Durchmesser der in der MRT erkannten Läsionen betrug
15 mm und der größte 180 mm (Mittel: 78 mm). Die Größe der Läsionen der nichtoperierten Patientinnen reichte von 15 bis 55 mm, die der benignen Tumoren operierter Patientinnen von 25 bis 145 mm (Mittel: 70 mm) und die der malignen Tumoren von 70 bis 230 mm (Mittel: 117 mm).

Die Übereinstimmung der in der MRT ermittelten mit der tatsächlichen Größe gibt folgende Abbildung wieder.

Abb. 7: Gegenüberstellung der in der MRT ermittelten Größen der Läsionen zu den Größen der entnommenen Präparate

↓48

Der Korrelationskoeffizient nach Pearson errechnet sich für den Größenvergleich zu 0,913. Es besteht nach diesem Wert eine starke Übereinstimmung der in der MRT gesehenen und tatsächlichen Größe.

In 28 Fällen (ca. 44%) wurde die Läsion als vom rechten Ovar und in 36 Fällen (ca 56%) als vom linken Ovar ausgehend beschrieben. Bei 16 Patientinnen (ca. 32%) waren dabei beide Ovarien betroffen. Bei 11 Patientinnen (ca. 22%) war nur das rechte Ovar, bei 21 Patientinnen (ca. 41%) nur das linke Ovar und bei den oben genannten drei Patientinnen war kein Ovar betroffen. Ein beidseitiger Befund gleicher Art ist dabei bei zehn Ovarien (fünf Patientinnen) mit dem Verdacht auf einen malignen Prozeß und bei acht Ovarien (vier Patientinnen) mit einfachen benignen Zysten gefunden worden. Bei zwei Patientinnen mit dem Verdacht auf einen malignen Tumor war nur noch ein Ovar vorhanden.

Das Größenkriterium kann bezogen auf alle 97 Ovarien überprüft werden. Es gab 47 Ovarien mit Tumoren, die größer waren als 40 mm. Dabei handelte es sich in 27 Fällen um benigne Veränderungen und in 19 Fällen um maligne Veränderungen. Zwei Ovarien mit einem malignen Tumor waren nicht größer als 40 mm und 49 Ovarien, welche unauffällig bzw. benigne verändert waren, waren ebenfalls nicht vergrößert. Für das Größenkriterium errechnet sich eine Treffsicherheit von 71%, eine Sensitivität von 91% und eine Spezifität von 65%.

↓49

Das Kriterium “solide Anteile” wird bezogen auf die 62 nicht vollständig soliden und rein zystischen Tumoren, also auf die Raumforderungen der Gruppe A und C. 19 der 62 Veränderungen (Gruppe C) zeigten in der MRT solide Anteile. Von diesen Tumoren waren 15 maligne und vier benigne. Fünf maligne Tumoren und 38 benigne Tumoren waren der Gruppe A zuzurechnen, hatten also keine soliden Anteile. Für das Kriterium “solide Anteile” errechnet sich eine Treffsicherheit von 86%, eine Sensitivität von 75% und eine Spezifität von 91%.

Die Überprüfung des Kriteriums der “verdickten Wände” wird bezogen auf die 62 in der MRT gesehenen Läsionen der Gruppe A und C. Dabei stellten sich 14 der 21 malignen Tumoren und sieben der 41 benignen Veränderungen mit einer Wanddicke über 3 mm dar. Sieben maligne Tumoren und 34 benigne Veränderungen hatten eine Wand, die dünner war als 3 mm. Für das Kriterium “verdickte Wände” errechnet sich eine Treffsicherheit von 78%, eine Sensitivität von 67% und eine Spezifität von 83%.

Die Überprüfung des Kriteriums “verdickte Septen” erfolgt für die 16 Läsionen, welche sich in der MRT septiert darstellten. Davon waren fünf benigne und 11 maligne. Fünf der 11 malignen Tumoren hatten Septen, welche dicker waren als 3 mm und ein benigner Tumor hatte Septen dicker als 3 mm. Vier maligne Tumoren und sechs benigne Tumoren stellten sich mit dünnen Septen dar. Für das Kriterium “verdickte Septen” errechnet sich eine Treffsicherheit von 69%, eine Sensitivität von 56% und eine Spezifität von 86%.

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Für die beiden Kriterien “verdickte Septen” und “verdickte Wände” konnte bezogen auf alle 97 Ovarien zusammen eine Treffsicherheit von 86%, eine Sensitivität von 72% und eine Spezifität von 89% gefunden werden. 67 Fälle waren dabei richtig benigne, acht Fälle falsch maligne, 16 Fälle richtig maligne und sechs Fälle falsch benigne.

Durch das Heranziehen des Kriteriums Aszites zu den beiden Kriterien “verdickte Septen” und “verdickte Wände” steigert sich die Treffsicherheit auf 87%, die Sensitivität auf 81% und die Spezifität bleibt bei 89%, da zwei Malignome nun zusätzlich als richtig maligne gewertet werden konnten. Ein Aszites trat in keinem Fall eines benignen Tumors, aber in 11 Fällen eines malignen Tumors auf. In sieben Fällen trat er dabei in Kombination mit dem Merkmal Adhäsion / Infiltration und davon in zwei Fällen zusätzlich mit den Merkmal Lymphknotenvergrößerung auf. Für den Aszites ist die alleinige Bewertung auf Grund der geringen Anzahl der vorhandenen Fälle, wie im Kapitel Diskussion aufgeführt wird, nicht sinnvoll. Ebenso ist die Bewertung der Kriterien “Adhäsionen / Infiltrationen” und “Lymphknotenvergrößerung” durch die geringe Anzahl und das unspezifische Auftreten einzeln nicht beurteilbar. Durch das Heranziehen des Kriteriums “Adhäsionen / Infiltrationen” zu den Kriterien “verdickte Septen”, “verdickte Wände” und “Aszites” steigert sich die Treffsicherheit jedoch auf 90%, die Sensitivität auf 91% und die Spezifität bleibt wieder bei 89%. Zwei Malignome konnten nun zusätzlich als richtig maligne gewertet werden können. Bei 14 Ovarien (11 Patientinnen) wurde eine Adhäsion bzw. eine Infiltration der Raumforderung in die Umgebung vermutet. In drei Fällen konnte dabei eine Infiltration in die Nachbarorgane zwar ausgeschlossen werden, eine Fixierung am Zäkum, am Sigma, an den Dünndarmschlingen und an der Becken- bzw. Bauchwand war jedoch möglich. Zwei andere Raumforderungen wirkten am Rektum fixiert, eine Infiltration war in diesem Fall nicht gänzlich auszuschließen. In einem Fall wirkte die Bauchdecke infiltriert und die Dünndarmschlingen und das Querkolon fixiert. Eine Raumforderung konnte nicht sicher von der Beckenwand abgegrenzt werden und auch die Uterushinterwand wirkte fixiert, der sichere Nachweis einer Infiltration der Nachbarorgane war jedoch nicht möglich. In einem Fall konnte eine Infiltration in die Skelettmuskulatur und eine Knochenmetastasierung festgestellt werden. Eine andere Patientin hatte ein soweit fortgeschrittenes Karzinom, daß peritoneale Metastasen bestanden und der Darm parietal anhaftete. In einem anderen Fall wurde eine Infiltration in das Rektum diagnostiziert. Diese vermuteten Adhäsionen und Infiltrationen betrafen sowohl eine einfache benigne Zyste, eine komplizierte Zyste, ein Fibrom und 11 Malignome (MRTBefunde).

Das zusätzliche Heranziehen des Kriteriums “solide Anteile” bringt zu den letztgenannten Werten keinen diagnostischen Gewinn. Im Gegenteil, es sinkt die Treffsicherheit unter Verwendung aller fünf Kriterien auf 86% und die Spezifität auf 84%. Der Grund liegt darin, daß keines der beiden die anderen Kriterien nicht erfüllenden Malignome solide Anteile hatte, daß aber zwei Fibrome und zwei Dermoide nun zusätzlich als falsch maligne gewertet werden müßten. Aus diesem Grund wird in der Bewertung des einzelnen Kriteriums “solide Anteile” vorerst auch nur von den 62 Läsionen der Gruppe A und C ausgegangen.

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Da es für die Detektion auffälliger Lymphknoten zur Zeit noch kein anderes als das Größenkriterium gibt, kann nur über dieses Merkmal eine Aussage gemacht werden. Nur in drei Fällen waren die Lymphknoten vergrößert, und zwar bei einer Patientin mit einem Fibrom und bei zwei Patientinnen mit einem Malignom. Bei der Patientin mit dem Fibrom fanden sich dabei paraaortal zwei bis auf 12 mm grenzwertig vergrößerte Lymphknoten. In einem Fall einer Patientin mit einem Malignom fanden sich lumbal, paraaortal und iliakal vergrößerte Lymphknoten. In dem anderen Fall eines Malignoms waren ebenfalls die lumbalen, paraaortalen und inguinalen Lymphknoten auf 15 mm vergrößert.

Für die Kontrastierung der 97 Ovarien in der arteriellen Phase wurde eine Treffsicherheit von 85%, eine Sensitivität von 43% und eine Spezifität von 96% und in der venösen Phase eine Treffsicherheit von 84%, eine Sensitivität von 91% und eine Spezifität von 82% gefunden.

Der Kappa-Index berechnet sich für die gesamte MRT zu 0,75. Dieser Wert spricht für eine sehr gute Übereinstimmung der histopathologischen Ergebnisse und der
MRT-Verdachtsdiagnosen.


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15.09.2006