[Seite 39↓]

3.  Ergebnisse

3.1. Anamnese

Insgesamt wurden 111 Probanden untersucht, davon 73 Diabetiker (33 Frauen, 40 Männer) und 38 Patienten als Vergleichsgruppe (22 Frauen, 16 Männer). Das Durchschnittsalter der Diabetiker beträgt 63,8 Jahre (der älteste Patient 81,7, der jüngste Patient 37,4 Jahre), in der Vergleichsgruppe liegt das durchschnittliche Alter bei 43,4 Jahren (der Älteste 77,6, der Jüngste 19,2 Jahre). Die durchschnittliche Größe bei Patienten mit Diabetes mellitus war 170,8 cm (von 193 cm - 150 cm), die Patienten aus der Vergleichsgruppe waren im Durchschnitt 171 cm groß (von 187 cm - 145 cm). Mit einem Mittelwert von 84,2 kg (Maximum 123 kg, Minimum 54 kg) waren die Diabetiker schwerer, als die Vergleichspatienten, deren durchschnittliches Gewicht bei 67,9 kg (Maximum 105 kg, Minimum 44 kg) lag.

Die Typen des Diabetes mellitus verteilen sich auf die Patienten wie folgt (s. Tab. 1):

Tab. 1:Verteilung der Patienten vom Typ des Diabetes mellitus

 

Insgesamt

Frauen

Männer

Anzahl

der Fälle

%

Anzahl der Fälle

%

Anzahl der Fälle

%

D. m. I IDDM

2

2,7%

1

3,0%

1

2,5%

D. m. II a NIDDM

11

15,1%

6

18,2%

5

12,5%

D. m. II a IDDM

15

20,5%

8

24,2%

7

17,5%

D. m. II b NIDDM

7

9,6%

3

9,1%

4

10,0%

D. m. II b IDDM

38

52,1%

15

45,5%

23

57,5%

Der Mittelwert der Dauer des Diabetes mellitus lag im Bereich von 16,9 Jahren (Maximum 37 Jahre, Minimum 1 Jahr). Die ersten Symptome der DNP traten im Durchschnitt nach 5 Jahren (Maximum seit 20 Jahren) auf, 5 Patienten (6,8%) waren bezüglich der NP ohne Beschwerden. Zum Untersuchungszeitpunkt waren 46 Patienten (63%) wegen der NP in Behandlung, 27 Patienten (37%) erhielten diesbezüglich keine Therapie. Therapeutisch wurden 21 Patienten (28,8%) mit Insulin und Tabletten, 34 Patienten (46,6%) nur mit Insulin, 16 Patienten (21%) nur mit Tabletten und 2 Patienten (2,7%) nur diätetisch geführt.

Laut Anamnese waren folgende Beschwerden, von den Probanden, die neuropathische Sensationen angegeben haben, zu registrieren:


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Dys-/Parästhesie, Hypalgesie, Wärme-/Kältemißempfindung

16 Patienten

(21,9%),

Dys-/Parästhesie, Hyp- und Hyperalgesie, sowie Wärme- und Kältemißempfindung

10 Patienten

(13,7%),

Dys-/Parästhesie, und Wärme-/Kältemißempfindung

5 Patienten

(6,5%),

Hypalgesie, Wärme- und Kältemißempfindung

4 Patienten

(5,5%),

nur Wärme-/Kältemißempfindung

2 Patienten

(2,7%),

Hyperalgesie und Wärme-/Kältemißempfindung

2 Patienten

(2,7%),

Dys-/Parästhesie, Hyperalgesie, Wärme-/Kältemißempfindung

1 Patient

(1,4%),

Hyp-/Hyperalgesie sowie Wärme- und Kältemißempfindung

1 Patient

(1,4%).

Anamnestisch war ein Malum perforans bei 8 Diabetikern links (11%) und 7 Patienten rechts (9,6%) zu eruieren, 4 Patienten (5,5%) hatten Ulcera an beiden Seiten und 3 Patienten (4,2%) wurden bereits im Vorfußbereich amputiert, 1 Patient (1,4%) doppelseitig. Die Amputationen erfolgten in folgenden Bereichen: Ossa metatarsalia V bilateral, IV rechts, Grundphalangen II rechts und partiell links sowie I und IV der rechten Seite.

Von allen 73 Patienten mit DNP konnten 43 Patienten (58%) eine Gehstrecke über 1000 m bewältigen, 14 Probanden (19,2%) gaben eine Gehstrecke von 500 m bis 1000 m und 16 (21%) von 100 m bis 500 m an. Über Schwierigkeiten beim Treppensteigen klagten 29 Patienten (39,7%).

Alle Diabetiker wurden bezüglich ihres Schuhwerkes beziehungsweise Einlagen untersucht. Dabei war festzustellen, dass 18 Patienten (24,7%) mit angefertigten Maßschuhen versorgt wurden. Schuheinlagen hatten 33 Patienten (45,2%), davon 5 Patienten (6,8%) Kork-Leder-Einlagen und 28 Patienten (38,4%) Einlagen mit Weichbettung. Eine Längsgewölbestützung des Fußes hatten 8 Patienten (11%) und 25 Patienten (34,2%) zusätzlich eine Stützung der Quergewölbe z.B. durch Retrocapital- beziehungsweise Metatarsalpelotte. 29 Diabetiker (39,7%) waren mit dem verordneten Schuhwerk nicht zufrieden. Von 4 Patienten (5,5%) wurden die rezeptierten Schuh-einrichtungen nicht getragen.

Eine Gehhilfe benutzten regelmäßig 13 Patienten (17,8%), davon 8 (11%) einen Gehstock, 1 Patient (1,4%) eine Unterarm-Gehstütze und 4 Patienten (5,5%) zwei Unterarm-Gehstützen.


[Seite 41↓]

3.2.  Klinische Untersuchung

3.2.1. Klinisch-Orthopädische Untersuchung

Während der Untersuchung zeigten 58 Diabetiker (79,5%) ein fließendes Gangbild, 7 Patienten (9,6%) waren kleinschrittig und 8 Patienten (11%) wiesen ein instabiles Gangbild auf. Bei 7 Patienten (9,6%) war ein linksseitiges, bei 6 Patienten (8,2%) ein rechtsseitiges Hinken festzustellen. 1 Proband (1,4%) zeigte ein mäßiges Hinken auf der rechten Seite und 1 Patient (1,4%) wies ein beidseits hinkendes Gangbild auf, das Trendelenburgsche Zeichen war bei 3 Patienten (4,1%) rechts und bei 2 Patienten (2,7%) links positiv.

Bei 14 Patienten (19,2%), davon 4 Frauen (12,1%), 10 Männer (25%) war die Fußform unauffällig, 25 Patienten (34%), davon 11 Frauen (33,3%) und 14 Männer (35%) wiesen einen Senkspreizfuß und 34 Patienten (46%), davon 18 Frauen (54,5%), 16 Männer (40%) (inklusive diejenigen, die amputiert sind) einen zusätzliche Plattfuß auf. Zusätzlich waren bei den Diabetikern folgende Zehdeformitäten zu beobachten: Hallux valgus links 14 Patienten (19,2%), davon 9 Frauen (27,3%), 5 Männer (12,5%), rechts 11 Patienten (15,1%), 7 Frauen (21,2%), 4 Männer (10%), ein Hallux rigidus rechts bestand bei einer Frau (3%) und einem Mann (2,5%). Krallenzehen beidseits hatten zwei Männer (5%), Hammerzehen 22 Patienten (30%) links, davon bei 14 Frauen (42%), 8 Männer (20%) und bei 21 Patienten (28,8%) rechts, 13 Frauen (39,4%), 8 Männer (20%). Insgesamt wiesen 9 Patienten (12,3%), 4 Frauen (12,1%), 5 Männer (12,5%) Zehendeformitäten beidseits auf.

Ein Schwielenbild an der Fußsohle beziehungsweise dorsal an den proximalen und distalen Zeh-gelenken war bei vielen Diabetikern festzustellen. Folgende Schwielenlokalisation wurden beobachtet: an den Zehgelenken dorsal links bei 21 Patienten (28%), 12 Frauen (36,4%), 9 Männer (22,5%), rechts 18 Patienten (24%), 10 Frauen (30,3%), 8 Männer (20%), plantare Schwiele unter dem Grundgelenk I hatten links 48 Patienten (65,8%), davon 22 Frauen (66,7%) und 26 Männer (65%), rechts 47 Patienten (64,4%), davon 21 Frauen (63,6%) und 26 Männer (65%). Eine Schwielenbildung unter den Grundgelenken II bis III links zeigten 59 Patienten (80%), 28 Frauen (84%), 31 Männer (77,5%), rechts 57 Patienten (78,1%), 27 Frauen (81%), 30 Männer (75%). Eine Schwielenbildung unter dem Grundgelenk V beidseits wiesen insgesamt 46 Patienten (63%), 22 Frauen (66,7%), 24 Männer (60%) auf. Schwielenbildungen im Mittelfußbereich lateral (Tarsometatarsalgelenk V) zeigten 15 Patienten (20,5%) links und 16 Patienten (21%) rechts, davon 8 Frauen links (24,2%), 9 rechts (27,3%) und 7 Männer (1,5%) beidseits. Gleichartige Veränderungen plantar medial links (Bereich Os cuneiforme mediale beziehungsweise Os [Seite 42↓]naviculare) waren bei 2 Frauen (6,1%) und einem Mann (2,5%) und rechts bei einer Frau (3%) und 2 Männern (5%), insgesamt bei 3 Patienten (4,1%) zu beobachten. Eine Beschwielung unter der Ferse beidseits symmetrisch besaßen 68 Patienten (93,2%), davon 30 Frauen (90,9%) und 38 Männer (95%).

An den untersuchten DF waren folgende sekundäre Hautveränderungen festzustellen: Schorf unter dem Grundgelenk I beidseits bei einem Mann (2,5%), links ebenfalls bei einem Mann (2,5%), Hautläsionen und Spannungsblasen proximal des OSG an beiden Beinen beobachteten wir bei einem Mann (2,5%), Narben am distalen Unterschenkel ventral bilateral nach abgeschlossener Ulcusheilung bei einer Frau (3%), Narbenbildung nach abgelaufenem Malum perforans und perifokale Nekrose unter dem Grundgelenk I sowie Nekrose unter dem Grundgelenk V rechts wies eine weitere Frau (3%) auf. In zwei Fällen (2,7%) beobachteten wir beidseitige Fußdeformitäten im Sinne DNOAP Typ I und Typ II, ein Patient (1,4%) zeigte Befunde einer DNOAP Typ II rechts.

Die Bewegungsprüfung im OSG und USG ergab folgende Mittelwerte der Neutral-Null-Durchgangsmethode:

   

Dorsalextension

links 16,64°,

rechts 14,93°

Plantarflexion

links 43,90°,

rechts 43,36°

Supination

links 29,04°,

rechts 28,97°

Pronation

links 15,96°,

rechts 15,96°

   

Bei 18 Patienten (24%) war die Beinachse valgisch und bei 5 Patienten (6,8%) varisch. Die Patienten gaben keine wesentliche Beschwerden in den Kniegelenken an. Die durchschnittliche Beweglichkeit im Kniegelenk betrug:

   

Extension

links 0,14°,

rechts 0,27°

Flexion

links 127,26°,

rechts 129,32°

   

Hinsichtlich der Beinlängendifferenz wurden bei 65 Patienten (89%) gleiche Beinlängen festgestellt, 2 Patienten (2,7%) hatten eine Beinverkürzung links von 1 cm und ein Patient (1,4%) von 0,5 cm, 3 Patienten (4,1%) wiesen eine Beinverkürzung rechts von 0,5 cm und 2 Patienten (2,7%) von 1 cm auf.


[Seite 43↓]

Die Mittelwerte der Beweglichkeit in den Hüftgelenken bei den Diabetikern betrugen:

     

Extension

links

-0,68°,

rechts

-0,62°

Flexion

links

123,29°,

rechts

123,90°

Abduktion

links

37,12°,

rechts

36,44°

Adduktion

links

23,49°,

rechts

23,56°

Innenrotation

links

26,03°,

rechts

24,73°

Außenrotation

links

36,77°,

rechts

39,86°

     

Bei den Patienten mit DNP fanden wir keine groben Veränderungen im Bereich der Hüftgelenke sowie der Wirbelsäule, die die Ganganalyse beeinflussen konnten. Alle Patienten konnten die drei Geschwindigkeiten am Laufband bewältigen.

3.2.2. Orthopädisch-Neurologische-Untersuchung

Der BSR war bei 65 Patienten (89%) symmetrisch mittellebhaft, bei 8 Patienten (11%) untermittellebhaft auslösbar. Der TSR wurde bei 50 Patienten (68,5%) mittellebhaft, bei 20 Patienten (27,4%) untermittellebhaft und bei 3 Patienten (4,1%) symmetrisch nicht auslösbar beurteilt. Der PSR links war bei 39 Patienten (49%), bei 33 Patienten (45,2%) rechts mittellebhaft, bei 9 Patienten (12,3%) links, bei 12 Patienten (16,4%) rechts untermittellebhaft, bei 24 Patienten (32%) symmetrisch nicht auslösbar, bei einem Patient (1,4%) fanden wir symmetrisch betonte PSR. Der ASR war links in 36 Fällen (49,3%) und in 33 Fällen (45,2%) rechts mittellebhaft, in 24 Fällen (32,9%) links, in 25 Fällen (34,2%) rechts unmittellebhaft und bei 13 Patienten (17,8%) links, bei 15 Patienten (20,5%) rechts nicht auslösbar. Hinsichtlich der vegetativen Reaktionen beobachteten wir bei 31 Patienten (42,5%) eine normale Schweißsekretion im Bereich des Oberkörpers und bei 42 Patienten (57,5%) Hyperhidrose des Oberkörpers. 24 Patienten (32,9%) wiesen eine normale Schweißsekretion und 49 Patienten (67,1%) eine Anhidrose der Fußsohle auf.

Bei der Prüfung der Sensibilität kamen wir zu folgenden Ergebnissen: eine Hypalgesie an den Zehen hatten 29 Patienten (39,7%), an der Fußsohle 27 Patienten (37%), am Fußrücken 21 Patienten (28%), am distalen Unterschenkel 16 Patienten (21,9%), am proximalen Unterschenkel 6 Patienten (8,2%). Über eine Dysästhesie an den Zehen klagten 7 Patienten (9,6%), an der Fußsohle 8 Patienten (11%), am Fußrücken 5 Patienten (6,8%), am distalen Unterschenkel 3 Patienten (4,1%), am proximalen Unterschenkel 2 Patienten (9,6%). Hinsichtlich der Thermästhesie zeigten sich die maximale Störung peripher und eine Abnahme der Symptomatik weiter proxi[Seite 44↓]mal. Keine Temperaturunterschiede empfanden 24 Patienten (32,9%) an den Zehen, 23 Patienten (31,%) an der Fußsohle, 16 Patienten (21,9%) am Fußrücken, 8 Patienten (11%) am distalen Unterschenkel und 6 Patienten (8,2%) am proximalen Unterschenkel. Im Oberschenkelbereich waren keine Sensibilitätstörungen festzustellen. Eine Lagesinnstörung im Grundgelenk der Großzehe zeigten 14 Patienten (19,2%).

Bei der Prüfung der Pallästhesie war, sogar bei den Patienten, die anamnestisch keine Beschwerden angaben, zu sehen, dass die Diabetiker deutliche Normabweichungen des Stimmgabeltestes aufwiesen. Dieses Phänomen war maximal an den Füßen, besonders im Zehenbereich nachzuweisen und nahm proximal ab (Tab. 2 und 3).

Tab. 2: Ergebnisse der Pallästhesie am Großzehgrundgelenk (GG I) und am Fußrücken
beim Test mit der Stimmgabel (C128) von 0/8-8/8-Skala

 

GG I li.

GG I re.

Fußrücken li.

Fußrücken re.

Anzahl der Fälle

%

Anzahl der Fälle

%

Anzahl der Fälle

%

Anzahl der Fälle

%

0/8

24

32,9%

24

32,9%

15

20,5%

12

16,4%

1/8

2

2,7%

2

2,7%

1

1,4%

4

5,5%

2/8

11

15,1%

9

12,3%

6

8,2%

9

12,3%

3/8

7

9,6%

12

16,4%

18

24,7%

14

19,2%

4/8

19

26,0%

12

16,4%

17

23,3%

14

19,2%

5/8

3

4,1%

5

6,8%

7

9,6%

9

12,3%

6/8

3

4,1%

5

6,8%

6

8,2%

7

9,6%

7/8

3

4,1%

3

4,1%

1

1,4%

1

1,4%

8/8

1

1,4%

1

1,4%

2

2,7%

3

4,1%


[Seite 45↓]

Tab. 3:Ergebnisse der Pallästhesie am Malleolus lateralis und am proximalen
Unterschenkel beim Test mit der Stimmgabel (C 128) von 0/8-8/8-Skala

 

Malleolus lat. li.

Malleolus lat. re.

Prox. US li.

Prox. US re.

Anzahl der Fälle

%

Anzahl der Fälle

%

Anzahl der Fälle

%

Anzahl der Fälle

%

0/8

9

12,3%

9

12,3%

1

1,4%

2

2,7%

1/8

1

1,4%

3

4,1%

6

8,2%

3

4,1%

2/8

11

15,1%

12

16,4%

8

11,0%

12

16,4%

3/8

17

23,3%

14

19,2%

20

27,4%

20

27,4%

4/8

16

21,9%

18

24,7%

21

28,8%

15

20,5%

5/8

12

16,4%

7

9,6%

12

16,4%

13

17,8%

6/8

5

6,8%

7

9,6%

3

4,1%

6

8,2%

7/8

0

0%

1

1,4%

0

0%

0

0%

8/8

2

2,7%

2

2,7%

2

2,7%

2

2,7%

Bei der Prüfung der Koordination zeigten die Diabetiker, dass sie beim Zeigefinger-Nasen-Versuch nur in 5 Fällen (6,8%) und beim Knie-Hacken-Versuch in 4 Fällen (5,5%) beidseits unsicher waren.

3.2.3. Röntgenbefund

Die Auswertung der Röntgenbilder vom Fuß dorsoplantar und seitlich im Stehen ergab durchschnittliche Parameter der gemessenen Winkel, die Großzehengrundgelenkvalgität links lag bei 15,21° (von 1° - 49°), rechts bei 16,89° (von 5° - 44°), bei einem Normwert von kleiner 20°. Die Längsachsen Os metatarsale I/II lagen bei 9,75° (von 5° - 20°) links und bei 10,05° (von 5° - 19°) rechts (Normwert 7,4° ± 2,6°). Der Mittelwert des Tubergelenkwinkel links war 34,38° (von 20° - 53°), rechts 34,19° (von 19° - 46°), damit lag der Wert im Normbereich von 30° bis 40°. Für die Kalkaneusachse/mediale Fußlängsachse ermittelten wir einen Wert im Normbereich von 139,04° (von 120° - 154°) links, 139,44° (von 119° - 152°) rechts, beim Normwert 144° ± 5°. Die durchschnittliche Tangente Unterkante Kalkaneus/Tangante Unterkante Os metatarsale V zeigte keine Normabweichung und befand sich im Bereich von 152,16° (von 130° - 169°) links und von 152,97° (von 130° - 169°) rechts bei einem Normwert von 150° - 170°. Die durchschnittliche Tangente Unterkante Kalkaneus/Trittfläche lag bei 21,96° (von 11° - 49°) links und [Seite 46↓]bei 21,59° (von 21° - 38°) rechts (Normbereich 20° - 30°). Die Normwerte der Fußgeometrie entstammen Literaturangaben (67).

Insgesamt wurden 146 Füße röntgenologisch untersucht. Eine Verschmälerung des Gelenkspaltes wurde in 30 Fällen (20,5%) im Bereich des Chopart-Gelenkes, 9 mal (6,1%) im Interphalangealgelenk I, 8 mal (5,4%) im Metatarsophalangealgelenk I, 3 mal (2%) im OSG und vereinzelt in anderen Gelenken beobachtet. Eine subchondrale Sklerosierung wurde in 88 Fällen (60,2%) im Metatarsophalangealgelenk I, 6 mal (4,1%) im Interphalangealgelenk I und Chopart-Gelenk und in anderen Gelenken als Einzelfall ermittelt. Eine fortgeschrittene Gelenkdestruktion zeigte sich relativ selten und zwar: 3 mal (2%) im Bereich des Metatarsophalangealgelenkes I, 2 mal (1,3%) im Metatarsophalangealgelenk II und Lisfranc-Gelenk, 1 mal (0,65%) im Chopart- und Subtalarglenk. Subluxation und Luxation zeigten sich häufig im Vorfußbereich: 34 mal (23,2%) in den proximalen Interphalangealgelenken II-V, 20 mal (13,6%) in den Metatarsophalangealgelenken I-V, 10 mal (6,8%) in den distalen Interphalangealgelenken II-IV, sowie eine Subluxation im Interphalangealgelenk I. Knöcherne Veränderungen wie Erosionen und Zysten wurden 75 mal (51,3%) im Bereich des ersten Strahles, vorwiegend im Metatarsophalangealgelenk und dazu gehörenden Phalangen festgestellt; im Bereich der Grundgelenke II-V und entsprechenden Phalangen bestanden Erosionen und Zysten insgesamt 30 mal (20,5%) und 21 mal (14,4%) im Fußwurzelbereich. Osteolysen in Form von „candy stik deformity“ zeigten sich in 2 Fällen (1,3%) im Bereich der Grundphalangen IV und V. Eine Osteosklerose war im Bereich des Tarsum und Metatarsum je 7 mal (4,7%), sowie je 2 mal (1,3%) im Talus und Kalkaneus zu sehen. Bei 93 Füßen (63,6%) registrierten wir Pseudoexostosen an der Basis der Endphalanx I und 10 mal (6,8%) an anderen Knochen des Mittelfußes und der Fußwurzel. Eine Fibroexostose am Kalkaneus wurde bei 109 Füßen (74,6%), selten in anderen Fußregionen beobachtet. Osteophytenbildung wiesen 24 Fälle (16,4%) an der Os metatarsale I, 15 mal an der Grundphalanx I und 5 mal (3,4%) an der Endphalanx I auf; an anderen Abschnitten des Fußskelettes wurde diese Pathologie insgesamt in 9 Fällen (6,1%) beobachtet. 5 mal (3,4%) lag ein Zustand nach Amputation beziehungsweise Exartikulation im Mittelfuß- beziehungsweise Zehenbereich sowie 2 mal (1,3%) ein Zustand nach Operation nach Mayo und Hohmann und einmal ein Zustand nach einer Operation nach Brandes vor. In einem Fall (0,65%) bestand ein Zustand nach einer alten Marschfraktur des Os metatarsale III, sowie ein Zustand nach Morbus Köller II und in einem Fall der Verdacht auf ein Periostitis der distalen Fibula. Ein Osteopenieverdacht wurde in 16 Fällen (10,9%) geäußert, betonte Weichteile bestanden bei 27 Füßen (18,4%) und verkalkte Gefäße zeigten sich im Fußbereich in 62 Fällen (42,4%).


[Seite 47↓]

3.2.4.  Ergebnisse der NLG

Die Ergebnisse der neurophysiologischen Untersuchung von zwei motorischen Nerven, des Nervus tibialis und des Nervus peroneus sowie einem sensiblen Nerv, des Nervus suralis zeigten folgende Resultate: der Mittelwert vom Summenpotential des Nervus tibialis war herabgesetzt und lag bei 2,932 mvolt (von 0 mvolt - 11,8 mvolt) links, und bei 3,297 mvolt (von 0 mvolt - 16 mvolt) rechts, die durchschnittliche NLG war deutlich verlangsamt und lag bei 33,415 m/sec (von 0 m/sec - 57 m/sec) links und 32,686 m/sec (von 0 m/sec - 59 m/sec) rechts. Das durchschnittliche Summenpotential des Nervus peroneus war im Vergleich zur Norm reduziert und lag im Bereich von 3,184 mvolt (von 0 mvolt - 11,9 mvolt) links, rechts im Bereich von 3,152 mvolt (von 0 - 10 mvolt), der Mittelwert der NLG dieses Nervs lag bei 38,134 m/sec (von 0 m/sec - 59 m/sec) links und bei 40,468 m/sec (von 0 m/sec - 59,2 m/sec) rechts und zeigte damit eine erhebliche Verlangsamung der Übertragung des Nervenpotentials. Das durchschnittliche sensible nervenaktive Potential des Nervus suralis wies eine Absenkung auf und lag bei 3,345 μV (von 0 μV - 22 μV) links und bei 3,040 μV (von 0 μV - 25 μV) rechts, die durchschnittliche NLG des Nervus suralis war deutlich verlangsamt und lag bei 25,304 m/sec (von 0 m/sec - 60,4 m/sec) links und bei 23,511 m/sec (von 0 m/sec - 59,6 m/sec) rechts. Damit wurde eine NP, die sich auf folgende Formen und Klassen wie folgt verteilte (s. Tab. 4), belegt:

Tab. 4: Formen und Klassen der NP laut Ergebnisse der NLG

 

Häufigkeit der Fälle

% der Fälle

Sensible NP

13

17,8%

Motorische NP

3

4,1%

Sensomotorische NP

57

78,1%

Demyelinisierende NP

2

2,7%

Axonale NP

20

27,4%

Axonal-demyelinisierende NP

51

69,9%

Klasse I (subklinische ) NP

5

6,8%

Klasse II (klinische) NP

68

93,2%


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3.3.  Ergebnisse der Ganganalyse

3.3.1. Kinematische Paramater

3.3.1.1. Goniometer

Da beide Patientengruppen nicht normal verteilt waren, sind im Folgenden nicht Mittelwert, sondern Median beziehungsweise Perzentile dargestellt.

In den Tabellen 5 bis 7 sind die Daten des Goniometers präsentiert, die die Beweglichkeit in den Hüft- und Kniegelenken beim Laufen mit der Gehgeschwindigkeit von 1 km/h, 1,5 km/h und 2 km/h zeigen. Zusätzlich ist der p-Wert angegeben.

Tab. 5: Beweglichkeit der Hüft- und Kniegelenke laut Goniometer bei der
Gehgeschwindigkeit von 1 km/h

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25%

50%

75%

Flex. Hüfte li.

14,5

17,735

22,941

11,81

15,081

18,311

0,001

Flex. Hüfte re.

12,456

16,833

22,132

12,929

15,649

19,688

0,395

Ext. Hüfte li.

-1,773

0,414

2,912

-2,833

-0,412

1,007

0,12

Ext. Hüfte re.

-1,726

0,265

2,35

-3,765

-1,638

0,147

0,002

Abd. Hüfte li.

0,0

7,613

12,434

0,0

0,415

4,103

0,014

Abd. Hüfte re.

0,0

0,0

4,026

0,0

1,258

5,984

0,226

Add. Hüfte li.

-3,284

0,0

0,0

-2,598

0,0

0,0

0,825

Add. Hüfte re.

-2,355

0,0

0,0

-2,807

0,026

0,0

0,882

Flex. Knie li.

39,732

51,301

63,457

43,421

52,523

64,913

0,664

Flex. Knie re.

47,253

54,378

60,977

38,537

48,275

59,566

0,116

Ext. Knie li.

2,604

6,743

10,809

0,291

3,459

9,061

0,038

Ext. Knie re.

1,014

6,326

9,639

-1,382

0,046

6,298

0,001

Sagittal Hüfte

-19,038

-3,662

9,412

-7,197

9,131

15,522

0,009

Frontal Hüfte

-98,243

-3,488

0,0

-9,283

0,0

87,111

0,009

Sagittal Knie

-3,925

3,65

10,695

-4,371

-0,203

6,563

0,172


[Seite 49↓]

Tab. 6:Beweglichkeit der Hüft- und Kniegelenke laut Goniometer bei der
Gehgeschwindigkeit von 1,5 km/h

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Flex. Hüfte li.

16,147

19,765

24,964

11,943

14,553

19,361

0,0

Flex. Hüfte re.

14,384

18,223

24,863

13,029

17,11

21,183

0,114

Ext. Hüfte li.

-2,242

0,235

2,885

-4,051

-1,122

0,195

0,02

Ext. Hüfte re.

-1,189

0,926

3,721

-3,454

-2,478

0,178

0,0

Abd. Hüfte li.

0,066

9,0

13,9

0,0

0,0

1,426

0,0

Abd. Hüfte re.

0,0

0,0

4,841

0,0

0,0

4,097

0,707

Add. Hüfte li.

-4,129

-0,529

0,0

-0,167

0,0

0,0

0,067

Add. Hüfte re.

-4,047

-0,066

0,0

-5,862

0,0

0,0

0,556

Flex. Knie li.

42,881

58,129

68,366

44,486

53,798

69,496

0,721

Flex. Knie re.

54,023

60,05

69,298

43,963

52,629

62,511

0,012

Ext. Knie li.

2,928

7,569

14,818

-0,469

5,897

12,668

0,097

Ext. Knie re.

2,968

8,782

14,275

-0,169

2,238

7,308

0,000

Sagittal Hüfte

-19,716

-5,677

8,617

-2,351

5,251

15,797

0,001

Frontal Hüfte

-98,78

-15,49

1,335

-2,615

0,0

85,327

0,002

Sagittal Knie

-2,814

5,862

11,603

-2,214

0,506

7,343

0,137


[Seite 50↓]

Tab. 7:Beweglichkeit der Hüft- und Kniegelenke laut Goniometer bei der
Gehgeschwindigkeit von 2 km/h

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Flex. Hüfte li.

17,84

20,894

26,16

13,478

15,941

19,089

0,0

Flex. Hüfte re.

15,6

20,067

26,871

13,926

18,709

23,45

0,184

Ext. Hüfte li.

-2,733

0,426

2,966

-3,087

-1,493

-0,137

0,003

Ext. Hüfte re.

-1,176

1,2

3,436

-4,473

-2,614

-0,02

0,0

Abd. Hüfte li.

0,017

9,141

14,278

0,0

0,231

8,216

0,006

Abd. Hüfte re.

0,0

0,059

3,386

0,0

1,221

6,145

0,182

Add. Hüfte li.

-6,168

-1,183

0,0

-1,524

0,0

0,0

0,083

Add. Hüfte re.

-4,632

-0,05

0,0

-7,217

-0,391

0,0

0,383

Flex. Knie li.

47,227

61,743

71,498

43,561

52,257

72,397

0,606

Flex. Knie re.

57,25

63,866

71,581

46,713

56,771

66,878

0,013

Ext. Knie li.

4,844

11,214

17,648

0,0

5,538

16,18

0,024

Ext. Knie re.

5,721

10,957

17,263

1,298

4,056

10,531

0,0

Sagittal Hüfte

-18,285

-7,037

8,718

-2,92

6,603

15,209

0,001

Frontal Hüfte

-99,169

-26,04

0,041

-6,752

0,0

87,109

0,0

Sagittal Knie

-2,633

6,17

13,099

-4,629

1,531

8,296

0,129

Aus diesen Tabellen sehen wir, dass bei beiden Seiten signifikant unterschiedliche Hüftextensionswerte bei einer Gehgeschwindigkeit von 1,5 und 2 km/h mit Medianwert bei den Diabetikern von 0,235° links, 0,926° rechts bei der Gehgeschwindigkeit von 1,5 km/h und von 0,426° links, 1,2° rechts bei der Gehgeschwindigkeit von 2 km/h vorliegen. Die Vergleichsgruppe liegt mit dem Medianwert von -1,122° links, -2,478° rechts bei der Gehgeschwindigkeit von 1,5 km/h und von -1,493° links, -2,614° rechts bei der Gehgeschwindigkeit von 2 km/h, tendenziell wurde bei den Diabetikern ein Streckdefizit in den Hüftgelenken festgestellt (Abb. 9).


[Seite 51↓]

Abb. 9: Kinematische Parameter. Hüftflexion in Grad bei den Gehgeschwindigkeiten
von 1 km/h, 1,5 km/h, 2 km/h

Außerdem zeigten die Ergebnisse des Goniometers eine einseitige Signifikanz in der Hüftflexion links bei drei Gehgeschwindigkeiten mit einem Medianwert bei den Diabetikern von 17,735°
(1 km/h), 19,765° (1,5 km/h) und 20,894° (2 km/h), in der Vergleichsgruppe sahen die gleichen Parameter so aus: 15,081° (1 km/h), 14,553° (1,5 km/h), 15,941° (2 km/h). In dem Fall waren die Werte der Hüftgelenkflexion links bei den Diabetikern höher als in der Vergleichsgruppe mit wachsender Tendenz proportional der Gehgeschwindigkeit (Abb. 10).


[Seite 52↓]

Abb. 10:Kinematische Parameter. Hüftextension in Grad bei den Gehgeschwindigkeiten
von 1 km/h, 1,5 km/h, 2 km/h

Die Knieflexion war bei den Diabetikern höher als in der Vergleichsgruppe. Allerdings bestand eine Signifikanz nur auf der rechten Seite mit dem Medianwert von 60,05° bei den Diabetikern und 52,629° in der Vergleichsgruppe bei einer Gehgeschwindigkeit von 1,5 km/h, bei einer Geschwindigkeit von 2 km/h lag der Medianwert bei den Diabetikern bei 63,866° und in der Vegleichsgruppe bei 56,771° (Abb. 11).


[Seite 53↓]

Abb. 11: Kinematische Parameter. Knieflexion in Grad bei den Gehgeschwindigkeiten
von 1 km/h, 1,5 km/h, 2 km/h

Die Extension im Kniegoniometer zeigte eine beidseitige Signifikanz bei drei Geschwindigkeiten bis auf die Knieextension links bei einer Gehgeschwindigkeit von 1,5 km/h. Hier war der
p-Wert mit 0,097 tendenziell. Die Diabetiker wiesen deutliche Streckdefizite in den Kniegelenken auf, mit einem Median von 6,743° links, 6,326° rechts (1 km/h), 7,569° links, 8,782° rechts (1,5 km/h) und 11,214° links, 10,957° rechts (2 km/h), im Gegensatz zur Vergleichsgruppe mit Werten der Kniegelenkextension von 3,459° links, 0,046° rechts (1km/h), 5,897° links, 2,238° rechts (1,5 km/h) und 5,538° links, 4,056° rechts (2 km/h). Mit wachsender Geschwindigkeit stieg das Streckdefizit bei den Diabetikern deutlicher als in der Vergleichsgruppe an (Abb. 12).


[Seite 54↓]

Abb. 12:Kinematische Parameter. Knieextension in Grad bei den Gehgeschwindigkeiten
von 1 km/h, 1,5 km/h, 2 km/h

Deutlich höhere statistisch signifikante Werte ergab die Hüftgelenkabduktion links in drei Geschwindigkeiten. So lag der Medianwert bei den Diabetikern bei 7,613° (1 km/h), bei 9,0°
(1,5 km/h) und bei 9,141° (2 km/h). Der Medianwert der Hüftgelenkabduktion links in der Vergleichsgruppe lag bei 0,415° (1 km/h), bei 0,0° (1,5 km/h) und bei 0,231° (2 km/h). Die gleiche Tendenz war ersichtlich bei der Kniegelenkflexion rechts bei der Gehgeschwindigkeit von
1,5 km/h und 2 km/h mit entsprechendem Medianwert in der Probandengruppe mit der DNP von 60,05° (1,5 km/h), 63,866° (2 km/h), in der Vergleichgruppe dementsprechend 52,629°
(1,5 km/h) und 56,771° (2 km/h).

Die Daten der Hüftsymmetrie sagittal und frontal ergaben bei allen drei Gehgeschwindigkeiten eine abnehmende Tendenz bei Patienten mit einer DNP. So lag der Median der Hüftsymmetrie sagittal bei den Diabetikern bei -3,662 (1 km/h), -5,677 (1,5 km/h) und bei -7,037 (2 km/h), in der gleichen Zeit hat die Vergleichsgruppe folgende Ergebnisse: 9,131 (1 km/h), 5,251
(1,5 km/h), 6,603 (2 km/h). Darüber hinaus war erkennbar, dass die Diabetiker außerdem eine kontinuierliche Abnahme des Medians der Hüftsymmetrie mit steigender Gehgeschwindigkeit [Seite 55↓]hatten. In der Vergleichsgruppe beobachten wir zuerst einen Abfall und dann einen Anstieg des Medians mit wachsender Gehgeschwindigkeit.

Der Median der Hüftsymmetrie frontal bei den Vergleichspatienten blieb bei allen drei Geh-geschwindigkeiten konstant bei 0,0°. Die Diabetiker wiesen in der gleichen Zeit einen deut-licheren Abfall des Medianwertes mit steigender Gehgeschwindigkeit z.B. -3,488° (1 km/h), 15,49° (1,5 km/h) und -26,04° (2 km/h) auf (Abb. 13).

Abb. 13: Kinematische Parameter. Hüfte sagittal und frontal (Integral der Symmetrie
links und rechts) bei den Gehgeschwindigkeiten von 1 km/h, 1,5 km/h, 2 km/h

3.3.1.2. Allgemeine Gangparameter

Bei den ausgemessenen allgemeinen Gangparametern ergaben sich keine signifikante Daten bei der Gehgeschwindigkeit von 1,5 km/h und 2 km/h (Tab. 8 - 10). Bei der Bandgeschwindigkeit von 1 km/h wiesen der Zweifußstand, die Standphasendauer links und rechts signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen auf. Der Median des Zweifußstandes bei den Diabetiker war kleiner als in der Vergleichsgruppe und lag bei 34,5 %/Doppelschrittdauer, in der Vergleichsgruppe bei 37,75 %/Doppelschrittdauer. Die gleiche Tendenz war bei der Standphasendauer mit entsprechendem Median bei den Diabetikern von 66,0 %/Doppelschrittdauer links,
[Seite 56↓]69,0 %/Doppelschrittdauer rechts und in der Vergleichsgruppe von 68,625 %/Doppelschrittdauer links, 72,125 %/Doppelschrittdauer rechts zu beobachten.

Tab. 8:Allgemeine Gangparameter: Relative Gehgeschwindigkeit (Körpergröße/sec),
Schrittlänge (m), relative Schrittlänge im Bezug zur Körpergröße, Kadenz
(DS/min), Zweifußstand (%/DSD), Standphasendauer (%/DSD) bei der
Gehgeschwindigkeit von 1 km/h

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Rel. Geschwindigkeit

0,154

0,164

0,169

0,156

0,16

0,17

0,49

Schrittlänge

0,3945

0,442

0,515

0,4133

0,465

0,556

0,146

Rel. Schrittlänge

0,228

0,268

0,312

0,2478

0,2695

0,3125

0,196

Kadenz

32,362

38,136

42,251

29,978

35,86

40,302

0,134

Zweifußstand

31,25

34,5

38,25

34,375

37,75

41,0

0,011

Standphasendauer li.

64,25

66,0

68,5

66,0

67,75

68,625

0,017

Standphasendauer re.

67,0

69,0

70,5

68,5

70,0

72,125

0,019

Tab. 9:Allgemeine Gangparameter: Relative Gehgeschwindigkeit (Körpergröße/sec),
Schrittlänge (m), relative Schrittlänge im Bezug zur Körpergröße, Kadenz
(DS/min), Zweifußstand (%/DSD), Standphasendauer (%/DSD) bei der
Gehgeschwindigkeit von 1,5 km/h

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Rel. Geschwindigkeit

0,231

0,245

0,254

0,234

0,239

0,2552

0,567

Schrittlänge

0,536

0,588

0,668

0,55

0,609

0,6948

0,317

Rel. Schrittlänge

0,3125

0,347

0,392

0,3343

0,359

0,3935

0,363

Kadenz

37,413

42,548

46,618

36,0

41,04

45,458

0,323

Zweifußstand

30,25

32,5

34,75

31,375

32,75

36,5

0,188

Standphasendauer li.

63,5

65,0

66,25

64,375

65,0

66,5

0,32

Standphasendauer re.

66,0

67,0

69,0

66,375

67,5

70,0

0,319


[Seite 57↓]

Tab. 10:Allgemeine Gangparameter: Relative Gehgeschwindigkeit (Körpergröße/sec),
Schrittlänge (m), relative Schrittlänge im Bezug zur Körpergröße, Kadenz
(DS/min), Zweifußstand (%/DSD), Standphasendauer (%/DSD) bei der
Gehgeschwindigkeit von 2 km/h

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Rel. Geschwindigkeit

0,309

0,327

0,34

0,312

0,319

0,3405

0,58

Schrittlänge

0,664

0,716

0,801

0,6578

0,743

0,852

0,45

Rel. Schrittlänge

0,388

0,425

0,4705

0,3878

0,4325

0,484

0,518

Kadenz

41,62

46,54

50,192

40,068

45,43

50,983

0,682

Zweifußstand

27,75

30,0

32,0

29,0

30,0

32,5

0,418

Standphasendauer li.

63,0

64,0

65,5

63,5

64,0

65,5

0,475

Standphasendauer re.

64,5

66,0

67,5

65,375

66,5

67,625

0,72

3.3.2. Kinetische Parameter

3.3.2.1. Abrollverhalten

Bei der Auswertung des Abrollverhaltens fiel auf, dass die Parameter wie die Fersen- und Vorfußbelastung beidseids, des Zweifersen- und Zweivorfußstandes keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Probandengruppen aufwiesen (Tab. 11 - 13).


[Seite 58↓]

Tab. 11:Abrollverhalten: Effektive Fußlänge (% der wirksamen Sohlenlänge),
Ferse + Vorfuß (% der DSD), Zweifersen- und Zweivorfußstand
(% der DSD) bei der Gehgeschwindigkeit von 1 km/h

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Eff. Fußlänge li.

31,0

48,0

63,0

35,75

59,5

72,5

0,031

Eff. Fußlänge re.

33,5

46,0

57,0

34,75

57,5

65,25

0,03

Ferse + Vorfuß li.

54,954

70,654

79,935

50,774

65,412

78,606

0,695

Ferse + Vorfuß re.

56,703

70,164

80,627

54,164

70,971

84,38

0,867

Zweifersenstand

6,25

11,5

18,5

5,875

14,0

20,375

0,442

Zweivorfußstand

26,5

33,0

40,75

24,5

32,5

39,125

0,394

Tab. 12:Abrollverhalten: Effektive Fußlänge (% der wirksamen Sohlenlänge),
Ferse + Vorfuß (% der DSD), Zweifersen- und Zweivorfußstand
(% der DSD) bei der Gehgeschwindigkeit von 1,5 km/h

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Eff. Fußlänge li.

36,0

57,0

68,5

48,75

65,5

75,0

0,033

Eff. Fußlänge re.

36,5

53,0

61,5

44,75

59,0

70,0

0,075

Ferse + Vorfuß li.

46,655

61,197

67,492

43,879

52,654

71,499

0,572

Ferse + Vorfuß re.

49,565

59,413

73,586

49,76

63,862

76,074

0,637

Zweifersenstand

1,75

5,5

13,75

1,5

9,25

14,75

0,488

Zweivorfußstand

21,5

27,5

34,25

17,5

27,0

32,0

0,233


[Seite 59↓]

Tab. 13:Abrollverhalten: Effektive Fußlänge (% der wirksamen Sohlenlänge),
Ferse + Vorfuß (% der DSD), Zweifersen- und Zweivorfußstand
(% der DSD) bei der Gehgeschwindigkeit von 2 km/h

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Eff. Fußlänge li.

41,0

62,0

72,5

61,5

69,0

76,0

0,018

Eff. Fußlänge re.

38,5

59,0

67,0

50,25

68,0

72,25

0,023

Ferse + Vorfuß li.

41,892

53,246

61,155

36,919

47,691

65,028

0,534

Ferse + Vorfuß re.

41,84

52,451

62,71

41,894

55,165

67,52

0,655

Zweifersenstand

0,0

1,5

8,75

0,0

3,75

8,5

0,347

Zweivorfußstand

15,75

22,0

30,0

14,895

19,25

25,25

0,098

Nur die effektive Fußlänge von beiden Seiten (ausschließlich rechts bei der Gehgeschwindigkeit von 1,5 km/h mit p-Wert von 0,075) war signifikant, der Medianwert lag bei den Diabetikern bei 48,0 % (1 km/h), 57,0 % (1,5 km/h), 62,0 % (2 km/h) links, 46,0 % (1 km/h), 53,0 % (1,5 km/h), 59,0 % (2 km/h) rechts und bei den Probanden aus der Vergleichsgruppe bei 59,5 % (1 km/h), 65,5 % (1,5 km/h), 69,0 % (2 km/h) links, 57,5 % (1 km/h), 59,0 % (1,5 km/h), 68,0 % (2 km/h) rechts. Ein Ansteigen des Medianwertes wurde bei steigender Gehgeschwindigkeit in beiden Gruppen ermittelt (Abb. 14).


[Seite 60↓]

Abb. 14: Kinetische Parameter. Effektive Fußlänge als Abrollverhalten (% der wirksamen
Sohlenlänge) bei den Gehgeschwindigkeiten von 1 km/h, 1,5 km/h, 2 km/h

3.3.2.2. Belastungsverhalten

Die Integrale des Belastungverhalten ergaben gering signifikante Unterschiede zwischen beiden Probandengruppen. So wurde eine Signifikanz nur für das Integral der Vorfußbelastung rechts bei einer Gehgeschwindigkeit von 1 km/h mit dem Median von 825,924 bei den Patienten mit der NP und 1007,2 in der Vergleichsgruppe ermittelt. Bei der Gehgeschwindigkeit von 2 km/h zeigte sich ein signifikanter Unterschied im Mittelfußbereich rechts mit einem Medianwert von 237,299 bei den Diabetiker und 179,865 bei den Vergleichspatienten auf (Tab. 14 - 16).


[Seite 61↓]

Tab. 14: Belastungsverhältnisse der Ferse, des Auftritts, des Mittel- und Vorfußes, des
Abstoßes und der gesamten Belastung bei der Gehgeschwindigkeit
von 1 km/h (Integral von Druck x % der DSD)

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Ferse li.

662,638

864,932

12,597

540,752

765,812

1088,627

0,069

Ferse re.

700,165

1099,925

1333,785

620,164

954,183

1259,09

0,158

Auftritt li.

308,554

353,801

416,885

317,412

372,4

414,499

0,623

Auftritt re.

322,111

379,453

426,072

342,12

386,576

413,761

0,498

Mittelfuß li.

89,601

174,908

349,634

79,548

142,039

224,402

0,361

Mittelfuß re.

166,377

239,257

354,282

145,546

192,041

245,905

0,057

Vorfuß li.

671,414

885,207

1162,683

806,203

978,766

1229,786

0,141

Vorfuß re.

641,749

825,924

992,247

753,641

1007,2

1166,922

0,015

Abstoß li.

321,477

366,977

434,846

344,18

347,661

423,107

0,765

Abstoß re.

314,133

383,488

419,114

343,925

389,126

430,698

0,555

Gesamt li.

617,74

734,323

841,352

682,089

742,917

825,475

0,695

Gesamt re.

642,493

760,113

838,325

694,842

772,617

838,465

0,498

Tab. 15:Belastungsverhältnisse der Ferse, des Auftritts, des Mittel- und Vorfußes, des
Abstoßes und der gesamten Belastung bei der Gehgeschwindigkeit
von 1,5 km/h (Integral von Druck x % der DSD)

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Ferse li.

621,671

872,929

1103,102

498,513

783,916

1002,618

0,095

Ferse re.

676,74

1031,45

1249,079

648,973

865,126

1258,155

0,371

Auftritt li.

312,82

361,297

435,032

324,084

375,818

422,323

0,78

Auftritt re.

330,787

379,243

418,869

335,65

386,302

416,821

0,673

Mittelfuß li.

96,408

183,154

338,724

76,865

138,567

274,688

0,317

Mittelfuß re.

170,045

233,53

351,506

147,574

195,132

280,712

0,101

Vorfuß li.

758,418

949,909

1254,607

866,959

1036,184

1236,375

0,305

Vorfuß re.

682,677

894,009

1096,587

811,384

981,005

1149,906

0,126

Abstoß li.

340,194

387,644

458,616

352,771

395,902

444,393

0,97

Abstoß re.

348,499

393,701

431,225

352,07

390,776

428,92

0,78

Gesamt li.

648,954

755,558

888,575

685,919

772,896

858,456

0,813

Gesamt re.

677,867

771,533

862,308

710,873

779,653

849,892

0,761


[Seite 62↓]

Tab. 16:Belastungsverhältnisse der Ferse, des Auftritts, des Mittel- und Vorfußes, des
Abstoßes und der gesamten Belastung bei der Gehgeschwindigkeit
von 2 km/h (Integral von Druck x % der DSD)

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Ferse li.

583,948

826,564

1083,512

539,856

814,873

1033,801

0,534

Ferse re.

629,88

967,967

1255,308

662,174

896,714

1134,291

0,475

Auftritt li.

314,083

361,715

436,299

318,217

373,908

416,457

0,818

Auftritt re.

335,147

382,655

433,5

328,477

376,504

420,52

0,559

Mittelfuß li.

88,298

174,481

315,195

80,38

139,175

232,717

0,584

Mittelfuß re.

169,516

237,299

337,449

129,135

179,865

294,211

0,037

Vorfuß li.

809,789

987,941

1274,228

872,291

1056,083

1265,341

0,502

Vorfuß re.

713,682

934,979

1184,327

862,701

994,66

1136,261

0,371

Abstoß li.

346,278

398,31

470,308

352,389

400,816

443,714

0,837

Abstoß re.

351,129

395,302

438,314

348,987

403,293

438,228

0,945

Gesamt li.

666,202

764,565

906,5

693,681

769,038

863,2

0,842

Gesamt re.

689,952

786,039

882,214

701,503

778,13

858,921

0,709

3.3.2.3. Symmetrie des Ganges

Hier ließen sich keine signifikanten Unterschiede bei den Gangparametern wie Standphasendauer, Gesamtbelastung, Fersen- und Vorfußbelastung bei allen drei Bandgeschwindigkeiten errechnen (Tab. 17 - 19).


[Seite 63↓]

Tab. 17: Symmetrie des Ganges mit den Parametern: Standphasendauer (%),
Gesamtbelastung (%), Fersenbelastung (%), Vorfußbelastung (%) bei der
Gehgeschwindigkeit von 1 km/h

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Standphasendauer

0,182

2,473

3,474

0,727

2,106

3,507

0,707

Gesamtbelastung

-6,134

0,43

5,536

-4,395

1,867

6,426

0,479

Fersenbelastung

-7,149

5,065

19,674

1,532

7,923

16,743

0,467

Vorfußbelastung

-13,276

-1,856

8,177

-8,133

-1,955

4,704

0,852

Tab. 18:Symmetrie des Ganges mit den Parametern: Standphasendauer (%),
Gesamtbelastung (%), Fersenbelastung (%), Vorfußbelastung (%) bei der
Gehgeschwindigkeit von 1,5 km/h

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Standphasendauer

0,772

1,55

2,963

0,762

1,538

3,097

0,988

Gesamtbelastung

-5,532

-0,998

5,502

-4,979

1,188

5,502

0,686

Fersenbelastung

-5,018

7,613

17,778

2,488

7,644

19,31

0,305

Vorfußbelastung

-11,181

-2,279

6,825

-10,246

-2,374

3,757

0,955

Tab. 19:Symmetrie des Ganges mit den Parametern: Standphasendauer (%),
Gesamtbelastung (%), Fersenbelastung (%), Vorfußbelastung (%) bei der
Gehgeschwindigkeit von 2 km/h

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Standphasendauer

0,766

1,718

3,077

0,652

1,533

2,763

0,343

Gesamtbelastung

-5,304

-0,181

4,741

-4,878

0,861

6,801

0,78

Fersenbelastung

-6,084

7,993

20,587

-0,044

8,049

16,095

0,765

Vorfußbelastung

-10,351

-4,258

5,484

-7,594

-1,628

3,455

0,576


[Seite 64↓]

3.3.2.4.  Einzelschrittauswertung

Signifikante Differenzen zwischen beiden Gruppen ergab die relative Standardabweichung der Standphasendauer links bei der Bandgeschwindigkeit von 1 km/h (Medianwert von 2,58% bei den Diabetikern und 3,367% in der Vergleichsgruppe), rechts bei der Gehgeschwindigkeit von 1,5 km/h (Median von 2,32% bei den Patienten mit der NP und 3,102% in der Vergleichsgruppe). Beidseitige Signifikanz der relativen Standardabweichung der Standphasendauer beobachteten wir bei der Geschwindigkeit des Laufbandes von 2 km/h mit dem Median von 1,985% links und 2,154% rechts bei den Diabetikern und 2,725% links, 2,953% rechts bei den Vergleichspatienten. Es zeigten sich erhöhte Werte in der Vergleichsgruppe gegenüber den Patienten mit der DNP (Tab20 - 22).

Tab. 20: Einzelschrittauswertung: Relative Standardabweichung der Kadenz
(rel. SA d K) und relative Standardabweichung der Standphasendauer
(rel. SA d SPD) bei der Gehgeschwindigkeit von 1 km/h (in %)

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Rel. SA d K

2,948

3,924

5,602

3,174

4,619

5,945

0,314

Rel. SA d SPD li.

1,948

2,58

3,348

2,636

3,367

4,161

0,005

Rel. SA d SPD re.

2,045

2,606

4,099

2,142

3,048

4,22

0,353

Tab. 21:Einzelschrittauswertung: Relative Standardabweichung der Kadenz
(rel. SA d K) und relative Standardabweichung der Standphasendauer
(rel. SA d SPD) bei der Gehgeschwindigkeit von 1,5 km/h (in %)

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Rel. SA d K

2,615

3,368

4,288

2,571

3,409

4,534

0,785

Rel. SA d SPD li.

1,708

2,364

3,115

2,147

2,6

3,472

0,085

Rel. SA d SPD re.

1,671

2,320

3,425

2,098

3,102

4,063

0,046


[Seite 65↓]

Tab. 22:Einzelschrittauswertung: Relative Standardabweichung der Kadenz
(rel. SA d K) und relative Standardabweichung der Standphasendauer
(rel. SA d SPD) bei der Gehgeschwindigkeit von 2 km/h (in %)

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Rel. SA d K

2,136

2,686

3,399

2,376

3,089

4,134

0,06

Rel. SA d SPD li.

1,558

1,985

2,475

2,081

2,725

3,436

0,001

Rel. SA d SPD re.

1,708

2,154

2,825

2,161

2,953

3,611

0,006

3.3.2.5. Einzelne Sensoren

In der Abbildung 15 ist die Nummerierung der einzelnen Sensoren dargestellt.

Abb. 15: Nummerierung der 16 FSR-Sensoren


[Seite 66↓]

Aus diesem Bild sehen wir, dass die Sensoren 1 bis 3 unter dem Kalkaneus liegen. Die Sensoren 4 bis 8 liegen im Bereich der Fußwurzel. Die distalen Bereiche der Ossa metatarsalia projizieren sich auf die Sensoren 9 bis 14 und die Endphalangen I-II auf die Sensoren 15 und 16. Die Zahl wird in % zum Körpergewicht angegeben. Die Resultate der Kraftverteilung unter den einzelnen Sensoren sind in den Tab. 23 und 24 dargestellt.

Tab. 23: Standtest mit Darstellung der Daten von einzelnen Sensoren von 1 bis 8
(%/Körpergewicht)

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Sensor 1 li.

5,5

8,1

10,4

5,25

7,0

10,1

0,343

Sensor 1 re.

6,15

8,9

12,1

6,6

11,35

15,125

0,152

Sensor 2 li.

0,0

6,2

8,45

4,25

6,2

9,1

0,185

Sensor 2 re.

3,65

5,7

7,8

5,0

7,1

9,325

0,058

Sensor 3 li.

2,9

4,0

6,25

0,95

3,2

4,925

0,045

Sensor 3 re.

2,9

4,0

5,75

1,25

3,8

4,525

0,025

Sensor 4 li.

2,8

4,5

5,3

1,3

3,1

5,05

0,036

Sensor 4 re.

3,2

4,2

5,65

2,375

3,6

4,825

0,123

Sensor 5 li.

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,1

0,646

Sensor 5 re.

0,0

0,0

0,35

0,0

0,0

0,0

0,019

Sensor 6 li.

1,35

2,9

4,35

1,2

3,1

4,45

0,625

Sensor 6 re.

2,85

3,8

5,05

1,6

2,8

3,5

0,002

Sensor 7 li.

0,0

0,0

0,95

0,0

0,0

0,0

0,028

Sensor 7 re.

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,179

Sensor 8 li.

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,461

Sensor 8 re.

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,186


[Seite 67↓]

Tab. 24:Standtest mit Darstellung der Daten von einzelnen Sensoren von 9 bis 16
(%/Körpergewicht)

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Sensor 9 li.

2,3

3,7

5,5

2,375

3,65

4,75

0,732

Sensor 9 re.

2,6

3,8

4,9

2,7

3,6

4,3

0,617

Sensor 10 li.

2,75

3,8

4,95

2,075

3,2

4,725

0,208

Sensor 10 re.

2,7

3,6

4,85

2,8

3,55

5,1

0,789

Sensor 11 li.

1,7

3,2

5,1

0,775

3,2

4,925

0,384

Sensor 11 re.

2,5

3,7

4,85

2,075

3,5

4,3

0,362

Sensor 12 li.

0,75

2,4

3,8

2,05

3,0

4,7

0,070

Sensor 12 re.

1,5

2,4

3,45

1,95

3,15

4,5

0,012

Sensor 13 li.

2,7

4,6

6,25

3,0

4,0

5,05

0,604

Sensor 13 re.

2,7

3,8

4,7

3,375

4,5

5,725

0,055

Sensor 14 li.

0,5

2,2

3,8

1,475

2,65

4,025

0,318

Sensor 14 re.

0,55

2,0

4,05

0,725

2,1

4,2

0,782

Sensor 15 li.

0,0

0,0

0,5

0,0

0,0

0,35

0,251

Sensor 15 re.

0,0

0,0

1,1

0,0

0,05

1,4

0,284

Sensor 16 li.

0,0

0,1

1,05

0,0

1,0

2,65

0,011

Sensor 16 re.

0,0

0,1

2,15

0,075

1,6

2,625

0,017

Eine signifikante Differenz der Fußbelastung zwischen beiden Probandengruppen ergab sich bei den Sensoren 3 beidseits (Abb. 16), mit größerem Medianwert bei den Diabetikern (4,0% beidseits) als in der Vergleichsgruppe (3,2% links, 3,8% rechts).


[Seite 68↓]

Abb. 16: Kinetische Parameter. Darstellung der Druckverteilung unter dem 3. Sensor
(Projektion der medialen Fersenseite) in %/Körpergewicht

Die Daten vom 4. Sensor unterschieden sich signifikant nur links mit dem Median von 4,5% bei den Diabetikern und 3,1% bei den Vergleichspatienten (Abb. 17).

Abb. 17: Kinetische Parameter. Darstellung der Druckverteilung unter dem 4. Sensor (Projektion Tuberositas ossis metatarsalis V) in %/Körpergewicht


[Seite 69↓]

Die Sensoren 4 links und 6 rechts zeigten größere signifikante Druckdifferenzen bei den Diabetikern mit Medianwert 3,8%, in der Vergleichgruppe 2,8%. Weiterhin lagen die Druckwerte gemessen in Prozent zum Körpergewicht bei den Diabetikern mit einem Medianwert von 2,4% niedriger als in der Vergleichsgruppe mit 3,15%.

Signifikante Differenzen wurden bei den Sensoren 5 rechts und 7 links beobachtet. Hier betrug der Medianwert in beiden Gruppen 0,0%. Die Signifikanz ergab sich daraus, dass die Diabetiker eine 75%-Quartile am 5. Sensor von 0,35% und am 7. Sensor von 0,95% aufwiesen. Die Sensoren 2 rechts, 12 links (Abb. 18) und 13 rechts ergaben tendenzielle p-Werte.

Abb. 18: Kinetische Parameter. Darstellung der Druckverteilung unter dem 12. Sensor
(Projektion des Grundgelenks V) in %/Körpergewicht

Die gleiche Tendenz wurde am Sensor 16 mit dem Median von 0,1% beidseits bei den Patienten mit einer NP und von 1,0% links beziehungsweise 1,6% rechts in der Vergleichsgruppe registriert (Abb. 19).


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Abb. 19: Kinetische Parameter. Darstellung der Druckverteilung unter dem 16. Sensor
(Projektion Endphalanx I) in %/Körpergewicht

3.3.2.6. Zweiwaagentest

Bei der Prüfung der globalen Kraftverteilung zwischen beiden Füßen während des Standtestes ergab sich keine signifikante Differenz zwischen beiden Patientengruppen (Tab. 25, Abb. 20).

Tab. 25: Zweiwaagentest oder Belastung des gesamten Fußes (%/Körpergewicht)

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Zweiwaagentest li.

44,1

48,0

51,65

44,425

46,7

49,8

0,452

Zweiwaagentest re.

47,85

51,9

55,9

50,2

53,3

55,575

0,343


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Abb. 20: Kinetische Parameter. Darstellung der globalen Druckverteilung unter dem
linken und rechten Fuß in %/Körpergewicht

3.3.2.7. Längsbelastung des Fußes

In der Tab. 26 sind die Daten der Fußbelastung medial und lateral dargestellt. Hier ergab sich keine signifikante Differenz zwischen beiden Patientengruppen. Allerdings wiesen die Diabetiker tendenziell eine stärkere Belastung des medialen Fußbereiches links auf.

Tab. 26: Standtest mit Darstellung der Längsbelastung des Fußes (medial und lateral)
in %/Körpergewicht

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Fußbelastung med. li.

22,0

24,5

27,25

18,625

22,05

26,475

0,076

Fußbelastung med. re.

23,5

25,6

28,1

24,525

27,55

29,575

0,106

Fußbelastung lat. li.

20,0

24,2

27,45

21,075

24,75

28,625

0,292

Fußbelastung lat. re.

21,5

25,7

28,5

22,575

26,25

28,3

0,908


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3.3.2.8.  Querbelastung des Fußes

Hier zeigte sich eine signifikante Differenz zwischen beiden Patientengruppen im Mittelfuß rechts mit dem Medianwert bei den Diabetikern von 4,5% und in der Vergleichsgruppe von 2,8% (Tab. 27). Damit ergab sich tendenziell eine höhere Mittelfußbelastung rechts in der diabetischen Probandengruppe (Abb. 21).

Tab. 27: Standtest mit Darstellung der Querbelastung des Fußes im Bereich der Ferse, des
Mittel- und Vorfußes (%/Körpergewicht)

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Fersenbelastung li.

19,3

22,5

25,85

17,75

21,45

24,4

0,238

Fersenbelastung re.

18,2

23,8

29,0

19,075

25,45

28,925

0,482

Mittelfußbelastung li.

1,6

3,4

5,6

1,525

3,3

5,225

0,84

Mittelfußbelastung re.

3,2

4,5

6,3

1,6

2,8

3,825

0,0

Vorfußbelastung li.

16,8

22,0

26,9

18,65

22,35

26,55

0,628

Vorfußbelastung re.

19,1

22,4

26,8

18,625

23,7

28,6

0,323

Abb. 21: Kinetische Parameter. Darstellung der Querbelastung des Fußes, also Fersen-Mittelfuß- und Vorfußbelastung in %/Körpergewicht


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3.3.2.9.  Posturographie

Bei der Berechnung des Medianwerts der posturographischen Ergebnisse fiel auf, dass die signifikante Differenz der Länge und der Geschwindigkeit des Körperdruckschwerpunktes mit geschlossenen Augen in der diabetischen Gruppe deutlich höher war als in der Vergleichsgruppe. Der Medianwert betrug für die Länge 21,27 cm bei den Diabetikern, 15,4 cm in der Vergleichsgruppe und für die Geschwindigkeit 1,33 cm/sec bei den Patienten mit einer DNP und
0,965 cm/sec in der Vergleichsgruppe (Abb. 22, 23 und 24, 25).

Abb. 22: Kinetische Parameter. Posturographie. Länge des Weges des Druckschwerpunktes
zwischen beiden Füßen gemessen mit geschlossenen und offenen Augen (in cm)


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Abb. 23:Kinetische Parameter. Posturographie. Geschwindigkeit der Dislokation des
Druckschwerpunktes zwischen beiden Füßen gemessen mit geschlossenen
und offenen Augen (in cm/sec)


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Abb. 24: Grafische Darstellung der Ergebnisse der Posturographie bei Patienten mit
diabetischer Neuropathie. Links Test mit geschlossenen Augen, rechts
mit offenen Augen

Abb. 25:Grafische Darstellung der Ergebnisse der Posturographie bei Patienten ohne
Neuropathie. Links Test mit geschlossenen Augen, rechts mit offenen Augen

Bei den anderen posturographischen Parametern traten bei der Prüfung weder mit offenen noch mit geschlossenen Augen signifikante Differenzen zwischen beiden Patientengruppen auf
(Tab. 28, 29).


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Tab. 28: Posturographie 1 (Rombergtest) mit geschlossenen Augen. Länge (cm),
Geschwindigkeit (cm/sec), Rechteck (cm²), SC-Fläche (cm²), Länge/SC-Fläche
(1/cm), RMS-Fläche (cm²), X-Abweichung (cm), Y-Abweichung (cm)

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Länge 1

14,715

21,27

31,8

12,6425

15,4

20,9675

0,007

Geschwindigkeit 1

0,92

1,33

1,99

0,7925

0,965

1,315

0,006

Rechteck 1

0,345

0,94

3,48

0,2475

0,57

1,5075

0,133

SC-Fläche 1

0,19

0,65

1,88

0,1325

0,345

0,87

0,088

Länge/SC-Fläche 1

14,415

34,61

85,5

24,0

42,09

108,9625

0,266

RMS-Fläche 1

0,16

0,54

1,53

0,1175

0,36

0,9725

0,236

X-Abweichung 1

-0,315

0,25

0,71

-0,185

0,18

0,515

0,361

Y-Abweichung 1

-0,2955

-2,18

-1,07

-2,9625

-2,115

-0,725

0,534

Tab. 29:Posturographie 2 (Rombergtest) mit offenen Augen. Länge (cm),
Geschwindigkeit (cm/sec), Rechteck (cm²), SC-Fläche (cm²),
Länge/SC-Fläche (1/cm), RMS-Fläche (cm²), X-Abweichung (cm),
Y-Abweichung (cm)

 

Perzentile Diabetiker

Perzentile Vergleichsgruppe

p-Wert

25 %

50 %

75 %

25 %

50 %

75 %

Länge 2

9,955

13,1

16,285

9,88675

12,075

16,0025

0,794

Geschwindigkeit 2

0,62

0,82

1,015

0,6175

0,755

0,9975

0,749

Rechteck 2

0,105

0,24

0,67

0,08

0,19

0,49

0,544

SC-Fläche 2

0,055

0,16

0,36

0,0475

0,125

0,28

0,461

Länge/SC-Fläche 2

40,63

89,97

205,285

53,805

106,95

250,4425

0,479

RMS-Fläche 2

0,055

0,13

0,305

0,0475

0,11

0,2525

0,65

X-Abweichung 2

-0,245

0,26

0,645

-0,1075

0,23

0,47

0,794

Y-Abweichung 2

-2,975

-2,14

-1,165

-3,2975

-2,32

-0,995

0,619


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19.02.2004