Nützel, Gerda Ursula: Die Kontextualität der Theologinnenarbeit - dargestellt am Beispiel der Entwicklung in den lutherischen Kirchen Bayerns, Mecklenburgs und Brasiliens
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Danksagung
Die Beschäftigung mit der Theologinnengeschichte in den
lutherischen Kirchen Bayerns, Mecklenburgs und Brasiliens begleitete mich
einige Jahre auf meinem Lebensweg vom Ersten Kirchlichen Examen bei der
Evangelisch - Lutherischen Landeskirche in Bayern 1987 bis zu meiner Ordination
in der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg 1996 und der eigenen Praxis
als Pfarrerin im Nordosten Berlins.
Allen Menschen, die mich auf dem Weg bis zur Fertigstellung dieser
Arbeit unterstützt haben, möchte ich herzlich danken.
Ein besonderer Dank gilt
- zuallererst den Theologinnen in Bayern, Mecklenburg und Brasilien,
die mir Zugang zu ihrer individuellen und kollektiven Berufsgeschichte
gewährten. Hier möchte ich besonders die bayerischen Theologinnen
Liesel Bruckner, Marianne Pflüger und Brigitte Probst, die
mecklenburgischen Theologinnen Inge Heiling und Margarete Kulow sowie die
brasilianischen Theologinnen Regene Lamb, Haidi Jarschel und Lori Altmann
nennen.
- der solidarischen und kritischen Wegbegleitung im Göttinger
Frauenforschungsprojekt zur Geschichte der Theologinnen in Deutschland unter
Leitung von Prof. Hannelore Erhart und dem Heidelberger
DoktorandInnencolloquium von Prof. Wolfgang Huber, der diese Arbeit betreut
hat.
- der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, meiner
Herkunftskirche, die durch ein Stipendium für den fünfzehnmonatigen
Studien- und Praxisaufenthalt in Brasilien sowie durch ein Promotionsstipendium
im Anschluß einen wichtigen Beitrag zur Entstehung dieser Arbeit
leistete. Auch wenn ich meine pastorale Existenz als "Grenzgängerin" nun
in der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg fortsetze, bleibt mir diese
Großzügigkeit in guter Erinnerung.
- den landeskirchlichen Archiven in Nürnberg und Schwerin sowie
dem Archiv des Jornal Evangélico in São Leopoldo und der
EKU-Bibliothek in Berlin.
Ein ganz besonderes Dankeschön gilt schließlich jenen
Menschen aus meinem privaten Lebenskontext, die mich in den Ängsten und
Freuden, Zweifeln und Hoffnungen auf dem Weg durch diese Jahre ermutigt und
nicht nur bei der Kommunikation mit dem Computer sowie bei den
Korrekturarbeiten tatkräftig unterstützt haben. Hier seien besonders
genannt: Rolf Engelbart, Jörg Fingerle, Petra Galle, Daniel
Gasterstädt, Elisabeth Lange, Karl Eugen Müller, Corinna Raupach, Ina
Schiffhauer, Christa Stache, Silvia Wagner und Till Wilsdorf.
Ich widme diese Arbeit meinem Patenkind Loay Grigota Mattar-Suarez,
einem Grenzgänger zwischen der Berliner, der palästinensischen und
der bolivianischen Welt.
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Theologische Aufnahmeprüfung 1929<1>
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Nicht so objektiv und kühl,
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Nein, es wird ihm etwas schwül,
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Blickt das Kirchenregiment
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Auf das Weiberelement,
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Das jetzt auch bei uns in Bayern
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Will die Kirche mit erneuern.
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Schwer macht ihm zu schaffen nun,
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Plagt ihn sehr, läßt ihn nicht ruhn,
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Bringt ihm Sorg und bittre Not
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Dieses Damenangebot.
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Doch fast niemand so recht, wohin,
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Weiß mit solcher Theologin.
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Kann sie zwar hebräisch lesen,
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Nicht kann sie Kalchreuth verwesen.
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Und zur rechten Pfarrersart
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Hilft ihr nicht einmal ein Barth.
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Solche Pfarrersweiblichkeiten
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Muß man unbedingt vermeiden!
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Hätten doch derlei Tendenzen
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Undenkbare Konsequenzen!
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Wenn die Landeskirche trüge
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Völlig feminine Züge!
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Wenn als vierten Kreisdekan
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Stellte eine Frau man an!
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Wenn im neuen Dienstgebäude,
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Das entsteht zu aller Freude,
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Kriegte ein Büro am End
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Gar ein Weib als Referent!
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Weiß man nicht, daß manche Stadt
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Präsentationsrecht hat?
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Wie, wenn`s käme gar einmal
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Da zu einer Damenwahl? (..)
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Da, in unsern höchsten Nöten
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Müssen wir vor euch hintreten
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Vielgeliebte Kandidaten,
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Ihr müßt helfen, ihr müßt raten!
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(...)
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Könnt ihr euch jetzt nicht entschließen,
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Die als Bräute zu erkiesen,
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Für die wir trotz schönster Gaben
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Keinerlei Verwendung haben?
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Da wär`ihnen, uns und euch
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Rasch geholfen allsogleich!
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Macht ein End dem Weiberspuk,
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Denkt an den Gesamteindruck...
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(...)
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Mancher kann`s von euch ertragen
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Einst in seines Amtes Plagen,
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Wenn auch in theologicis
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Sie die bess‘re Hälfte is.
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Gar nicht ist nach unserm Sinn
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Die studierte Pfarrerin,
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Doch die Pfarrfrau, fromm und lieblich,
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Klug und fein und landesüblich,
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Ob gelehrt, ob ungelehrt,
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Haben stets wir hoch verehrt!
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Drum so schickt uns bald, wir warten,
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Euere Verlobungskarten,
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Drauf die Namen prangen fein:
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Dorn, Ultsch, Rösch und Hassenstein.
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[G-2]
[G-3]
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[Bibliographie]
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