Nützel, Gerda Ursula: Die Kontextualität der Theologinnenarbeit - dargestellt am Beispiel der Entwicklung in den lutherischen Kirchen Bayerns, Mecklenburgs und Brasiliens
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Thesen zur Dissertation
Kapitel 1. Die Kontextualität der Theologinnenarbeit - dargestellt am
Beispiel der Entwicklung in den lutherischen Kirchen Bayerns, Mecklenburgs und
Brasiliens
von Gerda Ursula Nützel
- Die theologische Reflexion der Theologinnenarbeit kann sich nicht
nur auf die biblischen, kirchengeschichtlichen, dogmatischen und
praktisch-theologischen Aspekte beschränken. Sie hat vielmehr die
Wechselbeziehung zwischen theologischen Ansätzen und dem jeweils
spezifischen sozioökonomischen Kontext, insbesondere der Situation von
Frauen in der jeweiligen Gesellschaft, den spezifischen
kirchlich-institutionellen Strukturen sowie dem jeweiligen
ökumenisch-konfessionellen Kontext wahrzunehmen. Diese Wechselwirkung gilt
es sozialethisch, ekklesiologisch und ökumenisch-theologisch zu
reflektieren. Die Ergebnisse sind in den interkonfessionellen und
interkontextuellen ökumenischen Dialog über die Theologinnenarbeit
und die Frauenordination einzubringen.
- Um diese These zu überprüfen, wurde die Entwicklung der
Theologinnenarbeit in drei lutherischen Kirchen untersucht, die in
unterschiedlichen sozioökonomischen, kirchlich-institutionellen und
ökumenisch-konfessionellen Kontexten existierten.
- Anstöße zu einer solchen Untersuchung der
Kontextualität kirchlich-theologischer Entscheidungen gingen von der
ökumenischen Ausbildungsdiskussion, der Vereinigung der
Dritte-Welt-Theologinnen (EATWOT) und der feministisch-befreiungstheologischen
Theologie aus. Hilfreiche Impulse, vor allem für die Untersuchung der
sozioökonomischen Kontextualität, lieferten die feministische
Geschichtsschreibung, die Reflexion der geschlechtshierarchischen
Arbeitsteilung und die interkulturelle Theoriebildung.
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